[Buchgedanken] Karlotta Stahl: „Verbrechen sind mein Job: Eine junge Staatsanwältin ermittelt“

Vor kurzem habe ich „Verbrechen sind mein Job: Eine junge Staatsanwältin ermittelt“ von Karlotta Stahl gelesen. Das Buch ist 2022 bei Eden Books, Edel Verlagsgruppe GmbH erschienen und als Sachbuch einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Karlotta Stahl wird mit gerade mal 25 Jahren zu einer der jüngsten Staatsanwältinnen Deutschlands berufen. Die frisch gebackene Juristin hat zunächst keinen blassen Schimmer, was sie erwarten wird, und dennoch wagt sie den Sprung ins kalte Wasser. Schnell merkt sie, dass sie für diese Arbeit brennt. Ihre Mission: Allen die gerechte Strafe zukommen zu lassen und auch die ausgeklügeltsten Verbrechen aufzuklären!

„Verbechen sind mein Job“ macht es bereits nicht leicht, das Buch einem Genre zuzuordnen. So ist das Buch als True Crime betitelt, was es nicht wirklich ist, und wird bei Handelsportalen unter anderem als Buch der Rechtslehre oder Rechtsmedizin einsortiert – was definitiv falsch ist. Vielmehr versammelt Karlotta Stahl in dem Buch Anekdoten aus ihrem Berufsalltag, lose nach dem Gang eines Strafverahrens geordnet. Diese sind teils amüsant, in jedem Fall aber zumindest niederschwellig informativ, sodass ich das Buch als (erzählendes) Sachbuch eingruppieren würde.

Die einzelnen Anekdoten geben dabei einen interessanten Einblick in die Tätigkeit als Staatsanwalt, wobei die Autorin auch die Schattenseiten, oder besser gesagt die Herausforderungen, des Berufs nicht verschweigt. Dabei richtet sich das Buch vor allem an Leser ohne juristische Vorbildung – was auch das Glossar am Ende des Buches zeigt -, ist durchaus aber auch für vorgeprägte Leser eine amüsante Lektüre, da man sich durchaus in einigen Erzählungen wiederfindet.

Karlotta Stahls Schreibstil ist dabei leicht und flüssig zu lesen, der Autorin gelingt es, trotz des trockenen theoretischen Überbaus nie zu stark dozierend zu werden, sondern immer an der Praxis zu bleiben – mit einem Augenzwinkern, auch bei schwierigen Themen. Als Leser fliegt man so direkt durchs Buch, und es ist viel zu schnell vorbei.

Die Buchgestaltung ist gelungen. Lektorat und Korrektorat haben im Wesentlichen sauber gearbeitet, der Buchsatz ist ordentlich. Der Buchumschlag ist auf dem Cover und Buchrücken leicht geprägt und mit Klappen und einfarbigen Coverinnenseiten versehen, das Titelbild ist dafür eher austauschbar und etwas beliebig.

Mein Fazit? „Verbrechen sind mein Job: Eine junge Staatsanwältin ermittelt“ ist kein True Crime, aber dennoch amüsant und informativ. Für Interessierte am Thema bedenkenlos zu empfehlen, ab einem Lesealter von 16 Jahren.

Starke Frauen im Doppelpack | Leserunden-Buchpost

Auch diese beiden Bücher erreichten mich vor kurzem als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür. Sowohl „Beethovens Geliebte“ von Claudia Romes (atb) als auch „Verbrechen sind mein Job“ von Karlotta Stahl (Eden Books) stellen dabei starke Frauen in den Mittelpunkt, einmal in Form eines historischen Romans über Babette Koch und einmal in Form eines True Crime Buches, in dem eine von Deutschlands jüngsten Staatsanwältinnen Einblicke in Strafverfahren und Justiz gibt.

Mögt Ihr True Crime? Wenn ja: in welcher Form?