[Buchgedanken] Petra Schier: „Weihnachtszauber und Hundepfoten“ (Weihnachtshund 8)

Nachdem die letzte Zeit etwas stressig war, habe ich heute und in den nächsten Tagen wieder einige Rezensionen und Neuzugänge für Euch. Den Anfang macht hierbei „Weihnachtszauber und Hundepfoten“ von Petra Schier. Das Buch ist 2023 bei HarperCollins in der Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH erschienen und als Liebesroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Seit Melissa ihren gewalttätigen Ex-Mann verlassen hat, lebt sie in ständiger Angst. Als sie dann dem Sicherheitsexperten Lennart und seiner jungen Boxerdame Sissy begegnet, will sie instinktiv auf Abstand gehen. Zu groß ist Melissas Angst vor Nähe, und sie hat sich geschworen, ihren kleinen Sohn Andy vor jeglicher Gefahr zu schützen, koste es, was es wolle. Doch Lennart ist so ganz anders als ihr Ex und setzt sanft alles daran, sie näher kennenzulernen. Bald schon kann sie sich ihrer Gefühle für ihn kaum noch erwehren. Doch dann überschlagen die Ereignisse sich, und Santa Claus und seine Crew haben alle Hände voll damit zu tun, das Weihnachtsfest doch noch zum Fest der Liebe zu machen.

„Weihnachtszauber und Hundepfoten“ ist bereits der achte Weihnachtshund-Roman von Petra Schier, von der ich bislang eher historische Romane wie „Das Geheimnis des Pilgers“ und „Die Liebe des Pilgers“ gelesen habe. Dabei ist „Weihnachtszauber und Hundepfoten“ ein bunter Genremix mit märchenhaft-fantastischen Elementen, ist zugleich Hunde-, Weihnachts- und Liebesroman – wobei ich letzteres aufgrund der starken Dominanz der Liebesgeschichte als für mich relevantes Genre übernommen habe.

Die Handlung ist abwechslungsreich und – gerade für Neueinsteiger in die Reihe – sehr überraschend aufgrund der verschiedenen Perspektiven, der Darstellung der Gedanken des Hundes, der fantastischen Elemente und – ja – auch einer unerwarteten Sexszene. Dabei mischt Petra Schier weihnachtliches Flair mit schweren Themen, wie in diesem Band toxische Beziehungen und häusliche Gewalt. Dennoch verbleibt das Buch manchmal etwas an der Oberfläche – und bietet am Ende auch einen etwas unnötigen Cliffhanger zum (vermutlich) nächsten Band.

Das Setting ist – wie sollte es bei einem Weihnachtsroman auch anders sein? – gelungen. So entführt die Autorin den Leser in eine Kleinstadt zur Vorweihnachtszeit mit malerischem Weihnachtsmarkt und einer Ferienhaussiedlung mit traumhaften Blockhäusern (auch wenn es weiterhin sehr irritiert, dass Melissa auf der Flucht in so ein abgelegenes Blockhaus zieht – das hat fast etwas von der Irrationalität in Horrorfilmen). Schön auch, dass hier das Setting vergangener Bände aufgegriffen und so die Geschichte mit altbekannten, wenn auch mir neuen, Protagonisten fortgesetzt wird.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen insbesondere wichtige Nebenrollen wie Lena, Ellie und Oliver, während insbesondere Melissa teils nicht nachvollziehbar agiert. Petra Schiers Schreibstil ist dabei leicht und flüssig zu lesen und lässt das Kopfkino sofort anspringen.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben größtenteils sauber gearbeitet, allerdings hätte ich mir zur Abrundung des Buches in einem Nachwort noch Anlaufstellen für Hilfsangebote bei häuslicher Gewalt gewünscht. Das Cover setzt sich nahtlos zum Buchrücken hin fort, wird allerdings etwas einfallslos einfach auf der Coverrückseite nochmals abgebildet. Insgesamt ist das Motiv zwar passend, aber auch etwas beliebig.

Mein Fazit: „Weihnachtszauber und Hundepfoten“ ist ein abwechslungsreicher und überraschender Liebesroman mit nur kleineren Schwächen. Für Liebhaber des Genres – und von Hunden – bedenkenlos zu empfehlen, ab einem Lesealter von 16 Jahren.

[Buchgedanken] Petra Schier: „Die Liebe des Pilgers“ (Pilger 3)

Vor kurzem habe ich auch „Die Liebe des Pilgers“ gelesen, den dritten Band der Pilger-Trilogie von Petra Schier. Das Buch ist 2023 bei HarperCollins in der Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH erschienen und als historischer Roman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Eine verbotene Liebe, die nur heimlich gelebt werden kann – Palmiro weiß, wie gefährlich das ist, und doch zerreißt es ihm das Herz, als der Mensch, mit dem er sein Leben verbringen möchte, Koblenz verlässt. Um sich abzulenken, stürzt er sich in sein noch junges Geschäft, den Handel mit kostbaren Pelzen und wertvollem Geschmeide, und wird immer mehr zum angesehenen und erfolgreichen Geschäftsmann. Doch Palmiro ahnt nicht, dass auch dieser Erfolg bedroht ist. Der ehemalige Inquisitor Erasmus von London hat geschworen, Palmiro der Ketzerei zu überführen. Er schreckt dabei vor nichts zurück und bringt damit auch Palmiros Freunde und Familie in Gefahr.

„Die Liebe des Pilgers“ ist nach „Das Kreuz des Pilgers“ und „Das Geheimnis des Pilgers“ der abschließende Band der Pilger-Trilogie, einem Spin-Off zur „Kreuz“-Trilogie („Die Eifelgräfin“, „Die Gewürzhändlerin“ und „Die Bastardtochter“). Dabei setzt der Roman die Handlung des Vorgängers nahtlos fort. Trotz der starken Konzentration auf die familiären Bindungen untereinander sehe ich das Buch weiterhin als klassischen historischen Roman und nicht als historische Familiensaga. Dieser ist allerdings nur schwerlich als Standalone lesbar. Zwar werden viele Punkte im Roman wieder aufgegriffen und (erneut) erklärt, dennoch ist Vorwissen sinnvoll und erleichtert zumindest das Verständnis.

Die Handlung ist abwechslungsreich und grundsätzlich spannend, auch wenn das große Finale der kompletten Trilogie hier leider doch etwas antiklimaktisch daherkommt. Zudem ist aufgrund der Vielzahl der Handlungsstränge die Handlung teils doch sehr langatmig, wird wenig stringent erzählt und geht, gerade im Mittelteil, doch wenig voran. Dabei fällt auch der Einstieg nicht ganz leicht aufgrund der schieren Masse an Personen, wird aber immerhin durch die vorangestellte Dramatis Personae etwas erleichtert.

Das Setting bleibt natürlich überzeugend. So entführt die Autorin den Leser ins mittelalterliche Koblenz, nimmt ihn unter anderem mit auf eine Reise nach Nürnberg, Colmar und England, in eine Welt zwischen Handel und Adel, zwischen Kirche und Sünde, zwischen Hoffnung und Schwermut. Dabei werden teils noch schwierigere Themen angesprochen wie in dem vorherigen Band, insgesamt überzeugt vor allem die Authentizität, die auf eine hinreichende Recherche schließen lässt, die aber den Lesefluss nicht allzu stark schmälert.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive und entwickeln sich durchaus im Vergleich zum letzten Band weiter. Hierbei können insbesondere wichtige Nebenrollen wie Elisabeth, Notker, Minta und Nilda überzeugen, während vor allem Genericus aber auch Mariana wenig nachvollziehbar handeln. Petra Schiers Schreibstil ist dabei, trotz der Authentizität, größtenteils leicht und flüssig zu lesen und lässt das Kopfkino sofort anspringen.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben im Wesentlichen ordentlich gearbeitet, der Buchumschlag ist auf dem Cover und dem Buchrücken leicht geprägt, eine vorangestellte Karte und Dramatis Personae runden die Handlung ab. Das Covermotiv und die Gesamtgestaltung sind genretypisch und passen sich gut in das Gesamtbild der Reihe ein, bieten aber wenig Überraschungen oder Highlights.

Mein Fazit? „Die Liebe des Pilgers“ ist ein im Wesentlichen gelungener Abschluss der Buchreihe, der durch sein Setting und interessante Figuren glänzt, aber doch etwas antiklimaktisch und mit Längen daherkommt. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – allerdings nicht als Standalone und ab einem Lesealter von 16 Jahren.

Von Bären und Hunden | Lovelybooks-Buchpost

Vor kurzem erreichten mich auch diese beiden Bücher als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür! „Triumph der himmelblauen Nacht“ von Lisa Brenk (Diederichs Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH) ist hierbei eine Erzählung „über die Suche nach dem, was uns ausmacht“, „Weihnachtszauber und Hundepfoten“ von Petra Schier (HarperCollins in der HarperCollins Deutschland GmbH) ein tierisch-weihnachtlicher Liebesroman. Ich freue mich schon auf die Ausflüge in die Weihnachtszeit und die Welt der Bären.

Seid Ihr schon in Weihnachtsstimmung?