[Buchgedanken] Petra Schier: „Pfötchen, Strand und Liebesglück“ (Lichterhaven 9)

In der letzten Zeit habe ich auch „Pfötchen, Strand und Liebesglück“ von Petra Schier gelesen. Das Buch ist 2026 bei HarperCollins in der Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH erschienen und als Liebesroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Für Chloe bricht eine Welt zusammen, als ihr Verlobter ihr gesteht, dass er sie zwar heiraten möchte, aber nicht liebt. Als wäre das nicht genug, verliert sie ein Jahr später auch noch ihren Job. Um ihr Herz zu heilen und einen Neustart zu wagen, zieht sie zu ihrer Zwillingsschwester Isalie nach Lichterhaven und beginnt auf dem Erlebnishof ihrer Familie zu arbeiten. Langsam kehrt wieder Ruhe in ihr Leben ein – bis sie auf den mürrischen Nachbarn Tristan trifft. Trotz anfänglicher Abneigung entdecken beide, dass sie mehr verbindet, als sie erwartet hatten. Kann die Liebe, unterstützt von einem kleinen Dackel namens Cooper, alte Wunden heilen und neues Glück schenken?

„Pfötchen, Strand und Liebesglück“ ist zwar bereits mein fünfter Roman von Petra Schier, hierbei aber der erste aus der „Lichterhaven“-Reihe, dessen neunter Band „Pfötchen, Strand und Liebesglück“ ist. Dabei ist das Buch klar als klassischer Liebesroman einzuordnen, ist zugleich aber auch Urlaubsroman oder Feel-Good-Roman, ideal geeignet, um selbst am Strand gelesen zu werden, auch wenn der Roman überraschenderweise (aber nicht unangenehmerweise) durchaus mit einer halbwegs expliziten Sexszene aufwartet.

Generell ist die Handlung durchaus abwechslungsreich, verbleibt dabei aber etwas an der Oberfläche, auch wenn das ein oder andere wichtige Thema gestreift wird. Hierbei werden zu keinem Zeitpunkt Zweifel an dem ausstehenden Happy-End gesät, Komplikationen oder Stolpersteine in der sich entwickelnden Beziehung sucht man vergebens, lediglich Cooper muss gelegentlich als Eisbrecher herhalten – der ein oder andere kleinere Rückschlag hätte hier die Feel-Good-Atmosphäre auch nicht zerstört. Und so vermag auch das Ende nicht vollends zu überzeugen, hätte man sich für Chloe doch gegebenenfalls einen anderen Weg ins Glück gewünscht.

Das Setting kann erneut auf ganzer Linie glänzen. So nimmt die Autorin ihre Leser:innen mit auf eine Reise nach Lichterhaven, einen fiktiven, kleinen Ort an der Nordseeküste – mit allem, was dazugehört, unter anderem ein alter Leuchtturm, ein Erlebnishof mit Alpakas und – natürlich – ganz viel Strand. Petra Schier erschafft dabei eine Dorfidylle, die fast aus der Welt entrückt zu sein scheint; wie ein kleines Märchen, fast zu ideal, um wahr zu sein, aber perfekt, um sich unbeschwert dorthin träumen und die Realität vergessen zu können.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen insbesondere wichtige Nebenfiguren wie Isalie und Max, aber auch Cooper trägt viel zur Handlung bei, während Tristan nicht immer nachvollziehbar handelt und – gerade anfangs – viele Sympathien verspielt. Petra Schiers Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen, sorgt in der Erzählperspektive von Cooper auch für humorvolle Momente, auch wenn man sich daran erst gewöhnen muss.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat und Korrektorat sind zwar Kleinigkeiten durchgerutscht, die das Lesevergnügen aber nicht schmälern, der Buchsatz ist ordentlich und versucht die Chatnachrichten innovativ zu setzen, auch wenn hier – und bei der Darstellung von Coopers Perspektive – sicherlich noch mehr gegangen wäre. Das Covermotiv setzt sich nahtlos auf Buchrücken und Coverrückseite fort und sorgt so für einen tolles Gesamtbild. Das Motiv ist zudem genre- und reihentypisch, sorgt für Wiedererkennungswert, ist insgesamt aber eher kein Eyecatcher.

Mein Fazit? „Pfötchen, Strand und Liebesglück“ ist ein Feel-Good-Liebesroman, der auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden kann und hält, was er verspricht, aber durchaus ein klein bisschen mehr Komplexität hätte vertragen können. Für Leser:innen des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von etwa 16 Jahren.

Wohlfühl-Bücher im Doppelpack | Lovelybooks-Buchpost

Heute habe ich mal wieder zwei Neuzugänge für Euch, die mich vor kurzem als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de erreicht haben – vielen Dank dafür. „Wenn stille Wasser tödlich sind“ ist dabei der zweite Band um Dorfpolizistin Helen Franklin von Karen Finch (Karin Uhlig), während „Pfötchen, Strand und Liebesglück“ bereits der neunte Teil der „Lichterhaven“-Reihe von Petra Schier ist (beide Bücher: Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH). Feel-Good-Urlaubs- und Liebesroman sowie Cosy Crime mit britischem Humor – bei beiden Werken ist hier eine Wohlfühlatmosphäre garantiert. Ich kann es daher kaum erwarten, die Bücher zu lesen!

Welches Buch liegt bei Euch ganz oben auf dem SuB?

[Buchgedanken] Karin Seemayer: „Sommerwind in der Toskana“

Vor kurzem habe ich auch „Sommerwind in der Toskana“ von Karin Seemayer gelesen. Das Buch ist 2026 bei Aufbau Taschenbuch in der Aufbau Verlage GmbH & Co. KG erschienen und als Liebesroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Nach dem Tod ihres Onkels erbt Laura dessen Haus in der Toskana, in dem sie jeden Sommer ihrer Kindheit verbracht hat. Mit dem festen Vorsatz, es so schnell wie möglich zu verkaufen, reist sie nach Castagneto Carducci. Ein wohlhabender Winzer bietet ihr viel Geld, und alles scheint entschieden. Doch dann begegnet sie ihrem Jugendfreund Luca wieder. Mit seiner Liebe zur Landschaft und seinem Traum von einem nachhaltigen Agriturismo weckt er längst vergessene Erinnerungen in Laura. Inmitten goldener Hügel und flirrenden Lichts entdeckt sie nicht nur die Schönheit der Toskana neu, sondern auch ihr Herz.

„Sommerwind in der Toskana“ ist mein erstes Buch aus der Feder von Karin Seemayer, das unabhängig von ihren anderen Toskana-Romanen gelesen werden kann. Dabei lässt sich der Roman relativ klar als (klassischer) Liebesroman einordnen, der sich zudem perfekt als Sommer-/Urlaubslektüre eignet und zum Dahinträumen einlädt.

Denn die Handlung ist durchaus abwechslungsreich und interessant, aber teils auch etwas ereignisarm und ohne größere Spannungsspitzen – selbst bei einem klassischen Feel-Good-Liebesroman hätte ich mir hier ein paar Komplikationen mehr gewünscht. Allerdings kann dahingegen das Ende glänzen, da es organisch zur Geschichte passt und der Handlung kein künstliches, klischeebehaftetes Happy-End übergestülpt wurde.

Das Setting brilliert auf ganzer Linie. So entführt die Autorin ihre Leser:innen in die Toskana abseits der großen Touristenströme, in landwirtschaftlich dominiert kleine Städte voller Dolce Vita, gutem Essen und Traditionen. Dabei mischt Karin Seemayer die Liebesgeschichte mit wichtigen Themen wie nachhaltigem Tourismus, der Verdrängung kleiner Unternehmen durch Großgrundbesitzer und toxische Familienstrukturen zu einem interessanten Gesamtpaket, das aber nie das Feel-Good-Urlaubsgefühl in Frage stellt und daher eher oberflächlich verbleibt.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Neben Laura überzeugen hier vor allem wichtige Nebenfiguren wie Julia und Nonna Maria, während Luca etwas eindimensional und zu perfekt verbleibt, ihm Ecken, Kanten und die ein oder andere Schwäche fehlen, um glaubhaft zu erscheinen. Karin Seemayers Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung ist ordentlich. Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, die den Lesefluss nicht erheblich schmälern, der Buchstaz ist solide. Der Buchumschlag ist auf dem Cover, der Coverrückseite und dem Buchrücken leicht geprägt, auch das Covermotiv setzt sich nahtlos über Buchrücken und Coverrückseite fort, sodass ein einheitliches Gesamtbild entsteht, auch wenn die Spiegelung des Covermotivs auf der Coverrückseite jetzt nicht sehr einfallsreich ist. Insgesamt ist das Cover aber durchaus genretypisch und ansehnlich. Gewünscht hätte ich mir am Ende des Buches noch die Auflistung der lokalen Rezepte, die in der Handlung angesprochen worden sind – für das Toskana-Feeling zuhause.

Mein Fazit? „Sommerwind in der Toskana“ ist ein klassischer Feel-Good-Liebesroman, der vor allem mit seinem Setting brilliert, aber durchaus die ein oder andere Komplikation mehr hätte vertragen können. Für Leser:innen des Genres bedenkenlos zu empfehlen, ab einem Lesealter von etwa 12 Jahren.

[Buchgedanken] Heike Abidi: „Noch immer Zeit zu lieben“

In der letzten Zeit habe ich auch „Noch immer Zeit zu lieben“ von Heike Abidi gelesen. Das Buch ist 2025 im Penguin Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH veröffentlicht worden und als Liebesroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Isabel, Ende 40, hat die letzten Jahre ihre Mutter gepflegt und steht nun nach deren Tod vor einem Neuanfang. Sie will endlich wieder als Fotografin voll durchstarten. Ihr erster großer Auftrag führt sie ausgerechnet nach Stockholm – dabei hatte sie sich geschworen, nie wieder schwedischen Boden zu betreten. Der Verlust ihres Verlobten Oscar, der vor 25 Jahren bei einer dummen Wette ertrank, schmerzt noch zu sehr. Doch das lukrative Projekt in einem schicken Stockholmer Hotel kann sie nicht ablehnen. Die malerische Gamla Stan und die sommerliche Idylle der Schären verzaubern sie sofort wieder. Dass sie sich dort ausgerechnet in Hotelchef Lennart verliebt, war so nicht geplant. Isabels Gefühle für ihn sind stärker als ihr Widerstand. Doch dann erfährt sie etwas über ihn, was alles ändert und ihr neues Glück aufs Spiel stellt …

„Noch immer Zeit zu lieben“ ist nach „Hör auf dein Herz, auch wenn es stolpert“ und „Liebe M. – Du bringst mein Herz zum Überlaufen“ mein dritter Roman von Heike Abidi, von der ich auch schon mehrere, gemeinsam mit Ursi Breidenbach verfasste Sachbücher gelesen habe. Dabei lässt sich das Buch relativ leicht einem Genre zuordnen. Während es als Sommerroman beworben und auf Verkaufsportalen teils als Gegenwartsliteratur eingruppiert wird, handelt es sich bei dem Buch doch klar um einen sehr klassischen (Feel-Good-) Liebesroman.

Denn die Handlung, die aus der Ich-Perspektive von Isabel erzählt wird, stellt die Lovestory zwischen ihr und dem männlichen Love Interest Lennart sehr stark in den Fokus, der Rest der Handlung unterstützt dabei lediglich. Dennoch bleibt die Handlung durchaus abwechslungsreich, wenn auch in Teilen naturgemäß vorhersehbar – aber das bringt das Genre in der Regel ja mit sich. Auch kann mich das Ende leider nicht vollends überzeugen, wenn es auch erfrischend offen gehalten ist und Platz für die Fantasie der Leser:innen lässt.

Das Setting ist natürlich traumhaft. So entführt die Autorin ihre Leser:innen nicht nur in meinen Wohnort Heidelberg, sondern auch ins gleichsam malerische Stockholm und an andere, landschaftlich wunderschöne Ecken Schwedens. Und was wünscht man sich zudem mehr, als ein traumhaftes Luxushotel als Kulisse? Dabei mischt Heike Abidi mühelos gesellschaftlich relevante Themen wie Nachhaltigkeit und familiengeführte Unternehmen mit ein, die auch von schweren Themen wie Trauer, Demenz und Schuld begleitet werden, die aber alle eher oberflächlich verbleiben und nie wirklich von der Lovestory ablenken, sodass die Feel-Good-Atmosphäre erhalten bleibt.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Dabei brillieren insbesondere wichtige Nebencharaktere wie Emilia und Olivia, während gerade Isabel und Lennart teils nicht nachvollziehbar handeln. Heike Abidis Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung ist gelungen. Lektorat und Korrektorat haben ordentlich gearbeitet, der Buchsatz ist sauber und versucht zumindest, Briefe und Chatnachrichten vom regulären Text abzusetzen, hier hätte man aber vielleicht noch etwas mutiger sein können. Das Covermotiv setzt sich nahtlos auf Buchrücken und Coverrückseite fort, sodass ein tolles, einheitliches Gesamtbild entsteht, ist durchaus auch schön anzusehen und genretypisch, aber kein klassischer Eyecatcher.

Mein Fazit? „Noch immer Zeit zu lieben“ ist ein Liebesroman mit wunderbarem Setting und Feel-Good-Garantie, der vor allem in den ersten zwei Dritteln viel Spaß macht. Für Leser:innen des Genres daher bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von etwa 13 Jahren.

[Buchgedanken] Persephone Haasis: „Marmeladensommer“

In den letzten Tagen habe ich auch „Marmeladensommer“ von Persephone Haasis gelesen. Das Buch ist 2025 im Penguin Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH veröffentlicht worden und als Liebesroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Glitzernd liegt der Bodensee vor ihr. Nur mit einem alten Foto von einem Obsthof ist Emmi, die in Frankfurt ein Catering-Unternehmen führt, hierhergekommen, um ihren Vater zu finden. Sie nimmt ein Zimmer in einer kleinen Pension am See, die einem netten älteren Ehepaar gehört. Auch wenn deren Sohn Oliver, der im Ort eine Segelschule betreibt, anfangs wenig angetan ist von der wasserscheuen Großstädterin, hilft er Emmi bei ihrer Suche. Tatsächlich finden sie ihren Vater, dessen idyllischer Bio-Obsthof leider wirtschaftlich vor dem Aus steht. Emmi will unbedingt helfen und beginnt aus dem Obst nach ihren Rezepten Marmeladen zu kochen. Besonders dem smarten Hotelbesitzer Tim gefallen die Marmeladen – und die hübsche Marmeladenköchin. Und so steht Emmi nun nicht nur mit jeder Menge Obst in der kleinen Küche der Pension, sondern auch zwischen zwei Männern …

„Marmeladensommer“ ist mein erster Werk der Autorin Persephone Haasis unter diesem Namen, nachdem ich sie bereits als Teil des Autorinnenquartetts Hannah Conrad kennenlernen durfte. Der Roman wird dabei als Wohlfühlroman beworben, auf Verkaufsportalen unter anderem als Gegenwartsliteratur gelistet. Meines Erachtens ist das Buch aber klar als Liebesroman zu kategorisieren, durchaus auch als Feel-Good-Liebesroman, wenn man den Wohlfühlfaktor wirklich in den Vordergrund stellen möchte.

Denn die Handlung ist sommerlich, was das Buch durchweg zur perfekten Urlaubslektüre macht. Persephone Haasis mischt familiäre Probleme (auf allen Seiten) mit einer spritzigen Liebesgeschichte und tollen Rezepten zu einer zu jeder Zeit prickelnden Mischung, die das Happy-End nie in Zweifel geraten lässt. Leicht enttäuscht bin ich lediglich von dem stark angeteaserten, aber viel zu flach gehaltenem Love Triangle – hier stand der Auserwählte doch schon direkt zu Beginn fest, wird die Geschichte doch aus zwei personalen Erzählperspektiven erzählt, sieht man mal vom Prolog und Epilog ab, die eine dritte Perspektive bekommen – auf die man auch gut hätte verzichten können.

Das Setting ist natürlich malerisch. So entführt die Autorin die Leser:innen an den Bodensee – und nimmt quasi alles mit, was die Region so zu bieten hat, von malerischen Pensionen, Luxushotels, Segeltörns und biodynamischen Bauernhöfen. Zusammen mit den Marmeladen, die in die Handlung eingeflochten sind, manchmal aber etwas zu früh leicht spoilern, wird hier eine perfekte Stimmung erzeugt, um sich wegzuträumen – ich wäre jetzt ebenfalls gern am Bodensee, vermutlich aber lieber in Tims Hotel als in Kathrins Pension.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. So können insbesondere Benno, Leika und Lea als wichtige Nebencharaktere glänzen, während vor allem Emmi oftmals nicht nachvollziehbar handelt. Persephone Haasis Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung ist ordentlich. Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, der Buchsatz ist solide. Das Covermotiv setzt sich nahtlos über Buchrücken und Coverrückseite fort, sodass ein einheitliches Gesamtbild entsteht, das die Stimmung des Romans gut auffängt, etwas mehr Anklang aber zur Handlung hätte haben können.

Mein Fazit? „Marmeladensommer“ ist ein perfekter Urlaubsbegleiter, ein Feel-Good-Liebesroman mit tollem Setting, interessanten Rezepten und nur kleineren Schwächen in der Handlung. Für Leser:innen des Genres daher bedenkenlos zu empfehlen, ab einem Lesealter von 14 Jahren.

[Buchgedanken] Ursi Breidenbach: „Christmas Cake und Glitzerschnee“

Vor kurzem habe ich „Christmas Cake und Glitzerschnee“ von Ursi Breidenbach gelesen. Das Buch ist 2024 im Penguin Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH veröffentlicht worden und als weihnachtlicher Liebesroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Mitte Dezember wird Jenny für ein wichtiges Forschungsprojekt nach Edinburgh geschickt. Die Dreiunddreißigjährige, die sich noch nie viel aus Weihnachten gemacht hat, ist absolut überfordert vom festlichen Trubel. Überall Weihnachtsmusik, Mistelzweige und Menschenmassen – Jenny fährt in den beschaulichen Stadtteil Morningside, in dem ihre Großmutter wohnt, die sie noch nie zuvor getroffen hat. Zögerlich steht sie vor dem geschmückten Haus, als sich die Tür öffnet und ihre Großmutter sie gerührt in die Arme schließt. Bei ihr trifft Jenny auch auf den kreativen Bühnenbildner Callum, einen waschechten Schotten. Er ist so weihnachtsverliebt, dass er es nicht verstehen kann, warum Jenny die schönste Zeit im Jahr ablehnt. Wird er es schaffen, Jenny rechtzeitig zum Fest mit Weihnachtsstimmung zu verzaubern? Christmas Cake, glitzernde Lichter und magische Wintererlebnisse … wer könnte da widerstehen?

„Christmas Cake und Glitzerschnee“ ist mein erster Roman von Ursi Breidenbach, habe ich doch bislang nur einige der humorvollen Sachbücher von ihr gelesen, die sie zusammen mit Heike Abidi verfasst hat. Umso gespannter war ich, ihre andere literarische Seite kennenzulernen, nachdem ich ja auch einige von Heikes Romanen lesen durfte. Dabei ist „Christmas Cake und Glitzerschnee“ relativ einfach zu kategorisieren, handelt es sich doch um einen weihnachtlichen Liebesroman, quasi einen saisonalen Feel-Good-Liebesroman. Sehr klassisch werden in Abgrenzung zu New-Adult Sexszenen ausgeblendet und die Protagonist:innen sind etwas älter, stehen bereits mit beiden Beinen relativ fest im Leben.

Die Handlung ist zuckersüß, sehr berührend, aber auch teils vorhersehbar und relativ komplikationsarm, vermittelt aber insgesamt einfach ein gutes Gefühl und ganz viel weihnachtlichen Flair – und hält somit das Versprechen an die Leser:innen, das Cover, Klappentext und Genre gegeben haben. Gerade am Ende hätte ich mir jedoch trotzdem gewünscht, dass das rundum perfekte, kitschgeschwängerte Ende minimal realistischer gestaltet worden wäre – und die Geschichte insgesamt etwas mehr Tiefe besessen hätte, aber das ist Kritik auf einem unfassbar hohen Niveau, hat mich Ursi Breidenbachs Story doch wundervoll unterhalten und berührt.

Das Setting ist natürlich brillant. So entführt die Autorin die Leser:innen ins weihnachtliche Edinburgh, in eine Stadt, die Weihnachten atmet und lebt – voll mit Weihnachtmärkten, -Dekoration und ganz viel festlichen Hotspots. Dabei vermischt Ursi Breidenbach die saisonale Liebesgeschichte durchaus mit ernsten Themen, die jedoch eher an der Oberfläche verbleiben – und legt dem Paar auch mit Ausnahme einer potentiell geografischen Trennung keine Steine in den Weg, sodass eine dauerhaft harmonische Atmosphäre entsteht, die ebenfalls zum Wohlfühlsetting beiträgt.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben eigene Ziele und Motive, viele Stärken aber eher wenige Schwächen – insbesondere Ingrid und Callum sind Freundlichkeit und Perfektion in Person – etwas mehr Realismus hätte auch hier noch dreidimensionalere Charaktere geschaffen. Abgesehen davon fühlt man sich mit den Protagonist:innen sehr wohl und kann sich gut mit ihnen identifizieren – und Ursi Breidenbachs Schreibstil lässt sich leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen, ist emotional und berührend.

Auch die Buchgestaltung kann brillieren. Lektorat und Korrektorat haben ordentlich gearbeitet, der Buchsatz ist gelungen und setzt die Chatnachrichten durchaus innovativ – auch wenn da sicherlich noch mehr geht. Der Buchumschlag ist auf dem Cover und dem Buchrücken mit hochwertigen, goldglitzernden Prägungen versehen, das Covermotiv zieht sich über den Buchrücken und die Coverrückseite, sodass ein tolles, eindrucksvolles Gesamtbild entsteht. Das Covermotiv ist zudem sehr einladend und weihnachtlich, sehr atmosphärisch und farblich toll – lediglich den Bezug zur Handlung hätte man noch etwas verstärken können.

Mein Fazit? „Christmas Cake und Glitzerschnee“ ist ein wundervoll berührender weihnachtlicher Liebesroman, der vor allem mit seinem Setting und seiner Wohlfühlatmosphäre punkten kann, gleichzeitig aber auch einige Komplikationen mehr hätte vertragen können. Für Leser:innen des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von etwa 12 Jahren.

[Buchgedanken] Heike Abidi: „Liebe M. – Du bringst mein Herz zum Überlaufen“

Vor kurzem habe ich auch „Liebe M. – Du bringst mein Herz zum Überlaufen“ von Heike Abidi gelesen. Der Roman ist 2024 im Selfpublishing veröffentlicht worden, eine frühere Version erschien unter gleichem Titel und dem Pseudonym „Anna Paulsen“ 2018 im Penguin Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH. Das Buch ist als Liebesroman einzuordnen, vielen Dank an dieser Stelle auch an die Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Während andere den Freitag herbeisehnen, freut sich Matilda auf Montag, denn nichts liebt sie mehr als ihren Job im Amt für nicht zustellbare Post, wo sie für die Buchstaben K bis M zuständig ist. Doch dann kommt der Tag, an dem Matilda ein nie überbrachter Liebesbrief so sehr berührt, dass sie beschließt, ihre gewohnten Pfade zu verlassen und den Empfänger ausfindig zu machen – ganz gleich, wie schwierig es wird. Sie stößt auf eine schmerzliche Liebesgeschichte, die bereits viele Jahrzehnte zurückliegt. Doch für ein Happy End ist es schließlich nie zu spät, oder?

„Liebe M. – Du bringst mein Herz zum Überlaufen“ ist – wie oben dargestellt – die Neuauflage des bereits 2018 erschienenen, gleichnamigen Titels, der 2019 für den DELIA-Literaturpreis nominiert worden ist. Dabei fällt die Genreeinordnung als Liebesroman zwar leicht, gleichsam ist das Buch aber auch – mehr oder weniger – Schicksalsroman und Entwicklungsroman – und in der zweiten Hälfte durchaus teils auch Briefroman, kommuniziert doch ein Protagonist nahezu ausschließlich in Briefform.

Die Handlung ist dabei durchaus interessant, teils aber vorhersehbar, immer jedoch sehr cosy, sehr bedacht, eine Feel-Good-Atmosphäre zu schaffen – so wird das Buch ein idealer Begleiter für einen verregneten Tag mit einer dampfenden Tasse Kaffee (oder in Matildas Sinne: Tee). Themen wie verbotene Liebe, Altersdemenz und Vorurteilsdenken werden dabei durch die Protagonisten angerissen, aber nicht allzu vertieft aufgearbeitet, um die heimelige Stimmung, die den Roman durchzieht, nicht zu gefährden. Brillieren können hingegen einige der Briefe, insbesondere Cornelius‘ 100 Wahrheiten sind eine der absoluten Sternstunden des Romans. Auch das teils offene Ende vermag – wenn es auch etwas plötzlich kommt – durchaus zu glänzen.

Das Setting kann ebenfalls überzeugen. So entführt die Autorin die Leser:innen nach Karlskirchen, in eine mittelgroße (sonst hätte sie keinen Oberbürgermeister), aber doch verschlafene Stadt und nimmt sie mit auf Reisen, unter anderem nach Berlin und an die Ostsee. Dabei entdeckt man als Leser:in diese Orte zusammen mit den Protagonist:innen, das Meer mit Elvira zusammen kennenzulernen ist hierbei eine der am stärksten berührenden Passagen des Buches. Auch vermag es Heike Abidi, den grauen Büroalltag innerhalb der Behörde durchaus humorvoll darzustellen und den Leser:innen so das ein oder andere Lächeln zu entlocken.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Dabei überzeugen insbesondere Elvira, Kirsten und Cornelius, während Matilda so weltfremd erscheint, dass sie anfangs schwer greifbar ist, und auch später wenig nachvollziehbar handelt und – irritierenderweise – höchst illegal. Heike Abidis Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, die den Lesefluss nicht schmälern, der Buchsatz ist ordentlich, hätte aber durchaus die Briefe innovativer setzen können. Das Covermotiv zieht sich über Buchrücken und Coverrückseite und ergibt so ein ganzheitliches Bild über den kompletten Umschlag, ist jedoch etwas eintönig und kein Eyecatcher. Auch hätte man auf die Kapitelüberschriften verzichten können, spoilern diese doch teils die Handlung der Kapitel, die aber – auch das sollte man lobend erwähnen – alle auf ungeraden Buchseiten beginnen.

Mein Fazit? „Liebe M. – Du bringst mein Herz zum Überlaufen“ ist ein Feel-Good-Liebesroman, der mit tollen Briefen und interessanten Charakteren glänzt, teils aber auch etwas vorhersehbar ist und etwas zu stark an der Oberfläche verbleibt. Für Leser:innen des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von etwa 12 Jahren.

[Buchgedanken] Heike Abidi: „Hör auf dein Herz, auch wenn es stolpert“

Vor kurzem habe ich auch „Hör auf dein Herz, auch wenn es stolpert“ von Heike Abidi gelesen. Das Buch ist 2023 bei Lübbe in der Bastei Lübbe AG veröffentlicht worden und als Liebesroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an die Autorin und den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars über ein Rezensionsangebot auf Instagram.

Eine Agentur fürs Zuhören! Diese Idee hat Floriane, 50, nachdem sie innerhalb von 24 Stunden aus ihrem gemütlichen Leben gestoßen wurde. Zuerst hat ihr Ehemann sie wegen einer Dreißigjährigen verlassen, und dann wurde ihr auch noch der Job gekündigt. Erstmal hat Floriane keine Ahnung, was sie nun tun soll. Doch dann besinnt sie sich auf ihr größtes Talent, das Zuhören. Schon bald nach der Gründung ihrer Agentur bemerkt sie überrascht, wie viele Menschen dringend jemanden zum Reden brauchen. Als sie sich auf einmal zwischen zwei Männern entscheiden muss, stellt sie fest, dass das Zuhören auch ihr gutgetan hat. Können die Lebensgeschichten anderer Floriane helfen, ihren Weg zu finden?

„Hör auf dein Herz, auch wenn es stolpert“ ist ein klassischer Liebesroman, der, für das Genre ungewohnt, Protagonistinnen jenseits der 50 oder zumindest um die 50 in den Mittelpunkt stellt – mal erfrischend anders, nicht immer über die erste große, sondern eine spätere Liebe zu lesen. Auch eröffnet dies die Möglichkeit, aufgrund der Lebenserfahrung den Charakteren ganz andere Steine in den Weg zu legen, andere Probleme im Hintergrund hervortreten zu lassen – wovon der Roman aber eher wenig Gebrauch macht, hier bleibt die Geschichte etwas seicht und konfliktarm.

Die Handlung generell ist durchaus abwechslungsreich und kurzweilig, genrebedingt natürlich aber auch zumindest teils vorhersehbar – insgesamt eher ein Feel-Good-Liebesroman als einer, der an der Grenze zum Schicksalsroman kratzt. Kleinere Logikfehler tun der guten Stimmung hier eher keinen Abbruch. Allerdings kann das Ende nur bedingt überzeugen, wartet mit der ein oder anderen unerwarteten Wendung auf, hat aber auch leichte Schwächen.

Das Setting ist etwas beliebig und austauschbar, so könnte der Roman in jeder mittelgroßen bis großen Stadt im Einzugsgebiet eines Flughafens spielen – eine stärkere lokale Fokussierung hätte hier noch eine weitere Nuance hinzufügen können. Für die Handlung ist das Setting allerdings auch nicht wirklich wichtig, ist in diesem Buch eher Beiwerk als Handlungstreiber, da es doch sehr zentral auf die Beziehung der Protagonisten untereinander ankommt.

Die Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Dabei überzeugen insbesondere Rena, Ilse und Alfred als wichtige Nebencharaktere, während Floriane nicht immer nachvollziehbar handelt und einige der kleineren Nebencharaktere etwas überzeichnet sind. Heike Abidis Schreibstil lässt sich hierbei leicht und flüssig lesen, ist humorvoll und lässt das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung überzeugt größtenteils. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben solide gearbeitet, insbesondere der Satz punktet dadurch, die Chatnachrichten etwas innovativer einzubauen, auch wenn hier sicherlich noch lange nicht das Optimum erreicht ist. Der Umschlag ist auf Cover und Buchrücken hochwertig geprägt, das florale, ansehnliche Titelbild zieht sich gut auch über den Buchrücken und die Coverrückseite, sodass ein tolles Gesamtbild entsteht. Zudem ist der Umschlag mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen, die allerdings nicht so recht zum Design passen und eher eintönig sind. Etwas mehr Vielfalt hier und eine Prägung auch auf der Coverrücksite hätten so für ein noch runderes Gesamtprodukt gesorgt.

Mein Fazit? „Hör auf dein Herz, auch wenn es stolpert“ ist ein im Wesentlichen gelungener Feel-Good-Liebesroman, der vor allem durch starke Nebencharaktere und tolle Ideen punktet, aber auch kleinere Schwächen hat. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – auch schon leicht vor dem vom Verlag angegebenen Lesealter (16+), nämlich ab etwa 14 Jahren.

[Buchgedanken] Marie Merburg: „Leuchtturmsommer“ (Liebwitz 2)

Vor kurzem habe ich „Leuchtturmsommer“ von Marie Merburg gelesen. Das Buch ist 2023 bei Lübbe in der Bastei Lübbe AG erschienen und als Liebesroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars über die Bloggerjury.

Nach einer Lebenskrise zieht Eva mit ihrer fünfzehnjährigen Tochter an die Ostsee, um sich dort ihren Traum zu erfüllen und neu zu starten. Doch ihr Optimismus wird auf eine harte Probe gestellt, denn ihre Teenagertochter scheint Probleme magisch anzuziehen, und die Übernahme des örtlichen Cafés läuft alles andere als rund. Besonders der brummige Standesbeamte Jakob sieht die Neuzugänge im Ort kritisch. Dabei benötigt Eva für das Café dringend die Hochzeitsempfänge, um Geld in ihre Kasse zu spülen. Erst als Eva Jakob näher kennenlernt, erkennt sie, wie es gelingen könnte, seine harte Schale zu knacken. Aber dann geschieht etwas, das nicht nur Evas Herz ein weiteres Mal zu brechen droht …

„Leuchtturmsommer“ ist nach „Strandkorbzauber“ der zweite in Liebwitz spielende Roman der Autorin – und ihr, wenn ich mich nicht verzählt habe, siebter Ostsee-Roman. Dabei lässt sich das Buch gut als Standalone lesen. Zwar treten die Charaktere des ersten Bandes auch in diesem Buch auf, da aber die Protagonistin Eva zu Beginn des Romans neu nach Liebwitz zieht, lernt man diese zusammen mit Eva gemeinsam kennen – und, zumindest teils, lieben. Es schadet aber natürlich nicht, den ersten Band der Reihe gelesen zu haben.

Die Handlung ist kurzweilig und abwechslungsreich, genrebedingt durchaus aber teils auch vorhersehbar. Zwar mischt Marie Merburg auch das ein oder andere schwere Thema in den Roman mit ein, dies aber nur in einem Umfang, der nie die Liebesgeschichte dominiert, sodass das Feel-Good-Leseerlebnis die ganze Zeit erhalten bleibt – quasi eine perfekte Urlaubslektüre. Nichtsdestotrotz hätte man im Nachwort oder Anhang vielleicht noch die ein oder andere Website oder sonstige Hilfsangebote oder Ratschläge zum Umgang mit Cybermobbing erwähnen können.

Das Setting ist – wie sollte es anders sein? – gelungen. Die Autorin nimmt den Leser mit in ein fiktives Dorf auf der Halbinsel Darß-Fischland-Zingst: Leuchtturm, Strand und malerische Waldabschnitte inklusive. Ein Sehnsuchtsort mit viel Charme – und absoluter In-Hotspot für kleine Leuchtturmhochzeiten. Aufgrund von Marie Merburgs Schreibstil, der leicht und flüssig zu lesen ist und das Kopfkino sofort anspringen lässt, auch für den Leser gut vorstellbar – sogar wenn man selbst noch nicht in der Gegend gewesen ist.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Auch wenn vor allem die Nebencharaktere brillieren – Nele und Hannah sind absolute Superstars -, können auch Jakob und Eva, vor allem aber die Chemie zwischen ihnen beiden, überzeugen. Sofern es einen weiteren Band geben wird, bin ich daher jetzt schon gespannt, welchem Liebwitzer die Autorin das nächste, genrebedingt zwingende, Happy-End spendiert – ich könnte mir hier ja Ella gut vorstellen, deren Fernbeziehung ja auch irgendwie mal geklärt werden muss.

Die Buchgestaltung ist ebenfalls gelungen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, der Buchdeckel ist auf dem Cover und Buchrücken hochwertig geprägt, das Buch mit farbigen Coverinnenseiten versehen – sehr edel. Leider ist die Gestaltung des Covers und der Coverrückseite zwar ansehnlich, aber doch sehr belanglos ohne große Bezüge zur Handlung und generell eher austauschbar.

Mein Fazit? „Leuchtturmsommer“ ist ein toller Liebesroman, der zwar durchaus vorhersehbar ist, aber dennoch mit tollen Charakteren aufwarten kann – eine ideale Urlaubslektüre mit Feel-Good-Garantie. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – vielleicht auch schon ein oder zwei Jahre vor dem vom Verlag empfohlenen Lesealter ab 16 Jahren.

[Buchgedanken] Annette Böhler: „Winterzauber im kleinen Strandhaus am Meer“

Vor einiger Zeit habe ich „Winterzauber im kleinen Strandhaus am Meer“ von Annette Böhler gelesen, mein zweiter Roman von ihr nach „Zuckerstreusel zum Verlieben“. Das Buch ist 2022 im Empire-Verlag erschienen und als Liebesroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Trauer, Verantwortung … Gerade alles viel zu viel für Livia. Eben ist sie noch glücklich und frei, und dann stirbt ihr Vater überraschend und hinterlässt ihr nicht nur wundervolle Erinnerungen, sondern auch Schmerz und eine nach Führung suchende Kanzlei. Es ist der Moment, Entscheidungen zu treffen, aber nicht für Livia. Sie braucht eine Pause. Zermürbt vor Trauer sucht sie die Einsamkeit auf der Insel Fehmarn und findet sich auf hoher See, wo Wind und Kälte sie in Not geraten lassen, wieder. Zum Glück wird sie vom örtlichen Fischer entdeckt und zum Aufwärmen in sein kleines Strandhaus eingeladen … Sie genießt die Ruhe und Einsamkeit bei Birk zu Hause und immer, wenn sie plant, sich zu verabschieden, findet er einen neuen Grund, warum sie bleiben soll. Und sie bleibt, jeden Tag aufs Neue, weil sie sich immer mehr und mehr in den einsamen Kerl verliebt, der Schwemmholz sammelt und Hühner hält. Und gerade als sie beginnen gemeinsame Pläne zu schmieden und Livia ihm von ihrem Leben in der Stadt und dem Tod ihres Vaters erzählt, stehen fremde Männer vor dem Haus und Birk kann die Wahrheit nicht mehr länger verbergen.

„Winterzauber im kleinen Strandhaus am Meer“ ist ein klassischer Liebesroman – aufgrund des winterlichen Settings, dem Inselfeeling und der Feel-Good-Garantie ein idealer Begleiter für kalte Wintertage und die Weihnachstzeit. Dabei wird die Geschichte aus zwei Ich-Perspektiven – der Love-Interests – erzählt, wobei hier ein klarer Schwerpunkt auf die von Livia gelegt und die von Birk nur sporadisch eingesetzt wird (dann auch jeweils mit seinem Namen überschrieben) – hier hätte ich mir etwas mehr Ausgewogenheit gewünscht, um auch eine bessere Verbindung zu Birk aufbauen zu können.

Die Handlung ist – erwartbar – emotional, hat aber im Mittelteil auch einige Längen. Auch bleibt die Spannung eher im niederschwelligen Bereich, da sich die Geheimnisse und Vergangenheiten, die die Protagonisten mit sich herumtragen, als relativ belanglos (Birk) entpuppen oder – in Livias Fall – bereits im Klappentext und einem eigentlich unnötigen Prolog aufgedeckt werden. Dies schmälert das Lesevergnügen aber nur bedingt, schließlich ist es gerade Kernelement eines Feel-Good-Romans, den Fokus nicht allzu stark auf schwere Themen zu legen. Zum Ende hin übertreibt die Autorin es jedoch mit dem Feel-Good, wird das Happy End doch zu perfekt und unrealistisch gestaltet.

Das – oben schon erwähnte – winterliche Setting, überzeugt hingegen mehr. So entführt Annette Böhler den Leser nach Fehmarn, an die raue, einsame und verlassene Küste. Ihr Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und sorgt dafür, dass die Insel vor dem inneren Auge entsteht, das Kopfkino sofort anspringt.

Die Charaktere beschränken sich aufgrund der Abgelegenheit von Birks Hof auf ihn, Livia und einige Tiere, unter ihnen den absoluten Sympathieträger Maple. Hierbei kann – eher selten – Birk stärker glänzen als Livia, die blass verbleibt, unlogisch handelt und wenig Entwicklung erkennen lässt.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat und Korrektorat sind ordentlich, der Buchsatz ist unauffällig. Das Covermotiv, der gesamte Buchumschlag, muten winterlich an; das Titelbild, dem etwas der Bezug zur Handlung fehlt, zieht sich dabei schön über den kompletten Umschlag. Allerdings ist die Coverrückseite etwas überladen, da der Klappentext viel zu umfangreich daherkommt.

Mein Fazit? „Winterzauber im kleinen Strandhaus am Meer“ ist ein Liebesroman mit tollem Setting und Feel-Good-Garantie, aber auch kleineren Schwächen und Längen in der Handlung. Für Leser des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen.