Romance im Doppelpack | Selbstgekaufte Neuzugänge

In der letzten Zeit zogen auch diese beiden, wundervollen und selbstgekauften Bücher bei mir ein. „Cosy Secrets – Der kupferne Schlüssel“ von Franzi Kopka (Kyss by Rowohlt Polaris, Rowohlt Verlag GmbH) erreichte mich dabei mit tollen Goodies im Rahmen einer Signieraktion der Buchhandlung Graff, „Dreams of Sapphire Seas“ von Anabelle Stehl (LYX Verlag in der Bastei Lübbe AG) zog nach einem Buchhandlungsbummel bei mir ein. Beide Bücher sind dabei als Romance einzuordnen, beide Bücher spielen in ähnlichen Settings (Schottland/Irland). Ich bin schon gespannt, bin aber sehr sicher, dass mich beide Bücher verzaubern werden!

Welches Buch hat Euch zuletzt umgehauen?

Lovelybooks Community Awards 2023 | Voting-Sheet

Bevor es in den nächsten Tagen mit Rezensionen weitergeht, möchte ich Euch heute erst einmal meine diesjährigen Stimmen für den Lovelybooks Community Award 2023 zeigen: mit Maja Lunde, Lucinda Riley, Harry Whittaker, Mona Kasten, Stella Tack, Bianca Iosivoni, Daniel Kehlmann, Yasmin Shakarami, Anne Lück, Jennifer Benkau, Chris Chatterton, Rhiannon Fielding, Christine Figgener, Ayla Dade, Hannah Schepmann, Rabia Dogan und Sarah Sprinz.

Da es mittlerweile nur noch eine Stimme pro Kategorie gibt, ist es unglaublich schwer gewesen, auch nur annähernd alle Autor:innen und Bücher zu berücksichtigen, die ich prämierenswert finde – ich habe daher eine bunte Mischung aus gelesenen Büchern, aus Wunschlisten- oder SuB-Werken gebildet und darauf geachtet, niemanden mehr als einmal zu bedenken. Doch nun zu den Stimmen im Einzelnen:

  • Literatur – Maja Lunde: „Der Traum von einem Baum“ (btb)
  • Unterhaltung – Lucinda Riley/Harry Whittaker: „Atlas – Die Geschichte von Pa Salt“ (Goldmann)
  • Liebesroman – Mona Kasten: „Fragile Heart“ (Lyx)
  • Fantasy/Sci-Fi – Stella Tack: „Black Bird Academy – Töte die Dunkelheit“ (Penhaligon)
  • Krimi/Thriller – Bianca Iosivoni: „Sorry. Ich habe es nur für dich getan“ (Penguin)
  • Historischer Roman – Daniel Kehlmann: „Lichtspiel“ (Rowohlt)
  • Jugendbuch Belletristik – Yasmin Shakarami: „Tokioregen“ (cbj)
  • Jugendbuch Fantasy – Anne Lück: „Silver & Poison: Das Elixier der Lügen“ (Ravensburger)
  • Kinderbuch – Jennifer Benkau: „Die Seelenpferde von Ventusia: Wüstentochter“ (Ravensburger)
  • Bilderbuch – Rhiannon Fielding/Chris Chatterton: „Nur noch zehn Minuten bis Weihnachten, kleines Einhorn“ (Magellan)
  • Sachbuch/Ratgeber – Christine Figgener: „Meine Reise mit den Meeresschildkröten“ (Malik)
  • Hörbuch – Ayla Dade/Hannah Schepmann: „Blackwell Palace. Risking it all“ (Penguin)
  • Buchtitel – Rabia Dogan: „Staying was the hardest part“ (Carlsen)
  • Buchcover – Sarah Sprinz: „Infinity Falling – Mess Me Up“ (Lyx)

Welches der Bücher habt Ihr schon gelesen? Was hat sich auf Eurem Votingsheet wiedergefunden?

[FBM2023] Tag 3 – Von Superstars und tollen Debüts

Und so schnell ist bereits mehr als die Hälfte der diesjährigen Frankfurter Buchmesse vorbei, denn gestern stand schon der dritte Messetag für mich an, mit Florian Illies, Terézia Mora, Daniel Kehlmann, Ellin Carsta, Friedrich Kalpenstein, Sophie Passmann, Robert Seethaler, Caroline Brinkmann, Yasmin Shakarami, Emily Bähr und Karen M. McManus. Dabei begann der Tag entspannt für mich mit einem Doppelslot an der Literaturbühne. Den Anfang machte hier Florian Illies, der im Gespräch mit Knut Cordsen sein neuestes, historisches Werk „Zauber der Stille. Caspar David Friedrichs Reise durch die Zeiten“ (S. Fischer Verlage) vorstellte – ich ließ mir im Anschluss direkt auch seinen Bestseller „1913: Der Sommer des Jahrhunderts“ signieren.

Nach ihm fand sich Térezia Mora auf der Bühne ein. Die bereits mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis (1999) und dem Deutschen Buchpreis (2013) prämierte Autorin präsentierte mit „Muna oder die Hälfte des Lebens“ (Luchterhand) erstmals einen Roman mit einer Frau als Protagonistin; erstmals einen Roman aus der Ich-Perspektive, ein Buch über die Flucht in eine und aus einer toxischen Beziehung. Auch mit „Muna“ stand Térezia Mora erneut auf der Shortlist des diesjährigen Deutschen Buchpreises, verpasste eine zweite Auszeichnung zehn Jahre nach der ersten (vermutlich) aber sehr knapp. Das Gespräch mit ihr führte Anne-Dore Krohn.

Im Anschluss fand sich ein großer Autor am Stand der Zeit ein, um sein neues Werk über einen großen Regisseur zu präsentieren. „Lichtspiel“ von Daniel Kehlmann (Rowohlt) porträtiert nämlich das Leben von Georg Wilhelm Pabst als fiktive Romanbiografie mit deutlich erzählerischer Freiheit und stellt dabei insbesondere sein Schaffen im Nationalsozialismus ins Zentrum des Buches. Im Gespräch mit Adam Soboczynski sprach der Autor hierbei vor allem über seinen Zugang zum Film und darüber, was sein Werk von einer richtigen Biografie unterscheidet – hochspannend.

Ebenfalls bei der „Zeit“ begann nach einer kurzen Mittagspause mein Nachmittagsprogramm – allerdings mit einem gänzlich anderen Thema. Sophie Passmann – Autorin, Podcasterin, Schauspielerin, Moderatorin und noch so viel mehr – präsentierte im Gespräch mit Volker Weidemann ihr neuestes und persönlichstes Buch „Pick Me Girls“ (Kiepenheuer & Witsch). Wenn man den Querschnitt der Zuhörer und Zuhörerinnen mit der Veranstaltung von Daniel Kehlmann vergleicht, hätte der Unterschied kaum krasser ausfallen können – und dennoch begeisterten beide gleichermaßen.

Meine letzte Veranstaltung des Tages war dann ein klassischer Wohlfühltermin, bin ich doch im Jugendbuch zuhause. Und wenn dann mit Karen M. McManus noch ein internationaler Superstar für die Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH auf der Bühne der „30-Minuten-WG“ Platz nimmt, ist nicht nur gute Unterhaltung sondern auch ein brechend voller Stand vorprogrammiert. Karen, die ich heute auch auf einer Signierstunde treffe, stellte dort im Gespräch mit David Baum ihr neuestes Werk „One of us is back“ vor, den Abschluss ihrer weltbekannten und bereits als Serie verfilmten Reihe zu „One of us is lying“.

Den restlichen Tag schlenderte ich durch die Hallen, ließ mir von Ellin Carsta, Friedrich Kalpenstein und Robert Seethaler noch Bücher signieren und traf auf einem Blogger-Meet & Greet der Verlage cbj und cbt endlich mal wieder Caroline Brinkmann (links), und lernte dort noch Emily Bähr und Yasmin Shakarami (rechts) kennen, die mit „Tokioregen“ nicht nur das vermutlich schönste Debüt des Jahres hingelegt hat, sondern auch noch hochsympathisch war.

Während der Sonntag ganz entspannt wird, steht mein heutiger Tag ganz im Zeichen von Signierstunden nationaler und internationaler Superstars. Doch worauf ich mich am meisten freue, ist es, endlich Ulla Scheler wiederzutreffen, die nach jahrelanger Pause mit „Acht Wölfe“ ein fulminantes Comeback feierte – mein bisheriges Jahreshighlight. Worauf freut Ihr Euch heute?

[FBM2023] Tag 1 – Ein Einstand nach Maß

Gestern begann endlich die Frankfurter Buchmesse und öffnete ihre Tore für das Fachpublikum – ein Tag für mich mit Petra Schier, Tonio Schachinger, Dmitry Glukhovsky, Claudia Roth, Deniz Yücel, Michail Schischkin, Prof. Dr. Irina Scherbakowa, Elke Heidenreich, Friedhelm Schneidewind, und Arabella Meran – also sehr kulturlastig, was sich spätestens ab Freitagmittag mit Beginn des Publikumsgeschäft ändern wird. Aber jetzt mal chronologisch :).

Nach eine kurzen Meet & Greet mit Petra Schier – toll, dass es bereits am ersten Messetag geklappt hat – und drei signierten Büchern, ging es für mich zur klassischen Auftaktveranstaltung: der Vorstellung des Gewinners des Deutschen Buchpreises auf der Literaturbühne von ARD, ZDF und 3sat. Prämiert wurde in diesem Jahr Tonio Schachinger für seinen Roman „Echtzeitalter“, ein Gesellschafts- und Internatsroman mit Bezügen zur Gamingszene – das klingt erfrischend anders und spannend. Erschienen ist das Buch des österreichischen Autors bei Rowohlt, das Gespräch mit ihm führte Cécile Schortmann.

Im Anschluss besuchte ich eine Diskussion zur Zukunft und zu den Entwicklungen in Russland. Moderiert von Deniz Yücel, der vor der Antwortlänge und -fülle des Panels kapitulierte und sein Programm verwarf, diskutierten Claudia Roth, und die Exilschriftsteller Dmitry Glukhovsky und Michail Schischkin sowie die Memorial-Mitgründerin Prof. Dr. Irina Scherbakowa. Ein hochspannendes Thema mit tollen Redebeiträgen, mangels konsequenter Moderation allerdings auch ausufernd und wenig zielführend.

Den Vormittag beendete ich dann mit einer literarischen Legende – erneut auf der Literaturbühne. Elke Heidenreich stellte im Gespräch mit Katty Salié ihr neues Kinder- und Erwachsenenbuch „Frau Dr. Moormann & ich“ (Hanser) vor. Gewohnt humorvoll erzählte sie aus ihrem Leben und las auch eine kurze Passage – viel zu schnell waren die etwas weniger als 20 Minuten vorbei – ich hätte hier auch deutlich länger zuhören können. Danach schlenderte ich etwas durch die Hallen 3.0 und 3.1 und sah mir die (noch) weitgehend von Besuchern freien Stände von LYX und der Bücherbüchse an, die ab Freitag nicht mehr betreten werden können.

Mein Nachmittag begann mit einer Vorstellung vom „Quiz der Ringe“, einem Quizspiel um die Bücher „Der Hobbit“ und „Der Herr der Ringe“ aus der arsEdition GmbH. Moderiert von Friedhelm Schneidewind, Autor des Quizzes und Tolkien-Experte, wurden im Anschluss einige Fragen des Quizzes auch vor Ort noch gespielt – was bei mir erschreckende Wissenslücken in den Details ans Licht brachte. Hier muss ich wohl noch zwingend nacharbeiten – erstaunlich, wie gut informiert teils die anderen Besucher waren.

Ebenfalls am Nachmittag besuchte ich noch eine Lesung von Arabella Meran, die für Amazon Publishing und den Verlag Tinte & Feder ihren zweiten Roman „Im Takt ihrer Träume“ vorstellte, ein historischer Roman über eine Frau, die als Dirigentin an die Wiener Staatsoper möchte – und sich dafür als Mann ausgeben muss. Gerade das Setting begeisterte mich hier bereits seitdem ich vor einiger Zeit das erste Mal von dem Buch gehört habe – ich meine, die Opernwelt im Wien der 20er Jahre: Was will man mehr? Vielen Dank auch an den Verlag und die Autorin für das im Anschluss bereitgestellte und signierte Leseexemplar !

Am Abend ließ ich den Tag dann gemütlich auf der Standparty des Gemeinschaftsstandes der Thüringer Verlag und Start-Ups ausklingen. Mit toller Livemusik, thüringischen Snacks und Getränken verbrachte ich eine schöne Stunde, bevor der Messegong mich zurück ins Pressezentrum hetzen ließ (ich hatte die Schließzeiten vergessen :D). Nichtsdestotrotz ein toller Abschluss des Tages – und insgesamt ein Auftakt nach Maß. Auch heute steht wieder ein eher ruhiger Tag an – unter anderem mit Oliver Masucci und Christian Handel – ich werde natürlich berichten! Bis dahin: allen viel Spaß auf der Messe!

[Buchgedanken] Stefan Kuhlmann: „Herr Winter taut auf“

Vor kurzem habe ich auch „Herr Winter taut auf“ von Stefan Kuhlmann gelesen. Das Buch ist 2023 im Rowohlt Taschenbuch Verlag, in der Rowohlt Verlag GmbH erschienen und als Tragikomödie einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Robert Winter hat keine Lust auf Geschwätz und keine Zeit für Unsinn. Ihm ist egal, was andere Menschen über ihn denken. Sie sollen ihn einfach nur in Ruhe lassen. Und so versteht er auch überhaupt nicht, was seine Frau Sophia an ihrem Beruf als AVON-Beraterin so liebt. Für ihn sind Beauty-Produkte so ziemlich das Letzte, womit er seine Zeit verbringen möchte. Erst als ein Unfall Sophia aus seinem Leben reißt, ändert sich alles schlagartig. Um nicht in Trauer zu ertrinken, beschließt Robert, in ihre Fußstapfen zu treten und für Sophia den Titel «AVON-Beraterin des Jahres» zu gewinnen. Nur ist das schwerer als gedacht. Deutlich schwerer …  

„Herr Winter taut auf“ ist der Debütroman des Film- und Fernsehautors Stefan Kuhlmann. Dabei ist der Roman relativ schwer zu kategorisieren. So könnte man das Buch durchaus als Schicksalsroman ansehen, auch ein Entwicklungsroman wäre denkbar. Im Blurb und den auf diversen Portalen zitierten Kritikerstimmen wird das Buch teils als Komödie, teils als Tragikomödie beschrieben – letzteres halte ich aufgrund der Mischung aus Schicksalsschlag und Humor im Endeffekt für stimmig und habe es daher übernommen.

Die Handlung ist abwechslungsreich und kurzweilig, wenn auch durchaus vorhersehbar und im Mittelteil etwas überfrachtet. Dennoch vereint Stefan Kuhlmann gut den Humor mit den durchaus tragischen Elementen, sorgt für witzige, teils abstruse Szenen, die sogar mit Ironie und Sarkasmus angereichert sind. Allerdings ist das Ende relativ offen, was mich als Leser teils unbefriedigt zurücklässt und nach einer Fortsetzung schreit.

Das Setting ist überzeugend, aber auch austauschbar. So entführt der Autor den Leser in eine nicht näher bezeichnete Stadt mit Tankshops, Krankenhaus, Friedhof, Gericht und einer zu hohen Dichte an AVON-Beratern. Dabei gelingt es Stefan Kuhlmann, den Leser in den Alltag, in die absolute Normalität hineinzuziehen, ohne das Buch langweilig werden zu lassen – lediglich die Ausführungen der Kosmetikanwendungen sind hier teils zu umfangreich geworden.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive, wenn auch aufgrund der Vielzahl an Charakteren nicht alle im Detail ausgearbeitet werden können. So bleiben Wilma als Antagonistin und auch Dolores eher blass, während vor allem Basti und Lilli als wichtige Nebencharaktere punkten können. Stefan Kuhlmanns Schreibstil ist dabei leicht und flüssig zu lesen, pointiert, humorvoll und lässt das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, der Buchdeckel ist auf dem Cover hochwertig geprägt und mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen. Der Buchdeckel ist zudem generell sehr eintönig, das Covermotiv wird auch auf der Coverrückseite, einer farbigen Coverinnenseite und vor der Geschichte wieder aufgegriffen – etwas mehr Abwechslung hätte hier gut getan, vor allem, da das Motiv zwar humorvoll anmutet, die Handlung aber nicht wirklich abbildet.

Mein Fazit? „Herr Winter taut auf“ ist ein gelungenes und kurzweiliges Debüt, das vor allem mit seinem Humor und einem pointierten Schreibstil überzeugt, teils aber auch etwas überfrachtet ist. Für Leser des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen.

Kulturschock im Doppelpack | Lovelybooks-Buchpost

Nach den ganzen Rezensionen gibt es jetzt erstmal wieder einige Neuzugänge :). Den Anfang machen heute zwei Bücher, die mich beide als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de erreichten – vielen Dank dafür. „Herr Kuranaga“ von Günther Mayr (Carl Ueberreuter Verlag) ist dabei ein Kriminalroman zwischen Sushi und Schweinebraten, „Herr Winter taut auf“ von Stefan Kuhlmann (Rowohlt Taschenbuch Verlag in der Rowohlt Verlag GmbH) eine tragische Komödie, in der der Protagonist die Stelle als AVON-Berater von seiner verstorbenen Frau übernimmt – Kulturschock inklusive. Ich bin schon ganz auf die beiden Ausflüge in gänzlich gegensätzliche Welten gespannt.

Mögt Ihr lieber Sushi oder Schweinebraten? =)

[Buchgedanken] Axel S. Meyer: „Der Sonne so nah“

Vor kurzem habe ich auch „Der Sonne so nah“ von Axel S. Meyer gelesen. Das Buch ist 2023 bei Kindler, Rowohlt Verlag GmbH erschienen und als historischer Roman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de!

Zwei Männer machen sich im 19. Jahrhundert auf, den Himmel zu erobern. Im pommerschen Städtchen Anklam sucht der junge Otto Lilienthal Zuflucht in der Natur. Als er in den Niederungen den Flug der Störche beobachtet, keimt in ihm der Wunsch, selbst einmal wie ein Vogel fliegen zu können. Unterdessen wächst Ferdinand Graf von Zeppelin als Spross einer Adelsfamilie bei Konstanz am Bodensee auf. Schon früh interessiert er sich für Technik und Mechanik, muss sich aber den Wünschen seines Vaters fügen und schlägt zunächst eine Militärkarriere ein. Und doch hält er an seinem großen Traum fest, eines Tages ein mächtiges Luftschiff zu bauen. Zwei Männer, besessen von dem uralten Traum des Fliegens, die in einem Fernduell um die Herrschaft der Lüfte ringen. Von ihren Mitmenschen als Fantasten verspottet, lassen sie sich nicht beirren, auch wenn es zunächst scheint, als würden ihre Kritiker recht behalten …

„Der Sonne so nah“ ist – wie oben angegeben – als historischer Roman einzuordnen (auch wenn Verkaufsportale ihn irritierenderweise auch als „Gegenwartsliteratur“ oder „Coming-of-Age“ führen). Gute Argumente ließen sich jedoch auch für die Eingruppierung als „Romanbiografie“ finden, allerdings bin ich aufgrund der Fixierung auf mehr als einen Protagonisten und der doch starken Nutzung künstlerischer Freiheiten bei der allgemeineren Kategorisierung verblieben.

Die Handlung beschreibt den Lebensweg von Lilienthal und Zeppelin in den Jahren von 1847 bis 1896, also im Wesentlichen den Lebensdaten von Lilienthal (1848 bis 1896), auf anschaulich und durchaus spannende Weise. Durch das frühe Ende wird leider der Handlungsstrang um Zeppelin nicht wirklich abgeschlossen, sondern lediglich im Nachwort aufgearbeitet – hier hätte ich mir noch etwas mehr Ausgewogenheit gewünscht. Auch dauert es durch die nicht stringente Erzählweise etwas, bis man im Buch ist, bis man Verbindungen zu den Protagonisten aufbaut.

Das Setting ist gelungen. So entführt der Autor den Leser, wie benannt, in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Durch die beiden Protagonisten gelingt es, die Unterschiede zwischen arm und reich, die verschiedenen Lebensperspektiven des Adels und der einfachen Leute aufzuzeigen und spürbar zu machen. Dabei wird der Roman in auktorialer Erzählperspektive erzählt, wobei der Erzähler leider teils massiv vorausgreift und unnötigerweise mittels Infodump Fakten zur Geschichte einbaut – hier hätte man näher an den Figuren sein dürfen und – vermutlich – müssen.

Anmerkungen zu den einzelnen Figuren verbieten sich bei so stark dokumentierten Persönlichkeiten eigentlich, auch wenn Axel S. Meyer durch die konsequent-freiheitliche Ausgestaltung jeglicher Lebenslauflücken hier doch für die ein oder andere unerwartete Überraschung sorgte. Teils hätte ich mir allerdings gewünscht, etwas mehr über die anderen Familienangehörigen zu erfahren, die hier doch größtenteils zu Statisten mutiert sind. Der Schreibstil des Autors ist hierbei, sieht man mal von der aus meiner Sicht unglücklichen Erzählperspektive ab, authentisch und zeugt von guter Recherche, ist im Wesentlichen gut und flüssig lesbar, lediglich die dialektischen Passagen unterbrechen doch gelegentlich den Lesefluss.

Die Buchgestaltung kann ebenfalls überzeugen. Lektorat und Korrektorat haben solide gearbeitet, der Buchsatz ist gelungen und verdient sich ein Lob für die überzeugende Gestaltung der Kapitelüberschriften mit den jeweiligen Fluggeräten für den derzeit beschriebenen Handlungsstrang. Der Buchumschlag ist dezent aber toll gestaltet inklusive der Klappen, das darunterliegende Buch von außen schlicht, aber mit farbigen Coverinnenseiten versehen.

Mein Fazit? „Der Sonne so nah“ ist ein historischer Roman über zwei faszinierende Persönlichkeiten, der mit seinem Setting überzeugt, leider aber etwas zu früh endet. Für Leser des Genres und/oder Liebhaber der Fluggeschichte dennoch bedenkenlos zu empfehlen.

Vom Wunsch nach Freiheit | Doppelte Buchpost

Vor kurzem erreichten mich auch diese beiden Bücher als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür! „Der Sonne so nah“ von Axel S. Meyer aus dem Kindler Verlag (Rowohlt Verlag GmbH) ist ein historischer Roman, während „Die wilden Pferde von Rydal Hill – Leuchtende Hügel“ von Theresa Czerny der Auftakt in eine Pferde-Jugendbuchreihe im Magellan Verlag ist. Beide Bücher feiern dabei die Freiheit, drehen sie sich doch um Wildpferde sowie um die beiden Luftfahrtpioniere Lilienthal und Zeppelin, die den Himmel eroberten. Ich bin schon ganz auf die so unterschiedlichen Romane gespannt!

Kennt Ihr einen der Autoren bereits?

[Buchgedanken] Hendrik Lambertus: „Der Zorn der Flut“

Vor Weihnachten habe ich auch „Der Zorn der Flut“ von Hendrik Lambertus gelesen. Das Buch ist 2022 im Rowohlt Taschenbuch Verlag, Rowohlt Verlag GmbH erschienen und als historischer Roman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Im Winter des Jahres 1361 ist die Natur besonders unbarmherzig, Wind und Wellen peitschen gegen das Land. Deichbauer Folkert sieht mit Sorge, wie verwundbar der vernachlässigte Flutschutz seine Heimat macht. Doch seine Warnungen verhallen ungehört. Auch sein Bruder Auke sorgt sich mehr um die Herrschaftsansprüche der dänischen Krone. Er kämpft mit allen Mitteln für die friesische Freiheit – und für seine große Liebe Griet. Von der wird als Tochter des dänischen Statthalters erwartet, zum Vorteil der Familie zu heiraten. Soll sie sich fügen? Oder rebellieren? Dann kommt der 16. Januar 1362. Die Deiche brechen. Und nach der Flut ist nichts mehr, wie es vorher war …

„Der Zorn der Flut“ ist ein Roman, über eine der größten Naturkatastrophen Deutschlands, die Marcellusflut 1362. Dabei beschränkt sich der Roman nicht nur auf die Schilderung der Flut und deren Folgen, sondern bettet diese in ein Gesamtkonstrukt aus politischer Lage und persönlichen Schicksalen ein. Als Leser erhält man so die Chance, in Romanform doch einiges über eher unbekannte, und dennoch umwälzende Ereignisse in der deutschen Geschichte zu lernen, die sonst etwas unter dem Radar verbleiben.

Die Handlung ist dabei durchaus spannend, wenn auch teils – zumindest in der ersten Hälfte – mit Längen versehen. Aufgrund der Vielzahl an Personen und Handlungsstränge, die angelegt werden müssen, ist auch der Start in die Geschichte schwierig, die Geschwindigkeit steigert sich aber mit dem Zusammenlaufen der Handlungsstränge.

Das Setting ist gelungen. So entführt Hendrik Lambertus den Leser nach Norddeutschland, hinein ins Spannungsfeld zwischen Hanse, Dänemark und Friesland, in eine Zeit voller Handel und Seeräuberei. Zum besseren Verständnis hätte ich mir an dieser Stelle allerdings noch eine Karte der wesentlichen Handlungsorte gewünscht – der Geschichte voran- oder nachgestellt.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Dabei gelingt dem Autor das ungewöhnliche Kunststück, einen der ersten Protagonisten konsequent unsympathischer werden zu lassen, bis man Auke weder Happy-End noch sonstiges Glück mehr wünscht. Janne und Griet überzeugen hingegen auf ganzer Linie, während Lentje so etwas wie die heimliche Sympathieträgerin des Romans ist.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, der Buchsatz ist unauffällig und schlicht. Das Covermotiv zieht sich über den ganzen Buchumschlag und bildet mit Buchrücken und Coverrückseite ein einheitliches Gesamtbild, ist zudem atmosphärisch und passt gut zur Geschichte. Die einzelnen Teile des Buches werden dabei jeweils erneut mit einer ganzseitigen Abbildung des Covermotivs eingeläutet – hier hätte man durchaus auch auf abweichende Motive zurückgreifen können, um die Thematik der Abschnitte besser aufzugreifen. Wie oben bereits erwähnt, hätte auch eine Karte zur Abrundung der Handlung und der Buchgestaltung beigetragen.

Mein Fazit? „Der Zorn der Flut“ ist ein historischer – und sehr informativer – Roman mit spannendem Setting und interessanten Protagonisten, der allerdings im ersten Teil auch einige Längen hat. Für Leser des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen.

An der (Nordsee-)Küste | Doppelte Buchpost

Vor kurzem erreichten mich auch diese beiden Bücher als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür! Während „Feather & Rose – Ein Sturm zieht auf“ von Claudia Siegmann (Ravensburger Buchverlag) den Leser dabei an die Wingdale Akademie, eine Schule für Elementmagie an der beschaulichen Atlantikküste Cornwalls entführt, entfesselt Hendrik Lambertus in „Der Zorn der Flut“ (Rowohlt Verlag) die Gewalten der Nordsee im Rahmen eines historischen Romans über die Marcellusflut 1362. Ein abwechslungsreiches Leseprogramm – auch wenn es mich in beiden Romanen an die Küste verschlägt :).

Mögt Ihr Küstenregionen? Wenn ja, würde es Euch eher nach Cornwall oder zur Nordsee ziehen?