[Buchgedanken] Isabel Kritzer: „America’s Next Magician“ (Next Magician 2)

Vor wenigen Tagen habe ich „America’s Next Magician“  beendet, den Abschlussband der „Next Magician“-Dilogie von Isabel Kritzer. Das Buch ist 2020 im Drachenmond Verlag erschienen und – wie der Vorgänger – eine bunte Mischung aus Dystopie, Young Adult Romantasy und fantastischem Jugendbuch. Vielen Dank an dieser Stelle an die Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares. Die Besprechung zu Band 1 kann *hier* abgerufen werden.

~~~ Achtung: Die Besprechung kann milde Spoiler zum Vorgängerband enthalten! ~~~

51xlJGTXLJL._SX350_BO1204203200_25 Länder. 5 mächtige Magicians. Wer herrscht?
Ein verheißungsvoller Kuss, der über die Zukunft entscheidet.
Eine neue Macht, die für das Reich kämpft.
Ein Junge aus dem goldenen Palast, der den Kaiser stürzen will.

Die Regentschaftswahl ist entschieden, die Rebellion entfacht! Eine Serie von Attentaten auf Magicians und ein teuflischer Racheplan drohen California ins Chaos zu stürzen. Gleichzeitig versucht Josephine zu begreifen, was passierte, was Wahrheit und was Lüge ist. Statt Antworten eröffnet ihr ein Besuch bei Tekre Industries, dem bedeutendsten Nachrichtendienst, beunruhigende Geheimnisse. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, als der Kaiser sie in seinen goldenen Palast einlädt. Hightechwaffen beziehen am Himmel Stellung, Totgeglaubte leben und Magie liegt in der Luft.

„America’s Next Magician“ ist ein würdiger Abschluss der Dilogie und knüpft nahtlos und unmittelbar an die Handlung des Vorgängerbandes an. Dadurch hat man die Chance, weiterhin mit den altbekannten Charakteren mitzufiebern, lernt gleichzeitig aber auch neue Figuren kennen.

Auch wenn die Handlung nur langsam in Fahrt kommt, wird der Spannungsbogen grundsätzlich die ganze Zeit gehalten und steigert sich unaufhörlich bis hin zum großen Finale, das – auch wenn ich mir teils einen anderen Ausgang gewünscht hätte – die Erwartungen doch erfüllt. Dabei gelingt es der Autorin, den Leser immer wieder mit unerwarteten Wendungen und neuen Enthüllungen zu fesseln und zu schockieren.

Das – dystopische – Setting ist erneut sehr gut vorstellbar, der Weltenbau wird weiter ausgebaut und angereichert. Auf einige technische Informationen, insbesondere zu den Waffensystemen, hätte ich allerdings verzichten können. Zwar ist Authentizität und Plausibilität auch in fantastischen Welten wichtig, aber es handelt sich schlussendlich nicht um einen Science-Fiction Roman.

Die einzelnen Charaktere – auch in den Nebenrollen – sind vielschichtig und dreidimensional angelegt, haben Stärken, Schwächen und Ziele. In diesem Band hat mir insbesondere Yasemine sehr gut gefallen. Die Protagonisten entwickeln sich auch im Verlauf der Handlung weiter, lediglich Josis letzte Entscheidung empfinde ich persönlich als Rückschritt.

Die Buchgestaltung ist, wie zu erwarten war, brillant gelöst. Lektorat und Korrektorat haben solide gearbeitet, der Buchsatz ist mit wenigen Ausnahmen wunderschön. Als Kritik auf hohem Niveau könnte man vielleicht anmerken, dass die Initiale zu Kapitelbeginn teils den normalen Text etwas verdecken und man auf die Zusammenfassung von Band 1 hätte verzichten können. Abgesehen davon wird der Buchsatz durch eine Playlist, eine Karte und wundervolle Illustrationen ergänzt. Das Cover von Alexander Kopainski ist erneut ein wahrer Eyecatcher und bildet mit dem Vorgänger ein tolles Reihenbild, das für einen hohen Wiedererkennungseffekt sorgt.

Mein Fazit? „America’s Next Magician“ ist der gelungene Abschluss der „Next Magician“-Dilogie und kann vor allem durch eine spannende Handlung, tolle Charaktere und ein brillantes Setting punkten. Für Leser des Genres bedingungslos zu empfehlen – und bereits jetzt ein potentielles Jahreshighlight.

Schnapszahl-Alarm :)

Und nein – das ist kein Aprilscherz! Mit der letzten Veröffentlichung habe ich – wenn ich es richtig aufaddiert und nichts übersehen habe – genau 33 Texte als Autor veröffentlicht. Davon entfallen 28 auf Kurz- und Kürzestgeschichten und 5 auf Gedichte. Nicht miteinberechnet sind kleinere Texte, die ich ganz früh für die Schülerzeitung geschrieben habe, sondern nur solche ab 2013 :).

Erschienen sind diese Texte in 32 Publikationen. Die Differenz rührt daher, dass in zwei Werken jeweils zwei Geschichten von mir erschienen sind. Zudem ist ein Text in zwei verschiedenen Werken veröffentlicht worden. Die Publikationen reichen dabei von Verlagsanthologien über Autorengemeinschaftsprojekte bis hin zu Literaturzeitschriften und der Sammlung von Wettbewerbsbeiträgen.

Diese Vielfalt spiegelt sich auch in den Genres wieder, die (auszugshaft) von Teen Romance über Fantasy und History bis hin zu Science-Fiction und Horror reichen, oder auch bei Lyrik von klassischen Gedichten bis hin zu Haikus.

Doch bei den 33 soll es nicht bleiben! Weitere Texte, sowohl Geschichten als auch Gedichte befinden sich bereits in der Pipeline und wer weiß, vielleicht kommt ja auch mal ein Roman hinzu – passenderweise hat heute ja das April-Camp vom NaNoWriMo angefangen. Es bleibt also spannend!

[Veröffentlichung] „Tod des Verlegers – Eine PhAntologie“

toddesverlegers_shopEndlich darf ich die Katze aus dem Sack lassen – und Euch ganz wundervolle Neuigkeiten verkünden. Nachdem ich diese Woche den Verlagsvertrag unterschrieben habe, ist heute bereits im wunderbaren Amrun Verlag die Kurzgeschichtensammlung „Tod des Verlegers – Eine PhAntologie“ erschienen.

In dieser phantastischen Anthologie ist neben den Kurzgeschichten vieler toller Kollegen auch meine Geschichte „Spiegelwelten“ enthalten, eine Fantasy-Story, die mir sehr am Herzen liegt und bereits sehr lange auf meinen Laufwerken schlummert. Herausgegeben wird die Sammlung von Melanie Vogltanz und Veronika Lackerbauer, erhältlich ist sie unter anderem *hier* im Amrun Verlagsshop. Ist das Buch nicht wunderschön geworden?

[Buchgedanken] Beatrix Gurian: „Alabasterball: Der Fluch der letzten Küsse“

Vor dem Aufbruch nach Leipzig habe ich „Alabasterball: Der Fluch der letzten Küsse“ von Beatrix Gurian gelesen. Das Buch ist 2019 in der Arena Verlag GmbH erschienen und dem Genre Young-Adult Romantasy zuzuordnen. Normalerweise wäre dies hier meine Rezension, die ich traditionell auf der Leipziger Buchmesse schreibe. Aufgrund des Veranstaltungsausfalls erfolgt die Besprechung heute allerdings aus dem Hotel.

51OfU-Y8zsL._SX354_BO1204203200_Sechs Tänzer gehen auf den Ball ihrer Träume. Fünf haben die Chance auf das große Glück. Einer bezahlt dafür mit seinem Leben …

Als Amy die Einladung für den sagenumwobenen Alabasterball in den Händen hält, glaubt sie, ihrem Ziel einen Schritt näher zu sein. Sie möchte Ballkönigin werden. Vor allem aber muss sie dort, auf der abgelegenen Insel Kallystoga, ihre Schwester finden, die vor einem Jahr an der märchenhaften Ballnacht teilnahm – und nie wieder zurückkam. Doch mit jedem Tanz, den Amy auf Kallystoga tanzt, deckt sie ein neues Geheimnis auf. Ein Geheimnis, das nicht nur den Ball selbst infrage stellt, sondern auch ihre Gefühle zu dem attraktiven Matt, der ihr Herz wie kein anderer zum Schmelzen bringt …

„Alabasterball“ von Beatrix Gurian ist ein solides Buch für jugendliche Leser, das sein enormes Potential leider nicht gänzlich ausschöpft. Nach der wahnsinnig interessanten und genialen Grundprämisse hätte hier das Potential für ein Jahreshighlight bestanden, zurück bleibt immerhin ein durchaus lesenswertes Buch. Etwas vermessen ist daher auch der im Werbetext gezogene Vergleich zu „Rubinrot“ und „Selection“, die beide zu den absoluten Meisterwerken des Genres gehören.

Nichtsdestotrotz kann „Alabasterball“ mit einem wunderschönen Setting punkten. Die Insel Kallystoga, das Anwesen der Strandhams – Beatrix Gurian erschafft malerische Bilder, die es dem Leser erlauben, sich ebenfalls auf die Insel zu träumen. Zudem ist die Handlung spannend und – das muss man der Autorin zugutehalten – abwechslungsreich und teils unvorhersehbar. Allerdings wird dabei die Handlung gleichsam immer abgedrehter und wirrer, überladener und wartet mit Logiklücken auf.

Auch die Charaktere bleiben teils etwas blass, insgesamt sind sie aber sympathisch und man kann sich gut mit ihnen identifizieren, insbesondere auch mit den Nebenfiguren Millie, Lilja und Ryan. Diese entwickeln sich durchaus auch weiter. Zudem ist erkennbar, dass die Autorin versucht hat, allen Figuren eigene Motive und Ziele, eigene Stärken und Schwächen zu geben.

Der Schreibstil der Autorin lässt sich leicht und flüssig lesen und sorgt dafür, dass das Kopfkino sofort anspringt. Punktuell hätte ich mir allerdings noch genauere Beschreibungen gewünscht, um die sehr visuelle Handlung des traumhaften Balles noch stärker zu untermalen.

Die Buchgestaltung hingegen vermag auf ganzer Linie zu überzeugen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, und das Cover aus der Schmiede des Covergottes Alexander Kopainski ist ein wahrer Eyecatcher und der Hauptgrund, warum mir das Buch überhaupt ins Auge gefallen ist.

Mein Fazit? „Alabasterball: Der Fluch der letzten Küsse“ ist ein gutes Buch, das durch ein traumhaftes Setting und eine tolle Grundprämisse glänzt, sein Potential aber leider nicht ganz ausschöpft. Für Leser ab 12 dennoch bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Lars Mielke: „Die Perlen der Bajar: Die Verbotene Abteilung“ (Perlen 1)

In der letzten Zeit habe ich „Die Perlen der Bajar: Die Verbotene Abteilung“ von Lars Mielke gelesen, den Auftakt einer auf sechs Bände angelegten Buchreihe. Der Roman ist 2017 im Chaospony Verlag veröffentlicht worden und die mir voliegende Ausgabe entstammt bereits der zweiten Auflage. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars auf der Frankfurter Buchmesse 2019, beziehungsweise dem anschließenden Bloggerevent #bookmeetspizza.

410Rg62yp6L._SX327_BO1204203200_Als Nikolai Oleander erfährt, dass er kein Mensch, sondern ein Bajar ist, der mit magischen Perlen neue Welten erschaffen und bereisen kann, ändert sich sein bisheriges Leben schlagartig. Er verlässt die Erde, um den Umgang mit seinen neu entdeckten Fähigkeiten zu lernen. Während des Studiums findet er nicht nur neue Freunde – sondern gerät auch in eine Verschwörung, die die Existenz von Millionen von Welten bedroht. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, denn auch die Erde ist in größter Gefahr.

Alles in allem ist „Die Perlen der Bajar: Die Verbotene Abteilung“ ein gelungener Auftakt in die fantastische Buchreihe, der nicht nur ein abgeschlossenes Ende (kein Cliffhanger!) bietet, sondern auch genug Fragen für die weiteren Teile offen lässt. Allerdings fällt mir die Einordnung in ein Genre nicht leicht. Während der Roman seitens des Verlages klar als „Urban Fantasy“ betitelt und beworben wird, kann ich dem nicht so ganz folgen, da das urbane Setting fehlt, wenn 95% der Handlung in dünnbesiedelten Fantasiewelten spielt. Zudem wird hier maßgeblich an der Geschichte der Erde herumgeschraubt. Da auch die Einstufung als „High Fantasy“ etwas zu kurz greift, obwohl sehr viele Elemente des Untergenres vorliegen (Kampf gegen den Weltuntergang, klare Kategorisierung in Gut und Böse, viele Fantasiewelten, eigenes „Magie“-Konzept), bleibt mir nichts anderes übrig, als den Roman schlichweg als „Fantasy“ zu kategorisieren.

Die Handlung ist durchweg spannend, wenn auch einige Elemente etwas vorhersehbar sind. Der Weltenbau und das – der Einfachheit halber von mir so benannte – Magiekonzept überzeugen weitgehend mit innovatien Ideen, lassen aber einige Logiklücken offen. Dahingegen begeistert das Setting auf ganzer Linie und lässt den Leser wundersame Welten zusammen mit den Protagonisten entdecken und erschaffen.

Die einzelnen Charaktere entwickeln sich im Laufe der Zeit weiter, sind insgesamt aber etwas zu einseitig konzipiert. So ist Nick lernwillig und hilfsbereit, loyal, opferbereit und tolerant. Ein Familienmensch, klug und begabt – und überaus schüchtern in Liebesdingen. Die ein oder andere negative Eigenschaft hätte hier durchaus zu einem noch runderen Protagonisten geführt, mit dem man sich noch besser hätte identifizieren können.

Neben der fantasievollen Handlung klingen in dem Roman durchaus gesellschaftskritische Aspekte durch. Sei es die thematisch schon aus „Harry Potter“ bekannte Ablehnung von Menschlingen durch Reinblüter oder das Ungleichgewicht von Welten, das Naturkatastrophen hervorruft: Der Autor nimmt sich viel Platz und Gewicht für die phantastische Behandlung von Klimawandel und Fremdenhass (wie auch in der Vita angesprochen). Und auch wenn er es nicht holzhammermäßig vermittelt, sondern versucht in die Handlung einzubauen, hätten die Themen hier durchaus auch etwas weniger, etwas punktueller eingesetzt werden können, um den Effekt nicht abzumildern.

Die Buchgestaltung ist im Wesentlichen gelungen. Satz, Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, insbesondere ist positiv anzumerken, dass jedes Kapitel auf einer ungeraden Buchseite beginnt. Vom Cover bin ich allerdings nicht überzeugt, auch wenn klar der Bezug zum Buch erkennbar ist, fehlt dem gesamten Buchrücken etwas, das das Buchcover aus der Masse heraushebt und es zu einem Eyecatcher werden lässt.

Mein Fazit? „Die Perlen der Bajar: Die Verbotene Abteilung“ ist ein solider Auftakt in eine vielversprechende Buchreihe, der als Standalone gelesen werden kann, aber auch noch Potential für weitere Titel bildet. Das Buch begeistert vor allem durch ein schönes Setting und einen im Wesentlichen gelungenen Weltenbau, leichtere Schwächen befinden sich in der Charaktergestaltung und der etwas dominanten Gesellschaftskritik. Für Leser des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen – ab dem vom Verlag empfohlenen Alter von 14 Jahren.

 

[Buchgedanken] Thomas Heidemann, Cara D. Strange (Hrsg.): „Vikings of The Galaxy“

In der letzten Zeit habe ich die Anthologie „Vikings of the Galaxy“ gelesen, herausgegeben von Thomas Heidemann und Cara D. Strange. Das Buch ist 2019 im Anschluss an eine Ausschreibung im Leseratten Verlag erschienen und dem Genre der humoristischen Phantastik zuzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

51Vfg2mP7AL._SX312_BO1204203200_„Vikings of the Galaxy“ vereint 20 Kurzgeschichten verschiedenster Autoren, unter anderem haben auch Thomas Heidemann als Herausgeber und Marc Hamacher als Verleger (letzterer zusammen mit einer Co-Autorin) eine Geschichte beigesteuert. Unter den Autoren finden sich bekannte und unbekannte Gesichter, zum Beispiel sind auch Nele Sickel, Veronika Lackerbauer und Robert von Cube mit von der Partie.

Die Qualität der einzelnen Geschichten ist – naturgemäß bei einer Anthologie – unterschiedlich, besonders gefallen haben mir „Ziege voraus“ von Kornelia Schmid und „Walküre 12“ von Nele Sickel. Insgesamt bewegen sich die Geschichten aber fast alle auf einem hohen Niveau. So unterschiedlich die Geschichten inhaltlich auch sind, fand ich es doch etwas befremdlich, in wie vielen davon Freydis E[i]riksdottir als Protagonistin eine Rolle spielte. Klar ist das historisch belegte Personal der Wikinger begrenzt, hier hätte in der Geschichtenauswahl aber noch etwas mehr Wert auf die Vielfältigkeit, die Originalität gelegt werden können.

Gleiches gilt für die sehr unübliche und unorthodoxe Anordnung der Geschichten innerhalb der Anthologie – nämlich alphabetisch nach dem Autorennamen. Hier hätte durchaus die Möglichkeit bestanden, klassisch die stärksten Geschichte an Beginn und Ende der Anthologie zu stellen, oder die Geschichten thematisch etwas zu gruppieren, um diese doch etwas sehr willkürlich anmutende Auswahl zu ordnen .

Die Buchgestaltung überzeugt größtenteils, Lektorat und Korrektorat haben nur kleinere Fehler durchgelassen, die in der Summe den Lesefluss nicht wesentlich beeinträchtigen. Buchsatz und Cover sind gelungen – so finden sich auf letzterem diverse Anspielungen auf die einzelnen Geschichten.

Etwas zu gezwungen finde ich allerdings die Autoren-Vitae – als Leser hätte ich mir hier klassische Vorstellungen der Teilnehmer gewünscht. Gleiches gilt für die Bilder der Autoren, die als Wikinger gezeichnet worden sind – aber das ist beides Geschmackssache. Was allerdings jedewede Geschmacksgrenze sprengt ist m.E.n. die letzte Buchseite. Das geht so nicht – klar, sind Kommaregeln nicht zwingend eindeutig, nicht zwingend verpflichtend. Sofern eine empfohlene Schreibweise existiert, sollte man sich daran halten, sonst selbst die bestmögliche Lösung suchen – und diese offensiv vertreten. Kommas – auch mit Augenzwinkern – zum „Selbsteinkleben“ sind kein Humor, sondern eine Bankrotterklärung bzw. fehlendes Vertrauen zum eigenen Lektorat …

Mein Fazit? „Vikings of the Galaxy“ ist eine Sammlung größtenteils gelungener, humoristischer Geschichten über Wikinger im Weltall. Viele witzige und kuriose Einfälle lassen dabei kleinere Schwächen in der Geschichtenauswahl und Zusammenstellung nicht ins Gewicht fallen. Auch wenn mir das Buch abseits der Geschichten etwas zu übertrieben aufgemacht ist – für Liebhaber des Genres und von Kurzgeschichten kann es dennoch bedenkenlos empfohlen werden.

Buchpost zu Pfingsten

Pünktlich zum langen Wochenende erreichte mich gestern erneut Buchpost, die ich Euch natürlich nicht vorenthalten möchte. Es handelt sich um „Schlüssel der Zeit 1“ von Tanja Bruske. Vielen Dank an dieser Stelle an die Autorin und den mainbook Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares noch vor dem Publikationsdatum am 10.06.2019. Ich bin ja immer auf der Suche nach neuen Autoren – und daher schon ganz gespannt auf diese lokal-historisch-fantastische Serie.

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Wie mir das Buch gefallen hat, könnt Ihr dann in wenigen Wochen hier auf dem Blog nachlesen. Bis dahin – Euch allen ein frohes Pfingstwochenende!

[Autoreninterview] Tina Skupin im Gespräch

Wie bereits im Bericht zum Messedonnerstag erwähnt, habe ich auch auf der diesjährigen LBM mir wieder eine Autorin geschnappt und live für Euch interviewt – entwickelt sich hier vielleicht eine Tradition? =) Nach Nora Bendzko im letzten Jahr stellte sich dieses Mal Tina Skupin, Hybridautorin und Verlagskollegin beim Verlag ohneohren und beim Burgenwelt Verlag, meinen Fragen. Und nun möchte ich Euch – ohne weitere Vorrede – ihre Antworten auch nicht länger vorenthalten :).

Erik: Hallo Tina, schön, dass du die Zeit für das Interview gefunden hast. Magst du dich für alle Leser, die dich noch nicht kennen, vielleicht kurz vorstellen?

20190321_115401Tina: Schön, dass ich da sein darf. Mein Name ist Tina Skupin, ich schreibe Fantasy, vor allem Urban Fantasy. Ich habe – mit dem neuen – insgesamt fünf Bücher veröffentlicht. Zudem wohne ich in Stockholm, deswegen haben alle meine Bücher einen Hintergrund in der nordischen Mythologie.

Erik: Bevor wir genauer auf deine Werke eingehen: Wir treffen uns ja hier auf der Messe. Ist dies dein erstes Mal in Leipzig? Was erwartest du dir von der Messe und was fasziniert dich daran?

Tina: Es ist tatsächlich mein zweites Mal als Autorin, mein drittes Mal überhaupt. Ich habe früher in Halle gewohnt und dort gearbeitet, deswegen war ich schon einmal auf der Messe. Das war damals riesig, wahnsinnig und erschlagend – ich bin natürlich am Samstag gegangen und wusste es nicht besser. Es war alles voller Bücher und Autoren und noch mehr Bücher. Leipzig ist toll! Was ich mir erwarte? Nette Gespräche, vor allem mit den Lesern. Normalerweise sitzt man als Autor in einem stillen Kämmerlein und hat höchstens über das Internet Kontakt mit den Lesern, was noch dadurch verstärkt ist, dass ich in Schweden wohne. Hier kann ich mit den Leuten immer direkt eins zu eins reden – das ist das beste an der Messe.

Erik: Gerade ist ja der zweite Teil der Valkyrie-Reihe erschienen. Bitte erklär doch den Lesern – möglichst spoilerfrei – was sie von der Reihe erwarten können und was deine Protagonisten ausmacht.

41i6tR4OSNLTina: Valkyrie ist eine klassische Urban-Fantasy-Reihe im Stil der „Dresden Files“ und Seanan McGuire. Meine Protagonistin ist die Walküre Frida, die am Hofe Odins gedient hat, und die plötzlich 1.000 Jahre später in der Zukunft im modernen Stockholm aufwacht. Asgard ist verschwunden, die Norsen leben unerkannt unter den Menschen. Sie muss sich zum einen zurechtfinden, zum anderen möchte sie auch herausfinden, was passiert ist. Im zweiten Band geht es darum, dass die übrigen Norsen, die auch 1.000 Jahre geschlafen haben, alle erwachen und dadurch eine Flüchtlingsproblematik in der Stadt herrscht. Es gibt immer mehr von den Norsen, die sich in der modernen Welt überhaupt nicht auskennen. Daher droht die Entdeckung – und nur Frida kann dies verhindern und eine Lösung finden.

Erik: Du veröffentlichst ja auch Bücher über die Märchenspinnerei. Letztes Jahr hatte ich Nora (Bendzko, Anm. d. Red.) zum Interview, die Teil des Nornennetzes ist. Was ist für dich das Besondere an Autorennetzwerken, was für Vorteile bieten diese dem einzelnen Autor?

Tina: Ich bin ja Hybridautorin, habe sowohl als Selfpublisherin als auch im Verlag veröffentlicht. Als Selfpublisher ist man im Grunde sehr allein, als Teil von einem Netzwerk kann man sich gegenseitig unterstützen, zum Beispiel bei der Werbung. So sind wir als Märchenspinnerei ja auch auf der Leipziger Buchmesse, was für einen einzelnen Selfpublisher nicht zu stemmen, als Gruppe aber möglich ist. Fast noch wichtiger und bemerkenswerter finde ich es, dass man sich gegenseitig, sowohl im Schreibprozess, als auch bei den Veröffentlichungswegen und Problemen unterstützt, bei den ganzen Kleinigkeiten und Schwierigkeiten, denen man sich als Selfpublishingautor stellen muss.

Erik: Pitche doch mal dein aktuelles Schreibprojekt!

Tina: Ich habe derzeit zwei Projekte, mit einem bewerbe ich mich gerade, das andere schreibe ich. Beim einen handelt es sich um ein Space Naval-Projekt, beim anderen um Steampunk Sissi. Welches davon soll ich vorstellen?

Erik: Als Sissi-Fan fällt mir die Entscheidung da nicht schwer – bitte einmal Steampunk Sissi.

Tina: Jeder kennt Sissi, aber nicht mit Flammenwerfern. Es ist Sissi, die Zeit der Habsburger in einem Paralleluniversum, in dem es auch Monster und Geister gibt, um die sich das Ministerium für Monster, Drachen und anderes unnatürliches Gewürm kümmert. Und dann gibt es Sissi und die Liebesgeschichte zwischen ihr und Franz, die auch mit in die Geisterwelt reinspielt.

Erik: Bist du eher der Plotter oder der Discovery-Writer?

Tina: Sowohl als auch. Ich bin, von meiner Ausbildung her, Wissenschaftlerin und habe einen Doktor in Geografie. Deswegen bin ich das Forschen unglaublich gewöhnt, und hole mir bei neuen Ideen immer einen Stapel Bücher und beginne zu forschen. Daher kommen die ganzen Plotideen. Ich sammele dann Ideen, bis ich irgendwann an einem Punkt bin, an dem ich den Protagonisten, den Antagonisten und ungefähr das Hauptdrama kenne. Ich weiß, wo ich hin will, den Schluss, und kenne die ersten drei Kapitel ganz genau. Das ist der Moment, an dem ich beginne, zu schreiben. Ich kann aber tatsächlich nicht erst komplett plotten, das habe ich sogar beim letzten Projekt probiert. Ich lerne die Leute aber erst durchs schreiben kennen, anders geht das für mich nicht. Ich schreibe dann einen sehr schnellen ersten Entwurf, die großen Projekte immer innerhalb des NaNos. Wenn dieser fertig ist, weiß ich genau, wie das Buch aussehen soll. Dann mache ich mir einen genauen Szenenplan und schreibe das Buch quasi nochmal.

Erik: Hast du einen besonderen Buchtipp für uns?

51Ou2IQAX8L._SX326_BO1204203200_Tina: Anna Holubs: „Der Meerschaum“ ist ein Buch in der Märchenspinnerei. Es handelt sich um einen skandinavischen Thriller, eine Adaption der Meerjungfrau. Luzia Pfyls: „Das Ministerium der Welten“ gefällt mir als Serie auch sehr gut, das war auch eine meiner Inspirationen für Sissi.

Erik: Wer sind deine schriftstellerischen Vorbilder und warum?

Tina: Ich würde sagen Seanan McGuire und Terry Pratchett. Beide schaffen es, ganz tiefgründige, menschliche Zusammenhänge zu beschreiben und diese so darzustellen, dass es nicht predigend wird, sondern, dass man es verstehen kann und einen anderen Blickwinkel auf verschiedene, komplexe Zusammenhänge entwickelt. Pratchett hat ja viel darüber geschrieben, was es bedeutet Mensch zu sein, was es bedeutet, als Menschen zusammenzuleben. Das ist bei Seanan auch so. Sie thematisiert in ihren Werken, was es ausmacht, als Familie zusammenleben, was Leben und Tod bedeutet. Und sie hat dies so geschrieben, dass man es auch am Flughafen lesen kann, dass es jedem einfach zugänglich wird.

Erik: Wenn du dir eine Sache für deine Schreibzukunft wünschen würdest, was wäre dies?

Tina: Ich würde mir wünschen, noch mehr Leute zu erreichen, noch mehr Leute in meine Welt mitzunehmen. Das ist das Beste am Schreiben. „Der Ruf des Schicksals“ ist ja gerade herausgekommen und zwei Blogger haben sich die Mühe gemacht, das Buch zu kaufen, live zu lesen und mich mitlesen zu lassen. Es ist ein großes Geschenk, live zu sehen, wie die Sachen, die man geschrieben hat, funktionieren, wie sie rüberkommen und in den Köpfen der Leser zünden. Das ist das allerbeste.

Erik: Zum Abschluss und zur Auflockerung hier noch ein paar Gegensatzpaare mit der Bitte, dich spontan und ohne groß nachzudenken festzulegen:

  • Kaffee oder Tee -> Kaffee
  • Harry Potter oder Herr der Ringe -> Herr der Ringe
  • Low oder High Fantasy -> Urban Fantasy
  • Katzen- oder Hundemensch -> Hundemensch
  • Spiegel-Bestsellerliste oder Deutscher Buchpreis -> Spiegel-Bestsellerliste.

Erik: Vielen Dank für das offene Gespräch und die Antworten. Dir noch eine tolle Messe und weiterhin viel Erfolg mit deinen Büchern!

Tina: Vielen Dank.

[Buchgedanken] Nina MacKay: „Rapunzel und die Genmais-Protestbewegung“

Passend zum heutigen Indiebookday möchte ich Euch ein Kleinverlagsbuch vorstellen, das ich während der Leipziger Buchmesse gelesen habe. „Rapunzel und die Genmais-Protestbewegung“ von Nina MacKay erschien 2018 im Drachenmond Verlag und ist dem Genre humoristische Fantasy / Märchenadaption zuzuordnen. Es handelt sich um den dritten Teil der Hipster-Märchen-Reihe, die Rezensionen zu den Vorgängern können unter folgenden Links abgerufen werden („Rotkäppchen und der Hipster-Wolf„, „Aschenputtel und die Erbsen-Phobie„). Vielen Dank an dieser Stelle auch noch einmal an die Autorin, die mir das Buch auf der LBM mit einer Mettigel-Signatur verschönerte :).

~~~ Achtung! Die folgende Besprechung kann Spoiler zu den Vorgängerbänden enthalten ~~~

619R-jqtnCL._SX350_BO1204203200_Red hat große Probleme. Ever ist tot und Jaz ist fort. Ganz im Gegenteil zur zombifizierten Bevölkerung des Märchenwalds, die mit der Büchse der Pandora in Kontakt kam und Rapunzel dafür zur Verantwortung ziehen will. Und dann wären da noch die Dreizehnte Fee, die Hexe Bane und Prinzessin Jasemin, die allesamt (und jeweils) Rache an Red und ihrer Gang geschworen haben. Glücklicherweise haben Red und Rapunzel da einen Plan. Also fast. Beinahe jedenfalls. Dank Spieglein sind immerhin schnell vier Möglichkeiten identifiziert, wie man Ever aus seinem tödlichen Schlaf zurückholen könnte. Was das genau mit Youtube-Challenges, Genmais, einem Mettigel, sowie der Goldenen Gans und ihrer Flohtox-Drogenküche zu tun hat? Außerdem bliebe da noch die Frage, wie man das Verlorene Kind zurückbekommt. Vielleicht kann da der sagenumwobene achte Zwerg helfen? Red und Rapunzel haben da wie gesagt beinahe einen Plan!

„Rapunzel und die Genmais-Protestbewegung“ knüpft nahtlos an das Ende des Vorgängerbandes an und schreibt die Handlung konsequent fort. Man findet sofort wieder in die Geschichte und trifft liebgewonnene Charaktere, lernt aber auch neue Figuren kennen. Alles in allem dient der Band vor allem der Vorbereitung des hoffentlich epischen, letzten Bandes, der vermutlich in der zweiten Jahreshälfte erscheinen wird.

Das Setting ist traumhaft, so werden nicht nur altbekannte Schauplätze besucht, sondern die Charaktere müssen wortwörtlich durch die Hölle – eine Situation, die Nina mit viel Witz und Humor meistert. Generell strotzt das Buch nur so vor Situationskomik, durchaus pointiert und wahnsinnig unterhaltsam. Jederzeit würde ich Herberts Instagram-Account folgen! Eingebettet in den märchenhaften Rahmen greift die Autorin dabei durchaus auch hochaktuelle Themen auf, zeigt behutsam und bedacht die Macht von Medien und die Gefahr von Populismus.

Bei der Handlung geht dennoch einiges drunter und drüber, sie ist mir zu sprunghaft, der Wechsel geschieht in einem zu schnellen Takt. Eine stärkere Fokussierung, etwas weniger Handlungsstränge hätten dem Buch sicherlich nicht geschadet, alles in allem ist dies aber Jammern auf einem so unglaublich hohem Niveau – und mein einziger Kritikpunkt.

Die Charaktere werden konsequent weiterentwickelt, gerade Rose gefällt mir in diesem Band echt gut. Immer wieder werden neue Verpflechtungen ersichtlich, es werden neue Bande und Allianzen geknüpft – so sieht gelungener Weltenbau aus. Nina MacKays Schreibstil ist – wie üblich – locker und leicht, lässt sich wunderbar lesen und ist beneidenswert anschaulich – das Kopfkino zieht den Leser sofort in die Handlung und lässt ihn das Buch kaum aus der Hand legen.

Die Buchgestaltung ist gelungen, Lektorat und Korrektorat haben vernünftig gearbeitet und nur Kleinigkeiten übersehen. Der Buchsatz ist – erneut – ein Traum, die eingestreuten Illustrationen von Andrea Grautstück sehr schön. Das Cover (Design: Marie Graßhoff) fügt sich gut in die Reihe ein – und, ganz ehrlich, kann man einem Titelbild widerstehen, auf dem ein Mettigel abgebildet ist?

Mein Fazit? „Rapunzel und die Genmais-Protestbewegung“ knüpft nahtlos an die Vorgängerbände an und ebnet den Weg zu einem epischen Finale im letzten Band. Das Buch punktet mit viel Humor und tollen Charakteren, auch wenn man auf den ein oder anderen Handlungsstrang vielleicht hätte verzichten können. Für Genreliebhaber bedenkenlos zu empfehlen – nach Lektüre der ersten beiden Teile!

 

[Buchgedanken] Caroline Brinkmann: „Die Vereinten“

Passend zum Weltfrauentag möchte ich Euch heute eine starke, schöne und wundervolle Protagonistin vorstellen. Ich muss gestehen, es hat viel zu lang gedauert … Aber nachdem ich im letzten Jahr „Die Perfekten“ gelesen habe, bin ich nun endlich zu dem mehr als würdigen Nachfolger gekommen. „Die Vereinten“ von Caroline Brinkmann erschien als Hardcover 2018 im One Verlag, Bastei Lübbe AG, und ist als dystopischer Jugendroman einzuordnen.

41eDQteOmjL._SX338_BO1204203200_Sie ist Rain. Der Regen. Der Neuanfang. Er ist Lark. Der Verräter. Das Ende.
Gemeinsam werden sie dem Land Hope Frieden bringen – oder seinen Untergang besiegeln.

Rain und Lark haben während der Rebellion schwere Verluste erlitten, doch der Kampf um die Vorherrschaft in Hope ist noch nicht vorbei. Ein Kampf, bei dem sie auf unterschiedlichen Seiten stehen. Und ausgerechnet Lark, der sie damals an die Spines verraten hat, ist der Einzige, dem Rain jetzt trauen kann. Aber wird er wirklich hinter ihr stehen, wenn es darauf ankommt?

„Die Vereinten“ ist ein gelungener und würdiger Nachfolger und Abschluss der Dilogie um Rain und Lark. Die Handlung schließt direkt an das Ende des Vorgängerbandes an und setzt diese nahtlos fort. Auch wenn neue Charaktere hinzutreten (die übrigens überwiegend toll und interessant sind – ich liebe Wren und Cassian), hält sich dies sehr in Grenzen, sodass vor allem die bereits bekannten und liebgewonnenen Charaktere weiter ausgebaut und entwickelt werden, was die Bindung zu ihnen noch verstärkt. Ich vermisse RoseSuperBot jetzt schon – was war das bitte für ein Ende?

Auch der Weltenbau wird konsequent weiterentwickelt. So erfährt man in diesem Teil noch mehr über die einzelnen Zirkel und besucht diese. Vor allem aber lernt man mehr über die Geschichte von Hope, über die Entstehung und über den großen Krieg. Dadurch werden auch die beiden großen Haupthandlungen miteinander verknüpft. Und auch wenn das Buch erneut ambitioniert ist, an der Grenze zur Überfrachtung entlanggleitet, gelingt es der Autorin in diesem Band besser, den Leser nicht zu erschlagen.

„Die Vereinten“ ist spannend, bietet viele überraschende Wendungen und neue Entwicklungen. Der Leser wird durch den flüssig und leicht zu lesenden Schreibstil der Autorin an die Seiten gefesselt, er lacht und leidet (okay – in aller Regel letzteres) mit den Protagonisten. Auch das sehr bildhaft gehaltene Setting vermag ebenfalls zu begeistern – und würde sicherlich bei einer Verfilmung grandiose, epische Szenerien ergeben.

Die Buchgestaltung überzeugt erneut größtenteils. Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, der Buchsatz ist ebenfalls in Ordnung, wenn auch wenig innovativ. Das Cover ist ein wahrer Eyecatcher und gefällt mir durch die außergewöhnliche Farbintensität noch besser als beim ersten Teil – und sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert der Reihe. Erneut ist mir die Gesamtgestaltung des Hardcovers allerdings etwas lieblos.

Mein Fazit? „Die Vereinten“ ist ein gelungener und würdiger Abschluss der Dilogie um Rain und Lark, der vor allem durch ein tolles Setting und eine konsequente Weiterentwicklung der Charaktere und der Welt begeistert. Für Genreliebhaber bedenkenlos zu empfehlen – und sicherlich nicht mein letztes Buch der Autorin.