Heute habe ich erneut zwei Neuzugänge für Euch, die mich vor kurzem als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de erreichten – vielen Dank dafür. „Mainblüte“ von Lou Sandberg ist der zweite, im Selfpublishing veröffentlichte Kriminalroman um die Ermittler Sebastian Buck und Maike Lange, während „Mumien morden mittwochs nie“ von Tatjana Kruse eine Krimödie für Haymon Krimi (Haymon Verlag Ges.m.b.H.) ist. Ich bin schon gespannt darauf, ob mich der humoristische Ansatz oder der durchaus mit ernsten Themen behaftete Ermittler:innen-Roman mehr überzeugt. So oder so ist in jedem Fall Hochspannung garantiert!
In der letzten Zeit habe ich auch „Neugeburt 2.0 – Cyberdorf“ von Bernd Hünermann gelesen. Das Buch ist 2024 im Selfpublishing veröffentlicht worden und als dystopischer Thriller einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Autor für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.
2033. Der Dritte Weltkrieg wird im Cyberspace ausgetragen. Durch Entdigitalisierung ist der Gegner wehrlos. Unter der Führung des narzisstischen Psychopathen Gabriel greift ein internationales Industriekonsortium in den Krieg der politischen Mächte ein. In Deutschland formiert sich Widerstand gegen Gabriel und sein Kartell. Im Kraken, einem unterirdischen Cyberabwehrzentrum, kämpft Gerald von Greifen mit weiteren IT-Wissenschaftlern um nichts Geringeres als die Freiheit. Zur Tarnung betreiben sie auf dem Gelände ein Permakulturprojekt. Sie müssen sich nicht nur gegen den äußeren Feind behaupten, sondern auch gegen Spione in den eigenen Reihen. Am Schluss muss sich entscheiden, ob Gabriel den Krieg gewinnt und die politische Herrschaft über alle Nationen übernimmt.
„Neugeburt 2.0 – Cyberdorf“ ist der erste Band der sechsteiligen, im Selfpublishing erscheinenden Reihe Neugeburt 2.0 von Bernd Hünermann – einem Professor der Nuklearmedizin. Dabei lässt sich das Buch schwerlich einem Genre zuordnet, denn aufgrund der Datierung der Handlung spielt es nah an der Jetztzeit, beinhaltet aber durchaus auch dystopische Elemente und hat Anklänge zur Science Fiction. Vom Autor als Thriller kategorisiert, habe ich mich daher schlussendlich für die Einordnung als dystopischen Thriller entschieden, aber auch andere Unterarten des Genres wie Politthriller oder Spionagethriller wären sicherlich vertretbar.
Der Gesamthandlung der Reihe liegt dabei die Überzeugung des Autors als Prämisse zugrunde, dass die menschliche Intelligenz genetisch nicht in der Lage ist, sich auf Dauer der Herrschaft einer künstlichen Intelligenz zu widersetzen – ein hoch problematischer Ansatz, der nicht nur philosophische Grundsatzfragen aufwirft. In diesem Band wird jedoch erstmal ein vorgelagerter dritter Weltkrieg im Cyberspace thematisiert, der durchaus spannend, aber auch sehr fragmentarisch, mit großen Zeitsprüngen, vielen Handlungsorten und handelnden Charakteren beschrieben wird.
Dabei kann das Setting in Teilen durchaus glänzen. So nimmt der Autor die Leser:innen nicht nur mit in ein als Permakulturprojekt getarntes, unterirdisches Cyberdorf sondern auch in diverse Schaltstellen der Macht, insgesamt hätte durchaus aber auch noch mehr beschrieben werden können – hier wurde sich oftmals aufs nötigste beschränkt. Eine Konzentrierung auf weniger Handlungsorte hätte hier sicher für eine stringentere Erzählung mit weniger Lücken sorgen und so auch die politischen Entwicklungen besser abbilden können.
Gleiches gilt auch für die für die Kürze des Buches unglaubliche Anzahl an handelnden Figuren, die dadurch größtenteils sehr schematisch angelegt sind und bei denen kaum Raum für Emotionen verbleibt, was die Identifikation mit und die Bindung zu den Figuren für die Leser:innen erschwert. Durch eine konsequente Weiterentwicklung der Charaktere in den nächsten Bänden kann dies aber noch gerettet werden. Bernd Hünermanns Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anspringen, kommt aber ebenfalls ohne größere Emotionen aus.
Die Buchgestaltung ist noch solide. Lektorat und Korrektorat sind durchaus einige Sachen durchgerutscht, der Buchsatz ist ordentlich, aufgrund der unglaublich kurzen Kapitel finden sich jedoch durchaus viele Leerstellen, was das ohnehin kurze Buch noch weiter verkürzt. Das Covermotiv ist unauffällig und ohne großen Bezug zur Handlung, der Buchumschlag generell sehr eintönig und schlicht.
Mein Fazit? „Neugeburt 2.0 – Cyberdorf“ ist ein dystopisch angehauchter Thriller, der mit einer tollen Idee und durchaus mit Spannung punktet, dabei aber unglaublich fragmentarisch ist, kaum Bindung zu den Protagonist:innen zulässt und daher nicht als Standalone lesbar ist. Für Leser:innen, die der Reihe insgesamt eine Chance geben wollen, noch zu empfehlen – ab einem Lesealter von 16 Jahren.
Bevor ich in den nächsten Tagen wieder einige Rezensionen für Euch habe, möchte ich Euch heute noch zwei Neuzugänge präsentieren, die mich in den letzten Tagen über Lovelybooks.de erreicht haben. „Aus Angst“ von Jörg Kirchner kam dabei als Gewinn einer Buchverlosung zu mir, „Cyberdorf“, der erste Band der Reihe „Neugeburt 2.0.“, von Bernd Hünermann als Rezensionsexemplar im Rahmen einer Leserunde – vielen Dank dafür! Beide Werke sind dabei im Selfpublishing erschienen und thematisieren hochaktuelle Entwicklungen, handeln sie doch von Wirtschaftskriminalität und als Near-Future Science Fiction von KI und einem dritten Weltkrieg im Cyberspace. Ich bin auf beide Bücher schon sehr gespannt und freue mich darauf, unbekannte, neue literarische Stimmen für mich zu entdecken.
Lest Ihr öfters Romane, die im Selfpublishing veröffentlicht worden sind?
In den letzten Tagen habe ich auch „Golden State of Mind“ von Sophie Mauve gelesen. Das Buch ist 2023 im Selfpublishing über epubli veröffentlicht worden und als New Adult Romance einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an die Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.
Sie war auf der Schauspielschule in Los Angeles. Demi weiß, was sie kann. Doch das Glück, auf der großen Leinwand zu strahlen, scheint ihr nicht vergönnt zu sein. Stattdessen verkauft sie im Kino am Hollywood Boulevard nur überteuertes Popcorn. Weil der, ihrer Meinung nach, heißeste Schauspieler aller Zeiten eine neue Hauptrolle übernimmt, bewirbt Demi sich für diesen Film als Komparsin. Sie bekommt den Job. Das heißt, sie darf ihrem Nick näher kommen, als sie je zu träumen gehofft hatte. Doch die Nähe zwischen den beiden entfesselt ein Verhalten in ihr, welches eigentlich hinter Gitter gehört. Hinter Gittern? Ja, da wäre sie nun gern … hinter all den Gittern der eisernen Tore, die die Villen der Hollywood Hills vor Eindringlingen schützen sollen. Für Demi sind sie kein Hindernis. Doch besser wäre, sie würden eins darstellen …
„Golden State of Mind“ ist mein erster Roman von Sophie Mauve, dem Pseudonym einer deutschen Texterin für ihre Fantasy, Romance und Young Adult Bücher. Dabei ist dieses Werk, das im Titel sicherlich an den berühmten Song „New York State of Mind“ erinnern möchte, nicht so einfach zu kategorisieren, wird es doch von der Autorin selbst durchaus als Dark Romance beworben – und auch die Triggerwarnung geht in die Richtung. Doch trotz der dysfunktionalen, kaputten Charaktere reicht es mir dafür nicht ganz, sodass ich es sinnigerweise als New Adult Romance kategorisiert habe – so fühlt es sich zumindest an, auch wenn der Übergang sicherlich fließend ist.
Die Handlung ist durchaus abwechslungsreich, in Teilen jedoch auch vorhersehbar. Dabei wird diese größtenteils aus der Ich-Perspektive von Demi erzählt, allerdings stoßen irritierenderweise relativ spät im Buch ohne große Ankündigung weitere Erzählperspektiven (auch ein zusätzlicher Ich-Erzähler) hinzu – darauf hätte man gut und gern auch verzichten können, ohne den Handlungsbogen zu beeinträchtigen. Sonst ist die Handlung wie angekündigt dennoch etwas dunkel, sehr erratisch, mit dysfunktionalen Beziehungen auf allen Ebenen – einzig und allein die Freundschaft zwischen Demi und Kalisha ist noch halbwegs normal.
Das Setting kann hingegen auf ganzer Linie brillieren. So entführt uns die Autorin nicht nur nach Los Angeles in die Stadt der Engel, sondern auch an diverse Filmsets, in Castingprozesse und mitten hinein in die Schattenseiten der Filmwelt. Dabei klingt der fiktive „Orion Nebula“ nach einem Film, den ich gern im Kino gesehen hätte – Space Opera vom feinsten, wie eine Mischung aus Firefly und Robin Hood. Unterstützt wird das tolle Setting durch eine wundervolle Playlist, die dem Roman vorangestellt wurde und Songs u.a. von Taylor Swift und Zendaya enthält – was will man mehr?
Die einzelnen Figuren hingegen sind relativ schwierig zu fassen, da sie so kaputt sind – und daher teils doch eher eindimensional. Insbesondere Demi handelt hier obsessiv und wenig nachvollziehbar und auch Nick ist unglaublich wankelmütig, am ehesten können daher noch River und Kalisha überzeugen. Sophie Mauves Schreibstil ist zudem leicht und flüssig zu lesen und lässt – bei dem Thema auch nicht schwer – das Kopfkino sofort anlaufen.
Die Buchgestaltung ist durchwachsen. Lektorat/Korrektorat ist durchaus einiges durchgerutscht, was den Lesefluss leicht schmälert, der Buchsatz ist hingegen solide und beginnt – ein Lob dafür – jede Sequenz auf einer ungeraden Buchseite. Das Covermotiv zieht sich gut über Buchrücken und Coverrückseite, sorgt so für ein einheitliches Gesamtbild und ist durchaus ansprechend, auch zusammen mit der Typographie – die Coverrückseite wirkt jedoch etwas überladen.
Mein Fazit? „Golden State of Mind“ ist New Adult Romance, die vor allem mit dem tollen Setting punktet, deren Protagonist:innen aber nicht wirklich überzeugen. Für Leser:innen, die der fließende Übergang zu Dark Romance nicht stört, dennoch zu empfehlen – ab einem Lesealter von 16 Jahren.
In den letzten Tagen erreichten mich auch diese beiden Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür! „Um jeden Preis“ ist dabei der neue Roman der Bestsellerautorin Hera Lind (Knaur Verlag, Verlagsgruppe Droemer Knaur Gmbh & Co. KG) über ein berührendes Familienschicksal nach einer wahren Begebenheit, während „Golden State of Mind“ von Sophie Mauve (Selfpublishing) die Leser:innen mit in die schillernde Filmwelt nimmt und eine atypische Hollywood-Lovestory erzählt. Ich bin auf beide Geschichten bereits unglaublich gesepannt!
Vor kurzem habe ich auch „Highland Crime – Der tote Golfer“ von Charlotte McGregor, einem Pseudonym der Autorin Carin Müller, gelesen. Der Roman ist 2024 im Selfpublishing veröffentlicht worden und dem Genre Cosy Crime zuzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an die Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.
Der amerikanische Großinvestor Ronald Trumpleton weiß, was er will: Aus dem beschaulichen Highland-Dörfchen Kirkby soll ein luxuriöses Golf-Resort für die Schönen und Reichen dieser Welt entstehen. Die Einheimischen stören dabei nur. Ganz Kirkby geht auf die Barrikaden und schmiedet Ideen, wie dieses Schicksal abzuwenden ist. Nicht alle davon sind friedlich. Dann finden Fanny König und ihr Dackel Rudi eines Morgens die Leiche des Investors im Wald. Ein Alibi für den Tatzeitraum hat sie keines, genauso wenig wie die meisten anderen Dorfbewohner. Wer hat den Eindringling auf dem Gewissen? Fanny, Rudi und ihr Nachbar George King entwickeln ganz eigene Theorien …
„Highland Crime – Der tote Golfer“ ist mein erster Roman aus dem Kirkby-Universum, das Carin Müller unter dem Pseudonym Charlotte McGregor mit mindestens elf Romanen, Kurzromanen und Kurzgeschichten gefüllt hat – darunter nunmehr auch zwei Bänden der „Highland Crime“-Reihe, in der Fanny König, George King und Rudi, Fannys Dackel, zusammen Verbrechen aufklären. „Der tote Golfer“ ist dabei der zweite Band dieser Reihe und als Standalone lesbar, obwohl ein vertieftes Eintauchen in die Dorfgemeinschaft idealerweise die Kenntnis vieler weiterer Kirkby-Romane voraussetzt. Das Buch wird dabei als Cosy Crime beworben, ließe sich aber aufgrund des mittlerweile dank diverser Romane mit Leben eingehauchten Ortes Kirkby fast sogar als Regionalkrimi bezeichnen, lebt er doch durch die Eigenarten und Beziehungen der Bewohner untereinander – ganz viel (fiktiver) Lokalkolorit inklusive.
Denn die Handlung ist durchaus abwechslungsreich und spannend – fast zu spannungsgeladen am Ende für einen Roman des Genres Cosy Crime. Sonst werden Genrekonventionen durch das doch sehr ungewöhnliche Ermittler:innen-Duo aber eingehalten – die Chemie zwischen Fanny, George und Rudi (dem heimlichen Leserliebling) ist sicherlich einer der Pluspunkte des Romans. Kleinere Längen zu Beginn, leicht spoilernde Kapitelüberschriften und teils auch vorhersehbare Handlungsteile sowie ein kleiner Cliffhanger am Ende trüben das grundsätzlich positive Bild hier kaum.
Auch das Setting vermag größtenteils zu überzeugen. So entführt die Autorin ihre Leser:innen nach Kirkby in die schottischen Highlands, ein fiktives Örtchen voller Tradition – Pubs, Reitställe, Clanstrukturen und eine eingeschworene Dorfgemeinschaft inklusive. Dabei mischt Charlotte McGregor dramatische Themen wie organisierte Kriminalität und eine doch sehr scherenschnittartige und wenig verdeckte Parodie der Trump-Familie in die Geschichte ein – gerade letzteres lenkt jetzt doch eher von der Handlung ab, die Befriedigung von Rachegelüsten aufgrund aktuell weltpolitischer Entwicklungen ist doch eher kein Handlungstreiber für Cosy Crime.
Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Insbesondere merkt man, dass die einzelnen Charaktere hier teils schon unzählige Bücher lang ausgearbeitet worden sind, sodass sie all ihre eigenen Marotten haben. Am stärksten überzeugen hier Robin, Charly, Adley und PC Cook, während insbesondere die Trumpleton-Familie wie oben angegeben sehr überzeichnet ist. Charlotte McGregors Schreibstil lässt sich dahingegen leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen, ist durchaus humorvoll und bildet die Liebe zu Schottland ab.
Die Buchgestaltung ist ordentlich. Lektorat und Korrektorat sind zwar Kleinigkeiten durchgerutscht, die das Lesevergnügen aber kaum schmälern, der Buchsatz ist solide. Das Motiv auf Cover und Coverrückseite ist etwas beliebig und wird zum Buchrücken hin unterbrochen, der Buchrücken, der auch die Motive einrahmt, sendet jedoch starke Schottland-Vibes. Auch wird das austauschbare Covermotiv durch eine Abbildung von Rudi aufgepeppt, die immerhin doch noch eine Bindung zur Geschichte aufbaut. Abgerundet wird die Handlung durch eine ausführliche Figurenübersicht am Ende des Buches.
Mein Fazit? „Highland Crime – Der tote Golfer“ ist ein spannender und abwechslungsreicher Wohlfühlkrimi, der mit einem tollen Setting und interessanten Charakteren punktet, dabei aber auch kleinere Schwächen aufweist und unnötige Parallelen zur realen Welt zieht. Für Leser:innen des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von etwa 14 Jahren.
Vor kurzem erreichten mich auch diese beiden Bücher als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür! „Highland Crime – Der tote Golfer“ von Charlotte McGregor (Selfpublishing, Pseudonym von Carin Müller) ist dabei der zweite Band der Reihe an Kriminalromanen um Fanny König, ihren Dackel Rudi und den Nachbar George King – und entführt die Leser:innen in das aus anderen Büchern von Charlotte bekannte, schottische Örtchen Kirkby. „Wie ich Thomas Gottschalk rumkriegte“ von Gaby Thieme (Paperento Verlag, Edition Wannenbuch) ist hingegen eine Sammlung biografischer Anekdoten aus dem aufregenden Leben der bekannten Journalistin. Cosy Crime und ein Porträt der (ost-)deutschen Geschichte – das klingt nach sehr abwechslungsreichen Lesestunden. Ich bin schon gespannt!
Bevor es ab Morgen wieder mit einigen Buchbesprechungen weitergeht, habe ich heute noch einmal zwei Rezensionsexemplare für Euch, die mich jeweils nach Rezensionsangeboten seitens der Autoren erreichten – vielen Dank dafür! „Exzess & Vernunft“ von Julian Niedermeier (Selfpublishing, Books on Demand) ist hierbei ein dystopischer Science-Fiction-Roman, während sich „Der Fall der Fantasie“ von Markus Grundtner (edition keiper) als Justizroman mit fantastischem Twist präsentiert – insbesondere auf das Rollenspielelement bin ich hier schon ganz gespannt!
Lest Ihr gern Romane, die Realität und Fantasie miteinander vermischen?
Vor kurzem habe ich auch „Liebe M. – Du bringst mein Herz zum Überlaufen“ von Heike Abidi gelesen. Der Roman ist 2024 im Selfpublishing veröffentlicht worden, eine frühere Version erschien unter gleichem Titel und dem Pseudonym „Anna Paulsen“ 2018 im Penguin Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH. Das Buch ist als Liebesroman einzuordnen, vielen Dank an dieser Stelle auch an die Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.
Während andere den Freitag herbeisehnen, freut sich Matilda auf Montag, denn nichts liebt sie mehr als ihren Job im Amt für nicht zustellbare Post, wo sie für die Buchstaben K bis M zuständig ist. Doch dann kommt der Tag, an dem Matilda ein nie überbrachter Liebesbrief so sehr berührt, dass sie beschließt, ihre gewohnten Pfade zu verlassen und den Empfänger ausfindig zu machen – ganz gleich, wie schwierig es wird. Sie stößt auf eine schmerzliche Liebesgeschichte, die bereits viele Jahrzehnte zurückliegt. Doch für ein Happy End ist es schließlich nie zu spät, oder?
„Liebe M. – Du bringst mein Herz zum Überlaufen“ ist – wie oben dargestellt – die Neuauflage des bereits 2018 erschienenen, gleichnamigen Titels, der 2019 für den DELIA-Literaturpreis nominiert worden ist. Dabei fällt die Genreeinordnung als Liebesroman zwar leicht, gleichsam ist das Buch aber auch – mehr oder weniger – Schicksalsroman und Entwicklungsroman – und in der zweiten Hälfte durchaus teils auch Briefroman, kommuniziert doch ein Protagonist nahezu ausschließlich in Briefform.
Die Handlung ist dabei durchaus interessant, teils aber vorhersehbar, immer jedoch sehr cosy, sehr bedacht, eine Feel-Good-Atmosphäre zu schaffen – so wird das Buch ein idealer Begleiter für einen verregneten Tag mit einer dampfenden Tasse Kaffee (oder in Matildas Sinne: Tee). Themen wie verbotene Liebe, Altersdemenz und Vorurteilsdenken werden dabei durch die Protagonisten angerissen, aber nicht allzu vertieft aufgearbeitet, um die heimelige Stimmung, die den Roman durchzieht, nicht zu gefährden. Brillieren können hingegen einige der Briefe, insbesondere Cornelius‘ 100 Wahrheiten sind eine der absoluten Sternstunden des Romans. Auch das teils offene Ende vermag – wenn es auch etwas plötzlich kommt – durchaus zu glänzen.
Das Setting kann ebenfalls überzeugen. So entführt die Autorin die Leser:innen nach Karlskirchen, in eine mittelgroße (sonst hätte sie keinen Oberbürgermeister), aber doch verschlafene Stadt und nimmt sie mit auf Reisen, unter anderem nach Berlin und an die Ostsee. Dabei entdeckt man als Leser:in diese Orte zusammen mit den Protagonist:innen, das Meer mit Elvira zusammen kennenzulernen ist hierbei eine der am stärksten berührenden Passagen des Buches. Auch vermag es Heike Abidi, den grauen Büroalltag innerhalb der Behörde durchaus humorvoll darzustellen und den Leser:innen so das ein oder andere Lächeln zu entlocken.
Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Dabei überzeugen insbesondere Elvira, Kirsten und Cornelius, während Matilda so weltfremd erscheint, dass sie anfangs schwer greifbar ist, und auch später wenig nachvollziehbar handelt und – irritierenderweise – höchst illegal. Heike Abidis Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.
Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, die den Lesefluss nicht schmälern, der Buchsatz ist ordentlich, hätte aber durchaus die Briefe innovativer setzen können. Das Covermotiv zieht sich über Buchrücken und Coverrückseite und ergibt so ein ganzheitliches Bild über den kompletten Umschlag, ist jedoch etwas eintönig und kein Eyecatcher. Auch hätte man auf die Kapitelüberschriften verzichten können, spoilern diese doch teils die Handlung der Kapitel, die aber – auch das sollte man lobend erwähnen – alle auf ungeraden Buchseiten beginnen.
Mein Fazit? „Liebe M. – Du bringst mein Herz zum Überlaufen“ ist ein Feel-Good-Liebesroman, der mit tollen Briefen und interessanten Charakteren glänzt, teils aber auch etwas vorhersehbar ist und etwas zu stark an der Oberfläche verbleibt. Für Leser:innen des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von etwa 12 Jahren.
Vor kurzem habe ich auch „Vergiftete Erlösung“ von Martin Sollert gelesen. Der Roman ist 2024 im Selfpublishing veröffentlicht worden und als dystopische Science-Fiction einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Autor für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.
Birgt ein rätselhaftes Grab die letzte Hoffnung der Menschheit in sich? Der wegen Verbrechen gegen den Staat Amazonica verurteilte Geheimdienstmitarbeiter Dan verbüßt seine Strafe in einem Arbeitslager an der Nordseeküste. Wegen der unmenschlichen Haftbedingungen versucht er zu fliehen. Dabei erlebt er den Absturz der Zivilisation in die finale Katastrophe. Eng mit Dans Leben ist das Schicksal der jungen Frau Eyelea verwoben. Eyelea wächst im Out, einer gesetzlosen Region an der Grenze zu Amazonica, als irrtümlich blindes Mädchen auf. Sie wird von verstörenden Träumen heimgesucht. Nach ihrer Verschleppung aus dem Out gerät sie in einen Sog unglaublicher Geschehnisse, in deren Verlauf sie einzigartige Fähigkeiten an sich selbst entdeckt. Kann sie dadurch zur Retterin der Menschheit werden?
„Vergiftete Erlösung“ ist mein erster Roman von Martin Sollert und einer der seltenen Romane im Selfpublishing, die ich lese. Dabei lässt sich der Roman nicht ganz einfach einem Genre zuordnen. So ist er als dystopisch einzuordnen, zeigt Elemente eines (Polit-)Thrillers, gehört definitiv zur Science Fiction und lässt sich auch als Abenteuerroman kategorisieren. Ich habe das Buch schlussendlich als dystopische Science-Fiction eingeordnet, da ein doch starker Fokus auf dem Setting und der technologischen Komponente lag.
Die Handlung ist durchaus innovativ und abwechslungsreich, in der zweiten Hälfte aber auch mit einigen Längen versehen und nicht in allen Punkten logisch. Dabei überzeugt der Handlungsstrang von Dan stärker als der von Eyelea (sofern man hier von einem zweiten Handlungsstrang sprechen kann, ist es doch eigentlich nur eine Aufnahme, die Dan in seinem hört). Zudem werden hier in aller Brutalität Folter, fanatische Kriegsverbrechen und Hinrichtungen dargestellt, sodass selbst ich an den Punkt gekommen bin, dass man hier auf (idealerweise nachgestellte) Content Notes hätte hinweisen können oder sogar sollen.
Das Setting überzeugt im Großen und Ganzen. So entführt der Autor die Leser:innen unter anderem in ein futuristisches, ehemaliges Deutschland, das – wie anscheinend generell die industrialisierte Welt – nunmehr aus Einflussgebieten bzw. neugegründeten Staaten, unter anderem von großen Firmen beherrscht, besteht. Dabei hätte ich mir noch weitere Informationen zum Weltenbau gewünscht, gern auch eine Karte, um die Entwicklung von der jetzigen Welt bis hin zu dieser Situation nachvollziehen zu können.
Die einzelnen Figuren sind – im Wesentlichen – vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Dabei ist der Kreis an handelnden Personen stark beschränkt, außer Eyelea und Dan treten nur sporadisch wichtige Nebenrollen auf wie Arthur oder Generalleutnant Schröder – oder auch die KI Thor, die – interessanterweise – am stärksten überzeugt. Martin Sollerts Schreibstil lässt sich hierbei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.
Die Buchgestaltung ist ausbaufähig. Lektorat/Korrektorat sind (so durchgeführt) durchaus Fehler durchgerutscht, die sich aber noch im Rahmen halten, der Buchsatz zeigt erhebliche Schwächen. Das Covermotiv ist durchaus ansprechend und ein Eyecatcher, von der Auflösung und dem Zuschnitt aber nicht überzeugend – und auch die Typografie ist nicht ideal, lässt sich der Titel doch nicht richtig lesen.
Mein Fazit? „Vergiftete Erlösung“ ist dystopische Science Fiction, die durchaus innovativ und abwechslungsreich ist, aber auch kleinere Schwächen, insbesondere auch bei der Buchgestaltung, bietet. Für Leser:innen des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen – definitiv jedoch nicht unter einem Lesealter von 16, eher sogar ab 18 Jahren.