Hochspannung im Doppelpack | Lovelybooks-Buchpost

Heute habe ich noch einmal zwei Neuzugänge für Euch, die mich vor kurzem als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de erreicht haben – vielen Dank dafür. „Am helllichten Tag“ von Peter Probst ist dabei ein Kriminalroman nach wahren Begebenheiten (erschienen im Heyne Verlag, Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH), während „Krakenkind“ von Maria Grund (Penguin Verlag) bereits der vierte Roman der Krimireihe um Sanna Berling und Eir Pedersen ist. In beiden Romanen ist Hochspannung garantiert – ich freue mich schon auf anregende Lesestunden.

Mögt Ihr Krimis, die auf wahren Begebenheiten beruhen?

Von fremden Kulturen und vergangenen Zeiten | Doppelte Buchpost

Auch diese beiden Bücher erreichten mich vor kurzem. „Das Haus in Charlottenburg“ von Beate Sauer (Heyne Verlag, Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH) kam dabei als Rezensionsexemplar im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de zu mir, während „Hidden Japan“ von Chiara Terzuolo (Knesebeck Verlag, mit Illustrationen von Justine Wong) mir versehentlich zugesandt wurde – ich werde es aber trotzdem auch bei Lovelybooks besprechen. Beide Bücher nehmen die Leser:innen dabei auf Reisen mit, einmal in das Deutsche Kaiserreich Ende des 19. Jahrhunderts, einmal nach Japan, auf eine Entdeckungstour der wundervollen Kultur fernab breitgetretener Touristenpfade. Ich bin auf beide Werke schon sehr gespannt – und freue mich auch darüber, mal wieder ein Buch von Beate zu lesen :).

Wart Ihr schon einmal in Japan?

Spannung im Doppelpack | Lovelybooks-Buchpost

Heute habe ich zwei Fortsetzungen von Krimireihen für Euch, die mich vor kurzem als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de erreichten – vielen Dank dafür. „Branderbe“ ist hierbei schon der dritte, im Selfpublishing veröffentliche, Band um das Frankfurter Duo Sebastian Buck und Maike Lange von Lou Sandberg („Mainblüte“ kenne ich bereits), während „Der Tod wischt mit“ (Wilhelm Heyne Verlag, Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH) die Reihe um Tilly Blich von Andreas Suchanek als zweiter Band fortsetzt. Ich bin schon ganz gespannt darauf zu erfahren, wie sich die Charaktere in Lous Buch weiterentwickelt haben – und freue mich schon darauf, mit Tilly – Inhaberin einer Reinigungsfirma – eine mal ganz andere Ermittlerin kennenzulernen.

Was mögt Ihr an Krimis?

High Society Alarm | Glamouröse Neuzugänge

Auch diese beiden Bücher zogen jeweils selbstgekauft noch kurz vor der Frankfurter Buchmesse bei mir ein. „Fractured Fates“ ist dabei der erste Band der „Fallen Grace“-Reihe von Josi Wismar für den Heyne Verlag, während „Kiss Me Once“ – der erste Band der „Kiss the Bodyguard“-Reihe von Stella Tack (Ravensburger Verlag) – nun auch als Graphic Novel erschienen ist, wunderschön gezeichnet von Olga Andriyenko. Beide Bücher entführen die Leser:innen dabei in die High Society, einmal nach London, einmal nach Florida. Ich kann es kaum erwarten, in die Geschichten einzutauchen – und freie mich auch schon darauf, beide Autorinnen auf der FBM zu treffen.

Welches Setting bevorzugt Ihr bei Romanen?

[Buchgedanken] Fynn Jacob: „Brennendes Watt“ (Jaspari/van Loon 3)

In den letzten Tagen habe ich auch „Brennendes Watt“ von Fynn Jacob (Christian Kuhn) gelesen. Der Roman ist 2025 im Wilhelm Heyne Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH erschienen und als Kriminalroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Iska van Loon, erfahrene Beamtin der Nationale Politie, und der ehrgeizige Kriminalhauptkommissar Marten Jaspari stehen vor einem brisanten Fall. Luuk Raand, Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma, die das LNG-Terminal bei Eemshaven schützt, wird tot am Strand von Borkum angespült. Eine Spur führt zu radikalen Umweltschützern, die Missstände bei der Erdgasverarbeitung aufdecken wollen, eine andere in das undurchsichtige private Umfeld des Opfers. Als schließlich im Hamburger Hafen der Kapitän eines Containerschiffes verschwindet, erreicht der Fall ungeahnte Dimensionen. Iska und Marten müssen alles riskieren, um zu verhindern, dass an der Nordsee ein flammendes Inferno ausbricht …

„Brennendes Watt“ ist der dritte Teil der Krimireihe um das internationale Ermittlerduo Marten Jaspari und Iska van Loon, der von Christian Kuhn unter dem Pseudonym Fynn Jacob veröffentlicht wurde. Dabei lässt sich der Roman gut als Standalone lesen, werden doch wichtige Stationen in der Vergangenheit der Protagonist:innen wieder aufgegriffen und erläutert. Die Genrezuordnung ist jedoch nicht so einfach, wie der Aufdruck „Kriminalroman“ auf dem Cover vermuten lässt. Denn phasenweise mutet das Buch mehr wie ein Thriller an, ließe sich sogar den Untergenres Agententhriller oder Spionagethriller zuordnen. Der Einfachheit halber habe ich es aber bei der Kategorisierung des Verlags belassen, auch um den Sinnzusammenhang der Reihe beizubehalten.

Die Handlung ist hochspannend, kurzweilig und hält gelegentlich auch eine unerwartete Wendung parat, auch wenn sie durchaus das ein oder andere Rollenklischee bedient. Zudem ist sie teils etwas überfrachtet, da die Protagonist:innen noch mit persönlichen Dramen belastet werden – den ein oder anderen Nebenhandlungsstrang hätte man für die Klarheit und Stringenz durchaus auch weglassen können. Auch das Ende bleibt relativ offen – sowohl, was die Identität der Täter:innen als auch was die Zukunft von Jaspari/van Loon betrifft. Ich bin daher mal gespannt, ob die Reihe hiermit beendet ist oder, falls nicht, wie die Folgebände die Handlung wieder aufgreifen.

Das Setting kann naturgemäß glänzen. So nimmt der Autor die Leser:innen mit auf eine Reise durch einen Großteil des deutsch-niederländischen Nordseeraums und greift dabei gesellschaftlich relevante Themen wie Umweltschutz, den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und die damit verbundene Energieunsicherheit sowie den teils fließenden Übergang zwischen zivilgesellschaftlichem Engagement und militantem Aktivismus auf. Erzählt wird dieses bunte Potpourri in multiplen personalen Erzählperspektiven, die teils nacheinander parallel stattfindende Ereignisse wiedergeben, was die Stringenz der Handlung etwas bricht.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei brillieren insbesondere wichtige Nebencharaktere wie Karin und Banisch, aber auch die beiden Protagonist:innen können mit Abstrichen durchaus überzeugen – sicherlich wäre das Bild hier nochmal etwas anders, wenn ich die Charakterentwicklung über die komplette Reihe hinweg mitbekommen hätte. Fynn Jacobs Schreibstil lässt sich darüber hinaus flüssig und leicht lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz sind zwar Kleinigkeiten durchgerutscht, die den Lesefluss aber nicht erheblich schmälern. Der Umschlag ist mit Klappen versehen, die Gesamtgestaltung passt sich gut in die Reihe ein. Das Covermotiv ist dennoch eher austauschbar und beliebig und wird zum Buchrücken hin unterbrochen, der – genau wie die Coverrückseite – zudem eher eintönig und schlicht daherkommt.

Mein Fazit? „Brennendes Watt“ ist ein spannender und hochaktueller Kriminalroman mit tollem Setting, aber auch mit kleineren Schwächen. Für Leser:innen des Genres bedenkenlos zu empfehlen, ab einem Lesealter von 16 Jahren.

Neuzugänge im Doppelpack | Lovelybooks-Buchpost

Heute habe ich mal wieder zwei Neuzugänge für Euch, die mich in der letzten Zeit als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de erreicht haben – vielen Dank dafür. „Brennendes Watt“ von Fynn Jacob (einem Pseudonym von Christian Kuhn) aus dem Wilhelm Heyne Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH ist dabei der dritte Band einer deutsch-niederländischen Krimireihe, während Dr. Andreas Mäckler für den Verlag des Biographiezentrums mit „Hans Zimmer. Werkbiografische Betrachtungen“ eine Werkbiografie des bedeutenden Filmmusikkomponisten vorlegt. Ich bin auf beide Bücher schon ganz gespannt!

Wessen Biografie würdet Ihr gern einmal lesen?

[Buchgedanken] Christian Endres: „Wolfszone“

Vor kurzem habe ich auch „Wolfszone“ von Christian Endres gelesen. Das Buch ist 2024 im Wilhelm Heyne Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH erschienen und als Thriller einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Deutschland in der nahen Zukunft. Ein heikler Auftrag führt den Berliner Privatdetektiv Joe Denzinger in die brandenburgische Provinz. Direkt hinter dem Dorf Dölmow hat die Bundeswehr einen Wald abgeriegelt, in dem sich ein Rudel Wölfe durch Nanobots und künstliche Intelligenz massiv verändert hat. Und genau hier soll Joe die Erbin eines mächtigen Rüstungsunternehmens finden, die seit Tagen spurlos verschwunden ist. Zwischen Cyborg-Wölfen, Soldaten, Gangstern, Umwelt-Aktivisten und Einheimischen beginnt für Joe eine atemlose Jagd mit ungewissem Ausgang …

„Wolfszone“ ist mein erstes Buch von Christian Endres. Vom Verlag wird das Buch – sichtbar auf dem Cover – als Cyberthriller beworben, in den Pressestimmen, die der Verlag zitiert, wird der Roman teils als Öko-Thriller, teils als Öko-Science-Fiction-Thriller angegeben. Aber auch viele andere Unterarten des Thrillers sind hier denkbar, zum Beispiel zeigt das Buch auch Ansätze eines Politthrillers, ist dystopisch angehaucht, auch wenn es in der nahen Zukunft spielt, und hat durchaus auch Elemente einer Detektiv-Erzählung. Da ich hier keine eindeutige Zuordnung sehe, habe ich es somit bei der übergeordneten Eingruppierung als Thriller belassen.

Die Handlung ist durchaus spannend und abwechslungsreich, wenn auch zwischenzeitlich kleinere Längen vorhanden sind. Dabei wird die Geschichte aus diversen Perspektiven erzählt – aus meiner Sicht hätte man hier auf die von DW-7X verzichten und gegebenenfalls eine mit Rückblenden von Lisa Kraupen einbauen können, die sich mit zunehmendem Fortschritt des Buches immer mehr dem Verschwinden angenähert hätte. Auch kann mich das Ende des Buches nicht überzeugen, spendiert es doch diversen Personen ein Happy-End, das sie zumindest aus (meiner) Lesersicht nicht verdient haben und lässt – problematisch – Konsequenzen für durchaus schwere Verbrechen vermissen.

Das Setting überzeugt hingegen vollends. So entführt der Autor den Leser nach Dölmow, in eine fiktive brandenburgische Kleinstadt der nahen Zukunft – die Mischung aus militärischem Sperrgebiet und einem fast apokalyptisch anmutenden Landstrich, den die Hitze zusätzlich ausdünnt, funktioniert hier sehr gut, das von Christian Endres gezeichnete Szenario ist durchaus glaubhaft. Allerdings wird der Roman neben der Haupthandlung hier mit diversen Themen überfrachtet wie Klimawandel, Migration/Integration, Rassismus, Rüstungskapitalismus, Lobbyismus etc., die zwar alle an und für sich wichtig sind und einen Platz im Buch verdient haben, in der Fülle aber dafür sorgen, dass man nicht allen gerecht werden kann – ein oder zwei weniger hätten hier für eine stärkere thematische Fokussierung gesorgt.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen vor allem wichtige Nebencharaktere wie Charlotte, Melanie und Sylvia Kraupen, während, beispielhaft, Marija und Richard nicht zwingend nachvollziehbar handeln. Der Schreibstil von Christian Endres lässt sich dafür leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung ist ordentlich. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben solide gearbeitet, der Buchdeckel ist ansprechend. Zwar wird das Covermotiv leider zum Buchrücken hin unterbrochen und, etwas irritierend, dann auf der Coverrückseite fortgesetzt, nichtsdestotrotz ist die Farbgebung des Umschlags insgesamt sehr gelungen und das Buch somit dennoch optisch ein kleiner Eyecatcher, den man ggf. mit einer leichten Prägung noch hochwertiger hätte gestalten können.

Mein Fazit? „Wolfszone“ ist ein durchaus spannender Thriller, der vor allem mit seinem Setting brilliert, aber auch leichte Schwächen in der Handlung hat. Für Leser:innen des Genres dennoch zu empfehlen, ab einem Lesealter von 16 Jahren.

Spannung im Doppelpack | Lovelybooks-Buchpost

Heute möchte ich Euch zwei hochspannende Neuzugänge zeigen, die mich vor kurzem als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de erreichten – vielen Dank dafür! „Wolfszone“ von Christian Endres aus dem Wilhelm Heyne Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH ist dabei ein Near-Future-Cyberthriller, während es sich bei „Die doppelte Frau und das Rätsel Betty Steinhart“ von Beate Thalberg (Illustrationen: Lily Ammann) aus dem Molden Verlag, Verlagsgruppe Styria GmbH & Co. KG, um einen Krimi Noir handelt, der den Leser in die frühe Nachkriegszeit nach Salzburg entführt. Vergangenheit und Zukunft liegen hier nah beieinander – ich bin schon ganz auf die aufregenden Ausflüge in die jeweiligen Geschichten gespannt!

Würdet Ihr lieber in die Vergangenheit oder in die Zukunft reisen?

[Buchgedanken] Hannah Conrad: „Eine Dame mit Geheimnissen“ (Das Lilienpalais 4)

Vor kurzem habe ich auch „Eine Dame mit Geheimnissen“ von Hannah Conrad gelesen, dem Pseudonym des Autorenquartetts Monika Pfundmeier, Frieda Bergmann, Persephone Haasis und Laila El Omari. Das Buch ist 2023 im Wilhelm Heyne Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH erschienen und als historische Familiensaga einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

München, 1827. Seit sieben Jahren arbeitet Nanette als Gouvernante bei den von Seybachs, seit sieben Jahren hütet sie ein düsteres Geheimnis. Als nach und nach ihre Schützlinge Johanna, Maximilian und Isabella – dank ihrer Hilfe – Glück und Liebe finden, sucht Nanette einen neuen Sinn in ihrem Leben. Heimlich beteiligt sie sich an der Veröffentlichung pikanter Fortsetzungsromane des Autors Anonymus, die für viel Empörung bei der biederen Münchner Gesellschaft sorgen und zugleich von einer wachsenden Leserschaft verschlungen werden. Nur der Zeitungsverleger Ferdinand von Rückl macht ihr das Leben schwer. Ständig fordert er sie heraus, die Diskussionen mit ihm sind hitzig. Gleichzeitig übt das Feuer, das Nanette in ihm lodern sieht, eine enorme Anziehungskraft auf sie aus. Ein prickelndes Spiel beginnt …

„Eine Dame mit Geheimnissen“ ist nach „Eine fast perfekt Debütantin“, „Ein Graf auf Abwegen“ und „Wirbel um die Komtess“ der abschließende Band der Reihe um das Lilienpalais und erneut als historische Familiensaga einzuordnen – auch wenn die Protagonistin offiziell kein Mitglied der Familie ist, ist sie doch unumstößlich mit den von Seybachs verbunden. Hierbei irritiert jedoch, dass das Buch nicht zeitlich nach den anderen Bänden spielt, sondern parallel zu den Vorgängern. Da deren Geschehen somit hier auch am Rande erwähnt wird, kann „Eine Dame mit Geheimnissen“ als Standalone gelesen werden, empfehlen würde ich es aber nicht.

Die Handlung ist abwechslungsreich und wartet immer mal wieder mit unerwarteten Wendungen auf – leider sind Kernpunkte allerdings auch etwas vorhersehbar und Teile des Endes nicht zwingend logisch. Aufgrund des für die Reihe unüblich großen Zeitraums, den das Buch abdeckt, ist zudem die Handlung nicht so dicht wie in den Vorgängerbänden. Dennoch gelingt es Hannah Conrad natürlich wieder, den Leser zu fesseln, schließlich haben sich die Geheimnisse um Nanette ja bereits in den ersten Bänden aufgebaut, sodass man voller Erwartung den Auflösungen entgegengefiebert hat.

Das Setting ist naturgemäß brillant und aus den Vorgängerbänden bekannt. Mal wieder entführen die Autorinnen den Leser ins München des 19. Jahrhunderts, in eine pulsierende, sich gerade entwickelnde Stadt voller Bälle, Kultur und hoher Politik. Dabei mischt sich die Geschichte um Adel und Standesunterschiede dieses Mal ähnlich wie im Vorgängerband mit dem Thema Frauen in der Kunst – dieses Mal allerdings mit dem Schwerpunkt auf Literatur.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Da dieser Roman die Dauer aller anderen Romane abdeckt, ist das Charakterportfolio relativ groß – viele treten nur ganz am Rande auf. Positiv überrascht bin ich hier von Gustl, einer tollen Nebenrolle, die für Charme und Witz sorgt. Der Schreibstil von Hannah Conrad ist dabei leicht und flüssig zu lesen, zwar nur teils authentisch – aber das wird ja auch im Nachwort erneut angesprochen.

Die Buchgestaltung vermag natürlich erneut zu überzeugen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben ordentlich gearbeitet, der Buchumschlag ist auf dem Cover hochwertig geprägt und mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen – unter anderem mit einer tollen Karte von München. Das Cover ist schön anzusehen und fügt sich gut in die Reihe mit tollem Wiedererkennungswert ein – allerdings fehlt erneut etwas der Bezug zur Handlung.

Mein Fazit? „Eine Dame mit Geheimissen“ ist der gelungene Abschluss der „Lilienpalais“-Reihe, der vor allem durch sein Setting und die Charaktere überzeugt, aber auch kleinere Schwächen hat und somit nicht ganz an die Brillanz der anderen Bände heranreicht. Für Leser des Genres und Liebhaber der Reihe bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Ulla Scheler: „Acht Wölfe“

In den letzten Tagen habe ich auch „Acht Wölfe“ von Ulla Scheler gelesen. Das Buch ist vor einigen Tagen – um genau zu sein, am 13.09.2023 – im Wilhelm Heyne Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH erschienen und als Survivalthriller einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an die Autorin und den Verlag für die Bereitstellung eines Leseexemplars mit Rezensionsangebot.

Acht junge Menschen schließen sich einer geführten Wanderung im größten Nationalpark Kanadas an. Sie wollen für drei Wochen ungezähmte Natur erleben und Nordlichter sehen. Aber sogar in der tiefsten Wildnis kann man zur falschen Zeit am falschen Ort sein. Als sie Zeugen eines Verbrechens werden, bleibt ihnen keine andere Wahl, als Hals über Kopf ins Dickicht zu fliehen. Sie haben keine Orientierung, kaum Ausrüstung und können einander nicht leiden. Aber sie haben nur eine Chance, es lebendig nach Hause zu schaffen: wenn sie zusammenhalten

Was für ein wilder Ritt! „Acht Wölfe“ ist nach „Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen“ und „Und wenn die Welt verbrennt“ mein drittes Buch von Ulla Scheler – und nach ihren traumhaften Jugendbüchern ihr erster All-Age Roman, der sich gar nicht so einfach kategorisieren lässt. Gegenwartsliteratur? Survivalroman oder -thriller? Psychothriller? Der Einfachheit halber habe ich es oben als Survivalthriller bezeichnet, denn das Genre ist eigentlich egal – die einzige Einordnung die zählt, ist folgende: „Acht Wölfe“ ist ein Jahreshighlight! Vielleicht sogar mehr. Und Ulla Scheler hat erneut ein Buch geschrieben, das mich hellauf begeistert, und das ihren Platz im Olymp meiner Lieblingsautor:innen verteidigt – nicht, dass er je in Gefahr gewesen wäre.

Die Handlung ist hochspannend, abwechslungsreich, schonungslos und voller Plottwists, die das Buch zum absoluten Nailbiter und Pageturner werden lassen. Dabei scheut sich Ulla auch nicht, unpopuläre Entscheidungen zugunsten des Plots zu treffen (auch wenn ich ihr eine sehr übel nehme :D), anders hätte der Roman jedoch sicherlich nicht diese nachhallende Wucht entfesselt. Zugleich füllt die Autorin den Roman mit Hintergrund, räumt Liebesgeschichten Raum ein, lässt diese aber nicht dominant werden, und sorgt für ein richtiges Maß an Infodump zu den Figuren, ohne den Lese- und Handlungsfluss zu stören.

Das Setting ist natürlich atemberaubend. Ulla Scheler nimmt den Leser mit auf einen – im wahrsten Sinne des Wortes – Trip in den größten Nationalpark Kanadas, in die absolute Wildnis, zu einem Kampf auf Leben und Tod. Dabei gelingt es der Autorin, die Natur eindringlich zu beschreiben, die Beklemmung, Angst und Hoffnungslosigkeit aber auch die Gemeinschaft und kurzen Momente der Freude fühlbar zu machen – und ja, mir zumindest an einer Stelle auch die Tränen in die Augen zu treiben.

Die einzelnen Figuren sind vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen eigentlich alle, am stärksten ins Herz geschlossen habe ich aber Bombe, die wirklich eine Bombe ist (man verzeihe mir das Wortspiel :D) und einfach brilliert. Aber auch Valentina und Jakob können glänzen. Genau wie Ulla Schelers Schreibstil, der präzise, gefühlvoll und unglaublich berührend ist, der die Figuren zum Leben erweckt und das Kopfkino sofort anspringen lässt – wie Katja Brandis im Blurb bereits festgestellt hat: Es handelt sich um die Sprache „einer meisterhaften Autorin“.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben ordentlich gearbeitet, der Buchumschlag ist mit Klappen versehen, gegebenenfalls hätte man hier noch mit einer Prägung oder farbigen Coverinnenseiten das Produkt etwas veredeln können. Das Titelbild ist hingegen atmosphärisch toll und setzt sich auf Buchrücken und Coverrückseite fort, sodass ein tolles Gesamtbild entsteht.

Mein Fazit? „Acht Wölfe“ ist das neue Meisterwerk von Ulla Scheler, die den Wechsel vom Jugendbuch zum All-Age mühelos meistert. Dabei kann der Roman vor allem durch seine atemberaubende Handlung und seine gefühlvolle Sprache brillieren, und wartet zudem mit tollen Charakteren auf. Für Leser aller Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von 16 Jahren.