[Buchgedanken] Sabine Weiß: „Krone der Welt“

In der letzten Zeit habe ich den Roman „Krone der Welt“ von Sabine Weiß gelesen. Das Buch ist 2020 in der Bastei Lübbe AG erschienen und als historischer Roman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars über die Bloggerjury.

Vincent will als Architekt prächtige Stadthäuser bauen. Ruben sehnt sich nach Abenteuern auf hoher See. Betje ist eine begnadete Köchin. Zusammen sind die Geschwister in Amsterdam gestrandet, einem Ort der märchenhaften Möglichkeiten. Doch es ist auch die Zeit der großen Auseinandersetzungen. Katholiken und Calvinisten streiten um den rechten Glauben, Engländer und Spanier um den Einfluss auf das Land am Meer, Kaufleute um die wirtschaftliche Macht. Können sich die Geschwister in dieser schwierigen Situation behaupten?

„Krone der Welt“ beschreibt von 1588 bis 1617 die Geschicke der Familie Aardzoon über zwei Generationen vor dem Hintergrund der Geschichte der Niederlande im Kampf um die Unabhängigkeit – eine viel zu selten beleuchtete historische Epoche.

Dabei ist die Handlung größtenteils interessant und abwechslungsreich, wenn auch durch den Prolog einige Ereignisse und Entwicklungen bereits vorweggenommen werden, was die Spannung etwas mindert. Gleichsam gelingt es der Autorin jedoch, die vielen Handlungsstränge (auch wenn ein oder zwei weniger auch ausgereicht und für eine stringentere Handlung gesorgt hätten) zum Ende hin zusammenzuführen und sinnvoll aufzulösen.

Das Setting ist dabei sehr gut gelungen, die Autorin beschreibt das historische Amsterdam aus der Sicht eines kundigen Architekten bildhaft und anschaulich. Insgesamt vermittelt das Buch dabei den Eindruck einer sehr gewissenhaften Recherche, wofür auch die Literaturhinweise am Ende des Romans sprechen.

Die Figuren sind größtenteils gut angelegt, wenn auch Lazarus aus meiner Sicht hier als Antagonist etwas abfällt. Besonders gut gefallen haben mir in der Komplexität Aletta van Fleet, Nathan und Wim Aardzoon.

Die Buchgestaltung ist im Wesentlichen gelungen, Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet. Das Cover ist wunderschön und hochwertig geprägt, die ausklappbaren Coverinnenseiten liebevoll – allerdings gleich – gestaltet. Hier hätte man durchaus die Karte der Niederlande und die Karte von Amsterdam trennen können – und so auch eine detailliertere und beschriftete Karte der Stadt abdrucken können.

Mein Fazit: „Krone der Welt“ ist ein im Wesentlichen überzeugender historischer Roman, der vor allem durch sein tolles Setting, die historische Authentizität und die interessante Handlung punkten kann, allerdings durch die vielen Handlungsstränge fast zu ambitioniert ist. Für Liebhaber des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen – ab dem vom Verlag empfohlenen Lesealter von 16 Jahren.

Bücherreigen zur Adventszeit 2 | Doppelte Buchpost

Und auch heute möchte ich Euch wieder zwei tolle Bücher zeigen, die mich kurz vor Weihnachten erreichten. Dabei handelt es sich um zwei Rezensionsexemplare: „Sterbewohl“ von Olivia Monti und „Krone der Welt“ von Sabine Weiß. Vielen Dank an die Autorinnen, an Bastei Lübbe und an die Bloggerjury für die Bereitstellung der Rezensionsexemplare. Ich bin schon sehr gespannt darauf, ins 16. Jahrhundert und in eine dystopische Zukunftsvision einzutauchen.

Kennt jemand die Bücher bereits? In welche Zeit würdet Ihr gern einmal reisen?