[Buchgedanken] Mel Wallis de Vries: „Himmel oder Hölle?“

Vor kurzem habe ich „Himmel oder Hölle?“ von Mel Wallis de Vries gelesen. Das Buch ist 2021 im ONE Verlag in der Bastei Lübbe AG veröffentlicht worden, die Originalausgabe erschien 2013 unter dem TItel „Wreed“ bei Uitgeverij de Fontein. Der Roman ist als Jugendhriller einzuordnen – vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares über die Bloggerjury.

Danielle lernt im Skiurlaub mit ihren Freundinnen den gut aussehenden Dante kennen. Der Student spielt ihrer Meinung nach in einer ganz anderen Liga, und dennoch scheint er sich für sie zu interessieren. Zurück in Amsterdam kann Danielle ihr Glück kaum fassen, als ihr Dante zufällig wieder über den Weg läuft. Doch gerade als die beiden sich näherkommen, entdeckt sie Dantes dunkles Geheimnis: Seine letzte Freundin Florine wurde ermordet, und ausgerechnet Dante war der Hauptverdächtige. Kann Danielle ihm wirklich vertrauen?

„Himmel oder Hölle?“ ist ein Jugendthriller ab 14, der unter anderem die Themen Stalking und toxische Beziehungen in den Mittelpunkt rückt – um (spoilerfrei) nur einige der Problemkreise zu nennen, auf die das Buch auch mit einer Triggerwarnung reagiert, die sich allerdings – ebenfalls spoilerfrei – erst am Buchende befindet und auf die anfangs nur hingewiesen wird. Gewünscht hätte ich mir in dem Zusammenhang jedoch, dass dann im Rahmen der Triggerwarnung auch Hilfsangebote, Kontaktadressen für Betroffene verlinkt bzw. benannt werden.

Die Handlung ist spannend, kurzweilig und abwechslungsreich, dabei teils vorhersehbar, teils aber auch mit unerwarteten Wendungen versehen. Insgesamt bleibt sie jedoch etwas an der Oberfläche, durch das insgesamt sehr kurze Buch und die Zweiteilung in das aktuelle und vergangene Geschehen bleibt kaum Zeit und Platz, um den Leser intensiv mit den Figuren vertraut zu machen. So hätte ich mir viel mehr von Madelief – der absoluten Sympathieträgerin – oder auch von Robin gewünscht.

Durch die Fokussierung auf die – wie auch immer geartete – Beziehung zwischen Danielle und Dante werden die Charaktere darüber hinaus auch nur oberflächlich entwickelt, die Probleme zwischen Dany und ihren Eltern hätten zum Beispiel noch präsenter eingebaut werden können, um gerade auch ihre Entwicklung für den Leser nachvollziehbarer zu gestalten. Dennoch gelingt es Mel Wallis de Vries, durch die Wahl der Erzählperspektiven – zwei Ich-Perspektiven – den Leser nah an die handelnden Figuren zu bringen, ihre Stimmung aufzufangen, sodass man trotzdem das Buch nicht aus der Hand legen möchte.

Der Schreibstil der Autorin lässt sich dabei leicht und flüssig lesen, ist relativ einfach und wird von kurzen Sätzen dominiert – voller Tempo aber mit wenig Abwechslung. Die Dialoge sind altersgerecht und authentisch, sodass das Kopfkino gut anspringt, insbesondere am Beginn des Buches während des Skiurlaubes von Danielle und ihren Freundinnen.

Die Buchgestaltung ist solide, Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben im Wesentlichen gut gearbeitet, wenn auch Kleinigkeiten, insbesondere im Satz, durchgerutscht sind – oder ich verstehe die Mittel einfach nicht. Das Cover ist gelungen, vermittelt gut die Grundstimmung und zieht sich farblich über den gesamten, sehr ansehnlichen Buchumschlag.

Mein Fazit? „Himmel oder Hölle?“ ist ein gelungener Jugendthriller mit spannender Handlung, den man kaum aus der Hand legen kann, der aber auch etwas an der Oberfläche verbleibt. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab dem vom Verlag vorgeschlagenen Lesealter von 14.

[LBM2021] Doppelte Buchpost zur Messe

Da mich eines der beiden erst vor kurzem erreichte, möchte ich Euch heute die Bücher zeigen, die ich mir auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse – virtuell – gekauft habe. Dabei handelt es sich zum einen um „Deeply“ (in Love 3), das die aufregende New-Adult-Reihe von Ava Reed bei LYX abschließt, und zum anderen um „Underworld Chronicles 1 – Verflucht“ von Kelly und Josh Oram, die das Buch unter dem Pseudonym Jackie May im One Verlag veröffentlichen. Vielen Dank an diesesr Stelle auch an beide Verlage für die Organisation von Signieraktionen – im Falle von „Verflucht“ über die Buchhandlung Pustet. Sehen die Bücher nicht toll aus? Kennt Ihr die Autoren und Buchreihen?

[LBM2021] Tag 0 und Tag 1: Ein Kickoff der anderen Art

Gestern startete die diesjährige Leipziger Buchmesse. Okay, das stimmt so nicht – sondern lediglich das Lesefestival „Leipzig Liest Extra“ und viele Veranstaltungen von Verlagen, die ein Messeersatzprogramm im Digitalen veranstalten. Und auch wenn dies die Messe einfach nicht ersetzen kann, habe ich trotzdem an einigen Veranstaltungen teilgenommen und werde dies auch in den nächsten Tagen noch tun. Alles, in der Hoffnung, dass diese LBM die letzte große Messe ist, die ausfällt, und wir uns spätestens im Herbst in Frankfurt alle wiedertreffen können.

Für mich begann der Veranstaltungsreigen im Übrigen bereits einen Tag vorher, mit den Kickoff-Veranstaltungen der „Buchmesse@home“ der Bastei Lübbe AG zum Thema „Mut“. So wurden zuerst die Autorinnen Anne Prettin („Die vier Gezeiten„) und Ulla Mothes („Geteilte Träume„) von Margarete von Schwarzkopf über ihre neuen Familiensagen interviewt, die beide auch dunkle und spannende Kapitel der deutschen Geschichte abdecken. Im Anschluss wurde mit dem ersten Band der „Underworld Chronicles“ eine neue Urban-Fantasy-Reihe von Kelly Oram vorgestellt, die diese mit ihrem Mann Josh zusammen unter dem Pseudonym Jackie May veröffentlicht. Spannend, fantastisch – und ein absolutes Must-Read. Band 1 ist danach direkt in meinen Warenkorb gehüpft.

Verglichen zu dem Vorabend war der erste „offizielle“ Messetag dagegen für mich relativ ruhig – und etwas kulturlastiger. So startete ich in den Tag mit einem Gespräch auf dem Blauen Sofa. Bénédicte Savoy referierte zum Thema Kulturerbe, Kunstraub und Beutekunst und stellte ihr neuestes Buch „Afrikas Kampf um seine Kunst“ vor. Im Anschluss sah ich mir Interviews auf dem LYX-Kanal mit Sarah Sprinz und Anabelle Stehl zum Thema „Uni-Setting in New-Adult-Romanen“ an. Faszinierend, wenn man bedenkt, dass Anabelles Romane entgegen dem üblichen Trend in Deutschland spielen. [Spoiler alert: Auch an Tag zwei der Buchmesse begleiteten mich Anabelles Bücher :)]

Für den Abschluss des Tages sorgte eine hochpolitische Diskussion auf dem Blauen Sofa. Gesine Schwan, Michael Seemann und Bernd Stegemann diskutierten zur Frage „Wie verändern Plattformen die Demokratie?“. Moderiert von Vivian Perkovic, entstand schnell ein sehr lebhaftes Gespräch über Globalisierung und den Fokus auf kleine Communitys, über Vor- und Nachteile großer Plattformen und deren Macht im vorpolitischen Raum. Teils sehr theorielastig war es doch anrührend zu sehen, wie stark und vehement Gesine Schwan versuchte, den Wert von Kommunikation wieder in den Fokus allen Handelns zu rücken.

Damit endete auch schon mein Messetag, der mich sehr entspannt zurück- und mich sogar das Gedränge, die Müdigkeit und Schmerzen einer Livemesse vermissen ließ. Wie sah das bei Euch aus? Habt Ihr überhaupt Veranstaltungen der Messe besucht?

Doppelte Buchpost in Schwarz-Weiß und Bunt

Während heute die – abgespeckte – Leipziger Buchmesse begann (zu der ich in den nächsten Tagen einige Beiträge poste), möchte ich Euch erst einmal noch zwei Rezensionsexemplare zeigen, die mich in den letzten Tagen erreichten: „Whalea“ von Laura Ventur und „Himmel oder Hölle?“ von Mel Wallis de Vries. Ersteres fand über die Agentur Literaturtest zu mir, letzteres über die Bloggerjury – vielen Dank allen Beteiligten. Und auch wenn sie von der Zielgruppe her alterstechnisch ähnlich sein sollten, vermitteln sie doch jeweils eine ganz andere Grundstimmung. Was mögt Ihr mehr? Seid Ihr #TeamBunt oder #TeamSchwarzWeiß? Thriller oder Fantasy? =)

[FBM2020] Tag5 – Ein gelungener Abschluss

Gestern endete auch schon bereits die Frankfurter Buchmesse 2020 – und meine letzten vier Veranstaltungen standen auf dem Plan. Okay, das ist leicht geschummelt, denn ich begann den Tag damit, ein Video einer Veranstaltung vom Samstag zu schauen, die leider parallel zu Ava Reeds Livestream lief – aber ein Interview mit Margaret Atwood ist immer ein absolutes Highlight, das ich nicht auslassen kann. Humorvoll, pointiert – und mit so viel Herz und Verstand sprach sie über die aktuelle Politik, ihr Leben und ihre Projekte. Mir ist schleierhaft, warum sie Jahr für Jahr beim Literaturnobelpreis übergangen wird. Im Anschluss startete das reguläre Programm für mich mit einem Livestream der supersympathischen französischen Autorin Morgane Moncomble für den LYX-Verlag. Ihr neuestes Buch „Bad at Love“ werde ich auch in Kürze vorstellen.

Am Nachmittag nahm Cornelia Funke, aus Malibu zugeschaltet, virtuell auf der ARD-Bühne Platz und erzählte über den neuen „Reckless“-Band, ihr Leben zur Zeit der Pandemie und über ihre sonstigen Projekte. Mit im Livestream: zwei wundervolle Hunde, die für herzerwärmende Momente sorgten. Und dann stand auch schon die letzte Veranstaltung an: Eine Lesung mit Q&A im Livestream von Valentina Fast für den One Verlag. Dabei las die Autorin aus dem ersten Band ihrer „Secret Academy“-Dilogie, die unbedingt noch bei mir einziehen muss, da die Auszüge toll klangen und die Cover einfach wunderschön sind.

Wenn ich mich nicht verzählt habe, endete die FBM damit für mich nach 21 Veranstaltungen. So schön es teilweise auch war, die Autoren und Autorinnen zumindest im Stream zu sehen, und so viel Mühe wie sich die Verlage auch gegeben haben – es ersetzt keine richtige Messe. Und so hoffe ich, 2021 Euch allen wieder persönlich begegnen zu können. Bis dahin: bleibt gesund!

[FBM2020] Tag4 – Ein Tag mit internationalem Flair

Gestern stand bereits der vorletzte Tag der Messe an – und wie an einem Messesamstag üblich, mixte ich internationale Superstars und Berühmtheiten in das Programm. Doch am Vormittag begann mein Tag erst einmal ganz im Sinne des Bloggers in mir mit der Verlagspreview der Bastei Lübbe AG. Insbesondere von One und LYX erwarten uns hier in der nächsten Zeit ganz viele tolle Bücher <3. Weiter ging es im Anschluss mit Interviews von Andreas Eschbach, Zoe Beck, Micaela Jary und Titus Müller über ihre Schreibanfänge.

Der Abend startete mit dem internationalen Bestsellerautor Hakan Nesser, der über das Schreiben, seine Motivation und seinen neuesten Roman sprach. Im Anschluss stand ein Interview mit Edward Snowdem auf dem Plan, der aus Moskau sein autobiografisches Buch „Permanent Record“ vorstellte. Ein Pflichttermin – egal, wie man zu ihm steht. Als krönender Abschluss sah ich mir abends den Livestream mit Ava Reed für den Lyx-Verlag an, in dem sie Szenen aus „Madly“ las und tapfer und geduldig alle Fragen und Kommentare der Leser beantwortete – Spoiler-Labello inklusive!

Heute steht auch schon der letzte Messetag an – und der Bericht dazu folgt dann wahrscheinlich morgen :).

[Buchgedanken] Laini Taylor: „Muse of Nightmares – Das Geheimnis des Träumers“ (Muse 1, Strange 3)

In der letzten Zeit habe ich „Muse of Nightmares – Das Geheimnis des Träumers“ gelesen. Vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag und die Bloggerjury für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares. Der Roman ist 2020 im One Verlag in der Bastei Lübbe AG erschienen und dem Genre High-Fantasy zuzuordnen. Die Originalausgabe erschien 2018 unter dem Titel „Muse of Nightmares“ bei Little, Brown and Company, Hachette Book Group. Er bildet den Auftakt der „Muse of Nightmares“-Dilogie, stellt gleichzeitig aber auch eine Fortsetzung der „Strange the Dreamer“-Dilogie dar, sodass er insgesamt auch als dritter Teil dieser Reihe gelten kann.

51YWG8WThzL._SX327_BO1204203200_Sarai ist die Muse der Albträume. Seit sie denken kann, quält sie die Bewohner von Weep mit ihren schlimmsten Ängsten. Sie ist sich sicher, dass sie jede noch so furchtbare Grausamkeit gesehen hat. Doch damit liegt sie falsch. Unendlich falsch. Denn plötzlich findet sich Sarai selbst in einem Albtraum wieder, aus dem sie nicht aufwachen kann. Ihre Liebe, ihr Leben und das aller Bewohner von Weep stehen auf dem Spiel …

„Muse of Nightmares – Das Geheimnis des Träumers“ ist ein klassischer Auftaktband – und kann definitiv nicht als Standalone gelesen werden, da keine der Handlungslinien zum Ende hin wirklich aufgelöst wird, was viel Potential für den nachfolgenden Teil eröffnet, für den Leser bisweilen aber etwas unbefriedigend sein kann. Auch empfiehlt es sich – was ich nicht getan habe – vorher in jedem Fall „Strange the Dreamer“ zu lesen, da es den Anschein macht, dass Welt und Vorgeschichte vorausgesetzt werden und nur noch wenig erklärt wird. Ich würde das Buch daher auch als dritten Teil dieser Reihe sehen, und nicht als eigenständige Dilogie. Dadurch fiel es mir teils schwer, der Handlung flüssig zu folgen, dies kann dem Buch aber nicht angelastet werden.

Die Handlung insgesamt überzeugt im Wesentlichen, hat aber Längen, da relativ wenig passiert. Auch kann es bisweilen anstrengend sein, dass permanent zwischen den einzelnen Handlungssträngen hin- und hergewechselt wird. Brillant hingegen ist das Setting. Die Welt, die Laini Taylor erschafft, ist fantastisch und bildgewaltig, und doch sehr fragil und ausgewogen. Erinnerungen und Träume, Götterwesen und Götterschlächter, die Autorin beschreibt anschaulich und mit einem leicht lesbaren Schreibstil und erlaubt es dem Leser so, sich nach Weep und in die Zitadelle zu träumen.

Trotz der Vielzahl an Charakteren entwickelt Laini Taylor diese gut und legt sie dreidimensional, mit eigenen Stärken, Schwächen und Motiven an. Insbesondere Minya überzeugt hier auf ganzer Linie – und erhält durch die Reise in ihre Träume eine ganz andere Tiefe. Ich bin gespannt, ob diese Entwicklung im Folgeband konsequent weitergeführt wird.

Die Buchgestaltung überzeugt ebenfalls. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet. Das Cover ist wunderschön, ein wahrer Eyecatcher, und passt sich gut in das Gesamtbild der Reihe ein. Allerdings hätte es noch etwas hochwertiger ausgearbeitet und geprägt sein können, sodass das Buch sich insgesamt etwas edler anfühlen würde. Dabei ist allerdings zu beachten, dass im Gegenzug der Preis für ein Hardcover auch deutlich am unteren Ende angesetzt ist.

Mein Fazit? „Muse of Nightmares – Das Geheimnis des Träumers“ ist ein vielversprechender Auftakt, der zwar Schwächen in der Handlung hat, aber durch tolle Charaktere und ein brillantes Setting punkten kann. Da er viele Fragen für den nächsten Teil offen lässt allerdings nicht als Standalone lesbar – und idealerweise nach „Strange the Dreamer“. Für Liebhaber des Phantastischen bedenkenlos zu empfehlen.

Buchpost im Viererpack

In der letzten Zeit erreichten mich wieder ganz tolle Bücher per Buchpost. Neben den Rezensionsexemplaren „Muse of Nightmares – Das Geheimnis des Träumers“ und der „stromLos“-Dilogie (vielen Dank an dieser Stelle an die Verlage, die Agentur Literaturtest und die Bloggerjury) trudelten auch selbstgekaufte handsignierte Exemplare von Marah Woolf und Meghan March ins Haus. Die Bilder dazu möchte ich Euch natürlich nicht vorenthalten!

Welche der Bücher habt Ihr schon gelesen? Welche Schätze sind zuletzt bei Euch eingezogen? Rein damit in die Kommentare =).

[Buchgedanken] Caroline Brinkmann: „Die Vereinten“

Passend zum Weltfrauentag möchte ich Euch heute eine starke, schöne und wundervolle Protagonistin vorstellen. Ich muss gestehen, es hat viel zu lang gedauert … Aber nachdem ich im letzten Jahr „Die Perfekten“ gelesen habe, bin ich nun endlich zu dem mehr als würdigen Nachfolger gekommen. „Die Vereinten“ von Caroline Brinkmann erschien als Hardcover 2018 im One Verlag, Bastei Lübbe AG, und ist als dystopischer Jugendroman einzuordnen.

41eDQteOmjL._SX338_BO1204203200_Sie ist Rain. Der Regen. Der Neuanfang. Er ist Lark. Der Verräter. Das Ende.
Gemeinsam werden sie dem Land Hope Frieden bringen – oder seinen Untergang besiegeln.

Rain und Lark haben während der Rebellion schwere Verluste erlitten, doch der Kampf um die Vorherrschaft in Hope ist noch nicht vorbei. Ein Kampf, bei dem sie auf unterschiedlichen Seiten stehen. Und ausgerechnet Lark, der sie damals an die Spines verraten hat, ist der Einzige, dem Rain jetzt trauen kann. Aber wird er wirklich hinter ihr stehen, wenn es darauf ankommt?

„Die Vereinten“ ist ein gelungener und würdiger Nachfolger und Abschluss der Dilogie um Rain und Lark. Die Handlung schließt direkt an das Ende des Vorgängerbandes an und setzt diese nahtlos fort. Auch wenn neue Charaktere hinzutreten (die übrigens überwiegend toll und interessant sind – ich liebe Wren und Cassian), hält sich dies sehr in Grenzen, sodass vor allem die bereits bekannten und liebgewonnenen Charaktere weiter ausgebaut und entwickelt werden, was die Bindung zu ihnen noch verstärkt. Ich vermisse RoseSuperBot jetzt schon – was war das bitte für ein Ende?

Auch der Weltenbau wird konsequent weiterentwickelt. So erfährt man in diesem Teil noch mehr über die einzelnen Zirkel und besucht diese. Vor allem aber lernt man mehr über die Geschichte von Hope, über die Entstehung und über den großen Krieg. Dadurch werden auch die beiden großen Haupthandlungen miteinander verknüpft. Und auch wenn das Buch erneut ambitioniert ist, an der Grenze zur Überfrachtung entlanggleitet, gelingt es der Autorin in diesem Band besser, den Leser nicht zu erschlagen.

„Die Vereinten“ ist spannend, bietet viele überraschende Wendungen und neue Entwicklungen. Der Leser wird durch den flüssig und leicht zu lesenden Schreibstil der Autorin an die Seiten gefesselt, er lacht und leidet (okay – in aller Regel letzteres) mit den Protagonisten. Auch das sehr bildhaft gehaltene Setting vermag ebenfalls zu begeistern – und würde sicherlich bei einer Verfilmung grandiose, epische Szenerien ergeben.

Die Buchgestaltung überzeugt erneut größtenteils. Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, der Buchsatz ist ebenfalls in Ordnung, wenn auch wenig innovativ. Das Cover ist ein wahrer Eyecatcher und gefällt mir durch die außergewöhnliche Farbintensität noch besser als beim ersten Teil – und sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert der Reihe. Erneut ist mir die Gesamtgestaltung des Hardcovers allerdings etwas lieblos.

Mein Fazit? „Die Vereinten“ ist ein gelungener und würdiger Abschluss der Dilogie um Rain und Lark, der vor allem durch ein tolles Setting und eine konsequente Weiterentwicklung der Charaktere und der Welt begeistert. Für Genreliebhaber bedenkenlos zu empfehlen – und sicherlich nicht mein letztes Buch der Autorin.

[LBC2018] Von den Profis lernen

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Heute ging es für mich zum zweiten Mal auf die LitBlog Convention in Köln (#lbc18). In den heiligen Hallen der Bastei-Lübbe-Verlagsgesellschaft trafen sich die Verlage Kiepenheuer & Witsch, Diogenes, DuMont und Bastei Lübbe mit Bloggern, um sich in Workshops, Lesungen und Vorträgen auszutauschen. Vielen Dank an dieser Stelle erneut an die großartige Organisation, die tollen Referenten und das leckere Catering (vor allem die Getränke bei der Hitze).

20180609_111344Der Tag startete direkt mit einem absoluten Highlight: Einem Gespräch über das Schreiben und Verlegen mit Bestsellerautorin Mariana Leky und DuMont-Geschäftsführerin Sabine Cramer. Mariana Lekys neuestes Buch „Was man von hier aus sehen kann“ verkaufte sich bereits 180.000 Mal, eine Verfilmung ist geplant und das Buch wird in rund zehn Sprachen übersetzt. Im Gespräch erzählte sie sympathisch und humorvoll über den Werdungsprozess des Buches und über ihr Leben als Autorin.

20180609_122116Im Anschluss besuche ich die erste von drei lehrreichen Veranstaltungen. Die Krimi-Bestseller-Autorin Romy Fölck (Bastei Lübbe) referierte mit ihrer Lektorin zum Thema Plotten, beschrieb verschiedene Autorentypen und erklärte die Heldenreise und die 3-Akt-Struktur. Leider reichten 40 Minuten nicht annähernd aus, alles zu dem Thema zu diskutieren, aber dennoch sehr informativ.

20180609_143824_001Nach einer Mittagspause dann ein zweites Tageshighlight. Isabell May (One) und Vanessa Sangue (Lyx), die ich beide auch bereits vor kurzem auf der LoveLetter Convention getroffen habe, sprachen zusammen mit ihren jeweiligen Lektoren zum Thema Figurenentwicklung und erklärten an ihren Romanen, wie man starke und vielschichtige Protagonistinnen erschafft. Ein interessanter Einblick in die verschiedenen Schreib- und Plotprozesse der beiden tollen Autorinnen.

20180609_150912Den Wissensblock schloss danach Christina Friesen, Online-Marketing-Managerin von Bastei Lübbe, mit einem Vortrag zur Suchmaschinenoptimierung ab. Mit Hinweisen zum Content und Keyword-Management, mit Informationen zu hilfreichen Plug-Ins und zum Vergleich mit Wettbewerbern und mit tollen Tipps zum Aufbau von Seiten und Beiträgen, sorgte sie für einen gelungenen Beitrag. Ein Quantensprung im Vergleich zum letztjährigen Vortrag zur Social-Media-Nutzung, der damals leider nicht überzeugte.

20180609_160428_001Bevor es in den gemütlichen Teil der Veranstaltung überging, besuchte ich noch eine Lesung und ein Gespräch mit der Autorin Anne Reinecke, deren Debütroman „Leinsee“ bei Diogenes erschien. Im Anschluss an die tolle Lesung signierte die Autorin vom Verlag bereitgestellte Signierexemplare – dafür (und für die Goodies und Bücher in der Goodiebag) an dieser Stelle ebenfalls ein Dankeschön.

Der Tag endete mit einem gemütlichen Get-Together, einem offenen Podium zur Zusammenarbeit von Verlagen und Bloggern, und einem tollen Buffet. Mit der LBC endet nun auch mein Messefrühjahr. Voraussichtlich geht es für mich erst nach einer Sommerpause im Oktober mit der FBM, auf die ich mich schon sehr freue (und natürlich auch auf die LBC 2019), weiter. Hier noch ein paar abschließende Impressionen des gelungenen Tages.