[LBM2021] Tag 4: Ein tröstlicher Abschluss

Viel zu schnell endete am gestrigen Sonntag wieder die Leipziger Buchmesse 2021, auch wenn rückblickend ebenfalls für dieses Jahr gilt, dass die Online-Veranstaltungen eine wirkliche Buchmesse, die Atmosphäre, das Flair und alles, was dazugehört, nur unzureichend ersetzen können. Dennoch – besser als nichts. Und so besuchte ich auch am Sonntag noch einmal vier Veranstaltungen, die immerhin in einem absoluten Highlight gipfelten.

Den Anfang machte jedoch erst einmal ein „Behind the Scenes“-Interview des LYX Verlages zum Thema Coverdesign. Spannend und aufschlussreich zeigte eine Designerin der Grafikabteilung in wenigen Abbildungen den Weg von der ersten Idee zum fertigen Cover – passenderweise zu einer der Buchreihen, die ich sehnsüchtig erwarte. „Dunbridge Academy“ ist so zielgerichtet auf mich zugeschnitten, bedient meherere meiner liebsten Tropes und wandert daher nächstes Jahr unbedingt in mein Bücherregal. Ich zähle bereits die Tage!

Im Anschluss sah ich mir die für mich letzte Veranstaltung auf dem Blauen Sofa an. Thea Dorn, Gastgeberin des Literarischen Quartetts, stellte ihren neuesten Roman vor. „Trost: Briefe an Max“ ist ein Postkartenroman, der sich mit Tod, Trauer aber auch – titelgebend – mit Trost beschäftigt. Ein spannendes Buchformat zu einem wichtigen Thema, sehr innovativ – und überzeugend vorgestellt (hier merkte man Thea Dorn ihre starke Medienpräsenz an).

Am frühen Abend ging es mit der Präsentation einiger ausgewählter Neuigkeiten aus dem Herbstprogramm der Verlagsgruppe Droemer Knaur weiter. Der Journalist Volker Stephan stellte auf Youtube in sehr humoristischer Weise die Werke von Jochen Schweizer, Charlotte von Feyerabend, David Kraus, S. J. Bennett, Christopher Schlicht und Maximilian Bode vor. Leider war dabei die Belletristik etwas unterrepräsentiert – hier hätte ich mir über das Buch von S. J. Bennett hinaus noch etwas mehr populäre Literatur in der Präsentation gewünscht.

Zum Abschluss des Tages – und der Messe – das angekündigte Highlight. Die amerikanische Bestsellerautorin Emma Scott veranstaltete einen Livestream für den LYX Verlag und sprach über ihre Bücher, das Autorensein und stellte sich den unzähligen Fragen der Zuschauer, die den Chat im Sekundentakt fluteten. Absolut sympathisch und auf dem Boden geblieben – ein wirklich toller Auftritt.

Damit endete die Leipziger Buchmesse in diesem Jahr für mich – und die Berichte für Euch. Als kleine Vorankündigung gibt es in einigen Tagen aber noch einen kleinen Neuzugangspost mit den zwei Büchern, die ich mir auf der Messe gekauft habe – also lasst Euch überraschen. Eines habe ich in den Berichten ja bereits geteasert :D.

[LBM2021] Tag 3: „Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt“

Gestern stand auch schon der vorletzte Messetag an – und das Goethe-Zitat im Titel beschreibt gut die gegensätzlichen Stimmungen, die mich über den Tag in den Veranstaltungen erwarteten.

Dabei begann der Tag ganz entspannt mit einer Verlosung beim LYX Verlag, bevor ich erneut einer Diskussion und Gesprächsrunde lauschte, die von der HTWK Leipzig organisiert wurde. Moderiert von einer Studentin plauderte Nina MacKay über ihre Bücher, kommende Projekte und über das Autorensein an sich. Wie immer ein absolutes Highlight. Auch im Anschluss ging es um das Autorensein, denn April Dawson und Kara Atkin schilderten in den Instagram-Stories des LYX Verlags ihre Anfänge als Autor, ihre ersten Erfolge und ihre ultimativen Schreibtipps.

Am späten Nachmittag stand jedoch das eine emotionale Extrem an. Die gefeierte und prämierte Krimiautorin Zoë Beck stellte ihr neuestes Buch, einen Titel bei Reclam, namens „Depression. 100 Seiten“ vor. Dabei berichtete sie eindrücklich im Gespräch auf dem Blauen Sofa von ihren eigenen Erfahrungen, ihrer Erkrankung und den Folgen, die dies auf ihr berufliches und privates Leben und Umfeld ausübt. Sehr emotional – und viel zu selten beleuchtet. Und so ist es nur zu begrüßen, dass das ZDF, einer der Mitinitiatoren des Blauen Sofas, im Zuge des Gesprächs durch den Moderator auch eine Sondersendung des „Aspekte“-Formats zum Thema Depression ankündigte.

Zum Abschluss des Tages dann das andere Extrem. Im Livestream für den LYX Verlag sprach Anne Pätzold zwar auch über ihre Bücher, aber genauso häufig über ihre große Liebe zu K-Pop, zu Manga, Anime und allem, was damit zusammenhängt. Marketingtechnisch vielleicht nicht ideal, aber unglaublich sympathisch und authentisch – wobei ich mir aber zumindest einen kleinen Leseabschnitt gewünscht hätte. Damit endete auch bereits der Samstag – und das Ende der Messe ist in Sicht. Was ich am heutigen Sonntag erlebt habe – oder noch erlebe – darüber dann morgen mehr :).

[LBM2021] Tag 2: Von Grenzen und ganz großen Gefühlen

Gestern stand bereits der zweite Tag der Leipziger Buchmesse an. Nachdem der erste Tag ja noch etwas kulturlastig war, spiegelte der Messefreitag meinen persönlichen Lesegeschmack besser wieder und wurde auch von zwei meiner absoluten Lieblingsautorinnen eingerahmt: Bianca Iosivoni und Stella Tack.

Wie angedeutet, begann der Tag mit Bianca Iosivoni, die zusammen mit Morgane Moncomble vom LYX Verlag per Instagram-Stories zum Thema Schreibroutinen interviewt wurde – ein spannender Einblick in den Alltag der beiden. Auch im Anschluss blieb ich bei einer Autorin des Verlags und – die Brücke zum Vortag schlagend – lauschte einer Lesung und Buchpräsentation von Anabelle Stehl, die von einer Studentin der HTWK Leipzig zu ihrem neuesten Roman „Breakaway“ interviewt wurde – hochspannend und supersympathisch. Bewundernswert, wie es ihr gelungen ist, als Bloggerin mit ihren Debütprojekten direkt zu einem so renommierten Verlag zu kommen.

So ganz ohne Kultur und Politik kam der Tag dann allerdings doch nicht aus. Am Nachmittag sah ich mir ein Gespräch auf dem Blauen Sofa zum Buch „Grenzerfahrungen“ an. Der Autor – und Bundestagspräsident – Dr. Wolfgang Schäuble diskutierte mit der Moderatorin Vivian Perkovic über aktuelle politische Entwicklungen, über sein Buch und über die Gesellschaft und knüpfte so nahtlos an die Diskussion vom Donnerstag zwischen Gesine Schwan, Michael Seemann und Bernd Stegemann an. Einziges Ärgernis: Die nicht ganz klaren Startzeiten und inhaltlichen Änderungen der Veranstaltungen auf dem Blauen Sofa, die sehr starken Schwankungen zu unterliegen scheinen. So startete auch die Diskussion mit Wolfgang Schäuble deutlich früher als angekündigt. Glücklicherweise kann man in Digitalformaten zurückspulen …

Zum Abschluss des Tages lud die Verlagsgruppe Droemer Knaur zum Romance Talk. Moderiert von Tina Lurz standen Nina Bilinszki, Lilly Lewis und – wie schon erwähnt – Stella Tack per Livestream Rede und Antwort. Unglaublich humorvoll sprachen sie über ihre Bücher, nahmen an lustigen Spielen teil und interagierten untereinander und mit den Zuschauern. Die leichten technischen Probleme taten dabei der tollen Stimmung keinen Abbruch. Mit diesem Highlight endete der Freitag, sodass die Hälfte der Messe bereits hinter mir lag. Doch auch am dritten Tag standen wieder einige tolle Veranstaltungen auf dem Programm – doch dazu morgen mehr =).

[LBM2021] Tag 0 und Tag 1: Ein Kickoff der anderen Art

Gestern startete die diesjährige Leipziger Buchmesse. Okay, das stimmt so nicht – sondern lediglich das Lesefestival „Leipzig Liest Extra“ und viele Veranstaltungen von Verlagen, die ein Messeersatzprogramm im Digitalen veranstalten. Und auch wenn dies die Messe einfach nicht ersetzen kann, habe ich trotzdem an einigen Veranstaltungen teilgenommen und werde dies auch in den nächsten Tagen noch tun. Alles, in der Hoffnung, dass diese LBM die letzte große Messe ist, die ausfällt, und wir uns spätestens im Herbst in Frankfurt alle wiedertreffen können.

Für mich begann der Veranstaltungsreigen im Übrigen bereits einen Tag vorher, mit den Kickoff-Veranstaltungen der „Buchmesse@home“ der Bastei Lübbe AG zum Thema „Mut“. So wurden zuerst die Autorinnen Anne Prettin („Die vier Gezeiten„) und Ulla Mothes („Geteilte Träume„) von Margarete von Schwarzkopf über ihre neuen Familiensagen interviewt, die beide auch dunkle und spannende Kapitel der deutschen Geschichte abdecken. Im Anschluss wurde mit dem ersten Band der „Underworld Chronicles“ eine neue Urban-Fantasy-Reihe von Kelly Oram vorgestellt, die diese mit ihrem Mann Josh zusammen unter dem Pseudonym Jackie May veröffentlicht. Spannend, fantastisch – und ein absolutes Must-Read. Band 1 ist danach direkt in meinen Warenkorb gehüpft.

Verglichen zu dem Vorabend war der erste „offizielle“ Messetag dagegen für mich relativ ruhig – und etwas kulturlastiger. So startete ich in den Tag mit einem Gespräch auf dem Blauen Sofa. Bénédicte Savoy referierte zum Thema Kulturerbe, Kunstraub und Beutekunst und stellte ihr neuestes Buch „Afrikas Kampf um seine Kunst“ vor. Im Anschluss sah ich mir Interviews auf dem LYX-Kanal mit Sarah Sprinz und Anabelle Stehl zum Thema „Uni-Setting in New-Adult-Romanen“ an. Faszinierend, wenn man bedenkt, dass Anabelles Romane entgegen dem üblichen Trend in Deutschland spielen. [Spoiler alert: Auch an Tag zwei der Buchmesse begleiteten mich Anabelles Bücher :)]

Für den Abschluss des Tages sorgte eine hochpolitische Diskussion auf dem Blauen Sofa. Gesine Schwan, Michael Seemann und Bernd Stegemann diskutierten zur Frage „Wie verändern Plattformen die Demokratie?“. Moderiert von Vivian Perkovic, entstand schnell ein sehr lebhaftes Gespräch über Globalisierung und den Fokus auf kleine Communitys, über Vor- und Nachteile großer Plattformen und deren Macht im vorpolitischen Raum. Teils sehr theorielastig war es doch anrührend zu sehen, wie stark und vehement Gesine Schwan versuchte, den Wert von Kommunikation wieder in den Fokus allen Handelns zu rücken.

Damit endete auch schon mein Messetag, der mich sehr entspannt zurück- und mich sogar das Gedränge, die Müdigkeit und Schmerzen einer Livemesse vermissen ließ. Wie sah das bei Euch aus? Habt Ihr überhaupt Veranstaltungen der Messe besucht?

[FBM2020] Tag3 – Ein Tag ganz im Zeichen der Jugend

Gestern war der dritte Tag der diesjährigen Frankfurter Buchmesse und – wie der Titel schon sagt – bei mir stand er ganz im Zeichen der Jugend.

So begann das Programm für mich am Vormittag mit der Buchvorstellung eines absoluten Jugendidols, denn auf dem Blauen Sofa nahm Campino Platz und präsentierte sein bei Piper erschienenes Buch „Hope Street. Wie ich einmal englischer Meister wurde“. Leider fiel meine zweite für den Nachmittag geplante Veranstaltung anscheinend aus, denn – trotz Ankündigung – ist der Slot von Katja Ebstein auf dem Blauen Sofa durch einen anderen Programmpunkt ersetzt worden. Daraufhin schaute ich kurzfristig ein Interview mit Hanna Caspian über ihre hunderttausendfach verkaufte „Gut Greifenau“-Reihe, die bei mir leider noch subbt.

Mein Abendprogramm startete mit der Preisverleihung des Deutschen Jugendliteraturpreises 2020 unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin Dr. Franziska Giffey – herzlichen Glückwunsch noch an Cornelia Funke für den Sonderpreis fürs Lebenswerk -, bevor ich ihn gemütlich mit einem Livestream des Loewe Verlags ausklingen ließ. Stefanie Hasse und Katharina Herzog plauderten eine Stunde lang über ihre neuen Bücher „Magic Tales – Verhext um Mitternacht“ und „Die Nebel von Skye“, über Messeerlebnisse, den Schreiballtag und die Herausforderungen der aktuellen Zeit. Supersympathisch – und ein gelungener Abschluss.

[FBM2020] Tag2 – Wort! Satz! Buch!

Während sich der heutige, dritte, Messetag ganz um Jugendbücher und Jugendidole dreht, bestach mein gestriger Messedonnerstag ganz durch ein kulturell wertvolles Programm. So begann der Tag direkt mit einem gewagtem Statement von Bundesminister Gerd Müller, der in seinem Buch „Umdenken“ erklärt, das eine Welt ohne Hunger möglich sei und dies über 10 Jahre insgesamt nur 14 Milliarden Euro kosten würde. Und ebendieses Buch stellte er auf dem Blauen Sofa vor, sprach über Entwicklungshilfe und die Rolle Europas. Mittags nahm Andrea Petkovic, Tennis-Superstar, auf der ARD-Bühne Platz und präsentierte im Gespräch mit Bärbel Schäfer ihr Debüt „Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht“ – ein autofiktiver Band an Erzählungen.

Nachmittags ging es dann weiter mit Dr. Norbert Lammert, der auf dem Blauen Sofa einen von ihm herausgegebenen Sammelband über Personen und Ereignisse, die die CDU in den letzten Generationen geprägt haben, präsentierte, bevor ebenfalls auf dem Blauen Sofa Bernhard Schlink sein neuestes Werk „Abschiedsfarben“ vorstellte – ebenfalls eine Sammlung von Erzählungen. Damit endete auch schon mein zweiter Messetag nach vier Veranstaltungen, auch für heute sind vorerst wieder vier eingeplant. Der Bericht dazu folgt – wie üblich – dann am morgigen Tag =).

[FBM2019] Tag 5 – Von Düften, Drachen und dunklen Geheimnissen

IMG-20191020-WA0091Und schon war gestern der fünfte Messetag angebrochen. Ein letztes Mal betrat ich kurz nach neun die Messehalle, unterhielt mich mit einigen Pressebetreuern, die selbst bloggen und zeichnen, und machte mich dann auf den Weg zur ersten Veranstaltung des Tages, einem Meet & Greet mit Nina MacKay, von der ich mir „Black Forest High: Ghostseer“ signieren ließ. Neben Nina nahmen unter anderem auch noch Tanja Voosen, Julia Dippel, Nica Stevens, Stefanie Hasse und Marie Graßhoff an dem Meet & Greet teil.

20191020_121246Im Anschluss wollte ich eine Veranstaltung mit Jostein Gaarder auf dem Blauen Sofa besuchen, doch diese fiel leider krankheitsbedingt aus. Spontan wechselte ich daher ins Lesezelt und sah mir die Buchvorstellung von „Das falsche Spiel der Meisterin“ an, dem dritten Band in Anna Ruhes Reihe um „Die Duftapotheke“.

20191020_131529Danach ging es dann für mich doch noch zum Blauen Sofa, auf dem zur Mittagszeit Jojo Moyes Platz nahm. Die Autorin vieler Weltbestseller stellte dort nicht nur ihr neuestes Buch „Wie ein Leuchten in tiefer Nacht“ vor, sondern sprach auch über den Brexit und die angekündigte Friendship-Tour.

20191020_141907Das Nachmittagsprogramm begann mit einer Lesung aus „Elya 1: Der weiße Drache“ von Dana Müller-Braun, die von zwei Schauspielern begleitet wurde, die Figuren aus ihrem Roman als Cosplay verkörperten. Ein tolles Bild – auch wenn mir ein Elya-Cosplay noch besser gefallen hätte :).

20191020_151603Und dann war es soweit – die letzte Veranstaltung der Messe für mich stand an. Erneut im Lesezelt stellte Karen M. McManus „Two Can Keep a Secret“ vor, ihr zweiter Roman nach dem Weltbestseller „One of Us Is Lying“. Beklemmende, düstere Jugendthriller – die sicherlich auch bald auf meiner Leseliste landen!

IMG-20191020-WA0103Zum Abschluss der Messe bummelte ich durch die Cosplay-Area, sah mir die Stände der Zeichner und Händler an und kaufte einige Postkarten, ein Poster und eine Funko-Figur. Damit endete die FBM für mich dieses Jahr – und der mittlerweile eingesetzte Messeblues wird nur dadurch gemildert, dass es in drei Wochen noch zum Lit.Love-Lesefestival geht. In den nächsten Tagen werde ich dann noch die Messe“ausbeute“ für Euch fotografieren – und ein großes Gewinnspiel ist auch angedacht – also bleibt wachsam!

[FBM2019] Tag 1 – Von hoher Kultur und der ganz großen Politik

Gestern war es endlich soweit – die FBM öffnete ihre Pforten und, fast pünktlich, um kurz nach neun betrat auch ich das Messegelände. Nachdem ich mir die Presseinformationen abgeholt und meinen Laptop eingeschlossen hatte (auf dem ich vorbildlich während der Zugfahrt noch die Rezension zu Nina MacKays „Black Forest High: Ghostseer“ getippt hatte), begab ich mich auf Erkundungstour. Das gestrige Tagsprogramm war sehr kultur- und politiklastig, bevor es dann bis zum Sonntag Tag für Tag immer mehr in den Unterhaltungsbereich abgleitet.

20191016_110403Den Anfang machte, nach einer kurzen Tour durch Halle 3.0, Bundespräsident Joachim Gauck. Er stellte auf dem Blauen Sofa sein Buch „Toleranz: einfach schwer“ vor, sprach über seine Erlebnisse zur Zeit des Mauerfalls und das Konzept der auch kämpferischen Toleranz. Ein beeindruckender, intensiver Appell, für den er auch im Vorfeld viel Kritik eingesteckt hat, der aber – auch deswegen – umso wichtiger ist.

20191016_111732Im Anschluss ging es direkt für mich auf dem Blauen Sofa mit Sasa Stanisic weiter. Wer jetzt denkt, ich habe einfach sitzen bleiben können – liegt falsch. Denn beide Veranstaltungen waren, obwohl der Mittwoch der entspannteste Messetag ist, bereits so gut besucht, dass ich nur stehen konnte. Der frisch gekürte Träger des Deutschen Buchpreises las nicht nur aus seinem Buch „Herkunft“, sondern kritisierte auch wie bereits in seiner Preisträgerrede die Verleihung des Literaturnobelpreises an Peter Handke.

20191016_144330Nach einer Mittagspause, in der ich zufällig auch Nora Bendzko traf und Halle 3.1 erkundete, setzte sich mein Tagesprogramm für zwei Veranstaltungen am Stand des Magazins „Der SPIEGEL“ fort. Den Anfang machte Denis Yücel, der sowohl sein Buch „Agentterrorist“ vorstellte, als auch über seine Zeit im türkischen Gefängnis sprach. Erstaunlicherweise ging er dabei kaum auf die aktuellen politischen Entwicklungen in der Region ein.

20191016_145508Direkt danach (dieses Mal konnte ich sitzen bleiben^^): Miku Sophie Kühmel mit ihrem Debütroman „Kintsugi“. Die junge Autorin stellte ihr Buch, ihr Kammerspiel über ein älteres, schwules Pärchen vor und las den unglaublich melodischen Anfang des Werkes. Das reichte bereits, um zu erkennen, dass sie dafür zurecht mit dem Aspekte-Literaturpreis für das beste Debüt des Jahres ausgezeichnet wurde – und ganz nebenbei auch auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis stand. Beeindruckend!

20191016_165651Nachdem ich mir im Anschluss „Californias Next Magician“ von Isabel Kritzer (ich bin so gespannt!) signieren ließ und mich kurz bei meiner neuen Verlagsheimat, dem Zeilengold Verlag, vorstellte, besuchte ich zum Tagesausklang den Ehrengast-Pavillon. Dort stellte auf der Hauptbühne Jo Nesbo seinen neuen Roman „Messer“ vor, und sprach auch über seine Musik – und über das Klettern, eines seiner größten Hobbies.

20191016_172048Bevor es in den gemütlichen Teil, zur Happy Hour dort, überging, las noch Jan Erik Vold einige Gedichte in deutscher, norwegischer und englischer Sprache, teils sehr bizarr, aber immer begleitet vom wunderschönen Harfenspiel von Ellen Bodtker. Nach der Happy Hour besuchte ich noch kurz meine Freunde beim Kunstanstifter Verlag, der dieses Jahr mit dem Verlagspreis gewürdigt wurde – und mehrfach für den Jugendliteraturpreis nominiert ist. Die Daumen sind gedrückt!

Nach dem kulturellen Programm steht heute etwas Entspannung an. Neben der Preisverleihung zum Storyteller Award freue ich mich vor allem darauf, Freunde und Bekannte zu treffen – und endlich „Winters zerbrechlicher Fluch“ von Julia Adrian in den Händen zu halten.

[FBM2018] Tag 2 – Von Enttäuschungen und großen Siegen

Auch am Messedonnerstag betrat ich (nach fast vierzig Minuten Verspätung mit dem Zug, was mich das Frühstück kostete) erneut um genau 09:00 Uhr die Messehallen. Warum ich mich so gehetzt hatte, erschloss sich mir bereits kurze Zeit später nicht, da ich ziemlich enttäuscht feststellen musste, dass meine erste geplante Veranstaltung des Tages nicht stattfand. Obwohl im Messeprogramm um 09:30 eine Buchvorstellung zu den NSU-Prozessen auf dem Blauen Sofa eingetragen war (auch direkt um 09:30 noch), sollte das Programm dort laut deren eigenem Plan erst um 10 beginnen. Noch enttäuschter als von dem Ausfall der Veranstaltung, war ich aber von den Reaktionen der dortigen 20181011_100830Sendungsleitung, die darauf verwies, man hätte ja die Flyer des Standes als Programm lesen können, und der die Verantwortung für die Eintragungen in der Messe-App auf die Messe schob. Aus Frust besuchte ich daher um 10 Uhr einen Vortrag zur DSGVO mit einem Rechtsanwalt des Börsenvereines, der einen guten Überblick lieferte, aber wenig Neues brachte – und auch sehr vage blieb, damit er nicht als Rechtsberatung ausgelegt werden konnte.

20181011_120716Im Anschluss lief ich etwas durch die Hallen und traf auf Ava Reed und Nina MacKay, von denen ich mir direkt die mitgebrachten Bücher signieren ließ, um das Wochenendprogramm etwas zu entlasten. Dann stand auch schon die zweite Veranstaltung des Tages an – eine Buchvorstellung von Stephan Thomes „Gott der Barbaren“, ein historischer Roman, der in China spielt. Der Roman stand ebenfalls auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2018. Im Gespräch mit Literaturkritiker Denis Scheck punktete der Autor nicht nur mit Witz, sondern auch mit Episoden aus seinem eigenen Leben, das den Grundstein für sein Faible für den asiatischen Raum legte.

20181011_135532_001Nach dem Mittag begab ich mich zum obligatorischen Highlight des Messedonnerstags – der diesjährigen Verleihung des Kindle Storyteller Awards. Nach der Vorstellung der Jury (mit B. C. Schiller und Franziska van Almsick) und einer Art Poetry-Slam-Einlage ging es auch direkt in die vollen, und die Nominierten für den Storyteller Award und den Storyteller X Award wurden vorgestellt. Die Preise gingen an: Lemonbits (Corinna Rindlisbacher) mit „Die Monstertrickserin“ (Storyteller X) und Ella Zeiss: „Wie Gräser im Wind: Tage des Sturms“ (Storyteller). Besonders über die Preisträgerin des Storyteller Awards freute ich mich sehr, da einerseits 20181011_152307Ella Zeiss ein Pseudonym der Autorin Elvira Zeißler ist, die ich bereits im Rahmen der Loveletter Convention als sehr sympathische, nette und bodenständige Autorin kennengelernt habe, und andererseits, da mich das Genre des historischen Romans fasziniert. Beide Preisträger zusammen mit der Jury findet ihr auf dem Foto oben rechts, die Bücher der Shortlist inklusive der Gewinnertitel unten links. Nach der Verleihung fand standesgemäß ein kurzer Sektempfang statt, bevor die Nominierten und Preisträger dann Leseexemplare der Shortlisttitel für Leser und für die Presse signierten – vielen Dank an dieser Stelle auch an Kindle Direct Publishing für die Bereitstellung der Lese-/Signierexemplare.

20181011_171221Danach besuchte ich die offizielle Signierstunde von Lin Rina, deren Buch „Animant Crumbs Staubchronik“ ich gestern ja erst rezensiert habe. Zum Abschluss nahm ich noch ein Gespräch mit Jonas Jonasson am Spiegel-Stand mit, das erstaunlich schlecht besucht war, wenn man die Popularität des Autoren berücksichtigt. Davon ließ er sich allerdings nicht beirren, und war unglaublich eloquent und witzig. Eigentlich hatte ich ja geplant, danach noch als Abendveranstaltung die Verleihung der Frankfurter Buchmesse Film Awards zu besuchen, ließ sie aber dann doch aus, um mit den Kräften etwas zu hausieren. Ohnehin steht im Laufe der Woche am Samstag ja noch eine Abendveranstaltung auf dem Programm – die Vorstellung der Autobiografie von Otto Waalkes. Das wird ein Spaß!

[FBM2017] Tag 2 – Entspannt durchs Programm

Obwohl heute schon mehr auf dem Plan stand als gestern, hatte ich doch das Gefühl, dass ich das Programm heute etwas entspannter hinter mich gebracht habe. Aber das ist eh nur die Ruhe vor dem Sturm, der ab dem Wochenende losgeht.

20171012_100417Als erster Programmpunkt stand heute eine Buchvorstellung eines emerierten Professors meiner Alma Mater an. Prof. Gerd Theißen präsentierte seinen Roman „Der Anwalt des Paulus“, eine Darstellung und Auseinandersetzung mit dem Wirken des Apostels in Romanform. Durchaus mal etwas anderes, aber nicht minder spannend.

Bevor es dann weiter zum nächsten Programmpunkt ging, schrieb ich traditionell eine 20171012_123527Rezension aus dem Pressezentrum der Messe (kann hier abgerufen werden), ein Foto davon befindet sich in der Bildersammlung am Ende des Posts. Im Anschluss hatte ich die Chance, der Buchvorstellung von Julia Wolfs „Walter Nowak bleibt liegen“ zu lauschen, die ihr neuestes Werk auf der ARD-Bühne präsentierte, moderiert von Bärbel Schäfer. Allein die kurz vorgetragene Textstelle zeugte von so unglaublichem Sprachgefühl und -Verstand, dass ich mir (wie viele andere) immer noch verwundert die Augen reibe, dass das Buch den Sprung von der Longlist auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises verpasst hat.

Dann kam auch schon das Tageshighlight: Die Verleihung des Kindle-Storyteller-Awards und die Verleihung des Kindle-Storyteller-X-Awards. Fangen wir mit letzterem an. Der Storyteller-X-Award wird für außergewöhnliche, mutige und experimentelle Texte vergeben und gewonnen hat: Toralf Sperschneider mit „Kleine Kreise EGOismen“. Sehr schade, denn mit Kea von Garnier war eine Lyrikerin nominiert. LYRIK! Im Selfpublisher-Bereich. Auf der großen Bühne. Dass ich das noch erleben durfte (Bild von ihr mit dem Finalistenaward am Beitragsende). Mit der Verleihung des „richtigen“ Storyteller-Awards war ich indes hochzufrieden – die Gala wurde übrigens von Nazan Eckes moderiert. Gegen eine starke Konkurrenz aus u.a. Emma Wagner und Elke Bergsma setzte sich zuletzt Fantasy-Autorin, und fantastischer Leseherbst-/Lesefrühlings-Mitorganisatorin Mira Valentin 20171012_134000durch, die im Cosplay zu ihrem Buch „Der Mitreiser und die Überfliegerin“ erschienen war. Im Anschluss wurden fleißig Rezensions-/Leseexemplare von Amazon bereitgestellt und signiert. Ich habe allerdings nicht die Bücher aller acht Finalisten mitgenommen, sondern neben den Siegertiteln nur noch die, die mich wirklich interessiert haben (Emma Wagner, Kea von Garnier und einen weiteren Finalistentitel des X-Awards von Kera Rachel Cook). Ein Bild aller Bücher, die ich mir signieren lassen habe, ist ebenfalls am Beitragsende zu finden.

Am frühen Nachmittag dann meine obligatorische Weiterbildungsveranstaltung des 20171012_150409(0)Tages, organisiert von BoD zum Thema Blogger-Relations. Die Beauftrage für Blogrelations Ute Nöth (Carlsen), die Autorin Sarah Saxx, die Bloggerin Anabelle Stehl (stehlblueten.de) und der Moderator Thorsten Simon (BoD) diskutierten leidenschaftlich, auch unter Einbindung des Publikums, über die Zusammenarbeit von Autoren, Verlagen und Bloggern, über Wünsche und No Go’s. Eine tolle Veranstaltung, die ich ja auch im letzten Jahr bereits besucht hatte (damals mit Laura Newman für die Autorenseite).

Zum Abschluss ließ ich es mir nicht nehmen, die Veranstaltung eines der 20171012_163528deutschsprachigen Schriftsteller der letzten Jahre zu besuchen. Auf dem Blauen Sofa hatte Daniel Kehlmann Platz genommen, um sein neuestes Werk „Tyll“ vorzustellen, ein historisches Buch zur Zeit des 30-jährigen Krieges. Die erste Veranstaltung, die so voll war, dass ich keinen Sitzplatz mehr bekommen habe :D. Danach ließ ich die Messe gemütlich ausklingen und schlenderte ein erstes Mal durch die Halle des Ehrengastes, Frankreich. Oh, und ich wurde heute zum ersten Mal auf meine Ravenclaw-Utensilien angesprochen – nicht wie erwartet von einem Blogger oder Zeilenspringer, sondern von einer der Betreuerinnen im Pressebereich. Ich habe ihr bereits für Sonntag meinen Schal angekündigt 😀 – nun muss ich ihn wohl dann auch tragen, oh man, das wird heiß.

Hier noch die versprochenen weiteren Messeimpressionen, heute allerdings nur ein paar wenige.