Deutsche Geschichte im Doppelpack | Lovelybooks-Buchpost

In den nächsten Tagen habe ich wieder Rezensionen, Buchneuzugänge und weitere Neuigkeiten für Euch – den Anfang machen heute zwei Rezensionsexemplare. „Berchtesgaden“ von Carolin Otto (Lübbe in der Bastei Lübbe AG) erreichte mich dabei über die verlagseigene Bloggerjury, während „Die Wächterin von Köln“ von Petra Schier (HarperCollins in der Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH) im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de zu mir kam – vielen Dank jeweils dafür. Beide Bücher entführen die Leser:innen dabei in die deutsche Geschichte. Und so freue ich mich schon auf die Ausflüge in die Nachkriegszeit und ins spätmittelalterliche Köln.

In welche Epoche würdet Ihr gern einmal literarisch reisen?

London Calling | Doppelte Buchpost

In den nächsten Tagen habe ich wieder einige Rezensionen und Buchneuzugänge für Euch. Den Anfang machen heute „Love at First Knight“ von Megan Clawson (Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH), das mich als Rezensionsexemplar im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de erreichte, und „May Morrigans mysteriöse Morde“ von Katherine Black (Lübbe in der Bastei Lübbe AG), das als Rezensionsexemplar über die verlagseigene Bloggerjury zu mir kam – vielen Dank jeweils dafür! Beide Romane entführen die Leser dabei nach bzw. in die Nähe von London und spielen mit urbritischen Themen. Ich kann es daher kaum erwarten, mit Spannung und Liebe in eines meiner absoluten Lieblingssettings zurückzukehren, denn: London is calling!

Wart Ihr schon einmal in London?

[Buchgedanken] Ruben Laurin: „Die Löwin von Jerusalem“

Vor kurzem habe ich auch „Die Löwin von Jerusalem“ von Ruben Laurin, einem Pseudonym des Autors Thomas Ziebula gelesen. Der Roman ist 2024 bei Lübbe in der Bastei Lübbe AG erschienen und als historischer Roman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Israel, 1000 v. Chr. – Bathseba ist knapp sechzehn, als sie dem Menschen begegnet, der zu ihrem Schicksal werden soll: dem Hirtenjungen David. Vor den Toren Hebrons rettet sie ihm das Leben, und beide verlieben sich sofort ineinander. Doch Bathsebas Vater hat andere Pläne und zwingt seine Tochter, den groben Uriah zu heiraten, einen Offizier des Königs Saul. Voller Verzweiflung zieht David in den Krieg und steigt nach seinem Kampf gegen Goliath selbst zum König auf. Bathseba, gefangen in einer unglücklichen Ehe, kann jedoch ihren Traum von einem gemeinsamen Leben mit David nie vergessen – und fasst einen verzweifelten Plan, der sowohl ihren Tod als auch ihre Freiheit bedeuten könnte …

„Die Löwin von Jerusalem“ oder auch „Bathseba – die Freiheit war ihr Traum, König David ihr Schicksal“ ist ein historischer Roman, den der Autor Thomas Ziebula unter seinem Pseudonym Ruben Laurin veröffentlicht hat. Dabei hätte man das Buch auch als historische Romanbiografie einordnen können, aufgrund der aber doch auch teils von Bathsebas Leben entfernten Handlung, der unklaren Quellenlage und der auch teils geänderten, zentralen Aspekte ihres Lebens habe ich es bei der Eingruppierung als historischer Roman belassen.

Die Handlung ist durchaus spannend und abwechslungsreich, in Grundzügen bekannt, aber dennoch überraschend. Ruben Laurins Nacherzählung der berühmten Geschichte um David und Goliath, um die aus Leonard Cohens Hallelujah bekannte Bathseba, mischt dabei Fakt und viel Fiktion, ist (richtigerweise) schonungslos brutal, hat aber auch – gerade zu Anfang – kleinere Längen. Zudem irritieren die – nicht genau datierten – Zeitsprünge und vor allem die Ansprache des Lesers durch eine Art gottgleichen Erzähler, der als Vielzahl himmlischer Wesen (Engel?) in Erscheinung tritt.

Das Setting vermag hingegen vollends zu überzeugen. So entführt der Autor die Leser:innen in die Vergangenheit vor 3.000 Jahren, mitten hinein in die Kämpfe der israelischen Stämme gegen die Philister – und gegen sich selbst. Dabei bringt Ruben Laurin dem Leser eine Kultur näher, die zwar durch den Krieg geschaffen, durch das Schwert beherrscht wird, in der aber gerade die Propheten und Lehrer eine übergeordnete Stellung besitzen, die selbst Könige stürzt oder um den Verstand bringt – so wird (Bibel-)Geschichte lebendig gemacht.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen insbesondere Rahel, Bathseba und Ahitofel, während gerade David etwas wankelmütig verbleibt und insbesondere Uriah etwas einseitig gestaltet worden ist. Ruben Laurins Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen, hat aber sicherlich auch in der Abwägung die Lesbarkeit der historisch authentischen Sprache vorgezogen (was nicht heißen soll, dass der Roman schlecht recherchiert ist).

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz sind nur Kleinigkeiten (insbesondere im letzten Drittel) durchgerutscht, die das Lesevergnügen nicht erheblich schmälern, auf die Kapitelüberschriften hätte man aber aus meiner Sicht durchaus verzichten oder sie durch Zeit- und oder Ortsangaben ersetzen können. Der Buchumschlag ist mit farbigen Coverinnenseiten versehen, die eine wunderschön gezeichnete Karte enthalten, die Geschichte wird zudem mit einer Dramatis Personae, einer Zeittafel und einem Glossar abgerundet, wobei man die Zeittafel auch eher ans Ende hätte setzen können. Das Covermotiv wird leider zum Buchrücken hin unterbrochen, insgesamt ist der Buchumschlag eher etwas eintönig und wird von dem großen, aber typographisch uneinheitlichen Titel beherrscht – unüblich fürs Genre, auch wenn das Covermotiv insgesamt durchaus zu überzeugen weiß, obwohl etwas der Bezug zur Handlung fehlt.

Mein Fazit? „Die Löwin von Jerusalem“ ist ein atmosphärischer historischer Roman, der Bathsebas Geschichte neu erzählt und dabei mit einem tollen Setting und einer durchaus spannenden Handlung glänzt, aber auch einige Schwächen hat. Für Leser:innen des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen – allerdings nicht unter einem Lesealter von 16 Jahren.

Drama im Doppelpack | Lovelybooks-Buchpost

Vor kurzem zogen auch diese beiden Bücher als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de bei mir ein – vielen Dank dafür! „Karma Drama 1. Dämonische Prüfung“ von Viktoria Etzel (Verlag Friedrich Oetinger GmbH) ist dabei ein phantastisches Jugendbuch für Leser:innen ab 10 Jahren, während „Die Löwin von Jerusalem“ von Ruben Laurin, dem Pseudonym von Thomas Ziebula, erschienen in der Bastei Lübbe AG, die Geschichte der biblischen Figur Bathseba wiedergibt. Ich bin schon ganz auf die Reise in die Vergangenheit vor 3.000 Jahren gespannt, um etwas mehr über die – unter anderem aus Leonard Cohens „Hallelujah“ bekannte – Frau zu erfahren. Und natürlich reizt mich auch das dämonische Abenteuer – mal schauen, welches Buch mir schlussendlich noch mehr zugesagt hat.

Über welche historische Persönlichkeit würdet Ihr gern einen Roman lesen?

[Buchgedanken] Tanja Huthmacher: „Zeit der Schwestern – Kirschsommer“ (Zeit der Schwestern 2)

In der letzten Zeit habe ich auch „Zeit der Schwestern – Kirschsommer“ von Tanja Huthmacher gelesen. Der Roman ist 2024 bei Lübbe in der Bastei Lübbe AG erschienen und als Familiensaga einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars über die verlagseigene Bloggerjury.

Es ist Sommer am Bodensee, und die Kirschen leuchten in rotem Glanz. Als Alleinerziehende hat Romy mit zwei lebhaften Kindern und ihrem Job als Caterin eigentlich genug um die Ohren. Doch sie will unbedingt an einem Backwettbewerb teilnehmen, der ein beachtliches Preisgeld und attraktive Perspektiven für ihre berufliche Zukunft verheißt. Auch wenn sie ihre geliebten Schwestern Carolin und Veronika mit Rat und Tat an ihrer Seite weiß, will Romy dieses neue Projekt allein meistern. Als eine kleine Panne eine ganze Kette an Missverständnissen nach sich zieht, wird Romy bewusst, dass sie eine weitreichende Entscheidung nicht länger aufschieben darf …

„Zeit der Schwestern – Kirschsommer“ ist nach „Zeit der Schwestern – Apfelblütentage“ der zweite Roman der „Zeit der Schwestern“-Trilogie bzw. der Reihe um die Bodensee-Schwestern. Auch wenn sich weiterhin gute Argumente dafür finden, das Buch als Liebesroman einzuordnen, würde ich bei der Kategorisierung als Familiensaga verbleiben, sind die drei Teile doch durch die starken Familienbande untereinander geprägt. Zudem setzen die Folgebände – trotz der Fokussierung auf eine andere Hauptperson – die Geschichten der anderen Familienmitglieder nahtlos fort. Dabei kann man den Roman durchaus als Standalone lesen, aufgrund der nahtlosen Anknüpfung an den ersten Band würde ich aber dessen Lektüre vorab empfehlen.

Die Handlung ist durchaus abwechslungsreich und spannend, wenn auch teils vorhersehbar. Um etwas Vielfalt hineinzubringen erweitert Tanja Huthmacher das – für diesen Band – charakteristische Love Triangle um eine weitere Ebene und stellt der Protagonistin kurzfristig sogar drei potentielle Partner zur Seite. Dabei gelingt es ihr, zumindest kurzzeitig die Leser:innen an dem eigentlich eingeschlagenen Weg zweifeln zu lassen. Allerdings gerät das Buch dafür außerhalb des Haupthandlungsstrangs etwas ins Schwimmen. Während der Vorgängerband hier noch durch externe Konflikte befeuert wurde, legen sich diese nunmehr und es herrscht – etwas eintönig – mehr oder weniger eitel Sonnenschein, wohin man auch blickt.

Das Setting bleibt naturgemäß gleich und somit brillant. Auch dieses Mal entführt Tanja Huthmacher – wie sollte es anders sein – die Leser:innen an den Bodensee, in die malerische Stadt Konstanz, nach Überlingen und – natürlich – aufs Wasser und auf die Mainau. Da man alle Handlungsorte kennt, gibt es wenig Überraschungen, dafür baut die Autorin durch den Filmdreh weitere Themen mit ein wie den Umgang mit Kindern am Set. Thematisch wird sicherlich der dritte Band hier am spannendsten, ist doch ein noch vertiefterer Einblick in Weinbau und Önologie zu erwarten.

Die einzelnen Figuren sind weiterhin vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Dabei entwickeln sie sich (größtenteils) kontinuierlich weiter. Bereits im ersten Band stark, wird Rosalie endgültig zum Scene Stealer und besitzt Lieblingscharakterpotential, aber auch Romy und Marie überzeugen. Tanja Huthmachers Schreibstil lässt sich dabei weiterhin flüssig und leicht lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung überzeugt ebenfalls im Wesentlichen. Lektorat und Korrektorat haben größtenteils sauber gearbeitet, der Buchsatz ist solide. Der Umschlag ist auf Cover, Coverrückseite und Buchrücken hochwertig geprägt und mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen, ein dreiseitiger Farbschnitt rundet das hochwertige Gesamtprodukt ab. Das Cover passt sich gut in die Reihe ein, ist allerdings kein Eyecatcher und wird leider zum Buchrücken hin unterbrochen.

Mein Fazit? „Zeit der Schwestern – Kirschsommer“ ist eine gelungene Fortsetzung der Familiensaga mit abwechslungsreicher Handlung, die in den Nebensträngen aber etwas mehr Komplikationen hätte vertragen können. Für Leser:innen des Genres weiterhin bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von etwa 14 Jahren.

[Buchgedanken] Nadine Schojer: „Die Telefonistinnen – Stunden des Glücks“ (Telefonistinnen 1)

Vor kurzem habe ich auch „Die Telefonistinnen – Stunden des Glücks“ von Nadine Schojer gelesen. Das Buch ist 2024 bei Lübbe in der Bastei Lübbe AG erschienen und als historische Familiensaga einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars über die verlagseigene Bloggerjury.

Köln, 1948. Der Wiederaufbau ist in vollem Gange. Es sind vor allem die Frauen, die für sich und ihre Familien in der zerstörten Stadt ein neues Leben aufbauen. Als Telefonistinnen sorgen Gisela, Hannelore und Julia in einer großen Versicherung für die richtigen Verbindungen zwischen innen und außen. Jede hat ihre eigene Geschichte, für jede von ihnen ist die Arbeit lebenswichtig, jede hat Geheimnisse. Auch Charlotte, die neue Kollegin, die auftritt, als gehörte ihr das Unternehmen. Während die junge Republik entsteht und in den Bars wieder getanzt wird, gehen die Frauen gemeinsam Schritt für Schritt voran in eine neue Welt, die von Umbrüchen, Sehnsüchten und Träumen geprägt ist …

„Die Telefonistinnen – Stunden des Glücks“ ist der Auftaktband in Nadine Schojers Buchreihe über vier Telefonistinnen in der Nachkriegszeit – wobei eigentlich auch Erna, die Rezeptionistin, zu der (erweiterten) Clique gehört. Zwar handelt es sich hier bei den Protagonistinnen nicht um eine Familie im eigentlichen Sinne (vielmehr haben alle selbst Probleme mit ihrer jeweiligen „richtigen“ Familie), ich habe das Buch aufgrund der starken freundschaftlichen Bindungen untereinander in Einklang mit der Eingruppierung auf Verkaufsportalen dennoch als (historische) Familiensaga kategorisiert. Eine Zuordnung zum Genre historischer Roman wäre jedoch genauso denkbar gewesen wie im Übrigen auch die zu anderen Genres.

Die Handlung ist abwechslungsreich, läuft relativ stringent an und konzentriert sich auf den Handlungsstrang um Gisela, aber auch über Hanni erfährt man relativ viel, während Julia und Charlotte – letztere ein heimlicher Leserliebling von mir – erst im Laufe der Geschichte dazustoßen und daher ihre Handlungsstränge noch etwas stiefmütterlich ausgebaut sind. Auch das Ende überzeugt größtenteils. So endet der Roman nicht – wie befürchtet – in einem krassen Cliffhanger, sondern ist halbwegs abgeschlossen, lässt jedoch ausreichend Anknüpfungspunkte und Potentiale für die Folgebände, sodass man ihn auch – zumindest in Bezug auf Gisela – als Standalone lesen könnte.

Das Setting ist wenig überraschend, aber erwartbar gut. So entführt die Autorin die Leser:innen ins Köln der Nachkriegszeit, in eine von den Bombardierungen gezeichnete Stadt, die sich gerade erholt und von dem ersten zarten Aufschwung, von Besatzungstruppen und von der Suche nach den Heimkehrern geprägt ist. Nadine Schojer gelingt es dabei, das Flair der Zeit gut einzufangen – und über gelegentlich eingestreute Dialoge und Begriffe in Mundart auch den Charakter der Stadt und ihrer Bewohner zu verkörpern.

Die einzelnen Charaktere sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive – aufgrund der Vielzahl an (wichtigen) Protagonist:innen muss die Entwicklung in den Folgebänden aber noch konsequent weitergehen, damit hier ein rundes Bild entsteht. Bislang überzeugen insbesondere Charlie/Charlotte (trotz des kurzen Auftritts), Hanni und Erna, während insbesondere Julia noch ausbaufähig bleibt und auch Anton und Gisela nicht immer nachvollziehbar handeln. Nadine Schojers Schreibstil lässt sich gut und flüssig lesen, das Kopfkino sofort anspringen und ist im Wesentlichen historisch authentisch, wenn auch der Fokus wohl eher auf der Lesbarkeit gelegen hat.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat und Korrektorat sind Kleinigkeiten durchgerutscht, die den Lesefluss aber nicht entscheidend schmälern, der Buchsatz ist ordentlich. Der Umschlag ist auf dem Cover hochwertig geprägt und mit farbigen Coverinnenseiten versehen, das Covermotiv wird zum Buchrücken hin jedoch jäh unterbrochen. Insgesamt ist der Umschlag eher eintönig und das Covermotiv m.E. nicht in Gänze stimmig. So zeigt es zwar vier Frauen, es fehlt jedoch etwas der Bezug zur Handlung.

Mein Fazit? „Die Telefonistinnen – Stunden des Glücks“ ist ein gelungener Auftakt in die Reihe, der vor allem mit seinem tollen Setting und einer abwechslungsreichen Handlung punkten kann. Für Leser:innen des Genres daher bedenkenlos zu empfehlen, ab einem Lesealter von etwa 14 Jahren.

Von realen und fiktiven Frauen | Doppelte Buchpost

In der letzten Zeit erreichten mich auch diese beiden Rezensionsexemplare, die jeweils starke Protagonistinnen in den Mittelpunkt rücken. „Seid nett aufeinander“ von Charlotte von Feyerabend (Droemer Verlag, Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG) kam dabei im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de zu mir, „Zeit der Schwestern – Kirschsommer“ von Tanja Huthmacher (Lübbe Verlag, Bastei Lübbe AG) über die verlagseigene Bloggerjury – vielen Dank jeweils dafür. Während sich in Charlottes Buch alles um das aufregende Leben von Beate Uhse dreht, ist Tanjas Buch der zweite Band einer Trilogie um drei Schwestern am Bodensee. Frauenpower ist also in jedem Fall garantiert!

Welche weibliche Protagonistin hat Euch zuletzt so richtig überzeugen können?

[Buchgedanken] Tanja Huthmacher: „Zeit der Schwestern: Apfelblütentage“ (Zeit der Schwestern 1)

Vor kurzem habe ich auch „Zeit der Schwestern: Apfelblütentage“ von Tanja Huthmacher gelesen. Der Roman ist 2024 bei Lübbe in der Bastei Lübbe AG veröffentlicht worden und als Familiensaga einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Vorab-Leseexemplars als Rezensionsexemplar über die Bloggerjury.

Es ist Frühling am Bodensee, und ein großes Fest unter blühenden Apfelbäumen steht bevor: Anlässlich des 70. Geburtstags ihrer Mutter Lotte haben sich auch ihre Töchter Carolin, Romy und Veronika unter den Gästen eingefunden. Für die Naturfotografin Carolin, die nach dem Biologiestudium nach Neuseeland ausgewandert ist, liegt der letzte Besuch Jahre zurück. Nun freut sie sich auf ihre Schwestern und sieht erwartungsvoll zwei Wochen Heimatfeeling entgegen. Doch dann wirbelt eine überraschende Entdeckung das Familienleben durcheinander. Und als eine unerwartete Begegnung ihr bisheriges Leben infrage stellt, trifft Carolin eine folgenreiche Entscheidung …

„Zeit der Schwestern: Apfelblütenträume“ ist der erste Band der Trilogie um die drei Schwestern Caro, Romy und Veri – in jedem Band steht eine der drei im Mittelpunkt. Dabei lässt sich das Buch bzw. die Trilogie als solche gar nicht so einfach einem Genre zuordnen, zeigt es doch Aspekte eines Liebesromans oder auch der Gegenwartsliteratur. Aufgrund der handlungstreibenden familiären Bezüge habe ich das Buch jedoch als Familiensaga eingeordnet, auch wenn hier etwas der starke generationenübergreifende Aspekt fehlt.

Die Handlung ist durchaus abwechslungsreich, teils jedoch auch vorhersehbar – und lässt viele, viele Konflikte für die Folgebände offen (richtigerweise, da sie sich nicht um Caro drehen, sondern um ihre Schwestern). Insgesamt wird hier ein Potpourri an familiären Themen gemischt, nahezu jegliche denkbare Krise wird hier aufgefahren – auf die ein oder andere Problematik hätte man dabei durchaus auch verzichten können.

Das Setting ist auf ganzer Linie gelungen. So entführt die Autorin ihre Leser:innen an den Bodensee und auf die Insel Mainau – eine Besichtigung des Schmetterlingshauses inklusive, die Begeisterung für die Region springt einen hier förmlich an. Dabei mischt Tanja Huthmacher gut zwischen Tradition und Moderne und bindet über die Hobbys und Berufe der Protagonist:innen niederschwellig Themen wie Fotografie, Önologie und Kulinarik mit ein.

Die einzelnen Figuren sind – größtenteils – vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen insbesondere Nebencharaktere wie Georg und Rosalie, während gerade Veri noch etwas blass verbleibt, dies aber ja spätestens in ihrem eigenen Band noch ändern kann. Tanja Huthmachers Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.

Aussagen zur Buchgestaltung sind nur eingeschränkt möglich, da mir ein Vorab-Leseexemplar vorliegt, das natürlich noch einige Fehler enthält und auch in der Ausstattung nicht mit der (deutlich hochwertigeren) Endversion übereinstimmt. Was ich jedoch sagen kann, ist, dass das Cover durchaus nett anzusehen ist und sich harmonisch auf dem Buchrücken fortsetzt, insgesamt aber etwas zu lieblich und unauffällig wirkt, um als Eyecatcher zu dienen. Abgerundet wird das Buch übrigens durch eine kleine aber feine Sammlung an Rezepten, die in der Handlung eine Rolle spielen.

Mein Fazit? „Zeit der Schwestern: Apfelblütenträume“ ist ein gelungener Start in die Familiensaga, der vor allem durch sein Setting und tolle Themen punktet, aber auch noch Luft nach oben für die Folgebände lässt. Für Leser:innen des Genres bedenkenlos zu empfehlen.

Ungeheuer tolle Neuzugänge | Buchpost aus der Bloggerjury

Heute möchte ich Euch zwei Neuzugänge präsentieren, die mich in den letzten Tagen und Wochen aus der Bloggerjury der Bastei Lübbe AG erreicht haben. Sowohl „Ungeheuer lieb“ von Sonja Kaiblinger mit Illustrationen von Anton Riedel (Der Anton) aus dem Baumhaus Verlag als auch „Die Telefonistinnen – Stunden des Glücks“ von Nadine Schojer, das in Kürze bei Lübbe erscheint, begründen dabei jeweils eine Buchreihe, auch wenn die einzelnen Werke unterschiedlicher nicht sein könnten, handelt es sich doch um ein illustriertes Kinderbuch für Leser:innen ab acht Jahren und einen historischen Roman, der uns in die Nachkriegszeit entführt. Ich bin jedenfalls auf beide bereits sehr gespannt und bedanke mich an dieser Stelle bei den Verlagen für die Bereitstellung der Rezensionsexemplare.

Welche Buchreihe konnte Euch zuletzt begeistern?

[Buchgedanken] Thilo Winter: „Der Stich“

Zuletzt habe ich auch „Der Stich“ von Thilo Winter gelesen. Das Buch ist 2024 bei Lübbe in der Bastei Lübbe AG erschienen und als Wissenschaftsthriller einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars über die Bloggerjury.

Quito Mantezza kann es nicht fassen, als ihm das Stipendium am College in Key West, Florida, fristlos gestrichen wird. Jemand scheint verhindern zu wollen, dass sich der Biologiestudent gegen Freilandversuche mit gentechnisch veränderten Moskitos einsetzt. Er klagt gegen die Kündigung und muss miterleben, wie sein Anwalt im Gerichtssaal tot zusammenbricht. Als Augenblicke später auch die Richterin ohnmächtig wird, bricht Panik im Justizgebäude aus. Während die Behörden noch rätseln, was die Ursache für die Todesfälle ist, gelingt es Quito herauszufinden, was wirklich hinter der rätselhaften Seuche steckt: der Stich einer bislang unbekannten Mückenart …

„Der Stich“ ist nach „Der Riss“ der zweite Roman des unter Pseudonym veröffentlichenden Wissenschaftsjournalisten Thilo Winter – es handelt sich hierbei jeweils um unabhängig voneinander zu lesende Einzelbände, so habe ich ja auch nur „Der Stich“ gelesen. Dabei lässt sich das Buch relativ deutlich dem Genre Wissenschaftsthriller zuordnen, als Alternativen wären – wie auf dem Cover vorgenommen – die generelle Einordnung als Thriller oder auch die Eingruppierung als Umweltthriller oder Politthriller denkbar, wird in dem Buch doch auch Korruption bis in höhere Entscheidungsträgerebenen behandelt.

Apropos Handlung: Diese ist durchaus spannend und abwechslungsreich, partiell jedoch auch etwas vorhersehbar, insgesamt allerdings wirklich gelungen, sodass das Buch sich durchaus zum Pageturner entwickelt. Thilo Winter zieht hierbei alle (und fast zu viele) Register, fügt dem Thriller ungewöhnliche Helden, eine Lovestory, Kämpfe mit Alligatoren und Haien und das Thema illegale Migration hinzu – um nur einige der weiterhin aufgeworfenen Problemkreise anzusprechen. Ein oder zwei weniger hätten hier sicherlich nicht geschadet und für ein noch gradlinigeres Storytelling gesorgt.

Das Setting ist natürlich überwältigend. So entführt der Autor den Leser auf die Florida Keys, eine Anhäufung von Koralleninseln vor der Südspitze Floridas, ein wahres Naturparadies, dem zuweilen zu wenig Beachtung geschenkt wird. Hierbei baut Thilo Winter wichtige und aktuelle Themen wie den Klimawandel und den Schutz von Meeresschildkröten gut um das zentrale Thema der Gefahren von Genmanipulation herum und sorgt so für ein Buch, das die Umwelt und Natur feiert, dabei aber im Wesentlichen nicht belehrend daherkommt.

Die einzelnen Figuren sind vielschichtig, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei brillieren insbesondere Inéz und Roberto, aber auch Betty Torok vermag zu glänzen, während lediglich Ferris als einer der Antagonisten etwas blass verbleibt. Thilo Winters Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung kann ebenfalls überzeugen. Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, der Buchsatz ist solide. Der Buchumschlag ist auf dem Cover hochwertig geprägt und mit farbigen Coverinnenseiten versehen, das Titelmotiv sehr einprägsam und typografisch toll dargestellt. Auch Buchrücken und Coverrückseite können hier mithalten, sodass insgesamt ein rundum gelungenes Gesamtprodukt entsteht.

Mein Fazit? „Der Stich“ ist ein hochspannender Wissenschaftsthriller, der wichtige Themen anspricht aber vielleicht auf den ein oder anderen Nebenhandlungsstrang hätte verzichten können. Für Leser des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von 16 Jahren.