[FBM2020] Tag3 – Ein Tag ganz im Zeichen der Jugend

Gestern war der dritte Tag der diesjährigen Frankfurter Buchmesse und – wie der Titel schon sagt – bei mir stand er ganz im Zeichen der Jugend.

So begann das Programm für mich am Vormittag mit der Buchvorstellung eines absoluten Jugendidols, denn auf dem Blauen Sofa nahm Campino Platz und präsentierte sein bei Piper erschienenes Buch „Hope Street. Wie ich einmal englischer Meister wurde“. Leider fiel meine zweite für den Nachmittag geplante Veranstaltung anscheinend aus, denn – trotz Ankündigung – ist der Slot von Katja Ebstein auf dem Blauen Sofa durch einen anderen Programmpunkt ersetzt worden. Daraufhin schaute ich kurzfristig ein Interview mit Hanna Caspian über ihre hunderttausendfach verkaufte „Gut Greifenau“-Reihe, die bei mir leider noch subbt.

Mein Abendprogramm startete mit der Preisverleihung des Deutschen Jugendliteraturpreises 2020 unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin Dr. Franziska Giffey – herzlichen Glückwunsch noch an Cornelia Funke für den Sonderpreis fürs Lebenswerk -, bevor ich ihn gemütlich mit einem Livestream des Loewe Verlags ausklingen ließ. Stefanie Hasse und Katharina Herzog plauderten eine Stunde lang über ihre neuen Bücher „Magic Tales – Verhext um Mitternacht“ und „Die Nebel von Skye“, über Messeerlebnisse, den Schreiballtag und die Herausforderungen der aktuellen Zeit. Supersympathisch – und ein gelungener Abschluss.

[FBM2020] Das Online-Event

Ab Morgen findet die FBM2020 statt – online und teils auch im Rahmen von Lesungen über die Stadt verteilt. Da Frankfurt mittlerweile aber auch zum Risikogebiet erklärt worden ist und die Inzidenzzahl 50/100.000 überschritten ist, habe ich mich entschlossen, auf die Live-Events gänzlich zu verzichten und nur an an der Online-Messe teilzunehmen – zumindest an einigen, ausgewählten Events – es ist halt nicht das gleiche :(.

Trotzdem bin ich den Verlagen und AutorInnen sehr dankbar, für das Programm, was sie auf die Beine gestellt haben, um die Leser und Leserinnen zu unterhalten, in buchige Welten zu entführen und den Alltag für einige Augenblicke vergessen zu lassen.

Erste Highlights sind zum Beispiel der Livestream von Ava Reed für Lyx am Messesamstag um 20:00 Uhr oder der Livestream von Stefanie Hasse und Katharina Herzog am Freitag um 19:00 für Loewe. Interessiert bin ich auch an der Verleihung des Deutschen Jugendliteraturpreises 2020 am Freitag um 17:30 oder an dem Interview mit Luca Di Fulvio am MIttwoch um 18:00 Uhr für Lübbe.

An welchen Veranstaltungen ich schlussendlich wirklich teilnehme, kann ich noch nicht sagen – aber natürlich halte ich Euch hier auf dem Laufenden. Falls jemand noch Veranstaltungstipps hat – gern rein damit in die Kommentare =).

[Buchgedanken] Ulla Scheler: „Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen“

Heute, an meinem Geburtstag, möchte ich Euch ein Buch vorstellen, das mich regelrecht begeistert und auf den letzten Drücker einen Platz in meinen Jahreshighlights erobert hat. Es handelt sich um den Debütroman der bezaubernden Autorin Ulla Scheler: „Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen“. Das Buch ist 2016 unter dem Label „heyne>fliegt“ des Wilhelm Heyne Verlags in der Verlagsgruppe Random House GmbH erschienen und dem Genre Jugendbuch zuzuordnen. Die mir vorliegende Taschenbuchausgabe ist bereits aus der zweiten Auflage.

51klbkb1ipl-_sx328_bo1204203200_„Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen“ ist die Geschichte von Hanna und dem Graffitikünstler Ben, die Geschichte zweier Menschen, die kaum unterschiedlicher sein könnten, und die doch so viel verbindet. Nach dem Abitur fahren sie in Bens klapprigem Auto ins Ungewisse und landen am Meer, an einem legendenumrankten Strand. Eine Zeit voller Geschichten, Abenteuer, Mutproben und Überraschungen beginnt, eine intensive  Zeit, die die beiden näher zusammenbringt als jemals zuvor. Bis zu dem Tag, als sich die Ereignisse wiederholen …

Mir fehlen, irgendwie immernoch, die Worte, um dieses Buch auch nur ansatzweise adäquat zu beschreiben, selbst die Kurzzusammenfassung war bereits ein Kampf. „Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen“ ist nicht nur ein Buch, es ist auch ein wahrer Zitateschatz für alle Lebenslagen, ein Buch mit Passagen, so wundervoll, dass mir als Autor der Text ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Das war bereits seit dem Anfang des Buches klar, denn es beginnt mit einem der markantesten ersten Sätze, die ich je gelesen habe:

„Zu meinem achtzehnten Geburtstag schenkte mir mein bester Freund Ben eine Sachbeschädigung.“

Mal behutsam, mal intensiv, aber immer ehrlich und gefühlvoll führt Ulla Scheler den Leser mit zauberhaften Worten in die Geschichte, die einen nicht mehr loslässt. Durch die (glücklich gewählte) Ich-Perspektive von Hanna ist man so nah an der Handlung, leidet, lacht und fühlt mit der Protagonistin. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, und lässt sich gut lesen – ein beeindruckendes Debüt, für das die Autorin zurecht für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert war.

20171112_223806Die Handlung ist spannend, bietet unerwartete und überraschende Wendungen. Doch viel wichtiger als die Handlung sind in diesem Fall die eingebundenen Charaktere, nicht nur die Protagonisten Hanna und Ben, sondern auch die überzeugenden Nebencharaktere wie Chloe und Sam. Es ist erstaunlich und umso beeindruckender, dass ein Buch mit so wenig Charakteren auskommt und gleichsam so viel zu erzählen hat.

Auch die Umsetzung der Geschichte in Buchform überzeugt restlos, das Cover ist hochwertig geprägt und hat farbige Coverinnenseiten, der Buchsatz ist innovativ und gelungen, besonders die eingebauten Listen überzeugen. Lektorat und Korrektorat haben ebenfalls gute Arbeit geleistet.

Mein Fazit? „Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen“ ist ein überragendes Debüt von Ulla Scheler, das sich vor Genregrößen wie John Green nicht zu verstecken braucht. Der Roman punktet mit starken Charakteren und einer gefühlvollen, eindringlichen Sprache. Bedenkenlos zu empfehlen – und für mich eines der Bücher meines Lesejahres. Ich freue mich bereits jetzt auf „Und wenn die Welt verbrennt“, das zweite Buch der Autorin, das ganz oben auf meiner Leseliste für 2018 liegt.

Ps: Ich habe das Gefühl, dass diese Rezension noch nicht ansatzweise ausreicht, mir noch dutzende Gedanken im Kopf herumschwirren. Sofern sich dies weiter aufklart, werde ich vielleicht noch den ein oder anderen Satz ergänzen.

[LBM2017] Tag 2 – die Ruhe vor dem Sturm

Wie bereits angekündigt ließ ich es heute etwas ruhiger angehen, um etwas Kraft für den morgigen Tag zu sparen, der mir nicht nur viele Treffen mit Kollegen, sondern auch tolle Veranstaltungen mit Valentina Fast und Ava Reed bringen soll. Daher heute für Euch nur das Bild einer Lesung und einige erste Messeimpressionen :).20170324_105023

Zu Beginn des Tages besuchte ich direkt eine Lesung von Anne Freytag, die aus ihrem neuen Buch „Den Mund voll ungesagter Dinge“ las. Anne Freytag, gerade für ihr Vorgängerwerk „Mein bester letzter Sommer“ mit einer Nominierung für den Deutschen Jugendliteraturpreis bedacht, fesselte mit ihrer Lesung das gesamte Publikum und ließ uns an dem Leben der 17-jährigen Sophie teilhaben.

20170324_123625Im Anschluss stöberte ich ein bisschen durch die Hallen, hörte mir einen Teil der Lesung von Liane Mars an und bewunderte den Stand von Iny Lorentz, die sich in diesem Jahr einen eigenen Messestand voller historischer Romane gegönnt haben. Sie verwalten ihn selbst und stehen dort beide bereit, um mit Fans zu reden, Autogrammwünschen nachzukommen und Fotos zu machen. Trotz Millionen-Auflagen komplett auf dem Boden geblieben – ein Vorbild für jeden Autoren.

Zur Mittagszeit ging es zum großen NaNoWriYeah-Treffen. Dort haben sich alle teilnehmenden Verlagsimprints (be beyond [Bastei Lübbe], Dark Diamonds & Impress [Carlsen], Forever & Midnight [Ullstein], Feelings & Topkrimi [Droemer Knaur]), sowie die Initiatoren und Moderatoren der Gruppe (Nina MacKay, Isabell Schmitt-Egner, Nicole Gozdek und Andi Dutter) vorgestellt. Es war toll, auch mal in echt die Menschen kennenzulernen, die hinter dem Mammutprojekt stehen.

Am Nachmittag schlenderte ich zum ersten Mal gemütlich durch die Halle der Manga Comic Convention. Tolle Cosplays, interessante Stände und Verlosungen luden mich direkt ein, dort zu bleiben – ich hätte Stunden dort verbringen und ganz, ganz viel Geld ausgeben können^^. Immerhin ist ein neuer Funko bei mir eingezogen: Luke Skywalker als X-Wing-Flieger. Sicherlich werde ich mit etwas Muße am Sonntag nochmal über die Con laufen, mir vielleicht auch den ein oder anderen Zeichner ansehen und noch einige Kleinigkeiten kaufen.

Zum Abschluss des Tages ließ ich mir dann noch schnell beim Drachenmond-Verlag Bücher von Alexander Kopainski, Andi Dutter und Julia Adrian signieren. Die Verlagsbücher sind alle so schön – eigentlich hätte jedes einen Platz in meinem Regal verdient. Auch hier nochmal ein großes Lob an Astrid, die Designer Alex, Marie und Rica, sowie die vielen tollen Autoren (Julia! Dein Buch macht mich fertig!). Im Anschluss an die Signierstunde traf ich mich noch mit einigen netten Kollegen und ließ den Messetag bei Keks und Kuchen gemütlich ausklingen.

[LBM2017] Tag 1 – Von Preisträgern und Gewinnern

Und schon ist der erste Messetag vorbei und der Rückblick steht an :). Nachdem ich bereits Mittwoch angereist bin, konnte ich pünktlich kurz vor 10 die Messehallen stürmen. Nach obligatorischen Besuchen an den Ständen von Amrun, Carlsen und der LLC hatte ich mich mit dem Phantastischen Reiseführer, einem Blogplan und einer Goodiebag eingedeckt. So konnte das Programm starten. Auf dem Plan standen für heute einige Preisverleihungen 20170323_113305und Lesungen.

Den Anfang machte der Brendow Verlag, der jährlich den C. S. Lewis Preis für ein Romanprojekt verleiht, das auf innovative und unterhaltsame Weise sich mit christlichen Wertvorstellungen beschäftigt. Preisträger in diesem Jahr: Sebastian Pirling, seines Zeichens Science-Fiction-Lektor aus dem Heyne Verlag. Sein Romanprojekt (AT: „Der Kongress der Exegeten“, vsl. Erscheinungstermin Herbst 2018) spielt in einer dystopischen Zukunft, in der die Religion in der ganzen Galaxis verboten ist. Der vorgetragene Anfang und die Geschichte an sich machen definitiv Lust auf mehr.

20170323_124513Zur Mittagszeit ging es dann zur Lesung von Carolin Emrich, die auf der Messe ihren Debütroman „Elfenwächter 1 – Weg des Ordens“ vorstellt, erschienen im Sternensand Verlag. Trotz leichter Nervosität meisterte sie die Lesung ziemlich gut, besser, als ich es jedenfalls mir fürs erste Mal erträumen würde. Im Anschluss habe ich mir direkt ihr Buch signieren lassen, sowie „Rotkäppchen und der Hipster-Wolf“ von Autorin Nina MacKay und Coverdesignerin Marie Graßhoff.

Nach einer ausgedehnten Mittagspause nahm ich an der Buchpräsentation von „Das 20170323_151019Europa der Könige: Macht und Spiel an den Höfen des 17. und 18. Jahrhunderts“ von Leonhard Horowski teil. Für mich als Geschichtsnarr ein absoluter Pflichttermin – und sicherlich eine tolle Lektüre. „Das Europa der Könige“ war zudem nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch, der jedoch an ein anderes, historisches, Werk ging: „Maria Theresia. Eine Biographie“ von Barbara Stollberg-Rilinger.

Als Kontrastprogramm besuchte ich am Nachmittag die Lesung der Poetry-Slammerin Sandra Da Vina aus ihrem Buch „Hundert Meter Luftpolsterfolie“. Amüsante und lustige 20170323_211346Geschichten, exzellent vorgetragen. Als Highlight gab es von ihr neben der Signatur die Zeichnung eines kleinen Partynilpferds ins Buch.

Zum Abschluss besuchte ich die Seraph-Preisverleihung. Von einer 17-köpfigen Fachjury wurde Katharina Secks „Die silberne Königin“ als bestes Buch und Julia Langes (im Bild unten abgebildet) „Irrlichtfeuer“ als bestes Debüt ausgezeichnet. Ich freue mich besonders, dass es mit „Die silberne Königin“ ein Märchen getroffen hat – das Genre ist, nicht zuletzt auch dank Halo Summer und Julia Adrian, endgültig wieder im Bewusstsein aller angekommen.

20170323_173037Zwischen den Veranstaltungen traf ich viele Bekannte wieder – und sah sogar einige Blogger, die türkisfarbene Bänder im Rahmen der Aktion: #Buchbloggerbande trugen. Ich hoffe, in den nächsten Tagen noch mehr tolle Leute zu treffen! Und auch ich zählte am Tagesende zu den Gewinnern. Im zweiten Versuch gewann ich bei der Verlosung am LLC-Stand ein Ticket für die Convention im Mai. Da ich mir bisher noch keines gekauft hatte, kommt mir das sehr gelegen. Berlin – ich komme! Aber vorerst bleibe ich in Leipzig und sehe drei weiteren, spannenden Messetagen entgegen. Morgen unter anderem mit Anne Freytag, die gerade für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert wurde.