[FBM2023] Tag 2 – Die Ruhe vor dem Sturm

Gestern fand bereits der zweite Tag der diesjährigen Frankfurter Buchmesse statt – für mich ein weiterer, eher ruhiger Tag mit (chronologisch :D): Miljana Cunta, Charlotte Gneuß, Oliver Masucci, Marion Poschmann, Lou Bihl, Christian Handel, Ivy Leagh, Kira Licht, Rabia Dogan, Carina Schnell und Ingo Bott – wenn das mal keine Vielfalt ist :). So begann mein Tag mit einer lyrischen Lesung im Ehrengastpavillon – Miljana Cunta trug dabei sowohl eigene Gedichte, als auch Werke anderer, slowenischer Poeten vor, um die Vielfalt der Lyrik zu präsentieren.

Im Anschluss ging es für mich zu einem ganzen Veranstaltungsblock an die Literaturbühne – schon praktisch, wenn man sitzen bleiben kann. Den Anfang machte hier, traditionell am Donnerstag, die Verleihung des Aspekte Literaturpreises für das beste Prosadebüt des Jahres. 2023 ging der Preis an Charlotte Gneuß für ihren Roman „Gittersee“ (S. Fischer Verlage)- ein wirklich spannend klingendes Buch und ein hochsympathischer Auftritt. Das Gespräch führte bzw. die Laudation hielt Daniel Fiedler.

Auf Charlotte folgte dann direkt ein absoluter Superstar. Oliver Masucci – Schauspielstar und jetzt auch Autor – stellte im Gespräch mit Cécile Schortmann sein autobiografisches Buch „Träumertänzer“ (Bastei Lübbe) vor, signierte mir mein Buch und stand auch für Fotos zur Verfügung. Dabei nutzte er die Bühne auch dafür, sich noch einmal klar gegen den menschenverachtenden Angriff der Hamas zu positionieren – vielen Dank für diese klaren, richtigen und wichtigen Worte auch an dieser Stelle.

Über das Ende des Veranstaltungsblocks habe ich mich richtig gefreut, habe ich doch bis vor kurzem gar nicht mitbekommen, dass Marion Poschmann mit „Chor der Erinnyen“ (Suhrkamp Verlag) einen Parallelroman zu „Die Kieferninseln“ geschrieben hat, ein Buch, das ich wirklich gern gelesen habe. Und so habe ich die Vorstellung des neuen Werkes im Gespräch mit Ariane Binder sehr genossen und es sollte nur eine Frage der Zeit sein, bis das Buch auch bei mir einzieht, um die – mehr oder weniger zusammenhängende – Dilogie zu vervollständigen.

Am Nachmittag stand dann nur noch eine Veranstaltung für mich auf dem Plan, ein Romance-Talk mit den Autorinnen Ivy Leagh, Kira Licht und Rabia Dogan, die über ihre neuesten Bücher aber auch über Trends, Tropes und Themen in Liebesromanen sprachen – sehr spannend, informativ und vor allem humorvoll.

Damit endete für mich das Programm. Den restlichen Tag – auch zwischendurch – schlenderte ich durch die Hallen und ließ mir noch das ein oder andere Buch signieren – vielen Dank an Carina Schnell (unten abgebildet), Christian Handel, Lou Bihl und vor allem auch an Ingo Bott, der aufgrund seines Berufs als Strafverteidiger vielbeschäftigt ist und dennoch auch heute kurz Zeit für einen Messebesuch fand.

Heute ist dann spätestens ab 14 Uhr wohl die Ruhe vorbei, wenn die Messe für alle Besucher öffnet – das wird also ein stressigerer Tag. Umso mehr freue ich mich heute auf Caroline Brinkmann! Was steht bei Euch an?

[FBM2023] Tag 1 – Ein Einstand nach Maß

Gestern begann endlich die Frankfurter Buchmesse und öffnete ihre Tore für das Fachpublikum – ein Tag für mich mit Petra Schier, Tonio Schachinger, Dmitry Glukhovsky, Claudia Roth, Deniz Yücel, Michail Schischkin, Prof. Dr. Irina Scherbakowa, Elke Heidenreich, Friedhelm Schneidewind, und Arabella Meran – also sehr kulturlastig, was sich spätestens ab Freitagmittag mit Beginn des Publikumsgeschäft ändern wird. Aber jetzt mal chronologisch :).

Nach eine kurzen Meet & Greet mit Petra Schier – toll, dass es bereits am ersten Messetag geklappt hat – und drei signierten Büchern, ging es für mich zur klassischen Auftaktveranstaltung: der Vorstellung des Gewinners des Deutschen Buchpreises auf der Literaturbühne von ARD, ZDF und 3sat. Prämiert wurde in diesem Jahr Tonio Schachinger für seinen Roman „Echtzeitalter“, ein Gesellschafts- und Internatsroman mit Bezügen zur Gamingszene – das klingt erfrischend anders und spannend. Erschienen ist das Buch des österreichischen Autors bei Rowohlt, das Gespräch mit ihm führte Cécile Schortmann.

Im Anschluss besuchte ich eine Diskussion zur Zukunft und zu den Entwicklungen in Russland. Moderiert von Deniz Yücel, der vor der Antwortlänge und -fülle des Panels kapitulierte und sein Programm verwarf, diskutierten Claudia Roth, und die Exilschriftsteller Dmitry Glukhovsky und Michail Schischkin sowie die Memorial-Mitgründerin Prof. Dr. Irina Scherbakowa. Ein hochspannendes Thema mit tollen Redebeiträgen, mangels konsequenter Moderation allerdings auch ausufernd und wenig zielführend.

Den Vormittag beendete ich dann mit einer literarischen Legende – erneut auf der Literaturbühne. Elke Heidenreich stellte im Gespräch mit Katty Salié ihr neues Kinder- und Erwachsenenbuch „Frau Dr. Moormann & ich“ (Hanser) vor. Gewohnt humorvoll erzählte sie aus ihrem Leben und las auch eine kurze Passage – viel zu schnell waren die etwas weniger als 20 Minuten vorbei – ich hätte hier auch deutlich länger zuhören können. Danach schlenderte ich etwas durch die Hallen 3.0 und 3.1 und sah mir die (noch) weitgehend von Besuchern freien Stände von LYX und der Bücherbüchse an, die ab Freitag nicht mehr betreten werden können.

Mein Nachmittag begann mit einer Vorstellung vom „Quiz der Ringe“, einem Quizspiel um die Bücher „Der Hobbit“ und „Der Herr der Ringe“ aus der arsEdition GmbH. Moderiert von Friedhelm Schneidewind, Autor des Quizzes und Tolkien-Experte, wurden im Anschluss einige Fragen des Quizzes auch vor Ort noch gespielt – was bei mir erschreckende Wissenslücken in den Details ans Licht brachte. Hier muss ich wohl noch zwingend nacharbeiten – erstaunlich, wie gut informiert teils die anderen Besucher waren.

Ebenfalls am Nachmittag besuchte ich noch eine Lesung von Arabella Meran, die für Amazon Publishing und den Verlag Tinte & Feder ihren zweiten Roman „Im Takt ihrer Träume“ vorstellte, ein historischer Roman über eine Frau, die als Dirigentin an die Wiener Staatsoper möchte – und sich dafür als Mann ausgeben muss. Gerade das Setting begeisterte mich hier bereits seitdem ich vor einiger Zeit das erste Mal von dem Buch gehört habe – ich meine, die Opernwelt im Wien der 20er Jahre: Was will man mehr? Vielen Dank auch an den Verlag und die Autorin für das im Anschluss bereitgestellte und signierte Leseexemplar !

Am Abend ließ ich den Tag dann gemütlich auf der Standparty des Gemeinschaftsstandes der Thüringer Verlag und Start-Ups ausklingen. Mit toller Livemusik, thüringischen Snacks und Getränken verbrachte ich eine schöne Stunde, bevor der Messegong mich zurück ins Pressezentrum hetzen ließ (ich hatte die Schließzeiten vergessen :D). Nichtsdestotrotz ein toller Abschluss des Tages – und insgesamt ein Auftakt nach Maß. Auch heute steht wieder ein eher ruhiger Tag an – unter anderem mit Oliver Masucci und Christian Handel – ich werde natürlich berichten! Bis dahin: allen viel Spaß auf der Messe!

[Buchgedanken] Timo Parvela: „Schatten – Der Pakt“ (Schatten 1)

Frisch von der Frankfurter Buchmesse habe ich – noch vor den ganzen Berichten – erst einmal eine Rezension für Euch, denn vor kurzem habe ich auch „Schatten – Der Pakt“ von Timo Parvela gelesen. Das von Pasi Pitkänen illustrierte Kinderbuch ist 2023 in der arsEdition GmbH erschienen, die Originalausgabe wurde 2022 unter dem Titel „Varjot 1: Helähdys“ im Verlag Tammi veröffentlicht und von Stefan Moster übersetzt. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Der 13-jährige Pete ist verzweifelt. Seine beste Freundin Sara ist unheilbar krank. Als letzten Ausweg flüstert Pete dem Weihnachtsmann im Kaufhaus seinen sehnlichsten Wunsch ins Ohr. Er erhält das Versprechen, dass Sara geheilt wird, aber unter einer Bedingung: Pete muss seinen Schatten hergeben. Pete zögert keine Sekunde. Wer braucht schon einen Schatten? Der Plan geht auf und Sara wird über Nacht gesund. Aber bald stellt Pete fest, dass er nicht nur seinen Schatten verloren hat, und dass ein Mensch ohne Schatten kein richtiger Mensch mehr ist. Pete und Sara schmieden einen Plan, wie sie die Schatten zurückerobern können. Aber ihr Gegner ist eine sehr, sehr dunkle Macht …

„Schatten – Der Pakt“ ist der Auftaktband in eine phantastische, mythenbasierte Kinderbuchreihe an der Grenze zum Jugendbuch, mit einer Altersempfehlung des Verlags für Leser:innen ab 10 Jahren. Durch die häufigen, teils sogar ganzseitigen Illustrationen rückt das Buch dabei auch in die Nähe eines Graphic Novels, auch aufgrund der Prominenz des Autors im Kinderbuchbereich habe ich es hier aber bei der Eingruppierung als (illustriertes) Kinderbuch belassen.

Die Handlung ist hochspannend, zielgruppenorientiert – wenn auch fast etwas zu düster – und kurzweilig, ein wahrer Pageturner. Dabei wird die Handlung durch die tollen Illustrationen unterstützt und zu einem wundervollen Gesamtpaket aus Bild und Text geschnürt. Kleinere Logikfehler vermögen hier den Lesefluss kaum zu stören, allenfalls das etwas zu offene Ende, das nicht einmal die beiden Handlungsstränge zusammenlaufen lässt, ist hier als kritisch anzusehen, da das Buch somit nicht als Standalone lesbar ist.

Das Setting ist größtenteils gelungen. So entführen uns Timo und Pasi ins Finnland der heutigen Zeit, aber auch in die Welt der Wichtel, Gnome und des Allerältesten: dem Weihnachtsmann; eine Welt, die aus dem Gleichgewicht geraten zu sein scheint. Zwar sind hier noch nicht alle Verbindungen, Schnittstellen und damit verbundenen Wechselwirkungen klar, dem Duo bleiben aber ja auch noch zwei weitere Bände, den Weltenbau zu vervollständigen bzw. die Mythen weiter auszuarbeiten.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive, wenn auch die Gnome und Wichtel (und Mischwesen zwischen ihnen) noch wenig greifbar bleiben. Bei den Menschen überzeugen vor allem Sara und Jere, während gerade der Chemielehrer als Antagonist bislang noch sehr eindimensional verbleibt. Timo Parvelas Schreibstil lässt sich hierbei leicht und flüssig lesen, ist altersgerecht und lässt das Kopfkino in Zusammenarbeit mit Pasi Pitkänens Bildern sofort anspringen.

Die Buchgestaltung brilliert auf ganzer Linie. Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, insbesondere der Satz überzeugt durch ein tolles Zusammenspiel der wunderschönen Bilder und dem Text. Der Buchdeckel ist auf dem Cover leicht geprägt und mit farbigen Coverinnenseiten versehen. Das Titelbild – ein wahrer Eyecatcher, wenn auch etwas düster – zieht sich zudem gut über Buchrücken und Coverrückseite und lässt somit ein tolles Gesamtbild entstehen.

Mein Fazit? „Schatten – Der Pakt“ ist ein toller Auftakt in die phantastische Kinderbuchreihe, der vor allem mit seinen wunderschönen Illustrationen und einer spannenden Handlung punktet, allerdings leider auch viel zu offen endet. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab dem vom Verlag vorgeschlagenen Alter von 10 Jahren oder auch ein, zwei Jahre später.

Der Countdown läuft | Grüße aus Frankfurt

Bevor es für mich gleich zur Frankfurter Buchmesse geht, möchte ich Euch noch schnell die letzten beiden, messeunabhängigen Neuzugänge zeigen, die mich vor kurzem erreicht haben. „Die Todesbotin“ von Carina Schnell (Piper Verlag GmbH) kam dabei als Gewinn einer Buchverlosung des Verlags zu mir, „Nightbitch“ von Rachel Yoder (Klett-Cotta Verlag) als Rezensionsexemplar im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür. Zwei ganz unterschiedliche Romane, mit jedoch einer Gemeinsamkeit: starken Protagonistinnen. Ich bin bereits gespannt!

Wen von Euch sehe ich auf der FBM?

[Buchgedanken] Wilfried N’Sondé: „Frau des Himmels und der Stürme“

Vor kurzem habe ich auch „Frau des Himmels und der Stürme“ von Wilfried N’Sondé gelesen. Das Buch ist in der deutschen Erstausgabe 2023 im Kopf & Kragen Literaturverlag erschienen, die Originalausgabe erschien 2021 unter dem Titel „Femme du ciel et des tempêtes“ bei Actes Sud. Der Roman ist als Gegenwartsliteratur einzuordnen, für die Übersetzung zeichnet Brigitte Große verantwortlich. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Der Schamane Num vom Nomadenvolk der Nenzen entdeckt im aufgetauten Permafrostboden Russlands das über 10.000 Jahre alte, prunkvolle Grab einer Schwarzen Frau. War sie eine Königin? Unser aller Urmutter? Haben die sibirischen Völker der Jamal-Halbinsel womöglich Vorfahren aus Afrika? Zur gleichen Zeit werden in derselben Gegend riesige Erdgasvorkommen gefunden, deren Ausbeutung das empfindliche ökologische Gleichgewicht der arktischen Tundra zu zerstören droht. Der Schamane sucht, bestärkt durch das meditative Zwiegespräch mit der Afrikanerin der Arktis, Unterstützung bei einem befreundeten französischen Wissenschaftler, der schleunigst ein Forschungsteam zusammenstellt. Gemeinsam mit einer deutsch-japanischen Rechtsmedizinerin und einem Anthropologen mit kongolesischen Wurzeln bricht er zu einer geheimen Expedition auf die Jamal-Halbinsel auf. Der sensationelle Grabfund könnte die Ausbeutung der Erdgasvorkommen stoppen und die Natur vor der Zerstörung bewahren. Doch das Expeditionsteam hat es mit mächtigen und skrupellosen Gegnern zu tun: der russischen Mafia samt ihren Handlangern und Speichelleckern.

Puh, was war das? „Frau des Himmels und der Stürme“ wird als hochspannender und vielschichtiger Umweltthriller, als modernes Märchen mit brennender Aktualität angepriesen. Nach der Lektüre kann ich persönlich hier weder einen wirklichen Thriller, noch ein Märchen finden, die Anklänge daran sind jeweils viel zu schwach ausgeprägt, sodass ich es trotz der paranormalen Elemente in Ermangelung einer richtigen Genrezugehörigkeit als Gegenwartsliteratur klassifiziert habe.

Die Handlung kommt hierbei überaus langsam in Schuss. Während in der ersten Hälfte sehr wenig geschieht, überschlagen sich zum Ende hin die Ereignisse, ohne allerdings einen richtigen roten Faden erkennen zu lassen, kleinere Logikfehler und ein diffuses Ende inklusive. Dabei werden Dialoge teils gerafft nacherzählt und dem Leser jegliche Emotionen vorweggenommen – „Show don’t tell“ ist hier gänzlich ignoriert worden -, sodass es mir schwer fiel, irgendeine Bindung zur Handlung aufzubauen.

Dahingegen kann zumindest das Setting hier glänzen. So entführt der Autor den Leser auf die Jamal-Halbinsel ins Gebiet der nomadischen Nenzen; in den Permafrost der russischen Arktis – vor dem Hintergrund der aktuellen Probleme des auftauenden Permafrosts und des Naturschutzes eine wirklich wichtige Reise. Zwar irritiert die wirtschaftlich-expansive, sonst aber normale Darstellung Russlands in der heutigen Zeit, da das Buch aber bereits vor Beginn des russischen Angriffskrieges verfasst worden ist, erklärt sich dies – die verspätete Veröffentlichung der deutschen Übersetzung kann hier zumindest nicht zum Nachteil des Autors gewertet werden.

Der Kreis der handelnden Figuren ist beschränkt – passend auch zur Kürze des Romans. Hierbei kann Mischa noch am stärksten punkten, während Laurent wankelmütig und schwach wirkt und auch Silvère nicht so recht überzeugen kann sowie Sergej als Antagonist sehr eindimensional wirkt. Wifried N’Sondés Schreibstil lässt sich dabei zwar durchaus flüssig lesen, ergießt sich aber in verschachtelten Mammutsätzen und Beschreibungen, die jegliches Tempo vermissen lassen.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben – mit Ausnahme der Logikfehler – solide gearbeitet, auch wenn ich hier eine auch bezifferte Kapiteleinteilung sinniger gefunden hätte. Der Buchdeckel ist auf dem Cover und Buchrücken hochwertig geprägt und mit farbigen bzw. schwarzen Coverinnenseiten versehen. Das Titelmotiv zieht sich über den Buchrücken und die Coverrückseite, sodass ein tolles Gesamtbild entsteht, ist aber insgesamt etwas zu experimentell – auch in der Farbgebung.

Mein Fazit? „Frau des Himmels und der Stürme“ ist ein nur in Teilen überzeugender Roman der Gegenwartsliteratur, der mit seinem Setting glänzt, sich aber in der Handlung und einem ausufernden Schreibstil verliert. Für thematisch interessierte Leser noch zu empfehlen – sofern man mit dem Schreibstil klarkommt.

Von Bären und Hunden | Lovelybooks-Buchpost

Vor kurzem erreichten mich auch diese beiden Bücher als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür! „Triumph der himmelblauen Nacht“ von Lisa Brenk (Diederichs Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH) ist hierbei eine Erzählung „über die Suche nach dem, was uns ausmacht“, „Weihnachtszauber und Hundepfoten“ von Petra Schier (HarperCollins in der HarperCollins Deutschland GmbH) ein tierisch-weihnachtlicher Liebesroman. Ich freue mich schon auf die Ausflüge in die Weihnachtszeit und die Welt der Bären.

Seid Ihr schon in Weihnachtsstimmung?

[Buchgedanken] Heike Abidi: „Hör auf dein Herz, auch wenn es stolpert“

Vor kurzem habe ich auch „Hör auf dein Herz, auch wenn es stolpert“ von Heike Abidi gelesen. Das Buch ist 2023 bei Lübbe in der Bastei Lübbe AG veröffentlicht worden und als Liebesroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an die Autorin und den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars über ein Rezensionsangebot auf Instagram.

Eine Agentur fürs Zuhören! Diese Idee hat Floriane, 50, nachdem sie innerhalb von 24 Stunden aus ihrem gemütlichen Leben gestoßen wurde. Zuerst hat ihr Ehemann sie wegen einer Dreißigjährigen verlassen, und dann wurde ihr auch noch der Job gekündigt. Erstmal hat Floriane keine Ahnung, was sie nun tun soll. Doch dann besinnt sie sich auf ihr größtes Talent, das Zuhören. Schon bald nach der Gründung ihrer Agentur bemerkt sie überrascht, wie viele Menschen dringend jemanden zum Reden brauchen. Als sie sich auf einmal zwischen zwei Männern entscheiden muss, stellt sie fest, dass das Zuhören auch ihr gutgetan hat. Können die Lebensgeschichten anderer Floriane helfen, ihren Weg zu finden?

„Hör auf dein Herz, auch wenn es stolpert“ ist ein klassischer Liebesroman, der, für das Genre ungewohnt, Protagonistinnen jenseits der 50 oder zumindest um die 50 in den Mittelpunkt stellt – mal erfrischend anders, nicht immer über die erste große, sondern eine spätere Liebe zu lesen. Auch eröffnet dies die Möglichkeit, aufgrund der Lebenserfahrung den Charakteren ganz andere Steine in den Weg zu legen, andere Probleme im Hintergrund hervortreten zu lassen – wovon der Roman aber eher wenig Gebrauch macht, hier bleibt die Geschichte etwas seicht und konfliktarm.

Die Handlung generell ist durchaus abwechslungsreich und kurzweilig, genrebedingt natürlich aber auch zumindest teils vorhersehbar – insgesamt eher ein Feel-Good-Liebesroman als einer, der an der Grenze zum Schicksalsroman kratzt. Kleinere Logikfehler tun der guten Stimmung hier eher keinen Abbruch. Allerdings kann das Ende nur bedingt überzeugen, wartet mit der ein oder anderen unerwarteten Wendung auf, hat aber auch leichte Schwächen.

Das Setting ist etwas beliebig und austauschbar, so könnte der Roman in jeder mittelgroßen bis großen Stadt im Einzugsgebiet eines Flughafens spielen – eine stärkere lokale Fokussierung hätte hier noch eine weitere Nuance hinzufügen können. Für die Handlung ist das Setting allerdings auch nicht wirklich wichtig, ist in diesem Buch eher Beiwerk als Handlungstreiber, da es doch sehr zentral auf die Beziehung der Protagonisten untereinander ankommt.

Die Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Dabei überzeugen insbesondere Rena, Ilse und Alfred als wichtige Nebencharaktere, während Floriane nicht immer nachvollziehbar handelt und einige der kleineren Nebencharaktere etwas überzeichnet sind. Heike Abidis Schreibstil lässt sich hierbei leicht und flüssig lesen, ist humorvoll und lässt das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung überzeugt größtenteils. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben solide gearbeitet, insbesondere der Satz punktet dadurch, die Chatnachrichten etwas innovativer einzubauen, auch wenn hier sicherlich noch lange nicht das Optimum erreicht ist. Der Umschlag ist auf Cover und Buchrücken hochwertig geprägt, das florale, ansehnliche Titelbild zieht sich gut auch über den Buchrücken und die Coverrückseite, sodass ein tolles Gesamtbild entsteht. Zudem ist der Umschlag mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen, die allerdings nicht so recht zum Design passen und eher eintönig sind. Etwas mehr Vielfalt hier und eine Prägung auch auf der Coverrücksite hätten so für ein noch runderes Gesamtprodukt gesorgt.

Mein Fazit? „Hör auf dein Herz, auch wenn es stolpert“ ist ein im Wesentlichen gelungener Feel-Good-Liebesroman, der vor allem durch starke Nebencharaktere und tolle Ideen punktet, aber auch kleinere Schwächen hat. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – auch schon leicht vor dem vom Verlag angegebenen Lesealter (16+), nämlich ab etwa 14 Jahren.

Hardcoverliebe | Doppelte Buchpost

Vor kurzem erreichten mich auch diese beiden, tollen Hardcover als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür <3. Während „Die Legende vom letzten Bücherjäger“ von Diana Menschig (Atlantis Verlag) Bücher und das Lesen feiert, wirft „Die Welt war voller Fragen“ von Herbert Dutzler (Haymon Verlag) einen kritisch-nostalgischen Blick auf das Aufwachsen im Österreich der 60er Jahre. Fantasy und Gegenwartsliteratur – ich freue mich auf beides. Umso toller ist es, Diana auch auf der in Kürze startenden Frankfurter Buchmesse treffen zu können :).

Wen von Euch sehe ich ebenfalls in Frankfurt?

Ganz in Pink – zumindest fast | Lovelybooks-Buchpost

Vor der Frankfurter Buchmesse stapeln sich die Rezensionen und Neuzugänge auf meinem Tisch – und zwei der kürzlich eingetroffenen Rezensionsexemplare über Leserunden auf Lovelybooks.de (vielen Dank dafür!) möchte ich Euch heute zeigen. „Der Himmel über den Alpen“ von Monika Mansour (Emons Verlag GmbH) ist dabei ein Liebesroman zwischen einem K-Pop-Star und einer Mafiatochter, „Jungs müssen draußen bleiben! … und trotzdem zieht das Chaos ein“ von Patricia Schröder (Karibu Verlag, Edel Verlagsgruppe GmbH) ein Jugendbuch über die erste Liebe für Leser ab 10 Jahren – da sind in beiden Fällen große Gefühle vorprogrammiert! Ich als Blink freue mich jedenfalls schon sehr auf den K-Pop-Flair und bin immer noch begeistert von der tollen Karte, die Patricias Buch beilag <3. Das kann nur toll werden!

Welchen Liebesroman habt Ihr zuletzt gelesen?

Kleine Bücher ganz groß | Lovelybooks-Buchpost

Vor kurzem erreichten mich auch diese beiden, kleinen aber feinen Bücher über Lovelybooks.de. Das Sachbuch „Hip-Hop. 100 Seiten“ von Daniel Haas (Reclam Verlag ) kam dabei über eine Leserunde als Rezensionsexemplar zu mir, die Anthologie „Fantastische LMU“ von Herausgeber Nikodem Skrobisz (Hybrid Verlag) als Gewinn einer Buchverlosung – vielen Dank jeweils dafür. Neben Nikodem haben zu der Anthologie noch Julia Dörner, Natascha Druschba, Zsofia Meggyesi, Xenia Taufertshöfer und Petra Teichert Geschichten beigesteuert. Dark Academia mal ganz, ganz nah – ich bin gespannt!

Wann habt Ihr das letzte Mal eine Kurzgeschichte gelesen?