Wenn sich in einem Post mit Neuzugängen nur ein einziges Buch befindet, muss es sich um einen ganz besonderen Titel handeln – und das ist hier der Fall. Denn endlich durfte vor einigen Tagen „Magnus Knut Hansen – Ein Mann. Ein Mythos. Ein Moin.“ von Mikkel Robrahn bei mir einziehen. Allein die Entstehungsgeschichte des Buches ist legendär – wie Mikkel die Prämisse der Handlung durch seine Community immer größer, immer präsenter gemacht hat, verdient mehr als Respekt; wie er sich gegen alle Zweifler durchgesetzt hat, meine vollste Anerkennung. Ich durfte Mikkel in der Vergangenheit ja schon auf dem ein oder anderen Event kennenlernen und seinen grandiosen Humor bewundern – und nun werde ich auch endlich mal etwas von ihm lesen. Ich freue mich schon so auf ein Abenteuer mit einer gesprächigen Möwe, einer Prinzessin – und einem Schaf namens Dörte (eine Anspielung an Otto?). Das werden jedenfalls geniale Lesestunden – und vielleicht hagelt es ja 2026 den ein oder anderen Fantasy-Preis für dieses Werk!
Habt Ihr schon etwas von Mikkel gelesen? Und falls nein: warum nicht mit „Magnus Knut Hansen“ einsteigen? Aber Obacht! Das Buch ist schnell vergriffen – online wurden meine Bestellungen mehrfach storniert, da Mikkel einen unglaublichen Bestseller gelandet hat. Also lieber schnell in die Buchhandlung Eures Vertrauens – sichert Euch ein Exemplar, solange es noch vorrätig ist! 🙂
In den letzten Tagen habe ich auch „Castle MacLyal: Der Pfad“ von Petra Felsner gelesen. Das Buch ist 2025 im Kampenwand Verlag erschienen und als Jugendfantasy einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.
Die 15-jährige Mia überquert während eines Ausflugs versehentlich die Grenze zu einer geheimnisvollen magischen Welt, die sich jenseits des Dickichts des „Fairy Trails“ befindet. Sie landet in einer therapeutischen Schule für Wesen mit magischen Defekten, und gerät in einen uralten Konflikt, der die magische Welt bedroht. Je tiefer sie in diese fremde Realität eintaucht, desto klarer wird: Hier geht es nicht nur um Magie. Es geht um Freundschaft, Vertrauen, Mut – und darum, wer Mia wirklich ist.
„Castle MacLyal: Der Pfad“ ist der erste Band der neuen Buchreihe der Kinder- und Jugendbuchautorin Petra Felsner. Dabei lässt sich der Roman klar der Jugendfantasy zuordnen, nicht nur aufgrund des Alters der Protagonistin, sondern auch aufgrund der zutreffenden Leseempfehlung des Verlags für Leser:innen ab 12 Jahren, die die untere Grenze darstellen sollte. Idealerweise sollten Leser:innen sich vielleicht eher am Alter von Mia (15 Jahre) orientieren.
Denn die Handlung ist durchaus spannend, abwechslungsreich und altersgerecht, thematisiert sie doch viele jugendtypische Probleme wie Neuanfänge, Freundschaft, erste Liebe und die Suche nach der eigenen Identität. Leider endet der Roman in einem eher unnötigen Cliffhanger, auf den Epilog hätte man m.E. gut verzichten können, stört er doch etwas das sonst runde Ende, das ohnehin genug offene Fragestellungen für die Folgebände lässt. Auch gibt es zwischenzeitlich mal kleinere Längen, während die Konflikte dann doch teils eher antiklimaktisch verlaufen.
Das Setting ist größtenteils gelungen. So entführt die Autorin die Leser:innen ins reale und magische Schottland, in eine Welt der keltischen Mythen und Fabelwesen, in der ich mir gern noch ein paar Beschreibungen mehr gewünscht hätte – und auch beim Weltenbau bleiben kleinere Fragen offen, die gegebenenfalls ja in den Folgebänden noch geklärt werden können. Unterstützt wird das Setting durch eine wundervolle Karte in den Coverinnenseiten sowie eine reingezoomte Darstellung des Castle MacLyal.
Die Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben aufgrund der Masse an Figuren und der Kürze des Buches noch einen eher schematischen Anstrich, die Folgebände können hier aber die Komplexität der Charaktere durchaus noch festigen. Hierbei überzeugen vor allem Feon, Liuk und Kenu als wichtige Nebenfiguren, während Mia und Reed durchaus noch etwas zulegen können und dürfen. Petra Felsners Schreibstil ist dabei altersgerecht und lässt sich leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.
Die Buchgestaltung ist noch solide. Lektorat und Korrektorat sind durchaus einige Fehler durchgerutscht, die den Lesefluss aber nicht erheblich schmälern, der Buchsatz ist ordentlich, auf die leicht spoilernden Kapitelüberschriften hätte man allerdings verzichten können. Der Umschlag ist mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen, das durchaus ansehnliche Covermotiv setzt sich nahtlos auf Buchrücken und Coverrückseite fort und sorgt für ein tolles Gesamtbild, das aber etwas konstruiert wirkt, dennoch ein wirklicher Eyecatcher ist, der hoffentlich mit den Folgebänden auch für einen Wiedererkennungswert der Reihe sorgt.
Mein Fazit? „Castle MacLyal: Der Pfad“ ist ein gelungener Auftaktband in die Jugendfantasy-Reihe mit durchaus abwechslungsreicher Handlung aber auch noch mit Potential für die Folgebände, insbesondere beim Weltenbau aber auch bei den Protagonist:innen. Für Leser:innen des Genres bedenkenlos zu empfehlen, ab einem Lesealter von 12 Jahren.
Heute habe ich mal wieder zwei Neuzugänge für Euch, die mich vor kurzem über Lovelybooks.de erreichten – vielen Dank dafür. „Castle MacLyal: Der Pfad“ von Petra Felsner (Kampenwand Verlag) kam dabei als Rezensionsexemplar im Rahmen einer Leserunde zu mir, „Stürmische Gefahr: Special Agents of Justice“ von Alia Cruz (Kuneli Verlag) als Gewinn einer Buchverlosung. Petras Buch entführt dabei die 15-jährige Mia in eine geheimnisvolle Welt voller Magie, während in Alias Romantic Suspense Scarlett und Aidan nur langsam hinter die Schleier blicken, die die Realität bislang vor ihnen verborgen hat. Ich bin auf beide Bücher schon sehr gespannt, sprechen sie doch auch ganz unterschiedliche Zielgruppen an.
Fantasy oder Romantic Thrill? Was würdet Ihr wählen?
Heute möchte ich Euch zwei Neuzugänge vorstellen, die beide jeweils eine Reihe beenden – und absolut wundervoll aussehen. „Infinity Falling – Bring Me Home“ von Sarah Sprinz (LYX Verlag in der Bastei Lübbe AG) ist dabei der Abschlussband der gleichnamigen New-Adult-Trilogie, während „Crystal Crown“ von Elise Kova aus der Carlsen Verlag GmbH die phantastische „Chroniken von Solaris“-Reihe abschließt. Sarahs Buch habe ich mir dabei beim Bücherbummel in der Buchhandlung selbst gekauft, „Crystal Crown“ erstand ich im Rahmen einer Signieraktion bei der Buchhandlung Graff – leider wurde das signierte Bookplate/Exlibris vergessen, was aber nicht so schlimm ist, da ich bereits signierte Bücher der Autorin besitze. Ich bin schon ganz gespannt darauf, in beide Reihen einzutauchen!
Auch diese beiden Bücher zogen in der letzten Zeit bei mir neu ein. „Der Geschmack von Gold und Eisen“ von Alexandra Rowland (Panini Verlags GmbH), übersetzt von Michaela Link, erreichte mich als Rezensionsexemplar im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür! „Godkiller“ von Hannah Kaner (Piper Verlag GmbH), übersetzt von Wolfgang Thon, lag hingegen als Geschenk in meinem Osterkörbchen – auch dafür vielen Dank! Beide Bücher entführen die Leser:innen dabei in fantastische Welten – ich bin schon ganz auf die Ausflüge in die Fantasy gespannt!
Vor kurzem habe ich „Die Moritat der Organspenderin“ von Tina Ariam gelesen. Das Buch ist 2023 im Wreaders Verlag erschienen und dem Genre Steampunk zuzuordnen. Es ist das erste Buch, das ich im Rahmen der Tätigkeit als Lesejuror für den Phantastikpreis SERAPH 2024 gelesen habe. Die folgende Besprechung spiegelt hierbei lediglich einen individuellen Leseeindruck wieder, sodass keine Rückschlüsse auf die Gesamtentscheidung der Jury getroffen werden können.
Rye, England, ca. 1884. Durch die unkenntlich gemachten Gesichter weiß Henri nie, wer auf ihrem Operationstisch landet. Für die örtlichen Schmuggler entnimmt sie den Leichen ihre Organe. Für die wirklich wichtigen Kunden stiehlt sie das Wissen der Toten. Doch dann liegt plötzlich der britische Thronfolger auf ihrem Tisch.
„Die Moritat der Organspenderin“ ist der Debütroman von Tina Ariam, sonst könnte er auch schlecht als „Bestes Debüt“ für den SERAPH nominiert sein, gleichzeitig aber wohl auch Auftakt für eine Buchreihe, ist eine Fortsetzung doch angeteasert, die allerdings von der Prämisse doch sehr an „Kingsman“ erinnert. Das Buch lässt sich dabei relativ eindeutig dem Genre Steampunk zuordnen, spielt es doch in der viktorianischen Zeit, die in dieser Realität von Luftschiffen und technischen Gerätschaften dominiert wird. Etwas irritierend, dass das Buch zwar genau datiert ist, die englische Königin aber ausgetauscht wurde – gleiches gilt wohl auch für den restlichen europäischen Hochadel, der mit echten Titeln aber fiktiven Personen durchsetzt wurde.
Die Handlung ist durchaus abwechslungsreich und spannend, wenn auch mit kleineren Logiklücken versehen. Gern hätte ich mir auch noch mehr Moritaten gewünscht, die in den Text eingebaut worden wären, um noch mehr Atmosphäre zu schaffen. Gerade im zweiten Teil nimmt die Handlung jedoch deutlich an Fahrt auf und entwickelt sich durchaus zum Pageturner – auch dank der Reise auf dem Luftschiff, die hier für einen spannenden Wechsel des Handlungsortes sorgt.
Das Setting kann dadurch auf ganzer Linie glänzen. So entführt die Autorin den Leser nicht nur ins „viktorianische“ (aufgrund einer anderen Königin ja nicht der passende Name) England nach Rye, sondern auch mit einem Luftschiff über die Wolken – und nach Wien ins Schloss Schönbrunn. Dabei ist das Steampunk-Setting sehr klassisch, aber nichtsdestotrotz begeisternd – insbesondere die Ausstattung der Ikarus IX lässt den Leser träumen und sich ebenfalls an Bord wünschen.
Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig ausgearbeitet, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive – auch wenn die inneren Stimmen, ein so interessantes und innovatives Konzept, noch stärker in den Fokus hätten gestellt werden können. Insgesamt überzeugen insbesondere wichtige Nebencharaktere wie Ludwig und Eustace, aber auch Henri kann glänzen, während Scott noch etwas blass verbleibt, im nächsten Band aber konsequent weiterentwickelt werden kann. Tina Ariams Schreibstil lässt sich zudem leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anspringen.
Aussagen zur Buchgestaltung lassen sich nur bedingt treffen, da ich ein digitales Exemplar gelesen habe und daher nichts zur Ausstattung des Prints sagen kann. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz lassen sich jedoch durchaus beurteilen. Und während der Buchsatz hier durchaus ansehnlich ist – kleinere Satzfehler können auch an meinem Leseprogramm liegen – haben Lektorat und Korrektorat doch einige Schwächen, die sich auch kontinuierlich durchs Buch ziehen und bei mir für Irritationen sorgen – was das Lesevergnügen dann doch leicht schmälert.
Mein Fazit? „Die Moritat der Organspenderin“ ist ein durchaus gelungenes Debüt, das vor allem mit einem brillanten Setting und einigen innovativen Ideen punktet, aber auch kleinere Schwächen, insbesondere auch im Lektorat/Korrektorat hat. Für Leser des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen – ab dem vom Verlag vorgeschlagenen Lesealter von 16 Jahren.
Und natürlich möchte ich Euch auch auf diesem Wege die phantastischen Neuigkeiten nicht vorenthalten! Ich kann es immer noch nicht ganz glauben, aber ich darf für den diesjährigen Phantastik-Literaturpreis Seraph als Teil der Lesejury meine Wunschkategorie „Bestes Debüt“ mitbetreuen. Den Seraph verfolge ich schon seit Jahren, habe in Leipzig die Preisverleihungen besucht, mit Bekannten mitgefiebert und auch schon den ein oder anderen nominierten oder prämierten Titel gelesen 😍.
Wie viel mir die Phantastik bedeutet, könnt Ihr auch dem Bild entnehmen, ist sie doch das Genre, in dem ich am häufigsten selbst veröffentlicht habe – zumindest, wenn man es breit betrachtet, ich habe mal die Untergenres Science-Fiction und Mystery dazugestellt :). Und daher freue ich mich ungemein, nun neue, starke Stimmen in der Phantastik entdecken zu dürfen – und zumindest einen kleinen Teil dazu beizutragen, dass die bestimmt tollen Werke die Anerkennung finden, die ihnen gebührt 🥰.
Viel Spaß, Erfolg und eine tolle Lesezeit an dieser Stelle auch den Lesejurorinnen für die anderen Kategorien eule_und_buch und frolleinmina_schreibt – auf ein tolles, gemeinsames Abenteuer 🤗!
Vor kurzem habe ich auch „Die Legende vom letzten Bücherjäger“ von Diana Menschig gelesen. Das Buch ist 2023 im Atlantis Verlag in der Kampa Verlag AG erschienen und als fantastisches Jugendbuch einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.
Eine Hafenstadt, am Hang gelegen, wo die Kaufleute in Villen leben. Zwei Leuchttürme und eine Burg schmücken die Meeresbucht. Hier ist Jelto im Dienst der Fürstin unterwegs – als Bücherjäger: Jelto hat die besondere Gabe, Papier, Leder, sogar Tinte riechen zu können. Seine Aufgabe ist es, in Häuser einzudringen und Bücher ausfindig zu machen, denn Bücher, das weiß in Brück jedes Kind, sind gefährlich und daher verboten. Die Bücherjäger schwärmen nachts aus und treffen sich am nächsten Morgen, um die gesammelten Bücher zu verbrennen. Sie beschützen die Bewohner Brücks, denkt Jelto, denn so wurde es ihm sein Leben lang erzählt. Eines Abends bekommt er einen geheimnisvollen Auftrag: In einem Kontor im Hafen soll ein ganz besonders magisches Buch versteckt sein. Danach ist in Jeltos Leben nichts mehr wie zuvor. Er weiß nicht, wem er noch trauen kann – bis er die Drachenzüchterin Wyona kennenlernt. Auch Wyona besitzt Bücher, denn die sind, so beginnt Jelto zu verstehen, alles andere als gefährlich …
„Die Legende vom letzten Bücherjäger“ ist ein fantastisches Jugendbuch, das vom Verlag für Leser ab zwölf Jahren empfohlen wird. Dabei ist der Roman derzeit ein Standalone und kann so auch gut gelesen werden, die offenen Handlungsstränge und Fragen, die Welt insgesamt bieten aber durchaus Potential für diverse Pre- und Sequels. Ich würde mich jedenfalls freuen, in die von Diana Menschig geschaffene Welt mit einem weiteren Buch zurückzukehren.
Die Handlung ist kurzweilig und abwechslungsreich und wartet auch immer mal wieder mit unerwarteten Wendungen auf, teilweise ist sie mir aber zu unlogisch und zum Ende hin auch etwas antiklimaktisch und reibungsarm, hier hätte man, auch im Hinblick auf die Zielgruppe, durchaus etwas mehr Spannung erwarten können. Abgesehen davon sind die Handlung und die damit verbundenen Problemkreise durchaus altersgerecht und setzen sich aus einem Potpourri jugendtypischer Themen und der fantastischen Grundidee zusammen.
Das Setting vermag – im Wesentlichen – zu überzeugen. So entführt Diana Menschig den Leser nach Brück, eine Hafenstadt in einer nicht näher benannten Welt, die genretypisch mittelalterlich angehaucht ist. Auch wenn mich die Stadtgeschichte von Brück nicht vollends überzeugen, ich die Entwicklung nicht nachvollziehen konnte, ist doch der Einsatz beim Weltenbau hier zu würdigen, werden doch Stadt und Welt mit einer Historie versehen, sodass ein komplexes Gesamtbild entsteht.
Die einzelnen Figuren sind durchaus vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Zwar fehlt mir, insbesondere, aber nicht nur bei Jelto, teils die emotionale Auseinandersetzung mit den Geschehnissen, insgesamt kann der Cast aber durchaus punkten, wobei Rona und Quibus am stärksten brillieren. Diana Menschigs Schreibstil ist dabei leicht und flüssig zu lesen, altersgerecht und lässt das Kopfkino sofort anlaufen.
Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, der Buchdeckel ist mit toll gestalteten, aber leider nicht farbigen Coverinnenseiten versehen. Das Covermotiv, das leider zum Buchrücken unterbrochen und auf der Coverrückseite wieder aufgegriffen wird, ist hingegen farblich ein absoluter Eyecatcher und schön anzusehen, auch wenn mir in den Details der Bezug zur Handlung fehlt. Die Geschichte wird hingegen durch eine vorangestellte Dramatis Personae unterstützt.
Mein Fazit? „Die Legende des letzten Bücherjägers“ ist ein fantastisches Jugendbuch, das eine tolle Welt erschafft und mit einer kurzweiligen Handlung punktet, aber sowohl bei den Figuren als auch bei den Konflikten etwas an der Oberfläche verbleibt, so allerdings auch viel Potential für Folgebände bietet. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab dem vom Verlag vorgeschlagenen Lesealter von zwölf Jahren.
Ziemlich genau in zwei Wochen steht für mich das wohl letzte Buchevent des Jahres an, ein Ravensburger Pop-Up Store mit den Autor:innen von „Winter Wishes“ im Thalia Mannheim. Zur Vorbereitung durften dabei diese beiden, selbstgekauften Bücher bei mir einziehen: „Silver & Poison: Die Essenz der Erinnerung“ von Anne Lück und „The Romeo & Juliet Society: Rosenfluch“ von Sabine Schoder. Annes Buch ist dabei der zweite Teil ihrer fantastischen Buchreihe, während Sabines Buch der erste Band ihrer modernen Adaption von Shakespeares weltberühmter Liebesgeschichte ist. Ich bin auf beide Reihen jedenfalls schon sehr gespannt – und freue mich schon darauf, die beiden Autorinnen in Mannheim zu treffen.
Sehen die Bücher mit den Farbschnitten nicht toll aus?
Vor kurzem habe ich auch „Triumph der himmelblauen Nacht“ gelesen. Das Buch ist 2023 im Diederichs Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH veröffentlicht worden und als Erzählung einzuordnen. Die Illustrationen stammen übrigens auch aus der Feder von Lisa Brenk. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.
Eifersüchtig bewacht Arkas Nachtfell den größten Schatz der Bären: das Gleißen, das wundersame Licht, das seit Anbeginn der Zeit im alten Gehölz liegt. Kurz vor den ersten Winterstürmen taucht unerwartet eine fremde Bärin auf, Mika. Als sie ihm erzählt, sein Gleißen sei vom Himmel gefallen und müsse dorthin zurückgebracht werden, lacht er sie aus und jagt sie fort. Doch kaum beginnt die Winterruhe, bemerkt er, dass das Gleißen gestohlen wurde. Alleine begibt er sich auf die Suche nach Mika. Diese ist bereits auf dem Weg in den hohen Norden, dorthin wo die weißen Bären wohnen und der Himmel mit dem Ozean verschmilzt. Wo Lichter über dem Himmel tanzen und die Sternbilder geschmiedet werden. Auf der Reise durch die verschneiten Wälder, durch eine finstere Eishöhle und über das gefrorene Meer begegnet Arkas viele wundersame Wesen, die alle eins gemeinsam haben: Sie bringen Arkas sich selbst näher und dem Gleißen, das sein ganz eigenes Geheimnis hat.
„Triumph der himmelblauen Nacht“ ist ein sehr spezielles Buch, ein Hardcover mit farbigen Illustrationen, das sich in keine Genreschublade pressen lässt. Beworben als zauberhafte und verträumte Erzählung [über die Suche nach dem, was uns im Innersten ausmacht], könnte man den Roman fast auch als Märchen, als Fabel ansehen. Theoretisch möglich wäre auch die Eingruppierung als fantastischer Roman, aber ich habe der Einfachheit halber die Kategorisierung als Erzählung übernommen.
Die Handlung ist überraschend und abwechslungsreich, wird zum Ende hin aber doch teils vorhersehbar – und ist, übertrieben gesagt – gänzlich nachrangig, lebt der Roman doch von seiner tollen, bildhaft-blumigen und malerischen Sprache voller zauberhafter Worte – ein wahrer Traum. Zugleich vermittelt der Roman auch eine starke, wichtige Botschaft, die transformativ natürlich einem Gleichnis ähnlich auf das Leben der Menschen übertragen werden kann.
Das Setting kann ebenfalls überzeugen. So nimmt Lisa Brenk den Leser mit auf eine Reise durch die verschiedensten natürlichen Gefilde, in die Tier- und Pflanzenwelt, durchwoben von Mythen und Geheimnissen. Dabei verzaubert die Autorin durch versteckte Bedeutungen und Easter Eggs – so spricht die Wisperschlange in Elfchen, was mich immer noch begeistert.
Zu den Figuren kann man eher wenig sagen, ohne zu spoilern. Gern hätte ich aber noch mehr von Lika erfahren, die einen tollen, ersten Eindruck macht. Lisa Brenks Schreibstil hingegen ist – wie oben schon erwähnt – das wahre Highlight des Romans und begeistert nachhaltig. Egal auf welcher Seite man das Buch aufschlägt, wird man von alten und wunderschönen Worten, von Neuschöpfungen und lautmalerischen Ausdrücken begrüßt.
Die Buchgestaltung kann ebenfalls glänzen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, der Text wird von Lisa Brenks wundervollen, aquarellartigen Illustrationen zauberhaft ergänzt, die sich auch im Stil auf dem Cover und der Coverrückseite wiederfinden. So schön das Cover auch anmutet, auch in der Farblichkeit, ist es doch relativ unscheinbar, und wird durch den Buchrücken krass unterbrochen. Gleichsam ist auch das unter dem Umschlag befindliche Buch relativ schlicht.
Mein Fazit? „Triumph der himmelblauen Nacht“ ist ein sprachlich brillantes Buch mit wichtiger Botschaft, einer aber auch teils vorhersehbaren und etwas abstrusen Handlung. Für alle Leser bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von 14 Jahren.