[Buchgedanken] Julia Dippel: „Velvet Falls, but the Gods forgot to die“ (Velvet-Dilogie 1)

In den letzten Tagen – auch während der Buchmesse – habe ich „Velvet Falls, but the Gods forgot to die“ von Julia Dippel gelesen. Das Buch ist 2025 bei Loomlight in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH erschienen und als New Adult Romantasy einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Als die Sterne fielen, kehrte die Magie in unsere Welt zurück und mit ihr neue Götter. Seit diesem Tag träumte Velvet von der Aufnahme in einen Hexenzirkel, aber Schicksal und Verrat zwangen ihr einen anderen Weg auf: den einer Dämonenreiterin. Doch dämonische Kräfte sind unberechenbar, und als sie Velvet eines Tages mit Visionen einer brennenden Zukunft fluten, entdeckt sie, dass ein magisches Virus die unsterblichen Götter auszulöschen droht. Um es aufzuhalten, soll sie das Blut der sieben göttlichen Söhne beschaffen. Ein schier unmögliches Unterfangen – würde Velvet nicht zufällig einen der Göttersöhne kennen: Kash, alias Kashmere Sinclair, alias ihr Ex und der Grund für all ihre zerstörten Träume. Ihn um Hilfe zu bitten, reißt nicht nur alte Wunden auf, sondern stürzt Velvet in einen erbitterten Kampf um ihr Herz und die Rettung der Welt.

„Velvet Falls, but the Gods forgot to die“ ist der Auftaktband in die „Velvet“-Dilogie von Julia Dippel für Loomlight, mein erstes Buch der Autorin (also abgesehen von SuB-Werken). Das Buch lässt sich dabei klar als New Adult Romantasy einordnen, aufgrund des Settings könnte man es aber auch als Urban Fantasy kategorisieren. Empfohlen wird der Roman seitens des Verlags für Leser:innen ab 16 Jahren, aufgrund der sehr spicy Szenen sollte das definitiv auch die Untergrenze darstellen.

Die Handlung ist kurzweilig, actionreich, spannend und sehr spicy, auch wenn sich die Anzahl der Sexszenen durchaus genretypisch in Grenzen hält. Dabei verbleiben diese zudem – im Rahmen – geschmackvoll und nicht zu explizit, sodass man an der Alterseinschätzung festhalten kann. Zum Ende hin wird das Buch etwas hektisch, etwas verworren – und endet in einem Cliffhanger, der es leider nicht ermöglicht, das Buch als Standalone zu lesen. Bis dahin ist es jedoch ein absoluter Pageturner, ein wirklich unglaubliches Leseerlebnis, ein Highlight der letzten Zeit.

Denn auch das Setting ist atemberaubend. So entführt Julia Dippel die Leser:innen nach New Orleans und in die Götterstadt Imperion, nimmt sie mit auf eine Reise quer durch die ganze Welt, zum Beispiel nach Hongkong und in die Nähe von Moskau. Schillernde Partys und High Society wechseln sich hier mit hochgerüsteten Kämpfen ab, Magie und Technologie gehen einher und erschaffen eine Welt, die man gern sehen, fühlen und spüren würde und die – trotz aller Fantasie – nicht auf solche Profanitäten wie Pizza-Lieferdienste verzichtet.

Die einzelnen Figuren sind vielschichtig, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive – die immer noch nicht alle aufgedeckt sind. Hierbei überzeugen insbesondere wichtige Nebencharaktere wie Monty, Eddie, Cole und Joanne, während Kash nicht wirklich nachvollziehbar handelt. Julia Dippels Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen, ist insbesondere im ersten Teil auch sehr humorvoll und zieht die Leser:innen in die Handlung.

Die Buchgestaltung ist traumhaft. Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, der Buchsatz ist wunderschön und setzt nicht nur Chatnachrichten innovativ, sondern überzeugt vor allem durch hübsche Kapitelanfänge. Der Umschlag ist mit Goldfolie veredelt und mit Klappen versehen, das unter dem Umschlag befindliche Buch wunderschön und mit farbigen Coverinnenseiten ausgestattet. Dabei kann das Cover des unter dem Umschlag befindlichen Buches fast noch mehr brillieren als das auch hübsche, eigentliche Cover, das vor allem durch die Farbgestaltung punktet.

Mein Fazit? „Velvet Falls, but the Gods forgot to die“ ist ein wundervoller Auftakt in die Reihe mit tollem Setting, atemberaubender Spannung, knisternder Erotik und nur minimalen Schwächen, die den Lesegenuss nicht im Ansatz schmälern. Für Leser:innen des Genres ab dem vorgeschlagenen Alter von 16+ bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Andreas Suchanek: „Das vergessene Museum: Der Siegelwahrer von London“ (Das vergessene Museum 1)

Bevor ich mit den Messeberichten fortsetze, möchte ich Euch heute erst einmal das Buch vorstellen, das ich während der Messe beendet habe. „Das vergessene Museum: Der Siegelwahrer von London“ ist der neue Roman von Andreas Suchanek. Das Buch ist 2025 in der dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG erschienen und als Urban Fantasy einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Liam hat es nicht leicht. Aufgewachsen in eher ärmlichen Verhältnissen, hält er sich in London als Fahrradkurier über Wasser. Als er ein Paket zu einem Privatmuseum liefert, wird er dort Zeuge eines Überfalls. Er kann nichts mehr für den sterbenden Kurator tun, doch dieser überträgt ihm ein Symbol aus schwarzer Tinte auf seine Haut – und macht ihn somit zum neuen Siegelwahrer des Museums. Liam wird in die Welt eines international agierenden Museumsnetzwerks katapultiert, welches magische Artefakte sicher verwahrt – denn mit diesen lassen sich gefährliche Kräfte kanalisieren. Doch die Museen werden von einem gefährlichen Gegner bedroht und schnell wird klar: Liams eigene Vergangenheit ist eng mit den Geschehnissen verknüpft.

„Das vergessene Museum: Der Siegelwahrer von London“ ist der Auftaktband der neuen Urban-Fantasy-Reihe von Andreas Suchanek und mein erstes Buch des Autors. Vom Verlag wird es für Fans von Ben Aaronovitch beworben, was sicherlich noch zu große Fußstapfen sind – aber wer weiß: kleinere Parallelen sind zumindest da. Das Buch ist dabei als klassische Urban Fantasy einzuordnen, zeigt darüber hinaus aber auch kleinere Elemente eines Detektivromans – und ist aufgrund der Zeitsprünge und Artefakte zuweilen sogar ganz leicht historisch angehaucht.

Die Handlung ist spannend und abwechslungsreich und wartet durchaus mit der ein oder anderen unerwarteten Wendung auf. Dabei gelingt es dem Autor, insbesondere zu Beginn den Leser direkt in die Handlung zu ziehen, nicht zuletzt durch die humorvollen Szenen. Leider endet der Roman mit einem relativ starken Cliffhanger, der es fast nicht ermöglicht, das Buch als Standalone zu lesen und auch das Magiekonzept überzeugt noch nicht völlig- hier können aber die nächsten Bände noch nachliefern.

Denn das Setting ist sonst wirklich brillant. So entführt der Autor die Leser:innen nach London, Berlin und Paris, erschafft gut getarnte Museen und nimmt den Leser durch die Artefakte auch mit auf eine Reise durch Kunst, Mythologie und Wissenschaft – hier hätte ich mir fast noch mehr Nerdwissen gewünscht. Dabei klingen am Rande durchaus auch mal gesellschaftlich relevante Themen und Probleme an – der Fokus liegt aber klar auf der phantastischen Quest der Held:innen.

Die Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen insbesondere wichtige Nebencharaktere wie Shakespeare, Ava und Harry, während Liam nicht immer nachvollziehbar handelt und Julia noch zu geheimnisvoll verbleibt. Andreas Suchaneks Schreibstil ist humorvoll und lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung ist ebenfalls gelungen. Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, der Buchsatz ist ordentlich, die Kapitelüberschriften nur milde spoilernd. Der Buchumschlag ist auf Cover, Coverrückseite und Buchrücken leicht geprägt und mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen. Das Covermotiv ist genretypisch und kein klassischer Eyecatcher, die Farbgebung des Buches insgesamt jedoch sehr gelungen und ansehnlich. Schön ist zudem, dass auch Coverrückseite und Buchrücken mit kleinen Details aufwarten, die Anspielungen auf die Handlung enthalten.

Mein Fazit? „Das vergessene Museum: Der Siegelwahrer von London“ ist ein Auftaktband, der Lust auf mehr macht und die Leser:innen in eine wirklich tolle Welt entführt, leider jedoch mit einem Cliffhanger endet. Für Leser:innen des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen, ab einem Lesealter von etwa 14 Jahren.

Auftaktbände im Doppelpack | Messe-Buchpost

Kurz vor der Frankfurter Buchmesse erreichten mich auch diese beiden atemberaubend schönen Bücher. „Witches of Deadly Sins“ von Ava Reed aus dem Penguin Verlag habe ich mir dabei selbst gekauft, während „Velvet Falls, but the Gods forgot to die“ von Julia Dippel (Loomlight in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH) als Rezensionsexemplar im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de zu mir kam – vielen Dank dafür. Beide Bücher sind die jeweiligen Auftaktbände in Urban-Fantasy-Dilogien, die in Amsterdam und New Orleans spielen – zwei wahnsinnig tolle Settings. Ich bin auf beide Bücher schon sehr gespannt und freue mich schon darauf, hoffentlich auch beide Autorinnen auf der diesjährigen FBM zu treffen.

Welche Reihe habt Ihr zuletzt neu begonnen?

Eine Reise durch Europa | Doppelte Buchpost

Bevor ich morgen wieder eine Rezension für Euch habe, möchte ich Euch heute zwei tolle Neuzugänge vorstellen. „Das vergessene Museum: Der Siegelwahrer von London“ von Andreas Suchanek (dtv Verlag) erreichte mich dabei als Rezensionsexemplar im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de, „Liebesrausch“ von Charlotte von Feyerabend (Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG) als Rezensionsexemplar nach Rezensionsangebot durch die Autorin – vielen Dank jeweils dafür. Beide Bücher nehmen die Leser:innen dabei mit auf eine Reise durch die europäischen Hauptstädte, entführt Andreas Suchaneks Urban-Fantasy-Roman die Leser:innen doch – wie der Titel verrät – nach London, während man in „Liebesrausch“ in das wilde Leben im Paris der 30er-Jahre eintaucht. Da ich beide Städte liebe, kann das nur toll werden!

In welche Stadt könnt Ihr – literarisch oder echt – immer wieder reisen?

Schmetterlinge im Doppelpack | Buchpost

Bevor es morgen wohl mit einer Rezension weitergeht, möchte ich Euch heute diese beiden Neuzugänge zeigen, die mich vor kurzem von der Bücherbüchse erreichten. „Red Umbrella Society – Der Kuss des Schmetterlings“ (cbj Kinder- und Jugendbuchverlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH) und „Der Kampf um Tokito – Aufstieg des Schmetterlings“ (Leaf Verlag) entstammen beide der Feder von Caroline Brinkmann – und haben lustigerweise beide das possierliche Wort „Schmetterling“ im Untertitel :). Bei ersterem handelt es sich um den Auftakt in eine Urban-Fantasy-Dilogie, letzteres ist die langerwartete Fortsetzung von „Die Clans von Tokito“. Sehen sie nicht wundervoll aus?

Welche Tiere sind Euch schon in Buchtiteln begegnet?

Der Zauber der Illustration | Lovelybooks-Buchpost

Heute möchte ich Euch zwei Bücher vorstellen, die mich vor kurzem als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de erreicht haben – vielen Dank dafür! „Leos wilde Abenteuer – Dino-Alarm“ von Andreas Völlinger aus dem Südpol Verlag ist hierbei ein von Pascal Nöldner illustriertes Kinderbuch für Erstleser:innen, während „Gumaa 1 – Ihr Ursprung“ eine von Jeehyung Lee (im Zusammenwirken mit Nabetse Zitro) verfasste Graphic Novel aus dem Cross Cult Verlag ist, die für Leser:innen ab 15 Jahren empfohlen wird. Zwei Werke voller Illustrationen, die dennoch kaum unterschiedlicher sein könnten – vom Urban Fantasy Thriller Noir hin zum Erstleser:innen-Abenteuerbuch wird hier fast die komplette Bandbreite illustrierter Bücher abgedeckt. Ich bin schon ganz gespannt darauf, welche Geschichte mich schlussendlich mehr überzeugt.

Mögt Ihr Illustrationen in Büchern?

[Buchgedanken] Viktoria Etzel: „Karma Drama 1. Dämonische Prüfung“ (Karma Drama 1)

Vor kurzem habe ich auch „Karma Drama 1. Dämonische Prüfung“ von Viktoria Etzel gelesen. Der Roman ist 2024 in der Verlag Friedrich Oetinger GmbH erschienen und als phantastisches Jugendbuch einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Livia steht vor einer scheinbar unüberwindbaren Aufgabe: Sie muss unter allen Umständen die Olympiade an ihrer Schule gewinnen. Ihre einzige Chance sieht Livia in einem Deal mit dem mysteriösen Dämon Kasimir. Er soll ihr zum Sieg verhelfen und bekommt dafür im Austausch genug Karma-Punkte, um seine eigene Prüfung an der Dämonen-Academy zu meistern. Schnell bemerken die beiden, dass viel gefährlichere Dämonen als Kasimir ihr Unwesen treiben. Wird es Livia und Kasimir gelingen, den teuflischen Plan zu vereiteln, der die ganze Stadt gefährdet?

„Karma Drama 1. Dämonische Prüfung“ ist der erste Band der phantastischen Buchreihe, die für Leser:innen ab 10 Jahren empfohlen wird und somit an der Grenze zwischen Kinder- und Jugendfantasy anzuordnen ist. Im Hinblick auch auf das leicht höhere Alter der Protagonist:innen (12-13) habe ich das Buch daher als phantastisches Jugendbuch eingeordnet, wobei der Fantasy-Teil hier der Urban Fantasy zuzuordnen ist. Bei dem Roman handelt es sich zudem um mein erstes Buch von Viktoria Etzel, die ich erst vor kurzem auch auf der Frankfurter Buchmesse treffen konnte.

Die Handlung ist durchaus abwechslungsreich und spannend, teils allerdings auch vorhersehbar. Dabei wird die phantastische Handlung mit jugendtypischen (und altersgerechten) Problemen angereichert, beispielhaft Cliquenbildung und Freundschaft, getrennte Elternhäuser, schulische Probleme und eine drohende Entwurzelung aus der gewohnten Umgebung. Zwar ist das Ende sehr offen, dies wäre im Hinblick auf den Reihenauftakt und das Potential für die Folgebände durchaus jedoch noch zu tolerieren. Etwas schade ist es jedoch, dass darüber hinaus noch ein Cliffhanger eingebaut wurde, der unnötig erscheint – man hätte das Buch hier auch etwas früher (oder ggf. später) enden lassen können.

Das Setting ist im Wesentlichen gelungen. So entführt Viktoria Etzel die Leser:innen an einen nicht näher benannte Ort, der das Flair einer mittelgroßen Stadt versprüht, verfügt sie doch immerhin über mehrere Schulen, Stadtviertel und Nahverkehrsangebote. Mangels der genauen Verortung ist die Stadt jedoch auch etwas austauschbar und beliebig. Darüber hinaus ist durchaus einiges an Arbeit in das Magiekonzept geflossen – ich würde mich freuen, wenn dies im nächsten Band noch etwas ausgebaut und ergänzt werden könnte, um hier wirklich ein vollumfänglich rundes Gesamtbild abliefern zu können.

Die einzelnen Figuren sind vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Dabei überzeugen neben den Gargoyles vor allem wichtige Nebenfiguren wie Cora und die Großtante Pearl, während Livia teils noch etwas wankelmütig erscheint und nicht immer nachvollziehbar gehandelt hat. Viktoria Etzels Schreibstil ist zudem altersgerecht, lässt sich leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben ordentlich gearbeitet, die Karmapunktblasen am Rand lockern das Schriftbild etwas auf, auch die Chats sind durchaus innovativ gesetzt – da geht aber sicherlich noch mehr. Leicht irritierend ist jedoch, dass das erste Kapitel später im Text wortgleich nochmal aufgegriffen wird. Das Covermotiv setzt sich auf dem Buchrücken und der Coverrückseite fort, sodass ein tolles Gesamtbild über den, mit farbigen Coverinnenseiten versehenen, Umschlag entsteht. Auch passt das Covermotiv gut zur Handlung, etwas schade ist jedoch, dass bei der Erstellung des Covers auch KI verwendet wurde.

Mein Fazit? „Karma Drama 1. Dämonische Prüfung“ ist ein durchaus gelungener Auftakt in die phantastische Jugendbuchreihe, der mit seiner spannenden Handlung und interessanten Charakteren punkten kann, beim Ende aber auch etwas schwächelt, was jedoch Potential für Folgebände bietet. Für Leser:innen ab 10 Jahren bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Stefanie Schuhen: „Die rastlosen Geister des Salon Nocturne“

Vor kurzem habe ich auch „Die rastlosen Geister des Salon Nocturne“ von Stefanie Schuhen gelesen. Das Buch ist 2023 bei Piper Wundervoll in der Piper Verlag GmbH erschienen und dem Genre Urban Fantasy zuzuordnen. Auch diesen Roman habe ich im Rahmen der Tätigkeit als Lesejuror für den Phantastikpreis SERAPH 2024 gelesen. Die folgende Besprechung spiegelt hierbei lediglich einen individuellen Leseeindruck wider, sodass keine Rückschlüsse auf die Gesamtentscheidung der Jury getroffen werden können – vielen Dank an dieser Stelle für die Bereitstellung des digitalen Leseexemplars.

Die Bäckerin Jackie ist seit vielen Jahren durch einen Zauber an ihr Haus in Paris gefesselt, nur mithilfe der streunenden Katzen kann sie es manchmal verlassen. In dem dazugehörenden Café Salon Nocturne finden Mitglieder der magischen Gemeinschaft Hilfe und Zuflucht, und so hat sich Jackie mit ihrem Schicksal arrangiert. Doch dann wird sie von der Magiebehörde zur Mitarbeit angefordert, denn jemand experimentiert mit gefährlichen Bindungsritualen – mit fatalen Folgen. Ausgerechnet mit Gabriel Rivera soll sie zusammenarbeiten, jenem Mann, dessen Name Jackie schon so lange verfolgt …

„Die rastlosen Geister des Salon Nocturne“ ist der Debütroman von Stefanie Schuhen und als „Bestes Debüt“ für den SERAPH 2024 nominiert. Der Titel ist dabei leicht irreführend, geht es im Roman doch nur am Rande um die rastlosen Geister, sondern vielmehr um einen Fall von Magiemissbrauch. Und so ist auch das Genre nicht leicht zu bestimmen, zeigt der Roman doch Ansätze eines Romantasy-Titels – Folgeromane könnten den Fokus hier in diese Richtung weiter verschieben. Gleichsam liegt jedoch auch ein phantastischer Kriminalroman vor, haben wir doch sogar ein Ermittlerduo aus Jackie und Gabriel (jeweils mit Anhang). Da ich nicht weiß, ob überhaupt Fortsetzungen geplant sind und, wenn ja, in welche Richtung diese gehen, habe ich es vorliegend bei der relativ breiten Kategorisierung als Urban Fantasy belassen.

Die Handlung ist spannend und abwechslungsreich, zugleich aber gerade zu Beginn auch sehr cosy, ist der Handlungsort doch für die Kapitel aus Jackies Sicht mehr oder weniger auf den Salon Nocturne festgelegt. Kleines Manko ist hierbei das – trotz abgeschlossenem Fall – relativ offene Ende, das nach Fortsetzungen schreit. Auch verbleibt die Handlung – die dennoch viel Spaß macht – etwas an der Oberfläche, ist insgesamt relativ komplikationslos, was aber auch verständlich ist, wenn man sich die Mühe ansieht, die hier in die Einführung der magischen Gemeinschaft gesteckt wird.

Das Setting vermag nämlich auf ganzer Linie zu überzeugen. So entführt die Autorin den Leser ins Paris der Jetztzeit und lässt den Charme der Stadt dabei spürbar werden. Aufgepeppt durch eine Prise Magie und einen durchaus überzeugenden Weltenbau bzw. ein gelungenes Magiekonzept, träumt man sich gern an diesen Ort – wenn auch nicht ins Zwischenreich. Gleichsam bleibt aber auch noch genug Potential für etwaige Folgebände, das Konzept weiterzuentwickeln und zu verfeinern.

Auch die einzelnen Figuren können glänzen, sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen neben Jackie auch Nebenfiguren wie Fatou und Roland – und ich würde mich freuen, irgendwann vielleicht auch mehr über Florence zu erfahren. Stefanie Schuhens Schreibstil lässt sich zudem leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anspringen.

Da ich ein digitales Exemplar gelesen habe, lassen sich keine Aussagen zur Ausstattung der Printausgabe sondern lediglich zum Lektorat, Korrektorat und – bedingt – zum Buchsatz treffen. Lektorat und Korrektorat haben größtenteils sauber gearbeitet, die durchgerutschten Kleinigkeiten schmälern das Lesevergnügen nicht. Gleiches gilt für den Buchsatz, der ebenfalls unauffällig ist.

Mein Fazit? „Die rastlosen Geister des Salon Nocturne“ ist ein durchweg gelungenes Debüt, das für Urban Fantasy zwar relativ cosy daherkommt, dennoch mit tollem Setting und spannenden Charakteren brilliert und Raum für Folgebände bietet. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – aus meiner Sicht durchaus schon ab etwa 14 Jahren, und nicht erst ab 16 wie vom Verlag empfohlen.

[Buchgedanken] Anne Pätzold: „A Night of Promises and Blood“ (A Night of … 1)

Heute habe ich gleich zwei Rezensionen für Euch. Den Anfang macht hierbei „A Night of Promises and Blood“ von Anne Pätzold, das ich selbst gekauft und in den letzten Tagen gelesen habe. Das Buch ist 2023 bei LYX in der Bastei Lübbe AG erschienen und dem Genre Romantasy zuzuordnen.

Als Winnie mit ihrer Schwester Sasha nach New York zog, hatte sie nur ein Ziel: ihren Vater zu finden und zu erfahren, warum er vor vierzehn Jahren plötzlich aus ihrem Leben verschwand. Doch den Mut aufzubringen, sich der eigenen Vergangenheit zu stellen, ist leichter gesagt als getan, zumal Winnie mehr denn je das Gefühl hat, ein Auge auf ihre jüngere Schwester haben zu müssen. Diese hat sich nämlich mit Jo angefreundet, einer jungen Frau, die vor Kurzem in die Wohnung nebenan eingezogen ist und die Winnie nicht nur wegen ihrer mysteriösen Ausstrahlung, sondern auch mit der Art, wie sie ihr Herz schneller schlagen lässt, gehörig verwirrt. Dabei ahnt Winnie nicht, dass Jo ein Geheimnis hat. Ein Geheimnis, das so unglaublich wie gefährlich ist – und das Winnie alles nehmen könnte, was ihr lieb ist …

„A Night of Promises and Blood“ ist der Auftakt zur „A Night of …“-Reihe von Anne Pätzold, die auf drei Bände angelegt ist. Dabei ist bereits die Genrezuordnung nicht ganz klar, wird das Buch doch unter anderem als „Paranormal Romance“ oder als Vampirroman angepriesen. Ich persönlich würde es jedoch eher als klassische Romantasy einordnen, die an der Grenze zwischen Young- and New Adult balanciert. So ist Winnie zwar schon 22, generell vermittelt das Buch jedoch eher YA-Vibes, die – gelinde gesagt – einfach großartig sind.

Die Handlung ist spannend, abwechslungsreich – und das Buch daher ein wahrer Pageturner und ein frühes Jahreshighlight. Anne Pätzold gelingt es, komplexe Themen, brodelnde Gefühle, Hochspannung und ein fantastisches Setting zu einem dennoch leichten, fast Wohlfühl-Roman zu vermischen, der cozy Gefühle beim Leser weckt, sodass man die brillanten Charaktere direkt ins Herz schließen muss. Einziges, minimales Manko: der Cliffhanger am Ende – und die große Überraschung, die einen packt und gedanklich nicht mehr loslässt. Glücklicherweise kann ich direkt weiterlesen, mir graut es aber bereits jetzt schon vor der Wartezeit auf Band 3.

Das Setting ist ebenfalls gelungen. So entführt Anne Pätzold den Leser für das Urban-Fantasy-Setting in eine der urbansten Regionen der Erde: New York City – eine pulsierende Stadt voller Leben, Verbrechen und Kunst. Letzteres ist eine weitere, spannende Ebene des Romans – hier hätte ich mir fast noch stärkere Exkurse gewünscht, auch wenn dies sicherlich ein schmaler Grat ist, um das Buch nicht mit Fachwissen und Diskussionen dazu zu überfrachten.

Die einzelnen Figuren sind – wie bereits angedeutet – brillant, sind vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Natürlich überzeugen Winnie und Jo, gerade Winnie ist sehr relatable und unglaublich berührend. Restlos begeistert bin ich jedoch von Sasha und Blair – beide hochspannend, ich hoffe, noch mehr über sie zu erfahren. Und auch Anne Pätzolds Schreibstil glänzt auf ganzer Linie, ist leicht, humorvoll und emotional – und lässt das Kopfkino sofort anspringen.

Die Buchgestaltung ist ebenfalls – im Wesentlichen – gelungen. Zwar sind Lektorat und Korrektorat Kleinigkeiten durchgerutscht, diese schmälern das Lesevergnügen aber kaum. Der Buchsatz ist sehr schön, das Cover ein absoluter Eyecatcher und der Umschlag auf dem Cover und Buchrücken leicht geprägt. Farbige Coverinnenseiten und – vor allem – ein wunderschönes Buch unter dem Umschlag runden das atemberaubende Gesamtergebnis ab.

Mein Fazit? „A Night of Promises and Blood“ ist ein hochspannender Auftakt in eine Reihe, die mit starken Charakteren glänzt und das Potential hat, ein absolutes Jahreshighlight zu werden. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab dem vom Verlag vorgeschlagenen Lesealter von 16 Jahren.

[Buchgedanken] Patricia Schröder: „Jungs müssen draußen bleiben! … und trotzdem zieht das Chaos ein“ (Hannah 1)

Vor kurzem habe ich auch „Jungs müssen draußen bleiben! … und trotzdem zieht das Chaos ein“ von Patricia Schröder gelesen. Das Buch ist 2023 im KARIBU Verlag in der Edel Verlagsgruppe GmbH erschienen und als phantastisches Jugendbuch einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Eigentlich ist die 13-jährige Hannah mit ihrem Leben ganz zufrieden: Mit ihren zwei besten Freundinnen Elif und Sophie wird es in der Schule nie langweilig, und auch ihre kleine Schwester nervt bloß ein bisschen. Wären nur die Jungs in ihrer Klasse nicht so furchtbar doof! Als dann auch noch ein fremder Junge in Hannahs Kleiderschrank auftaucht und behauptet, ihr Zimmer wäre seines, ist es mit ihrer Geduld vorbei. Wie soll Hannah Elias bloß wieder loswerden? Und will sie das überhaupt?

„Jungs müssen draußen bleiben! … und trotzdem zieht das Chaos ein“ ist der Auftakt in eine neue Buchreihe von Patricia Schröder. Dabei lässt sich das Buch gar nicht so leicht kategorisieren, ist es doch eine Mischung aus Liebesroman, Fantasy und Mystery – und das alles an der Grenze vom Kinder- zum Jugendbuch, wird der Roman doch ab 10 Jahren empfohlen. Leider laut Bewerbung auf Verkaufsportalen für „Mädchen ab 10“, eine Einschätzung, die ich ausdrücklich nicht teile, kann er doch genauso gut und mit gleicher Lesefreude von Jungen gelesen werden – schließlich geht das Thema „Erste Liebe“ jeden etwas an :).

Die Handlung ist kurzweilig, spannend und abwechslungsreich – und zumindest in gewissem Maße abgeschlossen, sodass das Buch durchaus als Standalone gelesen werden kann, auch wenn noch genug Fragen und Handlungsstränge offen bleiben, um Lust auf die Fortsetzung zu machen. Dabei werden altersgerechte Themen angesprochen: Erste Liebe, Mobbing, Entwurzelung und Streit zwischen und mit den Eltern – um hier nur einige zu nennen. Diese werden aber zielgruppenorientiert nicht in der Tiefe erörtert, sodass eine leichte Lektüre verbleibt und die Grundstimmung nie zu negativ wird – Feel-Good-Garantie für Leser:innen jedes Alters.

Das Setting vermag bislang jedoch noch nicht komplett zu überzeugen. So entführt die Autorin den Leser mindestens mal nach Hamburg und München, in ein Urban-Fantasy-Setting in der realen Welt. Hierbei wird jedoch der fantastische Part bislang nicht zufriedenstellend erklärt, ein schlüssiges „Magiekonzept“ ist nicht ersichtlich – dies muss und kann sich aber in den nächsten Bänden noch ändern.

Die Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, auch wenn bei einigen Charakteren durchaus noch Entwicklungspotential für die Folgebände besteht. Am stärksten überzeugen können bislang Lilly, Karlchen, Hannah und Sophie, während Hannahs Vater bisweilen nicht nachvollziehbar handelt. Patricia Schröders Schreibstil ist dabei leicht und flüssig zu lesen, altersgerecht und lässt das Kopfkino sofort anspringen.

Die Buchgestaltung kann ebenfalls glänzen. Lektorat und Korrektorat haben größtenteils sauber gearbeitet, der Buchsatz ist gelungen und verdient sich auch ein Lob dafür, jedes Kapitel auf einer ungeraden Seite zu beginnen. Der Buchdeckel ist auf dem Cover, der Coverrückseite und dem Buchrücken leicht geprägt und mit farbigen, allerdings eintönigen Coverinnenseiten versehen, das Covermotiv ist sehr kleinteilig, greift die Handlung aber gut auf und illustriert diese. Abzuwarten bleibt, ob die Folgebände hier für einen einheitlichen Gesamteindruck der Reihe sorgen können.

Mein Fazit? „Jungs müssen draußen bleiben! … und trotzdem zieht das Chaos ein“ ist ein kurzweiliges, phantastisches Jugendbuch mit spannender Handlung, aber noch Nachholbedarf beim Magiekonzept. Für Leser ab dem vom Verlag vorgeschlagenen Lesealter von 10 Jahren bedenkenlos zu empfehlen.