[Buchgedanken] Emily Bold: „UNENDLICH dein“ (The Curse 2)

In den letzten Tagen habe ich „UNENDLICH dein“ von Emily Bold gelesen, den zweiten, neuaufgelegten Band ihrer Trilogie „The Curse“. Das Buch wurde 2019 bei Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH veröffentlicht, die Originalausgabe erschien 2012. „UNENDLICH dein“ ist am ehesten dem Genre Young-Adult Romantasy zuzuordnen, die Besprechung des Vorgängerbandes kann *hier* abgerufen werden.

~~~ Die nachfolgende Besprechung kann Spoiler zum Vorgängerband enthalten! ~~~

51eooa05M6L._SX337_BO1204203200_Nachdem Vanoras Fluch gebrochen ist, sollte das Glück von Sam und Payton eigentlich perfekt sein. Wäre da nicht die Tatsache, dass die böse Hexe Nathaira mit ihrem letzten Atemzug Payton erneut einen Fluch aufbürdet: Da seine große Liebe Sam überlebt hat, soll er nun an ihrer Stelle sterben. Sam macht sich fieberhaft auf die Suche nach einer Lösung. Diese führt sie nicht nur zurück an den Ort, an dem alles begann, sie zeigt ihr auch, dass die Liebe über die Zeiten hinweg existiert …

„UNENDLICH dein“ schließt nahtlos an den Vorgängerband an und setzt die Handlung fort. Dabei trifft der Leser nicht nur altbekannte und geliebte Charaktere, sondern lernt auch neue Figuren kennen. Etwas schade fand ich allenfalls, dass sich meine Hoffnung, mehr von Ashley und Sean zu erfahren, handlungsbedingt nicht erfüllte. Aber es gibt ja noch Teil drei … 🙂

Durch die ideale Erzählperspektive (Ich-Erzählung aus Sicht von Sam mit eingestreuten weiteren personalen Erzählern) erfährt der Leser die Handlung aus erster Hand, kann sich gut mit Sam identifizieren, leidet, lacht und weint mit ihr. Auch wenn ihre Handlungen nicht immer ganz nachvollziehbar sind, entwickelt sich Sam dennoch im Verlauf der Geschichte weiter.

Insgesamt ist die Handlung durchaus auch spannend, obwohl teils vorhersehbar und ja bereits bekannt. Durch die eingestreute Zeitreise und die verschiedenen Zeilinien wird sie auch komplexer. Dabei gelingt es der Autorin, die einzelnen Handlungsstränge gut miteinander zu verknüpfen, auch wenn das Umschreiben der Vergangenheit mir doch etwas unlogisch erscheint.

Brillant hingegen ist das malerische und traumhafte Setting des Schottlands der Vergangenheit. Genauso gelungen: die versteckte Hommage an „Outlander“ im Text. Insgesamt kommt der zweite Teil jedoch nicht ganz an die annähernde Perfektion des ersten Bandes heran, der daher ja auch in den erweiterten Kreis meiner Jahreshighlights 2019 aufgenommen wurde.

Die Buchgestaltung überzeugt erneut auf ganzer Linie. Satz, Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, zudem wird das Buch mit einem gälischen Wörterbuch und einer Dramatis Personae abgerundet. Das Cover ist wunderschön, ein wahrer Eyecatcher mit farbigen Klappen und hochwertig geprägt. Es passt sich gut in die Reihe ein und sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert. Bei einem so wertigen Buch hätte ich mir allerdings noch farbige Coverinnenseiten gewünscht.

Mein Fazit: „UNENDLICH dein“ ist eine gelungene Fortsetzung der „The Curse“-Trilogie, die vor allem mit einem brillanten Setting punktet. Auch wenn die Handlung nicht ganz an Buch eins heranreicht, bietet sie viel Potential für den abschließenden Band der Reihe. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – in etwa ab 14 Jahren.

[Buchgedanken] Emily Bold: „UNSTERBLICH mein“ (The Curse 1)

Vor kurzem habe ich „UNSTERBLICH mein“, den ersten Band der Neuauflage von Emily Bolds „The Curse“-Reihe gelesen. Das Buch ist in der vorliegenden Ausgabe 2019 bei Planet! in der Thienemann-Esslinger GmbH erschienen und mein Exemplar entstammt bereits der zweiten Auflage (Glückwunsch!). Die Erstveröffentlichung erfolgte 2011 im Selfpublishing. Das Buch ist dem Genre Young-Adult Romantasy zuzurechnen.

51iiBRSCUmL._SX336_BO1204203200_Um ihre Geografie-Kenntnisse aufzubessern, verbringt Samantha ihre Ferien in Schottland. Kaum bei ihrer Gastfamilie angekommen, wird sie von den Sagen und Mythen des Landes in den Bann gezogen. Genau wie von dem geheimnisvollen Payton, der ein düsteres Geheimnis zu verbergen scheint. Payton ist über zweihundert Jahre alt, für immer gefangen im Körper eines Neunzehnjährigen und dazu verflucht, keine Emotionen zu empfinden – bis er Sam begegnet, die ihn endlich wieder etwas fühlen lässt. Doch mit jedem Schritt in Paytons Richtung rückt Sam einer grausamen Wahrheit näher, die in den Wirren der Zeit versteckt ist.

„UNSTERBLICH mein“ ist ein überaus gelungener Auftakt in die Geschichte um Sam und Payton. Eingebettet in das unglaublich schöne Setting der schottischen Highlands, behandelt das Buch in zwei Zeitebenen die großen Fragen des Lebens: Liebe und Tod, Treue und Verrat. Auch wenn die Handlung dabei teils vorhersehbar bleibt, wird der Spannungsbogen die ganze Zeit gehalten und der Leser so ans Buch gefesselt – auch durch die gelungene Wahl der Haupterzählperspektive, der ich-Perspektive von Sam, mit der man sich auf diese Weise gut identifizieren kann. Sofern die Autorin doch mal in eine andere Perspektive wechselt, werden diese in personaler Form erzählt.

Im Großen und Ganzen sind die Charaktere vielschichtig, dreidimensional angelegt und haben eigene Stärken und Schwächen, wenn sie sich teils auch irrational verhalten oder etwas schwer von Begriff sind :). Insbesondere Sam, entwickelt sich hier im Laufe des Buches weiter, und ich würde mich freuen, in den Nachfolgebänden vielleicht mehr über Ashley und Sean zu erfahren.

Emily Bolds Schreibstil ist flüssig, leicht lesbar, bildhaft und sehr einfühlsam, und bringt einem die Welt von Schottland nahe. Bereits mit der ersten Seite beginnt das Kopfkino zu laufen und zieht den Leser in die Handlung. Diese endet übrigens mit einem vernünftigen Abschluss – und nicht, wie derzeit in Mode, mit einem brutalen Cliffhanger. Danke daür! 🙂 So oder so lässt der Roman genug Raum und offene Fragen für die Nachfolgebände, die ich bereits kaum erwarten kann.

Die Buchgestaltung überzeugt auf ganzer Linie. Buchsatz, Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, und das Cover ist wunderschön anzusehen, hochwertig geprägt und mit ausklappbaren, ebenfalls geprägten Klappen versehen. Einziger Wermutstropfen: bei einer solch liebevollen und detaillierten Gestaltung hätte ich mir farbige Coverinnenseiten gewünscht, diese fehlen leider. Ein gälisches Wörterbuch und eine Dramatis Personae am Ende runden das dennoch fantastische Gesamtpaket ab.

Mein Fazit: „UNSTERBLICH mein“ ist ein überzeugender Young-Adult Romantasy Roman, der vor allem mit seinem tollen Setting und einer spannenden Handlung punkten kann, aber nicht ganz an die brillante „Silberschwingen“-Dilogie (Teil 1, Teil 2) heranreicht. Dennoch bin ich sehr auf die Nachfolgebände gespannt, und kann das Buch bedenkenlos jedem Leser des Genres ans Herz legen. Die vom Verlag vorgeschlagene Altersempfehlung würde ich allerdings minimal korrigieren und das Buch ab einem Alter von 13/14 empfehlen.

[LLC2019] Tag 1 – Aufbruch in unbekannte Welten

IMG_20190601_083857Endlich war es gestern wieder soweit – die Loveletter Convention 2019 öffnete ihre Pforten. Dabei ging es dieses Mal – sehr ungewohnt – zu einer gänzlich neuen Location: dem Café Moskau in der Nähe des Alexanderplatzes in Berlin. Dabei war die Resonanz, die ich zu dem Veranstaltungsort erfahren habe und so auch teile, durchaus gemischt. So überzeugen die Veranstaltungsräume generell – auch die Bewirtung und Lage der Location sind sehr gut. Allerdings fällt es anfangs nicht ganz einfach, sich komplett zurechtzufinden – und der Außenbereich kann mit dem der alten Location nicht mithalten. Ich bin schon gespannt, wie in den Räumen am heutigen Tag die Signierstunde organisiert wird.

20190601_101018Nach dem – etwas holprigen – Einlass, begann mein Tag ganz entspannt mit einigen Meet & Greets, bevor ich zu meiner ersten Veranstaltung des Tages ging: der Verlagspräsentation des Lyx Verlages (Bastei Lübbe AG) – Goldsponsor und Dauergast auf der LLC mit tollen nationalen und internationalen Autoren. Mitarbeiter des Verlages ließen das vergangene Jahr Revue passieren und präsentierten ihre persönlichen Highlights des aktuellen Programmes.

20190601_111225Im Anschluss besuchte ich meine einzige Lesung des Tages – und was für eine. Vor einem brechend vollen Raum las Bianca Iosivoni aus ihrem neuesten Roman „Falling Fast“, der bei Lyx in der Bastei Lübbe AG erschienen ist. Auch wenn die Lesung viel zu schnell vorbei war, überzeugte allein die kurze Passage bereits mit so viel Witz und Gefühl, dass das Buch zu einem Pflichtkauf werden sollte.

20190601_121306Vor der Mittagspause stand dann noch ein Termin für Blogger auf dem Plan. Mitarbeiter von Bastei Lübbe sowie beHEARTBEAT, Thienemann-Esslinger, Oetinger, B.o.D. und eine Bloggerin berichteten über die Zusammenarbeit zwischen den Verlagen und Bloggern, über Wünsche und gemeinsame Aktionen. Ein sehr informativer Termin, allerdings auch ohne große Überraschungen oder viele neue Erkenntnisse.

20190601_141009_001Nach der Mittagspause – in der ich über den Alexanderplatz schlenderte und mir einen kleinen Imbiss aus dem Bahnhof besorgt hatte – ging es sehr humoroll weiter. Im Panel „Wenn Autoren über Sex schreiben“ diskutierten Ella Quinn, Mona Silver, Cathy Maxwell, Monika James und Julia K. Stein über Liebe und Erotik in Büchern und über das Schreiben an sich. Nachdem ich Ella Quinn bereits früher auf einem Panel erleben durfte, ist das immer wieder ein gern gesehener Termin – sie ist unglaublich toll!

20190601_171913Den Nachmittag verbrachte ich dann wieder mit einigen Meet & Greets, unter anderem mit L. J. Shen und Lara Adrian, plauderte mit Emily Bold und ließ mir Bücher von Heike Ribguth, Mona Kasten und Michelle Schrenk signieren, bevor auch schon die letzte Veranstaltung des Tages nahte: ein Panel zum Thema Klischees in Liebesromanen und ein gelungener und witziger Abschluss des Tages mit Alexandra Schwarting, Poppy J. Anderson, Emily Bold, Ellen McCoy (Elvira Zeißler), Michelle Schrenk und Anja Ahrendt (LYX).

Heute steht vor allem die große Signierstunde und ein Meet & Greet mit Bianca Iosivoni auf dem Plan – ein Bericht folgt dann wie üblich am Abend oder im Laufe des morgigen Tages :).

 

 

 

[Buchgedanken] Stephan M. Rother: „Die Prophezeiung des magischen Steins“

In der letzten Woche habe ich Stephan M. Rothers „Die Prophezeiung des magischen Steins“ gelesen. Das Buch ist 2018 als Taschenbuch/Paperback bei Thienemann in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH erschienen und dem Gerne High Fantasy zuzuordnen. Die mir vorliegende Ausgabe entstammt bereits der zweiten Auflage, und erreichte mich ungeplant als Rezensionsexemplar – vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an den Verlag, auch für die unkomplizierte und vorbildliche Kommunikation mit der Presseabteilung.

51-32NDWtWL._SX330_BO1204203200_Er ist ein Meisterwerk der alten Elben und eine der mächtigsten Schöpfungen ihrer Magie – seit hunderten von Jahren ruht der singende Stein und wartet auf den richtigen Moment. Bis er eines Tages Dafydd, Lehrling des Barden am Königshof von Güldenthal, zu seinem Träger erwählt. Doch wird es dem Jungen und seinen zauberhaften Gefährten gelingen, in Zeiten größter Not das Land vor dem Untergang zu retten? Und kann die Magie des Steins auch das persönliche Glück des jungen Barden beeinflussen? Denn trotz aller Standesunterschiede schlägt dessen Herz für Prinzessin Livia, die einzige Tochter des Königs von Güldenthal.

„Die Prophezeiung des magischen Steins“ ist ein gelungener, wenn auch in der Handlung teils vorhersehbarer High-Fantasy-Roman, der auch Elemente der „Heroic Fantasy“ enthält. Trotz der absehbaren Grundhandlung schafft es der Autor, den Leser durch einige überraschende Wendungen doch noch in die Irre zu führen. Dabei wird der Spannungsbogen durchweg gehalten und durch kurzfristige Spannungsspitzen  unterstützt. Auch das Setting vermag zu überzeugen. Die malerischen Landschaftsbeschreibungen, die Welten der Elben, Zwerge, Menschen und Trolle, transportieren Bilder und ziehen den Leser in die Geschichte.

Der Roman kann zusätzliche Punkte durch den unverhofft auftretenen Humor sammeln. Sei es Fhargolfs gar eigentümliche Sprache, Morgats schrullige Art, oder auch die Maskerade der Markgräfin von Sanspareis – Stephan M. Rother gelingt es, den Leser auch neben der eigentlichen Handlung durchaus zu unterhalten.

Die Protagonisten sind dabei vielschichtig aufgebaut, haben Stärken und Schwächen – und entwickeln sich auch im Laufe der Zeit durchaus weiter. Allerdings fehlt es mir hier – der einzige große Kritikpunkt des Romans – gelegentlich an der Nachvollziehbarkeit der Handlungen der Charaktere. Deren Entscheidungen und Entwicklungen fühlen sich für mich teils unnatürlich an, konstruiert, um die gewünschte Handlung voranzubringen.

Die Buchgestaltung hingegen ist fabelhaft gelungen. Das Cover ist zauberhaft, hochwertig sowohl auf der Vorderseite als auch auf dem Buchrücken geprägt. Lektorat und Korrektorat überzeugen ebenfalls auf ganzer Linie, lediglich beim – generell schönen – Buchsatz hätte ich mir eine Einteilung in Kapitel und eine Karte der Welt gewünscht. Etwas irritiert war ich auch davon, dass keine Danksagung aufgenommen wurde.

Mein Fazit? „Die Prophezeiung des magischen Steins“ ist ein spannender und humorvoller High-Fantasy-Roman. Auch wenn die Handlung teils vorhersehbar und die Charaktere gelegentlich konstruiert erscheinen, überzeugt die Geschichte insgesamt, auch durch das malerische Setting. Für Genreliebhaber bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Emily Bold: „Silberschwingen: Rebellin der Nacht“

Im Rahmen einer Leserunde habe ich den zweiten Band der „Silberschwingen“-Dilogie von Emily Bold gelesen – vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag und die Autorin für die Bereitstellung des Leseexemplars. „Silberschwingen: Rebellin der Nacht“ ist 2018 als Hardcover bei Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH erschienen und ist dem Genre Young-Adult-Romantasy bzw. Urban Fantasy zuzuordnen.

~~~ Vorsicht! Die Inhaltsbeschreibung und Rezension könnte Spoiler zum Vorgängerband enthalten ~~~

51wx3yPsDaL._SX312_BO1204203200_Als mächtiges Halbwesen wird Thorn vom Clan der Silberschwingen gejagt – allen voran von Lucien, dem Thorn ihr Herz geschenkt hat. Zusammen mit ihrer Familie und den Rebellen flüchtet sie sich nach Glastonbury und lernt dort die Geschichte der Silberschwingen kennen. Eine Geschichte, die untrennbar mit einem jahrhundertealten Erbe verbunden ist, das sie erwecken muss, um sich und ihre Familie zu schützen, und den alten Konflikt endlich zum Ende zu bringen.

„Silberschwingen: Rebellin der Nacht“ knüpft nahtlos an die Handlung des Vorgängerbandes „Erbin des Lichts“ an, setzt diese fort und führt sie zu einem krönenden Abschluss. Dabei lässt das Ende aber noch genug offene Fragen, genug Potential für die Zukunft, um einen oder sogar mehrere weitere Bände zu schreiben, sollte die Autorin irgendwann die Lust dazu verspüren (was ich sehr hoffe).

Emily Bold gelingt mit der „Silberschwingen“-Dilogie eine fantastische Buchreihe, der prognostisch die Aufnahme in meine Jahreshighlights gelingen wird. Der zweite Teil steht dem ersten dabei in Sachen Spannung nichts nach. Zwar geht mir persönlich die geschichtliche, sagenbasierte Grundlage etwas zu weit, greift etwas zu hoch, dies stört aber kaum. Mit einer Achterbahnfahrt der Gefühle und einem rasanten, tumultartigen Finale sorgt Thorns Geschichte für Schnappatmung beim Leser. Man fühlt, leidet und freut sich mit ihr, man ist, auch aufgrund der gewählten Hauptperspektive, nah an der Protagonistin und kann sich – trotz ihrer mächtigen Schwingen – gut mit ihr identifizieren.

Neben der unzweifelhaft tollen Handlung ist „Rebellin der Nacht“ aber mehr als ein fantastisches Jugendbuch. Es ist ein Ruf nach Toleranz, ein Auflehnen gegen antiquierte, veraltete Herrschaftssysteme, die ausgrenzen und benachteiligen – ein Plädoyer für Gleichbehandlung, Demokratie und Liebe.

Die einzelnen Figuren entwickeln sich dabei kontinuierlich fort. Auch die Nebencharaktere sind dabei plastisch und vielschichtig angelegt, zeigen Stärken und Schwächen. Insbesondere Riley möchte ich hier herausheben, der mich im Laufe des Bandes oft frustriert, schlussendlich aber begeistert hat. Lediglich die Entwicklung von Luciens Vater Kane konnte ich nicht ganz nachvollziehen.

Emilys Schreibstil ist sehr anschaulich, gefühlvoll und kraftvoll – und passt sich gut dem Charakter von Thorn und der Hauptzielgruppe an. Der Alterseinschätzung des Verlages (ab 13 Jahren) kann ich insoweit auch zustimmen. Das Setting ist erneut malerisch. Während die Autorin im Vorgängerband den Leser noch in das wunderschöne London entführte, spielt die Handlung nun größtenteils im zauberhaften Glastonbury, bei Stonehenge und auf der stürmischen Insel „Silver Isle“.

Die Buchgestaltung ist erneut phänomenal. Das Buchcover ist ein einziger Traum, bietet ein tolles Motiv, ist hochwertig geprägt und fügt sich gut in die Reihe ein – mit einem hohen Wiedererkennungswert. Unter dem Schutzumschlag kann das Buch ebenfalls wieder mit kleinen Verzierungen glänzen. Auch Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sehr gut gearbeitet. Lediglich eine Kapitelnummerierung ist hier durcheinandergerutscht, was bei mir kurz Irritationen auslöste, das Lesevergnügen aber nicht nachhaltig verringerte.

Mein Fazit? „Rebelin der Nacht“ ist der fulminante und gelungene Abschluss von Emily Bolds „Silberschwingen“-Dilogie. Das Buch – und die ganze Reihe – begeistert durch eine spannende Handlung, tolle Charaktere und ein fabelhaftes Setting. Leseempfehlung für alle ab 13 – nicht nur für Jugendbuchfans.