[Buchgedanken] Ellin Carsta: „Das Unrecht der Väter“ (Die Falkenbach-Saga 1)

Dieses Wochenende habe ich im Rahmen einer Leserunde „Das Unrecht der Väter“, den ersten Band der Falkenbach-Saga von Ellin Carsta gelesen. Das Buch ist 2020 bei Tinte & Feder, Amazon Media EU S.à r.l. erschienen und als historische Familiensaga einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag und lovelybooks.de für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Bernried am Starnberger See, 1936: Paul-Friedrich von Falkenbach und die Brüder Lehmann stehen für Erfolg. Während die Söhne der Lehmanns bereits in deren Firmen eingestiegen sind, kann sich Gustav von Falkenbach nur schwer vorstellen, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten, schließlich steht er kurz davor, sein Medizinstudium abzuschließen. Auch seine Schwester Wilhelmine ist dabei, ihren eigenen Weg zu finden und sich eine politische Meinung zu bilden, während die Nazis im Land und im Umfeld der Familien immer mehr an Einfluss gewinnen. Als die Tochter eines Kriegskameraden auf Gut Falkenbach auftaucht, um Fragen zum rätselhaften Tod ihres Vaters zu stellen, versuchen die drei Männer alles, um ein altes Geheimnis verborgen zu halten.

„Das Unrecht der Väter“ ist ein historischer Roman, der vor allem durch ein tolles und authentisches Setting zu überzeugen vermag. So porträtiert er die Geschicke einiger Familien vor dem Hintergrund des aufziehenden Nationalsozialismus und illustriert die Bedeutung der Familie und die Rolle der Frau zu dieser Zeit.

Die Handlung ist, wenn auch teils vorhersehbar, größtenteils spannend und fesselt den Leser an die Seiten. Dabei ist allerdings zu beachten, dass quasi keiner der relevanten Handlungsstränge im Verlauf der Geschichte aufgelöst wird, „Das Unrecht der Väter“ daher leider nicht als Standalone lesbar ist. Zudem wartet der Epilog noch mit einem, etwas unnötigen, zusätzlichen Cliffhanger auf — man hätte ihn gut als Prolog für den Folgeband verwenden können, der mehr Sinn gemacht hätte, als der etwas unsinnige Prolog dieses Bandes.

Dagegen vermögen die Charaktere durchweg zu überzeugen. Auch wenn durch die Vorstellung so vieler Charaktere diese natürlich noch nicht in allen Facetten ausgearbeitet sind, zeigen sie doch Stärken und Schwächen, haben eigene Ziele und Motive. Insbesondere Erna und Irma überzeugen, aber auch Wilhelmine bringt sich zu guter letzt noch in Stellung für eine hoffentlich wichtige Rolle im Folgeband.

Ellin Carstas Schreibstil ist unaufgeregt, sachlich und lässt sich gut und flüssig lesen. Dass man am Anfang etwas schwer ins Buch kommt, ist nicht dem Schreibstil geschuldet, sondern der Fülle an Personen, die anfangs volle Aufmerksamkeit fordert.

Die Buchgestaltung überzeugt im Wesentlichen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, wenn sich mir auch der Sinn der Zitate über den einzelnen Kapiteln nicht erschließt. Der Buchumschlag ist wunderschön und ergibt über Buchrücken und Coverrückseite ein tolles Gesamtbild.

Mein Fazit: „Das Unrecht der Väter“ ist ein im Wesentlichen gelungener Roman, der durch tolle Charaktere und ein zauberhaftes, authentisches Setting brilliert, leider aber keinerlei Handlungsstränge auflöst und daher nicht als Standalone gelesen werden kann. Für Liebhaber des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen.

Von Weihnachtsgeschenken und adventlichen Leserunden | Doppelte Buchpost!

In den letzten Tagen erreichte mich wieder tolle Buchpost: zum einen „Das Unrecht der Väter“ von Ellin Carsta, mein Currently-Reading, ein Rezensionsexemplar zum adventlichen Lesewochenende auf Lovelybooks.de, und zum anderen ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk an mich von mir selbst. Ist der Fotoband zu der Filmreihe „Die Tribute von Panem“ von Tim Palen nicht wunderschön?

Lovelybooks Leserpreis 2020 – Mein Stimmzettel

Auch in diesem Jahr findet wieder die Verleihung des Lovelybooks Leserpreises statt – und ich habe natürlich auch abgestimmt. Da man in diesem Jahr nur noch eine Stimme pro Kategorie hatte, fiel mir die Wahl in einigen Kategorien unglaublich schwer (zum Beispiel Jugendbuch Fantasy). Schlussendlich habe ich mich dazu entschieden, jeden Autoren mit maximal einer Stimme zu bedenken, um so eine Bandbreite meiner Jahreshighlights über die einzelnen Kategorien auswählen zu können. Und nun *trommelwirbel* hier sind meine Stimmen!

Welche Bücher haben Eure Stimmen bekommen? Hier noch ein kleiner Auszug meiner Favoriten als Bild 🙂

[Buchgedanken] Lyssa Kay Adams: „The Secret Book Club – Ein fast perfekter Liebesroman“ (Secret Book Club 1)

In den letzten Tagen habe ich im Rahmen einer Leserunde „The Secret Book Club – Ein fast perfekter Liebesroman“ von Lyssa Kay Adams gelesen, den Auftakt einer mindestens dreiteiligen Reihe über den „Secret Book Club“. Das Buch ist 2020 im Label „endlich Kyss“ der Rowohlt Verlag GmbH erschienen und dem Genre New-Adult zuzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag und Lovelybooks.de für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen der Leserunde.

41daP9GtHuL._SX319_BO1204203200_Die Ehe von Profisportler Gavin Scott steckt in der Krise. Genau genommen ist sie sogar vorbei, wenn es nach seiner Frau Thea geht. Und das darf nicht sein. Thea ist die Liebe seines Lebens! Und er versteht, verdammt noch mal, nicht, was überhaupt passiert ist. Eigentlich müsste SIE sich bei IHM entschuldigen! Gavin ist ratlos und verzweifelt – bis einer seiner Freunde ihn mit zu einem Treffen nimmt. Einem Treffen des Secret Book Club. Hier lesen und diskutieren Männer heimlich Liebesromane, um ihre Frauen besser zu verstehen. Gavin hält das für Schwachsinn. Wie sollen Liebesschnulzen ihm helfen, seine Ehe zu retten? Doch die Lektüre überrascht ihn. Und Thea steht eine noch viel größere Überraschung bevor!

„The Secret Book Club – Ein fast perfekter Liebesroman“ war … fast perfekt. Eine gelungene Mischung aus ernsten Themen und humorvollen Einschüben, aus starken Gefühlen und knisternder Erotik sorgte für ein abwechslungsreiches Lesevergnügen, auch wenn zum Ende hin die Schwerpunktsetzung etwas kippte.

Dabei kann der Roman mit einem gelungenen Setting punkten. Eine idyllische Wohnumgebung in Nashville vor dem Hintergrund des Lebensgefühls der Upperclass zwischen Parties und Sportevents: Umso weniger Probleme den Charakteren hier von außen entgegenschlagen, umso stärker kann der Fokus auf die Beziehung zwischen den Protagonisten gelegt werden.

Dabei entwickeln sich diese durchaus im Verlauf des Romanes weiter, sind plastisch, vielschichtig und dreidimensional angelegt, haben eigene Stärken und Schwächen. Auch die Nebencharaktere, insbesondere Nessa und Braden Mack überzeugen auf ganzer Linie, umso gespannter bin ich auf den Folgeband, der Braden und die, bisweilen noch unsympatische, Liv ins Zentrum setzt.

Die Handlung ist spannend und abwechslungsreich, wenn auch genrebedingt teils vorhersehbar. Dabei werden – parallel zur Handlung der Geschichte – Passagen eines Liebesromanes mit eingeflochten, die den Text auflockern. Aus meiner Sicht wird, gerade zum Ende des Romanes, das Potential der Handlung allerdings nicht vollends ausgeschöpft, und auch in der Ausgestaltung des Buchclubs besteht noch Luft nach oben, aber vielleicht gibt sich das noch in den nächsten Bänden. Den – durchweg sympathischen – Mitgliedern würde ich es jedenfalls wünschen.

Die Buchgestaltung überzeugt auf ganzer Linie. Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, auch der Buchsatz ist im Wesentlichen gelungen. Das Cover ist wunderschön, hochwertig geprägt und die farbigen, ausklappbaren Coverinnenseiten runden den wirklich tollen Gesamteindruck ab.

Mein Fazit? „The Secret Book Club – Ein fast perfekter Liebesroman“ ist ein gelungener Auftakt in die „Secret Book Club“-Reihe. Dabei kann der Roman mit tollen Charakteren und einem spannenden Setting punkten. Obwohl die Handlung ihr Potential nicht gänzlich ausnutzt, definitiv ein potentielles Jahreshighlight. Für Leser des Genres daher bedenkenlos zu empfehlen – ab etwa 17 Jahren.