[Buchgedanken] Patricia Schröder: „Jungs müssen draußen bleiben! … und trotzdem zieht das Chaos ein“ (Hannah 1)

Vor kurzem habe ich auch „Jungs müssen draußen bleiben! … und trotzdem zieht das Chaos ein“ von Patricia Schröder gelesen. Das Buch ist 2023 im KARIBU Verlag in der Edel Verlagsgruppe GmbH erschienen und als phantastisches Jugendbuch einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Eigentlich ist die 13-jährige Hannah mit ihrem Leben ganz zufrieden: Mit ihren zwei besten Freundinnen Elif und Sophie wird es in der Schule nie langweilig, und auch ihre kleine Schwester nervt bloß ein bisschen. Wären nur die Jungs in ihrer Klasse nicht so furchtbar doof! Als dann auch noch ein fremder Junge in Hannahs Kleiderschrank auftaucht und behauptet, ihr Zimmer wäre seines, ist es mit ihrer Geduld vorbei. Wie soll Hannah Elias bloß wieder loswerden? Und will sie das überhaupt?

„Jungs müssen draußen bleiben! … und trotzdem zieht das Chaos ein“ ist der Auftakt in eine neue Buchreihe von Patricia Schröder. Dabei lässt sich das Buch gar nicht so leicht kategorisieren, ist es doch eine Mischung aus Liebesroman, Fantasy und Mystery – und das alles an der Grenze vom Kinder- zum Jugendbuch, wird der Roman doch ab 10 Jahren empfohlen. Leider laut Bewerbung auf Verkaufsportalen für „Mädchen ab 10“, eine Einschätzung, die ich ausdrücklich nicht teile, kann er doch genauso gut und mit gleicher Lesefreude von Jungen gelesen werden – schließlich geht das Thema „Erste Liebe“ jeden etwas an :).

Die Handlung ist kurzweilig, spannend und abwechslungsreich – und zumindest in gewissem Maße abgeschlossen, sodass das Buch durchaus als Standalone gelesen werden kann, auch wenn noch genug Fragen und Handlungsstränge offen bleiben, um Lust auf die Fortsetzung zu machen. Dabei werden altersgerechte Themen angesprochen: Erste Liebe, Mobbing, Entwurzelung und Streit zwischen und mit den Eltern – um hier nur einige zu nennen. Diese werden aber zielgruppenorientiert nicht in der Tiefe erörtert, sodass eine leichte Lektüre verbleibt und die Grundstimmung nie zu negativ wird – Feel-Good-Garantie für Leser:innen jedes Alters.

Das Setting vermag bislang jedoch noch nicht komplett zu überzeugen. So entführt die Autorin den Leser mindestens mal nach Hamburg und München, in ein Urban-Fantasy-Setting in der realen Welt. Hierbei wird jedoch der fantastische Part bislang nicht zufriedenstellend erklärt, ein schlüssiges „Magiekonzept“ ist nicht ersichtlich – dies muss und kann sich aber in den nächsten Bänden noch ändern.

Die Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, auch wenn bei einigen Charakteren durchaus noch Entwicklungspotential für die Folgebände besteht. Am stärksten überzeugen können bislang Lilly, Karlchen, Hannah und Sophie, während Hannahs Vater bisweilen nicht nachvollziehbar handelt. Patricia Schröders Schreibstil ist dabei leicht und flüssig zu lesen, altersgerecht und lässt das Kopfkino sofort anspringen.

Die Buchgestaltung kann ebenfalls glänzen. Lektorat und Korrektorat haben größtenteils sauber gearbeitet, der Buchsatz ist gelungen und verdient sich auch ein Lob dafür, jedes Kapitel auf einer ungeraden Seite zu beginnen. Der Buchdeckel ist auf dem Cover, der Coverrückseite und dem Buchrücken leicht geprägt und mit farbigen, allerdings eintönigen Coverinnenseiten versehen, das Covermotiv ist sehr kleinteilig, greift die Handlung aber gut auf und illustriert diese. Abzuwarten bleibt, ob die Folgebände hier für einen einheitlichen Gesamteindruck der Reihe sorgen können.

Mein Fazit? „Jungs müssen draußen bleiben! … und trotzdem zieht das Chaos ein“ ist ein kurzweiliges, phantastisches Jugendbuch mit spannender Handlung, aber noch Nachholbedarf beim Magiekonzept. Für Leser ab dem vom Verlag vorgeschlagenen Lesealter von 10 Jahren bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Timo Parvela: „Schatten – Der Pakt“ (Schatten 1)

Frisch von der Frankfurter Buchmesse habe ich – noch vor den ganzen Berichten – erst einmal eine Rezension für Euch, denn vor kurzem habe ich auch „Schatten – Der Pakt“ von Timo Parvela gelesen. Das von Pasi Pitkänen illustrierte Kinderbuch ist 2023 in der arsEdition GmbH erschienen, die Originalausgabe wurde 2022 unter dem Titel „Varjot 1: Helähdys“ im Verlag Tammi veröffentlicht und von Stefan Moster übersetzt. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Der 13-jährige Pete ist verzweifelt. Seine beste Freundin Sara ist unheilbar krank. Als letzten Ausweg flüstert Pete dem Weihnachtsmann im Kaufhaus seinen sehnlichsten Wunsch ins Ohr. Er erhält das Versprechen, dass Sara geheilt wird, aber unter einer Bedingung: Pete muss seinen Schatten hergeben. Pete zögert keine Sekunde. Wer braucht schon einen Schatten? Der Plan geht auf und Sara wird über Nacht gesund. Aber bald stellt Pete fest, dass er nicht nur seinen Schatten verloren hat, und dass ein Mensch ohne Schatten kein richtiger Mensch mehr ist. Pete und Sara schmieden einen Plan, wie sie die Schatten zurückerobern können. Aber ihr Gegner ist eine sehr, sehr dunkle Macht …

„Schatten – Der Pakt“ ist der Auftaktband in eine phantastische, mythenbasierte Kinderbuchreihe an der Grenze zum Jugendbuch, mit einer Altersempfehlung des Verlags für Leser:innen ab 10 Jahren. Durch die häufigen, teils sogar ganzseitigen Illustrationen rückt das Buch dabei auch in die Nähe eines Graphic Novels, auch aufgrund der Prominenz des Autors im Kinderbuchbereich habe ich es hier aber bei der Eingruppierung als (illustriertes) Kinderbuch belassen.

Die Handlung ist hochspannend, zielgruppenorientiert – wenn auch fast etwas zu düster – und kurzweilig, ein wahrer Pageturner. Dabei wird die Handlung durch die tollen Illustrationen unterstützt und zu einem wundervollen Gesamtpaket aus Bild und Text geschnürt. Kleinere Logikfehler vermögen hier den Lesefluss kaum zu stören, allenfalls das etwas zu offene Ende, das nicht einmal die beiden Handlungsstränge zusammenlaufen lässt, ist hier als kritisch anzusehen, da das Buch somit nicht als Standalone lesbar ist.

Das Setting ist größtenteils gelungen. So entführen uns Timo und Pasi ins Finnland der heutigen Zeit, aber auch in die Welt der Wichtel, Gnome und des Allerältesten: dem Weihnachtsmann; eine Welt, die aus dem Gleichgewicht geraten zu sein scheint. Zwar sind hier noch nicht alle Verbindungen, Schnittstellen und damit verbundenen Wechselwirkungen klar, dem Duo bleiben aber ja auch noch zwei weitere Bände, den Weltenbau zu vervollständigen bzw. die Mythen weiter auszuarbeiten.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive, wenn auch die Gnome und Wichtel (und Mischwesen zwischen ihnen) noch wenig greifbar bleiben. Bei den Menschen überzeugen vor allem Sara und Jere, während gerade der Chemielehrer als Antagonist bislang noch sehr eindimensional verbleibt. Timo Parvelas Schreibstil lässt sich hierbei leicht und flüssig lesen, ist altersgerecht und lässt das Kopfkino in Zusammenarbeit mit Pasi Pitkänens Bildern sofort anspringen.

Die Buchgestaltung brilliert auf ganzer Linie. Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, insbesondere der Satz überzeugt durch ein tolles Zusammenspiel der wunderschönen Bilder und dem Text. Der Buchdeckel ist auf dem Cover leicht geprägt und mit farbigen Coverinnenseiten versehen. Das Titelbild – ein wahrer Eyecatcher, wenn auch etwas düster – zieht sich zudem gut über Buchrücken und Coverrückseite und lässt somit ein tolles Gesamtbild entstehen.

Mein Fazit? „Schatten – Der Pakt“ ist ein toller Auftakt in die phantastische Kinderbuchreihe, der vor allem mit seinen wunderschönen Illustrationen und einer spannenden Handlung punktet, allerdings leider auch viel zu offen endet. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab dem vom Verlag vorgeschlagenen Alter von 10 Jahren oder auch ein, zwei Jahre später.

[Buchgedanken] Caryl Lewis: „Ein Sommer voller Wunder“

Vor kurzem habe ich „Ein Sommer voller Wunder“ von Caryl Lewis gelesen. Das Jugendbuch ist 2023 in der arsEdition GmbH erschienen, die Originalausgabe wurde 2022 unter dem Titel „Seed“ bei Macmillan Children’s Books, einem Imprint von Pan Macmillan veröffentlicht. Illustriert wurde das Buch von George Ermos, für die Übersetzung zeichnet Diana Steinbrede verantwortlich. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Marty hat nicht viel. Im Gegensatz zu seiner Mutter, die Milliarden von Dingen besitzt: Zeitungen, löchrige Schuhe, rostige Rasenmäher, kaputte Bilderrahmen – sie hebt einfach ALLES auf! Marty tut sein Bestes, um sich um sie zu kümmern und fragt sich, ob sich jemals etwas ändern wird. Doch an Martys Geburtstag macht sein Großvater ihm ein außergewöhnliches Geschenk: Einen magischen Kürbissamen! Die Kürbispflanze, die daraus erwächst, wird immer größer und bringt Marty, seinen Opa und seine beste Freundin Gracie auf eine unmögliche, wundervolle Idee. Und schon sind die drei mittendrin in einem wilden Abenteuer voller Hoffnung, Träume und Wunder! 

„Ein Sommer voller Wunder“ ist ein Roman an der Grenze vom Kinder- zum Jugendbuch, wobei ich es bei der Eingruppierung als (phantastisches) „Jugendbuch“ belassen habe, wird es doch für Leser ab 9 Jahren empfohlen – eine Alterseinschätzung, die ich im Wesentlichen für zutreffend halte. Dabei wird die Geschichte durch eingeflochtene, teils ganzseitige Illustrationen von George Ermos gut unterstützt, visualisiert und ergänzt.

Die Handlung ist altersgerecht und abwechslungsreich, durchaus inspirierend und mit wichtiger Botschaft, teils aber auch mit Logiklücken versehen und ziemlich abstrus. Caryl Lewis behandelt dabei in dem Roman eine Fülle an Problemen und Themen, seien es psychische Krankheiten, Mobbing, Inklusion, Freundschaft oder auch Vernachlässigung. Die einzelnen Themen werden hierbei durchaus präsent und nicht nur an der Oberfläche besprochen – verbleiben aber kindgerecht und werden gut aufgearbeitet.

Das Setting überzeugt ebenfalls. So entführt Caryl Lewis den Leser in ein beschauliches englisches Städtchen – Schrebergartenanlage inklusive – und auf eine abenteuerliche Reise bis hin ins weit entfernte Paris. Dabei gelingt es ihr, die verschiedenen Lebensentwürfe und Herkünfte, die Probleme und Nachteile, mit denen die Kinder aufwachsen, organisch und gleichberechtigt gegenüberzustellen.

Die einzelnen Charaktere sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, zumindest in altersgerechter Tiefe. Hierbei überzeugt vor allem Gracie als unerschrockene, humorvolle und starke Freundin, während gerade die erwachsenen Charaktere durchweg für Irritationen sorgen – vielleicht mit Ausnahme der Mutter von Marty. Der Schreibstil von Caryl Lewis ist hingegen leicht und flüssig lesbar, zielgruppenorientiert und sehr bildhaft.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat und Korrektorat sind zwar Kleinigkeiten durchgerutscht, diese schmälern aber das Lesevergnügen nur geringfügig. Der Buchsatz überzeugt, auch wenn man die Listen vielleicht noch innovativer hätte setzen können. Cover und Coverrückseite sind farblich toll und wunderschön anzusehen, auch wenn ich mir hier noch einen etwas stärkeren Bezug zur Handlung gewünscht hätte.

Mein Fazit? „Ein Sommer voller Wunder“ ist ein Jugendbuch, das mit toller Message, wundervollen Bildern und einer kurzweiligen Handlung überzeugt, die allerdings teils ins Unlogische und Abstruse abgleitet. Für Kinder und Jugendliche dennoch zu empfehlen – ab dem vom Verlag vorgeschlagenen Lesealter von 9 Jahren, vielleicht auch ein Jahr früher.

[Buchgedanken] Luisa Fuchs: „Anton Monsterjäger – Ein Traum auf der Flucht“ (Anton 1)

Vor kurzem habe ich „Anton Monsterjäger – Ein Traum auf der Flucht“ von Luisa Fuchs gelesen. Das Buch ist 2022 im Magellan Verlag erschienen und als phantastisches Kinderbuch einzuordnen, für die Illustrationen zeichnet Sabine Mielke verantwortlich. Vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

„Für Anton – Nicht vor deinem zehnten Geburtstag öffnen!“ Diese rätselhafte Nachricht hängt an dem merkwürdigsten Geschenk, das Anton je bekommen hat: einem alten, schwarzen, etwas unheimlichen Schrank. Aber rumpelt es nicht darin? Und scheint da nicht ein blaues Licht durch die Tür? Ehe Anton sich versieht, ist der Schrank offen und Anton kein normaler Junge mehr, sondern: ein Monsterjäger. Echt jetzt? Ausgerechnet er?

„Anton Monsterjäger – Ein Traum auf der Flucht“ ist der Beginn einer phantastischen Kinderbuchreihe für Kinder ab acht Jahren. Dabei lässt sich der Roman gut als Standalone lesen, schließt er doch die wesentlichen Handlungstränge ab und endet nicht in einem starken Cliffhanger – sehr erfrischend. Auch hält das Buch gut die Balance zwischen der phantastischen Handlung und jugendtypischen Themen wie Mobbing und Freundschaft.

Die Handlung ist altersgerecht und kurzweilig, wenn auch eher niederschwellig, was die Spannung angeht. Kleinere Logikfehler oder zumindest Erklärungslücken lassen dabei den Weltenbau noch ausbaufähig erscheinen, hier kann aber in den nächsten Bänden das Magiekonzept noch etwas genauer erläutert werden.

Das Setting ist gelungen, wenn auch wenig innovativ. Eine abgelegene Magieschule mit vier „Häusern“, die jeweils einem Tier zugeordnet sind und deren Schüler über besondere charakterliche oder körperliche Eigenschaften verfügen – das erinnert bereits sehr an Hogwarts, und da ist noch nicht einmal berücksichtigt, dass die Schule in einer alten Burg liegt.

Die einzelnen Charaktere sind in ihrer Anlage, ihrer Vielschichtigkeit noch ausbaufähig, aber durchaus altersgerecht entwickelt. Am stärksten überzeugt hier Suna, während gleichsam positiv erwähnt werden muss, dass Anton als Mobingopfer auch andere diskriminiert, hier somit gezeigt wird, dass man auch als Opfer nicht davor gefeit ist, selbst Täter zu sein. Luisa Fuchs‘ Schreibstil ist dabei altersgerecht und authentisch, lässt das Kopfkino sofort anspringen.

Die Buchgestaltung überzeugt auf ganzer Linie. Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, der Buchsatz ist wunderschön und wird durch die tollen Illustrationen von Sabine Mielke unterstützt. Der Buchumschlag ist auf dem Cover und dem Buchrücken hochwertig geprägt und mit farbigen, toll gestalteten Coverinnenseiten versehen. Dabei ist die Umschlaggestaltung sehr detailverliebt, insbesondere die Coverrückseite überzeugt hier durch ihre tolle Gestaltung, während das Cover zwar atmosphärisch ist, aber doch etwas zu düster daherkommt.

Mein Fazit? „Anton Monsterjäger – Ein Traum auf der Flucht“ ist ein vielversprechender Auftakt in die Kinderbuchreihe mit nur kleineren Schwächen und großem Potential für die Folgebände. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab dem vom Verlag empfohlenen Alter von acht Jahren.

[Buchgedanken] Claudia Siegmann: „Feather & Rose: Ein Sturm zieht auf“ (Wingdale Academy 1)

Vor kurzem habe ich „Feather & Rose: Ein Sturm zieht auf“ von Claudia Siegmann gelesen, den ersten Band der Reihe um die beiden Schülerinnen der Wingdale Academy. Das Buch ist 2022 in der Ravensburger Verlag GmbH erschienen und als phantastisches Jugendbuch einzuordnen, die Illustrationen stammen aus der Feder von Mila Marquis. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Als Feather und Rose einander begegnen, ist es Freundschaft auf den ersten Blick. Die Mädchen haben den gleichen Humor und stehen beide vor einer großen Herausforderung: Sie müssen lernen, ihre gefährlichen Kräfte zu beherrschen. Wenn Feather wütend wird, bricht mitten in der Stadt ein Sturm los und es regnet Ziegel von den Dächern. Rose hingegen löst meterhohe Wellen aus, sobald sie in die Nähe eines Schwimmbads kommt. Für Elementverbundene wie die zwei gibt es nur eine einzige Schule auf der ganzen Welt: die Wingdale Academy in Cornwall. Doch wie soll Feather dort ihre Wut in den Griff bekommen, wenn ein obercooler, attraktiver Junge ihr ständig den letzten Nerv raubt?

„Feather & Rose: Ein Sturm zieht auf“ ist ein phantastischer Roman an der Grenze vom Kinder- zum Jugendbuch, ist er doch für Leser ab 10 Jahren empfohlen. Da die Protagonisten in den meisten Fällen jedoch sogar 13 und älter sind, würde ich das Buch daher eher als Jugendbuch einordnen. Dabei sind sowohl die Handlung als auch die behandelten Themen und Claudia Siegmanns Schreibstil durchaus zielgruppengerecht und altersgemäß.

Allerdings ist die Handlung insgesamt doch eher simpel geraten, große Spannungsbögen oder ein roter Faden fehlen leider, vielmehr reihen sich kleine Handlungsstränge aneinander, die jedoch immerhin zusammengeführt und zufriedenstellend aufgelöst werden – die Autorin verzichtet hier auf brutale Cliffhanger, wobei mangels einer bandübergreifenden Bedrohungslage auch unklar wäre, woraus ein solcher Cliffhanger bestehen könnte. Dennoch ist die Geschichte kurzweilig und abwechslungsreich, sodass man sich als Leser trotzdem gut unterhalten fühlt – lediglich nachhallen wird der Roman sicherlich nicht nachhaltig.

Während die Handlung noch einige Schwächen hat, brilliert das Setting auf ganzer Linie, verbindet die Autorin hier doch Tropes, die schlichtweg immer gehen. Eine Internatsgeschichte, Elementmagie und eine Schule an der Küste im britischen Cornwall – das sind Orte, an die ich mich als Leser immer und immer wieder gern träume. Dabei ist Claudia Siegmanns Schreibstil leicht und flüssig zu lesen und lässt das Kopfkino sofort anspringen.

Die einzelnen Charaktere sind im wesentlichen vielschichtig ausgearbeitet, wenn auch teils etwas überzeichnet. Hierbei kann vor allem Alva als heimliche Heldin und absolute Sympathieträgerin glänzen, auch Ivory vermag in ihrer Rolle zu überzeugen, während Silver und Feather noch etwas blass bleiben – wobei genug Potential vorhanden ist, um die beiden im Folgeband konsequent zu entwickeln.

Die Buchgestaltung ist ebenfalls gelungen. Dem Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, der Buchsatz ist auch aufgrund der hierfür verwandten Illustrationen wunderschön. Gleiches gilt für den unglaublich tollen Buchumschlag, der auf dem Cover und Buchrücken mit glitzernden Elementen versehen ist – ein absoluter Eyecatcher.

Mein Fazit? „Feather & Rose: Ein Sturm zieht auf“ ist ein ordentlicher Einstieg in die Reihe um die Wingdale Academy, der vor allem mit seinem Setting punkten kann, aber noch Schwächen in der Handlung hat, die der Folgeband aber durchaus ausmerzen könnte. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen, ab dem vom Verlag vorgegebenen Alter von 10 Jahren.

[Buchgedanken] Jana Paradigi: „Purpurstaub Magie“

Vor kurzem habe ich „Purpurstaub Magie“ von Jana Paradigi gelesen. Das Buch ist 2022 im Novel Arc Verlag erschienen und als phantastisches Jugendbuch einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars über die vermittelnde Agentur Literaturtest.

Kaum hat Serafina Nightingale am Sterbebett ihrer Oma erfahren, dass die Geschichten über das Land der Kobolde, Feen, Wupfel und Spiegelfalter wahr sind, steckt die Elfjährige bereits selbst in einem fantastischen Abenteuer: Sie wird zur Fee und sucht zusammen mit ihrem gefiederten Freund Pampusch nach Königin Tula. Ihr magischer Purpurstaub soll Serafinas Oma retten. Doch Pipinea droht großes Unheil. Tula ist verschwunden und dunkle Mächte streben nach der Herrschaft. Nun ist es an Serafina zu zeigen, was in ihr steckt!

„Purpurstaub Magie“ ist ein phantastisches Jugendbuch für – laut Verlag – Kinder von 10-12, wobei ich hier keine maximale Altersgrenze ansetzen würde, transportiert das Buch doch wichtige Botschaften für alle Altersklassen. Dabei ist „Purpurstaub Magie“ derzeit noch ein Einzelband, bietet aber durchaus noch offene Handlungsstränge und Potentiale für Folgebände bzw. zur Begründung einer Buchreihe um die fabelhafte Welt Pipinea – ähnlich zu Narnia, das ebenfalls von in der „Menschenwelt“ lebenden Personen regiert wird.

Die Handlung ist dabei durchaus spannend, teils aber etwas vorhersehbar, teils auch etwas unlogisch – insgesamt aber in jedem Fall altersgerecht. Allerdings zieht sie sich – gerade am Anfang – etwas und hat einige Längen, während das Ende relativ schnell, unkompliziert und komplikationsarm verläuft. Hier hätte man durchaus – auch für die Zielgruppe – etwas andere Schwerpunkte setzen können.

Das Setting überzeugt dabei im Wesentlichen, Pipinea wird in all seinen Farben und Formen anschaulich beschrieben. Der Weltenbau und das damit verbundene Magiekonzept sind allerdings noch ausbaufähig und werden nur in Ansätzen angerissen – sollte es zu weiteren Bänden kommen, würde ich mich gerade hier über weitere Informationen freuen.

Jana Paradigis Schreibstil ist altersgerecht, authentisch und lässt sich leicht und flüssig lesen. Die im Buch behandelten Themen werden ebenfalls altersgerecht aufgearbeitet und sind als Content Notes im Buchimpressum vorangestellt.

Die Buchgestaltung insgesamt glänzt auf ganzer Linie. Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, der Buchsatz überzeugt generell und verdient sich ein Extralob für den durchgängigen Kapitelstart auf ungeraden Buchseiten, die Illustrationen von Heiko Hentschel runden das Gesamtbild ab. Der Buchumschlag ist einheitlich gestaltet und gibt ein tolles Gesamtbild ab, auf dem sich auch die Illustrationen aus dem Buch wiederfinden – etwas mehr Varianz hätte hier gut getan.

Mein Fazit? „Purpurstaub Magie“ ist ein phantastisches Jugendbuch, das mit einem tollen Setting und einer durchaus spannenden Handlung glänzt, gerade zu Anfang aber auch einige Längen hat und noch Potential im Weltenbau besitzt. Für Leser ab 10 Jahren dennoch bedenkenlos zu empfehlen.

Von Morden und Magie | Doppelte Buchpost

Auch diese beiden Bücher erreichten mich vor kurzem als Rezensionsexemplare – vielen Dank allen Beteiligten. „Purpurstaub Magie“ von Jana Paradigi (Novel Arc Verlag, vermittelt über die Agentur Literaturtest) und „Der Würger von der Cater Street“ von Anne Perry (Adrian Verlag, vermittelt über die Agentur Buchcontact), Teil eins der Thomas & Charlotte Pitt-Reihe, entführen den Leser in die magische Welt Pipinea und ins viktorianische London. Ich freue mich schon darauf, in die beiden Welten einzutauchen.

Welches Buch ist zuletzt bei Euch eingezogen?

[Buchgedanken] Akram El-Bahay: „Fabula – Das Portal der dreizehn Reiche“ (Fabula 1)

Vor einiger Zeit habe ich „Fabula – Das Portal der dreizehn Reiche“ von Akram El-Bahay gelesen. Das Buch ist 2022 im Baumhaus Verlag, Bastei Lübbe AG veröffentlicht worden und als phantastisches Kinderbuch ab 10 Jahren einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars über die Bloggerjury.

Bei einem Schulausflug in den Central Park machen die Zwillinge Will und Charlotte eine unglaubliche Entdeckung: Um einen Baum mit silbernen Blättern schwirrt ein kleines Wesen mit fast durchsichtigen Flügeln – eine Elfe, wie sich bald herausstellt. Als dann auch noch eine Furie bei ihnen zu Hause auftaucht und sich der Baum als Portal entpuppt, folgen die Geschwister der Elfe in die fantastische Welt von Fabula. Doch die Heimat der Fabelwesen ist in Gefahr. Und Charlotte und Will sind die Einzigen, die sie retten können. Denn auch in ihnen schlummern ungeahnte magische Kräfte …

„Fabula – Das Portal der dreizehn Reiche“ ist ein phantastischer Roman an der Grenze vom Kinder- hin zum Jugendbuch. So wird das Lesealter vom Verlag mit 10+ angegeben; eine Alterseinschätzung, die ich sowohl im Bezug auf die Handlung als auch auf die Sprache teile. Das Buch mischt dabei Elemente der Low Fantasy mit solchen der High Fantasy, entführt der Autor den Leser doch nach Fabula, eine Welt voller Magie, die jedoch mit der realen Welt untrennbar verknüpft ist.

DIe Handlung ist abwechslungsreich und spannend, teils aber auch vorhersehbar. Dabei kulminiert die Geschichte in einem sehr offenen Ende, das Raum für Folgebände lässt, die bislang aber zumindest noch nicht absehbar sind. Dabei ist der Schreibstil des Autors altersgerecht und lässt sich leicht und flüssig lesen.

Das Setting ist gelungen und erlaubt es dem Leser durch die sehr bildhafte Sprache, sich nach Fabula zu träumen. Hier hätte ich mir jedoch einen noch stärkeren Fokus auf die Entstehung und Verflechtung von Fabula mit der realen Welt und eine stärkere Erläuterung des Herrschafts- und Magiekonzepts von Fabula gewünscht – hier bleibt doch einiges im Dunklen.

Die einzelnen Charaktere sind vielschichtig angelegt, in der Komplexität jedoch noch ausbaubar. Hierbei überzeugen vor allem Charlotte, Hoin, Thel und Side, während Will und auch Orion eher blass bleiben – auch das könnte in einem Folgeband noch aufgefangen werden.

Die Buchgestaltung ist gelungen, Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet. Der Buchumschlag ist auf Cover, Buchrückseite und Buchrücken hochwertig geprägt und wirklich schön anzusehen, das Titelmotiv ein absoluter Eyecatcher. Abgerundet wird der wunderschöne Gesamteindruck mit farbigen Coverinnenseiten.

Mein Fazit? „Fabula – Das Portal der dreizehn Reiche“ ist ein phantastisches Kinderbuch, das vor allem mit liebenswerten Charakteren und einer interessanten Handlung glänzt, aber auch ein sehr offenes Ende bietet, das eigentlich zwingend Folgebände verlangt. Für Leser ab 10 Jahren bedenkenlos zu empfehlen.