[Jahresrückblick] Lesehighlights 2016

Langsam aber sicher neigt sich 2016 dem Ende zu. Deshalb möchte ich die Gelegenheit nutzen, Euch meine Lesehighlights des Jahres zu präsentieren. Eigentlich wollte ich die Liste auf drei Bücher beschränken, aber nach reiflicher Überlegung habe ich die Zahl auf fünf erhöht, da ich mich sonst nicht hätte entscheiden können. Mit dabei: Kiera Cass, Manuela Inusa, Emily Bold, Halo Summer und Alexandra Kleeman.

Im vergangenen Jahr habe ich rund 35-40 Bücher gelesen, was ich von der Menge her ganz okay finde. Für 2017 hoffe ich, auch wenigstens 26 Bücher lesen zu können, damit es hier auf dem Blog nicht allzu langweilig wird ;).

Aber nun genug der Vorrede – auf zu den Platzierungen :).

Mein absolutes Lesehighlight 2016 ist die Selection-Reihe von Kiera Cass. Ich habe die Bände 1-4 gelesen und den fünften nahezu beendet. Die Reihe hat mich begeistert, amüsiert und zu Tränen gerührt. Kiera Cass ist es gelungen, über alle Bände hinaus durchweg exzellente Jugendbücher zu schreiben, die zu den Besten gehören, die das Genre in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Meine Besprechungen der ersten vier Bände können hier abgerufen werden: Band1, Band2, Band3, Band4.

Auf einem geteilten zweiten Rang stehen Halo Summers „Aschenkindel“ (Rezension) und Alexandra Kleemans „A wie B und C“ (Rezension). „Aschenkindel“ gelingt es, dem Märchengenre einen modernen Glanz zu verleihen. Eine charmant-freche Handlung kombiniert mit einem tollen Schreibstil sorgen dafür, dass der „Kindle-Storyteller-Award“ 2016 zurecht an Halo Summer ging – ein absoluter Stern am SP-Himmel. „A wie B und C“ ist das Debüt von Alexandra Kleeman, einer amerikanischen Autorin. Es ist bizarr, sprengt alle Konventionen und verfolgt einen in den Träumen. Die unangepasste, dystopische und gesellschaftskritische Story ist vielleicht das ungewöhnlichste Buch, das ich je gelesen habe – aber mit Sicherheit auch eines der Werke, das mir am Längsten in Erinnerung bleiben wird.

Und auf den geteilten dritten Platz möchte ich zwei Bücher von Hybridautorinnen setzen, die vor Gefühlen nur so strotzen. Emily Bolds „Lichtblaue Sommernächte“ (Rezension) ist eine Ode an das Leben, gefühlsstark, romantisch und traurig zugleich. Der Schicksalsroman beeindruckt mit einer atmosphärischen Handlung, die den Leser packt, nicht mehr loslässt und zu Tränen rührt. Ganz anders Manuela Inusas „Jane Austen bleibt zum Frühstück“ (Rezension). Der Feel-Good-Roman um Penny Lane Rogers und Jane Austen überzeugt mit toll herausgearbeiteten gegensätzlichen Charakteren und unerwartet-humorvollen Szenen. Zusammen mit einer umfassenden Recherche und einem überzeugenden Ende hat mich auch Manuela Inusas Blanvalet-Debüt überzeugt.

Was waren Eure Lesehighlights 2016? Was hat Euch begeistert, fasziniert – oder vielleicht auch enttäuscht? Habt Ihr die obigen Bücher auch gelesen? Dann ab damit in die Kommentare! 🙂

Ich wünsche jedenfalls jetzt schonmal ein frohes Weihnachtsfest! 🙂
Erik

[Buchgedanken] Kiera Cass: „Selection – Die Elite“ (Band 2)

Nachdem ich vor kurzem den ersten Teil von „Selection“ gelesen hatte, habe ich alles stehen und liegen gelassen, mir sofort die anderen Bände gekauft und zu lesen begonnen. Mittlerweile stecke ich mitten im dritten Buch und denke, das ist ein guter Zeitpunkt, meine Meinung zu Band 2 nachzureichen. „Selection – die Elite“ ist 2013 unter dem Titel „The Elite“ bei Harper Teen erschienen, ich besitze es in der Taschenbuchausgabe der S. .Fischer Verlag GmbH in der (mittlerweile) 4. Auflage, April 2016.

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Von den ehemals 35 Mädchen sind nur noch sechs übrig, die um die Gunst von Prinz Maxon wetteifern – die sogenannte „Elite“. Sowohl America als auch ihre beste Freundin Marlee haben das Casting bisher überstanden und leben weiterhin im Palast, der zunehmend zum Ziel der Rebellangriffe wird, die die Bewohner in Angst und Schrecken versetzen. Doch während sich zwischen Marlee und Maxon eine immer stärkere Kluft aufbaut, kommt America dem Prinzen näher und näher. Wäre da nur nicht Aspen, ihre erste große Liebe und mittlerweile ihr Ex-Freund, der als Palastwache ihre Gefühle immer wieder durcheinanderbringt und America vor die schwerste Entscheidung ihres Lebens stellt.

„Selection – die Elite“ ist eine gelungene Fortsetzung des ersten Bandes. Kiera Cass gelingt es nahtlos, an das Geschehen anzuknüpfen und den Leser direkt von der ersten Seite an wieder in den Bann der Geschichte zu ziehen. „Die Elite“ punktet dabei vor allem dadurch, dass die Charaktere mit ihren Stärken und Schwächen konsequent weiterentwickelt und verfeinert werden. Erwartete Längen fehlen vollends, die Handlung wird stringent erzählt und, im flüssigen und leicht zu lesendem Schreibstil, vorangetrieben.

Zudem schafft es der Band, meinen einzigen Kritikpunkt an „Selection“ etwas auszumerzen, indem er mehr über die Gründung von Illeá erzählt und ein umfassenderes Bild der Geschichte des Landes ermöglicht. Am stärksten überraschte mich jedoch, dass Kiera Cass mit „Die Elite“ einen gleichwertigen Nachfolgeband zu „Selection“ geliefert hat. Viele Young-Adult-Buchreihen verlieren mit den Folgebüchern an Qualität – meist allein schon dadurch, dass ihnen der Glanz des Neuen fehlt. Wenn es überhaupt möglich ist, hat mich „Die Elite“ noch stärker gefesselt und mich beim Lesen mein Umfeld vergessen lassen. So, und nicht anders, geht perfektes Kopfkino und hebt Kiera Cass in die Reihe meiner literarischen Vorbilder.

Das Cover ist (erneut) perfekt und mein Lieblingscover der ersten drei Bände, der Buchsatz gelungen. Anfangs sind mir zwei kleinere Fehler aufgefallen, später nichts mehr, sodass Lektorat und Korrektorat erneut ziemlich gut gearbeitet haben.

Mein Fazit? „Selection – Die Elite“ ist ein gleichwertiger Nachfolgeband, der durch die gelungene Weiterentwicklung der Charaktere glänzt und die „Selection-Reihe“ endgültig und unverrückbar in die Riege meiner Lieblingsjugendbücher katapultiert. Bitte mehr davon!