Wunderschöne Buchpost – mit Liebe verpackt!

Vor einigen Tagen erreichte mich im Rahmen einer Buchverlosung auf Lovelybooks.de ein wundervoller Jugendthriller, der von der Autorin mit viel Liebe verpackt worden ist. „Das Tagebuch der Jenna Blue“ von Julia Adrian ist ein Roman, den ich schon seit langem erwartet habe, da ich mich seit „Die Dreizehnte Fee – Erwachen“ in den Schreibstil von Julia verliebt habe. Kennt Ihr die Bücher der Autorin?

Von Drachen und Draufgängern | Doppelte Buchpost

In den nächsten Tagen möchte ich Euch wieder einige Neuzugänge und Rezensionen präsentieren. Den Anfang machen heute zwei Rezensionsexemplare, die mich von den Verlagen FISCHER Scherz, S. Fischer Verlage, und Baumhaus, Bastei Lübbe AG, über eine Leserunde bei Lovelybooks bzw. die Bloggerjury erreichten – vielen Dank dafür! „Pirlo – Gegen alle Regeln“ von Ingo Bott, ein Justizroman über einen grenzwertigen Strafverteidiger, und „Der kleine Drache, der kein Feuer spucken konnte“ von Gemma Merino, ein illustriertes Bilderbuch für Kinder, könnten dabei unterschiedlicher nicht sein. Umso mehr freue ich mich auf die Ablenkung – und die Ausflüge in die Welt der Fantasie und die Welt der Justiz – die mir als Jurist und ehrenamtlicher Richter nicht fremd ist. Lest Ihr gern Romane, die mit Eurer Ausbildung korrelieren?

Hochspannung in allen Zeiten | Doppelte Buchpost

In den letzten Tagen erreichten mich erneut einige wundervolle Bücher, von denen ich Euch heute die ersten beiden zeigen möchte. „Des Kummers Nacht“ von Ralph Knobelsdorf ist ein historischer Kriminalroman, der im Preußen des 19. Jahrhunderts spielt und mich als Rezensionsexemplar über die Bloggerjury erreichte. „Russische Botschaften“ von Yassin Musharbash ist hingegen ein hochaktueller Politthriller im Spannungsfeld zwischen Politik, Spionage und Investigativjournalismus – und erreichte mich als Rezensionsexemplar im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks. Vielen Dank an die Verlage Bastei Lübbe und Kiepenheuer & Witsch. Da stehen mir einige, spannende Lesestunden ins Haus!

[Buchgedanken] Emma Stonex: „Die Leuchtturmwärter“

In den letzten Tagen habe ich „Die Leuchtturmwärter“ von Emma Stonex gelesen. Der Debütroman der Autorin erscheint am 25.08.2021 in der S. Fischer Verlag GmbH, die Originalausgabe wurde 2021 unter dem Titel „The Lamplighters“ bei Picador, einem Imprint von Pan Macmillan veröffentlicht. Das Buch ist als Gegenwartsliteratur anzusehen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an die S. Fischer Verlage für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.

In der Silvesternacht verschwinden vor der Küste Cornwalls drei Männer spurlos von einem Leuchtturm. Die Tür ist von innen verschlossen. Der zum Abendessen gedeckte Tisch unberührt. Die Uhren sind stehen geblieben. Zurück bleiben drei Frauen, die auch zwei Jahrzehnte später von dem rätselhaften Geschehen verfolgt werden. Die Tragödie hätte Helen, Jenny und Michelle zusammenbringen sollen, hat sie aber auseinandergerissen. Als sie zum ersten Mal ihre Seite der Geschichte erzählen, kommt ein Leben voller Entbehrungen zutage – des monatelangen Getrenntseins, des Sehnens und Hoffens. Und je tiefer sie hinabtauchen, desto dichter wird das Geflecht aus Geheimnissen und Lügen, Realität und Einbildung.

„Die Leuchtturmwärter“ ist ein sehr ambitionierter Debütroman, der im großen und ganzen überzeugt, sich teils aber etwas übernimmt. So fällt bereits die Genrezuordnung schwer. vereint die Geschichte doch mystische, historische und schicksalshafte Elemente mit Thrillerkomponenten, sodass ich es der Einfachheit selber – auch aufgrund des literarischen Anspruchs – als Gegenwartsliteratur eingruppiert habe.

Der Roman brilliert dabei vor allem durch sein unglaublich atmosphärisches Setting. So werden die Naturgewalt des Meeres, die Diskrepanz der Einsamkeit und Gemeinschaft auf dem Leuchtturm und das Leben in den Cottages an der Küste gut beschrieben, sodass man sich als Leser gut nach Cornwall träumen kann. Dahingegen bietet die Handlung jedoch einige Schwächen, verschwimmen die Grenzen zwischen Realem und Irrealem doch, werden mystische Effekte nicht aufgeklärt – und der Leser mit einem etwas kitschbehafteten und wenig nachvollziehbaren Ende überrascht.

Die einzelnen Charaktere bekommen dabei jeweils genug Kapitel, um sich als Leser ein gutes Bild von den Personen zu machen, wenn auch die Identifizierung mit den Protagonisten dem Leser sicherlich in aller Regel schwerfällt – am stärksten überzeugen hier noch Arthur und Michelle. Der Schreibstil von Emma Stonex ist – wie bereits erwähnt – ambitionirt, aber teils zu gewollt literarisch. So gelingt es ihr zwar, die Rauheit des Meeres gut einzufangen, interessante Psychogramme der Charaktere zu präsentieren und die Handlung voranzutreiben, gleichsam irritieren aber vor allem die Gespräche der Frauen mit dem Autor Dan Sharp, bei denen Emma Stonex gänzlich auf Dialoge verzichtet, was zulasten der Lesbarkeit geht, und vor allem dessen Sinn sich nicht erschließt.

Die Buchgestaltung ist im Wesentlichen gelungen, Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, das Cover ist farblich stark, aber doch etwas unauffällig, wartet dafür aber mit einem auch unter dem Schutzumschlag schönen Buch mit illustrierten Coverinnenseiten auf.

Mein Fazit? „Die Leuchtturmwärter“ ist ein solider Debütroman, der durch ein brillantes Setting punktet, aber auch Schwächen in der Handlung aufweist und teils zu ambitioniert ist – auch sprachlich. Für Liebhaber literarischer Werke dennoch bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Hanni Münzer: „Solange es Liebe gibt“

Vor kurzem habe ich „Solange es Liebe gibt“ von Hanni Münzer beendet, mein erster Roman der Autorin. Das Buch ist 2021 bei Tinte & Feder, Amazon Media EU S.à r.l. veröffentlicht worden und als Familiensaga einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.

Bayern, 1932: Klara wächst ohne Mutter auf. Der Vater ist streng, die Brüder haben für sie nur Spott übrig. Das einsame Mädchen flüchtet in ihre eigene Welt und in die heimliche Liebe zu dem jungen Kaffee-Erben Friedrich. Um Friedrich für sich zu gewinnen, trifft sie eine folgenschwere Entscheidung …

Berlin, 2010: Nach einem tragischen Schicksalsschlag findet die junge Julie lange nicht zurück ins Leben. Dann stirbt ihr Vater und sie muss in ihren bayerischen Heimatort reisen. Hier wird sie nicht nur mit ihrer herrischen Großmutter Klara konfrontiert, sondern auch mit den unbeantworteten Fragen ihrer Kindheit. Und nicht nur das: Plötzlich muss sie Verantwortung übernehmen für die Mitarbeiter der Kaffeemanufaktur, die seit Generationen im Besitz ihrer Familie ist …

„Solange es Liebe gibt“ ist ein bunter Genremix, der vom Verlag als Schicksalsroman beworben wird, im Ergebnis aber eher eine generationenübergreifende Familiensaga ist, die von Verlust, Trauer, Liebe, Schicksal und Freundschaft handelt, das Leben und historische Ereignisse am Mikrokosmos einer Familie präsentiert. Dabei gelingt es der Autorin, die verschiedenen Zeitlinien gut nebenenander her laufen zu lassen, ohne dass eine zu dominant wird.

Bei der Handlung misslingt aber die Schwerpunktsetzung. So fehlt dem Roman das typische Auf und Ab einer Aktstruktur, die Erholung zwischen den Wendepunkten, stürzen die Protagonisten doch von einer Katastrophe in die nächste, werden von Schicksalsschlägen am laufenden Band gebeutelt, ohne, dass ihnen Momente des Glücks vergönnt werden – so können die dramatischen Ereignisse nicht ihre volle Wirkung entfalten. Einzelne Handlungselemente sind dabei zudem sehr konstruiert, nicht nachvollziehbar und sorgen für Stirnrunzeln.

Die Charaktere sind – im Wesentlichen – vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Dabei überzeugen vor allem wichtige Nebencharaktere wie Edith und Niki, während Julie etwas blass bleibt – und Klara anfangs extrem unsmpathisch war. Gegebenenfalls hätte man durch eine Ich-Perspektive von Julie hier eine stärkere Bindung des Lesers zu ihr erreichen können.

Hanni Münzers Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und sorgt dafür, dass das Kopfkino direkt anspringt – was auch nicht zuletzt an dem wunderbaren Setting liegt, sei es die Leyendecker Kaffeewelt oder der Dinzinger Weiher, die beides absolute Sehnsuchtsorte sind.

Die Buchgestaltung ist im Wesentlichen gelungen, Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet. Das Cover ist schön anzusehen, das Titelbild zieht sich über den gesamten Umschlag und ist durch die tolle Farbgebung sehr auffällig. Allerdings fehlt mir etwas der Bezug zur Handlung.

Mein Fazit: „Solange es Liebe gibt“ ist eine Familiensaga, die durch ein tolles Setting und spannende Charaktere glänzt, aber auch Schwächen in der Handlung aufweist. Für Liebhaber des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen.

Neuzugänge voller Spannung | Doppelte Buchpost

Vor meinem Urlaub erreichten mich noch diese beiden, tollen Neuzugänge, die Spannung und aufregende Lesestunden versprechen. Der Politthriller „Die letzte Wahl“ von Eric Sander fand als Rezensionsexemplar über die Bloggerjury zu mir, Emma Stonex‘ „Die Leuchtturmwärter“ im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de. Vielen Dank an Bastei Lübbe und die S. Fischer Verlage für die Bereistellung der Rezensionsexemplare. Ich bin schon ganz auf die Ausflüge nach Cornwall und in die menschlichen Abgründe gespannt.

[Buchgedanken] Catherine Aurel: „Bella Donna – Die Schöne von Florenz“ (Töchter Italiens 1)

Vor einiger Zeit habe ich „Bella Donna Die Schöne von Florenz“ von Catherine Aurel gelesen, den ersten Teil der historischen Reihe um die „Töchter Italiens“. Das Buch ist 2021 im Penguin Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH erschienen und als historischer Roman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.

Florenz, 1469. Die Zeiten, als Cosima Bellani von Männern umschwärmt wurde, sind vorbei. Die Schönheit der alternden Kurtisane beginnt zu schwinden – und sie fürchtet um ihre Zukunft. Als die junge Adlige Simonetta sie in Liebesdingen um Rat bittet, hat Cosima eine verheißungsvolle Geschäftsidee: Sie will fortan Kosmetik herstellen, denn der Handel mit Pulver und Salben, Bleiweiß und Lippenrot floriert. Simonetta wird mit ihrer Hilfe zur schönsten Frau von Florenz – nicht nur der einflussreiche Giuliano de Medici, auch der aufstrebende Maler Sandro Botticelli liegen ihr zu Füßen. Doch dann bricht ein erbitterter Machtkampf um die Stadt aus und Cosima und Simonetta werden in eine Intrige verwickelt. Bald handeln sie nicht nur mit erlesenen Schönheitsrezepturen, sondern auch mit Geheimnissen …

„Bella Donna – Die Schöne von Florenz“ ist ein im wesentlichen gelungener Auftakt in die historische Reihe um die „Töchter Italiens“, der zwar viel Potential für Folgebände bietet, die Handlung dieses Bandes aber auch unwiederbringlich abschließt, sodass man das Buch auch gut als Standalone lesen kann.

Dabei überzeugt vor allem das brillante Setting des spätmittelalterlichen Florenz, der aufstrebenden Künstlerstadt voller illustrer Persönlichkeiten wie Sandro Botticelli und Leonardo da Vinci. Die Handlung hingegen ist zwar spannend, abwechslungsreich und hält die ein oder andere unerwartete Wendung für den Leser bereit, bleibt insgesamt aber hinter den Erwartungen zurück. So verliert die Autorin hier etwas die Schwerpunktsetzung, führt viel zu lang in die Geschichte ein, während die im Klappentext prominent dargestellte Intrige, der Machtkampf um die Stadt kaum Bedeutung gewinnt, teils einfach per Zeitsprung übersprungen wird. Gerade die stärkere Einbindung in den historischen Kontext, eine stärkere Konzentration auf die spannenden, politischen Vorgänge hätte hier das Buch noch besser und zu einem absoluten Highlight gemacht, das sich positiv aus der Masse abgehoben hätte.

Die einzelnen Charaktere sind im Wesentlichen dreidimensional angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Dabei überzeugen vor allem Sandro als Sympathieträger des Romanes und Fioretta, während Simonetta anfangs etwas blass bleibt – und Marco sehr schnell gar keine Rolle mehr spielt.

Die Buchgestaltung überzeugt hingegen auf ganzer Linie. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, das Covermotiv zieht sich über den ganzen Buchumschlag und ergibt ein tolles Gesamtbild. Dabei ist das Cover zudem hochwertig geprägt, mit Klappen und farbigen, toll aussehenden Coverinnenseiten versehen.

Mein Fazit? „Bella Donna – Die Schöne von Florenz“ ist ein gelungener Reihenauftakt, der vor allem durch ein tolles Setting punkten kann, aber auch leichte Schwächen und Längen in der Handlung aufweist. Für Liebhaber des Genres bedenkenlos zu empfehlen – auch als Standalone lesbar.

Familien im Fokus | Doppelte Buchpost

In den nächsten Tagen werde ich Euch wieder einige Neuzugänge und Buchbesprechungen präsentieren. Den Anfang machen heute zwei Romane, die mich im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de als Rezensionsexemplare erreichten – vielen Dank dafür! Dies ist zum einen Hanni Münzers „Solange es Liebe gibt“, eine Familiensaga aus dem Tinte & Feder Verlag, und zum anderen „Hundstage für Beck“ von Tom Voss, das ich bereits *hier* besprochen habe. Wenn man die Cover betrachtet, könnten sie sowohl von den Farben als auch von der Stimmung her kaum unterschiedlicher sein – aber Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an :). Kennt Ihr eines der Bücher oder die Autoren bereits?

[Buchgedanken] Tom Voss: „Hundstage für Beck“ (Nick Beck 1)

In der letzten Zeit habe ich „Hundstage für Beck“ von Tom Voss gelesen, den ersten Band einer Reihe um den Ermittler Nick Beck. Der Roman ist 2021 bei FISCHER Taschenbuch, S. Fischer Verlag GmbH, veröffentlicht worden und als Kriminalroman einzugruppieren. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks. Bei Tom Voss handelt es sich um ein neues Pseudonym des Autors Sven Koch, der auch bereits als Pierre Lagrange Krimis für die S. Fischer Verlage veröffentlicht hat.

Nordbek – der kleine Ort im Hamburger Norden hat außer Natur und Einsamkeit nicht viel zu bieten. Genau der richtige Ort für den gefallenen LKA-Ermittler Nick Beck, der sich nach einem traumatischen Einsatz in die Provinz versetzen lässt. Hier ertränkt er allabendlich seinen Frust in Alkohol. Als er eines Nachts auf einer einsamen Landstraße eine junge Frau überfährt, die nur mit einem BH bekleidet war, lässt er die Leiche in Panik verschwinden. Doch bald wird ihm klar, dass die Schäden an seinem Auto nicht darauf hindeuten, dass er die Frau wirklich überfahren hat. Sie muss schon tot auf der Straße gelegen haben. Nur was ist passiert? Kurzerhand platziert Beck die Leiche so, dass sie gefunden wird. Zusammen mit Cleo Torner vom LKA Hamburg, die ihn bei den Ermittlungen unterstützen soll, versucht Nick Beck dem Verbrechen auf die Spur zu kommen. Dabei stößt er auf menschliche Abgründe, die tiefer sind, als er sich hätte vorstellen können.

„Hundstage für Beck“ ist ein klassischer Auftakt in eine Krimireihe. Ein Ermittler versetzt an einen neuen Einsatzort, eine Tote, ländliche Idylle und viel Lokalkolorit. Was „Hundstage für Beck“ jedoch von vergleichbaren Büchern unterscheidet, ist, dass Nick Beck bereits am Anfang sämtliche Sympathien verliert. Durch seine Sucht fällt er von einer Katastrophe in die nächste, und ist vielmehr damit beschäftigt, sich selbst vor (gerechtfertigten) Konsequenzen zu retten, als eigentlich wirklich zu ermitteln, verletzt er doch unzählige Gesetze und quasi alle Regeln vernünftiger Polizeiarbeit.

Nichtsdestotrotz ist die Handlung natürlich dennoch spannend, abwechslungsreich und hält auch immer mal wieder einige unerwartete Wendungen für den Leser bereit, wenn auch Teile zumindest vorhersehbar sind. Dabei wird die Spannung vor allem dadurch ergänzt, dass man als Leser nicht nur dem Täter, sondern auch dem Protagonisten am Ende eine gerechte Strafe wünscht.

Das Setting brilliert auf ganzer Linie, dörfliche Idylle, High-Society und mafiöse Strukturen wechseln sich mit nüchternen Ermittlungsräumen und hierarchischen Polizeistrukturen ab. Abgründe des Landlebens, organisierte Kriminalität und Machtvakuen – der Autor erschafft hier eine Kulisse, die die Spannung bereits regelrecht garantiert.

Dabei wird die Geschichte aus diversen Perspektiven erzählt, um immer mehr Puzzlestücke aufzudecken. Die einzelnen Perspektiven wechseln meist kapitelweise, teils aber auch innerhalb eines Kapitels, was nicht immer zur Übersicht beiträgt. Dennoch gelingt es dem Leser gut, den einzelnen Handlungssträngen zu folgen, sich in die Figuren hineinzuspüren – auch wenn man das, insbesondere bei Nick, gar nicht so wirklich will. Etwas kurz kommt mir hierbei die Jugendclique um Fee, Morten, Marie und Rasmus, die noch so viel mehr Drama, so viel mehr Gewicht hätte haben können, sind doch gerade die Verwicklungen der Personen untereinander unglaublich spannend.

Die einzelnen Figuren sind dabei durchaus gut angelegt, insbesondere überzeugen Cleo, Marie und Morten. Nick bleibt hingegen – auch dank seiner Sucht – etwas eindimensional. Während es Tom Voss gelingt, die einzelnen Handlungsstücke rund um den Fall gut aufzulösen, bleibt dies jedoch leider gerade hinsichtlich der einzelnen Charaktere aus. So wird weder Cleos und Chris‘ Beziehung geklärt, noch Nicks Zukunft, was den Leser etwas enttäuscht zurücklässt.

Die Buchgestaltung überzeugt im Wesentlichen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, das Cover ist eindrucksvoll, zieht sich über den gesamten Buchumschlag und gibt die Stimmung des Buches gut wieder. Mir fehlt hier jedoch etwas der Bezug zur Geschichte, wenn man bedenkt, dass der Unfall auf der Straße im Dunklen geschehen ist – und es ist eindeutig klargestellt, dass es nur einen kleinen Blutfleck auf der Straße gab, während auf dem Cover doch eine größere Lache zu sehen ist.

Mein Fazit? „Hundstage für Beck“ ist ein gelungener Kriminalroman, der vor allem durch eine spannende Handlung und ein brillantes Setting überzeugt, bei der Figur des Ermittlers aber noch Luft nach oben lässt und nicht alle Handlungsstränge zufriedenstellend auflöst. Für Leser des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Lilli Beck: „Wenn die Hoffnung erwacht“

Vor kurzem habe ich „Wenn die Hoffnung erwacht“ von Lilli Beck gelesen. Das Buch ist 2021 bei Blanvalet in der Penguin Random House Verlagsgruppe veröffentlicht worden und als historischer Roman einzugruppieren. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag und die Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.

Deutschland 1947: Nora wird von ihrer Freundin zu einer deutsch-amerikanischen Silvesterfeier eingeladen und ist überwältigt, als sie dort den attraktiven US-Officer William kennenlernt. Lange versucht sie, die frisch entflammte Liebe vor ihrem Vater geheim zu halten, doch als sie ein Kind erwartet und William in die USA zurückbeordert wird, bleibt ihr nichts anderes übrig, als Farbe zu bekennen. Ihr Vater ist außer sich, hat aber bald eine Lösung parat, die Nora zu einer wohlhabenden Frau werden ließe und für die Familie finanzielle Vorteile hätte. Nora, die nicht daran denkt, in den Plan einzuwilligen, flieht mit ihrem Sohn nach München, wo ihr auf der Straße eine fiebrige, verwirrte wirkende junge Frau begegnet. Sie begleitet Celia nach Hause, zur Villa der wohlhabenden Wagners, und ahnt nicht, dass ihr Schicksal eine überraschende Wendung nehmen wird …

„Wenn die Hoffnung erwacht“ porträtiert die deutsche Nachkriegszeit, beziehungsweise das Leben im von amerikanischen Truppen besetzten Bayern zwischen 1947 und 1951 anhand des Schicksals zweier Familien, deren Schicksale im Verlauf der Handlung zusammenführen. Dabei werden die damals besonders ausgeprägten Kontraste zwischen arm und reich, zwischen Besatzern und Besetzten, aber auch zwischen Männern und Frauen drastisch und eindringlich dargestellt.

Während der Roman durch sein wunderbares Setting zu brillieren weiß, hätte ich mir teils noch ausführlichere, teils noch plastischere Beschreibungen gewünscht, um das Kopfkino – was unzweifelhaft zum Laufen kam – noch zu unterstützen, um die Atmosphäre noch greifbarer, dichter zu machen. Die Handlung ist im Wesentlichen spannend, teils aber vorhersehbar – und teils ist das Verhalten einzelner Charaktere nicht nachvollziehbar.

Dies sorgt auch dafür, dass bei mir die meisten Sympathien auf den wirklich gelungen angelegten Nebencharakteren liegt – vor allem bei Marlene und Luis, während Nora teils etwas blass bleibt – was aber nicht schlimm ist, denn der eigentliche Star des Buches ist nicht Noras Werdegang, sondern die gravierenden Umwälzungen der Geschichte, die runtergebrochen werden auf den Mikrokosmos einer – bzw. zwei – Familien. So wird Geschichte durch die Figuren lebendig, das Gefühl einer Generation auf die heutigen Leser transportiert, sodass ich es auch verschmerzen kann, dass am Ende nicht gänzlich alle Handlungsstränge zufriedenstellend aufgelöst worden sind.

Dabei lässt sich Lilli Becks Schreibstil schnell und flüssig lesen, ist authentisch und der Zeit angepasst, hätte aber – wie bereits erwähnt – mehr beschreiben, den Leser im Sinne von „Show, don’t tell“ noch stärker in die Geschichte ziehen können. Als Service übrigens wunderbar gelöst: Direkt in der ersten Zeile des Kapitels wird die jeweils handelnde Person erwähnt, um dem Leser den Einstieg in die Abschnitte zu erleichtern.

Die Buchgestaltung überzeugt im Wesentlichen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, der Buchumschlag ist auf dem Cover und Buchrücken hochwertig bedruckt, das darunterliegende Buch nüchtern und schmucklos. Das Covermotiv zieht sich über den gesamten Umschlag und ist – gerade in dem Mangel an Farben – farblich gelungen, fängt die Stimmung des Buches ein. Allerdings fehlt mir etwas der Bezug des Motivs zur Handlung.

Mein Fazit? „Wenn die Hoffnung erwacht“ ist ein gelungener historischer Roman, der vor allem durch sein tolles Setting punktet und das Leben im besetzten Bayern der Nachkriegszeit anschaulich und nachdrücklich porträtiert, sodass kleinere Schwächen in der Handlung verschmerzt werden können und das Lesevergnügen kaum mindern. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen.