In der letzten Zeit habe ich auch „Noch immer Zeit zu lieben“ von Heike Abidi gelesen. Das Buch ist 2025 im Penguin Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH veröffentlicht worden und als Liebesroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Isabel, Ende 40, hat die letzten Jahre ihre Mutter gepflegt und steht nun nach deren Tod vor einem Neuanfang. Sie will endlich wieder als Fotografin voll durchstarten. Ihr erster großer Auftrag führt sie ausgerechnet nach Stockholm – dabei hatte sie sich geschworen, nie wieder schwedischen Boden zu betreten. Der Verlust ihres Verlobten Oscar, der vor 25 Jahren bei einer dummen Wette ertrank, schmerzt noch zu sehr. Doch das lukrative Projekt in einem schicken Stockholmer Hotel kann sie nicht ablehnen. Die malerische Gamla Stan und die sommerliche Idylle der Schären verzaubern sie sofort wieder. Dass sie sich dort ausgerechnet in Hotelchef Lennart verliebt, war so nicht geplant. Isabels Gefühle für ihn sind stärker als ihr Widerstand. Doch dann erfährt sie etwas über ihn, was alles ändert und ihr neues Glück aufs Spiel stellt …
„Noch immer Zeit zu lieben“ ist nach „Hör auf dein Herz, auch wenn es stolpert“ und „Liebe M. – Du bringst mein Herz zum Überlaufen“ mein dritter Roman von Heike Abidi, von der ich auch schon mehrere, gemeinsam mit Ursi Breidenbach verfasste Sachbücher gelesen habe. Dabei lässt sich das Buch relativ leicht einem Genre zuordnen. Während es als Sommerroman beworben und auf Verkaufsportalen teils als Gegenwartsliteratur eingruppiert wird, handelt es sich bei dem Buch doch klar um einen sehr klassischen (Feel-Good-) Liebesroman.
Denn die Handlung, die aus der Ich-Perspektive von Isabel erzählt wird, stellt die Lovestory zwischen ihr und dem männlichen Love Interest Lennart sehr stark in den Fokus, der Rest der Handlung unterstützt dabei lediglich. Dennoch bleibt die Handlung durchaus abwechslungsreich, wenn auch in Teilen naturgemäß vorhersehbar – aber das bringt das Genre in der Regel ja mit sich. Auch kann mich das Ende leider nicht vollends überzeugen, wenn es auch erfrischend offen gehalten ist und Platz für die Fantasie der Leser:innen lässt.
Das Setting ist natürlich traumhaft. So entführt die Autorin ihre Leser:innen nicht nur in meinen Wohnort Heidelberg, sondern auch ins gleichsam malerische Stockholm und an andere, landschaftlich wunderschöne Ecken Schwedens. Und was wünscht man sich zudem mehr, als ein traumhaftes Luxushotel als Kulisse? Dabei mischt Heike Abidi mühelos gesellschaftlich relevante Themen wie Nachhaltigkeit und familiengeführte Unternehmen mit ein, die auch von schweren Themen wie Trauer, Demenz und Schuld begleitet werden, die aber alle eher oberflächlich verbleiben und nie wirklich von der Lovestory ablenken, sodass die Feel-Good-Atmosphäre erhalten bleibt.
Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Dabei brillieren insbesondere wichtige Nebencharaktere wie Emilia und Olivia, während gerade Isabel und Lennart teils nicht nachvollziehbar handeln. Heike Abidis Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.
Die Buchgestaltung ist gelungen. Lektorat und Korrektorat haben ordentlich gearbeitet, der Buchsatz ist sauber und versucht zumindest, Briefe und Chatnachrichten vom regulären Text abzusetzen, hier hätte man aber vielleicht noch etwas mutiger sein können. Das Covermotiv setzt sich nahtlos auf Buchrücken und Coverrückseite fort, sodass ein tolles, einheitliches Gesamtbild entsteht, ist durchaus auch schön anzusehen und genretypisch, aber kein klassischer Eyecatcher.
Mein Fazit? „Noch immer Zeit zu lieben“ ist ein Liebesroman mit wunderbarem Setting und Feel-Good-Garantie, der vor allem in den ersten zwei Dritteln viel Spaß macht. Für Leser:innen des Genres daher bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von etwa 13 Jahren.







Tina: Schön, dass ich da sein darf. Mein Name ist Tina Skupin, ich schreibe Fantasy, vor allem Urban Fantasy. Ich habe – mit dem neuen – insgesamt fünf Bücher veröffentlicht. Zudem wohne ich in Stockholm, deswegen haben alle meine Bücher einen Hintergrund in der nordischen Mythologie.
Tina: Valkyrie ist eine klassische Urban-Fantasy-Reihe im Stil der „Dresden Files“ und Seanan McGuire. Meine Protagonistin ist die Walküre Frida, die am Hofe Odins gedient hat, und die plötzlich 1.000 Jahre später in der Zukunft im modernen Stockholm aufwacht. Asgard ist verschwunden, die Norsen leben unerkannt unter den Menschen. Sie muss sich zum einen zurechtfinden, zum anderen möchte sie auch herausfinden, was passiert ist. Im zweiten Band geht es darum, dass die übrigen Norsen, die auch 1.000 Jahre geschlafen haben, alle erwachen und dadurch eine Flüchtlingsproblematik in der Stadt herrscht. Es gibt immer mehr von den Norsen, die sich in der modernen Welt überhaupt nicht auskennen. Daher droht die Entdeckung – und nur Frida kann dies verhindern und eine Lösung finden.
Tina: Anna Holubs: „Der Meerschaum“ ist ein Buch in der Märchenspinnerei. Es handelt sich um einen skandinavischen Thriller, eine Adaption der Meerjungfrau. Luzia Pfyls: „Das Ministerium der Welten“ gefällt mir als Serie auch sehr gut, das war auch eine meiner Inspirationen für Sissi.