[FBM2025] Tag 1 – Ein Auftakt (fast) nach Maß

Gestern startete die Frankfurter Buchmesse – für mich mit einem entspannten Tag mit: Daniel Donskoy, Caroline Wahl, Bijan Moini, Cécile Schortmann, Jo Schück, Dorothee Elmiger, Susanne Führer, Michaela Harich (Alea Libris Verlag), I. C. Carter, Carolin Reif und Sarah Lippasson.

Den Anfang machte dabei eine traurige Nachricht. Ava Reed musste ihren gestrigen Messebesuch aus gesundheitlichen Gründen leider absagen – gute Besserung an dieser Stelle. Vielleicht klappt es ja an einem der anderen Tage noch. Somit startete mein Programm traditionell mit der Trägerin des Deutschen Buchpreises 2025 auf der Literaturbühne von ARD, ZDF und 3sat. Im Gespräch mit Cécile Schortmann präsentierte die Buchpreisträgerin Dorothee Elmiger ihren prämierten Roman „Die Holländerinnen“ (Hanser) und beantwortete Fragen zu ihrem Schreiben.

Danach ging es an gleicher Stelle mit einem hochinteressanten Thema weiter. Im Gespräch mit Jo Schück stellte der Jurist und Autor Bijan Moini seinen neuen Thriller „2033“ (erschienen im Atrium Verlag) vor. In dem dystopischen near-future Roman wird die Situation Deutschlands nach dem Wahlgewinn einer rechtsextremen Partei beschrieben – und der Kampf einer mutigen Juristin auf Basis des Grundgesetzes, auch gegen die Kanzlerin der rechtsextremen Partei. Ein nicht ganz auszuschließendes, glücklicherweise aber immer noch sehr entferntes Szenario.

Im Anschluss – und eigentlich immer in den Pausen – erkundete ich etwas die Hallen und nutze die Gelegenheit, in die am Mittwoch traditionell noch etwas leereren Stände zu schauen, bevor ab Freitag der reguläre Publikumsverkehr zugelassen ist. Dabei traf ich auch zufällig den Schauspieler, Sänger und – mittlerweile – Autor Daniel Donskoy, der sich sogar die Zeit für ein gemeinsames Foto nahm – sehr sympathisch! Auch schaute ich kurz beim Bloggertreffen des „House of Romance“ vorbei – vielen Dank für die leckere Schokoladentorte (Bild unten).

Am Nachmittag stand dann nochmal ein Veranstaltungsblock auf dem Plan. Den Anfang machte hier ein doch etwas einseitig diskutierendes Panel um Michaela Harich (Alea Libris), I. C. Carter, Carolin Reif und Sarah Lippasson, die sich zum Thema „Kann Dark Romance auch ohne toxische Inhalte auskommen?“ unterhielten. Ein durchaus spannendes Thema, bei dem ich mir ein meinungstechnisch etwas diverser besetztes Panel gewünscht hätte – und vielleicht etwas weniger Bashing von Männern und Andersdenkenden und -Schreibenden.

Mein Programm endete danach mit einem kleinen, verwirrenden Highlight. Denn aus Interesse – fast mehr an der Autorin als am Buch – besuchte ich eine Buchvorstellung von „Die Assistentin“ von Caroline Wahl am Stand von Deutschlandfunk Kultur. Allerdings driftete das Gespräch auch durch die teils sehr provokanten Fragen von Susanne Führer sehr regelmäßig weg vom Buch zur Person Caroline Wahl, die sich durchaus gut verteidigte und im Publikum viele Sympathien weckte. Da sie in Schriesheim aufgewachsen ist, muss ich ihr ja fast allein schon aus Lokalpatriotismus ebenfalls zur Seite stehen ;).

Am heutigen Donnerstag steht für mich ebenfalls ein weiterer, eher ruhiger Tag mit kleineren Programmpunkten an – ich berichte später natürlich drüber. Doch jetzt noch das versprochene Bild vom Kuchenanschnitt ;).

[FBM2021] Tag 1 – Ein Tag, ganz im Zeichen von Fanliebe und Hochkultur (Teil 1)

Den heutigen Messebericht habe ich aus guten Gründen (Ihr werdet es später sehen) zweigeteilt. Im ersten Teil möchte ich auf die Veranstaltungen eingehen, die ich an dem Tag besucht habe – mit Antje Ravik Strubel, Florian Schröder, Dmitry Glukhovsky, Eva Menasse, Lena Anlauf und Vitali Konstantinov – bevor ich im zweiten Teil meinen persönlichen Fanboy-Moment hatte. Doch dazu später mehr.

Nach einem etwas zähen Einlass und einer gemütlichen Tour durch Halle 3.0 (vielen Dank an den Ravensburger Buchverlag) für den tollen Jutebeutel), begann mein Messeprogramm traditionell mit der Präsentation des Buchpreisträgers auf dem Blauen Sofa. Antje Ravik Strubel, die für ihren Roman „Blaue Frau“ prämiert wurde, stellte das Buch vor, sprach über das Schreiben an und für sich und las eine kurze Episode aus dem Roman.

Auch meine zweite Veranstaltung führte mich zum Blauen Sofa. Im Gespräch mit Jo Schück stellte der Satiriker Florian Schröder sein Werk „Schluss mit der Meinungsfreiheit! Für mehr Hirn und weniger Hysterie“ vor und diskutierte unter anderem über die Zerschlagung von Facebook, die Wichtigkeit der Meinungsfreiheit in Abgrenzung zur Privatsphäre und die heute erneut hochgekochte Diskussion zur Einladung rechter Verlage auf der Buchmesse – ein hochemotionales Thema, das mich bereits früh am Tag erreichte, als das offizielle Statement der Messe über den Presseverteiler bei mir hereinflatterte.

Das Nachmittagsprogramm führte mich, nachdem ich Halle 3.1 erkundet habe, dann zur etwas abgelegenen ARD-Bühne, die im wunderschönen Festsaal ihren Platz gefunden hat. Dort stellte Eva Menasse ihren Roman „Dunkelblum“ vor, der das Leben in der gleichnamigen, fiktiven Gemeinde Generationen nach einem Massaker im Zweiten Weltkrieg thematisiert. Im Gespräch mit Bärbel Schäfer diskutierte die Autorin über Erinnerung, kollektives Schweigen und Zusammengehörigkeit – sehr spannend! Das Buch ist sicherlich auf mehr als einer Wunschliste gelandet.

Bevor es zur letzten Veranstaltung ging, traf ich mich mit alten Bekannten, mit der Lektorin und (in dem Fall vor allem) Autorin Lena Anlauf und dem Illustrator Vitali Konstantinov, die am Stand des Homunculus Verlags ihr gemeinsames Buch „Bartgeschichten“ bestaunten, das ich damals im Crowdfunding unterstützt habe (und endlich mal auf dem Blog besprechen muss). Ich bin schon ganz gespannt, was das nächste Projekt der beiden wird – und wäre natürlich auch wieder mit dabei :).

Zum Abschluss des Tages wurde es international. Dmitry Glukhovsky, Autor der bekannten „Metro“-Reihe, stellte im Gesprächsformat „Die 30-Minuten-WG“ für Stern und Penguin Random House seinen neuesten, postapokalyptisch-dystopischen Roman „Outpost – Der Posten“ vor, der in einem Russland nach einem Bürgerkrieg spielt und zwischen den Zeilen voller Russlandkritik steckt – ein absoluter Höhepunkt zum Tagesende. Neben dem zweiten Teil des Berichts – und den anderen Tagesposts – folgt im Laufe der Woche auch noch ein Post mit Messeimpressionen, in dem ich Euch noch viele weitere Bilder zeige :).