[Blogtour] Ein „Findelmädchen“ im Köln der 50er Jahre (inkl. Buchgewinnspiel)

Nach den Beiträgen von Silke am Montag und Michèle am Dienstag macht am heutigen Mittwoch die von der Agentur Literaturtest vermittelte Blogtour zu Lilly Bernsteins neuestem Buch bei mir halt. „Findelmädchen: Aufbruch ins Glück“ ist dabei nach „Trümmermädchen – Annas Traum vom Glück“ das zweite Buch der Autorin, das im Köln der Nachkriegszeit spielt, einer Zeit, die ich Euch heute näher bringen möchte. Und darum geht es:

Köln 1955: Die 15-jährige Helga und ihr Bruder Jürgen leben endlich wieder bei ihrem aus russischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrten Vater. Von der Mutter fehlt seit Kriegsende jede Spur. Der Vater baut sich mit einem Büdchen eine neue Existenz auf, Jürgen beginnt bei Ford. Helga aber, die sich nichts sehnlicher wünscht, als aufs Gymnasium zu gehen, soll sich in der Haushaltungsschule auf ein Leben als Ehefrau vorbereiten. Während eines Praktikums im Waisenhaus muss sie entsetzt mitansehen, wie schlecht die Kinder dort behandelt werden. Schützend stellt sie sich vor ein sogenanntes »Besatzerkind«. Und sie verliebt sich. Doch die Schatten des Krieges bedrohen alles, was sie sich vom Leben erhofft hat …

Die 50er Jahre:

Was macht eigentlich dieses Jahrzehnt aus? Die 50er waren das Jahrzehnt des Wiederaufbaus und des beginnenden Wirtschaftswunders, die ersten Gastarbeiter erreichten die Bundesrepublik und der Kalte Krieg begann. 1954 begeisterte das Wunder von Bern die Massen, Rock ’n‘ Roll und Schlager dominierten die Musikszene, Bing Crosby, Elvis Presley, Frank Sinatra und Chuck Berry verzauberten die Menschen und Clark Gable, Marilyn Monroe, Romy Schneider, Humphrey Bogart und Audrey Hepburn sorgten für eine Hochzeit des Kinos mit Filmen wie „Manche mögens heiß“, „Quo vadis?“ oder „Bettgeflüster“. Literarisch hatte das Jahrzehnt mit Böll, Sartre, Camus und Hemingway viel zu bieten und auch sportlich und gesellschaftlich florierte die Zeit mit so illustren Persönlichkeiten wie Pélé, Coco Chanel, Eva Peron oder Juan Manuel Fangio. Die 50er waren dabei ein Jahrzehnt voller Gegensätze, zwischen Konflikten und Aufbruchstimmung, zwischen konservativen Werten und erster jugendlicher Rebellion nach dem Vorbild von James Dean (die erste Bravo erschien übrigens 1956 mit Marilyn Monroe auf dem Cover). Doch trotz der entstehenden demokratischen Strukturen, dem beginnenden Wirtschaftswunder, hatten es auch damals nicht alle leicht, entwickelten sich die Strukturen einer sozialen Industriegesellschaft doch erst nach und nach. Und wie in jeder Gesellschaft, gab es auch in den 50er Jahren Menschen, die durchs Raster fielen, die nicht im Rampenlicht standen und auf die Hilfe anderer angewiesen waren – wie es „Findelmädchen: Aufbruch ins Glück“ eindringlich zeigt.

Und damit Ihr Euch davon auch selbst einen Eindruck machen könnt, haben jetzt alle, die bis hierhin gelesen haben, die Chance, ein Exemplar von „Findelmädchen“ zu gewinnen, zur Verfügung gestellt von der Agentur Literaturtest in Zusammenarbeit mit der Ullstein Buchverlag GmbH. Kommentiert einfach hier (und gern auch auf Facebook und/oder Instagram) bis zum 14.08. und beantwortet dabei folgende Gewinnspielfrage:

Die 1950er Jahre sind ja eine Hochzeit des Kinos. Welcher Schauspieler oder welche Schauspielerin (kann, muss aber nicht aus den 50er Jahren stammen) begeistert Euch regelmäßig?

Viel Erfolg! Für alle, die leider keinen Erfolg haben – auch morgen gibt es bei Chrissi ein weiteres Gewinnspiel :). Und hier noch die obligatorischen:

~~~ Teilnahmebedingungen ~~~

1. Die Teilnahme ist möglich bis zum 14.08.2022, 23:59:59 Uhr

2. Um teilzunehmen, könnt ihr einen Kommentar unter diesen Blogpost setzen und/oder auf Facebook den originalen Gewinnspielbeitrag und/oder auf Instagram den Gewinnspielbeitrag kommentieren.

3. Jeder, der die obigen Teilnahmebedingungen erfüllt, erhält ein Los pro Plattform, auf der er den Originalbeitrag kommentiert. Es wird maximal ein Kommentar auf jeder Plattform gewertet. Von mehreren Kommentaren einer Person auf der gleichen Plattform wird nur der erste in die Verlosung genommen. Pro Teilnehmer können so maximal drei Lose erworben werden. Es werden nur Kommentare unter den Originalbeiträgen auf Facebook, Instagram und WordPress in die Verlosung genommen.

4. Es ist keine Pflicht und es gibt auch keine Zusatzlose für Beitragslikes, für das Rebloggen des Beitrages auf WordPress oder das Teilen und Freunde markieren auf Facebook sowie das Speichern des Beitrages auf Instagram, freuen würde ich mich natürlich dennoch drüber. Gleiches gilt für das Folgen hier auf WordPress und/oder Seitenlikes/-Abonnements auf Facebook/Instagram :).

5. Nach Ablauf der Zeit wird das Gewinnspiel zeitnah ausgelost und der Gewinner wird sowohl hier als auch auf den Social-Media-Profilen in den Kommentaren veröffentlicht. Meldet sich der Gewinner dann nicht binnen einer Woche, wird der Gewinn neu vergeben.

6. Das Gewinnspiel steht in keinerlei Zusammenhang mit facebook, Instagram oder WordPress.

7. Eine Barauszahlung des Gewinnes ist nicht möglich, kurzfristige Änderungen zu den benannten Gewinnen können sich ergeben.

8. Es wird keine Haftung für auf dem Postweg entstandene Schäden oder Verluste übernommen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

9. Der Verlosende behält sich vor, Kommentare, die ehrverletzend sind, gegen die guten Sitten verstoßen oder pornografische, gewaltverherrlichende oder rechts-/linksradikale Inhalte besitzen, zu löschen und von der Verlosung auszuschließen.

10. Die in diesem Zusammenhang erhobenen Daten, insbesondere die Adresse des Gewinners, werden ausschließlich für die ordnungsgemäße Durchführung des Gewinnspiels verwendet. Der Versand des Gewinnes erfolgt über die Agentur Literaturtest. Mit der Teilnahme erklärt man sein Einverständnis mit der Weitergabe der Daten an diese zur Ausführung des Versands. Eine weitergehende Nutzung der Daten erfolgt nicht, nach Gewinnversand werden diese gelöscht.

Von Köln nach Stockholm | Doppelte Buchpost

In der letzten Zeit trudelten unter anderem auch diese beiden Bücher bei mir ein. „Findelmädchen“ von Lilly Bernstein aus dem Ullstein Verlag erreichte mich dabei als Rezensionsexemplar über die vermittelnde Agentur Literaturtest, während „Geiger“ von Gustaf Skördeman aus dem Lübbe Verlag (Bastei Lübbe AG) selbstgekauft ist – es sprang auf die Wunschliste, da der Nachfolger „Faust“ auch als Rezensionsexemplar zu mir kam. In den Büchern erwartet mich dabei eine Reise zwischen Raum und Zeit, vom Köln der 50er-Jahre bis hin zum Stockholm der Jetztzeit. Ich bin schon gespannt, welche Epoche und Geschichte mich mehr faszinieren wird.

Lest Ihr lieber Thriller oder historische Romane?

[Buchgedanken] Lilly Bernstein: „Trümmermädchen – Annas Traum vom Glück“

In den letzten Tagen habe ich „Trümmermädchen – Annas Traum vom Glück“ von Lilly Bernstein, einem offenen Pseudonym der Autorin Lioba Werrelmann gelesen. Der Roman ist 2020 als Ullstein Taschenbuch der Ullstein Buchverlage GmbH erschienen und als historischer Roman / historische Familiensaga einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag und die vermittelnde Agentur Literaturtest für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

Köln, 1941. Anna wächst bei ihrer Tante Marie und ihrem Onkel Matthias auf, einem Bäckerehepaar. Das Mädchen liebt die Backstube über alles, besonders den großen Ofen aus Vulkanstein. Doch mit dem Krieg kommt das Unglück: Matthias wird eingezogen und die Bäckerei bei Luftangriffen zerstört. Während Köln in Trümmern liegt und vom kältesten Winter des Jahrhunderts heimgesucht wird, schließt Anna sich in ihrer Not einer Schwarzmarktbande an und steigt zur gewieftesten Kohlediebin der Stadt auf. Als sie am wenigsten damit rechnet, verliebt sie sich – eine verbotene Liebe mit gefährlichen Folgen. Von Kälte, Hunger und Neidern bedroht, halten Anna und ihre Tante verzweifelt an dem Traum fest, die Bäckerei wiederaufzubauen. Und an der Hoffnung, dass die Männer, die sie lieben, irgendwann zu ihnen zurückkehren.

Mit „Trümmermädchen“ legt Lilly Bernstein einen sehr atmosphärischen Roman vor, der in einem beklemmenden, aber sehr guten Setting das Köln zur Kriegs- und Nachkriegszeit porträtiert. Dabei gelingt es der Autorin, die Entbehrungen, die Verzweiflung und Ohnmacht der Bevölkerung greifbar, glaubhaft zu machen.

Die Handlung ist dabei über weite Strecken spannend, teils aber auch vorhersehbar und wirkt zuweilen konstruiert, was dem Mitfiebern mit den Protagonisten allerdings keinen Abbruch tut. Dabei gelingt es der Autorin, sich geschickt durch die Genres zu navigieren und einen historischen Roman vorzulegen, der aufgrund der kurzen erzählten Zeit nicht ganz Familiensaga, nicht ganz Schicksalsroman ist.

Die Protagonisten überzeugen im Wesentlichen, sind dreidimensional angelegt, haben Stärken, Schwächen, eigene Ziele und Motive. Insbesondere die Nebenrollen wie Hilde und Agnes glänzen hier, aber auch Anna gelingt es, den Roman auf eigenen Schultern zu tragen, während Marie etwas blass bleibt.

Lilly Bernsteins Schreibstil ist unaufgeregt und lässt sich leicht und flüssig lesen. Sie beschreibt nüchtern und präzise und ermöglicht es dem Leser, direkt ein Bild vor Augen zu haben, das das Kopfkino anlaufen lässt – auch wenn die auktoriale Erzählperspektive etwas Distanz zu den Charakteren schafft. Hier hätte man durchaus vielleicht noch etwas nachsteuern können.

Die Buchgestaltung ist sehr gut gelungen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, das Cover ist wunderschön und zieht sich als Gesamtbild über den kompletten Buchumschlag, der zudem auf dem Titelbild, dem Buchrücken und der Coverrückseite hochwertig geprägt ist. Lediglich die Coverinnenseiten hätte man, wenn man sie schon farbig gestaltet, besser nutzen können.

Mein Fazit? „Trümmermädchen – Annas Traum vom Glück“ ist ein sehr starker historischer Roman, der vor allem durch ein tolles Setting und eine atmosphärische Geschichte punktet. Leichte Schwächen in der Handlung schmälern dabei das Lesevergnügen in keinster Weise. Für Liebhaber des Genres bedenkenlos zu empfehlen!

Neuheiten im Doppelpack

Bevor ich diese Woche noch zwei weitere Rezensionen hochlade, möchte ich Euch heute zwei Bücher zeigen, die mich in den letzten Tagen erreicht haben. Vielen Dank an den Lyx Verlag und den Ullstein Verlag für die Bereitstellung der Rezensionsexemplare über die Bloggerjury respektive die vermittelnde Agentur Literaturtest. Sehen „Making Faces“ und „Trümmermädchen – Annas Traum vom Glück“ nicht toll aus? =)