[FBM2017] Tag 5 – Rekordschlange und Messeausbeute

Am Messesonntag stand für mich nach dem anstrengenden und langem Samstag nur noch eine Veranstaltung auf dem Plan, die es aber in sich hatte. Die Signierstunde von Kerstin Gier sprengte – gefühlt – alle Rekorde. Obwohl ich bereits 15 Minuten nach Messebeginn – und damit 45 Minuten vor Beginn der Signierstunde – am Fischer-Stand war, hatte die Autorin bereits damit begonnen, zu signieren, und die Schlange war bereits endlos lang. Perfekt organisiert vom Fischer Verlag, war die Schlange auf mehrere Hallenteile aufgeteilt, um keine Gänge zu verstopfen (großes Lob!). Nach etwas mehr als 2,5 Stunden konnte ich mir – in etwa als 320. Besucher – ein Exemplar von Wolkenschloss signieren lassen. Hinter mir standen übrigens noch weitere Menschenmassen, sodass Kerstin Gier statt einer Stunde mindestens vier Stunden signierte.

20171015_121710Den Rest des Tages hatte ich mir freigenommen, um kurz durch die Cosplay-Halle zu laufen (wo mir Funkos von Hermine und Laureline in die Tasche gesprungen sind – nein, ich konnte sie nicht daran hindern :D), und um Bekannte zu treffen. Ich habe mich ganz besonders darüber gefreut, dass es endlich geklappt hat und ich Sarah Ricchizzi gefunden habe. Zudem gab es Treffen mit den tollen und supernetten Kolleginnen Anna Eichenbach (Burgenwelt Verlag), Veronika Lackerbauer (Verlag Ohneohren), mit Yvonne, der guten Seele von Twentysix, und mit der kongenialen Julia Adrian.

Abschließend möchte ich Euch meine Messeausbeute zeigen (und erklären).20171016_184147

Alle Bücher rechts von „Poetische Zeiten“ (Kea von Garnier) sind (inklusive Keas Buch) signiert und zur Messe oder auf der Messe erstanden worden, oder kostenlose Leseexemplare. „Origin“ ist — leider – nicht signiert, bei „Hundert Jahre Einsamkeit“ handelt es sich um ein nicht-signiertes Rezensionsexemplar vom Bloggertreffen bei Kiepenheuer & Witsch. „Licht und Schatten, Band 2“ ist ein signiertes Rezensionsexemplar direkt von der Autorin, und „Wenn alte Wellen singen“ sowie „Luther. Aus dem Leben einer Legende“ sind meine eigenen Exemplare, die ich mir von Mit-Autorinnen signieren ließ.

Insgesamt eine tolle Messe. Ich kann die nächste kaum erwarten. Im Messejahr geht es für mich in ziemlich genau einem Monat weiter mit dem Lit.Love.Lesefestival in München. Vielleicht sehe ich ja den einen oder anderen von euch dort.

[FBM2017] Tag 1 – Ein entspannter Tag

Schon ist Tag eins der Buchmesse vorbei und – zumindest heute – möchte ich auch direkt noch hochmotiviert am selben Tag meine Messeeindrücke mit Bildern für Euch festhalten. Insgesamt habe ich vier Veranstaltungen besucht, und die restliche Zeit genutzt, einige der Hallen (vor allem 3.0 und 3.1) zu erkunden, mir das Pressezentrum anzusehen und nicht zu viel Kraft zu verschwenden :D.20171011_104011

Los ging es am Vormittag mit dem obligatorischen Gespräch auf dem Blauen Sofa mit dem diesjährigen Buchpreisträger. Auch wenn ich – rein nach den Buchpräsentationen und Shortlistvorstellungen – immer noch leicht enttäuscht bin, dass es nicht Marion Poschmann geworden ist, so hat sich die Veranstaltung mit Robert Menasse um sein Buch „Die Hauptstadt“ doch auch gelohnt. Ein Plädoyer für ein vereintes Europa, der erste EU-Roman aus Brüssel.

20171011_121452(1)An dieser Stelle ein großes Lob an den Beltz Verlag! An ihrem Stand haben sie in diesem Jahr eine Bloggerlounge eingerichtet, wo man sich ausruhen, sein Handy aufladen kann, und sogar von eifrigen Beltz-Mitarbeitern mit Getränken versorgt wird und mit diesen ins Gespräch kommt. Ein tolles und vorbildliches Konzept – bitte nachmachen! Dort habe ich mich dann ebenfalls etwas ausgeruht, bevor es weiter zur nächsten Veranstaltung ging.

Natürlich durfte heute auch ein Weiterbildungsworkshop nicht fehlen. Hannes Riffel, der Programmbereichsleiter Science Fiction / Fantasy von FISCHER Tor sprach für neobooks und epubli über Anschreiben an Verlage, das ideale Exposé und die 20171011_124546_001Zusammenarbeit mit Verlagslektoraten. Informativ, auch weil er selbstkritisch ebenfalls anmerkte, dass durchaus für einige Autoren und einige Werke das Selfpublishing mittlerweile wirklich der bessere Weg ist.

Nach der Mittagspause besuchte ich dann 20171011_154539(0)die Buchvorstellung von Marion Poschmann, die auch als Lyrikerin bekannt ist. In ihrem Buch „Die Kieferninseln“ mischen sich daher auch Lyrik und Prosa, europäische und asiatische Kultur, Realität und Einbildung. Das Buch klang wirklich spannend, ich werde es mit Sicherheit auch irgendwann einmal lesen.

Meine letzte Veranstaltung des Tages war ein Gespräch mit Ulrich Wickert für die ARD über sein neues Buch „Frankreich muss man lieben, um es zu verstehen“. Charmant, eloquent und mit köstlichen Anekdoten aus seinem Leben in Frankreich hatte der Autor das Publikum komplett im Griff.

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Damit endete auch bereits mein Messetag. Ich möchte die Gelegenheit aber nicht ungenutzt verstreichen lassen, Euch hier noch einige Impressionen der Messe anzuhängen. Wer genau hinschaut, erennt, dass auch Konrad und Luise mich zur Messe begleitet haben, und dort auf ihre großen Verwandten getroffen sind. Reinschauen lohnt sich! 😀

 

[Buchgedanken] Kiera Cass: „Selection – Die Krone“

In den letzten Tagen habe ich den abschließenden fünften Roman der Selection-Reihe verschlungen. „Die Kronprinzessin“ ist 2016 bei FISCHER Sauerländer als Hardcover veröffentlicht worden und erschien in der Originalausgabe, ebenfalls 2016, unter dem Titel „The Crown“ bei HarperTeen, New York. Das Buch ist ein klassisches Jugendbuch mit dystopischen Elementen.61ash7-epil-_sx324_bo1204203200_

Wie bereits im Vorgängerband „Die Kronprinzessin“ dreht sich im fünften Teil alles um Prinzessin Eadlyn und das historische Casting, bei dem zum ersten Mal ein Prinzgemahl gesucht wird. Obwohl die Prinzessin es nicht für möglich gehalten hatte, gelingt es einigen Bewerbern, einen Platz in ihrem Herzen zu ergattern. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse. Die Last der Krone und unvorhergesehene Ereignisse zwingen Eadlyn dazu, eine folgenschwere Wahl zu treffen. Wird sie dennoch ihrem Herzen folgen?

„Die Krone“ ist ein wahrhaft königlicher Abschluss einer der besten Buchreihen der letzten Jahre. Mit unerwarteten Plottwists gelingt es der Autorin, die Leser bis zuletzt nah an der Handlung zu halten, lässt sie mit Eadlyn und den Bewerbern lachen und weinen. Dabei überzeugen vor allem, die konsequent weiterentwickelten und vielschichtigen Charaktere, bis in die Nebenrollen hinein (man denke nur an Josie, Henri, Lady Brice oder Hale und Ean). Trotz der vielen Handlungsstränge und Figuren werden diese am Ende kunstvoll zusammengeführt und aufgelöst – auch wenn die Welt von Illeá natürlich noch Platz für viele weitere Geschichten bietet (einiger Figuren hat sich Kiera Cass ja auch in den Selection Stories angenommen – ich freue mich bereits jetzt darauf, sie zu lesen).

Ebenso wie der dritte Band („Der Erwählte“) ist auch „Die Krone“ eine Spur politischer als der Vorgängerband. Dennoch gelingt es hier ebenfalls, im Gegensatz zur „Panem“-Buchreihe, dies nicht überhand nehmen zu lassen und die eigentliche Liebesgeschichte damit zu stützen. Gleichsam begeistert es mich immer noch, wie es Kiera Cass gelungen ist, hier fünf gleichwertige Bücher zu schaffen und nicht Stück für Stück während der Reihe an Qualität abzubauen.

Es müsste eigentlich keine Erwähnung mehr finden, aber der Schreibstil der Autorin ist flüssig und leicht lesbar, das Cover erneut eine wahre Augenweide und sehr gelungen. Das Lektorat hat gut gearbeitet, und im Vergleich zum Vorgängerteil ist hier auch die Fehlerquote wieder minimiert worden – ein exzellentes Korrektorat.

Mein Fazit? „Die Kronprinzessin“ ist ein würdiger Abschluss einer der besten Jugendbuchreihen, zumindest mal der letzten Jahre. Der Roman besticht mit sympathischen, vielschichtigen Charakteren und einer tollen, überraschenden und spannenden Handlung. Ein absolutes Muss für Jugendbuch- oder Dystopiefans. Über Kiera Cass wird man sicherlich noch viele, viele Jahre reden – auf meinen SuB wandert jetzt zumindest vorerst mal automatisch jedes weitere Buch von ihr.

[Buchgedanken] Kiera Cass: „Selection – Die Kronprinzessin“

In den letzten Tagen hab ich den vierten Band des weltweiten Phänomens „Selection“ gelesen. „Die Kronprinzessin“, erschienen in der zweiten Auflage als Hardcoverausgabe August 2015 bei FISCHER Sauerländer, wurde ursprünglich unter dem Titel „The Heir“ 2015 bei HarperTeen, New York, veröffentlicht. Das Buch ist am ehesten dem Genre „Jugendbuch“ zuzuordnen und spielt in einer dystopischen Zukunft.

Während man in der ursprünglichen Selection-Trilogie noch das Leben von America51m2b2idzw3l-_sx324_bo1204203200_ Singer, Casting-Teilnehmerin und später Königin von Illeá, verfolgte, erhält man im vierten Band einen Einblick in das Leben ihrer Tochter, Prinzessin Eadlyn.
Trotz der Abschaffung des Kastensystems ist in Illeá keine Ruhe eingekehrt. Immer wieder bilden sich in einigen Landesteilen Krisenherde und es wird offen gegen die Monarchie rebelliert. König Maxon weiß sich daher nicht anders zu helfen, als erneut ein Casting abzuhalten. Nur zögerlich stimmt Eadlyn dem Vorschlag zu, glaubt sie doch nicht an die große Liebe. Doch als dann die 35 jungen Bewerber im Palast einziehen, ändert sich ihr Leben schlagartig. Wird es einer der Männer vielleicht doch schaffen, ihr Herz zu erobern?

„Die Kronprinzessin“ ist eine gelungene Fortsetzung, der eigentlich beendeten Selection-Reihe. Kiera Cass gelingt es dabei vor allem, nahtlos an das Geschehen anzuknüpfen und den Zauber der ersten drei Bände aufrechtzuerhalten, sei es durch die Wiederkehr liebgewonnener Charaktere oder die konsequente Weiterentwicklung der Geschichte Illeás. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, hier einen nutzlos nachgeschobenen Band zu lesen, vielmehr schafft es die Autorin, offene Fragen der ursprünglichen Trilogie aufzulösen und die Geschichten miteinander zu verweben. Gleichsam ist die Geschichte um Prinzessin Eadlyn auch keine bloße Kopie des alten Castings, sondern gänzlich anders. Eigene Konflikte und Motive, vielschichtige und interessante Charaktere sorgen für eine Handlung, die einen nicht mehr loslässt und mich teils amüsiert, teils zu Tränen gerührt hat.

Ich stecke bereits mitten im fünften Band und so langsam gehen mir die Worte aus, zu beschreiben, wie sehr ich von Selection überrascht und begeistert wurde (und wenn ich mir vorstelle, dass auch noch die beiden Selection-Stories-Bände bereits hier liegen, bin ich einerseits froh, dass ich Illeá noch nicht so bald verlassen muss, andererseits besorgt, da mir langsam die Superlative ausgehen).

Wie nicht anders zu erwarten war, hat auch bei „Die Kronprinzessin“ der flüssige und leicht lesbare Schreibstil der Autorin überzeugt. Das Cover ist – erneut – exzellent gelungen und ein wahres Meisterwerk. Auch das Lektorat hat gut gearbeitet. Als einziger Kritikpunkt sind (im Gegensatz zu den Vorgängerbänden) dem Korrektorat hier doch ein paar mehr Fehler durchgerutscht, zumindest in der mir vorliegenden Auflage. Dies jedoch immer noch in einer Seltenheit, die dem Lesevergnügen absolut keinen Abbruch tut.

Mein Fazit? „Selection – Die Kronprinzessin“ ist ein toller Jugendroman, der nahtlos an die „Selection“-Trilogie anknüpft. Perfekt ausgearbeitete Charaktere und eine spannende und unterhaltsame Handlung sorgen dafür, dass der neuerliche Ausflug nach Illeá zu einem tollen Erlebnis führt. Bedenkenlos – nicht nur für Jugendbuchleser – zu empfehlen.

In den nächsten Tagen werde ich dann noch Band 5 vorstellen, und als Jahresabschluss meine Lesehighlights 2016 einordnen. Es überrascht nach dieser Rezension wohl niemanden, dass auch die Selection-Reihe dort vertreten sein wird.

[Buchgedanken] Kiera Cass: „Selection – Der Erwählte“

Auch den dritten Band der Selection-Reihe von Kiera Cass (und damit das Ende der ersten Trilogie) habe ich verschlungen und möchte Euch meine Gedanken dazu mitteilen. Bevor ich zu den nächsten Bänden („Die Kronprinzessin“ liegt bereits hier) und den Zusatznovellen komme, schiebe ich schweren Herzens allerdings erstmal wieder ein paar andere Bücher ein. „Selection – Der Erwählte“ erschien 2014 unter dem Originaltitel „The One“ bei Harper Teen. Ich besitze es in der Taschenbuchausgabe der S. Fischer Verlag GmbH, erschienen im Juni 2016.51cbxvlxh2bl-_sx327_bo1204203200_

Von den ehemals 35 Mädchen sind nur noch vier übrig und das Casting um die Hand von Maxon und die Krone von Illeá geht in die entscheidende Runde. Vor dem Hintergrund immer stärker werdender Rebellenangriffe wird der Prinz zunehmends unter Druck gesetzt, den Auswahlprozess zu beenden. Doch während America beim Volk immer beliebter wird, schlägt ihr von Seiten des Königs offene Abneigung entgegen. Mit aller Macht versucht er, einen Keil zwischen sie und Maxon zu treiben, um ihre Wahl zur Prinzessin zu verhindern. Und schließlich ist dort immer noch Aspen, Americas Ex-Freund, dessen ständige Nähe sie mehr als einmal an ihren wahren Gefühlen zweifeln lässt.

„Selection – Der Erwählte“ ist der fulminante Abschluss der ursprünglichen Trilogie und sorgt für die ein oder andere Überraschung. Neue Allianzen werden geschmiedet und Familiengeheimnisse aufgedeckt. Die stetig zunehmende Gewalt und stärkere Politisierung des Buches können entfernt mit dem Ende der Panem-Trilogie verglichen werden, wenngleich es dem Buch dennoch gelingt, die Haupthandlung nie in den Hintergrund treten zu lassen.

Dabei ist „Der Erwählte“ nichts für schwache Nerven. Während man in den ersten beiden Teilen noch davon verschont blieb, muss man hier gleich den Tod von nicht einem, nicht zwei, nicht drei, sondern mindestens vier regelrechten Sympathieträgern verkraften, von denen mich einer immer noch mitnimmt und regelrecht traurig stimmt.  Einziger Lichtblick ist, dass ich im Rahmen der „Selection Stories“ mit dem Charakter noch einige Zeit verbringen kann.

Trotz der teils ernsteren Themen behält die Autorin ihren leichten und flüssigen Schreibstil bei. Ihr gelingt es, durch die gelungene Mischung der Liebesgeschichte mit dem politischen Geschehen ein nie langweiliges, abwechslungsreiches, spannendes und romantisches Buch zu liefern, dass den Leser mit vielen überraschenden Wendungen begeistert. „Selection – Der Erwählte“ knüpft dabei qualitativ nahtlos an die beiden Vorgängerbände an und fesselt den Leser von der ersten bis zur letzten Seite. Trotz der beiden Vorgängerbände gelingt es der Autorin, neue Seiten und Facetten an den altbekannten Charakteren zu zeigen und diese konsequent weiterzuentwickeln.

Ohne das Ende zu spoilern, möchte ich nur so viel sagen. Es ist brilliant. Doch mehr als die fulminanten Schlusskapitel, ist es vor allem eines, das ich hervorheben möchte. „Selection – Der Erwählte“ hat einen der besten Schlusssätze (rein technisch sind es die letzten beiden Sätze), den ich je gelesen habe. Es fällt mir schwer, hier einen Vergleich zu ziehen. Am ehesten kommt mir hier noch „Er war tot.“ ins Gedächtnis, der unvergessliche erste Satz von „Ferne Ufer“ (Outlander 3). Ich werde jedenfalls die Schlusssätze nie vergessen, und sollte es sie noch nicht als T-Shirt geben, möchte ich das wärmstens anregen. Ich würde eines kaufen :).

Das Cover ist (wie sollte es anders sein) wunderschön, der Buchsatz (erneut) gelungen. Im Gegensatz zum zweiten Band, wo mir anfangs zwei kleinere Fehler auffielen, ist hier vom Lektorat und Korrektorat wieder exzellent gearbeitet worden.

Mein Fazit? „Selection – Der Erwählte“ ist der fulminante Abschluss der ursprünglichen „Selection“-Trilogie. Gleichsam spannend und romantisch fesselt und unterhält das Jugendbuch den Leser von der ersten bis zur letzten Seite. „Der Erwählte“ glänzt dabei vor allem mit vielen überraschenden Wendungen und einem brillianten Ende. Bitte mehr davon!

[Buchgedanken] Kiera Cass: „Selection – Die Elite“ (Band 2)

Nachdem ich vor kurzem den ersten Teil von „Selection“ gelesen hatte, habe ich alles stehen und liegen gelassen, mir sofort die anderen Bände gekauft und zu lesen begonnen. Mittlerweile stecke ich mitten im dritten Buch und denke, das ist ein guter Zeitpunkt, meine Meinung zu Band 2 nachzureichen. „Selection – die Elite“ ist 2013 unter dem Titel „The Elite“ bei Harper Teen erschienen, ich besitze es in der Taschenbuchausgabe der S. .Fischer Verlag GmbH in der (mittlerweile) 4. Auflage, April 2016.

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Von den ehemals 35 Mädchen sind nur noch sechs übrig, die um die Gunst von Prinz Maxon wetteifern – die sogenannte „Elite“. Sowohl America als auch ihre beste Freundin Marlee haben das Casting bisher überstanden und leben weiterhin im Palast, der zunehmend zum Ziel der Rebellangriffe wird, die die Bewohner in Angst und Schrecken versetzen. Doch während sich zwischen Marlee und Maxon eine immer stärkere Kluft aufbaut, kommt America dem Prinzen näher und näher. Wäre da nur nicht Aspen, ihre erste große Liebe und mittlerweile ihr Ex-Freund, der als Palastwache ihre Gefühle immer wieder durcheinanderbringt und America vor die schwerste Entscheidung ihres Lebens stellt.

„Selection – die Elite“ ist eine gelungene Fortsetzung des ersten Bandes. Kiera Cass gelingt es nahtlos, an das Geschehen anzuknüpfen und den Leser direkt von der ersten Seite an wieder in den Bann der Geschichte zu ziehen. „Die Elite“ punktet dabei vor allem dadurch, dass die Charaktere mit ihren Stärken und Schwächen konsequent weiterentwickelt und verfeinert werden. Erwartete Längen fehlen vollends, die Handlung wird stringent erzählt und, im flüssigen und leicht zu lesendem Schreibstil, vorangetrieben.

Zudem schafft es der Band, meinen einzigen Kritikpunkt an „Selection“ etwas auszumerzen, indem er mehr über die Gründung von Illeá erzählt und ein umfassenderes Bild der Geschichte des Landes ermöglicht. Am stärksten überraschte mich jedoch, dass Kiera Cass mit „Die Elite“ einen gleichwertigen Nachfolgeband zu „Selection“ geliefert hat. Viele Young-Adult-Buchreihen verlieren mit den Folgebüchern an Qualität – meist allein schon dadurch, dass ihnen der Glanz des Neuen fehlt. Wenn es überhaupt möglich ist, hat mich „Die Elite“ noch stärker gefesselt und mich beim Lesen mein Umfeld vergessen lassen. So, und nicht anders, geht perfektes Kopfkino und hebt Kiera Cass in die Reihe meiner literarischen Vorbilder.

Das Cover ist (erneut) perfekt und mein Lieblingscover der ersten drei Bände, der Buchsatz gelungen. Anfangs sind mir zwei kleinere Fehler aufgefallen, später nichts mehr, sodass Lektorat und Korrektorat erneut ziemlich gut gearbeitet haben.

Mein Fazit? „Selection – Die Elite“ ist ein gleichwertiger Nachfolgeband, der durch die gelungene Weiterentwicklung der Charaktere glänzt und die „Selection-Reihe“ endgültig und unverrückbar in die Riege meiner Lieblingsjugendbücher katapultiert. Bitte mehr davon!

[Buchgedanken] Kiera Cass: „Selection“

In den letzten Tagen habe ich (endlich, endlich, endlich) „Selection“ von Kiera Cass gelesen. Das Buch, ursprünglich 2012 bei Harper Teen als „The Selection“ veröffentlicht, ist ein dystopisches Jugendbuch. Ich besitze die Taschenbuchversion der deutschen Ausgabe der S. Fischer Verlag GmbH, in der mittlerweile 6. Aufla512b2btfh-hil-_sx327_bo1204203200_ge.

America Singer, Spross einer Künstlerfamilie aus der fünften Kaste, ist hin- und hergerissen. Denn Maxon, Prinz von Illeá, ist im heiratsfähigen Alter und soll gemäß der Tradition des Landes eine Frau aus dem Volk heiraten. Doch obwohl alle America bedrängen, am Castingprozess teilzunehmen, will diese doch nur ihr einfaches Leben als Musikerin weiterführen und ihre geheime Liebe, Aspen Leger, eine Hilfskraft aus der sechsten Kaste, heiraten – eine Verbindung, die aufgrund des Klassenunterschiedes vor großen Hürden steht. Als schließlich auch Aspen sie zur Teilnahme drängt, gibt sie nach und meldet sich zum Casting an. Wie durch ein Wunder wird sie zur Vertreterin ihrer Provinz gewählt und muss nun mit 34 weiteren Mädchen um die Gunst des jungen Prinzen wetteifern. Freundschaften, Feindschaften und Rebellenangriffe – für America beginnt nun die spannendste Zeit ihres Lebens. Und über allem schwebt die Frage: Maxon oder Aspen?

Seitdem ich „Selection“ das erste Mal gesehen habe, war mir klar, dass ich es lesen und die Bücher bei mir einziehen werden. Dennoch schaffte es das Buch, die ohnehin hohen Erwartungen, die ich hatte, noch zu übertreffen. „Selection“ gelang es, mich so zu fesseln, dass ich auch außerhalb der geplanten Lesezeiten das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte und so viel schneller und früher fertig war, als ich gedacht hatte. Als Konsequenz sind auch direkt die Bände 2 & 3 im Warenkorb gelandet und im Laufe des morgigen Tages in meinem Briefkasten ;).

Aber zurück zum Buch. Mittlerweile kommt einem die Handlung sicherlich bekannt vor, wurde sie doch in so vielen Varianten geschrieben, veröffentlicht, verfilmt. „Selection“ ist eine Mischung aus „Bachelor“ und „Hunger Games“, ein Potpourri aus „Divergent“ und „Twilight“. Eine starke weibliche Protagonistin aus dem Volk, ein Liebesdreieck, eine dystopische Gesellschaft in Nordamerika. All das ist nicht neu. Und doch gelingt es der Autorin, durch überzeugende, plastische Charaktere (auch in den „Nebenrollen“ – seien es die Zofen oder andere Erwählte) und überraschende Wendungen den Leser von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln . Ein flüssiger Schreibstil und ein leicht zu lesender Text runden das perfekte Leseerlebnis ab.

Man identifiziert sich mit den einzelnen Charakteren, lacht, trauert und leidet mit ihnen. Dabei ist „Selection“ mehr als ein reines Jugendbuch, sondern auch für Erwachsene zu empfehlen. Leichte gesellschaftskritische Anklänge sind ebenso zu finden wie kleinere politische Botschaften. Hier kommt aber auch der einzige, minimale Kritikpunkt zum Tragen, den ich finden konnte. Im Rahmen des Buches wird kurz und flüchtig auf die Geschichte der Entstehung von Illeá eingegangen, ein Fakt, der durch die verkürzte Darstellung nicht gänzlich schlüssig und überzeugend dargelegt wurde. Eventuell bieten die weiteren Bücher ja einen genaueren Einblick in die Geschichte des Königreiches.

Das Buch ist ordentlich gesetzt, Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet. Zum Cover – muss ich da noch etwas sagen? Die „Selection“-Reihe besitzt mit die bezauberndsten Cover, die ich seit langem gesehen habe – und hat auch seit Jahren meine Stimme beim „Lovelybooks-Award“ fürs beste Cover sicher.

Mein Fazit? „Selection“ ist ein typisches, aber übetzeugendes Jugendbuch, das zumindest bei mir auch Potential zum Lieblingsbuch hat. Tolle Charaktere und überraschende Wendungen sorgen dafür, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte. Nicht nur für Jugendliche, sondern auch für Erwachsene bedenkenlos zu empfehlen.