[Buchgedanken] Petra Schier: „Die Wächterin von Köln“

In den letzten Tagen habe ich auch „Die Wächterin von Köln“ von Petra Schier gelesen. Das Buch ist 2024 bei HarperCollins in der Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH erschienen und als historischer Roman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Köln 1396/97: Elsbeth ist naiv und liebreizend, als sie mit sechzehn Jahren beginnt, im Bordell „Zur schönen Frau“ zu arbeiten. Bald darauf wird einer ihrer Freier, der Ratsherr van Kneyart, vergiftet aufgefunden, und sie gerät ins Visier der Obrigkeit. Auch ihr Halbbruder wird auf sie aufmerksam und bewahrt sie vor dem Galgen. Die beiden werden Vertraute, und mit der Hilfe von Elsbeth, die für ihn im Dirnenhaus Informationen sammelt, wird er zum mächtigsten Mann Kölns und Elsbeth zur geschickten Drahtzieherin der Unterwelt. Der junge Henker Johannes ist zunächst nicht begeistert von ihren mutigen Forderungen und ihrer fehlenden Demut. Schon bald aber entflammen unerwartet Gefühle zwischen den beiden. Als ein grausamer Mord geschieht, müssen die beiden gemeinsam verhindern, dass es zu einer falschen Verurteilung kommt.

„Die Wächterin von Köln“ ist nicht mein erster historischer Roman von Petra Schier, aber der erste aus der – von mir vereinfacht so benannten – „Köln-Saga“, zu der auch „Mord im Dirnenhaus“ und die „Lombarden“-Trilogie gehören, gibt es doch vielfach Überschneidungen zwischen den Romanen. Dabei lässt sich dieser Roman durchaus als Standalone lesen, die vielen Querverbindungen würden aber mit der Lektüre der anderen Bände vorab ein noch intensiveres Leseerlebnis ermöglichen. Relativ einfach lässt sich der Roman zudem als historischer Roman einordnen, auch wenn zuweilen auch das Gefühl eines historischen Kriminalromans oder -Thrillers aufkommt.

Denn die Handlung ist durchaus spannend und abwechslungsreich und wartet auch mit der ein oder anderen unerwarteten Wendung auf. Dabei wird diese in zwei Erzählebenen erzählt, der erzählerischen Gegenwart sowie der Vergangenheit von Elsbeth, die in Rückblenden aufgearbeitet wird, die sich immer stärker der eigentlichen Handlung annähern. Leider treten anfangs die Rückblenden gehäuft auf, sodass die Stringenz der Geschichte doch stark unterbrochen wird und sie nur langsam ins Rollen kommt – zulasten auch späterer, größerer Zeitsprünge in der eigentlichen Erzählung. Aber abgesehen davon entwickelt sich der Roman gerade in der zweiten Hälfte durchaus zum Pageturner.

Das – ungewohnte – Setting kann hier vor allem brillieren. So entführt die Autorin ihre Leser:innen ins Köln des (größtenteils) 15. Jahrhunderts. Die Schauplätze reichen dabei vom mittelalterlichen Dirnenhaus als zentralem Anlaufpunkt des Romans bis hin zu verwunschenen Mausoleen und ungenutzten Kapellen. Petra Schier zeigt hierbei in aller Deutlichkeit die Arbeit der Hübschlerinnen, ihre Arbeitsbedingungen und die Probleme, mit denen sie sich – wie alle anderen unehrlichen Berufe – im Alltag herumschlagen mussten, die Recherche scheint allumfassend. Erstaunlicherweise (also im Hinblick auf das Genre, nicht auf das Setting) ist das Buch daher auch mit unzähligen Sexszenen durchzogen, insbesondere in den Rückblenden.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Aufgrund der Fokussierung der Erzählperspektive auf Elsbeth kommen andere Charaktere teils etwas kurz – sehr gern hätte ich auch mehr von Aleydis erfahren, die durchaus einen unglaublich spannenden Eindruck macht, während Elsbeth teils doch übertrieben agiert, im Allgemeinen aber durchaus Sympathien erweckt. Petra Schiers Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen, die Waage hat hier sicherlich zugunsten der Lesbarkeit im Vergleich zur sprachlich-historischen Authentizität ausgeschlagen, auch das Mundartliche ist nur sehr selten eingestreut.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat und Korrektorat haben im Wesentlichen sauber gearbeitet, der Buchsatz ist gelungen, die Geschichte wird mit einer Karte, einer fast zu umfangreichen Dramatis Personae und einem ebenfalls sehr umfangreichen Nachwort abgerundet. Das Covermotiv zieht sich über Buchrücken und Coverrückseite und erzeugt so einen tollen Gesamteindruck, insgesamt ist der Umschlag aber genretypisch und kein wirklicher Eyecatcher.

Mein Fazit? „Die Wächterin von Köln“ ist ein spannender und thematisch ungewöhnlicher, historischer Roman mit nur kleineren Schwächen. Für Leser:innen des Genres bedenkenlos zu empfehlen, ab einem Lesealter von nicht unter 16 Jahren.

Deutsche Geschichte im Doppelpack | Lovelybooks-Buchpost

In den nächsten Tagen habe ich wieder Rezensionen, Buchneuzugänge und weitere Neuigkeiten für Euch – den Anfang machen heute zwei Rezensionsexemplare. „Berchtesgaden“ von Carolin Otto (Lübbe in der Bastei Lübbe AG) erreichte mich dabei über die verlagseigene Bloggerjury, während „Die Wächterin von Köln“ von Petra Schier (HarperCollins in der Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH) im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de zu mir kam – vielen Dank jeweils dafür. Beide Bücher entführen die Leser:innen dabei in die deutsche Geschichte. Und so freue ich mich schon auf die Ausflüge in die Nachkriegszeit und ins spätmittelalterliche Köln.

In welche Epoche würdet Ihr gern einmal literarisch reisen?

[Buchgedanken] Petra Schier: „Weihnachtszauber und Hundepfoten“ (Weihnachtshund 8)

Nachdem die letzte Zeit etwas stressig war, habe ich heute und in den nächsten Tagen wieder einige Rezensionen und Neuzugänge für Euch. Den Anfang macht hierbei „Weihnachtszauber und Hundepfoten“ von Petra Schier. Das Buch ist 2023 bei HarperCollins in der Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH erschienen und als Liebesroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Seit Melissa ihren gewalttätigen Ex-Mann verlassen hat, lebt sie in ständiger Angst. Als sie dann dem Sicherheitsexperten Lennart und seiner jungen Boxerdame Sissy begegnet, will sie instinktiv auf Abstand gehen. Zu groß ist Melissas Angst vor Nähe, und sie hat sich geschworen, ihren kleinen Sohn Andy vor jeglicher Gefahr zu schützen, koste es, was es wolle. Doch Lennart ist so ganz anders als ihr Ex und setzt sanft alles daran, sie näher kennenzulernen. Bald schon kann sie sich ihrer Gefühle für ihn kaum noch erwehren. Doch dann überschlagen die Ereignisse sich, und Santa Claus und seine Crew haben alle Hände voll damit zu tun, das Weihnachtsfest doch noch zum Fest der Liebe zu machen.

„Weihnachtszauber und Hundepfoten“ ist bereits der achte Weihnachtshund-Roman von Petra Schier, von der ich bislang eher historische Romane wie „Das Geheimnis des Pilgers“ und „Die Liebe des Pilgers“ gelesen habe. Dabei ist „Weihnachtszauber und Hundepfoten“ ein bunter Genremix mit märchenhaft-fantastischen Elementen, ist zugleich Hunde-, Weihnachts- und Liebesroman – wobei ich letzteres aufgrund der starken Dominanz der Liebesgeschichte als für mich relevantes Genre übernommen habe.

Die Handlung ist abwechslungsreich und – gerade für Neueinsteiger in die Reihe – sehr überraschend aufgrund der verschiedenen Perspektiven, der Darstellung der Gedanken des Hundes, der fantastischen Elemente und – ja – auch einer unerwarteten Sexszene. Dabei mischt Petra Schier weihnachtliches Flair mit schweren Themen, wie in diesem Band toxische Beziehungen und häusliche Gewalt. Dennoch verbleibt das Buch manchmal etwas an der Oberfläche – und bietet am Ende auch einen etwas unnötigen Cliffhanger zum (vermutlich) nächsten Band.

Das Setting ist – wie sollte es bei einem Weihnachtsroman auch anders sein? – gelungen. So entführt die Autorin den Leser in eine Kleinstadt zur Vorweihnachtszeit mit malerischem Weihnachtsmarkt und einer Ferienhaussiedlung mit traumhaften Blockhäusern (auch wenn es weiterhin sehr irritiert, dass Melissa auf der Flucht in so ein abgelegenes Blockhaus zieht – das hat fast etwas von der Irrationalität in Horrorfilmen). Schön auch, dass hier das Setting vergangener Bände aufgegriffen und so die Geschichte mit altbekannten, wenn auch mir neuen, Protagonisten fortgesetzt wird.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen insbesondere wichtige Nebenrollen wie Lena, Ellie und Oliver, während insbesondere Melissa teils nicht nachvollziehbar agiert. Petra Schiers Schreibstil ist dabei leicht und flüssig zu lesen und lässt das Kopfkino sofort anspringen.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben größtenteils sauber gearbeitet, allerdings hätte ich mir zur Abrundung des Buches in einem Nachwort noch Anlaufstellen für Hilfsangebote bei häuslicher Gewalt gewünscht. Das Cover setzt sich nahtlos zum Buchrücken hin fort, wird allerdings etwas einfallslos einfach auf der Coverrückseite nochmals abgebildet. Insgesamt ist das Motiv zwar passend, aber auch etwas beliebig.

Mein Fazit: „Weihnachtszauber und Hundepfoten“ ist ein abwechslungsreicher und überraschender Liebesroman mit nur kleineren Schwächen. Für Liebhaber des Genres – und von Hunden – bedenkenlos zu empfehlen, ab einem Lesealter von 16 Jahren.

[Buchgedanken] Petra Schier: „Die Liebe des Pilgers“ (Pilger 3)

Vor kurzem habe ich auch „Die Liebe des Pilgers“ gelesen, den dritten Band der Pilger-Trilogie von Petra Schier. Das Buch ist 2023 bei HarperCollins in der Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH erschienen und als historischer Roman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Eine verbotene Liebe, die nur heimlich gelebt werden kann – Palmiro weiß, wie gefährlich das ist, und doch zerreißt es ihm das Herz, als der Mensch, mit dem er sein Leben verbringen möchte, Koblenz verlässt. Um sich abzulenken, stürzt er sich in sein noch junges Geschäft, den Handel mit kostbaren Pelzen und wertvollem Geschmeide, und wird immer mehr zum angesehenen und erfolgreichen Geschäftsmann. Doch Palmiro ahnt nicht, dass auch dieser Erfolg bedroht ist. Der ehemalige Inquisitor Erasmus von London hat geschworen, Palmiro der Ketzerei zu überführen. Er schreckt dabei vor nichts zurück und bringt damit auch Palmiros Freunde und Familie in Gefahr.

„Die Liebe des Pilgers“ ist nach „Das Kreuz des Pilgers“ und „Das Geheimnis des Pilgers“ der abschließende Band der Pilger-Trilogie, einem Spin-Off zur „Kreuz“-Trilogie („Die Eifelgräfin“, „Die Gewürzhändlerin“ und „Die Bastardtochter“). Dabei setzt der Roman die Handlung des Vorgängers nahtlos fort. Trotz der starken Konzentration auf die familiären Bindungen untereinander sehe ich das Buch weiterhin als klassischen historischen Roman und nicht als historische Familiensaga. Dieser ist allerdings nur schwerlich als Standalone lesbar. Zwar werden viele Punkte im Roman wieder aufgegriffen und (erneut) erklärt, dennoch ist Vorwissen sinnvoll und erleichtert zumindest das Verständnis.

Die Handlung ist abwechslungsreich und grundsätzlich spannend, auch wenn das große Finale der kompletten Trilogie hier leider doch etwas antiklimaktisch daherkommt. Zudem ist aufgrund der Vielzahl der Handlungsstränge die Handlung teils doch sehr langatmig, wird wenig stringent erzählt und geht, gerade im Mittelteil, doch wenig voran. Dabei fällt auch der Einstieg nicht ganz leicht aufgrund der schieren Masse an Personen, wird aber immerhin durch die vorangestellte Dramatis Personae etwas erleichtert.

Das Setting bleibt natürlich überzeugend. So entführt die Autorin den Leser ins mittelalterliche Koblenz, nimmt ihn unter anderem mit auf eine Reise nach Nürnberg, Colmar und England, in eine Welt zwischen Handel und Adel, zwischen Kirche und Sünde, zwischen Hoffnung und Schwermut. Dabei werden teils noch schwierigere Themen angesprochen wie in dem vorherigen Band, insgesamt überzeugt vor allem die Authentizität, die auf eine hinreichende Recherche schließen lässt, die aber den Lesefluss nicht allzu stark schmälert.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive und entwickeln sich durchaus im Vergleich zum letzten Band weiter. Hierbei können insbesondere wichtige Nebenrollen wie Elisabeth, Notker, Minta und Nilda überzeugen, während vor allem Genericus aber auch Mariana wenig nachvollziehbar handeln. Petra Schiers Schreibstil ist dabei, trotz der Authentizität, größtenteils leicht und flüssig zu lesen und lässt das Kopfkino sofort anspringen.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben im Wesentlichen ordentlich gearbeitet, der Buchumschlag ist auf dem Cover und dem Buchrücken leicht geprägt, eine vorangestellte Karte und Dramatis Personae runden die Handlung ab. Das Covermotiv und die Gesamtgestaltung sind genretypisch und passen sich gut in das Gesamtbild der Reihe ein, bieten aber wenig Überraschungen oder Highlights.

Mein Fazit? „Die Liebe des Pilgers“ ist ein im Wesentlichen gelungener Abschluss der Buchreihe, der durch sein Setting und interessante Figuren glänzt, aber doch etwas antiklimaktisch und mit Längen daherkommt. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – allerdings nicht als Standalone und ab einem Lesealter von 16 Jahren.

[FBM2023] Meine Messeausbeute

Heute möchte ich Euch noch meine Ausbeute der diesjährigen Frankfurter Buchmesse zeigen. Auch wenn ich bis heute nicht weiß, wie es mir gelungen ist, die ganzen Bücher zurück- und größtenteils bereits hinzutragen (es sind ja nicht alle abgebildet, ich hatte auch noch Bücher zum Lesen mit dabei), bin ich doch froh, dass es klappte, alle hier aufgestapelten Bücher signieren zu lassen. Lediglich ein Buch fiel dieses Jahr durchs Raster und ist daher nicht abgebildet – aufgrund einer Erkrankung konnte Eva Völler die Messe leider nicht besuchen, mein Exemplar von „Die Dorfschullehrerin – Was das Schicksal will“ muss daher noch warten :).

In den nächsten Bildern findet Ihr noch meine signierten Bücher aufgeteilt auf die Messetage Mittwoch (oben links), Donnerstag (oben mittig), Freitag (oben rechts), Samstag (mittig links), Sonntag (mittig), die Neuzugänge (auf der Messe gekauft oder als Leseexemplare erhalten, mittig rechts), die signierten Karten und Exlibris/Bookplates (unten links), die Goodies (unten mittig) und die erhaltenen Beutel (unten rechts).

Welche Bücher sind auf der Messe bei Euch neu eingezogen?

[FBM2023] Tag 1 – Ein Einstand nach Maß

Gestern begann endlich die Frankfurter Buchmesse und öffnete ihre Tore für das Fachpublikum – ein Tag für mich mit Petra Schier, Tonio Schachinger, Dmitry Glukhovsky, Claudia Roth, Deniz Yücel, Michail Schischkin, Prof. Dr. Irina Scherbakowa, Elke Heidenreich, Friedhelm Schneidewind, und Arabella Meran – also sehr kulturlastig, was sich spätestens ab Freitagmittag mit Beginn des Publikumsgeschäft ändern wird. Aber jetzt mal chronologisch :).

Nach eine kurzen Meet & Greet mit Petra Schier – toll, dass es bereits am ersten Messetag geklappt hat – und drei signierten Büchern, ging es für mich zur klassischen Auftaktveranstaltung: der Vorstellung des Gewinners des Deutschen Buchpreises auf der Literaturbühne von ARD, ZDF und 3sat. Prämiert wurde in diesem Jahr Tonio Schachinger für seinen Roman „Echtzeitalter“, ein Gesellschafts- und Internatsroman mit Bezügen zur Gamingszene – das klingt erfrischend anders und spannend. Erschienen ist das Buch des österreichischen Autors bei Rowohlt, das Gespräch mit ihm führte Cécile Schortmann.

Im Anschluss besuchte ich eine Diskussion zur Zukunft und zu den Entwicklungen in Russland. Moderiert von Deniz Yücel, der vor der Antwortlänge und -fülle des Panels kapitulierte und sein Programm verwarf, diskutierten Claudia Roth, und die Exilschriftsteller Dmitry Glukhovsky und Michail Schischkin sowie die Memorial-Mitgründerin Prof. Dr. Irina Scherbakowa. Ein hochspannendes Thema mit tollen Redebeiträgen, mangels konsequenter Moderation allerdings auch ausufernd und wenig zielführend.

Den Vormittag beendete ich dann mit einer literarischen Legende – erneut auf der Literaturbühne. Elke Heidenreich stellte im Gespräch mit Katty Salié ihr neues Kinder- und Erwachsenenbuch „Frau Dr. Moormann & ich“ (Hanser) vor. Gewohnt humorvoll erzählte sie aus ihrem Leben und las auch eine kurze Passage – viel zu schnell waren die etwas weniger als 20 Minuten vorbei – ich hätte hier auch deutlich länger zuhören können. Danach schlenderte ich etwas durch die Hallen 3.0 und 3.1 und sah mir die (noch) weitgehend von Besuchern freien Stände von LYX und der Bücherbüchse an, die ab Freitag nicht mehr betreten werden können.

Mein Nachmittag begann mit einer Vorstellung vom „Quiz der Ringe“, einem Quizspiel um die Bücher „Der Hobbit“ und „Der Herr der Ringe“ aus der arsEdition GmbH. Moderiert von Friedhelm Schneidewind, Autor des Quizzes und Tolkien-Experte, wurden im Anschluss einige Fragen des Quizzes auch vor Ort noch gespielt – was bei mir erschreckende Wissenslücken in den Details ans Licht brachte. Hier muss ich wohl noch zwingend nacharbeiten – erstaunlich, wie gut informiert teils die anderen Besucher waren.

Ebenfalls am Nachmittag besuchte ich noch eine Lesung von Arabella Meran, die für Amazon Publishing und den Verlag Tinte & Feder ihren zweiten Roman „Im Takt ihrer Träume“ vorstellte, ein historischer Roman über eine Frau, die als Dirigentin an die Wiener Staatsoper möchte – und sich dafür als Mann ausgeben muss. Gerade das Setting begeisterte mich hier bereits seitdem ich vor einiger Zeit das erste Mal von dem Buch gehört habe – ich meine, die Opernwelt im Wien der 20er Jahre: Was will man mehr? Vielen Dank auch an den Verlag und die Autorin für das im Anschluss bereitgestellte und signierte Leseexemplar !

Am Abend ließ ich den Tag dann gemütlich auf der Standparty des Gemeinschaftsstandes der Thüringer Verlag und Start-Ups ausklingen. Mit toller Livemusik, thüringischen Snacks und Getränken verbrachte ich eine schöne Stunde, bevor der Messegong mich zurück ins Pressezentrum hetzen ließ (ich hatte die Schließzeiten vergessen :D). Nichtsdestotrotz ein toller Abschluss des Tages – und insgesamt ein Auftakt nach Maß. Auch heute steht wieder ein eher ruhiger Tag an – unter anderem mit Oliver Masucci und Christian Handel – ich werde natürlich berichten! Bis dahin: allen viel Spaß auf der Messe!

Von Bären und Hunden | Lovelybooks-Buchpost

Vor kurzem erreichten mich auch diese beiden Bücher als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür! „Triumph der himmelblauen Nacht“ von Lisa Brenk (Diederichs Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH) ist hierbei eine Erzählung „über die Suche nach dem, was uns ausmacht“, „Weihnachtszauber und Hundepfoten“ von Petra Schier (HarperCollins in der HarperCollins Deutschland GmbH) ein tierisch-weihnachtlicher Liebesroman. Ich freue mich schon auf die Ausflüge in die Weihnachtszeit und die Welt der Bären.

Seid Ihr schon in Weihnachtsstimmung?

Liebe durch alle Zeiten | Doppelte Buchpost

Bevor es dann in Kürze mit Rezensionen weitergeht, möchte ich Euch auch heute noch einmal zwei Neuzugänge zeigen, die mich vor kurzem als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de erreicht haben – vielen Dank dafür! „The Sky Above Us“ (Wilhelm Goldmann Verlag) ist der Debütroman von Maja Schendel, „Die Liebe des Pilgers“ von Petra Schier der abschließende Band ihrer Pilger-Trilogie bei HarperCollins Deutschland. Und obwohl sich beide Romane um die Liebe drehen, könnten sie unterschiedlicher kaum sein, handelt es sich doch um einen New-Adult-Liebesroman mit Setting im Yosemite Nationalpark und um einen historischen Roman, der den Leser ins Deutschland des 14. Jahrhunderts entführt. Liebe war halt schon immer ein wichtiges Motiv – und wird es hoffentlich immer bleiben!

Welcher Liebesroman hat Euch zuletzt beeindruckt?

[Buchgedanken] Petra Schier: „Das Geheimnis des Pilgers“ (Pilger 2)

Zuletzt habe ich „Das Geheimnis des Pilgers“ von Petra Schier gelesen, nach „Das Kreuz des Pilgers“ der zweite Band ihrer mittelalterlichen Pilger-Trilogie. Das Buch ist 2022 bei HarperCollins in der Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH erschienen und als historischer Roman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Koblenz 1379: Erst seit Kurzem trägt Conlin den Titel Graf vom Langenreth, der für ihn mehr Pflicht als Ehre bedeutet, denn nun ist es an ihm, den guten Ruf und den Wohlstand der Familie zu retten, die sein Bruder zugrunde gerichtet hat. Doch um als Händler von Sicherheiten erfolgreich zu sein, braucht er Kapital. Als ausgerechnet seine Verlobte Reinhild ihn finanziell unterstützen will und dann auch noch ihr lang gehütetes Geheimnis ans Licht kommt, droht die noch junge Liebe zu scheitern.

„Das Geheimnis des Pilgers“ seatzt die Handlung von „Das Kreuz des Pilgers“ nahtlos fort, ist aber auch als Standalone lesbar – wie von mir, da ich den ersten Band ebenfalls bislang nicht kenne. Zwar ist es anfangs etwas mühsam, aufgrund der vielen Figuren in die Geschichte zu finden, die Autorin unterstützt dabei jedoch durch ein der Handlung vorangestelltes Personenverzeichnis und durch in die Geschichte eingebaute Erklärungen zu den Ereignissen des ersten Bandes.

DIe Handlung insgesamt ist – eher – vernachlässigbar, so passiert über das ganze Buch hinweg wenig, teils mutet es als Kammerspiel an, bei dem vielmehr die Beziehungen zwischen den einzelnen Personen im Fokus stehen als äußere Einflüsse oder Ereignisse. Dennoch ist das Buch spannend und abwechslungsreich, auch wenn einige Entwicklungen nicht immer ganz logisch erscheinen.

Dahingegen überzeugt das Setting auf ganzer Linie. So entführt Petra Schier den Leser in ein Koblenz zur Zeit der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, in eine beschauliche Stadt zwischen aufblühendem Handel und altem Landadel. Zwar wird Koblenz durchaus auch mal verlassen, aufgrund des insgesamt jedoch sehr beschränkten Handlungsraumes und der starken Konzentration auf die Stadt kann man sich dennoch gut dahin träumen – auch dank der dem Text vorgestellten Stadtkarte, auf der man aber noch weitere, für die Handlung zentrale, Handlungsorte hätte vermerken können.

Die einzelnen Figuren sind im wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Dabei brillieren insbesondere Conlin und Reinhild, sowie Nebenollen wie Mariana, die nur zuletzt etwas schwächelt. Dahingegen bleiben Benedikt und Palmiro teils etwas blass und handeln nicht zwingend nachvollziehbar. Petra Schiers Schreibstil ist zudem leicht und flüssig lesbar und lässt das Kopfkino sofort anspringen.

DIe Buchgestaltung ist gelungen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, der Buchumschlag ist mit dem Titelbild schön anzusehen und hochwertig gestaltet, auch wenn etwas der Bezug zur Handlung fehlt. Zusammen mit dem ersten Teil ergibt sich jedoch ein gutes Gesamtbild der Reihe mit Wiedererkennungswert.

Mein Fazit: „Das Geheimnis des Pilgers“ ist ein überzeugender historischer Roman, der vor allem aufgrund spannender Charaktere und einem tollen Setting punktet, dafür aber auch etwas Handlung vermissen lässt. Für Leser des Genres daher bedenkenlos zu empfehlen.

Von Zuckerstreuseln und brisanten Geheimnissen | Leserunden im Doppelpack

Vor kurzem erreichten mich diese beiden Bücher als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür. „Das Geheimnis des Pilgers“ von Petra Schier (HarperCollins) ist dabei ein historischer Roman übers deutsche Mittelalter, „Zuckerstreusel zum Verlieben“ von Annette Böhler (Empire Verlag) eine süße Feel-Good-Lovestory. Eine tolle Abwechslung für die nächsten Tage – ich bin schon gespannt darauf, welches der Bücher mich mehr überzeugt.

Welches Genre lest Ihr am liebsten?