Was für ein Tag! Dieser Tag war Balsam für die Autorenseele – doch dazu später mehr :). Zur Überbrückung ein Foto mit einem Pandabär!
Zuerst begann der dritte Messetag ganz geruhsam damit, dass ich erneut beim „Zauber zwischen Zeilen“-Stand vorbeischaute, um mir die Anthologie von Julia Adrian signieren zu lassen. Anschließend habe ich beim Drachenmond Verlag dann noch die Anthologie „Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln“ gekauft, und sie mir ebenfalls, unter anderem von Julia Adrian und Alexander Kopainski, der Covergott höchstpersönlich, signieren lassen. Ich war dann auch noch kurz beim Stand des Kunstanstifer Verlags und habe mir dort ein wunderschön illustriertes Buch gekauft mit dem Titel „Hundebraten Süßsauer“.
Vor der Mittagspause ging es dann zu einer Veranstaltung von Prof. Werner Meyer über die Burg Krak des Chevaliers in Syrien, die ganz informativ war und einige spannende Bilder enthielt und vor allem vor dem Hintergrund interessant war, dass die Burg im Rahmen des schrecklichen Krieges teilweise zerstört wurde, durch die zentimetergetreue vorherige Vermessung und Dokumentation jedoch wieder aufgebaut werden könnte.
Nach der Pause hörte ich mir zur Entspannung jeweils Teile der Vorträge über Newsletter-Marketing und das Schreibprogramm „Papyrus Autor“ an, bevor er zum eigentlichen Hauptevent des Nachmittages kam: der Prämierung des Siegertitels vom Schreibwettbewerb von tolino und Carlsen Impress. Gewonnen hat Laura Kuhn mit „We could be Heroes“, der Titel erscheint im März 2017 als e-Book und Taschenbuch bei Carlsen Impress. Auch die Plätze zwei und drei gewannen e-Book Veröffentlichungen bei Carlsen und Marketingpakete von tolino.
Doch damit nicht genug der Schreibwettbewerbe. Um 17 Uhr wurde eine weitere Shortlist präsentiert: die Shortlist des Schreibwettbewerbes zur lit.lo
ve 2016 in Kooperation mit dem Magazin Jolie und Twentysix, dem Selfpublishing-Distributor von Random House. Aus mehreren hundert eingesandten Kurzgeschichten wählte die Jury eine Shortlist von fünf Titeln, die alle Freikarten zur lit.love und kostenlose Veröffentlichungen bei Twentysix gewannen. Alle Shortlist-geschichten werden zudem als kostenfreies e-Book veröffentlicht. Der erste Platz wird am 04.11.2016 bekannt gegeben und erhält zusätzlich bezahlte Unterkunft, An- und Abreise zur lit.love, sowie die Veröffentlichung der Gewinnergeschichte in einer Ausgabe des Magazins Jolie! Hier nun die Shortlist in aller Pracht:

Wem hier ein Name bekannt vorkommt, der hat Recht! Da stehe wirklich ich! Ich musste mich heute auch oftmals kneifen, als ich davon erfahren habe. Gerade auch vor dem Hintergrund einiger Absagen tut es besonders gut, wenn eine eigene Geschichte wertgeschätzt wird – und wenn einen dann noch das Random House-Team nett betreut und die Geschichte lobt, ist der Tag perfekt. Und dass das auch noch komplett unerwartet kam (wie hätte man bei etwa 500 Einsendungen und einer Shortlist aus 5 Titeln schon auch nur im Ansatz daran denken können), macht das ganze umso schöner. Jetzt gilt es, die Daumen zu drücken. Es wäre nämlich ein noch größerer Wahnsinn, sollte meine Geschichte es schaffen, in der Jolie zu erscheinen. So oder so – ich bin glücklich und froh, einer weiteren Geschichte eine Heimat gegeben zu haben – und werde dann mal beizeiten die Kategorie Schreibwettbewerbe/Literaturpreise auf meiner Website einführen *lach*.
Nachdem sich der ganze Trubel bis Morgen hoffentlich etwas gelegt hat, werde ich Morgen einen eher veranstaltungsarmen Tag in Frankfurt verbringen, mir lediglich ein Buch signieren lassen und zu einem Meet & Greet gehen.
Liebe Grüße
Erik
bevor ich um 10 Uhr die Buchvorstellung von Stefan Aust zu seiner Biographie über den Journalisten Konrad Heiden, laut Titel „Hitlers erster Feind“, besuchte. Konrad Heiden war ab den 20er Jahren Journalist und betrachtete, aber vor allem beschrieb, den Aufstieg des Nationalsozialismus aus nächster Nähe. Dabei war er einer der wenigen und vielleicht der erste überhaupt, der die große Gefahr erkannte, in die das Land und die Gesellschaft steuerte. Austs Buch enthält zur Illustration seines Lebensweges daher auch viele Texte aus der Feder Heidens, die das Zeitgeschehen mit einem brillianten, fast sarkastischen Ton beschreiben.
Vor der Mittagspause besuchte ich dann noch ein Interview für den Spiegel mit der Autorin Sibylle Lewitscharoff, die ihr neuestes Buch „Das Pfingstwunder“ vorstellte. Das hochinteressante Gespräch drehte sich dabei um Themen wie die Bedeutung von Dantes „Göttlicher Komödie“ und Höllenvorstellungen in der heutigen Zeit. Bisher die ansprechendste Buchdiskussion, die ich in diesem Jahr auf der Messe besucht habe – ich werde mir den Roman direkt mal vormerken.
Kindle Storyteller Awards 2016. Von 1.900 eingereichten Romanen hatten es fünf durch die Wahl der Kindle-Leser auf die Shortlist geschafft, aus denen eine Jury um Astrid Korten und Poppy J. Anderson dann den Preisträger ermittelte, der nicht nur mit 10.000 Euro, einem gigantischen Marketingpaket von 20.000 Euro, sondern vor allem auch mit einem HarperCollins-Verlagsvertrag nach Hause fahren durfte. Gewonnen hat Halo Summer mit „Aschenkindel – das wahre Märchen“, was mich besonders gefreut hat, da das Cover wunderschön ist und „Märchen“ als Buchgenre oftmals nicht genug an Beachtung finden. Da Amazon zudem für Pressevertreter Belegexemplare aller Shortlist-Titel verteilt hat (da hat sich die Pressekarte mal richtig gelohnt :)), werde ich „Aschenkindel“ auch hier auf meinem Blog besprechen, und eventuell auch noch den ein oder anderen der vier „unterlegenen“ Romane vorstellen.
iner kurzen Spontanlesung vom Gewinner des Aspekte Literaturpreises 2016: Philipp Winkler (für den besten Debütroman: „Hool“, der auch auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2016 stand). Im Interview für Deutschlandradio-Kultur gewährte er interessante Einblicke in seinen Schaffensprozess und seinen Werdegang. Spannend fand ich vor allem, dass es ihm gar nicht darauf ankam, irgendwas selbst in den Text zu legen, sondern dass er ihn geschrieben hat, damit jeder Leser für sich individuell die Schlüsse daraus ziehen kann.
es für mich dann zu Bodo Kirchhoff, der für seine Novelle „Widerfahrnis“, erschienen in der Franfurter Verlagsanstalt, den Deutschen Buchpreis 2016 verliehen bekommen hat. Im Gespräch für den Spiegel sprach er vor allem über die Themen und Hintergründe der Novelle, eigene Erlebnisse – sowie auch über die Enttäuschung bei der Buchpreisverleihung 2012, als er die Shortlist verfehlte.
ide Veranstaltungen waren gut besucht, aber dennoch hat man gemerkt, dass erst Mittwoch ist. Man konnte sitzen, gut sehen, und hatte nicht das Gefühl zu ersticken. Doch ab 14.30 bekam ich dann einen Vorgeschmack, wie sich das Wochenende anfühlen wird. Für einen Bilderband lotste der Taschen Verlag einen der renommiertesten Künstler der heutigen Zeit nach Frankfurt: den Maler David Hockney, dessen Bilder zu siebenstelligen Summen auf dem Kunstmarkt gehandelt werden, und der Mitglied der Royal Academy of Arts ist. Vor dem – zugegebenermaßen auch nicht ideal gestalteten Veranstaltungsort – drängelten sich bereits dutzende Menschen, sodass man anfangs fast nichts sehen und auch fast nichts hören konnte. Doch nach und nach verließen einige Menschen die Präsentation, sodass ich weiter vorrücken konnte und schlussendlich in der zweiten Hälfte gut hören und sehen konnte, wie der Maler seine Bilder erklärte. David Hockney war eloquent, humorvoll – und wurde unter tosenden Beifallsstürmen verabschiedet, nachdem er eine ganze Stunde stehend an einem Pult hunderte Bilder gezeigt hat. Wer mit 79 Jahren noch körperlich und geistig so fit ist, verdient allein dafür auch schon nochmal Respekt. Da ich allein von dieser Veranstaltung etwa 200 Fotos geschossen hatte (sonst bin ich nicht so, von Bodo Kirchhoff waren es vielleicht 10!), gab mein Handy dann seinen Geist auf.
