[Buchgedanken] Karen Finch: „Was früher blüht, ist länger tot“ (Helen & Ben 1)

In den letzten Tagen habe ich auch „Was früher blüht, ist länger tot“ von Karen Finch gelesen. Das Buch ist 2025 bei HarperCollins in der Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH veröffentlicht worden und als Kriminalroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

„Humbleham soll schöner werden!“ Der Ort im Herzen von Rutland will unbedingt den begehrten Preis „Rutland in Bloom“ für das schönste Dorf im County gewinnen. Doch unmittelbar vor dem Besuch der Jury kommt der Wirt des örtlichen Pubs bei einem schrecklichen Unfall ums Leben. Während Dorfpolizistin Helen Franklin noch klärt, wie es dazu kommen konnte, wird ein Jurymitglied auf offener Straße erschossen. Das ruft Scotland Yard auf den Plan: Ausgerechnet Ben Baxter, mit dem Helen einmal liiert war, soll den Mord an dem Politiker aufklären. Und es ist nicht der letzte Todesfall inmitten der blühenden Pracht – offenbar will jemand den Sieg Humblehams um jeden Preis verhindern. Erst als sich Helen und Ben zusammenraufen, kommen sie einer perfiden Verschwörung auf die Spur, die sie zurück in die Vergangenheit führt …

„Was früher blüht ist länger tot“ ist der neue Roman von Karen Finch, einem Pseudonym der Autorin Karin Uhlig, die auch als Carine Bernard und als Karina Ewald Bücher veröffentlicht hat. Es handelt sich potentiell um den Beginn einer Buchreihe um Helen Franklin und Ben Baxter – ein Fortsetzungsband ist meines Wissens nach bereits geplant. Dabei lässt sich der Roman klar als Kriminalroman einordnen, zeigt zugleich aber auch Elemente von Cosy Crime, allerdings lassen die Ermittelnden und die Anzahl der Opfer eher auf einen klassisch angelegten Krimi schließen.

Die Handlung ist durchaus spannend und abwechslungsreich, wenn sich auch die Auflösung in Teilen durchaus relativ früh absehen lässt. Nichtsdestotrotz gelingt es der Autorin dennoch, die Leser:innen die ganze Zeit bei der Stange zu halten, auch durch den durchaus fein eingestreuten Humor, der gerade zu Anfang des Buches überzeugt. Zwar verbleiben im Hinblick auf die Arbeit der Polizei einige Fragen offen – aber insgesamt sorgt die Handlung doch für viel Spaß und angenehme Lesestunden. Gleichzeitig bietet die Geschichte auch viel Potential für Folgebände, insbesondere, was die persönliche Beziehung zwischen Helen und Ben angeht.

Das Setting ist naturgemäß gelungen. So entführt die Autorin die Leser:innen ins fiktive Örtchen Humbleham und andere Orte der Grafschaft Rutland, die idyllisch in den East Midlands liegt. Mit ganz viel Lokalkolorit und fast klischeehaften Vorstellungen wird der Leser ins englische Landleben geworfen, das von Dartturnieren, Reitausflügen, Teestunden und einem unglaublichen Zusammenhalt der Dorfbevölkerung geprägt ist. Nur am Rande werden hier weitere Themen wie die Situation von Flüchtlingen oder auch die von LGBTIQ+-Personen eingemengt, diese verbleiben aber sehr niederschwellig und treten fast vollends hinter der eigentlichen Handlung zurück.

Die einzelnen Figuren sind vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive – auch wenn aufgrund der schieren Fülle an Personen nicht alle in Gänze ausgearbeitet werden konnten – da kann im Folgeband dann noch nachgelegt werden. Begeistert haben vor allem Nebencharaktere wie Marian, Janet, Jill und Jeremy, während Helen teils nicht nachvollziehbar handelt und insbesondere in der Beziehung zu Ben noch sehr blockiert ist. Karen Finchs Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben im Wesentlichen ordentlich gearbeitet, das Covermotiv ist genretypisch – wenn man das Buch als Cosy Crime sieht. Nichtsdestotrotz fehlt dem Cover dann doch der Bezug zur Handlung und es ist – wie der ganze Umschlag – eher etwas eintönig und kein Eyecatcher. Es bleibt abzuwarten, ob es mit einem etwaigen Folgeband harmonisiert und für einen Wiedererkennungswert der Reihe als ganzes sorgen kann.

Mein Fazit? „Was früher blüht, ist länger tot“ ist ein vielversprechender Auftakt in die leicht cosy angelegte Krimireihe um Helen und Ben, der mit seinem Humor und dem tollen Setting punkten kann, die Auflösung aber bereits etwas zu früh andeutet. Für Leser:innen des Genres bedenkenlos zu empfehlen, ab einem Lesealter von etwa 13 Jahren.

London Calling | Doppelte Buchpost

In den nächsten Tagen habe ich wieder einige Rezensionen und Buchneuzugänge für Euch. Den Anfang machen heute „Love at First Knight“ von Megan Clawson (Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH), das mich als Rezensionsexemplar im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de erreichte, und „May Morrigans mysteriöse Morde“ von Katherine Black (Lübbe in der Bastei Lübbe AG), das als Rezensionsexemplar über die verlagseigene Bloggerjury zu mir kam – vielen Dank jeweils dafür! Beide Romane entführen die Leser dabei nach bzw. in die Nähe von London und spielen mit urbritischen Themen. Ich kann es daher kaum erwarten, mit Spannung und Liebe in eines meiner absoluten Lieblingssettings zurückzukehren, denn: London is calling!

Wart Ihr schon einmal in London?

Wunderschöne Rezensionsexemplare | Carlsen-Farbschnitte im Doppelpack

In den letzten Tagen erreichten mich auch diese beiden wunderschönen Bücher als Rezensionsexemplare. „London Royals. Der Kronprinz“ von Isabel Kritzer (Impress in der Carlsen Verlag GmbH) kam dabei als Teil einer Bloggerbox zu mir, „Moonlight Academy. Feenzauber“ von Julia Kuhn (ebenfalls Carlsen) im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür jeweils! Als Teil von Isabels Bloggerteam und als Testleser des Buches bin ich schon ganz auf die finale Version ihres Romans gespannt, der den Leser nach England entführt. Und auch Julias Buch geht in eine (geographisch) ähnliche Richtung, erkundet man doch mit der Protagonistin die geheime Feenwelt Irlands durch die Reise zur Moonlight Academy. Doch das ist nicht die einzige Gemeinsamkeit – sehen die beiden Romane mit ihren Farbschnitten nicht auch unglaublich toll aus?

England, Irland – oder doch ein ganz anderes Setting? Wo reist Ihr literarisch gern hin?

[Buchgedanken] Petra Schier: „Die Liebe des Pilgers“ (Pilger 3)

Vor kurzem habe ich auch „Die Liebe des Pilgers“ gelesen, den dritten Band der Pilger-Trilogie von Petra Schier. Das Buch ist 2023 bei HarperCollins in der Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH erschienen und als historischer Roman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Eine verbotene Liebe, die nur heimlich gelebt werden kann – Palmiro weiß, wie gefährlich das ist, und doch zerreißt es ihm das Herz, als der Mensch, mit dem er sein Leben verbringen möchte, Koblenz verlässt. Um sich abzulenken, stürzt er sich in sein noch junges Geschäft, den Handel mit kostbaren Pelzen und wertvollem Geschmeide, und wird immer mehr zum angesehenen und erfolgreichen Geschäftsmann. Doch Palmiro ahnt nicht, dass auch dieser Erfolg bedroht ist. Der ehemalige Inquisitor Erasmus von London hat geschworen, Palmiro der Ketzerei zu überführen. Er schreckt dabei vor nichts zurück und bringt damit auch Palmiros Freunde und Familie in Gefahr.

„Die Liebe des Pilgers“ ist nach „Das Kreuz des Pilgers“ und „Das Geheimnis des Pilgers“ der abschließende Band der Pilger-Trilogie, einem Spin-Off zur „Kreuz“-Trilogie („Die Eifelgräfin“, „Die Gewürzhändlerin“ und „Die Bastardtochter“). Dabei setzt der Roman die Handlung des Vorgängers nahtlos fort. Trotz der starken Konzentration auf die familiären Bindungen untereinander sehe ich das Buch weiterhin als klassischen historischen Roman und nicht als historische Familiensaga. Dieser ist allerdings nur schwerlich als Standalone lesbar. Zwar werden viele Punkte im Roman wieder aufgegriffen und (erneut) erklärt, dennoch ist Vorwissen sinnvoll und erleichtert zumindest das Verständnis.

Die Handlung ist abwechslungsreich und grundsätzlich spannend, auch wenn das große Finale der kompletten Trilogie hier leider doch etwas antiklimaktisch daherkommt. Zudem ist aufgrund der Vielzahl der Handlungsstränge die Handlung teils doch sehr langatmig, wird wenig stringent erzählt und geht, gerade im Mittelteil, doch wenig voran. Dabei fällt auch der Einstieg nicht ganz leicht aufgrund der schieren Masse an Personen, wird aber immerhin durch die vorangestellte Dramatis Personae etwas erleichtert.

Das Setting bleibt natürlich überzeugend. So entführt die Autorin den Leser ins mittelalterliche Koblenz, nimmt ihn unter anderem mit auf eine Reise nach Nürnberg, Colmar und England, in eine Welt zwischen Handel und Adel, zwischen Kirche und Sünde, zwischen Hoffnung und Schwermut. Dabei werden teils noch schwierigere Themen angesprochen wie in dem vorherigen Band, insgesamt überzeugt vor allem die Authentizität, die auf eine hinreichende Recherche schließen lässt, die aber den Lesefluss nicht allzu stark schmälert.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive und entwickeln sich durchaus im Vergleich zum letzten Band weiter. Hierbei können insbesondere wichtige Nebenrollen wie Elisabeth, Notker, Minta und Nilda überzeugen, während vor allem Genericus aber auch Mariana wenig nachvollziehbar handeln. Petra Schiers Schreibstil ist dabei, trotz der Authentizität, größtenteils leicht und flüssig zu lesen und lässt das Kopfkino sofort anspringen.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben im Wesentlichen ordentlich gearbeitet, der Buchumschlag ist auf dem Cover und dem Buchrücken leicht geprägt, eine vorangestellte Karte und Dramatis Personae runden die Handlung ab. Das Covermotiv und die Gesamtgestaltung sind genretypisch und passen sich gut in das Gesamtbild der Reihe ein, bieten aber wenig Überraschungen oder Highlights.

Mein Fazit? „Die Liebe des Pilgers“ ist ein im Wesentlichen gelungener Abschluss der Buchreihe, der durch sein Setting und interessante Figuren glänzt, aber doch etwas antiklimaktisch und mit Längen daherkommt. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – allerdings nicht als Standalone und ab einem Lesealter von 16 Jahren.

[Buchgedanken] Theresa Czerny: „Die wilden Pferde von Rydal Hill – Leuchtende Hügel“ (Valerie 1)

Vor kurzem habe ich „Die wilden Pferde von Rydal Hill – Leuchtende Hügel“ von Theresa Czerny gelesen. Das Buch ist 2023 im Magellan Verlag, Magellan GmbH & Co.KG erschienen und als Jugendbuch einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Als Valerie ihren Bruder im englischen Lake District besucht, will sie nur eines: eine Pause von Pferden. Wie hätte sie auch ahnen können, dass ihr hier in den Hügeln auf Schritt und Tritt wild lebende Ponys begegnen? Gegen ihren Willen ist Valerie fasziniert – von den Tieren und von Ben, dem Eigenbrötler, für den nichts zählt außer die Sicherheit seiner Pferde. Valerie hält seine Vorsicht für übertrieben, bis unerklärliche Ereignisse sie ins Grübeln bringen. Was – oder wer – steckt hinter den Unfällen von Bens Ponys? Wieso ranken sich um die wilden Herde so viele unheimliche Geschichten? Während der Sommer vergeht, erkennt Valerie: Wenn sie Ben helfen will, das Geheimnis der wilden Herde zu lüften, muss sie die Schatten der Vergangenheit abschütteln und neu anfangen.

„Die wilden Pferde von Rydal Hill – Leuchtende Hügel“ ist der Auftakt in eine vierbändige Buchreihe. Dabei lässt sich das Buch gleich mehreren Genres zuordnen. So ist es zwar unzweifelhaft ein Jugendbuch, hat aber auch phantastisch-mystische Aspekte, eine Young-Adult-Lovestory und ist – nicht zuletzt – ein Pferderoman. Der Einfachheit halber habe ich es aber bei der Kategorisierung als Jugendbuch belassen, da „Young-Adult Romantasy“ hier sicherlich falsche Vorstellungen und Erwartungen bei den Lesern wecken würde.

Die Handlung ist abwechslungsreich und durchaus mit unerwarteten Wendungen versehen, bleibt aber teils etwas komplikationslos und spannungsarm – etwas mehr Drama und Konflikte hätte man hier der Zielgruppe schon zumuten können. Die doch vorhandenen Probleme sind dafür altersgerecht. Leider werden zum Ende – das immerhin nicht in einem richtigen Cliffhanger besteht – nicht allzu viele Handlungsstränge zufriedenstellend aufgelöst, sodass das Buch nicht als Standalone gelesen werden kann oder zumindest sollte.

Das Setting ist hingegen brillant – aber das war hier auch zu erwarten. So entführt Theresa Czerny den Leser in den englischen Lake District, eine malerische Landschaft geprägt von Hügeln, Wäldern, kleinen Dörfern, Gehöften und – natürlich – einer Art von Wildpferden. Dabei ist die Liebe zur Natur, der Wert der Entschleunigung in der hektischen Gesellschaft auf jeder Seite zu spüren, wenn auch unter Berücksichtigung des Alters der Protagonisten die Lebensweise – abgesehen von dem ein oder anderen Videotelefonat – ungewöhnlich analog ist.

Die einzelnen Figuren sind im wesentlichen vielschichtig angelegt, teils aber noch etwas schematisch, was aber nicht tragisch ist, bleiben der Autorin doch noch drei weitere Bände, diese konsequent weiterzuentwickeln. Daher überzeugen derzeit vor allem Nebenfiguren wie Emmy, Sarah, Roger und Georgie. Theresa Czernys Schreibstil ist dabei leicht und flüssig zu lesen, altersgerecht und lässt das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung glänzt auf ganzer Linie. Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, der Buchsatz ist ordentlich. Der Buchdeckel ist auf dem Cover und Buchrücken hochwertig geprägt und mit farbigen Coverinnenseiten versehen, das wunderschöne Covermotiv zieht sich ebenfalls über Buchrücken und Coverrückseite und sorgt so für ein tolles Gesamtbild, lediglich der Klappentext auf der Coverrückseite wirkt etwas gedrängt. Es bleibt zudem abzuwarten, ob die weiteren Bände der Reihe dazu passend für einen hohen Wiedererkennungswert und einen einheitlichen Gesamteindruck sorgen.

Mein Fazit? „Die wilden Pferde von Rydal Hill – Leuchtende Hügel“ ist ein gelungener Start in die Buchreihe mit tollem Setting und einer abwechslungsreichen, wenn auch etwas konfliktarmen Handlung. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab dem vom Verlag angegebenen Lesealter von 13 Jahren.

(Neuerscheinung) „Wenn alte Wellen singen“

Heureka! Es ist vollbracht :). Bereits seit gestern halte ich mein Exemplar der Anthologie „Wenn alte Wellen singen“ in den Händen. Im Burgenweltverlag veröffentlicht, haben die Herausgeberinnen Isabella Benz und Michèle-Christin Jehs Mittelaltergeschichten gesammelt, in denen Wasser eine zentrale Rolle spielt.altewellen

Ab heute könnt Ihr es auch endlich bekommen 😉 – als e-Book (3,99€) und als Taschenbuch (228 S., 12,90€) ist es unter anderem bei Amazon oder auch im Verlagsshop erhältlich. Da der Burgenweltverlag auch auf der Leipziger Buchmesse ist, können alle Besucher das Buch dort auch am Verlagsstand bestaunen – aber mehr dazu im Laufe der nächsten Wochen in der Messevorbereitung und -Vorschau :).

Meine Geschichte „Das leise Klirren des Dolches“ spielt dabei vor dem Hintergrund des beginnenden hundertjährigen Krieges zwischen England und Frankreich und ist meine erste Veröffentlichung in meinem Lieblingsgenre (yeah!), der hoffentlich noch viele weitere folgen.

In dem Sinne wünsche ich Euch allen einen schönen Aschermittwoch
Erik