Unbekanntes an bekannten Orten | Doppelte Buchpost

Vor kurzem erreichten mich zwei tolle Romane des Lübbe Verlags, Bastei Lübbe AG als Rezensionsexemplare über die Bloggerjury – vielen Dank dafür an dieser Stelle. Die Gemeinsamkeit von „Atelier Rosen – Die Frauen aus der Marktgasse“ von Marie Lamballe und „Berlin Monster – Nachts sind alle Mörder grau“ von Kim Rabe ist dabei das in Deutschland angesiedelte Setting – etwas, das viel zu selten vorkommt. So spielt Marie Lamballes historischer Roman in Kassel, währen Kim Rabes Urban Fantasy Krimi den Leser nach Berlin verschlägt – ich kann es kaum erwarten. Welches sind Eure liesten Bücher, die in Deutschland spielen? Kennt Ihr vielleicht einen der Romane?

Leserunden-Doppel | Buchpost

Vor kurzem erreichten mich diese beiden tollen Bücher. „Baby & Solo“ von Lisabeth Posthuma und „Die Tränen der Welt“ von Ildefonso Falcones sind so unterschiedlich, wie Bücher nur sein können. Historienepos vs. Jugendbuch, Liebe und Verrat im Barcelona der Jahrhundertwende gegen eine Freundschaft in einer Videothek – ich hoffe, beides begeistert mich gleichermaßen. Vielen Dank an die Verlage C. Bertelsmann und Hanser für die Bereitstellung der Rezensionsexemplare über Leserunden auf Lovelybooks.de – ich kann es kaum erwarten, in die Geschichten einzutauchen.

Hochspannung in allen Zeiten | Doppelte Buchpost

In den letzten Tagen erreichten mich erneut einige wundervolle Bücher, von denen ich Euch heute die ersten beiden zeigen möchte. „Des Kummers Nacht“ von Ralph Knobelsdorf ist ein historischer Kriminalroman, der im Preußen des 19. Jahrhunderts spielt und mich als Rezensionsexemplar über die Bloggerjury erreichte. „Russische Botschaften“ von Yassin Musharbash ist hingegen ein hochaktueller Politthriller im Spannungsfeld zwischen Politik, Spionage und Investigativjournalismus – und erreichte mich als Rezensionsexemplar im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks. Vielen Dank an die Verlage Bastei Lübbe und Kiepenheuer & Witsch. Da stehen mir einige, spannende Lesestunden ins Haus!

[Buchgedanken] Manuela Schörghofer: „Das Spiel der Ketzerin“

Vor kurzem habe ich „Das Spiel der Ketzerin“ von Manuela Schörghofer gelesen, mein dritter Roman der Autorin nach „Die Klosterbraut“ und „Die Sündenbraut„. Das Buch ist 2021 bei HarperCollins in der Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH erschienen und als historischer Roman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag und die Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

Rheinland im 13. Jahrhundert: Als ihr Vater in Ungnade fällt, entgeht die Grafentochter Alida von Erkenwald nur knapp einem Mordanschlag und muss vor ihrem Widersacher fliehen. Sie versteckt sich bei Salomon ben Isaak, einem Juden aus Coellen, der sie zu ihrem Schutz als seine Tochter ausgibt und ihr verspricht, ihr bei der Rettung ihres Vaters zu helfen. Gemeinsam machen sie sich auf die Reise, doch ihre Verfolger sind ihr auf der Spur. Als Alida verbotene Gefühle für ihren Feind entwickelt, weiß sie nicht mehr, wem sie noch trauen kann …

„Das Spiel der Ketzerin“ entführt den Leser erneut ins deutsche Mittelalter, in eine Zeit voller Intrigen, Machtspiele und persönlicher Fehden, von denen der Roman einige enthält. Eingebettet in den historischen Konflikt zwischen Friedrich II. und Heinrich VII. erzählt die Autorin die Geschichte der fiktiven Adelsfamilie von Erkenwald und lässt den Leser mit den Figuren die politischen und religiösen Konflikte der Zeit entdecken.

Dabei brilliert der Roman vor allem durch sein gelungenes Setting – und eine sehr authentische Sprache, die von einer gewissenhaften Recherche zeugt. Auch wenn der Leser durch die vorangestellten Dramatis Personae, Orts- und Flussbezeichnungen, Glossar und Erklärung der historischen Begebenheiten fast etwas erschlagen wird (vielleicht hätte man die letzteren beiden ans Ende stellen können), ist es doch allemal besser, als ihn gänzlich allein zu lassen.

Die Handlung der Geschichte ist spannend und kurzweilig, wenn auch in Teilen etwas vorhersehbar, was dem Lesevergnügen aber keinen Abbruch tut, da es Manuela Schörghofer gelingt, immer mal wieder auch durch eine unerwartete Wendung die Erwartungen des Lesers zu durchbrechen. Zudem wird die Schwerpunktsetzung eingehalten, die Liebesgeschichte gut ausbalanciert, sodass hier gerade – nicht wie teils beworben – kein historischer Liebesroman vorliegt sondern ein historischer Roman.

Die einzelnen Charaktere sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Dabei überzeugen vor allem auch die Nebencharaktere wie Miriam und Dankwart, aber auch Konrad als Antagonist macht eine gute Figur, wenn auch seine Motivation lange unklar bleibt – ggf. hätte man die Ereignisse zwischen ihm und dem Grafen von Erkenwald als Prolog der Handlung voranstellen können.

Die Buchgestaltung überzeugt auf ganzer Linie, Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, wenn man von der Informationsflut am Anfang absieht. Das Covermotiv zieht sich über den gesamten Buchumschlag, ist wunderschön anzusehen (bislang das beste der Autorin), leicht geprägt auf dem Titelbild und Buchrücken und wartet mit farbigen, informativen Coverinnenseiten auf.

Mein Fazit? „Das Spiel der Ketzerin“ ist ein gelungener historischer Roman, der vor allem durch sein tolles Setting und eine authentische Sprache punktet – wahrscheinlich das bislang beste Buch der Autorin, in jedem Fall aber das schönste. Für Liebhaber des Genres bedingungslos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Catherine Aurel: „Bella Donna – Die Schöne von Florenz“ (Töchter Italiens 1)

Vor einiger Zeit habe ich „Bella Donna Die Schöne von Florenz“ von Catherine Aurel gelesen, den ersten Teil der historischen Reihe um die „Töchter Italiens“. Das Buch ist 2021 im Penguin Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH erschienen und als historischer Roman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.

Florenz, 1469. Die Zeiten, als Cosima Bellani von Männern umschwärmt wurde, sind vorbei. Die Schönheit der alternden Kurtisane beginnt zu schwinden – und sie fürchtet um ihre Zukunft. Als die junge Adlige Simonetta sie in Liebesdingen um Rat bittet, hat Cosima eine verheißungsvolle Geschäftsidee: Sie will fortan Kosmetik herstellen, denn der Handel mit Pulver und Salben, Bleiweiß und Lippenrot floriert. Simonetta wird mit ihrer Hilfe zur schönsten Frau von Florenz – nicht nur der einflussreiche Giuliano de Medici, auch der aufstrebende Maler Sandro Botticelli liegen ihr zu Füßen. Doch dann bricht ein erbitterter Machtkampf um die Stadt aus und Cosima und Simonetta werden in eine Intrige verwickelt. Bald handeln sie nicht nur mit erlesenen Schönheitsrezepturen, sondern auch mit Geheimnissen …

„Bella Donna – Die Schöne von Florenz“ ist ein im wesentlichen gelungener Auftakt in die historische Reihe um die „Töchter Italiens“, der zwar viel Potential für Folgebände bietet, die Handlung dieses Bandes aber auch unwiederbringlich abschließt, sodass man das Buch auch gut als Standalone lesen kann.

Dabei überzeugt vor allem das brillante Setting des spätmittelalterlichen Florenz, der aufstrebenden Künstlerstadt voller illustrer Persönlichkeiten wie Sandro Botticelli und Leonardo da Vinci. Die Handlung hingegen ist zwar spannend, abwechslungsreich und hält die ein oder andere unerwartete Wendung für den Leser bereit, bleibt insgesamt aber hinter den Erwartungen zurück. So verliert die Autorin hier etwas die Schwerpunktsetzung, führt viel zu lang in die Geschichte ein, während die im Klappentext prominent dargestellte Intrige, der Machtkampf um die Stadt kaum Bedeutung gewinnt, teils einfach per Zeitsprung übersprungen wird. Gerade die stärkere Einbindung in den historischen Kontext, eine stärkere Konzentration auf die spannenden, politischen Vorgänge hätte hier das Buch noch besser und zu einem absoluten Highlight gemacht, das sich positiv aus der Masse abgehoben hätte.

Die einzelnen Charaktere sind im Wesentlichen dreidimensional angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Dabei überzeugen vor allem Sandro als Sympathieträger des Romanes und Fioretta, während Simonetta anfangs etwas blass bleibt – und Marco sehr schnell gar keine Rolle mehr spielt.

Die Buchgestaltung überzeugt hingegen auf ganzer Linie. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, das Covermotiv zieht sich über den ganzen Buchumschlag und ergibt ein tolles Gesamtbild. Dabei ist das Cover zudem hochwertig geprägt, mit Klappen und farbigen, toll aussehenden Coverinnenseiten versehen.

Mein Fazit? „Bella Donna – Die Schöne von Florenz“ ist ein gelungener Reihenauftakt, der vor allem durch ein tolles Setting punkten kann, aber auch leichte Schwächen und Längen in der Handlung aufweist. Für Liebhaber des Genres bedenkenlos zu empfehlen – auch als Standalone lesbar.

[Buchgedanken] Lilli Beck: „Wenn die Hoffnung erwacht“

Vor kurzem habe ich „Wenn die Hoffnung erwacht“ von Lilli Beck gelesen. Das Buch ist 2021 bei Blanvalet in der Penguin Random House Verlagsgruppe veröffentlicht worden und als historischer Roman einzugruppieren. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag und die Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.

Deutschland 1947: Nora wird von ihrer Freundin zu einer deutsch-amerikanischen Silvesterfeier eingeladen und ist überwältigt, als sie dort den attraktiven US-Officer William kennenlernt. Lange versucht sie, die frisch entflammte Liebe vor ihrem Vater geheim zu halten, doch als sie ein Kind erwartet und William in die USA zurückbeordert wird, bleibt ihr nichts anderes übrig, als Farbe zu bekennen. Ihr Vater ist außer sich, hat aber bald eine Lösung parat, die Nora zu einer wohlhabenden Frau werden ließe und für die Familie finanzielle Vorteile hätte. Nora, die nicht daran denkt, in den Plan einzuwilligen, flieht mit ihrem Sohn nach München, wo ihr auf der Straße eine fiebrige, verwirrte wirkende junge Frau begegnet. Sie begleitet Celia nach Hause, zur Villa der wohlhabenden Wagners, und ahnt nicht, dass ihr Schicksal eine überraschende Wendung nehmen wird …

„Wenn die Hoffnung erwacht“ porträtiert die deutsche Nachkriegszeit, beziehungsweise das Leben im von amerikanischen Truppen besetzten Bayern zwischen 1947 und 1951 anhand des Schicksals zweier Familien, deren Schicksale im Verlauf der Handlung zusammenführen. Dabei werden die damals besonders ausgeprägten Kontraste zwischen arm und reich, zwischen Besatzern und Besetzten, aber auch zwischen Männern und Frauen drastisch und eindringlich dargestellt.

Während der Roman durch sein wunderbares Setting zu brillieren weiß, hätte ich mir teils noch ausführlichere, teils noch plastischere Beschreibungen gewünscht, um das Kopfkino – was unzweifelhaft zum Laufen kam – noch zu unterstützen, um die Atmosphäre noch greifbarer, dichter zu machen. Die Handlung ist im Wesentlichen spannend, teils aber vorhersehbar – und teils ist das Verhalten einzelner Charaktere nicht nachvollziehbar.

Dies sorgt auch dafür, dass bei mir die meisten Sympathien auf den wirklich gelungen angelegten Nebencharakteren liegt – vor allem bei Marlene und Luis, während Nora teils etwas blass bleibt – was aber nicht schlimm ist, denn der eigentliche Star des Buches ist nicht Noras Werdegang, sondern die gravierenden Umwälzungen der Geschichte, die runtergebrochen werden auf den Mikrokosmos einer – bzw. zwei – Familien. So wird Geschichte durch die Figuren lebendig, das Gefühl einer Generation auf die heutigen Leser transportiert, sodass ich es auch verschmerzen kann, dass am Ende nicht gänzlich alle Handlungsstränge zufriedenstellend aufgelöst worden sind.

Dabei lässt sich Lilli Becks Schreibstil schnell und flüssig lesen, ist authentisch und der Zeit angepasst, hätte aber – wie bereits erwähnt – mehr beschreiben, den Leser im Sinne von „Show, don’t tell“ noch stärker in die Geschichte ziehen können. Als Service übrigens wunderbar gelöst: Direkt in der ersten Zeile des Kapitels wird die jeweils handelnde Person erwähnt, um dem Leser den Einstieg in die Abschnitte zu erleichtern.

Die Buchgestaltung überzeugt im Wesentlichen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, der Buchumschlag ist auf dem Cover und Buchrücken hochwertig bedruckt, das darunterliegende Buch nüchtern und schmucklos. Das Covermotiv zieht sich über den gesamten Umschlag und ist – gerade in dem Mangel an Farben – farblich gelungen, fängt die Stimmung des Buches ein. Allerdings fehlt mir etwas der Bezug des Motivs zur Handlung.

Mein Fazit? „Wenn die Hoffnung erwacht“ ist ein gelungener historischer Roman, der vor allem durch sein tolles Setting punktet und das Leben im besetzten Bayern der Nachkriegszeit anschaulich und nachdrücklich porträtiert, sodass kleinere Schwächen in der Handlung verschmerzt werden können und das Lesevergnügen kaum mindern. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Eva-Isabel Schmid: „Paracelsus – Die Fragen der Toten“ (Paracelsus 2)

Vor kurzem habe ich „Paracelsus – Die Fragen der Toten“, den zweiten Band der Paracelsus-Dilogie, von Eva-Isabel Schmid gelesen. Das Buch ist 2021 in der Piper Verlag GmbH erschienen und als historischer Roman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars über die vermittelnde Agentur Literaturtest. Meine Besprechung des Vorgängers kann *hier* abgerufen werden.

~~~ Achtung! Die Rezension kann milde Spoiler zum Vorgängerband enthalten. ~~~

Der junge Paracelsus ist endlich Arzt beider Arzneien. Eines aber lässt ihm keine Ruhe: Er will die menschliche Seele finden. Verfolgt vom uralten Zauberorden des roten Gürtels begibt er sich auf Wanderschaft – quer durch Europa. Immer mit dem Ziel, das Geheimnis doch noch zu lüften. Währenddessen wütet in Basel die Pest. Paracelsus’ Freund Caspar muss als Stadtarzt hilflos mitansehen, wie die Seuche Hunderte seiner Patienten dahinrafft. Als sich der nunmehr berühmte Paracelsus zurück in seine Heimat wagt, kommt es im allgemeinen Chaos plötzlich zu einer Reihe von mysteriösen Todesfällen. Verzweifelt sucht Caspar nach dem Mörder. Die ungleiche Freundschaft wird auf ihre größte Zerreißprobe gestellt.

„Paracelsus – Die Fragen der Toten“ setzt die Handlung des ersten Bandes nach einiger Zeit fort. Erneut begleitet man im Wesentlichen zwei Handlungsstränge, zum einen die Suche nach der menschlichen Seele, zum anderen die Geschichte Basels. Und so toll es auch ist, die altbekannten, liebgewordenen Charaktere wiederzutreffen und noch näher kennenzulernen, finde ich es doch schade, dass kaum neue, relevante Charaktere in diesem Teil angelegt worden sind. Hier ist ein Überraschungsmoment verspielt worden, die Chance, der Geschichte Frische einzuhauchen.

Nichtsdestotrotz gefällt mir „Die Fragen der Toten“ richtig gut, fast besser als der erste Teil. Dabei brilliert vor allem der Handlungsstrang um die Stadt Basel, der von den absoluten Sympathieträgern Jacob und Caspar dominiert wird, die gegen politische und religise Widerstände hinweg versuchen, Basels Überleben zu sichern, während der Handlungsstrang um Paracelsus gerade am Anfang etwas flach bleibt, einer Aneinanderreihung von sich ewig wiederholenden Flucht- und Beschwörungsversuchen gleicht.

Die Handlung ist im großen und ganzen spannend, abwechslungsreich und kulminiert nach der Zusammenführung der Handlungsstränge in einem großen, epischen und nervenaufreibenden Finale, das allerdings etwas zu esoterisch daherkommt. Dabei wird die Geschichte unterstützt von dem wundervollen, anschaulichen Setting des historischen Basels, mit dem es der Autorin erneut gelingt, den Leser in der Zeit zuückzuversetzen.

Dank der wechselnden, personalen Erzählperspektiven wird der Leser mit allen Charakteren gut warm – dankenswerterweise sind die Kapiel mit dem jeweiligen Erzähler überschrieben – eine gute Lösung. Dabei sind die einzelnen Protagonisten vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Neben den oben bereits erwähnten Caspar und Jacob brillieren hier vor allem kleine Nebencharaktere wie Professor Wölflin, Werner Gruber oder Esther, aber auch zum Luft als – mehr oder weniger – Antagonist vermag zu überzeugen.

Die Buchgestaltung ist ähnlich wie beim Vorgänger ganz solide, Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet. Weiterhin stört es mich jedoch, dass sich das Titelbild nicht über den kompletten Buchumschlag zieht, Buchrücken und Coverrückseite so sehr einfach und eintönig wirken. Auch hätte ich erneut eine etwas hochwertigere Ausstattung insgesamt erwartet.

Mein Fazit? „Paracelsus – Die Fragen der Toten“ schließt die Dilogie um den berühmten Arzt gut ab. Dabei brilliert der Roman vor allem aufgrund des tollen Settings, starker Charaktere und der spannenden Geschichte um die Stadt Basel, während gelegentlich die Handlung etwas zu sehr ins Esoterische abdriftet. Für Liebhaber des Genres – und vor allem Leser des ersten Bandes – bedenkenlos zu empfehlen.

Historische Leserunden im Doppelpack | Buchpost

In den letzten Tagen erreichten mich wieder einige Bücher, von denen ich Euch heute zwei zeigen möchte. Sowohl „Wenn die Hofnung erwacht“ von Lilli Beck als auch Catherine Aurels „Bella Donna – Die Schöne von Florenz“ wurden mir im Rahmen von Leserunden auf Lovelyooks.de von den Verlagen Blanvalet und Penguin zur Verfügung gestellt. Und obwohl beide Bücher historische Romane sind, könnte das Setting doch nicht unterschiedlicher sein, spielen sie doch im zerstörten Deutschland der Nachkriegszeit und im dekadenten, eskapistischen Florenz der Medici-Ära. Ich bin schon ganz gespannt darauf, in diese unterschiedlichen Welten einzutauchen.

Wunderschöne Buchpost | Historische Buchbox mit ganz viel Liebe

Vor kurzem erreichte mich eine tolle, mit viel Liebe verpackte, Buchbox von Manuela Schörghofer, die mir ihren neuesten Roman „Das Spiel der Ketzerin“ mit vielen tollen Goodies – Wellness für die Seele und den Körper – als Rezensionsexemplar zusandte. Vielen Dank dafür schon einmal an die Autorin und den Verlag HarperCollins.

„Das Spiel der Ketzerin“ ist nach „Die Klosterbraut“ und „Die Sündenbraut“ mein dritter historischer Roman von Manuela – und hat das Cover, das mir von allen drei Titeln am besten gefällt. Sieht es nicht toll aus? =)

Jetzt bin ich schon ganz gespannt darauf, erneut ins Mittelalter einzutauchen – und kann es kaum erwarten, bald mit dem Lesen zu beginnen!

[Buchgedanken] Mark Sullivan: „Das letzte grüne Tal“

In der letzten Zeit habe ich die historische Familiensaga „Das letzte grüne Tal“ von Mark Sullivan gelesen. Das Buch ist 2021 bei Tinte & Feder, Amazon Media EU S.à r.l. veröffentlicht worden, die Originalausgabe erschien ebenfalls 2021 unter dem Titel „The Last Green Valley“ bei Lake Union Publishing, Seattle. Die Übersetzung durch Peter Groth wurde durch Amazon Crossing ermöglicht. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag und die vermittelnde Agentur Buchcontact für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

Ukraine, März 1944: Es ist tiefer Winter, als Adeline und Emil Martel mit ihren beiden kleinen Söhnen vor der Roten Armee fliehen müssen. Als Deutsche sind sie in ihrer Heimat nicht mehr sicher und es bleibt ihnen nichts Anderes übrig, als sich auf den beschwerlichen Weg gen Westen zu begeben. Der aber wird von den Nazis kontrolliert. Emil, der als Soldat Gräueltaten der SS miterlebte, muss weiter um die Sicherheit seiner Familie fürchten. Besonders, als Adeline einer Jüdin bei der Flucht hilft und sie alle in Gefahr bringt. Doch Emil und Adeline, geleitet von ihrem Glauben aneinander, gehen ihren Weg gemeinsam – immer weiter Richtung Westen.

„Das letzte grüne Tal“ reiht sich nahtlos in die vielen Familiensagen ein, die in den letzten Jahren über deutsche Familien zur Zeit des zweiten Weltkrieges geschrieben wurden. Und so bekannt mittlerweile auch die grundsätzliche Thematik der Vertreibung und Flucht, der Arbeitslager und Kriegsereignisse ist, so wichtig ist doch jede einzelne Geschichte – ist sie doch Zeugnis und Chronik einer Familie. So berührte es mich besonders, im Nachhinein im Internet nicht nur den Grabstein von Emil und Adeline, sondern auch die Historie der Firma und die zukünftigen Generationen zu finden. So wird Geschichte erlebbar und in der Realität verankert.

Die Handlung ist dabei – wenn auch genrebedingt durchaus vorhersehbar – spannend und abwechslungsreich, sie ist teils brutal und beschönigt nicht. So ist „Das letzte grüne Tal“ daher auch kein Buch für zwischendurch, kein Buch um abzuschalten, sondern fordert den Leser emotional und verlangt seine volle Aufmerksamkeit. Dabei sind die Ereignisse teils etwas zu pathetisch geschildert, Mark Sullivan wird jedoch nie zu belehrend.

Das Setting kann dabei auf ganzer Linie überzeugen. Egal ob das Deutschland der Nachkriegszeit, das Gefangenenlager in Poltrawa oder das besetzte Polen in den letzten Kriegswirren – um nur einige der Handlungsorte zu nennen – der Autor beschreibt anschaulich, lebensnah und erschreckend real, lässt das Kopfkino beim Leser sofort anspringen und fesselt ihn so ans Buch.

Die einzelnen Charaktere sind insgesamt – sicherlich auch aufgrund der historischen Vorbilder – plastisch und vielschichtig ausgearbeitet, haben Stärken und Schwächen, Ziele und Motive. Hierbei glänzen neben Adeline insbesondere auch Nebenfiguren wie Esther, Malia oder das Ehepaar Schmidt, aber auch einige Antagonisten wie Iwanow können überzeugen.

Die Buchgestaltung ist ebenfalls gelungen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, das Cover ist schön, aber auch etwas austauschbar. Vorwort und Nachwort runden das Buch gut ab, allerdings hätte ich mich noch über eine Karte gefreut, die den Treck abbildet, um die Entfernungen noch greifbarer zu machen. Auch ein Stammbaum der Familie Martel hätte den Leser visuell noch besser abholen können.

Mein Fazit? „Das letzte grüne Tal“ ist eine aufwühlende historische Familiensaga, die vor allem durch ein tolles Setting und eine erschreckend anschauliche, spannende Handlung besticht. Für Liebhaber des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von 16.