[Buchgedanken] Andreas Suchanek: „Der Tod wischt mit: Tilly Blich ermittelt“ (Tilly Blich 2)

In den letzten Tagen habe ich auch „Der Tod wischt mit: Tilly Blich ermittelt“ von Andreas Suchanek gelesen. Das Buch ist 2025 im Wilhelm Heyne Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH erschienen und als Cosy Crime einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Tilly Blich könnte eine Pause gebrauchen. Doch als Eigentümerin der Reinigungsfirma „Plitz und Blank“ bleibt ihr kaum eine ruhige Minute – und jetzt droht auch noch die Steuerprüfung. Dass ihr Vorgänger so urplötzlich verschwunden ist, macht die Sache nicht einfacher. Tillys nächster Auftrag führt sie zur Schule von Untertannbach. Doch gegen den ermordeten Direktor in der Sporthalle kommt auch das stärkste Putzmittel nicht an. Kriminalhauptkommissar Stubs sieht seine Chance, es Tilly zu zeigen, und ein Wettrennen um Ermittlungsergebnisse beginnt. Schnell wird klar, dass es hinter den Kulissen der Schule gewaltig brodelt: Geheimnisvolle Affären, übermotivierte Eltern und unterbezahlte Lehrer halten Tilly und ihre Helfer Gerdy, Leon und Antonia auf Trab. Werden sie es schaffen, den Täter zu entlarven, bevor er erneut zuschlägt?

„Der Tod wischt mit: Tilly Blich ermittelt“ ist der zweite Band der Reihe um die namensgebende Inhaberin einer Reinigungsfirma – und nach „Das vergessene Museum: Der Siegelwahrer von London“ mein zweites Buch von Andreas Suchanek. Dabei lässt sich der Roman gar nicht so einfach einem Genre zuordnen, balanciert er doch auf der Grenze vom Cosy Crime zur Krimödie. Da das Buch zwar humorvoll ist, der Fokus aber nicht auf den parodistischen Elementen liegt, habe ich es schlussendlich bei der Einordnung als Cosy Crime belassen.

Denn die Handlung ist – trotz multipler Todesfälle und einem epischen Showdown – durchaus noch als cosy zu bewerten und auch das Ermittelnden-Team aus Reinigungskraft, Kosmetikerin, Schüler und Basset ist sehr genretypisch. Dabei ist die Handlung sonst sehr abwechslungsreich und kann vor allem mit Witz und Situationskomik punkten – und auch das Ende überzeugt, kommt es doch ohne allzu großen Cliffhanger aus. Allerdings lässt sich das Buch eher suboptimal als Standalone lesen. Zwar ist der „Fall“ in sich abgeschlossen, ich hatte aber durchaus öfters das Gefühl, dass mir Vorwissen aus dem ersten Band fehlt.

Das Setting ist gelungen. So entführt der Autor die Leser:innen ins fiktive Untertannbach, einen Modellentwurf eines verschlafenen, mittelgroßen schwäbischen Städtchens mit Polizeirevier, Gymnasium und einer Hunderanch – natürlich mit moderater Zucht als Gegenentwurf zur Qualzucht. So austauschbar das Setting aufgrund des fiktiven Ortes auch ist, wandern doch die ein oder andere schwäbische Eigenart in die Handlung mit ein als Gegenentwurf zu Tilly, die ja aus Köln stammt.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen insbesondere wichtige Nebencharaktere wie Herr Höffler, Tony, Elif und Muffin, während einige Figuren auch eindimensional verbleiben, hier kann aber in den nächsten Bänden noch nachgebessert werden. Andreas Suchaneks Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen und funktioniert am besten in den humorvollen Passagen.

Die Buchgestaltung ist durchwachsen. Lektorat und Korrektorat ist doch einiges durchgerutscht, sodass der Lesefluss etwas geschmälert wird, der Buchsatz ist ordentlich und punktet mit grafischen Elementen, auch wenn man den Zeitungsartikel noch innovativer hätte setzen können. Cover, Buchrücken und Coverrückseite sind jeweils voneinander abgesetzt, genretypisch gestaltet und fügen sich in die Buchreihe ein. Trotz des Bassets auf dem Cover hätte ich mir hier jedoch etwas mehr Bezug zur Handlung gewünscht.

Mein Fazit? „Der Tod wischt mit: Tilly Blich ermittelt“ ist cosy und punktet vor allem mit seinem starken Humor und einer abwechslungsreichen Handlung, ist aber auch fehlerbehaftet und lässt sich nur eingeschränkt als Standalone lesen. Für Liebhaber von Cosy Crime – und von Bassets – dennoch bedenkenlos zu empfehlen, ab einem Lesealter von 12 Jahren.

Spannung im Doppelpack | Lovelybooks-Buchpost

Heute habe ich zwei Fortsetzungen von Krimireihen für Euch, die mich vor kurzem als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de erreichten – vielen Dank dafür. „Branderbe“ ist hierbei schon der dritte, im Selfpublishing veröffentliche, Band um das Frankfurter Duo Sebastian Buck und Maike Lange von Lou Sandberg („Mainblüte“ kenne ich bereits), während „Der Tod wischt mit“ (Wilhelm Heyne Verlag, Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH) die Reihe um Tilly Blich von Andreas Suchanek als zweiter Band fortsetzt. Ich bin schon ganz gespannt darauf zu erfahren, wie sich die Charaktere in Lous Buch weiterentwickelt haben – und freue mich schon darauf, mit Tilly – Inhaberin einer Reinigungsfirma – eine mal ganz andere Ermittlerin kennenzulernen.

Was mögt Ihr an Krimis?

[Buchgedanken] Andreas Suchanek: „Das vergessene Museum: Der Siegelwahrer von London“ (Das vergessene Museum 1)

Bevor ich mit den Messeberichten fortsetze, möchte ich Euch heute erst einmal das Buch vorstellen, das ich während der Messe beendet habe. „Das vergessene Museum: Der Siegelwahrer von London“ ist der neue Roman von Andreas Suchanek. Das Buch ist 2025 in der dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG erschienen und als Urban Fantasy einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Liam hat es nicht leicht. Aufgewachsen in eher ärmlichen Verhältnissen, hält er sich in London als Fahrradkurier über Wasser. Als er ein Paket zu einem Privatmuseum liefert, wird er dort Zeuge eines Überfalls. Er kann nichts mehr für den sterbenden Kurator tun, doch dieser überträgt ihm ein Symbol aus schwarzer Tinte auf seine Haut – und macht ihn somit zum neuen Siegelwahrer des Museums. Liam wird in die Welt eines international agierenden Museumsnetzwerks katapultiert, welches magische Artefakte sicher verwahrt – denn mit diesen lassen sich gefährliche Kräfte kanalisieren. Doch die Museen werden von einem gefährlichen Gegner bedroht und schnell wird klar: Liams eigene Vergangenheit ist eng mit den Geschehnissen verknüpft.

„Das vergessene Museum: Der Siegelwahrer von London“ ist der Auftaktband der neuen Urban-Fantasy-Reihe von Andreas Suchanek und mein erstes Buch des Autors. Vom Verlag wird es für Fans von Ben Aaronovitch beworben, was sicherlich noch zu große Fußstapfen sind – aber wer weiß: kleinere Parallelen sind zumindest da. Das Buch ist dabei als klassische Urban Fantasy einzuordnen, zeigt darüber hinaus aber auch kleinere Elemente eines Detektivromans – und ist aufgrund der Zeitsprünge und Artefakte zuweilen sogar ganz leicht historisch angehaucht.

Die Handlung ist spannend und abwechslungsreich und wartet durchaus mit der ein oder anderen unerwarteten Wendung auf. Dabei gelingt es dem Autor, insbesondere zu Beginn den Leser direkt in die Handlung zu ziehen, nicht zuletzt durch die humorvollen Szenen. Leider endet der Roman mit einem relativ starken Cliffhanger, der es fast nicht ermöglicht, das Buch als Standalone zu lesen und auch das Magiekonzept überzeugt noch nicht völlig- hier können aber die nächsten Bände noch nachliefern.

Denn das Setting ist sonst wirklich brillant. So entführt der Autor die Leser:innen nach London, Berlin und Paris, erschafft gut getarnte Museen und nimmt den Leser durch die Artefakte auch mit auf eine Reise durch Kunst, Mythologie und Wissenschaft – hier hätte ich mir fast noch mehr Nerdwissen gewünscht. Dabei klingen am Rande durchaus auch mal gesellschaftlich relevante Themen und Probleme an – der Fokus liegt aber klar auf der phantastischen Quest der Held:innen.

Die Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen insbesondere wichtige Nebencharaktere wie Shakespeare, Ava und Harry, während Liam nicht immer nachvollziehbar handelt und Julia noch zu geheimnisvoll verbleibt. Andreas Suchaneks Schreibstil ist humorvoll und lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung ist ebenfalls gelungen. Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, der Buchsatz ist ordentlich, die Kapitelüberschriften nur milde spoilernd. Der Buchumschlag ist auf Cover, Coverrückseite und Buchrücken leicht geprägt und mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen. Das Covermotiv ist genretypisch und kein klassischer Eyecatcher, die Farbgebung des Buches insgesamt jedoch sehr gelungen und ansehnlich. Schön ist zudem, dass auch Coverrückseite und Buchrücken mit kleinen Details aufwarten, die Anspielungen auf die Handlung enthalten.

Mein Fazit? „Das vergessene Museum: Der Siegelwahrer von London“ ist ein Auftaktband, der Lust auf mehr macht und die Leser:innen in eine wirklich tolle Welt entführt, leider jedoch mit einem Cliffhanger endet. Für Leser:innen des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen, ab einem Lesealter von etwa 14 Jahren.

[FBM2025] Tag 3 – Neue und alte Bekanntschaften

Gestern stand bereits der dritte Tag der diesjährigen Frankfurter Buchmesse an – ein Tag, der für mich im Zeichen von neuen und alten Bekanntschaften stand, mit: Alexander Oetker, Daniel Donskoy, Josi Wismar, Anabelle Stehl, Lea Pietsch, Andreas Suchanek, Anja Janotta und Betty Taube.

Ab 10 Uhr fluteten gestern auch die übrigen Zuschauer die Messehallen, was diese sofort füllte, und die Ruhe der letzten Tage vertrieb. Wer für 10 Uhr angekündigt wurde, aber nicht dort war, war jedoch der Krimi-Autor Alexander Oetker. Glücklicherweise gelang es mir, ihn später im Verlauf des Tages am Stand von Hoffmann & Campe noch zwischenzuschieben – und mir von ihm „Zara & Zoe – Rache in Marseille“ signieren zu lassen. Eine tolle Begegnung – nur etwas mangelhaft in der Kommunikation der Messetermine.

Danach besuchte ich eine Lesung und Buchvorstellung des Debütromans „Brennen“ von Daniel Donskoy, den ich bereits am Mittwoch kurz treffen durfte. Im Gespräch mit der SZ las Daniel kurze Auszüge und sprach nicht nur über seine Vergangenheit, sondern auch davon, wie man sich in der Welt zurechtfindet, wie man seinen Platz in den Katastrophen und Kriegen finden kann, von denen man betroffen ist. Dabei fand er auch wichtige und richtige Worte zum aktuellen Gaza-Konflikt, plädierte für ein friedliches Zusammenleben und dafür, sich seiner Entscheidungen bewusst zu werden und in die Gefühle hineinzuhorchen und diese zu kanalisieren, was ihm mit dem Buch gelungen ist.

Im Anschluss stand der erste Fan-Moment (von vielen auf der diesjährigen Buchmesse) für mich auf dem Plan. Am Stand des EMF Verlags präsentierte die Influencerin Lea Pietsch, zu deren 1,3 Millionen Followern auf Instagram ich auch schon bereits seit Jahren gehören, ihr Vision Board Set „Dear Future Me“, und nahm sich Zeit für Fotos und Signaturen für ihre Fans. Ein unglaublich sympathisches Treffen – und genau so, wie man es bei ihrem tollen und nahbaren Instagram-Account auch erwartet hätte.

Weiter ging es dann für mich mit einer weiteren Buchpräsentation. In der 30-Minuten-WG von Stern und Penguin Random House stellte Josi Wismar den Auftaktband „Fractured Fates“ ihrer neuen Romantic Suspense Dilogie „Fallen Grace“ vor und sprach über das Schreiben, ihre Schauplätze und ihre sonstigen Hobbies – und natürlich ganz viel über das Buch, das so unglaublich klingt, dass es bei mir schon einziehen durfte. Umso mehr freue ich mich daher auch, am Sonntag Josi noch bei einer Signierstunde treffen zu dürfen – das wird toll!

Am Nachmittag dann ein fast obligatorischer Messe-Termin – zumindest war dies bestimmt bei den letzten vier, fünf Buchmessen immer ein absoluter Fixpunkt: Die Signierstunde von Anabelle Stehl für den LYX Verlag – das fühlt sich mittlerweile fast wie Heimkommen an. Von Anabelle ließ ich mir „Novel Haven – Match of Fate“ sowie die Taylor Swift basierte Anthologie „Love Poets Society“ signieren, wertete mit ihr „The Life of a Showgirl“ aus (was wir – offensichtlich – beide mögen) und machte natürlich erneut ein Foto. Ich denke mal, wir sehen uns dann in Leipzig.

Vor meinem nächsten Termin traf ich noch Anja Janotta und Andreas Suchanek, die mir bereitwillig die mitgebrachten Bücher signierten (vielen Dank!), bevor zum Tagesabschluss ein weiterer, absoluter Fan-Moment anstand. Denn für Bastei Lübbe signierte Betty Taube ihr Buch „Sag, die blauen Flecke kommen vom Spielen“. Betty folge ich bereits seit ihrer Zeit bei GNTM – und so freute es mich wirklich, sie endlich auch mal live treffen zu dürfen.

Heute steht vor allem endlich mal wieder ein Treffen mit Mona Kasten auf dem Plan – und ganz viele weitere tolle Begegnungen mit Julia Engelmann, Caroline Brinkmann und noch so vielen mehr. Der Bericht dazu folgt – vermutlich – morgen :).

Eine Reise durch Europa | Doppelte Buchpost

Bevor ich morgen wieder eine Rezension für Euch habe, möchte ich Euch heute zwei tolle Neuzugänge vorstellen. „Das vergessene Museum: Der Siegelwahrer von London“ von Andreas Suchanek (dtv Verlag) erreichte mich dabei als Rezensionsexemplar im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de, „Liebesrausch“ von Charlotte von Feyerabend (Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG) als Rezensionsexemplar nach Rezensionsangebot durch die Autorin – vielen Dank jeweils dafür. Beide Bücher nehmen die Leser:innen dabei mit auf eine Reise durch die europäischen Hauptstädte, entführt Andreas Suchaneks Urban-Fantasy-Roman die Leser:innen doch – wie der Titel verrät – nach London, während man in „Liebesrausch“ in das wilde Leben im Paris der 30er-Jahre eintaucht. Da ich beide Städte liebe, kann das nur toll werden!

In welche Stadt könnt Ihr – literarisch oder echt – immer wieder reisen?