Buchpost im Doppelpack

In den letzten Tagen erreichten mich erneut zwei Päckchen mit Buchpost, die ich Euch nicht vorenthalten möchte. Neben einem Rezensionsexemplar von Emmas Weg von der Autorin Vera Jürgens (vielen Dank schon einmal an dieser Stelle), trudelte auch mein Adventskalendergewinn vom Lyx Verlag in der Bastei Lübbe AG ein – ein ideales Geschenk für mich als Fan historischer Romane. Besonders gespannt bin ich auf den Roman von Simona Ahrnstedt – um ihre Bücher mit den zauberhaften Covern schleiche ich schon seit Jahren. Und wer weiß, vielleicht besteht bei einer der nächsten LLC ja mal die Gelegenheit, eine der drei Lyx-Autorinnen persönlich zu treffen :).

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Euch allen ein frohes Weihnachtsfest!

[Buchgedanken] Mona Kasten: „Begin Again“

In den letzten Tagen habe ich (endlich) „Begin Again“ von Mona Kasten gelesen, den Auftakt zu ihrer erfolgreichen „Again“-Reihe. Das Buch ist 2016 bei Lyx in der Bastei Lübbe AG erschienen und dem Genre New-Adult-Liebesroman zuzurechnen.

41RayocONLL._SX312_BO1204203200_Neuer Name, neue Stadt, neue Frisur – ein kompletter Neubeginn, fernab von ihrer dunklen Vergangenheit. Das ist Allie Harpers sehnlichster Wunsch, als sie für ihr Studium gegen den Willen ihrer Eltern in die Kleinstadt Woodshill zieht. Damit ihr Traum nicht bereits zu Beginn scheitert, muss sie in eine Wohngemeinschaft mit Kaden White ziehen. Der Badboy ist zwar unfassbar attraktiv, aber mindestens genauso unausstehlich – und stellt direkt zu Beginn eine ganze Reihe an Regeln auf. Die wichtigste: Wir fangen nie etwas miteinander an. Doch Allie merkt schnell, dass sich hinter Kadens grober Fassade viel mehr verbirgt, als zunächst angenommen. Und je besser sie ihn kennenlernt, umso schwerer fällt es ihr, das heftige Prickeln zwischen ihnen zu ignorieren.

Ich kann mir nicht erklären, weshalb es so lang gedauert hat, bis Monas Bücher sich in meinem SuB nach oben gekämpft haben – schließlich ist man in den letzten Monaten an Mona Kasten ja kaum vorbeigekommen, wenn man eine Buchhandlung betreten hat. Ihre „Save“-Reihe hat schließlich nicht nur die Herzen der Leser, sondern auch die Spiegel-Bestsellerlisten erobert, und Mona Kasten zu einer der gefragtesten Autorinnen des Genres gemacht. Umso froher bin ich darüber, dass ich nun endlich auch eines der Werke gelesen habe. Und – es hat sich gelohnt!

Schon mit Beginn des Werkes bin ich Allie komplett verfallen – ich meine, wer Taylor Swift liebt, hat bei mir als Taylor-Swift-Superfan ohnehin gewonnen. Aber auch abseits des grandiosen Musikgeschmacks hat sie mich als Protagonistin komplett beeindruckt. Sie zeigt Stärken und Schwächen, ist loyal, verletzlich, treu und – auf eine positive Weise – auch leicht verrückt. Man kann sich mit ihr identifizieren, leidet, lacht und weint mit ihr. Dies alles wird durch die gelungene Auswahl der Erzählperspektive perfekt unterstützt. Endlich mal ein Buch in dem Genre, das nur eine Ich-Perspektive nutzt! Trotz – oder gerade wegen – der fehlenden eigenen Erzählperspektive schafft die Autorin es, Kaden als Love Interest mysteriös zu gestalten – und ihn nur langsam, nach und nach dem Leser und Allie vorzustellen, was der Spannung zuträglich ist.

Auch wenn die Handlung genrespezifisch bedingt teils vorhersehbar ist, gelingt es Mona Kasten jedoch, durch mehrere unerwartete Wendungen den Leser immer mal wieder aufs Glatteis zu führen, immer neue Probleme und Konflikte zu kreieren, die sich aber in keinem Fall konstruiert, sondern immer natürlich anfühlen. Dadurch wird die Spannung dauerhaft gehalten. Auch das Setting vermag vollends zu überzeugen. Eine amerikanische Kleinstadt mit unberührter Natur – Mona Kasten schreibt nicht nur über Freiheit, man hat als Leser sogar den Eindruck, diese auch zu fühlen.

Angenehm überrascht bin ich auch davon, dass nur sporadisch erotische Passagen auftauchen, dem Buch die Schwerpunktsetzung gut gelingt. Das Knistern, die Anziehung ist spürbar und wird gut transportiert – übrigens nicht nur zwischen den Hauptprotagonisten. Der Autorin gelingt es, auch den Nebencharakteren eigene Motive und Handlungen, eigene Geschichten zu geben – hier sehe ich noch viel Potential für die Folgebände, und hoffe, dort noch mehr über Dawn und Spencer zu lesen.

Die Buchgestaltung ist erwartungsgemäß überzeugend, Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet. Vollkommen begeistert bin ich jedoch von dem Cover – ein wahrer Eyecatcher, mit einer leichten und hochwertigen Prägung auf Cover, Buchrücken und Coverrückseite.

Mein Fazit? Mona Kasten gelingt mit „Begin Again“ ein in allen Punkten überzeugender New-Adult-Liebesroman, der vor allem durch tolle Protagonisten, ein wundervolles Setting und ein spürbares Prickeln begeistert. Ich kann die Folgebände kaum erwarten und schiele schon einmal perspektivisch auf die bald anstehenden Jahreshighlights – vielleicht komme ich nicht umhin, Mona dort ebenfalls ein Plätzchen einzuräumen.

 

[Buchgedanken] Benne Schröder: „In der Liebe ist die Hölle los“

Da heute im Süden gesetzlicher Feiertag ist, nutze ich die Zeit direkt mal, um eine Rezension zu verfassen, die schon viel zu lange darauf wartet, getippt zu werden. Außerdem: Was wäre passender, als an Fronleichnam ein teuflisches Buch über das Geschäft mit dem Tod zu besprechen? :).

Bereits vor einiger Zeit habe ich „In der Liebe ist die Hölle los“ von Benne Schröder gelesen (den ich auch auf der LLC und der LBC getroffen habe). Das Buch ist 2017 bei LYX in der Bastei Lübbe AG (daran habe ich mich immer noch nicht so ganz gewöhnt) erschienen und ist das Debüt des Radiomoderators Benne Schröder bei Publikumsverlagen. Allein über das Genre des Buches könnte man ganze Blogposts verfassen und sich trefflich streiten. Da hier aber die Inhalte im Vordergrund stehen sollen, ordne ich es jetzt einfach mal pauschal als New-Adult-Romantasy ein, auch wenn es sicherlich gute Argumente gibt, das Buch entweder als klassische Liebesgeschichte oder sogar als Urban Fantasy zu sehen, wenn man bedenkt, dass kein Protagonist rein menschlich ist.

Catalea Morgenstern wünscht sich nichts sehnlicher, als ein einfaches Leben zu führen. 51nflt2pjml-_sx343_bo1204203200_Sie lebt und studiert in Köln und ist frisch verliebt. Alles hätte so schön werden können, wenn, ja wenn es ihre teuflische Familie nicht gäbe. Schon seit Langem verlangt Cataleas Vater, dass diese endlich in die Firma einsteigt, über die er seit Urgedenken herrscht und die ihr Geschäft mit dem Tod macht. Auch wenn es für Catalea die Hölle ist, gibt diese nach und beginnt, als Todeshändlerin zu arbeiten. Als bei einem ihrer Aufträge etwas schief geht und sie sich der Kölner Polizei gegenübersieht, beginnt für Catalea ein Kampf auf Leben und Tod, ein Ränkespiel, dessen Intrigen die ganze Dunkelheit erschüttern und bis in den tiefsten Höllenkreis reichen. Denn ihr Vater ist niemand Geringeres als der Teufel höchstpersönlich.

Mit „In der Liebe ist die Hölle los“ tritt Benne Schröder den lebenden Beweis dafür an, dass auch Männer Liebesromane schreiben können (etwas, was seit Jahren auf quasi jeder Romance-Convention heiß diskutiert wird). Beachtlich ist, dass der Roman fast ganz aus der Sicht von Catalea, einer weiblichen Ich-Erzählerin geschrieben ist. Dadurch wird es dem Leser ermöglicht, sehr nah an den Gedanken und Gefühlen der Protagonistin zu sein, sich schnell mit ihr zu identifizieren, mit ihr zu leiden, zu wüten, zu lachen.

Eine der größten Stärken des Buches liegt dabei in der Leichtigkeit der Geschichte. In nahezu allen Liebesromanen, die ich in der letzten Zeit gelesen habe, kamen schwerste Schicksalsschläge, Krankheiten, Suizidversuche etc. vor. Und auch wenn es hier ebenfalls (wie könnte es bei der Hölle anders sein) um Leben und Tod geht, so gelingt es Benne Schröder jedoch, durch einen frischen Schreibstil – und auch durch kleine, eingestreute Sidegags wie Timurs wechselnde Autos oder das Handbuch der Toten – die Lockerheit nicht zu verlieren und den Leser nicht in bedeutungsschwangeren Momenten zu ertränken.

„In der Liebe ist die Hölle los“ punktet auch durch seine sorgsam ausgearbeiteten, plastischen und vielschichtigen Charaktere, die sich im Laufe des Buches (auch wenn es bei Timur zähneknirschend langsam vorangeht) weiterentwickeln. Dabei sind vor allem auch die Nebenrollen faszinierend, Charaktere wie Judas, Kitty und Mia (von letzterer würde ich mir im zweiten Teil mehr wünschen!) treiben die Geschichte nicht nur voran, sondern sorgen auch für tolle Szenen, die beim Lesen richtig Spaß machen.

Der Spannungsbogen wird die ganze Zeit gehalten und der Leser durch unerwartete Wendungen immer mal wieder überrascht. Kleinere Unstimmigkeiten sind zwar vorhanden, diese fallen aber vor dem beeindruckenden Setting kaum ins Gewicht. Positiv hervorheben möchte ich noch, dass das Buch – obwohl als zweibändige Reihe (leider nur zwei …) angelegt – auch als Standalone-Roman gelesen werden kann, da die Geschichte durchaus abgeschlossen ist und keinen argen Cliffhanger bietet.

Lektorat und Korrektorat haben ausgezeichnete Arbeit geleistet, das Cover ist ansprechend und hochwertig gestaltet, die Schrift leicht geprägt und es ist ausklappbar und bietet mit den farbigen Coverinnenseiten auch tolle Farbakzente. Dennoch hätte es von meiner Seite beim Cover auch noch leichte Luft nach oben gegeben, es ist isoliert betrachtet schön, aber beim Scannen eines Bücherregales wäre es kein Eyecatcher, der meinen Blick sofort auf sich lenken und mich allein schon vom Cover her anziehen würde.

Mein Fazit: „In der Liebe ist die Hölle los“ ist ein frischer, überzeugender Liebesroman mit phantastischem Setting, der vor allem durch seine interessanten Protagonisten und den locker-humorvollen Schreibstil überzeugt, und Lust auf mehr macht. Für Liebesromanleser bedenkenlos zu empfehlen, ich freue mich schon auf den zweiten Teil, der im November 2017 erscheint.