[Buchgedanken] Trudi Canavan: „Sonea – Die Hüterin“ (Sonea 1)

In der letzten Zeit habe ich „Sonea – Die Hüterin“ von Trudi Canavan gelesen. Bei dem Roman handelt es sich um den ersten Band der „Saga von Sonea“, die an die erfolgreiche Reihe „Die Gilde der Schwarzen Magier“ anknüpft. Auch das Prequel „Magie“ spielt in der gleichen Welt. „Sonea – Die Hüterin“ wurde in der mir vorliegenden Ausgabe 2013 bei Blanvalet in der Verlagsgruppe Random House GmbH, München, veröffentlicht, die Originalfassung unter dem Titel „The Traitor Spy 1: The Ambassador’s Mission“ erschien 2010 bei Orbit, einem Imprint von Little, Brown Book Group, einem Unternehmen von Hachette Livre UK, London. Das Buch ist dem Genre High Fantasy zuzuordnen.

51idiyeCDoL._SX332_BO1204203200_20 Jahre sind vergangen, seitdem die Gilde die Invasion der Ichani zurückschlagen konnte, zwanzig Jahre, die Sonea zur mächtigsten Magierin Kyralias haben werden lassen. Doch diese Macht hat ihren Preis. Überwacht von Schwarzmagier Kallen ist es Sonea nur erlaubt, die Gilde zu verlassen, um in den Hospitälern zu arbeiten. Als in Imardin ein Konflikt ausbricht, in den auch Magier verwickelt scheinen, gerät sie in die Zwickmühle. Greift sie ein, oder folgt sie den Regeln? Und dann ist da noch ihr Sohn Lorkin, der – um aus Soneas Schatten zu treten – sich als Gehilfe des Botschafters nach Sachaka begibt. Geradewegs in das Land der ehemaligen Feinde seiner Mutter.

„Sonea – Die Hüterin“ ist – erneut – High Fantasy der Spitzenklasse und zementiert Trudi Canavans Status als „Queen of High Fantasy“. Die Handlung spielt zwei Jahrzehnte nach dem Ende von „Die Meisterin“ und erlaubt dem Leser, viele bekannte und liebgewonnene Charaktere wiederzutreffen und Zeit mit ihnen zu verbringen. Dabei gelingt es der Autorin die Balance zwischen den einzelnen Handlungssträngen zu wahren, beim Leser sowohl Nostalgie als auch Neugier zu wecken.

Die Handlung ist spannend und fesselnd – aber auch ein typischer Reihenauftakt. So werden viele Handlungsstränge angelegt, aber nur einige aufgelöst. Allzu starke Cliffhanger werden jedoch glücklicherweise vermieden. Auch bei den neuen Charakteren besteht noch Luft nach oben, aber sofern die Entwicklung in den Folgebänden konsequent vorangetrieben wird, ist dies zu verschmerzen. Die bekannten Charaktere aus der Vorgängertrilogie hingegen sind gut weiterentwickelt und zeigen, teils unerwartete, neue Charakterzüge.

Kernstück – und größte Stärke des Romanes – ist der brilliante, unvergleichlich-gute Weltenbau. Mit dem mittlerweile fünften Buch im Geschichten-Universum um die Länder Kyralia und Sachaka baut Trudi Canavan die Welt aus, entwickelt sie weiter. Politik, Magiekonzepte, Gesellschaftsstrukturen – alles unterliegt dem Wandel und fühlt sich natürlich und nicht konstruiert an.

Die Buchgestaltung ist erwartungsgemäß sehr sauber. Ein ordentliches Korrektorat und Lektorat und ein toller Satz runden das Buch ab. Das Coverist gut und hochwertig, fügt sich perfekt in die Reihe ein und sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert. Auch wenn ich den gestalterischen Gedanken der Farbwechsel in den Roben auf dem Cover durchaus verstehe, habe ich damit inhaltlich leichte Probleme. Die abgebildete Magierin (Sonea?) trägt Rot, die Farbe der Krieger. Sonea trägt jedoch ausschließlich schwarze Roben, es gibt überhaupt keine weibliche Kriegerin, die bislang eine herausgehobene Rolle spielt.

Mein Fazit? „Sonea – Die Hüterin“ ist der gelungene Auftakt zur „Sage von Sonea“. Perfekter Weltenbau und eine spannende Handlung sorgen dafür, dass man die Folgebände kaum erwarten kann. Für Fans der High Fantasy ein absolutes Muss!

[Buchgedanken] Stephan M. Rother: „Die Prophezeiung des magischen Steins“

In der letzten Woche habe ich Stephan M. Rothers „Die Prophezeiung des magischen Steins“ gelesen. Das Buch ist 2018 als Taschenbuch/Paperback bei Thienemann in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH erschienen und dem Gerne High Fantasy zuzuordnen. Die mir vorliegende Ausgabe entstammt bereits der zweiten Auflage, und erreichte mich ungeplant als Rezensionsexemplar – vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an den Verlag, auch für die unkomplizierte und vorbildliche Kommunikation mit der Presseabteilung.

51-32NDWtWL._SX330_BO1204203200_Er ist ein Meisterwerk der alten Elben und eine der mächtigsten Schöpfungen ihrer Magie – seit hunderten von Jahren ruht der singende Stein und wartet auf den richtigen Moment. Bis er eines Tages Dafydd, Lehrling des Barden am Königshof von Güldenthal, zu seinem Träger erwählt. Doch wird es dem Jungen und seinen zauberhaften Gefährten gelingen, in Zeiten größter Not das Land vor dem Untergang zu retten? Und kann die Magie des Steins auch das persönliche Glück des jungen Barden beeinflussen? Denn trotz aller Standesunterschiede schlägt dessen Herz für Prinzessin Livia, die einzige Tochter des Königs von Güldenthal.

„Die Prophezeiung des magischen Steins“ ist ein gelungener, wenn auch in der Handlung teils vorhersehbarer High-Fantasy-Roman, der auch Elemente der „Heroic Fantasy“ enthält. Trotz der absehbaren Grundhandlung schafft es der Autor, den Leser durch einige überraschende Wendungen doch noch in die Irre zu führen. Dabei wird der Spannungsbogen durchweg gehalten und durch kurzfristige Spannungsspitzen  unterstützt. Auch das Setting vermag zu überzeugen. Die malerischen Landschaftsbeschreibungen, die Welten der Elben, Zwerge, Menschen und Trolle, transportieren Bilder und ziehen den Leser in die Geschichte.

Der Roman kann zusätzliche Punkte durch den unverhofft auftretenen Humor sammeln. Sei es Fhargolfs gar eigentümliche Sprache, Morgats schrullige Art, oder auch die Maskerade der Markgräfin von Sanspareis – Stephan M. Rother gelingt es, den Leser auch neben der eigentlichen Handlung durchaus zu unterhalten.

Die Protagonisten sind dabei vielschichtig aufgebaut, haben Stärken und Schwächen – und entwickeln sich auch im Laufe der Zeit durchaus weiter. Allerdings fehlt es mir hier – der einzige große Kritikpunkt des Romans – gelegentlich an der Nachvollziehbarkeit der Handlungen der Charaktere. Deren Entscheidungen und Entwicklungen fühlen sich für mich teils unnatürlich an, konstruiert, um die gewünschte Handlung voranzubringen.

Die Buchgestaltung hingegen ist fabelhaft gelungen. Das Cover ist zauberhaft, hochwertig sowohl auf der Vorderseite als auch auf dem Buchrücken geprägt. Lektorat und Korrektorat überzeugen ebenfalls auf ganzer Linie, lediglich beim – generell schönen – Buchsatz hätte ich mir eine Einteilung in Kapitel und eine Karte der Welt gewünscht. Etwas irritiert war ich auch davon, dass keine Danksagung aufgenommen wurde.

Mein Fazit? „Die Prophezeiung des magischen Steins“ ist ein spannender und humorvoller High-Fantasy-Roman. Auch wenn die Handlung teils vorhersehbar und die Charaktere gelegentlich konstruiert erscheinen, überzeugt die Geschichte insgesamt, auch durch das malerische Setting. Für Genreliebhaber bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Terry Brooks: „Die Erben von Shannara 1 – Druidengeist“ (Die Shannara Chroniken)

Hiermit melde ich mich aus dem Sommerloch zurück. Nachdem ich stressbedingt etwas weniger aktiv war, möchte ich Euch heute eine neue Rezension vorstellen. In den nächsten Tagen folgen weitere Beiträge, Rezensionen und ein Meilenstein-Gewinnspiel. Zudem gibt es Neuigkeiten über mein eigenes Schreiben und meine Projekte (stay tuned!).

In der letzten Zeit habe ich „Druidengeist“ gelesen, den zweiten Band von Terry Brooks Reihe „Die Erben von Shannara“ – und mittlerweile der fünfte neuaufgelegte Band der Shannara-Chroniken. Die mir vorliegende Taschenbuchausgabe (erste Auflage) ist 2018 bei Blanvalet erschienen, die deutsche Erstausgabe wurde 1991 bei Goldmann in geteilter Form unter den Titeln „Die Schatten von Shannara“ und „Der Verräter von Shannara“ veröffentlicht. Die Originalausgabe erschien 1990 unter dem Titel „The Druid of Shannara“ bei Del Rey, New York, einem Imprint von Random House, Penguin Random House LLC. Das Buch ist dem Genre High-Fantasy zuzuordnen, wobei auch Elemente der Heroic Fantasy zu finden sind.

51MPzD5mJJL._SX332_BO1204203200_Wie Par und Wren Ohmsford hat auch Walker Boh einen Auftrag von Allanons Schatten erhalten. Er soll die Druidenfestung Paranor in die Welt zurückholen und den Orden der Druiden wieder aufleben lassen. Auf der Suche nach dem schwarzen Elfenstein gerät er in der Halle der Könige in eine Falle und wird mit einem tödlichen Gift infiziert, das ihn langsam zu Stein erstarren lässt. All seine Magie kann die fortschreitende Erkrankung nicht besiegen. Bis eines Tages eine Frau an seinem Krankenbett auftaucht. Sie behauptet, die Tochter des Königs vom Silberfluss zu sein, und bittet den Todgeweihten, sie auf eine Reise zu begleiten. Eine Reise, die nicht nur zum schwarzen Elfenstein, sondern auch zur vollständigen Heilung von Walker Boh führen soll.

„Druidengeist“ knüpft nahtlos an die Handlung von „Heldensuche“ an und setzt diese konsequent fort. Insgesamt ist der Weltenbau von Terry Brooks über die gesamten Shannara Chroniken beeindruckend und begeistert. Die miteinander verwobenen Schicksale, die fortdauernde Geschichte der Vier Lande, erneut auftretende Figuren und Sagen – dies alles lässt sich am ehesten mit dem Star Wars Kanon oder dem Marvel Cinematic Universe vergleichen.

Nichtsdestotrotz ist „Druidengeist“ aus meiner Sicht das bislang, auf hohem Niveau, schwächste Buch der Reihe. Zwar ist es spannend, unterhaltsam und führt den Leser mit unerwarteten Wendungen aufs Glatteis, es scheitert aber aus meiner Sicht in der Schwerpunktsetzung. Während in „Heldensuche“ noch allen Handlungssträngen ein signifikanter Anteil eingeräumt wurde, wird „Druidengeist“ komplett vom Handlungsstrang um Walker Boh dominiert – Par, Coll und Wren Ohmsford wird jeweils kaum mehr als ein Kapitel eingeräumt. Konsequenterweise hätte man sie sonst ganz streichen müssen. Als Leser erwarte ich jedoch, mehr über alle Figuren zu erfahren, die im ersten Band angelegt worden sind – ähnlich wie im zweiten „Herr der Ringe“-Buch, wo die Handlungsstränge ebenfalls auseinanderfallen, man aber dennoch sowohl Frodo und Sam, als auch die Wege der Gefährten verfolgt.

Und so beschränkt sich die Weiterentwicklung der Charaktere auch auf die, die im Rahmen der Handlung im Mittelpunkt stehen – Walker Boh und Morgan Leah. Beide zeigen Schwächen und Stärken und werden toll ausgearbeitet, genau wie die Charaktere, die nur in diesem Buch eine Rolle spielen: Quickening und Pe Ell.

Terry Brooks Schreibstil ist episch – und so lässt man ihm auch ausschweifende Beschreibungen durchgehen, die in anderen Genres bestenfalls verpönt waren. Doch sie gehören zu den Vier Landen und den Shannara Chroniken einfach dazu. Malerische Landschaften wechseln sich mit Ruinenstädten, paradiesische Gärten mit Sklavenbehausungen ab. „Druidengeist“ ist bestes Kopfkino!

Auch die Buchgestaltung ist erneut hochklassig. Das Cover ist gelungen und hochwertig geprägt – und passt sich in der Gesamtgestaltung gut in die Reihe ein und sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert. Buchsatz, Lektorat und Korrektorat überzeugen ebenfalls, genau wie der Preis von 9,99 Euro bei fast 600 Seiten. Lediglich eine Karte und/oder eine Figurenübersicht hätte ich mir, bei der so langsam ausufernden Charakterliste, noch gewünscht.

Mein Fazit? „Druidengeist“ ist eine gelungene Fortsetzung von Terry Brooks epischer Shannara-Reihe. Trotz einer misslungenen Schwerpunktsetzung überzeugen der Weltenbau und die spannende Handlung. Für High-Fantasy-Liebhaber ein absoluter Muss – ein Klassiker.

[Buchgedanken] Trudi Canavan: „Die Meisterin (Die Gilde der schwarzen Magier 3)“

~ Warnung! Die Buchbesprechung könnte Spoiler zu den Vorgängerbänden beinhalten. ~

In den letzten Tagen habe ich „Die Meisterin“ gelesen, den Abschlussband der fulminanten Trilogie „Die Gilde der schwarzen Magier“ aus der Feder von Trudi Canavan, der Queen of High Fantasy. Die Rezensionen zu den anderen Büchern der Reihe findet ihr hier (Prequel, Band 1, Band 2). Der Roman liegt mir in der 18. Auflage vor (Glückwunsch!) und ist dem Genre „High Fantasy“ zuzuordnen. Die deutsche Ersteröffentlichung erfolgte 2006 bei Blanvalet, Teil der Verlagsgruppe Random House GmbH, die Originalausgabe erschien 2003 bei Voyager, HarperCollins Australia, unter dem Titel „The High Lord. The Black Magician Trilogy Book Three“.

41O7uJ1nYTL._SX339_BO1204203200_Seitdem Sonea in die Magiergilde aufgenommen wurde, hat sich ihr Leben völlig verändert. Als Novizin Akkarins, des Hohen Lords, genießt sie alle Freiheiten – und ist doch eingesperrt. Gefangen, von den Geheimnissen, die sie bei ihrem ersten Besuch in der Gilde erfahren hat. Umso misstrauischer ist die Novizin, als Akkarin sie eines Tages bittet, ihn in die Stadt zu begleiten. Stück für Stück erfährt Sonea so, was wirklich hinter den Handlungen und Absichten ihres Meisters steckt. Aber ist Kyralia wirklich in Gefahr? Oder ist doch alles nur ein perfider Plan, mit dem Akkarin die großen Kräfte der Schülerin für seine Ziele gewinnen will?

„Die Meisterin“ knüpft nahtlos an die Handlung des Vorgängerbandes an und setzt diese fort. Doch nicht nur inhaltlich, auch qualitativ steht der Trilogieabschluss den anderen Romanen in nichts nach. Trudi Canavan gelingt es mühelos, den Spannungsbogen bis zum fulminanten Höhepunkt dauerhaft zu halten. Durch unerwartete Wendungen, Spannungsspitzen und sorgfältig eingestreute Nebenhandlungsstränge sorgt die Autorin dafür, dass man das Buch gar nicht aus der Hand legen möchte, und fesselt den Leser an die Buchseiten. Lediglich der endgültige Showdown, der – der High-Fantasy inhärente – abschließende Kampf zwischen Gut und Böse, hätte noch epischer, noch bombastischer, noch länger ausfallen können. Viel zu schnell kam das Ende, und man musste sich von den liebgewonnenen Figuren verabschieden. Glücklicherweise gibt es ja eine nachfolgende Trilogie um „Sonea“, der ich bereits entgegenfiebere und die weit oben auf meinem SuB liegt.

An der gesamten Reihe – und insbesondere am letzten Band – begeistert mich vor allem der Weltenbau. Das Magiekonzept, die Enwicklung der einzelnen Reiche, Rassen und Klassen ist brilliant und kann als Vorbild für das gesamte Genre dienen. Mit „Die Meisterin“ schließt Trudi Canavan zudem einen Rahmen, der bis zum Prequel zurückreicht. Daher bietet es sich in jedem Falle an, „Magie“ spätestens vor diesem Band zu lesen, sofern man es sich nicht eh bereits vor der ganzen Reihe zu Gemüte geführt hat.

Auch die Charaktere, insbesondere die Protagonisten Sonea und Akkarin, entwickeln sich im Laufe des Romanes, im Laufe der kompletten Trilogie fort. Dabei wird Wert auf die Stärken und auf die Schwächen jedes einzelnen Charakters gelegt, auch der Nebencharaktere, die ihre eigenen Ziele besitzen, deren eigene Motivation ihr Handeln bestimmt. Leider bleiben durch die Vielzahl an Personen, durch die diversen Handlungsstränge, einige auf der Strecke. So kam mir auch in diesem Band Lord Rothen viel zu kurz. Gefreut habe ich mich dahingegen, dass mit dem Auftritt von Regin erneut ein Bogen, diesmal zum Vorgängerband geschlagen werden konnte. Alles in allem hoffe ich, dass in den Sonea-Romanen einige der hier angelegten Handlungsstränge noch aufgegriffen und aufgelöst werden.

An der Buchgestaltung gibt es nichts auszusetzen. Buchsatz, Lektorat und Korrektorat haben ordentlich gearbeitet und ein hochwertiges Taschenbuch erschaffen. Eine vorangestellte Karte und ein abschließendes Glossar runden den tollen Gesamteindruck ab und sprechen ihrerseits wieder für einen exzellenten Weltenbau. Schließlich vermag mich auch das Cover zu überzeugen. Es passt sich gut in die Reihe ein, sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert. Im Gegensatz zum Vorgängerband, habe ich auch dieses Mal an der Farbe der Robe nichts auszusetzen, da die schwarze Robe perfekt mit dem Inhalt des Buches harmonisiert.

Mein Fazit? Mit „Die Meisterin“ untermauert Trudi Canavan ihren Status als eine der besten High-Fantasy-Autorinnen und sorgt für einen fulminanten Abschluss ihrer Trilogie „Die Gilde der schwarzen Magier“. Der Roman begeistert durch eine spannende Handlung und einen brillianten Weltenbau. Für jeden, der auch nur am Rande etwas mit Fantasy anfangen kann, bedingungslos zu empfehlen.

 

[Buchgedanken] Sherry Thomas: „The Burning Sky: Der flammende Himmel“

Pünktlich zum Erscheinungstag des Nachfolgebandes „The Perilous Sea: Die gefährliche See“ möchte ich die Gelegenheit nutzen, euch den ersten Band der Elemente-Trilogie von Sherry Thomas vorzustellen. „The Burning Sky“ ist in der vorliegenden Auflage 2017 im Drachenmond Verlag erschienen (vielen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexeplars!), die Originalausgabe erschien 2013 unter dem Titel „The Burning Sky“ bei BALZER + BRAY, einem Imprint der HarperCollins Publishers. Das Buch ist am ehesten dem Genre Heroic Fantasy zuzuordnen und mischt die Elemente der High- und der Urban Fantasy.

51NE7ef-QjL._SX348_BO1204203200_Seit seiner Kindheit bereitet sich Prinz Titus auf sein Schicksal vor. Geleitet von den Visionen seiner Mutter, hat er sein Leben darauf ausgerichtet, Bane, den Herrscher von Atlantis, zu stürzen. Und so wartet er geduldig auf das Zeichen, das sein und das Leben aller verändern wird. Als zu einem vorbestimmten Zeitpunkt ein großer Blitzschlag die Domäne erhellt, glaubt der Prinz, dass die Zeit gekommen sei. Schnell macht er sich auf den Weg, den größten Elementarmagier seiner Generation in Empfang zu nehmen, und trifft auf: Iolanthe, ein sechzehnjähriges, kaum ausgebildetes Mädchen. Gefangen zwischen dem Schicksal und den Gefühlen, und immer auf der Flucht, beginnt für beide ein neues, gefährliches Leben, fernab von der magischen Heimat. Ein Leben, das laut den Visionen der Mutter des Prinzen, in einer beispiellosen Selbstmordmission gipfeln muss.

Anfangs fiel es mir schwer, einen Einstieg in die Geschichte um Iolanthe Seabourne und Prinz Titus zu finden. Doch spätestens nach etwa fünfzig Seiten, hatte mich die zauberhafte Handlung in ihren Bann gezogen. Spannend, humorvoll und emotional gelingt es der Autorin, die Geschichte voranzutreiben. Dabei wird durch teils unerwartete Wendungen der Spannungsbogen dauerhaft gehalten. Lediglich das Ende, über das ich hier nichts verraten möchte, um nicht zu spoilern, fand ich etwas antiklimaktisch und zu schnell.

Besonders beeindruckt hat mich die Gestaltung der einzelnen Charaktere und deren Verknüpfung untereinander, auch wenn längst noch nicht alle Details und Fragen aufgedeckt worden sind (insoweit bietet die Geschichte wunderbare Ansatzpunkte für den Folgeband). Gerade die Hauptprotagonisten Titus und Iolanthe entwickeln sich im Laufe der Handlung spürbar weiter, haben Schwächen und Stärken. Auch die Nebencharaktere wie Kashkari, Lady Callista oder die Inquisitorin sind dabei vielschichtig angelegt und treten so als dreidimensionale Figuren in Erscheinung.

Der Schreibstil der Autorin ist leicht und lässt sich flüssig lesen. Dadurch, dass der Text mit einigen Fußnoten versehen ist, die relativ lange Anmerkungen abbilden, wird der Lesefluss leider an einigen Stellen etwas gehemmt. Dafür gelingt es der Autorin im Gegenzug, auch durch die Nutzung der Fußnoten, beim Thema Weltenbau vollends zu überzeugen. Ein ausgewogenes Magiekonzept, eine ausgearbeitete Geschichte der Welt – nur so kann dieses schwierige Thema erfolgreich gemeistert werden.

Das Cover (Design: Colin Anderson) ist wunderschön gestaltet, Lektorat und Korrektorat haben größtenteils vernünftig gearbeitet und nur wenige Fehler durchrutschen lassen. Der Buchsatz ist – wie bei jedem Drachenmondtitel – ebenfalls wirklich hübsch anzusehen. Allerdings sind hier einige grobe Schnitzer aufgetreten, denn die Seitenangaben im Register der Fußnoten weichen immens von deren Auftreten im Text ab. Mögliche Gründe dafür könnten eine Formatänderung oder eine fehlende Anpassung nach etwaigen Kürzungen im Lektorat sein.

Mein Fazit? „The Burning Sky: Der flammende Himmel“ ist ein gelungener Reihenauftakt der Elemente-Trilogie. Der Einstieg fällt nicht ganz leicht, aber wenn man sich auf das Buch einlässt, erwartet einen eine spannende, humorvolle und emotionale Fantasy-Geschichte mit tollen Charakteren. Für Liebhaber des Genres bedenkenlos zu empfehlen.

 

[Buchgedanken] Terry Brooks: „Die Erben von Shannara 1 – Heldensuche“ (Die Shannara Chroniken)

Vor einigen Tagen habe ich „Heldensuche“, den ersten Teil der „Erben von Shannara“, beendet – insgesamt mein viertes Buch aus Terry Brooks epischem Shannara-Universum. Die Rezensionen der anderen Werke könnt ihr unter folgenden Links nachlesen: „Das Schwert der Elfen„, „Elfensteine„, „Das Lied der Elfen„). Die mir vorliegende Ausgabe erschien 2017 bei Blanvalet, Verlagsgruppe Random House, die Originalausgabe 1990 unter dem Titel „The Scions of Shannara“ bei Del Rey, New York. Das Copyright der deutschsprachigen Ausgabe stammt aus dem Jahr 1991. Der Roman – und die ganze Reihe – ist dem Genre „High Fantasy“ zuzuordnen, auch wenn gewisse dystopische Elemente und Anklänge an die „Heroic Fantasy“ nicht zu verneinen sind.

512bk8uwzdklHunderte Jahre nach dem Tod Allanons, des letzten Druiden, ist die Magie fast vollständig aus den Vier Landen verschwunden, und jede Nutzung von Magie wird von den Suchern der herrschenden Förderation rigoros geahndet. Da erhält Par Ohmsford von Allanons Schatten den Auftrag, das legendäre Schwert von Shannara zu suchen. Doch auch für Wren Ohmsford und Walker Boh hält der letzte Druide Aufgaben bereit. Denn nur gemeinsam durch die Kraft des Hauses von Shannara kann es gelingen, den Schattenwesen, die die Vier Lande unterwandern, Einhalt zu gebieten.

„Heldensuche“ ist ein gelungener Auftakt in eine neue Trilogie in der Welt von Shannara, auch wenn es sich gelegentlich wie der Mittelteil einer Reihe anfühlt.  Dies liegt allerdings daran, dass, vergleichbar zu „Der Herr der Ringe: Die zwei Türme“, die Handlungsstränge und Quests der einzelnen Auserwählten auseinanderfallen, und die Geschichte dadurch nicht stringent erzählt wird, was einerseits den Lesefluss etwas hemmt und andererseits für wirklich große Cliffhanger sorgt. Schön ist es, dass durch Verweise zu den anderen Büchern, durch Erzählungen, und nicht zuletzt durch die Familienbande zu früheren Protagonisten (z. B. Padishar Weidenkorb und Morgan Leah) die Handlung gut in den Kontext der gesamten Reihe passt, und der Weltenbau und die Entwicklung einheitlich vorangetrieben werden.

Mit dem Roman legt Terry Brooks den Grundstein für weitere Bände, viele Probleme werden nur angerissen, viele Fragen sind noch offen, viele Aufgaben ungelöst. „Heldensuche“ brilliert darin, das epische Finale, den Kampf gegen das Böse vorzubereiten. Dadurch hat es einige Längen, und es fehlt gelegentlich am großen Knall. Dem Autor gelingt es jedoch, alle Protagonisten einzuführen, ihre Besonderheiten und jeweilige Motivation zu erklären, ohne den Leser zu überlasten. Der Roman überzeugt auch dadurch, dass sich die jeweiligen Personen – so unterschiedlich sie auch sein mögen – konsequent weiterentwickeln, Stärken und Schwächen zeigen.

Der Buchsatz ist gelungen, Lektorat und Korrektorat überzeugen ebenfalls. Das Cover besticht durch die hochwertig geprägte Schrift, bietet einen hohen Wiedererkennungswert und fügt sich nahtlos in das Gesamtbild der Reihe ein.

Mein Fazit? „Heldensuche“ ist ein vielversprechender Auftakt in eine neue Trilogie aus Terry Brooks Meisterwerk. Der Roman besticht durch einen tollen Weltenbau und starke Charaktere, lässt aber handlungs- und spannungstechnisch noch Luft nach oben für die Folgebände. Für Liebhaber der High-Fantasy bedenkenlos zu empfehlen.

 

[Buchgedanken] Trudi Canavan: „Die Novizin (Die Gilde der Schwarzen Magier 2)“

Nachdem ich bereits vor einigen Wochen den ersten Teil der Trilogie (erneut) gelesen habe, war nun endlich Teil 2 an der Reihe. Die Besprechung zum Vorgänger, „Die Rebellin“, kann *hier* abgerufen werden. *Hier* findet ihr zudem die Besprechung zum Prequel-Band „Magie“

~~~ Hinweis: Die folgende Besprechung kann Spoiler zum Vorgängerband beinhalten ~~~

„Die Novizin“ erschien in Deutschland erstmals 2006 bei Blanvalet, im Original wurde der Roman unter dem Titel „The Novice. The Black Magician Trilogy Book Two“ 2002 bei Voyager / Harper Collins Australia veröffentlicht. Das mir vorliegende Taschenbuch entstannt mittlerweile der 20. Auflage, und ist – wenn auch sehr schwer – am ehesten dem Genre High Fantasy zuzuordnen.

41ln9dncn9l-_sx339_bo1204203200_Nachdem Sonea in die Gilde der Magier aufgenommen wurde, beginnt ihre Ausbildung als Novizin. Schnell stellt sich heraus, dass sie weitaus stärker als ihre Mitschüler ist. Dies – und ihre niedere Herkunft – machen sie sofort zum Ziel des Gespötts ihrer Kameraden. Doch ihre eigenen Probleme sind nichts im Vergleich zu dem Geheimnis, das sie, ihr Mentor, und der Administrator der Gilde hüten. Wissen, das so gefährlich ist, dass niemand davon erfahren darf.  Und alles scheint perfekt. Bis zu dem Tag, als der Hohe Lord Akkarin Sonea in seine Obhut nimmt.

„Die Novizin“ schließt direkt an den Vorgänger an und setzt die Handlung nahtlos fort. Man ist sofort mitten im Geschehen und trifft die liebgewonnen Charaktere aus dem ersten Teil wieder. Mir persönlich kommt in „Die Novizin“ Lord Rothen etwas zu kurz, das hat aber mit der Handlung zu tun. Abgesehen davon entwickeln sich die Charaktere konsequent weiter, man erfährt neues über sie und lernt dadurch, die alten Verhaltensweisen aus dem Vorgänger noch besser zu deuten und zu verstehen. Gut gelungen ist auch, dass durch die Reisen des Botschafters Dannyl die einzelnen Völker der magischen Welt stärker vorgestellt werden, was den Weltenbau immens unterstützt und für eine homogene Darstellung der verschiedenen Gesellschaftssysteme sorgt. Gleiches gilt für das immer besser und detaillierter ausgearbeitete Magiesystem.

Der Autorin gelingt es, durch einen flüssigen und leicht lesbaren Schreibstil und durch den nahezu konsequent gehaltenen Spannungsbogen, den Leser stark am Text zu halten. Durch das Auseinanderfallen der verschiedenen Handlungsstränge und -Orte ist verständlich, dass von einer Ich-Perspektive abgesehen wurde. Hätte man das Buch aber aus der Sicht von Sonea erzählt und mit mehreren personalen Erzählperspektiven verknüpft, hätte der Leser eine noch stärkere Bindung zur Protagonistin haben können.

Im Vergleich zum ersten Teil fällt das Buch aus meiner Sicht marginal ab. Durch die vielen Wechsel der Handlungsorte und -Stränge, durch die dadurch entstehenden Cliffhanger, fehlt mir etwas der innere rote Faden und das Buch hat einige Längen. Nichtsdestotrotz ist es trotzdem ein insgesamt gelungener Mittelteil der Trilogie, der das hoffentlich gigantische Finale einläutet.

Die Buchgestaltung ist gelungen, insbesondere haben Lektorat, Korrektorat und Buchsatz ordentlich gearbeitet. Das Cover ist ebenfalls gut, hochwertig geprägt, fügt sich in die Reihe ein und schafft einen hohen Wiedererkennungswert. Nur inhaltlich verstehe ich es nicht ganz. Der eindeutig kriegerische Eindruck der Magierin steht im Widerspruch zu dem Grün der Robe, die den Heilern vorenthalten ist. Daher kann es sich auch nicht um Sonea handeln, deren Robe zudem mit Incals verziert ist.

Mein Fazit: „Die Novizin“ ist ein insgesamt gelungener Mittelteil der Trilogie „Die Gilde der Schwarzen Magier“. Das Buch kann vor allem mit einem gelungenen Weltenbau und tollen Charakteren punkten, die über leichte Längen bei der Handlung hinwegsehen lassen. Für Fantasy-Liebhaber bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Trudi Canavan: „Die Rebellin (Die Gilde der Schwarzen Magier 1)“

Bevor ab Morgen hier die Zeit der Jahresrückblicke beginnt, möchte ich heute noch eine Buchbesprechung veröffentlichen – und damit mein Lesejahr 2017 abschließen. „Die Rebellin“ ist der erste Teil der Trilogie „Die Gilde der Schwarzen Magier“, und das erste Buch, das ich nach dem zweiten Lesen hier vorstelle, da ich es vor vielen Jahren bereits gelesen habe :). Das Taschenbuchexemplar, das ich vorliegen habe, ist bereits aus der 22. Auflage, die deutsche Erstveröffentlichung erfolgte 2006 bei Blanvalet. Die Originalausgabe erschien 2001 bei Voyager / HarperCollins Australia unter dem Titel „The Magicians‘ Guild. The Black Magician Trilogy Book One“. Die Zuordnung zu einem fantastischen Untergenre ist nicht ganz einfach, in der Gesamtheit der Reihe würde ich es aber als High-Fantasy betiteln.

41lbpetdwml-_sx339_bo1204203200_Sonea ist ein ganz normales Mädchen, das auf den Straßen der Stadt Imardin ein einfaches Leben fristet. Bis zu dem Tag, als sie voller Zorn ein Mitglied der Magiergilde mit einem Stein verletzt. Aus Angst vor den mächtigen Magiern versteckt sich das Mädchen und sucht Hilfe bei den Dieben, die die Unterwelt Imardins kontrollieren. Doch schnell muss Sonea lernen, dass ihre Magie nicht nur sie selbst bedroht, sondern eine Gefahr für die ganze Stadt ist.  Ein Pulverfass, das mit jedem verstrichenen Augenblick der Explosion näher rückt…

„Die Rebellin“ ist der erste Teil eines mittlerweile größeren Buchuniversums. Zu der Trilogie um „Die Gilde der schwarzen Magier“ existiert mittlerweile eine Sequel-Trilogie (benannt nach der Protagonistin „Sonea“), sowie ein Prequel „Magie“ (das ich bereits besprochen habe). Der Weltenbau ist – gerade im Zusammenspiel der Bücher – beeindruckend. Die Geschichte der einzelnen Länder, die Rassen, Gesellschaftsstrukturen etc. sind plausibel und anschaulich dargestellt. Dem Buch ist auch eine Karte der Stadt Imardin und der Magiergilde vorangestellt, sodass die Gegebenheiten für den Leser noch nachvollziehbarer sind.

Bereits in der oben verlinkten Besprechung zu „Magie“ habe ich Trudi Canavan den Ehrentitel der „Queen der High-Fantasy“ verliehen, an dem ich natürlich festhalten möchte. „Die Rebellin“ ist ein gelungener Reihenauftakt, ein beeindruckendes Debüt, das auch durch den gelugenene Schreibstil punktet. Der Spannungsbogen wird die ganze Zeit gehalten, unerwartete Wendungen runden das ganze ab. Durch die gewählte Erzählperspektive hat man zudem die Möglichkeit, das Geschehen parallel aus Sicht der Magier, als auch aus Sicht von Sonea zu betrachten, was interessante Vergleiche aufwirft.

Einige Handlungsstränge – wie eine etwaige Liebesgeschichte – werden nur kurz angerissen, einige auch am Ende des Buches nicht aufgelöst oder zusammengeführt. Da es sich um den Auftakt zu einer Trilogie handelt, ist dies jedoch verzeihlich, insbesondere freut es mich, dass das Buch nicht mit einem allzu starken Cliffhanger endet, sondern durchaus abgeschlossen ist. Die Charaktere des Romans entwickeln sich im Laufe der Handlung weiter, insbesondere Sonea macht natürlich eine erstaunliche Wandlung durch.

Zur Buchgestaltung muss man – glaube ich – bei Blanvalet kaum etwas sagen. Die Cover sind gelungen und bilden – nicht nur für die Reihe, sondern für das gesamte Buchuniversum – einen hohen Wiedererkennungswert. Buchsatz, Lektorat und Korrektorat haben ebenfalls überzeugt. Einziges kleines Manko: ich hätte die Kapitel immer auf neuen Seiten begonnen.

Mein Fazit: „Die Rebellin“ ist ein gelungener Auftakt zu einer fantastischen Trilogie – und ein wahrlich überzeugender Debütroman, der vor allem mit gelungenem Weltenbau und einem tollen Schreibstil punktet. Für Fantasy-Liebhaber bedenkenlos zu empfehlen.

Ran an den SuB mit Ava 2018 – Januar

Herzlich Willkommen zu: #ranandenSuBmitAva 2018 :). Wie der ein oder andere aufmerksame Besucher bereits auf meiner Challengeseite feststellen konnte, habe ich mich entschlossen, 2018 an einer SuB-Abbau-Challenge teilzunehmen. Ziel ist es, jeden Monat 3-8 vorher nach bestimmten Kriterien ausgewählte Bücher des SuBs zu lesen :).

Daher möchte ich Euch heute meine Auswahl für den Januar vorstellen. Kriterium dieses Mal war, dass die Bücher alle aus verschiedenen Genres stammen, um das Jahr vielfältig 51t1fcqqqtl-_sx335_bo1204203200_zu beginnen. Da ich hier auch noch ein Rezensionsexemplar rumliegen habe, das ich im Januar lesen möchte, habe ich mich daher nur für drei Bücher entschieden.

1. Die Perfekten (Caroline Brinkmann)
Caris Buch lag schon viel zu lang auf meinem SuB. Ich liebe Dystopien, habe auch bereits eine Buchvorstellung und ein Meet-&-Greet von ihr besucht. Das Buch klingt wirklich spannend, und da 2018 Teil 2 erscheint, ist es nun endlich an der Zeit.

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2. Heldensuche – Die Erben von Shannara 1 (Terry Brooks)
Die Shannara-Bücher von Terry Brooks gehören zu absoluten Klassikern der High-Fantasy. Umso mehr freuen mich die neuen, wunderschönen Blanvalet-Ausgaben. Mit dem ersten Teil der „Erben von Shannara“-Reihe ist nunmehr das vierte Buch erschienen, der Nachfolgeband folgt ebenfalls schon Anfang 2018. Zu der Reihe existiert zudem eine bezaubende TV-Serie, deren zweite Staffel 2017 veröffentlicht wurde.

351fxsw4jf3l-_sx328_bo1204203200_. Und wenn die Welt verbrennt (Ulla Scheler)
Nach ihrem Debütroman „Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen“, der mich komplett begeisterte, bin ich umso gespannter auf Ullas zweites Jugendbuch, zu dem ich ebenfalls bereits eine Lesung und ein Meet-&-Greet besucht habe.

Ich wünsche allen Mitteilnehmern viel Spaß, freue mich bereits auf die Bücher und bin gespannt, ob ich dies das ganze Jahr durchhalte – und dadurch mindestens 36 SuB-Bücher lese :).

[Buchgedanken] Trudi Canavan: „Magie“

Vor einigen Wochen habe ich endlich mal wieder ein Buch von Trudi Canavan gelesen. „Magie“ ist in der mir vorliegenden Ausgabe 2012 als Taschenbuch bei cbt erschienen, derzeit wird es von Blanvalet vertrieben (beides Verlage innerhalb der Random House Verlagsgruppe). Die Originalausgabe erschien 2009 unter dem Titel „The Magician’s Apprentice“ bei Orbit, einem Imprint der Verlagsgruppe Hachette Livre UK. Es handelt sich um eine Vorgeschichte zur Trilogie „Die Gilde der schwarzen Magier“, die ich in naher Zukunft auch re-readen werde. Der Roman ist dem Genre High-Fantasy zuzuordnen.

51bd6xzezul-_sx340_bo1204203200_Tessia, die Tochter des Dorfheilers von Mandryn, wünscht sich selbst nichts sehnlicher, als Heilerin zu werden. Als eines Tages durch Zufall offenbart wird, dass sie über magische Kräfte verfügt, nimmt Lord Dakon die junge Frau als seine Meisterschülerin zu sich. In der gefährlichen Welt der Magie muss sie schnell lernen, ihre Kräfte zu kontrollieren, denn Kyralia steht kurz vor einem Krieg mit dem Nachbarland Sachaka.

Trudi Canavan ist die Queen der High-Fantasy. Mit „Magie“ erschafft sie ein spannendes, fesselndes und hochdramatisches Epos als Vorgeschichte zu ihrer Bestsellertrilogie „Die Gilde der schwarzen Magier“, mit der ihr international der Durchbruch gelang. Besonders loben möchte ich den gelungenen Weltenbau. So sind die Gegebenheiten und die Geschichte der einzelnen Länder nicht als Prolog vorangestellt, sondern kunstvoll in die Handlung integriert, sodass der Leser zwar nur scheibchenweise davon erfährt, zu keiner Zeit aber mit Informationen überfrachtet wird. Persönlich hätte ich mir noch eine abgedruckte Karte gewünscht, aber das ist optional und vernachlässigbar.

Der Spannungsbogen wird die ganze Zeit gehalten und der Leser durch unerwartete Wendungen im Unklaren gehalten. Auch die Charaktere sind plastisch und vielschichtig dargestellt, und entwickeln sich im Laufe der Zeit weiter. Dies ist meines Erachtens nach besonders bei Jayan, aber auch bei Stara der Fall. Der Autorin gelingt es zudem, verschiedene Handlungsstränge, die weit entfernt sind, zum Ende doch kurzzeitig zusammenzuführen. Trudi Canavans Schreibstil lässt sich leicht und flüssig lesen, und auch die Erzählperspektive ist unter Berücksichtigung der verschiedenen Handlungsstränge gut gewählt – man kann sich dennoch gut mit den einzelnen Protagonisten identifizieren.

Eine Sache kam mir jedoch etwas zu kurz. Wie die Lyrics des ersten Songs aus dem Musical Aida ausführen („Jede Fabel und Geschichte, jedes Drama, jedes Stück, handelt von demselben Thema: Was ist Liebe? Was ist Glück?“), spielt das Thema „Liebe“ eine zentrale Rolle in Geschichten, ist Motiv und treibt die Handlung voran. Nun könnte ich nachvollziehen, wenn darauf gänzlich verzichtet wird – schließlich hat die Autorin auch einen High-Fantasy-Roman und nicht im Genre Romantasy geschrieben. Das ist allerdings nicht passiert, sondern sie hat es aus meiner Sicht etwas zu halbherzig eingebaut. Hier hätte ich mir mehr gewünscht.

51z2nnk9zpl-_sx339_bo1204203200_Zur Umsetzung des Romans muss man nur wenige Worte verlieren. Cover, Buchsatz, Lektorat und Korrektorat überzeugen, wobei mir das alte cbt-Cover, das ich vorliegen habe, leicht besser gefällt als die aktuelle Blanvalet-Version (die mit den Blanvalet-Ausgaben der anderen Bücher von Trudi Canavan einhergeht) – hier zum Vergleich mal angehängt.

Mein Fazit: „Magie“ ist ein rundum gelungener High-Fantasy Roman von einer der modernen Ikonen des Genres, der durch gelungenen Weltenbau und tolle Charaktere überzeugen kann. Lediglich die eingebaute Liebesgeschichte kam mir etwas zu kurz. Für Fantasy-Liebhaber bedenkenlos zu empfehlen.