[Buchgedanken] Annette Mierswa: „Der Scherbenpalast“

In der letzten Zeit habe ich auch „Der Scherbenpalast“ von Annette Mierswa gelesen. Das Buch ist 2025 im Verlag Freies Geistesleben (Verlag Freies Geistesleben & Urachhaus GmbH) veröffentlicht worden und als Jugendbuch einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Lou ist wütend, sehr wütend, denn die Familie zieht von Hamburg nach Mannheim. Doch where the hell is Mannheim? Ohnmächtig taumelt Lou in ein neues Leben, ohne ihre beste Freundin Nel und ohne Damian, mit dem so viel möglich schien … Also provoziert und wütet sie, bis sich Dinge ereignen, die ihre Sicht verändern – und sie vor allem merkt, dass sie selbst für ihr Glück verantwortlich ist.

„Der Scherbenpalast“ ist mein erster Roman der hochdekorierten und produktiven Kinder- und Jugendbuchautorin Annette Mierswa. Empfohlen wird das Buch für Leser:innen ab 14 Jahren, eine Alterseinschätzung, die ich im Wesentlichen teilen kann. Daher lässt sich der Roman auch problemlos als Jugendbuch einordnen – darüber hinaus ließen sich auch Argumente für die Eingruppierung als Coming of Age finden oder, wenn man Lous Argumentation zu Beginn des Romans folgt, für eine solche als Schicksalsroman.

Denn die Handlung wird von dem als dramatisch empfundenen Umzug nach Mannheim dominiert, der Lou, aus deren Sicht die Geschichte in einer Ich-Perspektive erzählt wird, aus ihrem altbekannten Leben reißt. Dabei ist die Handlung durchaus kurzweilig und interessant, jedoch ohne größere Spannungsspitzen. Zudem kommt das Ende etwas abrupt, hier hätte man noch die ein oder andere Seite hinzufügen können. Zugleich bleibt das Ende, zumindest in einigen Punkten, sehr offen gestaltet, was Möglichkeiten für eine Fortsetzung lässt, für die Leser:innen jedoch durchaus Frustrationspotential bereithält.

Das Setting ist im Wesentlichen gelungen. So entführt die Autorin ihre Leser:innen in die Quadratestadt Mannheim, in eine Stadt zwischen renommiertem Nationaltheater, wunderschönem Barockschloss und – ja – der Eisdiele, in der das Spaghettieis erfunden wurde. Dennoch vermisse ich hier, da der Ortswechsel ja handlungstreibend ist, noch mehr Lokalkolorit, noch mehr Mannheimer Spezialitäten, genauere Beschreibungen – und stärkere Dialekte. Annette Mierswa mischt dabei ein Potpourri an jugendtypischen Problemen und Themen zu einem sehr dichtem Gefühlschaos für Lou und garniert dies mit einem Plädoyer für den Einsatz gegen den Klimawandel, auch wenn die hier beschriebenen Methoden durchaus auch kritisch betrachtet werden können oder sogar sollen.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen insbesondere Nebencharaktere wie Romy und Nel, von denen ich jeweils gern mehr lesen würde. Dahingegen handelt Lou oftmals nicht nachvollziehbar, und Tikey verbleibt etwas eindimensional, könnte sich aber, wenn seine Handlung weitererzählt wird, durchaus noch entwickeln. Anette Mierswas Schreibstil ist altersgerecht und lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anspringen.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat und Korrektorat sind hierbei nur Kleinigkeiten durchgerutscht, die den Lesefluss nicht wesentlich schmälern, der Buchsatz ist ordentlich. Der Buchumschlag ist auf dem Cover und der Coverrückseite leicht geprägt und mit Klappen und farbigen, aber eintönigen Coverinnenseiten versehen. Cover und Coverrückseite werden leider zum Buchrücken krass unterbrochen, was einen Bruch in der Farbgestaltung mit sich zieht. Zudem zeigt das Covermotiv zwar Anklänge an die Handlung, ist aber etwas zu sehr stilisiert und farblich sehr eigen. Gleichsam irritiert auch die Typografie des Titels.

Mein Fazit? „Der Scherbenpalast“ ist ein Jugendbuch für Leser:innen ab 14 Jahren, das vor allem mit seinem Setting und einer durchaus ungewöhnlichen Handlung punkten kann, dabei aber auch kleinere Schwächen aufweist. Für Leser:innen des Genres dennoch zu empfehlen, ab dem vom Verlag vorgeschlagenen Lesealter.

Winterzauber in Mannheim | Mit Ravensburger in den Advent

Heute stand für mich das letzte buchige Event des Jahres an, ein Ravensburger Popup-Store zu „Winter Wishes“ in Mannheim. Mit dabei: Nina MacKay, Alexandra Flint, Rebekka Weiler, Greta Milán, Jennifer Alice Jager, P. J. Ried, Sabine Schoder, Sandra Grauer und Stella Tack als Special Guest. Moderiert wurde die Veranstaltung von Roxy’s Podcast.

Die Autorinnen stellten auf der Bühne ihre Geschichten aus dem Adventskalenderbuch „Winter Wishes“ vor und plauderten im Gespräch mit Roxy übers Schreiben, Bücher und über Weihnachten – unterbrochen immer mal wieder von dem ein oder anderen Spiel. Dazu signierten alle fleißig ihre Bücher, Karten, oder – wie bei mir zum Beispiel – den Beutel des Verlags. Als Bücher ließ ich mir zudem „Double Crush“ von Nina MacKay und „The Romeo & Juliet Society: Rosenfluch“ von Sabine Schoder signieren. Ebenfalls geplant war „Silver & Poison: Die Essenz der Erinnerung“ von Anne Lück, die leider wie auch zwei andere AutorInnen absagen musste. Dennoch ein vollkommener gelungener Adventsnachmittag – nicht zuletzt dank dem leckeren Kuchen des Verlags :D.

Im nächsten Jahr stehen bei mir neben den beiden großen Buchmessen sicherlich auch wieder das ein oder andere, kleinere Event an. Was habt Ihr für 2024 geplant?

Mannheim ruft | Ravensburger-Neuzugänge

Ziemlich genau in zwei Wochen steht für mich das wohl letzte Buchevent des Jahres an, ein Ravensburger Pop-Up Store mit den Autor:innen von „Winter Wishes“ im Thalia Mannheim. Zur Vorbereitung durften dabei diese beiden, selbstgekauften Bücher bei mir einziehen: „Silver & Poison: Die Essenz der Erinnerung“ von Anne Lück und „The Romeo & Juliet Society: Rosenfluch“ von Sabine Schoder. Annes Buch ist dabei der zweite Teil ihrer fantastischen Buchreihe, während Sabines Buch der erste Band ihrer modernen Adaption von Shakespeares weltberühmter Liebesgeschichte ist. Ich bin auf beide Reihen jedenfalls schon sehr gespannt – und freue mich schon darauf, die beiden Autorinnen in Mannheim zu treffen.

Sehen die Bücher mit den Farbschnitten nicht toll aus?

Von St. Moritz nach Tokio | Neuzugänge von (für mich) neuen Autorinnen

In den letzten Wochen zogen auch diese beiden, selbstgekauften und wunderschönen Bücher bei mir ein. „Blackwell Palace. Risking it all“ von Ayla Dade (Penguin Verlag) ist der erste Teil der „Frozen Hearts“-Reihe und begeisterte mich auf einer Lesung von Ayla in Mannheim, „Tokioregen“ von Yasmin Shakarami (cbj Kinder- und Jugendbuchverlag) – ich bin immer noch schockverliebt in das unglaubliche Cover – lernte ich auf der Frankfurter Buchmesse bei einer Buchpräsentation (und die Autorin bei einem M&G) näher kennen. Bei beiden Romanen handelt es sich um mein erstes Buch der jeweiligen Autorin – was bei Yasmin allerdings auch kein Wunder ist, ist „Tokioregen“ doch ihr Debütroman. Ich bin bereits jetzt auf die Ausflüge in die unterschiedlichen Länder und Kulturen gespannt, freue mich auf die Reisen nach Tokio und St. Moritz – und auf die unterschiedlichen Genres, handelt es sich doch um ein Jugendbuch/YA und eine New Adult Romance.

Welchen Autor, welche Autorin habt Ihr zuletzt für Euch neu entdeckt?

[FBM2023] Tag 5 – Ein magischer Abschluss

Am Sonntag endete bereits die diesjährige Frankfurter Buchmesse – und auch wenn der Messeblues langsam einsetzt, freue ich mich, heute noch einmal auf einen letzten, magischen Messetag zurückzublicken, mit: Anabelle Stehl, Elias Haller, Alexander Hartung, Dirk Trost, Alicia Zett, Yasmin Shakarami, Julia Dippel, Dagmar Bittner und Rufus Beck.

Dabei begann der Tag direkt mit einem absoluten Highlight: einer Signierstunde mit der wundervollen Anabelle Stehl für den LYX Verlag. Anabelle (unten links abgebildet), ebenfalls riesiger Taylor Swift Fan, nahm sich viel Zeit für die Leser:innen, stand auch für Fotos zur Verfügung und war im Gespräch genau so sympathisch, wie man es von den ganzen Lesungen vermuten konnte. Im Anschluss besuchte ich zudem einen Talk für Amazon Publishing zum Thema „Das perfekte Verbrechen“ mit Alexander Hartung, Dirk Trost und Elias Haller, von dem ich mir auch sein neuestes Buch „Rotkäppchen lügt“ signieren ließ.

Danach ging es für mich zum ersten mal an die Open Stage. Trotz schlechtem Wetter war der Bereich gut besucht – und das lag nicht zuletzt daran, dass Julia Dippel dort ihren neuen Roman „A Song to Raise a Storm“ (Thieneann-Esslinger) vorstellte. Gemeinsam mit der Hörbuchsprecherin Dagmar Bittner las sie einige Szenen aus dem Buch – unglaublich humorvoll! Auch im Anschluss stand dann wieder eine Signierstunde auf dem Plan – für den One Verlag (Bastei Lübbe AG) signierte Alicia Zett (unten rechts abgebildet) den zweiten Band ihrer tollen „Liebe ist“-Reihe ums Internat Schloss Mare: „Wie Melodien im Wind“. Ich bin schon ganz auf die Fortsetzung zu „Wie Wellen im Sturm“ gespannt!

Mein Nachmittag begann mit einer literarischen Neuentdeckung der Messe. Nachdem ich schon öfters auf das wunderschöne Buch „Tokioregen“ (cbj) in Buchhandlungen getroffen bin, lernte ich auf der Messe am Freitag erstmals dessen hochsympathische Autorin, Yasmin Shakarami, kennen, sodass ich mich spontan entschloss, am Sonntag auch eine richtige Buchpräsentation mit ihr zu besuchen. In der 30-Minuten-WG von Stern und der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH stellte sie nicht nur das Buch vor, sondern sprach auch über ihre Zeit in Tokio, ihre Erlebnisse – und … sang? Das war das Einzige, was misslang – denn der Versuch, schlecht zu singen, war, zumindest im Vergleich zum Moderator David Baum, bereits von Anfang an zum Scheitern verurteilt.

Am Nachmittag wurde es dann magisch, denn ich wurde, wie viele andere, zurück in meine Kindheit versetzt. Rufus Beck, der legendäre Hörbuchsprecher der Harry-Potter-Bücher, nahm auf der Literaturbühne Platz und sprach zum 25-jährigen Jubiläum der Bücher mit Salwa Houmsi über die Anfänge der Reihe. Im Anschluss signierte er zudem noch am Infodesk Autogrammkarten – eine tolle Überraschung und ein gelungener Abschluss meiner Signierstunden und Meet & Greets: Missetat begangen!

Zum Ausklang des Tages – und der Messe insgesamt – sah ich mir dann noch einen Cosplay Catwalk auf der Open Stage an, schlenderte durch die Hallen und sog soviel Atmosphäre auf, wie ich konnte, denn bis zur nächsten Messe dauert es noch einige Zeit. Immerhin besuche ich übermorgen noch eine Lesung von Ayla Dade in Mannheim – sodass ich mich noch nicht ganz von dem Messegefühl verabschieden muss.

Was waren Eure Highlights? Welche Messe steht bei Euch als nächstes an?

Andreas Eschbach in Mannheim | Lesung

Nachdem ich am Dienstag ja bereits bei Bianca Iosivoni war, stand relativ spontan am Donnerstag eine weitere Lesung für mich an. Im Thalia Mannheim am Paradeplatz las Andreas Eschbach – exklusiv und als Premiere – aus seinem neuesten Werk „Der schlauste Mann der Welt“ – unglaublich humorvoll und überraschend. Vielen Dank an dieser Stelle auch an Bastei Lübbe für die Gästelistenplätze als Gewinn aus einer Verlosung.

Im Anschluss beantwortete Andreas Eschbach noch unzählige Fragen zu seinen Büchern, Verfilmungen und Schreibroutinen, und signierte seine Werke. Nachdem ich mir 2014 bereits „Der Jesus-Deal“ signieren lassen habe, stand Vorgestern noch „Freiheitsgeld“ aus, das mich im letzten Jahr so überzeugt hat. Insgesamt also ein wirklich gelungener Abend.

Welche Lesung habt Ihr zuletzt besucht?

Ein magischer Abend in Speyer

Gestern konnte ich den Messeblues etwas hinter mir lassen, denn es verschlug mich am Abend nach Speyer in die Osiander Buchhandlung. Dort stellte Bianca Iosivoni ihren neuesten Roman „Twisted Fate – Wenn Magie erwacht“ (Ravensburger Buchverlag) vor und las einige Szenen aus dem Auftaktband der in Schottland spielenden Dilogie. Danach und dazwischen beantwortete sie noch viele Fragen – und stand im Anschluss geduldig für Fotos und Signaturen zur Verfügung – ein rundum gelungener Abend voller Spannung, Humor und mit einer unglaublich sympathischen Autorin. Nicht, dass es noch eine Bekräftigung gebraucht hätte, da Bianca ohnehin eine meiner Lieblingsautorinnen ist – schließlich besitze ich eine zweistellige Anzahl an signierten Büchern von ihr ;). Hier noch einige Fotos des tollen Events, bei dem auch die Leser Biancas Buch signieren durften :).

Morgen geht es für mich übrigens direkt zur nächsten Lesung. Dieses Mal liest Andreas Eschbach in Mannheim. Ich freue mich schon!

„Lesen ist nichts für Feiglinge“

20191129_211013(0)Am Freitag fand bereits die letzte Veranstaltung meines Lesemarathons in Mannheim statt. Nach Bianca Iosivoni, Nicole Böhm und Alexander Kopainski hatte der Thalia zum Abschluss einen absoluten Kracher zu bieten. Ava Reed, Marah Woolf, Rose Snow und Katharina Herzog lasen unter dem Titel „Lesen ist nichts für Feiglinge“ aus ihren aktuellen Büchern und signierten diese fleißig. Erwartungsgemäß war die Lesung bestens besucht, der Thalia platzte aus allen Nähten und die Bücher waren schnell ausverkauft. Ein rundum gelungener Abend, der bereits etwas vorher auf dem Mannheimer Weihnachtsmarkt begann.

Damit ist mein Messe- und Veranstaltungsjahr endgültig beendet. Für das nächste Jahr sind die LBM und FBM bereits fest gebucht, die LBC und das Lit.Love-Lesefestival eingeplant. Bis dahin wünsche ich allen einen frohen ersten Advent und eine besinnliche Weihnachtszeit!

 

Signierstunde und shopping spree

IMG-20191116-WA0013Am Wochenende verbrachte ich erneut einen Nachmittag in Mannheim – Anlass war eine Signierstunde von Laura Kneidl im Thalia. Da ich schon alle New-Adult-Bücher von ihr habe, ließ ich mir ein Lesezeichen signieren. Um den Nachmittag sinnvoll zu nutzen, ging ich danach spontan noch shoppen. Neben viel zu vielen Notizbüchern wanderte auch der ein oder andere Funko in meinen Einkaufskorb – und endlich ein wirklich toller Ravenclaw-Hoodie, in den ich mich sofort spontan verliebt habe (wie damals übrigens auch in Fleur Delacour <3). Nun möchte ich Euch aber nicht länger auf die Folter spannen – hier sind meine neuesten Schätze :).

Lesungsmarathon – die zweite!

Nach der Auftaktlesung von Bianca Iosivoni fand gestern der zweite Teil meines dreiteiligen Lesungsmarathons in Mannheim statt. Nicole Böhm und Alexander Kopainski lasen aus ihren aktuellen Büchern aus dem Drachenmond Verlag. Zudem plauderten sie über das Schreiben – und, im Falle von Alex, dem Covergott, über das Coverdesign. Im Anschluss signierten sie Bücher und verteilten kleinere Goodies. Ein rundum gelungener, wenn auch nicht übermäßig gut besuchter Abend.

In rund vier Wochen geht es dann zur abschließenden Lesung mit Ava Reed, Marah Woolf, Rose Snow und Katharina Herzog. Das wird ein Fest!