[Buchgedanken] Kiera Cass: „Promised“ (Hollis 1)

In den letzten Tagen habe ich „Promised“ von Kiera Cass gelesen, den Auftakt zur neuen Dilogie der Autorin einer meiner absoluten Lieblingsbuchreihen („Selection“). „Promised“ ist 2020 bei FISCHER Sauerländer erschienen, die Originalausgabe wurde 2020 unter dem Titel „The Betrothed“ bei HarperTeen, HarperCollins Publishers, New York, veröffentlicht. Der Roman ist am ehesten dem Genre Young-Adult Romantasy zuzuordnen.

51V6fLIOdVL._SX324_BO1204203200_Wie jedes Mädchen am Hofe hofft Hollis, dass sie diejenige ist, die König Jamesons Herz erobert. Als sie auf einem Ball stolpert und ihm buchstäblich in die Arme fällt, verliebt Jameson sich Hals über Kopf in sie. Er beginnt, ihr mit extravaganten Geschenken den Hof zu machen, und Hollis kann ihr Glück kaum fassen. Doch ist das wirklich das Happy End? Der mysteriöse Fremde Silas bringt Hollis‘ Welt ins Wanken. Silas ist kein König. Luxus und Macht kann er ihr nicht versprechen. Aber jeder Blick von ihm trifft sie mitten ins Herz. Die Augen des ganzen Volkes sind auf die zukünftige Königin gerichtet. Und niemand ahnt, welche Stürme in ihr toben, während sie lächelt.

Die Erwartungen, die ich an „Promised“ hatte, hätten kaum höher sein können. Kiera Cass zählt zu meinen absoluten Lieblingsautoren, ihr Meisterwerk „Selection“ fällt immer, wenn ich meine Lieblingsbücher benenne. Umso gespannter war ich, ob „Promised“ an die Perfektion anknüpfen kann. Und auch wenn der Roman nicht ganz an die Brillanz von „Selection“ heranreicht, erfüllt er doch alle Erwartungen und zählt bereits jetzt zu den Jahreshighlights.

Dabei kann der Roman mit einem tollen Setting punkten. Der Gegensatz zwischen der Pracht am Königshof und dem Leben auf dem Land, zwischen der Adelsschicht und den Flüchtlingen, zwischen den Kulturen und Traditionen der Länder – Kiera Cass beschreibt anschaulich und sorgt dafür, dass man sich direkt in die Geschichte hineinversetzt fühlt, dass ein Film vor dem inneren Auge des Lesers abläuft. Dass dabei der Weltenbau noch nicht in allen Details dargestellt wird, stört nicht, schließlich gibt es ja noch einen Folgeband, der hoffentlich dann die offenen Fragen klärt. Der Leser lernt mit Hollis mit, erkundet mit ihr die Welt.

Zu Hollis – aus deren Sicht die Geschichte in der Ich-Perspektive erzählt wird – findet man sofort eine Bindung, auch gerade dank der Erzählperspektive. Man leidet, lacht und weint mit ihr, man spürt ihre Verwirrung und Verzweiflung, aber auch gerade ihre Kraft und Entschlossenheit, ihre Impulsivität und ihren Mut. Auch die Nebencharaktere sind vielschichtig und dreidimensional angelegt, insbesondere Scarlet und Lady Eastoffe überzeugen mich völlig.

Die Handlung ist – auch genrebedingt – teils vorhersehbar, mit einigen, unerwarteten Wendungen gelingt es der Autorin aber auch, den Leser zu überraschen. Insgesamt wird die Spannung die ganze Zeit gehalten, das anfangs noch eher ruhige Geschehen steigert sich unaufhörlich und gipfelt in einem starken Finale. Dennoch lässt Kiera Cass den Leser nicht mit einem gewaltigen Cliffhanger zurück, sondern sorgt für einen vernünftigen Abschluss des Bandes, der trotzdem den Boden für einen gewaltigen Folgeband bietet. Ich kann es kaum erwarten – und zähle bereits jetzt die Tage bis zum Erscheinungstermin des zweiten Teils im nächsten Jahr.

Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben im Wesentlichen sauber gearbeitet und nur Kleinigkeiten durchgehen lassen. Das Cover ist ein wahrer, glitzernder Eyecatcher mit einem brillanten, wunderschönen Titelmotiv, die Coverinnenseiten sind ebenfalls ein farblich-glitzernder Traum.

Mein Fazit? „Promised“ ist Young-Adult Romantasy in Reinform mit tollen Charakteren, einem wunderschönen Setting und einer spannenden, wenn auch teils vorhersehbaren Handlung. Bedenkenlos zu empfehlen ab dem vom Verlag empfohlenen Alter von 14 – und ein sicheres Jahreshighlight!

[Buchgedanken] Kiera Cass: „Selection – Die Krone“

In den letzten Tagen habe ich den abschließenden fünften Roman der Selection-Reihe verschlungen. „Die Kronprinzessin“ ist 2016 bei FISCHER Sauerländer als Hardcover veröffentlicht worden und erschien in der Originalausgabe, ebenfalls 2016, unter dem Titel „The Crown“ bei HarperTeen, New York. Das Buch ist ein klassisches Jugendbuch mit dystopischen Elementen.61ash7-epil-_sx324_bo1204203200_

Wie bereits im Vorgängerband „Die Kronprinzessin“ dreht sich im fünften Teil alles um Prinzessin Eadlyn und das historische Casting, bei dem zum ersten Mal ein Prinzgemahl gesucht wird. Obwohl die Prinzessin es nicht für möglich gehalten hatte, gelingt es einigen Bewerbern, einen Platz in ihrem Herzen zu ergattern. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse. Die Last der Krone und unvorhergesehene Ereignisse zwingen Eadlyn dazu, eine folgenschwere Wahl zu treffen. Wird sie dennoch ihrem Herzen folgen?

„Die Krone“ ist ein wahrhaft königlicher Abschluss einer der besten Buchreihen der letzten Jahre. Mit unerwarteten Plottwists gelingt es der Autorin, die Leser bis zuletzt nah an der Handlung zu halten, lässt sie mit Eadlyn und den Bewerbern lachen und weinen. Dabei überzeugen vor allem, die konsequent weiterentwickelten und vielschichtigen Charaktere, bis in die Nebenrollen hinein (man denke nur an Josie, Henri, Lady Brice oder Hale und Ean). Trotz der vielen Handlungsstränge und Figuren werden diese am Ende kunstvoll zusammengeführt und aufgelöst – auch wenn die Welt von Illeá natürlich noch Platz für viele weitere Geschichten bietet (einiger Figuren hat sich Kiera Cass ja auch in den Selection Stories angenommen – ich freue mich bereits jetzt darauf, sie zu lesen).

Ebenso wie der dritte Band („Der Erwählte“) ist auch „Die Krone“ eine Spur politischer als der Vorgängerband. Dennoch gelingt es hier ebenfalls, im Gegensatz zur „Panem“-Buchreihe, dies nicht überhand nehmen zu lassen und die eigentliche Liebesgeschichte damit zu stützen. Gleichsam begeistert es mich immer noch, wie es Kiera Cass gelungen ist, hier fünf gleichwertige Bücher zu schaffen und nicht Stück für Stück während der Reihe an Qualität abzubauen.

Es müsste eigentlich keine Erwähnung mehr finden, aber der Schreibstil der Autorin ist flüssig und leicht lesbar, das Cover erneut eine wahre Augenweide und sehr gelungen. Das Lektorat hat gut gearbeitet, und im Vergleich zum Vorgängerteil ist hier auch die Fehlerquote wieder minimiert worden – ein exzellentes Korrektorat.

Mein Fazit? „Die Kronprinzessin“ ist ein würdiger Abschluss einer der besten Jugendbuchreihen, zumindest mal der letzten Jahre. Der Roman besticht mit sympathischen, vielschichtigen Charakteren und einer tollen, überraschenden und spannenden Handlung. Ein absolutes Muss für Jugendbuch- oder Dystopiefans. Über Kiera Cass wird man sicherlich noch viele, viele Jahre reden – auf meinen SuB wandert jetzt zumindest vorerst mal automatisch jedes weitere Buch von ihr.

[Buchgedanken] Kiera Cass: „Selection – Die Kronprinzessin“

In den letzten Tagen hab ich den vierten Band des weltweiten Phänomens „Selection“ gelesen. „Die Kronprinzessin“, erschienen in der zweiten Auflage als Hardcoverausgabe August 2015 bei FISCHER Sauerländer, wurde ursprünglich unter dem Titel „The Heir“ 2015 bei HarperTeen, New York, veröffentlicht. Das Buch ist am ehesten dem Genre „Jugendbuch“ zuzuordnen und spielt in einer dystopischen Zukunft.

Während man in der ursprünglichen Selection-Trilogie noch das Leben von America51m2b2idzw3l-_sx324_bo1204203200_ Singer, Casting-Teilnehmerin und später Königin von Illeá, verfolgte, erhält man im vierten Band einen Einblick in das Leben ihrer Tochter, Prinzessin Eadlyn.
Trotz der Abschaffung des Kastensystems ist in Illeá keine Ruhe eingekehrt. Immer wieder bilden sich in einigen Landesteilen Krisenherde und es wird offen gegen die Monarchie rebelliert. König Maxon weiß sich daher nicht anders zu helfen, als erneut ein Casting abzuhalten. Nur zögerlich stimmt Eadlyn dem Vorschlag zu, glaubt sie doch nicht an die große Liebe. Doch als dann die 35 jungen Bewerber im Palast einziehen, ändert sich ihr Leben schlagartig. Wird es einer der Männer vielleicht doch schaffen, ihr Herz zu erobern?

„Die Kronprinzessin“ ist eine gelungene Fortsetzung, der eigentlich beendeten Selection-Reihe. Kiera Cass gelingt es dabei vor allem, nahtlos an das Geschehen anzuknüpfen und den Zauber der ersten drei Bände aufrechtzuerhalten, sei es durch die Wiederkehr liebgewonnener Charaktere oder die konsequente Weiterentwicklung der Geschichte Illeás. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, hier einen nutzlos nachgeschobenen Band zu lesen, vielmehr schafft es die Autorin, offene Fragen der ursprünglichen Trilogie aufzulösen und die Geschichten miteinander zu verweben. Gleichsam ist die Geschichte um Prinzessin Eadlyn auch keine bloße Kopie des alten Castings, sondern gänzlich anders. Eigene Konflikte und Motive, vielschichtige und interessante Charaktere sorgen für eine Handlung, die einen nicht mehr loslässt und mich teils amüsiert, teils zu Tränen gerührt hat.

Ich stecke bereits mitten im fünften Band und so langsam gehen mir die Worte aus, zu beschreiben, wie sehr ich von Selection überrascht und begeistert wurde (und wenn ich mir vorstelle, dass auch noch die beiden Selection-Stories-Bände bereits hier liegen, bin ich einerseits froh, dass ich Illeá noch nicht so bald verlassen muss, andererseits besorgt, da mir langsam die Superlative ausgehen).

Wie nicht anders zu erwarten war, hat auch bei „Die Kronprinzessin“ der flüssige und leicht lesbare Schreibstil der Autorin überzeugt. Das Cover ist – erneut – exzellent gelungen und ein wahres Meisterwerk. Auch das Lektorat hat gut gearbeitet. Als einziger Kritikpunkt sind (im Gegensatz zu den Vorgängerbänden) dem Korrektorat hier doch ein paar mehr Fehler durchgerutscht, zumindest in der mir vorliegenden Auflage. Dies jedoch immer noch in einer Seltenheit, die dem Lesevergnügen absolut keinen Abbruch tut.

Mein Fazit? „Selection – Die Kronprinzessin“ ist ein toller Jugendroman, der nahtlos an die „Selection“-Trilogie anknüpft. Perfekt ausgearbeitete Charaktere und eine spannende und unterhaltsame Handlung sorgen dafür, dass der neuerliche Ausflug nach Illeá zu einem tollen Erlebnis führt. Bedenkenlos – nicht nur für Jugendbuchleser – zu empfehlen.

In den nächsten Tagen werde ich dann noch Band 5 vorstellen, und als Jahresabschluss meine Lesehighlights 2016 einordnen. Es überrascht nach dieser Rezension wohl niemanden, dass auch die Selection-Reihe dort vertreten sein wird.