[Buchgedanken] Nele Pollatschek: „Dear Oxbridge: Liebesbrief an England“

In den letzten Tagen habe ich „Dear Oxbridge: Liebesbrief an England“ von Nele Pollatschek gelesen. Das Buch ist 2020 im Verlag Galiani, Berlin, einem Tochterverlag von Kiepenheuer & Witsch, erschienen und enthält eine Sammlung biografischer Anekdoten. Vielen Dank an dieser Stelle auch dem Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Als Nele Pollatschek am 23. Juni 2016 nach Oxford unterwegs ist, wo sie jahrelang studiert hat, ahnt sie nicht, dass sie am nächsten Tag zum Brexit Profiteur wider Willen werden wird. Über Nacht löst sich wegen des Währungszerfalls ihr Studienschuldenberg fast in Luft auf – gleichzeitig aber durchlebt sie den Schock ihres Lebens: Die Briten wollen mit Europäern wie ihr nichts mehr zu tun haben.41NYw3ie1AL._SX312_BO1204203200_

Wenn jemand eine Obsession hat, dann ist es schwer, ihn davon abzubringen. In Nele Pollatscheks Fall heißt die Obsession seit ihrer Jugend Oxbridge. Nichts konnte sie abhalten, dort hinzukommen, wo ihre Helden, die mitunter exzentrischen englischen Geistesriesen, studierten. Irrsinnige Anstrengungen nimmt sie auf sich, um dorthin vorzudringen, erleidet das Hochstaplersyndrom, als es endlich gelingt, lernt das bizarre Verhalten der englischen Eliten kennen, kommt der Abwasserwirtschaft und dem Pillenkonsum der Briten auf die Schliche, verbringt die Nächte zwischen High-Society-Partys und Bibliothek. Gerade denkt sie, sie gehöre dazu – da erfolgt dieser Schlag.

Mit „Dear Oxbridge“ gelingt es Nele Pollatschek, den Leser mit auf eine Reise in die Welt der englischen Eliteuniversitäten zu nehmen, auch wenn der Anlass dafür, ein trauriger ist. Denn erst durch den Brexit als Auslöser, als Katalysator, als traumatischer Einschnitt und Anlass für die Geschichte erzählt die Autorin von ihrem Weg nach Oxbridge – der Kaderschmiede, der auch die wichtigsten Figuren der britischen Geschichte entstammen.

Pointiert, witzig aber auch sehr bildhaft – Nele Pollatscheks Schreibstil vermag von Anfang an zu überzeugen und den Leser zu fesseln, egal ob sie von verstopften Toiletten oder von weltberühmten Partys spricht. Dabei ist es gerade auch das Eingeständnis des eigenen Scheiterns, das das Buch so lesenswert macht und es dem Leser ermöglicht, sich mit der Erzählerin zu identifizieren.

Kulturelle und sprachliche Unterschiede, verschiedene Bildungssysteme und wissenschaftliche Ansätze – Nele Pollatschek vergleicht in ihrem Werk auch die Lebensweisen in Deutschland und Großbritannien, hält dem Leser einen Spiegel vor und beschreibt, dass anders nicht gleich schlecht ist. So ist „Dear Oxbridge“ nicht nur ein Liebesbrief an England, sondern auch ein Einstehen für Toleranz und Vielfalt, ein Plädoyer, dass jeder auf seine eigene Art anders und daher normal ist. Und als Absolvent der Universität Heidelberg freut es mich natürlich, dass es gerade meine Alma Mater war, die der Autorin schlussendlich den Weg nach Oxbridge eröffnet hat.

Auch die Buchgestaltung überzeugt auf ganzer Linie. Satz, Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, insbesondere möchte ich lobend anmerken, dass jede Anekdote auf einer ungeraden Seite beginnt – was heute leider viel zu häufig ignoriert wird. Das Cover ist kräftig in der Farbe und damit ein Eyecatcher, vom Design her insgesamt aber unauffällig.

Mein Fazit? „Dear Oxbridge: Liebesbrief an England“ ist ein humorvolles und pointiertes Porträt eines Landes, dessen Kultur, Menschen und Eigenarten. Dabei überzeugt vor allem Nele Pollatscheks prägnanter Schreibstil. Bedenkenlos zu empfehlen, und leider viel zu aktuell.

[Buchgedanken] Dana von Suffrin: „Otto“

In der letzten Zeit habe ich „Otto“ gelesen, den Debütroman von Dana von Suffrin. Das Buch ist 2019 im Verlag Kiepenheuer & Witsch erschienen und dem Genre Gegenwartsliteratur zuzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares im Rahmen des Bloggerfrühstücks auf der Frankfurter Buchmesse 2019.

313TXgrqFML._SX303_BO1204203200_Für sein Umfeld war Otto, der pensionierte Ingenieur, schon immer eine Heimsuchung. Aber als er aus dem Krankenhaus zurückkehrt, ist alles noch viel schlimmer. Nach wie vor ist er aufbrausend, manipulativ, distanzlos und von wahnwitzigen Einfällen beseelt – aber jetzt ist er auch noch pflegebedürftig. Seinen erwachsenen Töchtern macht er unmissverständlich klar: Ich verlange, dass ihr für mich da seid. Und zwar immer! Für Timna und Babi beginnt ein Jahr voller unerwarteter Herausforderungen, aber auch der Begegnung mit der eigenen Vergangenheit und Familiengeschichte.

„Otto“ ist speziell. Manchmal anrührend, oft komisch, teils bedrückend. „Otto“ ist die um den Vater zentrierte Familiengeschichte, die einzelne Anekdoten aus dem Leben von Otto, Timna und Babi aufgreift, ein Potpourri von Vergangenem und Gegenwärtigen – und ein Ausblick auf die Zukunft. Und „Otto“ ist auch ein geschichtlicher Abriss, eine Darstellung der Geschichte jüdischer Menschen eingebettet in den Mikrokosmos einer einzelnen Familie.

Dabei überzeugt der Roman vor allem durch die brillante Sprache und Erzählstimme. Dana von Suffrin schreibt unglaublich humorvoll, sehr pointiert, präzise – und mit einer gut lesbaren Sprachmelodie. Dabei spiegelt, insbesondere die Figur von Otto, die Sprache der Siebenbürger Sachsen wieder (auch wenn er sich selbst als Siebenbürger Jude bezeichnet). Inwieweit das authentisch gelungen ist, kann ich nicht beurteilen, aber der ganz eigene Stil verleiht dem Buch eine einzigartige Note.

Gleichsam beeindruckend ist das Setting. München, Haifa, Krankenhäuser oder ein Skiurlaub im Wohnwagen. Die Autorin nimmt den Leser mit auf eine Reise durch die Welt und durch die Zeit. Dabei werden die vielen schweren Themen, die das Buch nicht ausspart – und die vom Großen (Nationalsozialismus) bis hin zum Individuell-Kleinen (Krankheit) reichen – immer mal wieder durch sehr humorvolle Anekdoten aufgelockert.

Allerdings fehlt es dadurch auch etwas an der Stringenz, etwas am roten Faden. Und so unglaublich interessant die Reise oftmals auch sein mag, bleibt der Leser teils ratlos zurück, da sich die Geschichte im Kreis zu drehen scheint. Etwas enttäuscht bin ich zudem von dem leicht antiklimatischen Ende.

Die Buchgestaltung überzeugt im Wesentlichen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, der Buchumschlag mit dem Cover ist gelungen, insgesamt aber etwas zu unauffällig. Auch ist irritierend, dass das eine „O“, das eine Auge, über den Übergang zur ausklappbaren Coverinnenseite hinausgeht und dort abgeschlossen wird, während das andere abrupt beendet wird und sich nicht auf den Buchrücken erstreckt.

Mein Fazit: „Otto“ ist ein sprachlich brillanter Roman, der den Leser mit auf eine Reise nimmt, die ihn berührt, zuweilen aber auch ratlos zurücklässt. Dabei punktet das Buch auch durch ein tolles Setting und ganz viel Humor. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – und ein sehr starkes Debüt. Ich hoffe auf mehr!

[FBM2019] Tag 3 – Bloggertreffen hoch 3

20191018_104617Der dritte Messetag stand gestern für mich ganz im Zeichen der Bloggertreffen. Sehr entspannt begann der Tag mit einem Bloggerfrühstück bei Kiepenheuer & Witsch, bei dem die Autorin Dana von Suffrin zusammen mit dem Lektor ihren Debütroman „Otto“ vorstellte. Sehr pointiert und humorvoll machte dies direkt Lust auf mehr, sodass ich mir ein Rezensionsexemplar mitnahm. Direkt im Anschluss ging es weiter zum Stand des Blanvalet Verlags, an dem Manuela Inusa ein Bloggertreffen veranstaltete. Da ich sie ohnehin schon lang nicht mehr gesehen hatte, freute ich mich sehr darauf – und bin jetzt umso mehr auf ihren neuen Roman „Wintervanille“ gespannt, der dort ebenfalls verteilt wurde. Hoffentlich schaffe ich es, ihn bis zum lit.Love Lesefestival im November zu lesen, da ich dort Manuela wiedersehe.

20191018_124139Am Ende des Vormittags besuchte ich noch kurz eine Buchvorstellung der bekannten Autorin Ildiko von Kürthy, die auf der ARD-Bühne ihr neuestes Werk „Es wird Zeit“ präsentierte. Moderiert wurde die Veranstaltung mit Charme und Humor von der wundervollen Bärbel Schäfer.

20191018_134133Zur Mittagszeit stand erneut eine Preisverleihung an. Mit dem Deutschen Selfpublishing Preis 2019 wurde Monika Augustin für „Das Mucksmäuschen“, ein Bilderbuch für Kinder, in der Kategorie „Belletristik & Kinder- und Jugendbuch“ ausgezeichnet, in der Kategorie „Sachbuch & Ratgeber“ gewann Stephan Goldmann mit dem Schottland-Reiseführer „MyHighlands Isle of Skye“.

20191018_143109Danach kam mein Highlight des Tages – mehr, ein Highlight der ganzen Messe. Zusammen mit seiner Tochter stellte die Reporterlegende Rolf Seelmann-Eggebrecht ein Buch über sein Leben vor und berichtete über das britische Königshaus, den Brexit und seine Anfänge als Journalist in Afrika. Eine beeindruckende Person!

Zum Abschluss meines Tages auf dem Messegelände besuchte ich noch drei Veranstaltungen am Stand des Spiegels. Luisa Neubauer und Alexander Repenning stellten ihr Buch „Vom Ende der Klimakrise“ vor, bevor im Anschluss Thomas Gottschalk die Bühne übernahm und über sein Leben plauderte. Den Abschluss machte Denis Scheck, der in seinem Kanon versucht hat, die 100 wichtigsten Werke der Weltliteratur vorzustellen.

Nach der Messe ging es für mich allerdings nicht zurück nach Heidelberg, sondern zu einem letzten Bloggertreffen. Im Ibis Frankfurt Messe City trafen sich Blogger und dreizehn Kleinverlage zu #bookmeetspizza. Insbesondere hat es mich gefreut, Monika Fuchs wiederzutreffen und einige Personen vom Chaospony Verlag kennenzulernen, sowie neue Verlage und deren Programme zu erkunden. Ein gelungener Abend, der mich allerdings erst um 1 Uhr nachts zurückkehren lassen hat.

Heute stehen unter anderem ein Meet & Greet mit Halo Summer und eine Signierstunde von Emily Bold auf dem Plan. Gespannt bin ich auch auf Sara Nuru, die auf dem blauen Sofa Platz nimmt, um ihr erstes Buch vorzustellen.

 

[FBM2019] Tag 2 – Von strahlenden Siegern und neuen Bekanntschaften

Und schon ist der zweite Messetag vorbei – die Ruhe vor dem Sturm. Dabei standen am heutigen Donnerstag Treffen mit Freunden und Kollegen im Fokus. So hat es mich sehr gefreut, endlich mal persönlich die Autorin Erya Veger kennenzulernen, oder auch Manuela Schörghofer wiederzusehen. Spontan hat es zudem noch mit einem Treffen mit Lilly London geklappt :). Und endlich – ja endlich – habe ich auch Julia Adrian wiedergetroffen, und mir direkt zwei Exemplare ihres neuesten Wälzers „Winters zerbrechlicher Fluch“ signieren lassen (ja richtig: zwei Stück – also wachsam bleiben :D).

20191017_101220Nichtsdestotrotz habe ich zumindest auch noch einige Veranstaltungen besucht. Den Anfang am Vormittag machte die Verlagspräsentation von Amazon Publishing. Dort wurden nicht nur die fünf Imprints, sondern auch die Möglichkeiten und Vorteile einer Zusammenarbeit mit Amazon Publishing vorgestellt und angepriesen.

20191017_115608Ebenfalls noch am Vormittag besuchte ich dann die Präsentation von Sascha Lobos neuestem Werk „Realitätsschock“ am Stand der Süddeutschen Zeitung. Mit mahnenden Worten wurde auf die Probleme hingewiesen, vor denen die Gesellschaft im 21. Jahrhundert steht, auch wenn Sascha Lobo selbst zugab, keine Lösungen anbieten zu können.

Am Nachmittag folgte dann das Veranstaltungshighlight des Tages: die Verleihung des Kindle Storyteller Awards sowie des Storyteller X Awards. Den Storytelleraward gewann Jutta Maria Herrmann mit dem Psychothriller „Böse bist du“, über den Storyteller X Award durfte sich Jule Markwald mit dem Titel „Das Regenbogen Märchenbuch“ freuen. Im Anschluss signierten die Autoren fleißig die Bücher, neben den drei Finalisten des Storyteller Awards nahm ich mir vom Storyteller X Award noch „Glatt und Verkehrt, Prosa & Lyrik“ von der Shortlist mit.

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20191017_154709Als letzten Programmpunkt besuchte ich im Anschluss die Buchvorstellung von Jussi Adler-Olsen am Stand des SPIEGEL. Dort stellte der Autor seinen neuesten Roman „Opfer 2117“ vor, der zudem direkt in dieser Woche auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste eingestiegen ist.

Am Freitag erwarten mich neben einigen kleineren Veranstaltungen unter anderem die Bloggertreffen von Kiepenheuer & Witsch und Blanvalet, sowie die Abendveranstaltung #bookmeetspizza. Das wird ein langer Tag!

[LBC2019] Ein Tag im Bücherhimmel

20190518_125201(1)Gestern war es wieder soweit, Blogger, Verlage und Autoren trafen sich zur alljährlichen LitBlog-Convention in den Verlagsräumen der Bastei Lübbe AG. Ich war in diesem Jahr zum dritten Mal in Folge dabei – und wenn die Verlage diese Tradition fortsetzen, sicherlich auch nicht zum letzten Mal :). Vielen Dank an die Bastei Lübbe AG, Kiepenheuer & Witsch, DuMont Kalenderverlag, Diogenes, Droemer Knaur und alle Autoren und Sponsoren für das gelungene Event.

20190518_110906Nach der Begrüßung startete ich mit einem kulturellen Programmpunkt in den Tag. Unter dem Motto „Fauser. Lesen. Jetzt.“ stellte der Diogenes Verlag seine neue Hardcover-Reihe der Romane von Jörg Fauser vor – die ersten drei Teile der Serie erscheinen in der nächsten Woche. Neben einigen wissenswerten Informationen über den Autor gab es vor allem auch Einblicke in die Rezeption seiner Werke – sowohl zur heutigen als auch zur damaligen Zeit.

20190518_120714Nicht minder spannend – aber gänzlich anders – war die zweite Veranstaltung am Vormittag. Für den Verlag One by Bastei Lübbe stellte Kira Licht den ersten Band ihrer „Gold & Schatten“-Dilogie vor, eine Buchreihe, die geschickt mythologische Götter-Elemente verknüpft und in die heutige Zeit transportiert. Ich schleiche schon lange um das Buch herum – da Kira auch noch auf der Loveletter Convention in Berlin sein wird, werde ich mir wohl spätestens dort, oder im Anschluss dann das Buch zulegen. Schließlich habe ich mit One-Autoren, die ich im Rahmen der LitBlog-Convention kennengelernt habe, nur gute Erfahrungen gemacht (Caroline Brinkmann!).

20190518_133602Im Anschluss war bereits Mittagspause. Kleine Snacks, Getränke und Muffins – letztere gesponsort von Bookfest und von der Frankfurter Buchmesse – versüßten die Wartezeit bis zu den nächsten Veranstaltungen. In diesem Jahr gab es auch zum ersten Mal in den Pausen ein Glücksrad – an dem ich prompt eine Tasse von DuMont und einen Hauptgewinn gewann. Ich bin schon ganz gespannt, wann ich von den Verlagen bezüglich des Gewinns kontaktiert werde – und wer weiß, vielleicht ist da ja auch was für eine Verlosung dabei :D.

20190518_141335Nach der Pause ging es zu einem meiner Lieblingsverlage. Für Lyx in der Bastei Lübbe AG plauderte April Dawson mit ihrer Lektorin, erzählte aus ihrem Alltag, ihrem Schreibprozess und ihrer Liebe zu Büchern und Bookstagram. Auch April sehe ich in Berlin zur Loveletter Convention wieder – und da ich mir im Anschluss an die Buchvorstellung direkt ihren Sensationserfolg „Up all Night“ mitnahm und signieren ließ, gelingt es mir vielleicht, diesen bis dahin sogar noch zu lesen.

20190518_150925(1)Meine letzte Veranstaltung (bevor ich einen Slot aussetzte, um das Bundesliga-Finale live mitzuerleben) war eine Buchpräsentation von Diogenes mit der Autorin Katrine Engberg, deren zweiter Kopenhagen-Krimi dort als Hardcover erschienen ist. Neben dem Buch, das allen Besuchern in der Convention-Bag – die dieses Mal überragend gut gefüllt war und neben vier! Büchern noch ein kleines Notizbuch, einen Kalender, Tee, Kekse, Bonbons und Goodies enthielt – überreicht wurde, verteilte der Verlag auch noch den ersten Band als Taschenbuch, sodass ich mir im Anschluss die komplette Krimi-Reihe von der dänischen Autorin signieren lassen konnte.

Nach dem packenden Bundesliga-Finale (Mia san Mia!) stieß ich dann zum obligatorischen Get-Together hinzu. Bei 20190519_1050151.jpgEssen und Getränken konnte man den Tag noch etwas Revue passieren lassen, bevor sich dann nach und nach die Verlagshallen leerten. Eine gelungene Veranstaltung – ein toller Tag. Ich würde mich freuen, wenn ich im nächsten Jahr wieder dabei sein kann. Natürlich möchte ich Euch auch meine „Ausbeute“ des Tages nicht vorenthalten.

In zwei Wochen geht es für mich direkt weiter zur Loveletter Convention, bevor dann leider die Messesaison bis zur Frankfurter Buchmesse aussetzt. Aber noch habe ich ja die LLC – zu der es dann in den nächsten Wochen einige Posts – und ein Gewinnspiel – geben wird. Also immer schön aufpassen :).

[LCB2019] Die Vorfreude steigt

Liebe Grüße aus dem ICE 1014 – ich befinde mich gerade im pünktlichen Zug von Mannheim nach Köln Messe/Deutz. Wie in jedem Frühling zieht es mich auch dieses Mal wieder zur Litblog Convention in die Domstadt. Ein Tag in den heiligen Hallen von Bastei Lübbe, ein Tag voller Programmpunkte von Diogenes, Droemer Knaur, DuMont, Kiepenheuer & Witsch und – eben – der Bastei Lübbe AG. Nachdem ich die letzten Jahre tolle Erlebnisse hatte, zum Beispiel Rebecca Gablé und Anne Reinecke traf, Benne Schröder wiedersah und Caroline Brinkmann mit ihrer dystopischen Dilogie für mich entdeckte, freue ich mich auch in diesem Jahr wieder auf einen bunten Mix an Autoren und Programmpunkten. Zu den Highlights zählen sicherlich die Veranstaltungen von Lyx mit Superstar April Dawson, von One by Bastei Lübbe mit Kira Licht und von Diogenes mit Katrine Engberg.

Bereits zwei Wochen später geht es für mich übrigens in Berlin weiter – dann auf der LLC mit einem fabelhaften Line-Up, u.a. mit Mona Kasten, Bianca Iosivoni, Laura Kneidl, Emily Bold und J. Vellguth! Aber dazu dann mehr zu gegebener Zeit :).

Wen von Euch sehe ich denn auf der LBC oder der LLC? Was für Messen/Conventions stehen bei Euch in nächster Zeit an? Rein damit in die Kommentare – ich melde mich dann morgen oder übermorgen mit einem ausführlichen Bericht zur LBC zurück =). Als kleiner Teaser hier noch drei Bilder von 2017 :).

[Buchgedanken] Vea Kaiser: „Rückwärtswalzer: oder Die Manen der Familie Prischinger“

Da ich mich derzeit in Wien aufhalte, möchte ich Euch heute ein Buch einer österreichischen Autorin vorstellen. In den letzten Tagen habe ich Vea Kaisers dritten Roman: „Rückwärtswalzer: oder Die Manen der Familie Prischinger“ gelesen. Das Buch ist 2019 im Verlag Kiepenheuer & Witsch erschienen und ist eine Mischung aus Familienroman und Road Trip – ein klassischer Roman der Gegenwartsliteratur. Vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars. Buch und Autorin durfte ich auch im Rahmen der Leipziger Buchmesse auf dem Bloggertreffen von Kiepenheuer & Witsch persönlich kennenlernen.

41eFMQJuH6L._SX303_BO1204203200_Als Onkel Willi stirbt, stehen der Drittel-Life-Crisis geplagte Lorenz und seine drei Tanten vor einer Herausforderung. Willi wollte immer in seinem Geburtsland Montenegro begraben werden. Doch da für eine regelkonforme Überführung der Leiche das Geld fehlt, begibt man sich kurzerhand auf eine illegale Fahrt im Panda von Wien Liesing bis zum Balkan. Auf der 1029 Kilometer langen Reise finden die abenteuerlichen Geschichten der Familie Prischinger auf kunstvolle Weise zueinander.
Mirl, die älteste der Schwestern, muss nach dem Krieg schon früh Verantwortung übernehmen und will nur weg aus dem elterlichen Gasthof, weg vom Land. Doch weder die Stadt noch ihre Ehe entwickeln sich so, wie sie es sich erträumte. Wetti interessiert sich bereits als Kind mehr für Tiere als für Menschen. Als Putzfrau im Naturhistorischen Museum kennt sie die Präparate der Sammlungen bald besser als jeder Kurator, und als alleinerziehende Mutter einer dunkelhäutigen Tochter schockiert sie die Wiener Gesellschaft. Und Hedi, die Jüngste im Bunde, lernt Willi zu einem Zeitpunkt in ihrem Leben kennen, an dem sie mit selbigem fast schon abgeschlossen hat. Denn die drei Schwestern haben in jungen Jahren einen schweren Verlust erlitten. Und sie alle geben sich die Schuld daran.

„Rückwärtswalzer: oder Die Manen der Familie Prischinger“ ist ein kurioser, witziger, skuriller, dramatischer und emotionaler Familienroman. Die Geschichte um Hedi, Wetti und Mirl, Lorenz und Sepp, Gottfried und Willi, die Kinder der Schwestern, Herr Ferdinand, Nenerl, Ana und Vlad, Fanny und ihren Vater spielt auf mehreren Ebenen. Es ist eine Reise, nicht nur durch verschiedene Länder, sondern auch durch die Gesellschaft – und die Zeit. So spielt die Handlung in zwei verschiedenen Zeitebenen – es wechseln sich Kapitel aus der Gegenwart mit Erzählungen aus der Vergangenheit ab. Und auch wenn sich die Geschichte erst nach und nach entfaltet, die Hintergründe der Charaktere erst Stück für Stück enthüllt werden, bin ich mir immer noch nicht sicher, ob nicht eine chronologische Erzählung sinnvoller gewesen wäre, da die Wechsel sehr drastisch, sehr fordernd sind und viel vom Leser verlangen.

Nichtsdestotrotz ist das Buch ein wahres Kleinod, das mit seiner Situationskomik und genial angelegten, plastisch und vielschichtig ausgearbeiteten Charakteren punkten kann. Die Figuren entwickeln sich auch im Laufe der Handlung weiter (nicht nur über die historischen Rückblicke, sondern auch im Verlauf der kurzen Episode in der Gegenwart). Dabei nimmt der Roman auch auf die römische Mythologie Bezug und baut diese geschickt als Motivation der Handelnden mit in die Geschichte ein.

20190328_183517Der Schreibstil der Autorin ist authentisch und passt sich erfrischend den Figuren an. Er ist nicht glattpoliert, sondern strotzt vor österreichischen Floskeln und – gerade in den historischen Kapiteln – zeitgeschichtlichem Vokabular. Dabei sind es gerade die Unterschiede in den Charakteren, das gegenseitige Unverständnis und unvereinbare Weltbilder, die zu der vielgelobten Situationskomik führen, die das Lesen des Buches zu einem wahren Erlebnis macht.

Der Buchsatz ist gelungen, Lektorat und Korrektorat überzeugen ebenfalls auf ganzer Linie. Das Cover ist ausdrucksstark und glänzt mit kleinen Details wie einem Bären, die sich erst nach dem Lesen des Buches erschließen.

Mein Fazit? „Rückwärtswalzer: oder die Manen der Familie Prischinger“ ist ein Road Trip der Extraklasse, ein Familenroman, der vor allem durch seine exzellenten Charaktere punkten kann. Auch wenn die anachronistische Erzählweise vom Leser viel Aufmerksamkeit fordert, sorgen die komischen und humorvollen Elemente für ein großes Lesevergnügen. Für Leser abseits der Genreliteratur, für Liebhaber von zeitgenössischen Romanen und Familiensagas bedenkenlos zu empfehlen.

Buchpost gegen den Nachmesseblues

Gestern erreichte mich die erste Buchpost nach der Leipziger Buchmesse. Vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag Kiepenheuer & Witsch für die schnelle und unkomplizierte Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

20190328_183517Am Messefreitag lernte ich auf dem Bloggertreffen des Verlages die Autorin Vea Kaiser mit ihrem neuesten Roman „Rückwärtswalzer: oder die Manen der Familie Prischinger“ kennen. Mit viel Charme, Witz, tollen Snacks und interessanten Anekdoten gelang es der Autorin sofort, Interesse für ihr neuestes Werk zu wecken. Daher freute es mich umso mehr, als feststand, dass dieses vom Verlag für die interessierten Blogger bereit gestellt werden würde. Ich kann es nun kaum erwarten, das Buch zu lesen – und werde es Euch dann sicherlich in wenigen Wochen hier auch noch einmal genauer vorstellen.

Ein zentrales Element des Romanes ist die Reise. Nicht nur die Reise von Wien nach Montenegro, sondern auch eine Reise durch verschiedene Zeitebenen, durch die Familiengeschichte – und auch durch die Gesellschaft. Was wäre dort also passender gewesen, als selbst eine Reise zu unternehmen, um das obligatorische Buchfoto zu schießen? Daher gibt es heute mal Bilder aus der Stadt, aus einem Park im Herzen von Heidelberg.

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[LBM2019] Tag 2 – Die Ruhe vor dem Sturm

Kaum vorstellbar – aber die halbe Messe liegt bereits hinter mir. Zeit, um den gestrigen Tag noch einmal Revue passieren zu lassen. Obwohl ich einige Termine hatte, war auch dieser Tag eher ruhig, eher beschaulich, bevor heute sicherlich die 20190322_193227Menschenmassen über Leipzig hereinbrechen. Meine erste Veranstaltung des Tages: eine Signierstunde beim Drachenmond Verlag – mir fehlte noch Nina MacKays „Mettigel“-Signatur in ihrem neuesten Märchenwald-Band, den ich auch nach der Messe hier vorstellen werde. Ich nutzte die Gelegenheit, um mir auch noch das Thrillerphänomen „Was geschah mit Femke Star“ von Kerstin Ruhkieck signieren zu lassen. Doch halt – da sind zwei Bücher auf dem Bild? :D. Richtig beobachtet – eines für mich, und … eines für Euch! Kerstin war so nett und signierte mir noch ein weiteres Exemplar, das ich im Anschluss der Messe mit einigen Goodies für Euch verlosen werde.

20190322_121558Im Anschluss ging es zum ersten Bloggertreffen des Tages. Der Verlag Kiepenheuer & Witsch stellte die Bestsellerautorin und prämierte Autorin Vea Kaiser mit ihrem neuesten Werk „Rückwärtswalzer: oder die Manen der Familie Prischinger“ vor. Da die österreichische Autorin zudem acht Kilogramm selbstgebackene Kekse und österreichischen Weißwein mitbrachte, eine wirklich gelungene Veranstaltung mit viel Witz, Charme – und einem sehr interessant klingenden Buch, das ich unbedingt noch beim Verlag anfordern muss.

20190322_152130Nach einer längeren Pause stand dann das nächste Bloggerevvent auf dem Plan. Die Verlage Carlsen (Impress und Dark Diamonds), Forever by Ullstein und Piper Digital stellten in einer Verlagspreview ausgewählten Bloggern die Novitäten ihrer Programme vor – und da kommt einiges in den nächsten Monaten auf die Leser zu. Natürlich gab es auch eine obligatorische Goodiebag mit einem Taschenbuch von Carlsen Impress und einigen Goodies (von denen sicher das ein oder andere auch den Weg in die Verlosung für Euch findet).

20190322_163250Zum Abschluss des Tages ein Termin in eigener Sache. Der Eridanus Verlag feierte mit den Autoren, mit Lesern und Gästen das Erscheinen der Anthologie „Alien Eroticon“, zu der ich die Geschichte „Die Rache der Sis“ beigesteuert habe. Es war toll, viele bekannte Kollegen wiederzutreffen, aber auch neue Leute kennenzulernen. Insgesamt waren sogar sieben der beteiligten Autoren am Stand: Alvar Borgan, Nele Sickel, Carolin Lüders, Nob Sheperd, Anna Mai, Nadine Muriel und ich. Ein feuchtfröhlicher Nachmittag, ein gelungener Abschluss des Tages.

Heute wird es spannend. Ich hoffe, ich bekomme mein Tagesprogramm durch. Denn es ist *hyperventilier* Superstar-Tag. Muss ich mehr sagen als: CHRISTOPHER PAOLINI?

Ran an den SuB mit Ava 2018 – November

Und schon wieder hat ein neuer Monat begonnen. Durch die Messe ist der Oktober förmlich an mir vorbeigeflogen, sodass ich wieder etwas weiter ins Hintertreffen geraten bin. Die komplette Challenge-Übersicht von mir kann *hier* eingesehen werden.

Im November hat uns Ava vor ein relativ schwieriges Thema gestellt. Märchen, Legenden, Prophezeiungen – es sind Bücher gesucht, die sich mit diesen Themen beschäftigen. Zudem sind Klassiker erlaubt.

Nachdem ich meinen SuB durchforstet habe, Ideen gesammelt, und wieder verworfen habe, sind schlussendlich die drei folgenden Bücher übrig geblieben, mit denen ich in die Challenge gehe.

  • Halo Summer: „Froschröschen“ (Märchenadaption)
  • J. Vellguth: „Zauberhaftes Aschenputtel“ (Märchenadaption)
  • Gabriel Garcia Marquez: „Hundert Jahre Einsamkeit“ (Klassiker)

Insbesondere auf Halos Buch bin ich sehr gespannt, nachdem mir ihr letztes Märchen „Aschenkindel“ so gut gefallen hat, dass es sogar in die Jahreshighlights gerutscht ist. Vielleicht erwartet „Froschröschen“ ja ein ähnliches Schicksal?

Zum Abschluss hier noch – wie üblich – die Cover 🙂