[Buchgedanken] Petra Schier: „Pfötchen, Strand und Liebesglück“ (Lichterhaven 9)

In der letzten Zeit habe ich auch „Pfötchen, Strand und Liebesglück“ von Petra Schier gelesen. Das Buch ist 2026 bei HarperCollins in der Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH erschienen und als Liebesroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Für Chloe bricht eine Welt zusammen, als ihr Verlobter ihr gesteht, dass er sie zwar heiraten möchte, aber nicht liebt. Als wäre das nicht genug, verliert sie ein Jahr später auch noch ihren Job. Um ihr Herz zu heilen und einen Neustart zu wagen, zieht sie zu ihrer Zwillingsschwester Isalie nach Lichterhaven und beginnt auf dem Erlebnishof ihrer Familie zu arbeiten. Langsam kehrt wieder Ruhe in ihr Leben ein – bis sie auf den mürrischen Nachbarn Tristan trifft. Trotz anfänglicher Abneigung entdecken beide, dass sie mehr verbindet, als sie erwartet hatten. Kann die Liebe, unterstützt von einem kleinen Dackel namens Cooper, alte Wunden heilen und neues Glück schenken?

„Pfötchen, Strand und Liebesglück“ ist zwar bereits mein fünfter Roman von Petra Schier, hierbei aber der erste aus der „Lichterhaven“-Reihe, dessen neunter Band „Pfötchen, Strand und Liebesglück“ ist. Dabei ist das Buch klar als klassischer Liebesroman einzuordnen, ist zugleich aber auch Urlaubsroman oder Feel-Good-Roman, ideal geeignet, um selbst am Strand gelesen zu werden, auch wenn der Roman überraschenderweise (aber nicht unangenehmerweise) durchaus mit einer halbwegs expliziten Sexszene aufwartet.

Generell ist die Handlung durchaus abwechslungsreich, verbleibt dabei aber etwas an der Oberfläche, auch wenn das ein oder andere wichtige Thema gestreift wird. Hierbei werden zu keinem Zeitpunkt Zweifel an dem ausstehenden Happy-End gesät, Komplikationen oder Stolpersteine in der sich entwickelnden Beziehung sucht man vergebens, lediglich Cooper muss gelegentlich als Eisbrecher herhalten – der ein oder andere kleinere Rückschlag hätte hier die Feel-Good-Atmosphäre auch nicht zerstört. Und so vermag auch das Ende nicht vollends zu überzeugen, hätte man sich für Chloe doch gegebenenfalls einen anderen Weg ins Glück gewünscht.

Das Setting kann erneut auf ganzer Linie glänzen. So nimmt die Autorin ihre Leser:innen mit auf eine Reise nach Lichterhaven, einen fiktiven, kleinen Ort an der Nordseeküste – mit allem, was dazugehört, unter anderem ein alter Leuchtturm, ein Erlebnishof mit Alpakas und – natürlich – ganz viel Strand. Petra Schier erschafft dabei eine Dorfidylle, die fast aus der Welt entrückt zu sein scheint; wie ein kleines Märchen, fast zu ideal, um wahr zu sein, aber perfekt, um sich unbeschwert dorthin träumen und die Realität vergessen zu können.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen insbesondere wichtige Nebenfiguren wie Isalie und Max, aber auch Cooper trägt viel zur Handlung bei, während Tristan nicht immer nachvollziehbar handelt und – gerade anfangs – viele Sympathien verspielt. Petra Schiers Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen, sorgt in der Erzählperspektive von Cooper auch für humorvolle Momente, auch wenn man sich daran erst gewöhnen muss.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat und Korrektorat sind zwar Kleinigkeiten durchgerutscht, die das Lesevergnügen aber nicht schmälern, der Buchsatz ist ordentlich und versucht die Chatnachrichten innovativ zu setzen, auch wenn hier – und bei der Darstellung von Coopers Perspektive – sicherlich noch mehr gegangen wäre. Das Covermotiv setzt sich nahtlos auf Buchrücken und Coverrückseite fort und sorgt so für einen tolles Gesamtbild. Das Motiv ist zudem genre- und reihentypisch, sorgt für Wiedererkennungswert, ist insgesamt aber eher kein Eyecatcher.

Mein Fazit? „Pfötchen, Strand und Liebesglück“ ist ein Feel-Good-Liebesroman, der auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden kann und hält, was er verspricht, aber durchaus ein klein bisschen mehr Komplexität hätte vertragen können. Für Leser:innen des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von etwa 16 Jahren.

[Buchgedanken] Karin Seemayer: „Sommerwind in der Toskana“

Vor kurzem habe ich auch „Sommerwind in der Toskana“ von Karin Seemayer gelesen. Das Buch ist 2026 bei Aufbau Taschenbuch in der Aufbau Verlage GmbH & Co. KG erschienen und als Liebesroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Nach dem Tod ihres Onkels erbt Laura dessen Haus in der Toskana, in dem sie jeden Sommer ihrer Kindheit verbracht hat. Mit dem festen Vorsatz, es so schnell wie möglich zu verkaufen, reist sie nach Castagneto Carducci. Ein wohlhabender Winzer bietet ihr viel Geld, und alles scheint entschieden. Doch dann begegnet sie ihrem Jugendfreund Luca wieder. Mit seiner Liebe zur Landschaft und seinem Traum von einem nachhaltigen Agriturismo weckt er längst vergessene Erinnerungen in Laura. Inmitten goldener Hügel und flirrenden Lichts entdeckt sie nicht nur die Schönheit der Toskana neu, sondern auch ihr Herz.

„Sommerwind in der Toskana“ ist mein erstes Buch aus der Feder von Karin Seemayer, das unabhängig von ihren anderen Toskana-Romanen gelesen werden kann. Dabei lässt sich der Roman relativ klar als (klassischer) Liebesroman einordnen, der sich zudem perfekt als Sommer-/Urlaubslektüre eignet und zum Dahinträumen einlädt.

Denn die Handlung ist durchaus abwechslungsreich und interessant, aber teils auch etwas ereignisarm und ohne größere Spannungsspitzen – selbst bei einem klassischen Feel-Good-Liebesroman hätte ich mir hier ein paar Komplikationen mehr gewünscht. Allerdings kann dahingegen das Ende glänzen, da es organisch zur Geschichte passt und der Handlung kein künstliches, klischeebehaftetes Happy-End übergestülpt wurde.

Das Setting brilliert auf ganzer Linie. So entführt die Autorin ihre Leser:innen in die Toskana abseits der großen Touristenströme, in landwirtschaftlich dominiert kleine Städte voller Dolce Vita, gutem Essen und Traditionen. Dabei mischt Karin Seemayer die Liebesgeschichte mit wichtigen Themen wie nachhaltigem Tourismus, der Verdrängung kleiner Unternehmen durch Großgrundbesitzer und toxische Familienstrukturen zu einem interessanten Gesamtpaket, das aber nie das Feel-Good-Urlaubsgefühl in Frage stellt und daher eher oberflächlich verbleibt.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Neben Laura überzeugen hier vor allem wichtige Nebenfiguren wie Julia und Nonna Maria, während Luca etwas eindimensional und zu perfekt verbleibt, ihm Ecken, Kanten und die ein oder andere Schwäche fehlen, um glaubhaft zu erscheinen. Karin Seemayers Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung ist ordentlich. Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, die den Lesefluss nicht erheblich schmälern, der Buchstaz ist solide. Der Buchumschlag ist auf dem Cover, der Coverrückseite und dem Buchrücken leicht geprägt, auch das Covermotiv setzt sich nahtlos über Buchrücken und Coverrückseite fort, sodass ein einheitliches Gesamtbild entsteht, auch wenn die Spiegelung des Covermotivs auf der Coverrückseite jetzt nicht sehr einfallsreich ist. Insgesamt ist das Cover aber durchaus genretypisch und ansehnlich. Gewünscht hätte ich mir am Ende des Buches noch die Auflistung der lokalen Rezepte, die in der Handlung angesprochen worden sind – für das Toskana-Feeling zuhause.

Mein Fazit? „Sommerwind in der Toskana“ ist ein klassischer Feel-Good-Liebesroman, der vor allem mit seinem Setting brilliert, aber durchaus die ein oder andere Komplikation mehr hätte vertragen können. Für Leser:innen des Genres bedenkenlos zu empfehlen, ab einem Lesealter von etwa 12 Jahren.

[Buchgedanken] Uli Aechtner: „Mein Lover, mein Ex und der Andere“

Im Urlaub habe ich auch „Mein Lover, mein Ex und der Andere“ von Uli Aechtner gelesen. Das Buch ist 2023 in der Emons Verlag GmbH erschienen und als Liebesroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Nicht genug damit, dass Henni ihren Job in einer Boutique verloren hat – nun wird ihr auch noch die Wohnung wegen Eigenbedarf gekündigt. In der schönen Wetterau findet sie Unterschlupf bei ihrer Tante Alma, und mit etwas Flunkerei ergattert sie sogar einen Job als Regieassistentin bei den berühmten Burgfestspielen. Dort pokert sie sich erfolgreich durch ihre heiklen Aufgaben, und mit dem genialen Regisseur Ansgar von Stein liegt Romantik in der Luft. Bis eine einzige Szene alles in Frage stellt…

„Mein Lover, mein Ex und der Andere“ ist ein klassischer Liebesroman mit starkem Lokalkolorit, quasi das romantische Pendant zum Regionalkrimi – und ein idealer Urlaubsbegleiter, sind die angesprochenen Themen und Probleme doch nicht zu schwer, zu düster, sondern verbleiben eher an der Oberfläche – eine ideale Unterhaltung für zwischendurch, aber auch keine, die allzu lange nachhallt.

Die Handlung ist kurzweilig und abwechslungsreich, wenn auch teils vorhersehbar und, zumindest anfangs, etwas auf kruden Zufällen und abstrusen Ereignissen basierend. Nichtsdestotrotz kann das Buch, vor allem in der zweiten Hälfte, gut unterhalten – und sogar die ein oder andere humorvolle Szene ist vorhanden, wobei ich mir gewünscht hätte, diese – und auch alle anderen – aus einer Ich-Perspektive von Henni zu erleben, was mich noch näher an den Charakter gebracht hätte.

Das Setting ist gelungen und – wie schon angedeutet – stark regional geprägt. So entführt die Autorin den Leser in die Wetterau, zwischen keltischer Grabsiedlung, Äppelwoischenke und Burgfestspielen. Letztere sind es auch, die die regional-geprägte Liebesgeschichte in ein Theatersetting packen – sehr charmant, zieht man doch durch die angesprochenen Stücke und Verweise automatisch Vergleiche zu den Liebespaaren aus Literatur und Theater (wie es ja auch Ansgar und Henni tun).

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Dabei überzeugen neben Leo vor allem Nebencharaktere wie Fee, Giselle und Maja, während Henni etwas blass verbleibt und nicht immer nachvollziehbar handelt. Uli Aechtners Schreibstil ist darüber hinaus gut und flüssig lesbar und lässt das Kopfkino sofort anspringen.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben ordentlich gearbeitet, der Buchdeckel ist auf dem Cover, dem Buchrücken und der Coverrückseite hochwertig geprägt. Das Covermotiv ist gelungen und passt gut zur Handlung, wird aber leider zum Buchrücken hin unterbrochen. Dieser ist – zusammen mit der Coverrückseite – doch etwas eintönig geraten. Auch fehlt in der typografischen Gestaltung des Buchtitels auf dem Cover augenscheinlich das Komma.

Mein Fazit? „Mein Lover, mein Ex und der Andere“ ist ein Liebesroman, der vor allem mit seinem regionalen Setting und tollen Nebencharakteren punktet, aber auch gerade zu Anfang etwas abstrus ist. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – auch als leichter Urlaubsbegleiter geeignet.

[Buchgedanken] Marie Merburg: „Leuchtturmsommer“ (Liebwitz 2)

Vor kurzem habe ich „Leuchtturmsommer“ von Marie Merburg gelesen. Das Buch ist 2023 bei Lübbe in der Bastei Lübbe AG erschienen und als Liebesroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars über die Bloggerjury.

Nach einer Lebenskrise zieht Eva mit ihrer fünfzehnjährigen Tochter an die Ostsee, um sich dort ihren Traum zu erfüllen und neu zu starten. Doch ihr Optimismus wird auf eine harte Probe gestellt, denn ihre Teenagertochter scheint Probleme magisch anzuziehen, und die Übernahme des örtlichen Cafés läuft alles andere als rund. Besonders der brummige Standesbeamte Jakob sieht die Neuzugänge im Ort kritisch. Dabei benötigt Eva für das Café dringend die Hochzeitsempfänge, um Geld in ihre Kasse zu spülen. Erst als Eva Jakob näher kennenlernt, erkennt sie, wie es gelingen könnte, seine harte Schale zu knacken. Aber dann geschieht etwas, das nicht nur Evas Herz ein weiteres Mal zu brechen droht …

„Leuchtturmsommer“ ist nach „Strandkorbzauber“ der zweite in Liebwitz spielende Roman der Autorin – und ihr, wenn ich mich nicht verzählt habe, siebter Ostsee-Roman. Dabei lässt sich das Buch gut als Standalone lesen. Zwar treten die Charaktere des ersten Bandes auch in diesem Buch auf, da aber die Protagonistin Eva zu Beginn des Romans neu nach Liebwitz zieht, lernt man diese zusammen mit Eva gemeinsam kennen – und, zumindest teils, lieben. Es schadet aber natürlich nicht, den ersten Band der Reihe gelesen zu haben.

Die Handlung ist kurzweilig und abwechslungsreich, genrebedingt durchaus aber teils auch vorhersehbar. Zwar mischt Marie Merburg auch das ein oder andere schwere Thema in den Roman mit ein, dies aber nur in einem Umfang, der nie die Liebesgeschichte dominiert, sodass das Feel-Good-Leseerlebnis die ganze Zeit erhalten bleibt – quasi eine perfekte Urlaubslektüre. Nichtsdestotrotz hätte man im Nachwort oder Anhang vielleicht noch die ein oder andere Website oder sonstige Hilfsangebote oder Ratschläge zum Umgang mit Cybermobbing erwähnen können.

Das Setting ist – wie sollte es anders sein? – gelungen. Die Autorin nimmt den Leser mit in ein fiktives Dorf auf der Halbinsel Darß-Fischland-Zingst: Leuchtturm, Strand und malerische Waldabschnitte inklusive. Ein Sehnsuchtsort mit viel Charme – und absoluter In-Hotspot für kleine Leuchtturmhochzeiten. Aufgrund von Marie Merburgs Schreibstil, der leicht und flüssig zu lesen ist und das Kopfkino sofort anspringen lässt, auch für den Leser gut vorstellbar – sogar wenn man selbst noch nicht in der Gegend gewesen ist.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Auch wenn vor allem die Nebencharaktere brillieren – Nele und Hannah sind absolute Superstars -, können auch Jakob und Eva, vor allem aber die Chemie zwischen ihnen beiden, überzeugen. Sofern es einen weiteren Band geben wird, bin ich daher jetzt schon gespannt, welchem Liebwitzer die Autorin das nächste, genrebedingt zwingende, Happy-End spendiert – ich könnte mir hier ja Ella gut vorstellen, deren Fernbeziehung ja auch irgendwie mal geklärt werden muss.

Die Buchgestaltung ist ebenfalls gelungen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, der Buchdeckel ist auf dem Cover und Buchrücken hochwertig geprägt, das Buch mit farbigen Coverinnenseiten versehen – sehr edel. Leider ist die Gestaltung des Covers und der Coverrückseite zwar ansehnlich, aber doch sehr belanglos ohne große Bezüge zur Handlung und generell eher austauschbar.

Mein Fazit? „Leuchtturmsommer“ ist ein toller Liebesroman, der zwar durchaus vorhersehbar ist, aber dennoch mit tollen Charakteren aufwarten kann – eine ideale Urlaubslektüre mit Feel-Good-Garantie. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – vielleicht auch schon ein oder zwei Jahre vor dem vom Verlag empfohlenen Lesealter ab 16 Jahren.