(FBM15) – Glückwunsch an die Gewinner

Einige von euch werden sich jetzt fragen: „Noch ein Post zur Frankfurter Messe? Reicht es nicht so langsam? Die Messe ist doch schon seit mehr als 2 Tagen vorbei!“

Ihr habt recht – und soweit ich es überblicken kann, ist das auch der letzte geplante Post (auch wenn ich natürlich nicht ausschließen kann, dass mir im Nachklapp noch weitere Sachen einfallen, die ich euch nicht vorenthalten möchte).

Worum es in diesem Post geht? Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse (und bezüglich des Phantastikpreises im Rahmen des Buchmesse Conventes) wurden einige Literaturpreise verliehen – und ich möchte zumindest einige der Gewinner nennen und habe mich dabei auf für mich relevante Kategorien beschränkt.

papasseele
„Papas Seele hat Schnupfen“ (c) Claudia Gliemann, Nadia Faichney – Monterosa Verlag

Zuerst: „The Beauty and the Book Award“ 2015: Entgegen meiner Hoffnung ging dieser Preis nicht an Diana Gabaldon mit dem Buch „Outlander:Feuer und Stein“, sondern an das süße Kinderbuch „Papas Seele hat Schnupfen“ von Claudia Gliemann, erschienen im Monterosa Verlag. Illustriert wurde das Buch von Nadia Faichney.

universum
(c) David Levithan „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ – Fischer FJB

Kommen wir zum „Deutschen Jugendliteraturpreis“ 2015 – hier möchte ich die Kategorien „Jugendbuch“ und „Preis der Jugendjury“ herausnehmen. Ersterer ging an „Schneeriese“ von Susan Kreller (Carlsen Verlag), letzterer an den Verleger und Bestsellerautor David Levithan (unter anderem bekannt durch: „Will & Will“, in Kooperation mit John Green; und „Nick &Norahs infinite playlist“, in Kooperation mit Rachel Cohn) für sein neuestes Buch: „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ (Fischer FJB).

phoenix
(c) Ann-Kathrin Karschnick: „Phoenix – Erbe des Feuers“ – papierverzierer Verlag

Abschließend zum „Deutschen Phantastik-Preis“ 2015. In der Kategorie bester deutschsprachiger Roman gewann Bernd Perplies mit „Imperium der Drachen – Das Blut des schwarzen Löwen“ (INK), gefolgt von der Vorjahressiegerin Ann-Kathrin Karschnick mit „Phoenix – Erbe des Feuers“ (Papierverzierer). Den Preis für den besten internationalen Roman konnte sich Neil Gaiman sichern, meine Favoriten Trudi Canavan und Ben Aaronovitch landeten mit ihren neuestern Werken leider nur auf Platz 3 und 4. Als beste Original-Anthologie wurde die „Steampunk Akte Deutschland“ vom Art Skript Phantastik Verlag gekürt.

Damit beende ich auch mal die enorme Informationsflut und gratuliere allen Siegern (auch den hier nicht erwähnten) nochmals ganz herzlich.

Liebe Grüße
Erik

[(K)eine Rezension?] Ein ganzer Tag mit Margo Roth Spiegelman…

Es ist passiert (schon wieder)! Ich habe mich verliebt. In niemand geringeren als „Margo Roth Spiegelman“. Doch der Reihe nach…

Wenn das Literaturhaus Wien schreibt, „John Green erschafft mit seinen Worten Personen, die man heiraten will, Welten, von denen man ein Teil sein will, und Geschichten, die man erleben will“, hätte ich das nicht treffender formulieren können – und trotzdem greift es zu kurz. Mit seinen Romanen spiegelt John Green das Lebensgefühl einer ganzen Generation wieder, inspiriert abermillionen von Lesern (und neuerdings Kinogängern). Seine Personen sind dabei so lebendig, verletzlich, farbenfroh und authentisch, dass ein jeder sich mit ihnen identifizieren kann (oder sich – wie in meinem Fall – Hals über Kopf in sie verliebt). Während früher die Fans kreischend auf Hermine Granger und Harry Potter warteten, lösen heutzutage Hazel Grace, Alaska Young und Margo Roth Spiegelman regelrechte Begeisterungsstürme aus. Dabei sind seine Bücher jedoch von solch einer bestechenden sprachlichen Qualität, dass bereits nach seinem Debütroman Vergleiche mit Philip Roth und John Updike laut wurden.

margo
(Quelle: http://www.dtv.de/_cover/640/margos_spuren-9783423624992.jpg)

Die selbstbewusste, lebensbejahende Hazel Grace aus „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ habe ich (nur) im Kino erlebt, die unnahbare, sprunghafte, bildhübsche Alaska Young sprang mir von den Seiten des Buches „Eine wie Alaska“ entgegen und heute, ja heute habe ich einen ganzen Tag mit der geheimnisvollen Margo Roth Spiegelman verbracht.

Zuerst habe ich das Buch „Margos Spuren“ gelesen – wie nicht anders zu erwarten ein (wie alle seine Bücher hochdekoriertes) Meisterwerk der Jugendliteratur. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, habe die Geschichte und den Einfallsreichtum geliebt, mit den Figuren gelitten, gelacht, getrauert. Mit jedem Satz von Margo wurde sie lebendiger, echter. Ich konnte nicht anders. Wie die Hauptfigur Quentin, wie Millionen anderer Leser, schloss ich Margo ins Herz. „Ich bin eine große Verfechterin der spontanen Groß- und Kleinschreibung. Die gängigen Regeln der Groß- und Kleinschreibung sind unfair den kleinen Worten gegenüber.“ Wie könnte ich sie nicht mögen, meine kleine Rebellin :).

Mit gemischten Gefühlen ging ich danach ins Kino, um mir die Hollywoodverfilmung des Filmes anzusehen. Zwar war den Machern von „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ ein Film gelungen, den sowohl Kritiker als auch Green-Fans lauthals bejubelten – bei Margos Spuren sollte das allerdings anders sein. Nach etwa zwei Stunden verließ ich den Kinofilm mit dem gleichen Gefühl. Der Film war solide, wich jedoch in einigen Punkten sehr vom Buch ab. Gerettet wurde er jedoch von starken schauspielerischen Leistungen – insbesondere einem fantastischen Leinwanddebüt von Cara Delevingne – die Margos geheimnisvolle Art vorlagengetreu umsetzen konnte. Auch Nat Wolff in der männlichen Hauptrolle spielte gut, sodass der Film für Leute, die das Buch nicht gelesen hatten, sicherlich noch besser war, als für mich. Dennoch bereue ich es nicht – und „Margos Spuren“ wird in mein DVD-Regal wandern. Aber an die Klasse des Romans, an die Macht von John Greens Worten, kommt er nicht heran.