[Buchgedanken] Trudi Canavan: „Sonea – Die Hüterin“ (Sonea 1)

In der letzten Zeit habe ich „Sonea – Die Hüterin“ von Trudi Canavan gelesen. Bei dem Roman handelt es sich um den ersten Band der „Saga von Sonea“, die an die erfolgreiche Reihe „Die Gilde der Schwarzen Magier“ anknüpft. Auch das Prequel „Magie“ spielt in der gleichen Welt. „Sonea – Die Hüterin“ wurde in der mir vorliegenden Ausgabe 2013 bei Blanvalet in der Verlagsgruppe Random House GmbH, München, veröffentlicht, die Originalfassung unter dem Titel „The Traitor Spy 1: The Ambassador’s Mission“ erschien 2010 bei Orbit, einem Imprint von Little, Brown Book Group, einem Unternehmen von Hachette Livre UK, London. Das Buch ist dem Genre High Fantasy zuzuordnen.

51idiyeCDoL._SX332_BO1204203200_20 Jahre sind vergangen, seitdem die Gilde die Invasion der Ichani zurückschlagen konnte, zwanzig Jahre, die Sonea zur mächtigsten Magierin Kyralias haben werden lassen. Doch diese Macht hat ihren Preis. Überwacht von Schwarzmagier Kallen ist es Sonea nur erlaubt, die Gilde zu verlassen, um in den Hospitälern zu arbeiten. Als in Imardin ein Konflikt ausbricht, in den auch Magier verwickelt scheinen, gerät sie in die Zwickmühle. Greift sie ein, oder folgt sie den Regeln? Und dann ist da noch ihr Sohn Lorkin, der – um aus Soneas Schatten zu treten – sich als Gehilfe des Botschafters nach Sachaka begibt. Geradewegs in das Land der ehemaligen Feinde seiner Mutter.

„Sonea – Die Hüterin“ ist – erneut – High Fantasy der Spitzenklasse und zementiert Trudi Canavans Status als „Queen of High Fantasy“. Die Handlung spielt zwei Jahrzehnte nach dem Ende von „Die Meisterin“ und erlaubt dem Leser, viele bekannte und liebgewonnene Charaktere wiederzutreffen und Zeit mit ihnen zu verbringen. Dabei gelingt es der Autorin die Balance zwischen den einzelnen Handlungssträngen zu wahren, beim Leser sowohl Nostalgie als auch Neugier zu wecken.

Die Handlung ist spannend und fesselnd – aber auch ein typischer Reihenauftakt. So werden viele Handlungsstränge angelegt, aber nur einige aufgelöst. Allzu starke Cliffhanger werden jedoch glücklicherweise vermieden. Auch bei den neuen Charakteren besteht noch Luft nach oben, aber sofern die Entwicklung in den Folgebänden konsequent vorangetrieben wird, ist dies zu verschmerzen. Die bekannten Charaktere aus der Vorgängertrilogie hingegen sind gut weiterentwickelt und zeigen, teils unerwartete, neue Charakterzüge.

Kernstück – und größte Stärke des Romanes – ist der brilliante, unvergleichlich-gute Weltenbau. Mit dem mittlerweile fünften Buch im Geschichten-Universum um die Länder Kyralia und Sachaka baut Trudi Canavan die Welt aus, entwickelt sie weiter. Politik, Magiekonzepte, Gesellschaftsstrukturen – alles unterliegt dem Wandel und fühlt sich natürlich und nicht konstruiert an.

Die Buchgestaltung ist erwartungsgemäß sehr sauber. Ein ordentliches Korrektorat und Lektorat und ein toller Satz runden das Buch ab. Das Coverist gut und hochwertig, fügt sich perfekt in die Reihe ein und sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert. Auch wenn ich den gestalterischen Gedanken der Farbwechsel in den Roben auf dem Cover durchaus verstehe, habe ich damit inhaltlich leichte Probleme. Die abgebildete Magierin (Sonea?) trägt Rot, die Farbe der Krieger. Sonea trägt jedoch ausschließlich schwarze Roben, es gibt überhaupt keine weibliche Kriegerin, die bislang eine herausgehobene Rolle spielt.

Mein Fazit? „Sonea – Die Hüterin“ ist der gelungene Auftakt zur „Sage von Sonea“. Perfekter Weltenbau und eine spannende Handlung sorgen dafür, dass man die Folgebände kaum erwarten kann. Für Fans der High Fantasy ein absolutes Muss!

[Buchgedanken] Trudi Canavan: „Die Meisterin (Die Gilde der schwarzen Magier 3)“

~ Warnung! Die Buchbesprechung könnte Spoiler zu den Vorgängerbänden beinhalten. ~

In den letzten Tagen habe ich „Die Meisterin“ gelesen, den Abschlussband der fulminanten Trilogie „Die Gilde der schwarzen Magier“ aus der Feder von Trudi Canavan, der Queen of High Fantasy. Die Rezensionen zu den anderen Büchern der Reihe findet ihr hier (Prequel, Band 1, Band 2). Der Roman liegt mir in der 18. Auflage vor (Glückwunsch!) und ist dem Genre „High Fantasy“ zuzuordnen. Die deutsche Ersteröffentlichung erfolgte 2006 bei Blanvalet, Teil der Verlagsgruppe Random House GmbH, die Originalausgabe erschien 2003 bei Voyager, HarperCollins Australia, unter dem Titel „The High Lord. The Black Magician Trilogy Book Three“.

41O7uJ1nYTL._SX339_BO1204203200_Seitdem Sonea in die Magiergilde aufgenommen wurde, hat sich ihr Leben völlig verändert. Als Novizin Akkarins, des Hohen Lords, genießt sie alle Freiheiten – und ist doch eingesperrt. Gefangen, von den Geheimnissen, die sie bei ihrem ersten Besuch in der Gilde erfahren hat. Umso misstrauischer ist die Novizin, als Akkarin sie eines Tages bittet, ihn in die Stadt zu begleiten. Stück für Stück erfährt Sonea so, was wirklich hinter den Handlungen und Absichten ihres Meisters steckt. Aber ist Kyralia wirklich in Gefahr? Oder ist doch alles nur ein perfider Plan, mit dem Akkarin die großen Kräfte der Schülerin für seine Ziele gewinnen will?

„Die Meisterin“ knüpft nahtlos an die Handlung des Vorgängerbandes an und setzt diese fort. Doch nicht nur inhaltlich, auch qualitativ steht der Trilogieabschluss den anderen Romanen in nichts nach. Trudi Canavan gelingt es mühelos, den Spannungsbogen bis zum fulminanten Höhepunkt dauerhaft zu halten. Durch unerwartete Wendungen, Spannungsspitzen und sorgfältig eingestreute Nebenhandlungsstränge sorgt die Autorin dafür, dass man das Buch gar nicht aus der Hand legen möchte, und fesselt den Leser an die Buchseiten. Lediglich der endgültige Showdown, der – der High-Fantasy inhärente – abschließende Kampf zwischen Gut und Böse, hätte noch epischer, noch bombastischer, noch länger ausfallen können. Viel zu schnell kam das Ende, und man musste sich von den liebgewonnenen Figuren verabschieden. Glücklicherweise gibt es ja eine nachfolgende Trilogie um „Sonea“, der ich bereits entgegenfiebere und die weit oben auf meinem SuB liegt.

An der gesamten Reihe – und insbesondere am letzten Band – begeistert mich vor allem der Weltenbau. Das Magiekonzept, die Enwicklung der einzelnen Reiche, Rassen und Klassen ist brilliant und kann als Vorbild für das gesamte Genre dienen. Mit „Die Meisterin“ schließt Trudi Canavan zudem einen Rahmen, der bis zum Prequel zurückreicht. Daher bietet es sich in jedem Falle an, „Magie“ spätestens vor diesem Band zu lesen, sofern man es sich nicht eh bereits vor der ganzen Reihe zu Gemüte geführt hat.

Auch die Charaktere, insbesondere die Protagonisten Sonea und Akkarin, entwickeln sich im Laufe des Romanes, im Laufe der kompletten Trilogie fort. Dabei wird Wert auf die Stärken und auf die Schwächen jedes einzelnen Charakters gelegt, auch der Nebencharaktere, die ihre eigenen Ziele besitzen, deren eigene Motivation ihr Handeln bestimmt. Leider bleiben durch die Vielzahl an Personen, durch die diversen Handlungsstränge, einige auf der Strecke. So kam mir auch in diesem Band Lord Rothen viel zu kurz. Gefreut habe ich mich dahingegen, dass mit dem Auftritt von Regin erneut ein Bogen, diesmal zum Vorgängerband geschlagen werden konnte. Alles in allem hoffe ich, dass in den Sonea-Romanen einige der hier angelegten Handlungsstränge noch aufgegriffen und aufgelöst werden.

An der Buchgestaltung gibt es nichts auszusetzen. Buchsatz, Lektorat und Korrektorat haben ordentlich gearbeitet und ein hochwertiges Taschenbuch erschaffen. Eine vorangestellte Karte und ein abschließendes Glossar runden den tollen Gesamteindruck ab und sprechen ihrerseits wieder für einen exzellenten Weltenbau. Schließlich vermag mich auch das Cover zu überzeugen. Es passt sich gut in die Reihe ein, sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert. Im Gegensatz zum Vorgängerband, habe ich auch dieses Mal an der Farbe der Robe nichts auszusetzen, da die schwarze Robe perfekt mit dem Inhalt des Buches harmonisiert.

Mein Fazit? Mit „Die Meisterin“ untermauert Trudi Canavan ihren Status als eine der besten High-Fantasy-Autorinnen und sorgt für einen fulminanten Abschluss ihrer Trilogie „Die Gilde der schwarzen Magier“. Der Roman begeistert durch eine spannende Handlung und einen brillianten Weltenbau. Für jeden, der auch nur am Rande etwas mit Fantasy anfangen kann, bedingungslos zu empfehlen.

 

[Buchgedanken] Sherry Thomas: „The Burning Sky: Der flammende Himmel“

Pünktlich zum Erscheinungstag des Nachfolgebandes „The Perilous Sea: Die gefährliche See“ möchte ich die Gelegenheit nutzen, euch den ersten Band der Elemente-Trilogie von Sherry Thomas vorzustellen. „The Burning Sky“ ist in der vorliegenden Auflage 2017 im Drachenmond Verlag erschienen (vielen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexeplars!), die Originalausgabe erschien 2013 unter dem Titel „The Burning Sky“ bei BALZER + BRAY, einem Imprint der HarperCollins Publishers. Das Buch ist am ehesten dem Genre Heroic Fantasy zuzuordnen und mischt die Elemente der High- und der Urban Fantasy.

51NE7ef-QjL._SX348_BO1204203200_Seit seiner Kindheit bereitet sich Prinz Titus auf sein Schicksal vor. Geleitet von den Visionen seiner Mutter, hat er sein Leben darauf ausgerichtet, Bane, den Herrscher von Atlantis, zu stürzen. Und so wartet er geduldig auf das Zeichen, das sein und das Leben aller verändern wird. Als zu einem vorbestimmten Zeitpunkt ein großer Blitzschlag die Domäne erhellt, glaubt der Prinz, dass die Zeit gekommen sei. Schnell macht er sich auf den Weg, den größten Elementarmagier seiner Generation in Empfang zu nehmen, und trifft auf: Iolanthe, ein sechzehnjähriges, kaum ausgebildetes Mädchen. Gefangen zwischen dem Schicksal und den Gefühlen, und immer auf der Flucht, beginnt für beide ein neues, gefährliches Leben, fernab von der magischen Heimat. Ein Leben, das laut den Visionen der Mutter des Prinzen, in einer beispiellosen Selbstmordmission gipfeln muss.

Anfangs fiel es mir schwer, einen Einstieg in die Geschichte um Iolanthe Seabourne und Prinz Titus zu finden. Doch spätestens nach etwa fünfzig Seiten, hatte mich die zauberhafte Handlung in ihren Bann gezogen. Spannend, humorvoll und emotional gelingt es der Autorin, die Geschichte voranzutreiben. Dabei wird durch teils unerwartete Wendungen der Spannungsbogen dauerhaft gehalten. Lediglich das Ende, über das ich hier nichts verraten möchte, um nicht zu spoilern, fand ich etwas antiklimaktisch und zu schnell.

Besonders beeindruckt hat mich die Gestaltung der einzelnen Charaktere und deren Verknüpfung untereinander, auch wenn längst noch nicht alle Details und Fragen aufgedeckt worden sind (insoweit bietet die Geschichte wunderbare Ansatzpunkte für den Folgeband). Gerade die Hauptprotagonisten Titus und Iolanthe entwickeln sich im Laufe der Handlung spürbar weiter, haben Schwächen und Stärken. Auch die Nebencharaktere wie Kashkari, Lady Callista oder die Inquisitorin sind dabei vielschichtig angelegt und treten so als dreidimensionale Figuren in Erscheinung.

Der Schreibstil der Autorin ist leicht und lässt sich flüssig lesen. Dadurch, dass der Text mit einigen Fußnoten versehen ist, die relativ lange Anmerkungen abbilden, wird der Lesefluss leider an einigen Stellen etwas gehemmt. Dafür gelingt es der Autorin im Gegenzug, auch durch die Nutzung der Fußnoten, beim Thema Weltenbau vollends zu überzeugen. Ein ausgewogenes Magiekonzept, eine ausgearbeitete Geschichte der Welt – nur so kann dieses schwierige Thema erfolgreich gemeistert werden.

Das Cover (Design: Colin Anderson) ist wunderschön gestaltet, Lektorat und Korrektorat haben größtenteils vernünftig gearbeitet und nur wenige Fehler durchrutschen lassen. Der Buchsatz ist – wie bei jedem Drachenmondtitel – ebenfalls wirklich hübsch anzusehen. Allerdings sind hier einige grobe Schnitzer aufgetreten, denn die Seitenangaben im Register der Fußnoten weichen immens von deren Auftreten im Text ab. Mögliche Gründe dafür könnten eine Formatänderung oder eine fehlende Anpassung nach etwaigen Kürzungen im Lektorat sein.

Mein Fazit? „The Burning Sky: Der flammende Himmel“ ist ein gelungener Reihenauftakt der Elemente-Trilogie. Der Einstieg fällt nicht ganz leicht, aber wenn man sich auf das Buch einlässt, erwartet einen eine spannende, humorvolle und emotionale Fantasy-Geschichte mit tollen Charakteren. Für Liebhaber des Genres bedenkenlos zu empfehlen.

 

[LLC2018] Tag 2 – Von Superstars und Signierschlangen

Mit nur drei Stunden Schlaf startete ich müde, aber hochmotiviert in den zweiten Tag der LoveLetter Convention, allerdings mit etwas zusammengekürztem Programm. Rücksichtnehmend auf das Wetter, beschloss ich, mich bereits früh für die Signierstunde anzustellen, um einen Schattenplatz zu erhalten – aber dazu später mehr.

20180513_090541Erstmal begann der Tag erneut mit einem absoluten Highlight. Das Panel „Weltenbau – Fremde Welten neu erfinden“ war mit Nalini Singh, Amanda Bouchet, Bianca Iosivoni, Ellen McCoy und Nicole Leclercq hochkarätig besetzt und wurde von der wunderbaren Ella Quinn moderiert. Es ist wahnsinnig spannend, einen kleinen Einblick in den Schreib- und Denkprozess von absoluten Weltstars wie Nalini Singh zu erhalten, die – nebenbei bemerkt – im Meet & Greet, das ich im Anschluss besuchte, auch noch furchtbar nett war und sich mit jedem Besucher geduldig unterhalten hat.

20180513_110550Später am Vormittag besuchte ich eine Diskussionsrunde für Blogger. Pressevertreter der Verlage Thienemann-Esslinger, Ravensburger, dtv und Bastei Lübbe, sowie von B.o.D referierten zu den Voraussetzungen und zum Ablauf der Zusammenarbeit mit Bloggern, zu neuen Entwicklungen und, wenn auch nur kurz, zum allgegenwärtigen Thema DSGVO. Von dieser Veranstaltung hätte ich mir etwas mehr erhofft, sie blieb doch etwas oberflächlich und brachte kaum neue Inhalte. Schön war es allerdings, die Kontaktpersonen der Verlage kennenzulernen, um sich selbst ein besseres Bild verschaffen zu können, mit wem man gegebenenfalls irgendwann mal Mailkontakt halten sollte.

Nach der Mittagspause näherte sich auch schon mit großen Schritten der krönende Abschluss einer jeden LLC – die Signierstunde. Natürlich hatte ich bereits im Vorfeld – und auch vor Ort nochmal – eifrigst einen Plan erstellt, zu welchen Autoren ich möchte, welche Bücher mich besonders interessieren. Und ich habe es geschafft, alle Bücher, bis auf eines, zu erhalten – das mich allerdings doch etwas schmerzt. Zu gern hätte ich Amanda Bouchets „Tochter der Götter: Glutnacht“ signiert in Händen gehalten, aber es war mit das erste Buch, das vergriffen war. Zu meinen anderen Highlights gehörten „Soul Mates – Flüstern des Lichts“ von Bianca Iosivoni, „Verliere mich. Nicht.“ von Laura Kneidl, „Age of Trinity – Silbernes Schweigen“ von Nalini Singh, „Close to you“ von Isabelle May, „Federleicht 1“ von Marah Woolf und „Verliebt in Miami“ von J. Vellguth. Natürlich möchte ich Euch auch ein Bild meiner gesamten Buchausbeute nicht vorenthalten.

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(Anmerkung: „Berühre mich. Nicht.“ habe ich bereits selbst zur LLC mitgebracht und mir dort lediglich beim Meet & Greet signieren lassen, alle anderen Bücher sind Signierexemplare der LLC)

20180514_111114_001Und damit dieses Foto nicht so ganz allein hier steht, hänge ich direkt noch die Goodie-Sammlung an, die größtenteils aus der Convention-Bag herrührt, und von denen das ein oder andere, auch (von Freya Miles und Amy Baxter) signierte, Goodie, sicherlich bei der nächsten Verlosung beigelegt wird. Leider habe ich es auch in diesem Jahr nicht geschafft, mir das Convention-Buch von allen Autoren signieren zu lassen – aber mit 33/38 war ich zumindest verdammt nah dran :D.

Abschließend hier noch einige weitere Eindrücke der LLC, die mich wieder restlos begeistert hat. Kein Zweifel, im nächsten Jahr bin ich wieder mit dabei. Glücklicherweise muss ich dieses Mal den Nachmesseblues nicht so lang ertragen, da es in etwa drei Wochen bereits weitergeht mit der Litblog-Convention in Köln.

 

[Buchgedanken] Valentina Fast: „Royal: Eine Krone aus Alabaster“

Die erste Rezension des neuen Jahres gebührt einem wirklichen Highlight. Um den Jahreswechsel habe ich „Royal: Eine Krone aus Alabaster“, den zweiten Sammelband von Valentina Fasts märchenhafter Buchreihe gelesen. Er beinhaltet die e-Book-Teile 3 und 4 und ist als Impress Taschenbuch 2017 im Carlsen Verlag erschienen. Das Buch ist am ehesten dem Genre Dystopie zuzuordnen, die Besprechung des Vorgängerbandes findet ihr hier.

~~~ Achtung! Die Buchbesprechung könnte leichte Spoiler aufweisen ~~~

51xptekbwwl-_sx319_bo1204203200_Obwohl sich die Reihen der Kandidatinnen merklich lichten, weiß noch immer keine von ihnen, welcher der vier jungen Männer der Prinz ist. Während Tatyanas Mitbewohnerin Claire bereits hoffnungslos einem der Männer verfallen ist, tobt in Tatyana ein Kampf der Gefühle. Obwohl Phillip ihr Herz bei jeder Bewegung in Aufruhr versetzt, spürt sie, dass er ihr etwas verheimlicht. Etwas, das mit ihren verlorenen Erinnerungen zusammenhängt. Als sie endlich die Wahrheit erfährt, ist nichts mehr so, wie es vorher war.

Die Handlung von „Royal: eine Krone aus Alabaster“ knüpft nahtlos an den Vorgängerband an und schreibt diese kontinuierlich fort. Auch vom Niveau her kann der Band – trotz kleinerer Schwächen – mit dem ersten Teil mithalten. Insbesondere bin ich weiterhin ein Fan des sehr gelungenen Weltenbaus und der Ich-Perspektive, die den Leser nah an den Gedanken und Gefühlen von Tanya hält.

Der Spannungsbogen wird die ganze Zeit gehalten, und der Leser durch unerwartete Wendungen durchaus ins Ungewisse geführt. Kleinere, logische Ungereimtheiten mindern dabei nicht das Lesevergnügen. Die Charaktere, insbesondere Claire, entwickeln sich stetig weiter und sind das Herzstück des Romans, der mit glänzenden Nebencharakteren (unter anderem Erica und Charles) punktet. Lediglich das Handeln der Protagonistin erschien mir gelegentlich nicht nachvollziehbar.

Auch wenn der Cliffhanger am Ende des Romans nicht so stark ausfällt, wie im Vorgängerband, liegt dennoch keine abgeschlossene Handlung vor und der Roman kann keinesfalls als Standalone gelesen werden. Als Mittelteil einer Trilogie funktioniert er hingegen gut und läutet ein spannendes Finale ein. Valentinas Schreibstil ist flüssig, gefühlvoll und lässt sich gut lesen. Das Cover ist ein Traum und bietet einen hohen Reihenwiedererkennungswert. Buchsatz, Lektorat und Korrektorat haben ordentlich gearbeitet.

Mein Fazit? „Eine Krone aus Alabaster“ ist eine gelungene Fortsetzung von Valentina Fasts spektakulärer Royal-Trilogie. Leichte Unstimmigkeiten werden durch einen gelungenen Weltenbau und überwiegend tolle Charaktere mehr als wettgemacht. Die Buchreihe gehörte zurecht zu meinen Lesehighlight 2017 – der Abschluss der Reihe kann gar nicht schnell genug erscheinen.

 

[Buchgedanken] Carolin Emrich: „Elfenwächter 1: Weg des Ordens“

In der letzten Zeit habe ich Carolin Emrichs Debütroman „Elfenwächter 1: Weg des Ordens“ gelesen. Das Buch ist 2017 beim Sternensand Verlag erschienen und dem Genre Fantasy zuzuordnen, wobei eine Einordnung in ein Subgenre isoliert für den Einzelband schwierig ist. Zwar legt der Roman durchaus die Ansätze für eine epische High-Fantasy-Reihe, erfüllt als Einzelband die Genre-Voraussetzungen jedoch noch nicht vollständig. Auch eine Verschiebung des Genres in Richtung Romantasy ist für die Folgebände durchaus möglich. Um verknappt auf den Punkt zu kommen: Isoliert betrachtet ist „Weg des Ordens“ aus meiner Sicht dem „Sword & Sorcery“-Genre (auch: „heroic fantasy“) zuzuordnen.

Seitdem sie sich erinnern kann, lebt Tris in einem Kloster, um dort, abgeschottet von der61xycbvc9ql-_sx326_bo1204203200_ Gesellschaft, den Umgang mit ihren magischen Kräften zu lernen. Die einzige Chance, den Klostermauern zu entfliehen, ist, sich dem Orden der Wächter anzuschließen. Als Tris von diesem für die Aufgabe ausgewählt wird, das Volk der Elfen auszukundschaften, trifft sie auf den Elfen Avathandal. Als sie sich in ihn verliebt, verschwimmen die Grenzen zwischen Freund und Feind. Doch wem kann Tris wirklich trauen?

Mit „Weg des Ordens“ legt die Autorin einen gelungenen Debütroman vor, der allerdings klar als Reihe konzipiert ist. Für einen Einzelband passiert isoliert etwas wenig, und die Handlung endet in einem sehr, sehr starken Cliffhanger (ich persönlich hätte mir das Ende einfach ein paar Seiten früher gewünscht). Abgesehen davon, schafft Carolin Emrich eine zauberhafte Welt, die mit einem gelungenen Weltenbau und einem ausgewogenen Magiekonzept punktet. Gut gefallen hat mir, dass die Geschichte der Welt nicht en bloc vorangestellt wurde, sondern in die Handlung des Romans eingebaut wurde. Hier zeigt sich auch klar, wie durch Propaganda oder eine allgemeine Deutungshoheit die Meinung eines Einzelnen gesteuert und manipuliert werden kann – ein vielleicht nur unbewusstes, aber vorhandenes gesellschaftskritisches Element.

Der Schreibstil der Autorin lässt sich gut und leicht lesen. Durch die Ich-Perspektive gelingt es zudem, den Leser nah an Tris heranzulassen. So wird die Identifikation mit der Hauptfigur unterstützt. Ohnehin sind die Protagonisten plastisch und vielschichtig angelegt, auch in den Nebenfiguren, sei es Lilly, die Freundin von Tris, oder Avathandals Schwester. Ich fand es schade, dass – trotz Tris‘ Vorsatz – sie Lilly nicht geschrieben hat, und diese, seitdem Tris das Kloster verlassen hat, keine Rolle mehr in der Handlung spielte. Ich würde mir wünschen, dass sich dies in den Folgebänden ändert – sonst wäre es unnötig gewesen, die starke Bindung zwischen den beiden Freundinnen am Anfang der Handlung aufzubauen.

Das Cover ist sehr gelungen und von der talentierten Juliane Schneeweiss entworfen worden, Lektorat und Korrektorat (Martina König) haben ebenfalls ordentlich gearbeitet, auch wenn kleinere Fehler durchgerutscht sind, die den Lesefluss und das Lesevergnügen aber nicht mindern. Auch der Buchsatz kann mit wunderschön gestalteten Kapitelanfängen punkten. Was mich hier leicht gewundert hat, ist die Benennung eines Prologes. Die Handlung dort spielt kurz vor Kapitel 1 und es wird inhaltlich nahtlos aneinander angeknüpft. Ich hätte von einem Prolog etwas anderes erwartet und hätte es als sinnvoller gefunden, dies einfach als reguläres Kapitel in die Struktur einzubauen.

Mein Fazit? „Elfenwächter 1: Weg des Ordens“ ist ein gelungener Debütroman und vielversprechender Auftakt für eine phantastische Buchreihe, der für die Folgebände auch noch etwas Luft nach oben lässt. Für Liebhaber und Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen. Ich freue mich bereits jetzt auf die Folgebände. Band 2, „Weg des Krieges“, erschien übrigens vor wenigen Tagen und ist als e-Book und Taschenbuch in allen gängigen Portalen und im Buchhandel erhältlich.

[Buchgedanken] Julia Adrian: „Die Dreizehnte Fee – Entzaubert“

(Achtung: Die hier enthaltene Kurzzusammenfassung enthält leichte Spoiler bezüglich der Handlung des Vorgängerbandes)

Vor einiger Zeit habe ich „Die Dreizehnte Fee – Entzaubert“, den zweiten Teil von Julia Adrians zauberhaften Märchenreihe gelesen. Ob dieser mich ebenso begeistern konnte, wie der Erste (bereits jetzt ein absolutes Jahreshighlight für mich), möchte ich Euch jetzt mitteilen :). Das Buch ist 2015 im Drachenmond Verlag erschienen und am ehesten als Märchenadaption einzugruppieren.515l1uy1nxl-_sx310_bo1204203200_

Bereits fünf Feen sind unter dem Schwert des Hexenjägers gefallen, bevor er sich Lilith, der dreizehnten Fee, zuwendet. Diese wartet im Schloss ihrer Schwester, der Eishexe, auf das Urteil der verbliebenen Feen. Weshalb ist sie damals verraten worden? Und warum gerade jetzt erwacht? Noch immer hat Lilith keine Antworten auf die drängendsten Fragen gefunden. Einzig das Orakel, ihre Schwester Kassandra, könnte Licht ins Dunkel bringen, doch deren Macht schwindet mit jeder Sekunde. Wird es Lilith gelingen, die Rätsel noch rechtzeitig zu lösen, bevor ihre große Liebe, der Hexenjäger, alle Feen vernichtet?

Insgesamt kommt „Die Dreizehnte Fee – Entzaubert“ nicht ganz an die Brillanz des ersten Teils heran, ist (da ich mit dem dritten Band nahezu fertig bin) wohl der schwächste Teil der Reihe. Um dies ganze aber mal in die richtige Perspektive zu rücken, bevor jemand das falsch versteht: „Entzaubert“ ist eines der besten Bücher, das ich in den letzten Jahren gelesen habe und würde auf einer Skala von 1 bis 10 lockere 11 Punkte erreichen. Nur hat Julia Adrian mit dem ersten Band ein „Überbuch“ vorgelegt, das mich so begeistert, so zerstört hat, wie kein anderes seit langem.

„Die Dreizehnte Fee – Entzaubert“ schließt nahtlos an den Vorgängerband an und erzählt die Geschichte von Lilith weiter. Bemerkenswert ist, dass mit Fortschreiten der Serie die Charaktere auch konsequent weiterentwickelt werden, was vor allem bei Lilith zu immer stärker ausgeprägten, fast schizophrenen Charakterzügen führt. Dabei tauchen auch liebgewonnene Nebencharaktere aus dem ersten Band (Uhrmacher) wieder auf und nehmen eine größere Rolle in der Geschichte ein. Gleichzeitig lernt man in dem Roman die anderen Feen besser kennen, ihre Geschichten und Schicksale, ihre verschiedenen Charaktereigenschaften und magischen Fähigkeiten.

Womit ich auch schon beim einzigen, hauchzarten Kritikpunkt wäre, der auch mehr dem persönlichen Geschmack entspringen kann. Durch die ganzen Rückblenden, in denen die Vergangenheit Pandoras und die Geschichten der Feenkinder erzählt werden, ist mir die Handlung etwas zu entschleunigt. Zwar tragen die Rückblenden durchaus zum Verständnis bei, und sind – wie alles in dem Buch – exzellent geschrieben, aus meiner Sicht ist jedoch die Balance – minimal – verschoben, der Fokus einen Hauch zu stark auf die Rückblenden gelegt, im Verhältnis zum restlichen Text. Nichtsdestotrotz gelingt es Julia Adrian, den Spannungsbogen immer aufrecht zu erhalten und den Leser durch unerwartete Wendungen immer wieder in eine neue Richtung zu lenken.

Wie schon angemerkt, habe ich sonst nichts auszusetzen. Der Schreibstil ist erneut grandios, der Weltenbau gelungen. Mit ihrer bildgewaltigen Sprache schafft die Autorin ein Kopfkino, das die jetzigen und vergangenen Ereignisse in Pandora vor dem geistigen Auge des Lesers zum Leben erweckt. Auch die Wahl der Ich-Perspektive von Lilith erweist sich erneut als Glücksgriff, so kann der Leser ihre Gedanken und Gefühle, ihre ambivalente Entwicklung nachvollziehen und miterleben.

Das Cover ist – wie könnte es anders sein – vom talentierten Alexander Kopainski entworfen worden und, erneut, ein Meisterwerk. Lektorat und Korrektorat (Michael Lohmann), Buchsatz (Astrid Behrendt), und Illustration (Svenja Jarisch) sorgen dafür, dass dieses Buch erneut liebevoll gestaltet und zusammengestellt wurde. Hier trifft der Verlagsslogan „Bücher mit Herzblut“ voll und ganz zu – es sind alles kleine Schätze. Die Coverinnenseiten sind teils ausklappbar und als kleines Gimmick wurden am Ende des Buches noch einige Bilder von einem Malwettbewerb zur Romanreihe abgedruckt.

Mein Fazit: „Die Dreizehnte Fee – Entzaubert“ schließt nahtlos an den Vorgängerband an und ist ein gelungenes, phantastisches Buch. Der Roman punktet vor allem durch bildgewaltige Sprache, ein tolles Setting und eine konsequente Weiterentwicklung der Protagonisten. Muss man als Liebhaber von phantastischen Geschichten gelesen haben – und auch, wenn einem das Genre fremd ist, sollte man der Autorin eine Chance geben und sich verzaubern lassen.

Julia Adrians Reihe setzt bereits jetzt Maßstäbe und gehört zum Besten, was die deutsche Phantastik hervorgebracht hat. Daher blicke ich, mit einem weinenden und einem lachenden Auge, zum dritten Teil, den ich gerade lese. Ich kann das Ende kaum erwarten, und möchte doch nicht, dass es ein Ende nimmt. Gibt es ein größeres Kompliment, das man einem Autor machen kann?

[Buchgedanken] Valentina Fast: „Royal – Ein Königreich aus Glas“

Einer Tradition folgend (okay, zum zweiten Mal): Heute eine Rezension, getippt im Pressebereich einer Buchmesse.

Das Warten hat sich definitiv gelohnt! In den letzten Tagen habe ich „Royal – Ein Königreich aus Glas“ von Valentina Fast gelesen und damit den phantastischen Lesefrühling für mich eröffnet. „Ein Königreich aus Glas“ ist ein Sammelband der ersten beiden e-Books der Royal-Reihe und erschien vor einigen Wochen – nach einer mehr als einjährigen Wartezeit – als Printexemplar bei im.press Taschenbuch. Es ist am ehesten als dystopisches Jugendbuch einzugruppieren, auch wenn die Liebe natürlich eine zentrale Rolle spielt. „Ein Königreich aus Glas“ vereint die beiden ersten e-Book-Bände der erfolgreichen Royal-Reihe.

Ganz Viterra ist in Aufruhr. Der Thronfolger, der während seiner gesamten Kindheit vor51xj8vajhil-_sx319_bo1204203200_ seinem Volk versteckt wurde, um ihm ein normales Leben zu ermöglichen, sucht eine Prinzessin. Alle jungen Frauen von Viterra sind aufgerufen, an einem Casting teilzunehmen und das Herz des Prinzen zu erobern. Einzige Schwierigkeit: Zuerst gilt es, ihn unter vier jungen Männern zu finden. Tatyana *Tanya* Salislaw ist ein ganz normales Mädchen. Nach dem Tod ihrer Eltern wächst sie bei ihrer Tante auf, die sie vor der Welt abschirmt und zu Hause erzieht. Nur ihrer Tante zuliebe, und um sich eine eigene Zukunft zu ermöglichen, nimmt sie am Casting teil. Sie wünscht sich nichts sehnlicher, als in der Goldschmiedewerkstatt ihrer Schwester ein neues Leben zu beginnen und zählt die Tage, bis zum Ende des Wettbewerbes, wenn sie endlich, endlich zurück in ihr altes Leben kann. Doch dann … treten die jungen Männer in ihr Leben und werfen ihren Plan vollends über den Haufen.

Wenn man „Royal“ liest, drängt sich geradezu der Vergleich mit Selection (meinem Jahreshighlight 2016) auf. Doch „Royal“ braucht ihn nicht zu scheuen. Mit unerwarteten Wendungen, gefühlvollen und humorvollen Szenen sowie grandiosen Charakteren überzeugt Valentina Fasts Roman auf der ganzen Linie (und auch wenn wir erst im März sind, ist die Chance groß, dass Royal auch Teil meiner Jahreshighlights 2017 wird).

Besonders gefallen hat mir der Weltenbau von „Viterra“. Der Autorin gelingt es, die Welt nachvollziehbar und konsequent zu gestalten. Über die Einführung und die Geschichtsstunde der Bewerberinnen erklärt Valentina Fast die Entstehung und die Hintergründe von Viterra und nimmt den Leser an die Hand.

Man lacht und leidet mit den Charakteren, die auch in den Nebenfiguren wie Claire de Clairemont (meiner Favoritin!) plastisch gestaltet sind und für ein tolles Gesamtbild sorgen. Valentina Fast überzeugt dabei mit einem lockeren, leichten Schreibstil, der die Gefühle, die Zweifel und Sorgen der einzelnen Protagonisten gut transportiert. Dabei merkt man, dass sich die Figuren im Laufe der Handlung auch entwickeln und man kann sich gut mit ihnen identifizieren.

Durch ihre unerwarteten Wendungen hält die Autorin den Spannungsbogen jederzeit aufrecht und sorgt dafür, dass man gar nicht aufhören kann zu lesen. Mysteriöse Gestalten und ein einschneidendes Erlebnis lassen einen nach mehr lechzen, um mit Tatyana auch die letzten Geheimnisse zu erkunden, die Viterra und der Palast verbergen.

Das Cover ist wunderschön, Lektorat und Buchsatz überzeugen, lediglich dem Korrektorat sind einige kleinere Fehler durchgerutscht.

Mein Fazit: „Royal – Ein Königreich aus Glas“ ist ein wundervolles Jugendbuch, das nah an die Brillianz von Kiera Cass‘ Meisterwerk „Selection“ herankommt. Es überzeugt mit tollen Charakteren und einer spannungsgeladenen Handlung mit unerwarteten Wendungen, die mich sehnsüchtig auf die nächsten Teile warten lässt. Für Jugendbuchleser bedenkenlos zu empfehlen.