Die Flucht in fremde Welten | High-Fantasy Buchpost

In den letzten Tagen erreichten mich auch diese beiden Neuzugänge als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür! „Serera: Erstes Buch: Die zwei Welten“ und „Serera: Zweites Buch: Die zwei Kriege“ von Bruno Hof, erschienen bei Calderan, einem Imprint der Kraterleuchten GmbH, entführen die Leser:innen als Dilogie in die Parallelwelt Serera, in der Gedanken und Handlungen zu lebendigen Wesen werden – ich bin gespannt!

Mit welchem Buch verbringt Ihr die letzten Tage vor Weihnachten?

[Buchgedanken] Markus Heitz: „Die Legenden der Albae – Dunkles Erbe“ (Albae 6)

In der letzten Zeit habe ich auch „Die Legenden der Albae – Dunkles Erbe“ von Markus Heitz gelesen. Das Buch ist 2024 im Knaur Verlag in der Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG erschienen und als High Fantasy einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

In den Ruinen des untergegangenen Dsôn Khamateion will Künstler Amânoras die toten Albae heimlich mit Denkmälern ehren und deren rastlose Geister beruhigen. Als Zwerge ihn entdecken, steht plötzlich nicht nur sein eigenes Leben auf dem Spiel. Bald muss er entscheiden: Was ist der Preis für Kunst? In Brandenwall leben Albae, die uralten Traditionen folgen, heimlich unter den Menschen und hegen eigene Pläne zur Zukunft des Geborgenen Landes. Als ein Zwerg aufkreuzt, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Dunkelelben aufzuspüren, müssen die Häuser der Albae gemeinsam eine Lösung finden. Doch sie sind in ihre Machtspiele verstrickt, und mittendrin steckt die junge Albin Sajùtoria. Gegen ihren Willen. Was vermag sie auszurichten? Dann gibt es noch den intriganten Elb Telìnâs, der seine eigenen Ziele verfolgt. Er scheint genau zu wissen, wie er das Erbe der Albae lenken kann. Aber dann laufen die Dinge überraschend aus dem Ruder. Wie kann er sich retten?

„Die Legenden der Albae – Dunkles Erbe“ ist der sechste Band der Reihe um die kunstsinnigen und tödlichen Albae aus der Feder von Markus Heitz, der in der gleichen Welt auch die Reihe über die Zwerge, Erzfeinde der Albae, geschrieben hat – und man fühlt sich sehr schnell wieder in der gewohnten Welt zuhause. Dabei ist der Roman, bzw. die ganze Reihe (beide sogar) dem Genre High Fantasy zuzuordnen, bewegen wir uns doch in einer eigens kreierten Welt mit umfassendem Weltenbau und Magiekonzept, auch wenn sich aufgrund der Charakterzüge der Albae auch die teils auf Verkaufsplattformen getroffene Einordnung als Dark Fantasy vertreten lassen könnte.

Die Handlung ist hochspannend und abwechslungsreich und kann auch mit der ein oder anderen unerwarteten Wendung überraschen. Dabei ist sie jedoch sehr fragmentarisch, die drei einzelnen Geschichten stehen kaum in Zusammenhang, insbesondere der erste Haupthandlungsstrang spielt für die fortschreitende Erzählung quasi keine Rolle mehr – ich hoffe, er wird in einem späteren Buch gegebenenfalls wieder aufgegriffen, sodass insgesamt leider relativ viele offene Enden verbleiben, die gleichermaßen aber genug Potential auch für Folgebände bieten.

Das Setting ist hingegen brillant. So entführt Markus Heitz die Leser:innen erneut in das Geborgene Land, in die Ruinen der alten Albae-Stadt, nach Brandenwall und an der Seite von Telinas kreuz und quer durch fast alle Reiche. Dabei überzeugt der immens aufwendige (und mittlerweile ja durch unzählige Bücher verfeinerte) Weltenbau, der auch durch wunderschöne Karten in den Coverinnenseiten und ein Glossar unterstützt wird. Auch das Magiekonzept ist gelungen, man merkt einfach, wie viel Arbeit und Liebe in dieser Welt steckt.

Die einzelnen Figuren sind durchaus vielschichtig, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei brillieren insbesondere Saju, Varai und Elawuen, man ertappt sich als Leser:in sogar kurzzeitig dabei, Sympathien für sie zu entwickeln, obwohl das eigentlich nicht möglich sein dürfte, bei den abgrundtief bösen Wesenszügen der Albae. Markus Heitz Schreibstil lässt sich zudem leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen – anfänglich kleinere Stolperer aufgrund der teils ungewohnten Namen nehmen mit fortlaufender Zeit rapide ab.

Auch die Buchgestaltung kann glänzen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben im Wesentlichen ordentlich gearbeitet, der Buchumschlag ist auf dem Cover, dem Buchrücken und der Coverrückseite hochwertig geprägt und mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen. Das Covermotiv fungiert hier als wahrer Eyecatcher, der auf dem Buchrücken auch nochmal aufgegriffen wird, und sich zudem gut in die Reihe einpasst und so für einen hohen Wiedererkennungswert sorgt.

Mein Fazit? „Die Legenden der Albae – Dunkles Erbe“ ist eine gelungene Fortsetzung, die vor allem mit der Spannung, tollen Charakteren und dem atemberaubenden Setting brilliert, dabei aber etwas fragmentarisch und offen verbleibt. Für Leser:innen des Genres daher bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von 16 Jahren.

Phantastik im Doppelpack | Wundervolle Neuzugänge

Auch diese beiden Bücher zogen in der letzten Zeit bei mir neu ein. „Der Geschmack von Gold und Eisen“ von Alexandra Rowland (Panini Verlags GmbH), übersetzt von Michaela Link, erreichte mich als Rezensionsexemplar im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür! „Godkiller“ von Hannah Kaner (Piper Verlag GmbH), übersetzt von Wolfgang Thon, lag hingegen als Geschenk in meinem Osterkörbchen – auch dafür vielen Dank! Beide Bücher entführen die Leser:innen dabei in fantastische Welten – ich bin schon ganz auf die Ausflüge in die Fantasy gespannt!

Welches Buch ist zuletzt bei Euch eingezogen?

Von Doppelgängern und Drachenreitern | Wunderschöne Neuzugänge

Vor kurzem zogen auch diese beiden, wunderschönen Neuzugänge bei mir ein. „Double Crush“ von Nina MacKay ist dabei der erste Teil der „Doppelgänger-Agentur“-Reihe aus dem Ravensburger Verlag, „Iron Flame – Flammengeküsst“ von Rebecca Yarros die Fortsetzung des weltweiten Hypes „Fourth Wing“ (dtv Verlag). Beide versprechen hierbei tolle Lesestunden, decken sie doch mit New Adult Romance und High Fantasy zwei meiner Lieblingsgenres ab. Und beide sehen mit ihren Covern, dem Farbschnitt und der Gestaltung einfach traumhaft aus – ich bin schockverliebt.

Welches Buch ist zuletzt bei Euch eingezogen?

[Buchgedanken] Anja Lehmann: „Kingdom of Silk“ (Lost Kingdom Saga 1)

Vor kurzem habe ich „Kingdom of Silk“ von Anja Lehmann gelesen, den ersten Band der Lost Kingdom Saga. Das Buch ist 2023 im Selfpublishing veröffentlicht worden und als High Fantasy einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an die Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Als Crystal den ersten Teil eines geheimnisvollen Amuletts findet, ahnt sie nicht, dass sie dadurch eine uralte Magie freisetzt. Überraschend wird sie an den Königshof gerufen, um ihrem Reich und dem weißen König zu dienen. Von außen betrachtet, erscheint ihr Leben perfekt, doch merkt sie schnell, dass die glänzende Fassade ihres neuen Zuhauses ein düsteres Geheimnis birgt. Bald schon findet sich Crystal inmitten eines perfiden Spiels um die Macht der uralten Magie wieder, wobei auch der Hauptmann der Königsgarde besonderes Interesse an ihr zeigt. Wird er Crystal bei ihrer Suche nach Antworten unterstützen, oder verfolgt er nur seine eigenen Ziele?

„Kingdom of Silk“ ist der erste Band der Trilogie „Lost Kingdom Saga“ – und so felsenfest der High Fantasy zuzuordnen, dass kaum andere Genres in Betracht kommen und teils auf Verkaufsportalen vorgeschlagene Eingruppierungen wie Dark Fantasy oder History gänzlich abwegig erscheinen. Dabei ist der Roman leider nicht als Standalone lesbar, da de facto keine Handlungsstränge aufgelöst, sie teils noch nicht einmal am Ende des Bandes zusammengeführt werden, was mich als Leser frustriert zurücklässt.

Die Handlung kommt aufgrund der vielen verschiedenen, personalen Erzählperspektiven nur sehr schwer in Schwung und wird wenig stringent erzählt, nimmt in der zweiten Hälfte aber durchaus an Fahrt auf und wird kurzweilig und abwechslungsreich. Dabei bietet der Roman viel Potential für die Folgebände, auch wenn man das Ende – wie bereits angesprochen – besser hätte ausbalancieren können, genau wie die Handlungsstränge insgesamt, die doch sehr stark auseinanderklaffen.

Das Setting ist im Wesentlichen gelungen. So entführt die Autorin den Leser nach Favoria, in eine mittelalterlich anmutende High Fantasy Welt, die aus sieben verschiedenen Reichen besteht, die alle verschieden aufgebaut und mit Besonderheiten versehen sind. Gerade im Hinblick auf die Entstehung der Reiche, das Magiekonzept und den Hintergrund besteht beim Weltenbau jedoch noch kleinerer Nachholbedarf, der hoffentlich mit den nächsten Büchern gedeckt wird.

Die einzelnen Figuren sind aufgrund der schieren Masse teils noch etwas eindimensional und/oder vage, können in den weiteren Bänden aber ebenfalls konsequent weiterentwickelt werden. Bislang überzeugen vor allem Kim und Trisha, während Crystal noch etwas blauäugig und Olley relativ farblos ist. Anja Lehmanns Schreibstil ist hingegen gut und flüssig zu lesen und lässt das Kopfkino sofort anspringen.

Die Buchgestaltung ist durchwachsen. Während das Cover und der Buchumschlag als Ganzes, auch wenn er irritierenderweise Brüche zwischen Cover, Buchrücken und Coverrückseite enthält, überzeugen und aus der Feder von Alexander Kopainski stammen, sind Lektorat und Korrektorat doch durchaus fehlerbehaftet, sodass ich mehrfach ins Stocken geraten bin. Der Buchsatz hingegen kann wieder glänzen und wird durch eine, allerdings etwas kleinformatige, Karte der Welt unterstützt.

Mein Fazit? „Kingdom of Silk“ ist ein solider Start in die High Fantasy Trilogie um die Welt Favoria, der vor allem in der zweiten Buchhälfte mit einer abwechslungsreichen Handlung und einer spannenden Welt punkten kann, allerdings auch etwas fehlerbehaftet ist und keine Handlungsstränge auflöst, sodass er nicht als Standalone gelesen werden kann. Für Leser des Genres, die sich an mehrere Bände binden wollen, dennoch zu empfehlen, in der Hoffnung, dass der Weltenbau und die Charakterentwicklung konsequent vorangetrieben wird – und ab einem Lesealter von etwa 16 Jahren.

Von Roadtrips und epischen Quests | Doppelte Buchpost

Auch diese beiden Bücher erreichten mich in den letzten Tagen als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür. „Henny & Ponger“ von Nils Mohl (Mixtvision Verlag) ist dabei ein Coming of Age Roman, ein Jugenduch mit Roadtrip, während „Telamon – Aufbruch nach Unoria“ von Edda Bork (Xoxo Verlag, Eisermann Media) klassische High Fantasy mit einem epischen Quest ist – sieht die Karte dazu nicht wunderbar aus? Ich bin schon gespannt darauf, welche Reise mir besser gefällt.

Welches Jugendbuch hat Euch zuletzt nachhaltig beeindruckt?

[Buchgedanken] Warda Moram: „Liber Bellorum III: Asche & Phönix“ (Liber Bellorum 3)

Vor einiger Zeit habe ich „Liber Bellorum III: Asche & Phönix“ von Warda Moram gelesen, nach „Liber Bellorum I: Blut & Feuer“ und „Liber Bellorum II: Licht & Schatten“ der abschließende Band der phantastischen Trilogie. Das Buch ist 2022 bei Julos in der Mankau Verlag GmbH erschienen und der High Fantasy zuzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Ein hinterhältiger Mord bringt das unsichere Bündnis zwischen Allianz und Schattenclan ins Wanken. Als Schattenfürst Kyle der Allianz Rache schwört, schwindet die letzte Hoffnung auf eine diplomatische Lösung. Doch höhere Mächte haben ihre Finger mit im Spiel. Halbvergessene Legenden enthüllen ihren wahren Kern, und eine uralte Prophezeiung droht sich zu erfüllen, als das Land im Krieg versinkt. Lässt das Schicksal noch mit sich verhandeln?

„Liber Bellorum III: Asche & Phönix“ setzt die Handlung der Vorgängerbände nahtlos fort und schreibt die Erzählung weiter. Im Wesentlichen trifft man dabei auf die altbekannten Charaktere, neue Protagonisten werden kaum angelegt, was aber auch nicht zwingend notwendig ist, ist es doch Ziel eines abschließenden Bandes, möglichst viele bereits angelegte Handlungsstränge zu einem zufriedenstellenden Ende zu führen.

Dies gelingt Warda Moram mit diesem Buch jedoch nur so leidlich. So gut mir die ersten beiden Teile noch gefallen haben, fällt dieser Band doch etwas ab, zumindest in meiner Wahrnehmung. Denn eines muss man der Autorin zugute halten – sie traut sich, ungewöhnliche Pfade einzuschlagen, polarisiert in der Konsequenz, wie sie die Handlung weiterentwickelt – nichts für jedermann, insbesondere zum Abschluss einer Trilogie.

Gleiches gilt für die Charakterentwicklung. Es ist schon fast Kunst, die meisten Charaktere, seien es Haupt- oder Nebenprotagonisten, so konsequent unsympathisch werden zu lassen, egal ob Raven oder Kyle, Sanguis oder Merovan, oder zuletzt sogar Melenis. Einzig Serin vermag in diesem Band noch halbwegs zu überzeugen.

Auch der Weltenbau wirft in diesem Band einige Fragen auf. Während das Magiekonzept weiterhin nicht vollständig erklärt wird, wird dafür die Entstehungsgeschichte der Welt in einem großen Schöpfungsmythos abgehandelt, Dämonen, Götter, Unsterbliche … selbst Nekromanten und Untote tauchen auf, was sehr viel zu verarbeiten und nicht immer nachvollziehbar ist – vielleicht etwas zu ambitioniert.

Dahingegen überzeugt die Buchgestaltung erneut auf voller Linie, Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, der Buchumschlag ist ebenfalls wieder hochwertig gestaltet mit einer Prägung auf Cover und Buchrücken sowie Klappen und farbigen Coverinnenseiten, die eine (erneut) erweiterte Weltkarte sowie eine Stadtkarte von Necropolis zeigen. Das Titelmotiv ist erneut einfach, aber farblich schön und fügt sich gut in das Gesamtbild der Reihe mit hohem Wiedererkennungswert ein.

Mein Fazit? „Liber Bellorum III: Asche & Phönix“ ist ein ambitionierter Reihenabschluss, der zwar konsequent aber gleichfalls hochpolarisierend ist. Für die Leser der vergangenen Bände dennoch zu empfehlen – auch wenn es den ein oder anderen sicherlich wie mich enttäuscht zurücklässt. Ab einem Lesealter von etwa 14 Jahren – und nicht, wie vom Verlag angegeben, ab 12.

[Buchgedanken] Warda Moram: „Liber Bellorum II: Licht & Schatten“ (Liber Bellorum 2)

Vor kurzem habe ich den zweiten Band der „Liber Bellorum“-Trilogie von Warda Moram gelesen. „Liber Bellorum II: Licht & Schatten“ ist 2022 bei Julos in der Mankau Verlag GmbH erschienen und als High Fantasy einzuordnen. Vielen Dank erneut für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde zu Teil III auf Lovelybooks.de. Die Besprechung zum ersten Band kann übrigens *hier* abgerufen werden.

Wer ist der wahre Feind? Feuermagier Kyle macht sich auf die Suche nach der Wahrheit: über Gräuel der Vergangenheit und dunkle Bedrohungen in der Zukunft. Wird ein zerbrechliches Bündnis dem ungewiss mächtigen Gegner trotzen können?

„Liber Bellorum II: Licht & Schatten“ setzt die Handlung des ersten Bandes nahtlos fort und schreibt die Geschichte der beiden Brüder weiter. Durch die Splittung der Handlungsorte in Akademie und Necropolis – die gemeinsame Reise mal ausgenommen – entsteht ein Setting, fast wie in „Die zwei Türme“, was die Aufmerksamkeit des Lesers fordert, die Geschichte nicht immer stringend vorantreibt und daher zuweilen etwas zähflüssig ist.

Trotz der kleineren Längen ist die Handlung weiterhin spannend und immer mal wieder mit unerwarteten Wendungen versehen. Leider endet das Buch jedoch in einem relativ brutalen Cliffhanger, hier hätte man auch das Ende etwas anders legen können. Warda Morams Schreibstil bleibt dabei weiterhin flüssig und gut lesbar.

Auch der Weltenbau wird in diesem Band etwas vorangetrieben – was auch bereits an der ergänzten und ausgeweiteten Karte ersichtlich ist, die zusammen mit einem Grundriss der Kaserne dieses Mal die Handlung begleitet. Leider beschränkt sich der entwickelte Weltenbau auf die geographischen und politischen Gegebenheiten, ergänzende Informationen zum Magiekonzept fehlen mir weiterhin, um dieses wirklich glaubhaft erscheinen zu lassen.

Die einzelnen Charaktere entwickeln sich ebenfalls fort, neben altbekannten Protagonisten lernt man in diesem Band auch neue Gesichter kennen. Dabei überzeugen in diesem Band neben Melenis, die bereits im ersten Band zu begeistern wusste, auch Serin und Raven, während Kyle sich ebenfalls stark verbessert zeigt.

Die Buchgestaltung brilliert erneut auf ganzer Linie. Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, der Buchsatz ist schön anzusehen, genau wie das Titelbild, das einen hohen Wiedererkennungswert bietet und einen tollen, einheitlichen Gesamteindruck der Reihe erzeugt. Der Buchumschlag ist dabei erneut hochwertig gestaltet, auf dem Cover und Buchrücken geprägt und mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen – sehr edel.

Mein Fazit? „Liber Bellorum II: Licht & Schatten“ setzt die High Fantasy Trilogie gut fort und punktet mit einer spannenden Handlung, hat aber auch leichte Längen und einen brutalen Cliffhanger. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – erneut ab einem Lesealter von 14 und nicht – wie vom Verlag angegeben – ab 12.

[Buchgedanken] Warda Moram: „Liber Bellorum I: Blut & Feuer“ (Liber Bellorum 1)

Vor kurzem habe ich „Liber Bellorum I: Blut & Feuer“ gelesen, den ersten Band der phantastischen „Liber Bellorum“-Trilogie von Warda Moram. Das Buch ist 2021 bei Julos in der Mankau Verlag GmbH erschienen und als High Fantasy einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde zu Band III auf Lovelybooks.de.

Zwei Brüder ziehen heimatlos umher: Der verwegene Kyle ist getrieben von seiner dunklen Vergangenheit, während der zurückhaltende Raven an der Impulsivität seines Bruders so manches Mal verzweifelt. Warum müssen sie stets fliehen, warum ständig lügen? Als sie ein Tabu brechen und die Grenze zum Verbotenen Land überschreiten, treten die in ihnen schlummernden magischen Kräfte zutage. Auf der hoch angesehenen Akademie von Lunaris sollen Kyle und Raven lernen, ihre Magie zu kontrollieren und zu nutzen. Doch bald schon beginnt die schöne Fassade zu bröckeln, und düstere Prophezeiungen nehmen Gestalt an …

„Liber Bellorum I: Blut & Feuer“ ist ein typischer Auftaktband in eine High-Fantasy-Trilogie mit Schwächen und Stärken. So ist das Buch nicht als Standalone lesbar, werden doch kaum relevante Handlungsstränge aufgelöst, endet das Buch doch auch sehr offen. Auch braucht man als Leser einige Zeit, in die Handlung hineinzukommen, geht diese doch relativ gemächlich los, müssen doch erst sowohl die Welt als auch die meisten relevanten Charaktere eingeführt werden.

Insgesamt ist die Handlung dennoch durchaus kurzweilig und abwechslungsreich, auch wenn die handelnden Personen teils unlogisch agieren. Dabei mischt die Autorin genretypische Tropes und Themen wie die Entdeckung eigener Magie, den Tod der Eltern, Liebe, Mchtkämpfe und das Schicksal von Welten zu einem bunten Konglomerat, das durchaus Spaß macht. Spätestens mit den Themen ist dann auch die Genrezuordnung klar, und das Buch nicht – wie teils eingeordnet – als „Sword & Sorcery“ oder „Dark Fantasy“ anzusehen, sondern als relativ klassische High Fantasy.

Der Weltenbau ist dabei durchaus gelungen, auch wenn man anfangs etwas braucht, sich in der von Warda Moram erschaffenen Welt zurechtzufinden. Tolle Unterstützung leisten hier die Karten der Welt und der Akademie auf den Coverinnenseiten sowie das Glossar der einzelnen Magietypen am Ende des Buches. Gerade das Magiekonzept benötigt jedoch, trotz der Typenerklärung, in den weiteren Bänden noch einiges an Hintergrund, um glaubhaft zu funktionieren.

Die einzelnen Charaktere sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen vor allem wichtige Nebencharaktere wie Melenis und Yuri, während insbesondere Kyle noch etwas blass bleibt. Warda Morams Schreibstil ist darüber hinaus leicht und flüssig zu lesen.

Die Buchgestaltung ist exzellent. Lektorat und Korrektorat haben größtenteils sauber gearbeitet, der Buchsatz ist schön anzusehen. Der Buchumschlag ist sehr hochwertig, mit leichter Prägung auf Titel und Buchrücken versehen und mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten ausgestattet. Das Covermotiv ist farblich beeindruckend und bietet einen guten Wiedererkennungswert sowie ein einheitliches Gesamtbild der Reihe mit den weiteren Teilen.

Mein Fazit? „Liber Bellorum I: Blut & Feuer“ ist ein solider Auftakt in eine phantastische Trilogie, der vor allem durch einen gelungenen Weltenbau und eine abwechslungsreiche Handlung punkten kann, allerdings auch kaum Handlungsstränge auflöst. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen, allerdings nicht als Standalone lesbar – und nicht, wie vom Verlag empfohlen, ab einem Lesealter von 12, sondern eher ab 14 Jahren.

[Buchgedanken] Michael Peinkofer: „Die Welt der Orks“ (Die Orks 6)

Vor kurzem habe ich „Die Welt der Orks“ von Michael Peinkofer gelesen, den sechsten Band der Reihe um „Die Orks“. Das Buch ist 2022 bei Knaur HC, einem Imprint der Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG erschienen und als High-Fantasy einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Übersendung der Presseinformationen und die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

So anstrengend hatten Balbok und Rammar sich ihr Leben als Könige der Fernen Gestade nicht vorgestellt: Ein unnatürlich heftiger Sturm, gefolgt von einem mächtigen Beben, erschüttert die gesamte Insel, und es geht das Gerücht, dass „Kuruls Keule“ vom Himmel gefallen sei. Als die Orks der Sache nachgehen, entdecken sie einen riesigen Krater nebst etlicher grässlich entstellter Leichen, die sich beim besten Willen keiner Erdwelt-Rasse mehr zuordnen lassen – und einen kleinen Orkling, der den Absturz von Was-auch-immer wie durch ein Wunder überlebt hat. Balbok würde diesem verflixten Rätsel ja gerne auf den Grund gehen, aber Rammar bekommt mal wieder den asar nicht hoch. Allerdings kann auch er nicht verhindern, dass der Orkling sich klammheimlich in sein dunkles Herz schleicht. Nur warum scheint der Kleine von keinem der bekannten Clans abzustammen? Und was hat es mit seiner seltsamen Anziehungskraft auf Krähen auf sich?

„Die Welt der Orks“ ist zwar der sechste Band der Reihe um die grünhäutigen Fabelwesen. lässt sich aber laut Verlagsangaben gut als Standalone und als Einstieg in die Reihe lesen. Dies kann ich im Wesentlichen bestätigen. Zwar wird natürlich auch teils Bezug auf alte Abenteuer und bekannte Personen genommen – und natürlich ist der orkische Wortschatz umfangreich geworden, dennoch ist die Geschichte auch ohne Vorwissen verständlich.

Denn – neben den „aktuellen“ Geschehnissen – behandelt der Roman auch die Erschaffung der Orks, ihren Ursprung vor unzähligen Umläufen. Dabei wird die Geschichte in verschiedenen Zeitebenen und – nicht genauer erklärt – verschiedenen Dimensionen / Wirklichkeiten? dargestellt, was anfangs durchaus verwirrend ist, hat man doch drei zentrale Handlungsstränge.

Auch der verstärkte Gebrauch der orkischen Sprache hemmt jedoch etwas den Lesefluss. So ist diese zwar ungemein spannend und es ist interessant, wie man nach und nach Regeln und Worte verinnerlicht, dennoch lässt das regelmäßige Nachschlagen im Glossar den Lesefluss doch, gerade anfangs, erheblich stocken und sorgt dafür, dass man öfters das Buch zur Seite legt.

Dabei ist die Handlung – wenn man sich einmal einen Überblick verschafft hat – durchaus spannend und abwechslungsreich. Hierbei brilliert vor allem der Handlungsstrang um Margok und Curran, während Balbok und Rammar für den nötigen Humor sorgen. Lediglich der Handlungsstrang in Anwar bleibt im Vergleich dazu etwas blass.

Hingegen ist der Weltenbau insgesamt sehr gelungen – wenn auch (aus den obigen Ausführungen) herausfordernd. Michael Peinkofers Schreibstil lässt sich leicht und flüssig lesen, ist humorvoll und phantastisch. Da man, insbesondere, Anwar durch die Augen der Charaktere mit diesen gemeinsam neu kennenlernt, fehlt es auch nicht an Beschreibungen, die das Kopfkino anspringen lassen.

Die Buchgestaltung überzeugt ebenfalls. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, der Umschlag ist auf dem Cover und Buchrücken hochwertig geprägt und mit Klappen und wunderschön gestalteten, farbigen Coverinnenseiten versehen. Auch das Covermotiv ist ein wahrer Eyecatcher.

Mein Fazit? „Die Welt der Orks“ ist ein im Wesentlichen gelungener High-Fantasy Roman, der vor allem durch den Weltenau und eine interessante Handlung brilliert, den Leser durchaus aber auch fordert. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – auch als Einstieg in die Reihe, auch wenn ich persönlich die Lektüre der anderen Ork-Titel zuvor nahelegen würde.