[Buchgedanken] Caroline Brinkmann: „Die Vereinten“

Passend zum Weltfrauentag möchte ich Euch heute eine starke, schöne und wundervolle Protagonistin vorstellen. Ich muss gestehen, es hat viel zu lang gedauert … Aber nachdem ich im letzten Jahr „Die Perfekten“ gelesen habe, bin ich nun endlich zu dem mehr als würdigen Nachfolger gekommen. „Die Vereinten“ von Caroline Brinkmann erschien als Hardcover 2018 im One Verlag, Bastei Lübbe AG, und ist als dystopischer Jugendroman einzuordnen.

41eDQteOmjL._SX338_BO1204203200_Sie ist Rain. Der Regen. Der Neuanfang. Er ist Lark. Der Verräter. Das Ende.
Gemeinsam werden sie dem Land Hope Frieden bringen – oder seinen Untergang besiegeln.

Rain und Lark haben während der Rebellion schwere Verluste erlitten, doch der Kampf um die Vorherrschaft in Hope ist noch nicht vorbei. Ein Kampf, bei dem sie auf unterschiedlichen Seiten stehen. Und ausgerechnet Lark, der sie damals an die Spines verraten hat, ist der Einzige, dem Rain jetzt trauen kann. Aber wird er wirklich hinter ihr stehen, wenn es darauf ankommt?

„Die Vereinten“ ist ein gelungener und würdiger Nachfolger und Abschluss der Dilogie um Rain und Lark. Die Handlung schließt direkt an das Ende des Vorgängerbandes an und setzt diese nahtlos fort. Auch wenn neue Charaktere hinzutreten (die übrigens überwiegend toll und interessant sind – ich liebe Wren und Cassian), hält sich dies sehr in Grenzen, sodass vor allem die bereits bekannten und liebgewonnenen Charaktere weiter ausgebaut und entwickelt werden, was die Bindung zu ihnen noch verstärkt. Ich vermisse RoseSuperBot jetzt schon – was war das bitte für ein Ende?

Auch der Weltenbau wird konsequent weiterentwickelt. So erfährt man in diesem Teil noch mehr über die einzelnen Zirkel und besucht diese. Vor allem aber lernt man mehr über die Geschichte von Hope, über die Entstehung und über den großen Krieg. Dadurch werden auch die beiden großen Haupthandlungen miteinander verknüpft. Und auch wenn das Buch erneut ambitioniert ist, an der Grenze zur Überfrachtung entlanggleitet, gelingt es der Autorin in diesem Band besser, den Leser nicht zu erschlagen.

„Die Vereinten“ ist spannend, bietet viele überraschende Wendungen und neue Entwicklungen. Der Leser wird durch den flüssig und leicht zu lesenden Schreibstil der Autorin an die Seiten gefesselt, er lacht und leidet (okay – in aller Regel letzteres) mit den Protagonisten. Auch das sehr bildhaft gehaltene Setting vermag ebenfalls zu begeistern – und würde sicherlich bei einer Verfilmung grandiose, epische Szenerien ergeben.

Die Buchgestaltung überzeugt erneut größtenteils. Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, der Buchsatz ist ebenfalls in Ordnung, wenn auch wenig innovativ. Das Cover ist ein wahrer Eyecatcher und gefällt mir durch die außergewöhnliche Farbintensität noch besser als beim ersten Teil – und sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert der Reihe. Erneut ist mir die Gesamtgestaltung des Hardcovers allerdings etwas lieblos.

Mein Fazit? „Die Vereinten“ ist ein gelungener und würdiger Abschluss der Dilogie um Rain und Lark, der vor allem durch ein tolles Setting und eine konsequente Weiterentwicklung der Charaktere und der Welt begeistert. Für Genreliebhaber bedenkenlos zu empfehlen – und sicherlich nicht mein letztes Buch der Autorin.

[Buchgedanken] Bianca Iosivoni: „Soul Mates: Ruf der Dunkelheit“ (Soul Mates 2)

Nach der Rezension zum ersten Band, „Flüstern des Lichts“, möchte ich Euch heute den Abschluss von Bianca Iosivonis Dilogie vorstellen. „Soul Mates: Ruf der Dunkelheit“ ist 2018 beim Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH erschienen und dem Genre Young-Adult-Romantasy zuzurechnen.

~~~ Achtung! Die Besprechung kann leichte Spoiler zum Vorgängerband enthalten. ~~~

41kT0nhQxML._SX332_BO1204203200_Er sieht das Dunkle in ihrer Schönheit.
Sie sieht das Schöne in seiner Dunkelheit.
Zwei Seelen – für immer verbunden.
Doch im Kampf zwischen Licht und Schatten bedeutet ihre Liebe den Tod.

Rayne und Colt sind Seelenpartner – und ihre Liebe bringt sie in größte Gefahr. Denn Lauren, die Anführerin der Dunkelseelen, hat Rayne auf ihre Seite gezogen und versucht auf jede erdenkliche Weise, ihren Willen zu brechen. Doch Colt kämpft weiterhin für die Lichtseelen und würde alles dafür tun, um Rayne zurückzugewinnen.

„Soul Mates: Ruf der Dunkelheit“ ist ein in weiten Teilen gelungener, epochaler Abschluss der brillanten „Soul Mates“-Dilogie und steht seinem Vorgängerband nur unwesentlich nach. Die Handlung geht nahtlos ineinander über, man wird daher sofort ins Geschehen hineingezogen und von der Autorin auf eine spannungsgeladene, emotionale Achterbahnfahrt mitgenommen, die in einem hochdramatischen Ende kulminiert. Dort findet sich auch mein einziger Kritikpunkt, denn das Ende passt meines Erachtens nicht so recht, wirft Fragen auf und ist leicht unlogisch.

Abgesehen davon ist „Ruf der Dunkelheit“ ein brillantes Buch, das einen nicht loslässt, das den Leser zwingt, immer und immer weiterzulesen. Man lernt mehr über die Hintergründe der einzelnen Charaktere, die sich kontinuierlich weiterentwickeln, man liebt und – vor allem – leidet mit ihnen, kann sich mit ihnen identifizieren.

Zum malerischen Setting, zum tollen Schreibstil der Autorin und zur konstant hohen Spannungsdichte brauche ich nicht mehr groß etwas zu sagen – und verweise einfach auf die Besprechung vom ersten Band. Gut gefallen hat mir, dass in diesem Band die einzelnen Beziehungen der Charaktere, nicht nur, aber insbesondere auch die Love Interests, stärker herausgearbeitet worden sind und ihnen so zwischenmenschliche Tiefe verliehen wurde.

Die Buchgestaltung ist – erneut – herausragend, Satz, Lektorat und Korrektorat haben sehr sauber gearbeitet. Erneut beginnen alle Kapitel auf ungeraden Seiten – was jedes Mal eine lobende Erwähnung wert ist. Das Cover ist wunderschön und gefällt mir noch eine Spur besser als beim ersten Band. Es ist ein wahrer Eyecatcher, hochwertig gedruckt, ausklappbar, mit farbigen Coverinnenseiten versehen und sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert sowie ein einheitliches Design der ganzen Reihe. Entworfen wurde es von Isabelle Hirtz.

Mein Fazit? Mit „Soul Mates: Ruf der Dunkelheit“ schließt Bianca Iosivoni auf geniale Weise eine brillante Young-Adult-Romantasy-Dilogie ab. Tolle Charaktere, Spannung, Emotionen und ein brillantes Setting sorgen bereits jetzt für ein erstes Jahreshighlight. Absolut zu empfehlen!

 

[Buchgedanken] Bianca Iosivoni: „Soul Mates: Flüstern des Lichts“ (Soul Mates 1)

In den letzten Tagen habe ich Bianca Iosivonis „Soul Mates“-Dilogie regelrecht verschlungen. Und auch wenn dies eigentlich schon alles aussagt, möchte ich Euch die beiden Bücher trotzdem noch näher vorstellen. Den Anfang macht heute der erste Band „Soul Mates: Flüstern des Lichts“. Der Roman ist 2017 im Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH erschienen und dem Genre Young-Adult-Romantasy zuzurechnen.

Er sieht das Dunkle in ihrer Schönheit.41BYYx2hIPL._SX332_BO1204203200_
Sie sieht das Schöne in seiner Dunkelheit.
Zwei Seelen – für immer verbunden.
Doch im Kampf zwischen Licht und Schatten bedeutet ihre Liebe den Tod.

Wer ist der attraktive Typ mit der düster-gefährlichen Ausstrahlung, der Rayne abends auf der Straße vor einem Angreifer rettet? Wider Willen fühlt sich Rayne zu dem undurchschaubaren Colt hingezogen, und auch er sucht ihre Nähe. Immer wieder. Denn die beiden sind Seelenpartner. Doch die Licht- und Schattenwelt ist im Aufruhr, und während Colt auf der Seite der Lichtseelen steht, weiß Rayne nicht, zu wem sie gehört.

„Soul Mates: Flüstern des Lichts“ ist ein grandioser Auftakt einer spannungsgeladenen und emotionalen Dilogie. Direkt nach dem Lesen kam mir ein Vergleich in den Sinn – und ich hoffe, keine der Autorinnen, keines der Bücher, fühlt sich dadurch in irgendeiner Weise herabgewürdigt. „Soul Mates“ ist für mich das, was „Silberschwingen“ im Vorjahr war: Eine fast perfekte Young-Adult-Romantasy-Dilogie einer deutschen Autorin, ein bereits jetzt ziemlich sicheres Jahreshighlight.

Eingebettet in ein tolles amerikanisches Setting, beschreibt die Autorin den Konflikt zwischen Licht und Dunkelheit, zwischen Gut und Böse, auch wenn die Seiten nicht immer so klar verteilt zu sein scheinen. Dabei wird der Spannungsbogen die ganze Zeit gehalten und der Leser durch immer wieder auftretende unerwartete Wendungen und Spannungsspitzen auf eine Gefühlsachterbahn geschickt. Der Schreibstil der Autorin lässt sich gut und flüssig lesen und zieht den Leser in das Buch, sodass er es am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen möchte.

Gut gefällt mir, dass man als Leser zusammen mit Rayne die Welt der Licht-, Dunkel- und Nebelseelen kennenlernt, da sie ebenfalls neu und unerwartet in den Konflikt eintaucht. Ohnehin kann man sich gut mit ihr identifizieren, was nicht nur an dem Traumjob in der Buchhandlung liegt, sondern vor allem auch an der perfekt-gewählten, einzelnen Ich-Erzählperspektive, die für ein durchgängiges Kopfkino sorgt.

Der Roman überzeugt ebenfalls durch die Charaktergestaltung. Die einzelnen Figuren sind – sowohl was die Protagonisten, als auch die Nebencharaktere angeht – dreidimensional und vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen und entwickeln sich im Laufe der Handlung weiter. Einziges, kleines Manko aus meiner Sicht: Ein etwas zu offenes Ende, ein etwas zu heftiger Cliffhanger.

Die Buchgestaltung ist exzellent, Lektorat und Korrektorat haben sehr sauber gearbeitet. Der Buchsatz ist sehr schön – und hält sich, überraschend, an die alte Regel/Tradition, jedes Kapitel auf einer ungeraden Seite zu beginnen, was in der heutigen Zeit sehr selten  geworden ist, ich aber sehr schätze. Das Cover des Buches ist traumhaft, sehr hochwertig und mit ausklappbaren, farbigen Coverinnenseiten versehen. Das Motiv ist ein wahrer Eyecatcher und bildet eine gelungene Einheit mit Band 2, sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert.

Mein Fazit? „Soul Mates: Flüstern des Lichts“ ist ein rundum gelungener Auftakt in eine tolle Young-Adult-Romantasy-Dilogie, die bereits früh im Jahr große Chancen hat, in meine Jahreshighlights einzuziehen. Der Roman überzeugt durch plastische Charaktere, ein gelungenes Setting und eine spannende Handlung, sodass man das Buch gar nicht aus der Hand legen möchte. Für Genreliebhaber unbedingt zu empfehlen!

 

[Buchgedanken] Ilka Sommer: „Der Weg zu mir: Wolfsbruder“

In den letzten Tagen habe ich „Der Weg zu mir: Wolfsbruder“ von Ilka Sommer gelesen. Das Buch ist 2018 im Selfpublishing erschienen, die mir vorliegende Ausgabe entstammt der ersten Auflage. Vielen Dank an dieser Stelle der Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars. Eine Genreeinordnung ist jedoch gar nicht einfach. Auch wenn der Roman auf der Coverrückseite als „gesellschaftskritischer Roman“ betitelt wird, würde ich ihn doch eher als esoterisch-spirituellen Roman mit fantastischen Einflüssen sehen.

51GTKclXKFLNach einer kurzen Begegnung auf der Jagd mit einem Wolf gerät Jans Leben völlig aus den Fugen. Seine Arbeit als Banker, seine Beziehung, seine Freundschaften – alles steht auf dem Prüfstand. Bis er für sich den mystischen Weg der Tierkommunikation entdeckt, und damit auch den Weg zu sich selbst. Auf der Suche nach dem Krafttier und seiner neuen Bestimmung wird er von der Tierkommunikatorin Miriam unterstützt. Schritt für Schritt legt Jan dabei seine Ängste ab und erlebt Unglaubliches.

„Der Weg zu mir: Wolfsbruder“ ist mal ein ganz anderes Buch – ich habe bislang nicht allzuviel vergleichbares gelesen und bin in dem Genre nicht zuhause. Und so ganz schlau geworden, bin ich aus dem Roman auch nicht, da die Grenzen zwischen Traum und Geschehen, zwischen Realität und Fiktion in den ganzen Erlebnissen verschwimmen.

Dennoch bin ich froh darüber, es gelesen zu haben – man nimmt aus der Lektüre etwas mit. Und sei es nur, dass man sich selbst auch mit dem Gedanken an Tierkommunikation auseinandersetzt und etwas darüber lernt. Dabei ist es aus meiner Sicht sogar durchaus wahrscheinlich, dass man in gewissen Grenzen mit Tieren kommunizieren kann – allerdings von Angesicht zu Angesicht. Dass man über Bilder Kontakt zu Tieren aufnehmen kann, die man nie gesehen hat und die sich weit entfernt aufhalten, überzeugt mich weiterhin nicht – und auch der Sprachgebrauch der Tiere, insbesondere von Penelope, hat mich sehr irritiert.

Bei „Der Weg zu mir: Wolfsbruder“ handelt es sich – wie bereits oben erwähnt – aus meiner Sicht auch nicht um einen gesellschaftskritischen Roman – schließlich finden in der Gesellschaft alle ihren Platz – und werden mit einem zauberhaften Happy-End belohnt (auch wenn ich mich der Lektorin da anschließe: ein Liebes-Happy-End hat mir ebenfalls gefehlt). Es ist aber ein Buch, das die Entschleunigung propagiert, die Liebe zur und das Leben in Einklang mit der Natur. Es ist ein Buch, das Toleranz einfordert und die Rückbesinnung auf ein harmonisches, selbstbestimmtes Leben im Gegensatz zum allgegenwärtigen „Höher, Schneller, Weiter“.

Die Handlung ist zwar insgesamt – dem Genre geschuldet – vorhersehbar, die Figuren sind aber interessant gestaltet, gerade von Mike bin ich völlig überzeugt. Der Schreibstil der Autorin lässt sich gut und flüssig lesen, insbesondere die Beschreibungen gefallen mir sehr gut und hätten noch mehr und dichter sein können. Zudem hätte ich es spannend gefunden, diese Persönlichkeitsentwicklung, diese Erfahrungen in dem doch sehr auf den Hauptcharakter zentrierten Buch aus dessen persönlicher Ich-Erzählperspektive geschildert zu bekommen. Dies hätte vielleicht für eine noch stärkere Bindung und Identifikation der Leser mit dem Protagonisten gesorgt.

Die Buchgestaltung ist – im Großen und Ganzen – gelungen, und in jedem Fall überdurchschnittlich für ein Selfpublishing-Werk. Lektorat und Korrektorat haben solide gearbeitet, die noch vorhandenen Fehler halten sich in einem absolut akzeptablem Rahmen und stören nicht den Lesefluss. Das Cover ist schön anzusehen – hier hätte es aber durchaus auch noch Raum für mehr Kreativität gegeben. Gleichsam finde ich auch den Buchsatz etwas uninspiriert und sehr nüchtern.

Mein Fazit? Auch wenn ich nicht vom Konzept der Tierkommunikation überzeugt bin, ist „Der Weg zu mir: Wolfsbruder“ ein interessantes Buch für alle, die mal über den Tellerrand hinausschauen wollen. Ob man ihn nun spirituell oder fantastisch, esoterisch oder philosophisch nennt, der Roman nimmt einen mit auf eine Reise in die Welt der Wölfe und lässt einen über das Leben und die Gesellschaft nachdenken.

[FBM2018] Tag 4 – Ein Abend mit Otto

Kaum hatte man am Samstag die Messe betreten, merkte man schon den größten Unterschied zu den Vortagen. Es. War. Voll. So voll! Menschenmassen, wohin das Auge blickte, teils ging es nur im Schneckentempo, teils gar nicht durch die Gänge. Doch das hatte ich erwartet. Leider begann die Messe auch mit einer traurigen Nachricht. Emily Bold musste krankheitsbedingt ihre Teilnahme absagen, dabei hatte ich mich schon so auf ihr Meet & Greet gefreut – auch an dieser Stelle noch einmal gute Besserung von mir.

20181013_100906Mein Messetag begann mit einer Autorenveranstaltung. Laura Newman, die frischgekürte DSPP2018-Preisträgerin Monika Pfundmeier und die Literaturagentin Charlotte Larat diskutierten mit dem Moderator von Literaturcafe.de über den Aufbau einer Autorenmarke, sowie darüber, wie man als Autor die Qualität von Büchern sicherstellen kann. Danach ging es direkt für mich weiter zu einem Meet & Greet mit zwei weiteren bekannten Selfpublishern: J. Vellguth und Michael Meisheit (Vanessa Mansini), wo ich mir Jacquelines neuestes Werk „Der letzte Liebesbrief“ signieren ließ.

20181013_121055Im Anschluss ging der edukative Teil des Programms weiter – Halo Summer, Mira Valentin, Anika Ackermann und Laura Newman diskutierten, geleitet vom Pressesprecher von BoD, über das Schreiben von Geschichten im Fantasygenre. Leider war die Veranstaltung mit 30 Minuten bei der Anzahl von Gästen viel zu kurz, sodass leider nicht allzu viel Neues bei rumkam. Allerdings konnte ich mir nach der Veranstaltung Halos neuesten Märchenroman „Froschröschen“ signieren lassen, auf den ich mich schon sehr, sehr freue. Genauso freute ich mich darauf, danach endlich Anna Eichenbach wiederzutreffen, die auch unter „Welt aus Tinte und Papier“ bloggt, und mit der ich zusammen in mehreren Kurzgeschichtenbänden im Burgenwelt Verlag geschrieben habe. Folgt doch einfach auch ihrer Seite – vielleicht gib es dort bald große, tolle Neuigkeiten :D.

Nach der Mittagspause wollte ich eigentlich zur Signierstunde von Bianca Iosivoni gehen, doch die Schlange war so unglaublich lang, dass ich es gelassen habe, in der Hoffnung, Bianca bald mal wieder auf einer Loveletter Convention zu treffen :). Stattdessen ließ ich mir von Victoria Aveyard ihren neuesten Roman „Wütender Sturm“, sowie „Die rote Königin“ signieren. Falls Euch auf den späteren Messebildern bald auffällt, dass da zwei Ausgaben des Buches vorhanden sind, seid wachsam – das hat einen Sinn (vielleicht ist sie ja nicht für mich? :D).

20181013_161538(0)Danach ging es Schlag auf Schlag weiter. Zuerst besuchte ich ein Meet & Greet mit (u.a.) der frischgebackenen Skoutz-Award-Gewinnerin Caroline Brinkmann, von der ich mir endlich „Die Vereinten“ signieren ließ, lauschte für einige Zeit der Lesung von J. Vellguth aus „Der letzte Liebesbrief“, und ließ mir auch noch die neue Anthologie des Drachenmond Verlages vom Covergott Alexander Kopainski signieren. Seine Cover bezaubern mich einfach immer aufs Neue, und gehören – aus meiner Sicht – zu den besten.

20181013_172002Bevor ich mich dem Abendprogramm widmete, stand noch eine letzte Veranstaltung auf dem Programm. Der chinesische Science-Fiction Superstar Cixin Liu sprach im Pavillon mit Literaturkritiker Denis Scheck, zudem waren eine Dolmetscherin, die Literaturübersetzerin und ein Sprecher für die Lesung der deutschen Passagen zugegen. Cixin Liu lobte die Frankfurter Buchmesse als größte der Welt, es freue ihn, dass so viele Menschen zusammenkommen, weil sie Bücher lieben. Ein schöner, gelungener Abschluss für den regulären Messetag.

20181013_193746.jpgDann, dann endlich, war es soweit. Es war Zeit für Otto! Im Congress Center stellte er seine Biografie „Kleinhirn an alle“ vor und sang kleine Lieder. Standing Ovations, eine Anmoderation von Bärbel Schäfer, und eine gewisse Toleranz der Veranstalter dafür, dass er 15 Minuten überziehen durfte, rundeten den Auftritt ab. Ein rundum gelungener Abend, der mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Auch am letzten Messetag werde ich übrigens den Saal bevölkern, denn er ist auch der traditionelle Veranstaltungsort der Deutschen Cosplay Meisterschaft, auf die ich mich bereits sehr freue.

 

[Buchgedanken] Stephan M. Rother: „Die Prophezeiung des magischen Steins“

In der letzten Woche habe ich Stephan M. Rothers „Die Prophezeiung des magischen Steins“ gelesen. Das Buch ist 2018 als Taschenbuch/Paperback bei Thienemann in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH erschienen und dem Gerne High Fantasy zuzuordnen. Die mir vorliegende Ausgabe entstammt bereits der zweiten Auflage, und erreichte mich ungeplant als Rezensionsexemplar – vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an den Verlag, auch für die unkomplizierte und vorbildliche Kommunikation mit der Presseabteilung.

51-32NDWtWL._SX330_BO1204203200_Er ist ein Meisterwerk der alten Elben und eine der mächtigsten Schöpfungen ihrer Magie – seit hunderten von Jahren ruht der singende Stein und wartet auf den richtigen Moment. Bis er eines Tages Dafydd, Lehrling des Barden am Königshof von Güldenthal, zu seinem Träger erwählt. Doch wird es dem Jungen und seinen zauberhaften Gefährten gelingen, in Zeiten größter Not das Land vor dem Untergang zu retten? Und kann die Magie des Steins auch das persönliche Glück des jungen Barden beeinflussen? Denn trotz aller Standesunterschiede schlägt dessen Herz für Prinzessin Livia, die einzige Tochter des Königs von Güldenthal.

„Die Prophezeiung des magischen Steins“ ist ein gelungener, wenn auch in der Handlung teils vorhersehbarer High-Fantasy-Roman, der auch Elemente der „Heroic Fantasy“ enthält. Trotz der absehbaren Grundhandlung schafft es der Autor, den Leser durch einige überraschende Wendungen doch noch in die Irre zu führen. Dabei wird der Spannungsbogen durchweg gehalten und durch kurzfristige Spannungsspitzen  unterstützt. Auch das Setting vermag zu überzeugen. Die malerischen Landschaftsbeschreibungen, die Welten der Elben, Zwerge, Menschen und Trolle, transportieren Bilder und ziehen den Leser in die Geschichte.

Der Roman kann zusätzliche Punkte durch den unverhofft auftretenen Humor sammeln. Sei es Fhargolfs gar eigentümliche Sprache, Morgats schrullige Art, oder auch die Maskerade der Markgräfin von Sanspareis – Stephan M. Rother gelingt es, den Leser auch neben der eigentlichen Handlung durchaus zu unterhalten.

Die Protagonisten sind dabei vielschichtig aufgebaut, haben Stärken und Schwächen – und entwickeln sich auch im Laufe der Zeit durchaus weiter. Allerdings fehlt es mir hier – der einzige große Kritikpunkt des Romans – gelegentlich an der Nachvollziehbarkeit der Handlungen der Charaktere. Deren Entscheidungen und Entwicklungen fühlen sich für mich teils unnatürlich an, konstruiert, um die gewünschte Handlung voranzubringen.

Die Buchgestaltung hingegen ist fabelhaft gelungen. Das Cover ist zauberhaft, hochwertig sowohl auf der Vorderseite als auch auf dem Buchrücken geprägt. Lektorat und Korrektorat überzeugen ebenfalls auf ganzer Linie, lediglich beim – generell schönen – Buchsatz hätte ich mir eine Einteilung in Kapitel und eine Karte der Welt gewünscht. Etwas irritiert war ich auch davon, dass keine Danksagung aufgenommen wurde.

Mein Fazit? „Die Prophezeiung des magischen Steins“ ist ein spannender und humorvoller High-Fantasy-Roman. Auch wenn die Handlung teils vorhersehbar und die Charaktere gelegentlich konstruiert erscheinen, überzeugt die Geschichte insgesamt, auch durch das malerische Setting. Für Genreliebhaber bedenkenlos zu empfehlen.

Doppelte Veröffentlichungs-Buchpost!

Nachdem es lange gedauert hatte, bis ich Euch vor kurzem meine erste Veröffentlichung des Jahres verkündet habe, kam heute gleich doppelt Buchpost. Neben den Exemplaren von „gefangen – entfesselt – frei“, trafen auch die Belegexemplare von „Schattenflammen“ bei mir ein – einer Veröffentlichung, die ich Euch in den nächsten Tagen vorstellen möchte. Vielen Dank an dieser Stelle sowohl an den Drachenstern Verlag, Imprint des Bookspot Verlags, und an die Schreibgruppe Prosa mit dem Beda Tusch & Theo Autorenverlag.

Natürlich möchte ich Euch auch die hübschen Bücher nicht vorenthalten. Vorhang auf!

20180820_195555

[Buchgedanken] Sherry Thomas: „The Burning Sky: Der flammende Himmel“

Pünktlich zum Erscheinungstag des Nachfolgebandes „The Perilous Sea: Die gefährliche See“ möchte ich die Gelegenheit nutzen, euch den ersten Band der Elemente-Trilogie von Sherry Thomas vorzustellen. „The Burning Sky“ ist in der vorliegenden Auflage 2017 im Drachenmond Verlag erschienen (vielen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexeplars!), die Originalausgabe erschien 2013 unter dem Titel „The Burning Sky“ bei BALZER + BRAY, einem Imprint der HarperCollins Publishers. Das Buch ist am ehesten dem Genre Heroic Fantasy zuzuordnen und mischt die Elemente der High- und der Urban Fantasy.

51NE7ef-QjL._SX348_BO1204203200_Seit seiner Kindheit bereitet sich Prinz Titus auf sein Schicksal vor. Geleitet von den Visionen seiner Mutter, hat er sein Leben darauf ausgerichtet, Bane, den Herrscher von Atlantis, zu stürzen. Und so wartet er geduldig auf das Zeichen, das sein und das Leben aller verändern wird. Als zu einem vorbestimmten Zeitpunkt ein großer Blitzschlag die Domäne erhellt, glaubt der Prinz, dass die Zeit gekommen sei. Schnell macht er sich auf den Weg, den größten Elementarmagier seiner Generation in Empfang zu nehmen, und trifft auf: Iolanthe, ein sechzehnjähriges, kaum ausgebildetes Mädchen. Gefangen zwischen dem Schicksal und den Gefühlen, und immer auf der Flucht, beginnt für beide ein neues, gefährliches Leben, fernab von der magischen Heimat. Ein Leben, das laut den Visionen der Mutter des Prinzen, in einer beispiellosen Selbstmordmission gipfeln muss.

Anfangs fiel es mir schwer, einen Einstieg in die Geschichte um Iolanthe Seabourne und Prinz Titus zu finden. Doch spätestens nach etwa fünfzig Seiten, hatte mich die zauberhafte Handlung in ihren Bann gezogen. Spannend, humorvoll und emotional gelingt es der Autorin, die Geschichte voranzutreiben. Dabei wird durch teils unerwartete Wendungen der Spannungsbogen dauerhaft gehalten. Lediglich das Ende, über das ich hier nichts verraten möchte, um nicht zu spoilern, fand ich etwas antiklimaktisch und zu schnell.

Besonders beeindruckt hat mich die Gestaltung der einzelnen Charaktere und deren Verknüpfung untereinander, auch wenn längst noch nicht alle Details und Fragen aufgedeckt worden sind (insoweit bietet die Geschichte wunderbare Ansatzpunkte für den Folgeband). Gerade die Hauptprotagonisten Titus und Iolanthe entwickeln sich im Laufe der Handlung spürbar weiter, haben Schwächen und Stärken. Auch die Nebencharaktere wie Kashkari, Lady Callista oder die Inquisitorin sind dabei vielschichtig angelegt und treten so als dreidimensionale Figuren in Erscheinung.

Der Schreibstil der Autorin ist leicht und lässt sich flüssig lesen. Dadurch, dass der Text mit einigen Fußnoten versehen ist, die relativ lange Anmerkungen abbilden, wird der Lesefluss leider an einigen Stellen etwas gehemmt. Dafür gelingt es der Autorin im Gegenzug, auch durch die Nutzung der Fußnoten, beim Thema Weltenbau vollends zu überzeugen. Ein ausgewogenes Magiekonzept, eine ausgearbeitete Geschichte der Welt – nur so kann dieses schwierige Thema erfolgreich gemeistert werden.

Das Cover (Design: Colin Anderson) ist wunderschön gestaltet, Lektorat und Korrektorat haben größtenteils vernünftig gearbeitet und nur wenige Fehler durchrutschen lassen. Der Buchsatz ist – wie bei jedem Drachenmondtitel – ebenfalls wirklich hübsch anzusehen. Allerdings sind hier einige grobe Schnitzer aufgetreten, denn die Seitenangaben im Register der Fußnoten weichen immens von deren Auftreten im Text ab. Mögliche Gründe dafür könnten eine Formatänderung oder eine fehlende Anpassung nach etwaigen Kürzungen im Lektorat sein.

Mein Fazit? „The Burning Sky: Der flammende Himmel“ ist ein gelungener Reihenauftakt der Elemente-Trilogie. Der Einstieg fällt nicht ganz leicht, aber wenn man sich auf das Buch einlässt, erwartet einen eine spannende, humorvolle und emotionale Fantasy-Geschichte mit tollen Charakteren. Für Liebhaber des Genres bedenkenlos zu empfehlen.

 

[Buchgedanken] Trudi Canavan: „Die Novizin (Die Gilde der Schwarzen Magier 2)“

Nachdem ich bereits vor einigen Wochen den ersten Teil der Trilogie (erneut) gelesen habe, war nun endlich Teil 2 an der Reihe. Die Besprechung zum Vorgänger, „Die Rebellin“, kann *hier* abgerufen werden. *Hier* findet ihr zudem die Besprechung zum Prequel-Band „Magie“

~~~ Hinweis: Die folgende Besprechung kann Spoiler zum Vorgängerband beinhalten ~~~

„Die Novizin“ erschien in Deutschland erstmals 2006 bei Blanvalet, im Original wurde der Roman unter dem Titel „The Novice. The Black Magician Trilogy Book Two“ 2002 bei Voyager / Harper Collins Australia veröffentlicht. Das mir vorliegende Taschenbuch entstannt mittlerweile der 20. Auflage, und ist – wenn auch sehr schwer – am ehesten dem Genre High Fantasy zuzuordnen.

41ln9dncn9l-_sx339_bo1204203200_Nachdem Sonea in die Gilde der Magier aufgenommen wurde, beginnt ihre Ausbildung als Novizin. Schnell stellt sich heraus, dass sie weitaus stärker als ihre Mitschüler ist. Dies – und ihre niedere Herkunft – machen sie sofort zum Ziel des Gespötts ihrer Kameraden. Doch ihre eigenen Probleme sind nichts im Vergleich zu dem Geheimnis, das sie, ihr Mentor, und der Administrator der Gilde hüten. Wissen, das so gefährlich ist, dass niemand davon erfahren darf.  Und alles scheint perfekt. Bis zu dem Tag, als der Hohe Lord Akkarin Sonea in seine Obhut nimmt.

„Die Novizin“ schließt direkt an den Vorgänger an und setzt die Handlung nahtlos fort. Man ist sofort mitten im Geschehen und trifft die liebgewonnen Charaktere aus dem ersten Teil wieder. Mir persönlich kommt in „Die Novizin“ Lord Rothen etwas zu kurz, das hat aber mit der Handlung zu tun. Abgesehen davon entwickeln sich die Charaktere konsequent weiter, man erfährt neues über sie und lernt dadurch, die alten Verhaltensweisen aus dem Vorgänger noch besser zu deuten und zu verstehen. Gut gelungen ist auch, dass durch die Reisen des Botschafters Dannyl die einzelnen Völker der magischen Welt stärker vorgestellt werden, was den Weltenbau immens unterstützt und für eine homogene Darstellung der verschiedenen Gesellschaftssysteme sorgt. Gleiches gilt für das immer besser und detaillierter ausgearbeitete Magiesystem.

Der Autorin gelingt es, durch einen flüssigen und leicht lesbaren Schreibstil und durch den nahezu konsequent gehaltenen Spannungsbogen, den Leser stark am Text zu halten. Durch das Auseinanderfallen der verschiedenen Handlungsstränge und -Orte ist verständlich, dass von einer Ich-Perspektive abgesehen wurde. Hätte man das Buch aber aus der Sicht von Sonea erzählt und mit mehreren personalen Erzählperspektiven verknüpft, hätte der Leser eine noch stärkere Bindung zur Protagonistin haben können.

Im Vergleich zum ersten Teil fällt das Buch aus meiner Sicht marginal ab. Durch die vielen Wechsel der Handlungsorte und -Stränge, durch die dadurch entstehenden Cliffhanger, fehlt mir etwas der innere rote Faden und das Buch hat einige Längen. Nichtsdestotrotz ist es trotzdem ein insgesamt gelungener Mittelteil der Trilogie, der das hoffentlich gigantische Finale einläutet.

Die Buchgestaltung ist gelungen, insbesondere haben Lektorat, Korrektorat und Buchsatz ordentlich gearbeitet. Das Cover ist ebenfalls gut, hochwertig geprägt, fügt sich in die Reihe ein und schafft einen hohen Wiedererkennungswert. Nur inhaltlich verstehe ich es nicht ganz. Der eindeutig kriegerische Eindruck der Magierin steht im Widerspruch zu dem Grün der Robe, die den Heilern vorenthalten ist. Daher kann es sich auch nicht um Sonea handeln, deren Robe zudem mit Incals verziert ist.

Mein Fazit: „Die Novizin“ ist ein insgesamt gelungener Mittelteil der Trilogie „Die Gilde der Schwarzen Magier“. Das Buch kann vor allem mit einem gelungenen Weltenbau und tollen Charakteren punkten, die über leichte Längen bei der Handlung hinwegsehen lassen. Für Fantasy-Liebhaber bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Birte Lämmle: „Enya – Windsbraut“

In den letzten Tagen habe ich „Enya – Windsbraut“ von Birte Lämmle gelesen. Vielen Dank an die Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars. Das Buch ist 2017 im Selfpublishing veröffentlicht worden und ist dem Hauptgenre „Fantasy“ zuzuordnen. Eine Einordnung in ein Subgenre fällt nicht so einfach, persönlich würde ich es als „Heroic Fantasy“ sehen. Das mir vorliegende Exemplar stammt aus einer Hardcover-Auflage, Druck und Bindung erfolgten bei „WIRmachenDRUCK“.

51riezyvnzl-_sx327_bo1204203200_Seit ihrer Kindheit lebt Enya auf dem Segelschiff Aurora. Nach dem Tod ihres Vaters Tore, dem Kapitän der Autora, erbt sie noch als Mädchen die Verantwortung für das Schiff und die Mannschaft. In einer Welt, in der es undenkbar erscheint, dass eine Frau das Kommando ausübt, kämpft sie verbissen für ihr Recht – und das Andenken ihres Vaters. Doch Enya hütet ein Geheimnis, das sie in größte Gefahr bringen kann. Mit ihren Haaren kann sie den Wind rufen, Stürme entfachen. Als plötzlich zwei Fremde in Enyas Leben treten, beginnt für sie und die Crew der Aurora eine schicksalshafte Fahrt. Eine Reise voller Abenteuer und Gefahr, aber auch voller Liebe, Freundschaft und Treue.

Die Geschichte von Enya ist eine volle Überraschung. Mit „Enya – Windsbraut“ gelingt Birte Lämmle ein überzeugendes Debüt, das sich nicht zu verstecken braucht, und das einen wunderbaren Einstieg in eine Buchreihe eröffnet. So wundert es mich nicht, sondern freut mich, dass die Autorin bereits am Nachfolgeband arbeitet.

Der Roman ist auf ein junges Lesepublikum zugeschnitten und eignet sich sehr gut als Einstieg in die Welt der Fantasy. Ich würde das Buch Lesern ab 10 Jahren ans Herz legen, die Spaß daran haben, neue Welten zu entdecken und zu erkunden.

Mit teils unerwarteten Wendungen gelingt es der Autorin, den Spannungsbogen zu halten und den Leser immer mal wieder zu überraschen. Hinzu kommt das nautische Grundverständnis, das der Geschichte innewohnt und für eine authentische Erzählung sorgt. Vor allem kann der Roman jedoch mit seiner Protagonistin überzeugen, die als junge Frau in einer männlich dominierten Gesellschaft den Aufstand übt und sich über die dort vorherrschenden Genderrollen hinwegsetzt – ein Vorbild, gerade für die jungen Leser. Auch die Nebencharaktere (meine Favoriten Juna und Nino) sind plastisch und dreidimensional ausgearbeitet. Eine kleine Chance wurde jedoch vertan, durch die Nutzung der Ich-Perspektive hätte der Leser im vorliegenden Fall noch stärker mit Enya verbunden werden, hätte sich noch stärker mit ihr identifizieren können.

Luft nach oben gibt es für mich beim Weltenbau, der mich nicht restlos überzeugen konnte. Mal ganz nah an der realen Welt, mal ganz fern, hätte ich mir eine klarere Abgrenzung gewünscht. Kontinente wie Euronia, Länder wie Saba, Worte wie „Siegertreppchen, Müllkpipe, Tattoos“ oder medizinische Fachworte wie „Gehirnerschütterung“ – etwas mehr Sorgfalt hätte hier den Roman noch stärker und runder machen können. Abgesehen davon lässt sich der Schreibstil der Autorin gut und flüssig lesen und ist altersgerecht auf die Zielgruppe zugeschnitten.

Auch die Buchgestaltung überzeugt größtenteils. Das Cover ist gut stilisiert und gelungen, der Buchrücken wirkt mit dem eingefügten Textfeld jedoch etwas zu abgesetzt – hier hätte ein fließenderer Übergang gut getan. Lektorat und Korrektorat haben ordentlich gearbeitet, zwar sind einige Fehler durchgerutscht, es hält sich jedoch in einem Rahmen, der den Lesefluss nicht stört. Der Buchsatz hingegen gefällt mir sehr gut, insbesondere beherzigt das Buch die Tradition, jedes Kapitel auf einer ungeraden Seite zu beginnen, auch wenn dies zu Leerseiten führt. Der Geschichte ist zudem eine Karte der Handlungsorte voran-, ein Seefahrtsglossar nachgestellt.

Mein Fazit? „Enya – Windsbraut“ ist ein überzeugendes Romandebüt, ein Fantasyroman für jung und alt ab etwa 10 Jahren, der vor allem mit überzeugenden Charakteren punktet. Kleinere Schwächen beim Weltenbau und der sprachlichen Ausgestaltung mindern nicht das Lesevergnügen. Vor allem für junge Abenteurer bedenkenlos zu empfehlen.