Auch heute habe ich noch einmal zwei Neuzugänge für Euch, die mich vor kurzem als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de erreichten – vielen Dank dafür. „Zwischen Herz und Pixel“ von Emmi Lewag (Kampenwand Verlag) handelt dabei davon, ob man sich in eine KI verlieben kann, während sich „Achtsam Jammern“ von Heike Abidi und Daniela Nagel (Goldegg Verlag) darum dreht, wie man – wie der Titel schon sagt – achtsam jammert ;). So oder so – egal ob Roman oder Sachbuch – sind hier in beiden Büchern sicherlich widerstreitende Gefühle vorprogrammiert. Ich bin daher schon sehr gespannt!
Vor kurzem habe ich auch „Affenliebe“ von Nataša Dragnić gelesen. Das Buch ist 2025 im Selfpublishing über tredition im Label MORE books veröffentlicht worden und der Gegenwartsliteratur zuzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an die Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.
Als Maximilian Kaiser, ein 64-jähriger Berliner Literaturprofessor, eines Tages Post von einer Monika Wimmer erhält, beginnt eine obsessive, phantasiegeladene E-Mail-Korrespondenz. Ihr erstes Treffen ist stürmisch, verstörend und voller unausgesprochener Sehnsüchte und verwirrender Gespräche. Doch so leidenschaftlich alles beginnt, so abrupt und unerklärlich endet es. Auf der Suche nach Antworten reist Maximilian samt seiner katzentötenden Neugierde in die eigene Vergangenheit und begibt sich auf Spurensuche: zu seinem Vater, zu seiner Kindheit, zu den Geheimnissen seiner Mutter – und zu Monika nach Bremen, wo alles begonnen hat. Um eine Wahrheit zu entdecken, die er nie erwartet hätte.
„Affenliebe“ ist mein erster Roman von Nataša Dragnić – und mit Sicherheit das speziellste Buch, das ich bislang in diesem Jahr gelesen habe. Dabei lässt sich der Roman bereits nicht so einfach kategorisieren, wird er doch als literarischer Liebesroman beworben – und teils skurril auf Verkaufsplattformen eingruppiert. Ich habe das Buch jedoch – obwohl die Liebe ein zentrales Thema ist – der Gegenwartsliteratur zugerechnet, da mir persönlich viele Eigenschaften klassischer Liebesromane fehlen.
Die Handlung dreht sich nämlich zwar – wie bereits festgestellt – durchaus um Liebe, um Verlangen, zugleich aber auch um Obsession, Selbstaufgabe und Wahn. Denn der Professor steigert sich eskapistisch in einen Fiebertraum, der zuweilen Realität und Fiktion durchmischt und immer und immer wieder auf das übergeordnete Thema „Affe“ zurückgeht, das sich durch Generationen der Familie des Professors zieht, für die Leser:innen aber nicht immer greifbar und teils verwirrend bleibt. Dennoch kann vor allem das Ende mit einem positiven Ausblick glänzen.
Auch das Setting überzeugt größtenteils. Zwar sind Berlin und Bremen als Handlungsorte (und die Wege dazwischen) mehr oder weniger austauschbar, jedoch schafft die Autorin mit der Komparatistikprofessur des Protagonisten eine faszinierende Grundlage, um immer wieder Stendhal-Zitate in den Roman einzubringen und Vergleiche zu anderen großartigen Autor:innen zu ziehen (die Porträts an den Bürowänden lassen grüßen). Gleichsam wird durch den Mail-Wechsel hier innovativ über einen längeren Zeitraum ein virtuelles Kennenlernen dargestellt – als absolutes Neuland für den analog lebenden Professor.
Aufgrund der geringen Anzahl an handelnden Charakteren – eigentlich tritt fast nur der Professor wirklich regelmäßig auf -, lässt sich sehr wenig zu den Figuren im Roman sagen. Die marginal eingestreuten Nebencharaktere wie Hamdi und Fiona können zwar überzeugen, sind aber jeweils nur Stütze für den Professor, der sich in Gegenwart und Vergangenheit verliert und irgendwie nicht so richtig greifbar für die Leser:innen verbleibt – vermutlich sind oftmals die Lebenswelten einfach zu verschieden. Nataša Dragnićs Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anspringen.
Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, die den Lesefluss nicht erheblich schmälern, der Buchsatz ist ordentlich und verdient ein Lob für den Start der Kapitel auf ungeraden Buchseiten, hätte aber auch die Mail-Verläufe innovativer setzen können. Das Cover und die Coverrückseite werden zum Buchrücken hin stark unterbrochen, sind durchaus aber ansehnlich und ungewöhnlich, wenn auch kein klassischer Eyecatcher aufgrund der eher eintönigen Farbgebung.
Mein Fazit? „Affenliebe“ ist ein durchaus ungewöhnliches Buch, das vor allem durch seine innovative Idee und deren Umsetzung punktet, aber auch kleinere Schwächen hat. Für Leser:innen von Romanen der Gegenwartsliteratur bedenkenlos zu empfehlen.
In der letzten Zeit habe ich auch „Weil es nicht anders sein kann“ von Joanna Glen gelesen. Das Buch ist 2025 im Arche Literatur Verlag, einem Imprint der Atrium Verlag AG erschienen, die Originalausgabe wurde 2024 unter dem Titel „Maybe, Perhaps, Possibly“ bei Borough Press veröffentlicht. Der Roman ist als Gegenwartsliteratur einzuordnen, für die Übersetzung zeichnet Eva Kemper verantwortlich. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.
Sol und Addie fühlen sich in der Natur wohler als unter Menschen. Doch als die beiden sich auf der windgepeitschten Insel Rokesby vor der Küste Englands zum ersten Mal begegnen, scheint mitten im Sturm alles stillzustehen. Sofort spüren sie, dass sie füreinander geschaffen sind, und wagen eine zaghafte Annäherung. Doch sie haben nicht mit der Wucht gerechnet, mit der die Vergangenheit über sie hereinbricht, und müssen hart dafür kämpfen, zusammen sein zu können – nicht nur gegen äußere Umstände, sondern manchmal auch gegen sich selbst. Woran sie sich festhalten, ist der Pakt, den sie schließen: Sie wollen wie zwei Papageientaucher sein. Denn auch wenn die Vögel einen großen Teil des Jahres getrennt von ihrem Partner leben, bleiben sie einander treu und finden doch immer wieder zueinander.
„Weil es nicht anders sein kann“ ist mein erster Roman von Joanna Glen, von Eva Kemper übersetzte Titel habe ich aber schon öfters gelesen. Das Buch ist dabei relativ deutlich als Gegenwartsliteratur einzuordnen, auch wenn natürlich (wie auch auf Verkaufsplattformen durchaus vorgenommen) eine Einordnung als Liebesroman denkbar erscheint. Dennoch ist aus meiner Sicht die Liebesgeschichte zwar Zentrum der Handlung, aber sie geht deutlich darüber hinaus, ist das Buch doch auch ein Entwicklungsroman für beide Protagonist:innen, in gewissem Sinne sogar Coming of Age.
Die Handlung wird aus zwei personalen Erzählperspektiven der Protagonist:innen erzählt – und ist durch die teilweise Gleichzeitigkeit der Ereignisse dabei gelegentlich etwas entschleunigt. Insgesamt ist sie sehr poetisch, sehr zart, sehr ereignislos, was aber nicht wirklich stört, sind die Protagonist:innen hier doch vielmehr durch innere Stolpersteine am Fortkommen gehindert, als dass ihnen das Leben Steine in den Weg legt. Lediglich das Ende vermag hierbei nicht in Gänze zu überzeugen.
Das Setting ist traumhaft. So entführt die Autorin ihre Leser:innen nicht nur nach Rokesby und Ora, sondern auch nach Mallorca, nach Tromso, in die Broads und nach Fair Isle. Dabei erkundet man mit den Figuren zusammen die Orte, spürt der Natur nach, lernt Tier- und Pflanzenwelt kennen und erlebt die Verbundenheit mit den Schauplätzen. Joanna Glen mischt in die zarte Liebesgeschichte – zwischen den Protagonist:innen untereinander und mit der Natur – auch Themen wie Glauben, Mobbing, Sozialphobie und Unsicherheiten mit ein und erzeugt so ein tolles, spannendes Gesamtkonstrukt.
Die einzelnen Figuren sind dabei im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Dabei überzeugen neben Addie, die als Hauptcharaker brilliert, auch (wichtige) Nebencharaktere wie Tiffany, Barry und Barbara, während Sol nicht immer nachvollziehbar handelt, und ich zu ihm auch kaum eine Bindung aufbauen konnte, ganz im Gegensatz zu Addie. Joanna Glens Schreibstil lässt sich zudem leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.
Die Buchgestaltung ist ebenfalls solide. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, das Hardcover ist eher schmucklos und ohne jedwede Sonderausstattung. Das Covermotiv setzt sich jedoch nahtlos auf Buchrücken und Coverrückseite fort und erzeugt so ein tolles und einheitliches Gesamtbild, das auch farblich überzeugt, aber gleichzeitig auch etwas austauschbar verbleibt und stärkere Bezüge zur Handlung vermissen lässt.
Mein Fazit? „Weil es nicht anders sein kann“ ist ein unglaublich poetischer Roman, der mit einem tollen Setting und einer brillanten Protagonistin punktet, gleichzeitig aber auch leichtere Schwächen hat. Für Leser:innen des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen.
In den letzten Tagen habe ich auch „Zeit der Pfingstrosen“ von Claudia Romes gelesen. Das Buch ist 2025 als Aufbau Taschenbuch in der Aufbau Verlage GmbH & Co. KG erschienen und als Familiensaga einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.
Nach einer unglücklichen Ehe wagt Katy einen Neuanfang in der Blumenstadt Aberdeen. Sie betreut den demenzkranken Jeff, den es immer wieder in den kleinen Blumenladen am Meer zieht. Zusammen mit seinem Neffen Aiden hilft ihm Katy hier, inmitten der Blüten, seinen Erinnerungen nachzuspüren. Dabei stoßen sie nicht nur auf eine tragische Liebesgeschichte, sondern entdecken auch ihre Gefühle füreinander. Gibt es eine Chance für diese unerwartete Liebe, und kann sich Jeff mit seiner Vergangenheit aussöhnen, bevor es zu spät ist?
„Zeit der Pfingstrosen“ ist nach „Beethovens Geliebte„ mein zweiter Roman von Claudia Romes. Dabei lässt sich der Roman gar nicht so einfach einem Genre zuordnen. Während der Untertitel „Eine Liebe in Schottland“ einen Liebesroman suggeriert und auch der Klappentext durchaus den Fokus darauf legt, kann man das Buch auch gut als Familiensaga eingruppieren, wird doch auch die Geschichte einer Familie über einen Zeitraum von knapp 80 Jahren beleuchtet. Da diese Kategorisierung auch unter anderem auf Verkaufsportalen übernommen worden ist, habe ich mich schlussendlich ebenfalls dazu entschieden – auch die Einordnung als Schicksalsroman wäre darüber hinaus jedoch denkbar gewesen.
Die Handlung ist dabei durchaus abwechslungsreich, hat aber auch vereinzelt Längen. Erzählt wird sie in zwei Zeitebenen, einer mehr oder weniger gegenwärtigen 2016/2017 und einer vergangenen, die die Jahre von 1939 bis 1969 abdeckt. Aufgrund der kleineren Längen erscheint das Ende als krasser Gegenpart dazu etwas überhastet – und kann auch nicht vollends überzeugen, hätte man aus meiner Sicht doch gut auf den Epilog verzichten können. Alles in allem vermag die Handlung aber dennoch gut zu unterhalten und kann trotz der schweren Themen eine Wohlfühlatmosphäre schaffen.
Das Setting kann hingegen auf ganzer Linie glänzen. So entführt die Autorin ihre Leser:innen nicht nur nach Aberdeen an die raue schottische Küste, sondern auch mitten hinein in die Gräuel des Zweiten Weltkrieges beim Stellungskampf in Frankreich und – immer und immer wieder – ans und aufs Meer. Zudem verwebt Claudia Romes wichtige Themen wie Demenz, häusliche Pflege, Peer Pressure und toxische Beziehungen mit der gegenwärtigen Lovestory und sorgt so für ein hochaktuelles und interessantes Gesamtpaket – insbesondere im gegenwärtigen Handlungsstrang.
Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. So überzeugen insbesondere wichtige Nebencharaktere wie Brad, Mabel und Penny, während Katy teils nicht nachvollziehbar handelt und Aiden etwas zu perfekt geraten ist – die ein oder andere dunkle Seite hätte ihn noch glaubhafter und greifbarer gemacht. Claudia Romes‘ Schreibstil lässt sich zudem leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.
Die Buchgestaltung ist gelungen. Lektorat und Korrektorat haben ordentlich gearbeitet, der Buchsatz ist schön anzusehen. Der Umschlag ist auf Cover, Coverrückseite und Buchrücken hochwertig geprägt und fühlt sich dadurch haptisch toll an. Das Covermotiv setzt sich auf Buchrücken und Coverrückseite nahtlos fort, sodass ein einheitliches Gesamtbild entsteht, auch wenn es sicherlich kreativere Lösungen gegeben hätte, als das Covermotiv auf der Coverrückseite einfach spiegelverkehrt abzubilden. Insgesamt ist das Covermotiv dabei durchaus ansehnlich und genretypisch, aber auch etwas beliebig und austauschbar.
Mein Fazit? „Zeit der Pfingstrosen“ ist eine Familiensaga, die vor allem mit ihrem tollen Setting punktet und atmosphärisch starke Lesestunden bietet, dabei aber auch kleinere Längen aufweist. Für Leser:innen des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von etwa 14 Jahren.
In der letzten Zeit habe ich auch „Noch immer Zeit zu lieben“ von Heike Abidi gelesen. Das Buch ist 2025 im Penguin Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH veröffentlicht worden und als Liebesroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.
Isabel, Ende 40, hat die letzten Jahre ihre Mutter gepflegt und steht nun nach deren Tod vor einem Neuanfang. Sie will endlich wieder als Fotografin voll durchstarten. Ihr erster großer Auftrag führt sie ausgerechnet nach Stockholm – dabei hatte sie sich geschworen, nie wieder schwedischen Boden zu betreten. Der Verlust ihres Verlobten Oscar, der vor 25 Jahren bei einer dummen Wette ertrank, schmerzt noch zu sehr. Doch das lukrative Projekt in einem schicken Stockholmer Hotel kann sie nicht ablehnen. Die malerische Gamla Stan und die sommerliche Idylle der Schären verzaubern sie sofort wieder. Dass sie sich dort ausgerechnet in Hotelchef Lennart verliebt, war so nicht geplant. Isabels Gefühle für ihn sind stärker als ihr Widerstand. Doch dann erfährt sie etwas über ihn, was alles ändert und ihr neues Glück aufs Spiel stellt …
„Noch immer Zeit zu lieben“ ist nach „Hör auf dein Herz, auch wenn es stolpert“ und „Liebe M. – Du bringst mein Herz zum Überlaufen“ mein dritter Roman von Heike Abidi, von der ich auch schon mehrere, gemeinsam mit Ursi Breidenbach verfasste Sachbücher gelesen habe. Dabei lässt sich das Buch relativ leicht einem Genre zuordnen. Während es als Sommerroman beworben und auf Verkaufsportalen teils als Gegenwartsliteratur eingruppiert wird, handelt es sich bei dem Buch doch klar um einen sehr klassischen (Feel-Good-) Liebesroman.
Denn die Handlung, die aus der Ich-Perspektive von Isabel erzählt wird, stellt die Lovestory zwischen ihr und dem männlichen Love Interest Lennart sehr stark in den Fokus, der Rest der Handlung unterstützt dabei lediglich. Dennoch bleibt die Handlung durchaus abwechslungsreich, wenn auch in Teilen naturgemäß vorhersehbar – aber das bringt das Genre in der Regel ja mit sich. Auch kann mich das Ende leider nicht vollends überzeugen, wenn es auch erfrischend offen gehalten ist und Platz für die Fantasie der Leser:innen lässt.
Das Setting ist natürlich traumhaft. So entführt die Autorin ihre Leser:innen nicht nur in meinen Wohnort Heidelberg, sondern auch ins gleichsam malerische Stockholm und an andere, landschaftlich wunderschöne Ecken Schwedens. Und was wünscht man sich zudem mehr, als ein traumhaftes Luxushotel als Kulisse? Dabei mischt Heike Abidi mühelos gesellschaftlich relevante Themen wie Nachhaltigkeit und familiengeführte Unternehmen mit ein, die auch von schweren Themen wie Trauer, Demenz und Schuld begleitet werden, die aber alle eher oberflächlich verbleiben und nie wirklich von der Lovestory ablenken, sodass die Feel-Good-Atmosphäre erhalten bleibt.
Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Dabei brillieren insbesondere wichtige Nebencharaktere wie Emilia und Olivia, während gerade Isabel und Lennart teils nicht nachvollziehbar handeln. Heike Abidis Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.
Die Buchgestaltung ist gelungen. Lektorat und Korrektorat haben ordentlich gearbeitet, der Buchsatz ist sauber und versucht zumindest, Briefe und Chatnachrichten vom regulären Text abzusetzen, hier hätte man aber vielleicht noch etwas mutiger sein können. Das Covermotiv setzt sich nahtlos auf Buchrücken und Coverrückseite fort, sodass ein tolles, einheitliches Gesamtbild entsteht, ist durchaus auch schön anzusehen und genretypisch, aber kein klassischer Eyecatcher.
Mein Fazit? „Noch immer Zeit zu lieben“ ist ein Liebesroman mit wunderbarem Setting und Feel-Good-Garantie, der vor allem in den ersten zwei Dritteln viel Spaß macht. Für Leser:innen des Genres daher bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von etwa 13 Jahren.
In den letzten Tagen habe ich auch „Heute alles und morgen vielleicht“ von Suza Summer gelesen. Das Buch ist 2025 im Kampenwand Verlag erschienen und als Schicksalsroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.
„Das Leben ist zu kurz für irgendwann“ ist das Motto der extrovertierten Camille. Bezaubernd aussehend und erfolgreich, genießt sie ihr Dasein in der Upperclass. Das einzige männliche Wesen, dem sie treu ergeben ist, heißt Charles und ist eine französische Bulldogge. Das Schicksal findet immer seinen Weg und so ahnt die selbstbewusste Immobilienmaklerin nicht, dass ihre Tage gezählt sind. Niemand kennt die Geheimnisse ihrer Patienten so gut, wie die bescheidene Krankenschwester Sanna. Doch während die junge Frau ihre Kranken einfühlsam begleitet, steckt sie selbst in einer Lebenskrise. Beide Schicksale verknüpfen sich, als Sanna das lukrative Angebot erhält, die sterbenskranke Camille und deren Mann Aiden, in ein Chalet, in den Schweizer Alpen zu begleiten. Dass Sanna auf einmal zarte Gefühle für Aiden hegt, versucht sie zu ignorieren. Doch unvermutet pocht auch sein Herz schneller, wenn er in ihre Nähe kommt.
„Heute alles und morgen vielleicht“ ist mein erster Roman der Autorin. Dabei lässt sich das Buch gar nicht so einfach einem Genre zuordnen. Denn obwohl als Liebesgeschichte beworben, als Liebesroman teils auf Verkaufsplattformen eingruppiert, sind hier die vielen Liebesgeschichten doch eher Randwerk der Handlung, geht es doch zentral darum, wie alle Personen mit dem handlungstreibenden Schicksalsschlag umgehen. Daher würde ich das Buch sehr klassisch als Schicksalsroman einordnen.
Die Handlung wird aus der Ich-Perspektive von Sanna erzählt, unterstützt von einer personalen Erzählperspektive von Camille. Dabei ist die Handlung durchaus abwechslungsreich und wartet mit interessanten Wendungen auf, wenn sie natürlich teils auch vorhersehbar ist – das haben Schicksalsromane ohnehin meistens an sich. Hierbei baut die Autorin in den doch sehr kurzen Roman fast zu viele Themen noch mit ein, diskutieren wir doch neben Liebe, Freundschaft und Tod auch über Mobbing, toxisches Kolleg:innenverhalten, falsche Selbstdarstellungen in Social Media, zerrüttete Familien und Adoptionen – um nur einige der Themen zu nennen.
Das Setting hingegen ist traumhaft – aber wie sollte es bei einem abgeschiedenen Chalet in den Schweizer Alpen auch anders sein? So entführt die Autorin ihre Leser:innen nicht nur nach Aachen, sondern auch nach Albinen, ein verschlafenes Örtchen im Kanton Wallis mit lokalem Bergsteigerladen, Chor und – natürlich – breitem Dialekt für ein gewisses Lokalkolorit. Gern hätte man hier noch etwas mehr in die Tiefe gehen, noch etwas mehr den individuellen Charakter des Ortes herausstellen können.
Die Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen insbesondere wichtige Nebencharaktere wie Frida, Kaja und Alex, während Sanna teils nicht nachvollziehbar handelt und übergriffig wird. Gern hätte ich auch gesehen, dass sie sich gegen ihre Kündigung gewehrt hätte. Suza Summers Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.
Die Buchgestaltung ist noch ordentlich. Lektorat und Korrektorat sind durchaus einige Dinge durchgerutscht, der Buchsatz hat ebenfalls irritierende Aspekte. Das Covermotiv setzt sich hingegen nahtlos auf Coverrückseite und Buchrücken fort und sorgt so für ein tolles Gesamtbild, ist auch generell gut anzusehen, wenn auch kein klassischer Eyecatcher. Auch irritiert der aufgedruckte „Sticker“, und die Coverrückseite ist leicht überfrachtet.
Mein Fazit? „Heute alles und morgen vielleicht“ ist ein durchaus ergreifender Schicksalsroman mit nur kleineren Schwächen. Für Leser:innen des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von etwa 14 Jahren.
In den letzten Tagen habe ich auch „Marmeladensommer“ von Persephone Haasis gelesen. Das Buch ist 2025 im Penguin Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH veröffentlicht worden und als Liebesroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.
Glitzernd liegt der Bodensee vor ihr. Nur mit einem alten Foto von einem Obsthof ist Emmi, die in Frankfurt ein Catering-Unternehmen führt, hierhergekommen, um ihren Vater zu finden. Sie nimmt ein Zimmer in einer kleinen Pension am See, die einem netten älteren Ehepaar gehört. Auch wenn deren Sohn Oliver, der im Ort eine Segelschule betreibt, anfangs wenig angetan ist von der wasserscheuen Großstädterin, hilft er Emmi bei ihrer Suche. Tatsächlich finden sie ihren Vater, dessen idyllischer Bio-Obsthof leider wirtschaftlich vor dem Aus steht. Emmi will unbedingt helfen und beginnt aus dem Obst nach ihren Rezepten Marmeladen zu kochen. Besonders dem smarten Hotelbesitzer Tim gefallen die Marmeladen – und die hübsche Marmeladenköchin. Und so steht Emmi nun nicht nur mit jeder Menge Obst in der kleinen Küche der Pension, sondern auch zwischen zwei Männern …
„Marmeladensommer“ ist mein erster Werk der Autorin Persephone Haasis unter diesem Namen, nachdem ich sie bereits als Teil des Autorinnenquartetts Hannah Conrad kennenlernen durfte. Der Roman wird dabei als Wohlfühlroman beworben, auf Verkaufsportalen unter anderem als Gegenwartsliteratur gelistet. Meines Erachtens ist das Buch aber klar als Liebesroman zu kategorisieren, durchaus auch als Feel-Good-Liebesroman, wenn man den Wohlfühlfaktor wirklich in den Vordergrund stellen möchte.
Denn die Handlung ist sommerlich, was das Buch durchweg zur perfekten Urlaubslektüre macht. Persephone Haasis mischt familiäre Probleme (auf allen Seiten) mit einer spritzigen Liebesgeschichte und tollen Rezepten zu einer zu jeder Zeit prickelnden Mischung, die das Happy-End nie in Zweifel geraten lässt. Leicht enttäuscht bin ich lediglich von dem stark angeteaserten, aber viel zu flach gehaltenem Love Triangle – hier stand der Auserwählte doch schon direkt zu Beginn fest, wird die Geschichte doch aus zwei personalen Erzählperspektiven erzählt, sieht man mal vom Prolog und Epilog ab, die eine dritte Perspektive bekommen – auf die man auch gut hätte verzichten können.
Das Setting ist natürlich malerisch. So entführt die Autorin die Leser:innen an den Bodensee – und nimmt quasi alles mit, was die Region so zu bieten hat, von malerischen Pensionen, Luxushotels, Segeltörns und biodynamischen Bauernhöfen. Zusammen mit den Marmeladen, die in die Handlung eingeflochten sind, manchmal aber etwas zu früh leicht spoilern, wird hier eine perfekte Stimmung erzeugt, um sich wegzuträumen – ich wäre jetzt ebenfalls gern am Bodensee, vermutlich aber lieber in Tims Hotel als in Kathrins Pension.
Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. So können insbesondere Benno, Leika und Lea als wichtige Nebencharaktere glänzen, während vor allem Emmi oftmals nicht nachvollziehbar handelt. Persephone Haasis Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.
Die Buchgestaltung ist ordentlich. Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, der Buchsatz ist solide. Das Covermotiv setzt sich nahtlos über Buchrücken und Coverrückseite fort, sodass ein einheitliches Gesamtbild entsteht, das die Stimmung des Romans gut auffängt, etwas mehr Anklang aber zur Handlung hätte haben können.
Mein Fazit? „Marmeladensommer“ ist ein perfekter Urlaubsbegleiter, ein Feel-Good-Liebesroman mit tollem Setting, interessanten Rezepten und nur kleineren Schwächen in der Handlung. Für Leser:innen des Genres daher bedenkenlos zu empfehlen, ab einem Lesealter von 14 Jahren.
Und auch diese beiden Bücher erreichten mich vor kurzem als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür. „Noch immer Zeit zu lieben“ ist dabei der neue Liebesroman von Heike Abidi aus dem Penguin Verlag, der die Leser:innen nach Stockholm entführt, während „Astro-Tims Sternstunden“ von Tim Julian Ruster (Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG) eine Reise in die unendlichen Welten des Weltalls unternimmt. Große Gefühle vs. unendliche Weiten – ich bin schon gespannt, was mich mehr begeistert.
Wie stellt Ihr Euch die Zukunft der Raumfahrt vor?
Zum Start ins neue Jahr habe ich eine Buchbesprechung für Euch. Denn vor kurzem habe ich „Love at First Knight“ von Megan Clawson beendet. Das Buch ist 2024 bei HarperCollins in der Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH erschienen, die gleichnamige Originalausgabe wurde 2024 bei AVON, einem Imprint von HarperCollins Publishers, veröffentlicht. Das Buch ist als humorvoller Liebesroman einzuordnen, für die Übersetzung zeichnet Ira Panic verantwortlich. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.
Die 23-jährige Daisy Hastings ist schüchtern, hat Angst vor der Welt und gibt sich gern ihren Träumen hin. Daher nimmt sie nur zögerlich die Stelle im Tower of London an, wo sie Kindern das Ritterleben näherbringen soll. Ihr arroganter Kollegen Theodore macht ihr außerdem das Leben schwer. Teddy hat nichts anderes im Sinn, als Unruhe zu stiften, weshalb Daisy immer wieder durch ihn in Schwierigkeiten gerät. Doch schon bald merken sowohl Daisy als auch Teddy, dass sie auf die Hilfe des anderen angewiesen sind. Und wenn aus Feinden möglicherweise Freunde und noch mehr werden könnte – dann hat Daisy am Ende womöglich ihren Prinz fürs Leben gefunden.
„Love at First Knight“ ist – wie der Untertitel sagt – „eine königliche Liebeskomödie“, also mehr oder weniger eine RomCom in Romanform, wobei der Fokus schon klar auf der Liebesgeschichte liegt, sogar ein Love Triangle beinhaltet. Dabei handelt es sich um den zweiten Roman der Autorin, die mit „Falling Hard for the Royal Guard“ bereits das gleiche Genre bedient hat, und dessen Protagonist:innen aus dem ersten Buch in diesem Band ebenfalls kurz auftauchen – aufgrund der doch starken Trennung der Geschichten würde ich hier aber nicht von einer Fortsetzung sprechen, „Love at First Knight“ lässt sich jedenfalls perfekt als Standalone lesen.
Die Handlung ist durchaus abwechslungsreich und interessant, genrebedingt aber auch vorhersehbar. Hierbei brilliert die Autorin vor allem dann, wenn die Figuren ins Nerd-Universum abtauchen – und auch der Tower kommt natürlich nicht zu kurz, der Humor hingegen schon etwas. Und auch das Ende kann mich nicht restlos überzeugen, so wird das Happy-End auf sehr altmodisch konservative Weise erzeugt – in der modernen Welt hätte man hier vielleicht doch den ein oder anderen Weg zum Ziel wählen können.
Das Setting hingegen brilliert auf ganzer Linie. So entführt die Autorin ihre Leser:innen nicht nur nach London in den Tower und nach Windsor, sondern auch in ein kleines Örtchen in Lincolnshire – und auf ein großes LARP-Festival. Zudem thematisiert Megan Clawson unterschwellig psychische Erkrankungen, legt viel Liebe in nerdige Details und mischt das ganze mit einer filmreifen Liebesgeschichte zu einem tollen Gesamtpaket, das die Leser:innen bestens unterhält. Zur bildlichen Unterstützung hätte man aber durchaus der Geschichte noch einen Grundriss des Towers voranstellen können – gern auch auf den etwas lieblosen Coverinnenseiten.
Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Neben Daisy kann hier vor allem Marigold glänzen, von der ich gern noch viel mehr erfahren hätte – und auch Bobbles, Erin und Daisys Vater überzeugen, während Teddy teils etwas blass verbleibt. Megan Clawsons Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen, ist humor- und gefühlvoll.
Die Buchgestaltung ist ordentlich. Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, die den Lesefluss nicht wesentlich schmälern, der Buchsatz ist einfach, aber fehlerfrei. Der Buchumschlag ist farblich auffällig, aber eher eintönig, das Covermotiv ist comichaft stilisiert und kein wirklicher Eyecatcher – etwas mehr Bezug zur Handlung hätte hier durchaus gut getan.
Mein Fazit? „Love at First Knight“ ist ein humorvoller Liebesroman, der vor allem durch sein Setting und seine spannenden Themen und Figuren punkten kann, gerade zum Ende hin aber leicht schwächelt. Für Leser:innen des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen, ab einem Lesealter von etwa 13 Jahren.
Vor kurzem habe ich „Christmas Cake und Glitzerschnee“ von Ursi Breidenbach gelesen. Das Buch ist 2024 im Penguin Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH veröffentlicht worden und als weihnachtlicher Liebesroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.
Mitte Dezember wird Jenny für ein wichtiges Forschungsprojekt nach Edinburgh geschickt. Die Dreiunddreißigjährige, die sich noch nie viel aus Weihnachten gemacht hat, ist absolut überfordert vom festlichen Trubel. Überall Weihnachtsmusik, Mistelzweige und Menschenmassen – Jenny fährt in den beschaulichen Stadtteil Morningside, in dem ihre Großmutter wohnt, die sie noch nie zuvor getroffen hat. Zögerlich steht sie vor dem geschmückten Haus, als sich die Tür öffnet und ihre Großmutter sie gerührt in die Arme schließt. Bei ihr trifft Jenny auch auf den kreativen Bühnenbildner Callum, einen waschechten Schotten. Er ist so weihnachtsverliebt, dass er es nicht verstehen kann, warum Jenny die schönste Zeit im Jahr ablehnt. Wird er es schaffen, Jenny rechtzeitig zum Fest mit Weihnachtsstimmung zu verzaubern? Christmas Cake, glitzernde Lichter und magische Wintererlebnisse … wer könnte da widerstehen?
„Christmas Cake und Glitzerschnee“ ist mein erster Roman von Ursi Breidenbach, habe ich doch bislang nur einige der humorvollen Sachbücher von ihr gelesen, die sie zusammen mit Heike Abidi verfasst hat. Umso gespannter war ich, ihre andere literarische Seite kennenzulernen, nachdem ich ja auch einige von Heikes Romanen lesen durfte. Dabei ist „Christmas Cake und Glitzerschnee“ relativ einfach zu kategorisieren, handelt es sich doch um einen weihnachtlichen Liebesroman, quasi einen saisonalen Feel-Good-Liebesroman. Sehr klassisch werden in Abgrenzung zu New-Adult Sexszenen ausgeblendet und die Protagonist:innen sind etwas älter, stehen bereits mit beiden Beinen relativ fest im Leben.
Die Handlung ist zuckersüß, sehr berührend, aber auch teils vorhersehbar und relativ komplikationsarm, vermittelt aber insgesamt einfach ein gutes Gefühl und ganz viel weihnachtlichen Flair – und hält somit das Versprechen an die Leser:innen, das Cover, Klappentext und Genre gegeben haben. Gerade am Ende hätte ich mir jedoch trotzdem gewünscht, dass das rundum perfekte, kitschgeschwängerte Ende minimal realistischer gestaltet worden wäre – und die Geschichte insgesamt etwas mehr Tiefe besessen hätte, aber das ist Kritik auf einem unfassbar hohen Niveau, hat mich Ursi Breidenbachs Story doch wundervoll unterhalten und berührt.
Das Setting ist natürlich brillant. So entführt die Autorin die Leser:innen ins weihnachtliche Edinburgh, in eine Stadt, die Weihnachten atmet und lebt – voll mit Weihnachtmärkten, -Dekoration und ganz viel festlichen Hotspots. Dabei vermischt Ursi Breidenbach die saisonale Liebesgeschichte durchaus mit ernsten Themen, die jedoch eher an der Oberfläche verbleiben – und legt dem Paar auch mit Ausnahme einer potentiell geografischen Trennung keine Steine in den Weg, sodass eine dauerhaft harmonische Atmosphäre entsteht, die ebenfalls zum Wohlfühlsetting beiträgt.
Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben eigene Ziele und Motive, viele Stärken aber eher wenige Schwächen – insbesondere Ingrid und Callum sind Freundlichkeit und Perfektion in Person – etwas mehr Realismus hätte auch hier noch dreidimensionalere Charaktere geschaffen. Abgesehen davon fühlt man sich mit den Protagonist:innen sehr wohl und kann sich gut mit ihnen identifizieren – und Ursi Breidenbachs Schreibstil lässt sich leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen, ist emotional und berührend.
Auch die Buchgestaltung kann brillieren. Lektorat und Korrektorat haben ordentlich gearbeitet, der Buchsatz ist gelungen und setzt die Chatnachrichten durchaus innovativ – auch wenn da sicherlich noch mehr geht. Der Buchumschlag ist auf dem Cover und dem Buchrücken mit hochwertigen, goldglitzernden Prägungen versehen, das Covermotiv zieht sich über den Buchrücken und die Coverrückseite, sodass ein tolles, eindrucksvolles Gesamtbild entsteht. Das Covermotiv ist zudem sehr einladend und weihnachtlich, sehr atmosphärisch und farblich toll – lediglich den Bezug zur Handlung hätte man noch etwas verstärken können.
Mein Fazit? „Christmas Cake und Glitzerschnee“ ist ein wundervoll berührender weihnachtlicher Liebesroman, der vor allem mit seinem Setting und seiner Wohlfühlatmosphäre punkten kann, gleichzeitig aber auch einige Komplikationen mehr hätte vertragen können. Für Leser:innen des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von etwa 12 Jahren.