Wenn sich in einem Post mit Neuzugängen nur ein einziges Buch befindet, muss es sich um einen ganz besonderen Titel handeln – und das ist hier der Fall. Denn endlich durfte vor einigen Tagen „Magnus Knut Hansen – Ein Mann. Ein Mythos. Ein Moin.“ von Mikkel Robrahn bei mir einziehen. Allein die Entstehungsgeschichte des Buches ist legendär – wie Mikkel die Prämisse der Handlung durch seine Community immer größer, immer präsenter gemacht hat, verdient mehr als Respekt; wie er sich gegen alle Zweifler durchgesetzt hat, meine vollste Anerkennung. Ich durfte Mikkel in der Vergangenheit ja schon auf dem ein oder anderen Event kennenlernen und seinen grandiosen Humor bewundern – und nun werde ich auch endlich mal etwas von ihm lesen. Ich freue mich schon so auf ein Abenteuer mit einer gesprächigen Möwe, einer Prinzessin – und einem Schaf namens Dörte (eine Anspielung an Otto?). Das werden jedenfalls geniale Lesestunden – und vielleicht hagelt es ja 2026 den ein oder anderen Fantasy-Preis für dieses Werk!
Habt Ihr schon etwas von Mikkel gelesen? Und falls nein: warum nicht mit „Magnus Knut Hansen“ einsteigen? Aber Obacht! Das Buch ist schnell vergriffen – online wurden meine Bestellungen mehrfach storniert, da Mikkel einen unglaublichen Bestseller gelandet hat. Also lieber schnell in die Buchhandlung Eures Vertrauens – sichert Euch ein Exemplar, solange es noch vorrätig ist! 🙂
In der letzten Zeit habe ich auch „Pfötchen, Strand und Liebesglück“ von Petra Schier gelesen. Das Buch ist 2026 bei HarperCollins in der Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH erschienen und als Liebesroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.
Für Chloe bricht eine Welt zusammen, als ihr Verlobter ihr gesteht, dass er sie zwar heiraten möchte, aber nicht liebt. Als wäre das nicht genug, verliert sie ein Jahr später auch noch ihren Job. Um ihr Herz zu heilen und einen Neustart zu wagen, zieht sie zu ihrer Zwillingsschwester Isalie nach Lichterhaven und beginnt auf dem Erlebnishof ihrer Familie zu arbeiten. Langsam kehrt wieder Ruhe in ihr Leben ein – bis sie auf den mürrischen Nachbarn Tristan trifft. Trotz anfänglicher Abneigung entdecken beide, dass sie mehr verbindet, als sie erwartet hatten. Kann die Liebe, unterstützt von einem kleinen Dackel namens Cooper, alte Wunden heilen und neues Glück schenken?
„Pfötchen, Strand und Liebesglück“ ist zwar bereits mein fünfter Roman von Petra Schier, hierbei aber der erste aus der „Lichterhaven“-Reihe, dessen neunter Band „Pfötchen, Strand und Liebesglück“ ist. Dabei ist das Buch klar als klassischer Liebesroman einzuordnen, ist zugleich aber auch Urlaubsroman oder Feel-Good-Roman, ideal geeignet, um selbst am Strand gelesen zu werden, auch wenn der Roman überraschenderweise (aber nicht unangenehmerweise) durchaus mit einer halbwegs expliziten Sexszene aufwartet.
Generell ist die Handlung durchaus abwechslungsreich, verbleibt dabei aber etwas an der Oberfläche, auch wenn das ein oder andere wichtige Thema gestreift wird. Hierbei werden zu keinem Zeitpunkt Zweifel an dem ausstehenden Happy-End gesät, Komplikationen oder Stolpersteine in der sich entwickelnden Beziehung sucht man vergebens, lediglich Cooper muss gelegentlich als Eisbrecher herhalten – der ein oder andere kleinere Rückschlag hätte hier die Feel-Good-Atmosphäre auch nicht zerstört. Und so vermag auch das Ende nicht vollends zu überzeugen, hätte man sich für Chloe doch gegebenenfalls einen anderen Weg ins Glück gewünscht.
Das Setting kann erneut auf ganzer Linie glänzen. So nimmt die Autorin ihre Leser:innen mit auf eine Reise nach Lichterhaven, einen fiktiven, kleinen Ort an der Nordseeküste – mit allem, was dazugehört, unter anderem ein alter Leuchtturm, ein Erlebnishof mit Alpakas und – natürlich – ganz viel Strand. Petra Schier erschafft dabei eine Dorfidylle, die fast aus der Welt entrückt zu sein scheint; wie ein kleines Märchen, fast zu ideal, um wahr zu sein, aber perfekt, um sich unbeschwert dorthin träumen und die Realität vergessen zu können.
Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen insbesondere wichtige Nebenfiguren wie Isalie und Max, aber auch Cooper trägt viel zur Handlung bei, während Tristan nicht immer nachvollziehbar handelt und – gerade anfangs – viele Sympathien verspielt. Petra Schiers Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen, sorgt in der Erzählperspektive von Cooper auch für humorvolle Momente, auch wenn man sich daran erst gewöhnen muss.
Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat und Korrektorat sind zwar Kleinigkeiten durchgerutscht, die das Lesevergnügen aber nicht schmälern, der Buchsatz ist ordentlich und versucht die Chatnachrichten innovativ zu setzen, auch wenn hier – und bei der Darstellung von Coopers Perspektive – sicherlich noch mehr gegangen wäre. Das Covermotiv setzt sich nahtlos auf Buchrücken und Coverrückseite fort und sorgt so für einen tolles Gesamtbild. Das Motiv ist zudem genre- und reihentypisch, sorgt für Wiedererkennungswert, ist insgesamt aber eher kein Eyecatcher.
Mein Fazit? „Pfötchen, Strand und Liebesglück“ ist ein Feel-Good-Liebesroman, der auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden kann und hält, was er verspricht, aber durchaus ein klein bisschen mehr Komplexität hätte vertragen können. Für Leser:innen des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von etwa 16 Jahren.
In den letzten Tagen habe ich auch „What about the bodies“ von Ken Jaworowski gelesen. Das Buch ist 2026 im Pendragon Verlag veröffentlicht worden, die Originalausgabe erschien 2025 unter dem gleichen Titel bei Atlantic Crime. Der Roman ist dabei als Krimödie einzuordnen, für die Übersetzung aus dem Englischen zeichnet Lea Dunkel verantwortlich. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.
Ein Unglück kommt selten allein – diese Erfahrung müssen auch Carla, Reed und Liz machen. Ihr Leben in der amerikanischen Kleinstadt Locksburg verläuft in geregelten Bahnen. Verbrechen kennen sie nur aus dem Fernsehen. Doch plötzlich haben sie es mit der Polizei und mit Gangstern zu tun. Je mehr sie versuchen, alles richtig zu machen, desto mehr geht schief.
„What about the bodies“ ist mein erster Roman von Ken Jaworowski – und es war eine unglaublich überraschende Lesereise. Die Verwirrung beginnt bereits bei der Genrezuordnung, zu der ich immer noch keine zufriedenstellende Lösung präsentieren kann. Auf dem Cover betitelt als Kriminalroman, von anderen Leser:innen als Krimi Noir oder Spannungsroman gesehen, habe ich mit der Einordnung als (sehr dunkle) Krimödie versucht, der Handlung annähernd gerecht zu werden. Ein klassischer Kriminalroman ist es jedenfalls nicht!
Denn die Handlung ist mehr oder weniger ein Dreiklang, ein gleichzeitiges Ablaufen dreier Handlungsstränge, in denen sich die Protagonist:innen auf teils abstruse Weise immer tiefer in ihren Schicksalen verstricken – ohne dass hier ein klassisches Verbrechen durch Ermittlungen aufgedeckt werden soll. Vielmehr ist es – ganz im Sinne britischer dunkler Komödien – spannend, skurril und makaber, gleichzeitig aber auch berührend und überraschend emotional. Und so vermögen auch die anfangs sehr ungewöhnlichen drei Ich-Perspektiven und die am Ende stark auseinanderfallende Chronologie nichts von dem absolut fantastischen Lesevergnügen zu schmälern.
Denn auch das Setting brilliert auf ganzer Linie. So entführt der Autor die Leser:innen nach Locksburg, eine typisch-amerikanische Kleinstadt in der Nähe von Pittsburgh, Pennsylvania – mit allem, was dazugehört. Kreiert wird ein typisch amerikanisches Setting mit verlassenen Industriestandorten, eigenmächtig handelnden Polizisten, einer stereotypen High-School mit Baseball-Team und einer veritablen Gerüchteküche. Eingemischt werden Protagonist:innen mit psychischen Erkrankungen und in allen möglichen schwierigen Lebenssituationen, sodass ein fast überbordendes Gesamtkonstrukt an Problemlagen und wichtigen Themen entsteht, das aber zu keinem Zeitpunkt überfordert.
Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen insbesondere Liz und – zum Ende hin – auch Reed, lediglich Luke, Dan und Imogen verbleiben auf der Antagonist:innen-Seite etwas eindimensional. Ken Jaworowskis Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anspringen, ist unglaublich humorvoll, auch wenn man manchmal noch stärker auf „Show, don’t tell“ hätte setzen können.
Die Buchgestaltung ist ordentlich. Lektorat und Korrektorat sind zwar einige Kleinigkeiten durchgerutscht, die den Lesefluss aber nicht schmälern der Buchsatz ist solide. Der Umschlag ist mit Klappen versehen, das Covermotiv wird zum Buchrücken hin krass abgegrenzt, dieser ist – zusammen mit der Coverrückseite – sehr schlicht und eintönig. Das Covermotiv vermittelt die Stimmung des Buches und das Kleinstadtflair, ist insgesamt aber auch austauschbar und kein wirklicher Eyecatcher.
Mein Fazit? „What about the bodies“ ist eine dunkle Krimödie, die trotz minimaler Schwächen unglaublich viel Spaß macht, dabei auch wichtige Themen streift und zu keiner Zeit langweilig wird. Für Leser:innen des Genres daher bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von 16 Jahren.
In der letzten Zeit habe ich auch „Poyais. Ein Land, das es nie gab“ von Uli Aechtner gelesen. Das Buch ist 2026 in der Emons Verlag GmbH erschienen und als historischer Roman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.
1820: Zwei Schiffe voller hoffnungsfroher Siedler stechen in See. Ihr Ziel: Poyais – ein neu gegründeter Staat in Südamerika, der europäischen Auswanderern Reichtum und Freiheit verspricht. Doch das angebliche Paradies ist eine Lüge. Poyais existiert nicht. Es ist die skrupellose Erfindung des Hochstaplers Gregor MacGregor, der mit glänzenden Versprechen Tausende in die Irre führt. Auch Kaufmannstochter Julie will mit ihrem Geliebten fliehen – und strandet in einer Katastrophe. In der unerbittlichen Hitze der Karibik kämpft sie gegen Hunger, Krankheit und Verzweiflung. Und steht bald vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens: Kann sie sich – und andere – retten?
„Poyais. Ein Land, das es nie gab“ ist nach „Mein Lover, mein Ex und der Andere“ mein zweiter Roman von Uli Aechtner und zeigt eindrücklich, in welcher Genre-Bandbreite die Autorin unterwegs ist. Denn dieses Buch lässt sich meines Erachtens klar als historischer Roman einordnen, auch andere Zuschreibungen wie die eines Schicksalsromans, ja sogar eines Abenteuerromans oder – wie von der Autorin im Nachwort erwähnt – als historische True-Crime sind hier möglich.
Die Handlung ist dabei spannend und abwechslungsreich, teils aber mit kleineren Längen versehen. Die verschiedenen Handlungsstränge nähern sich hierbei zeitlich immer stärker an und laufen kurz vor dem Ende zusammen – so vermochte der Handlungsstrang aus den Befreiungskriegen zumindest noch minimal Einfluss auf die eigentliche Geschichte zu nehmen. Generell hätte ich mir hier eine stärkere Fokussierung auch auf MacGregor gewünscht, seine Perspektive kommt nur kurz im Prolog vor, als nunmehr genialer aber verabscheuungswürdiger Verbrecher, als früherer Held der Befreiungskriege hat er sicherlich eine Entwicklung durchgemacht, die viele Bücher füllen könnte.
Das Setting führt die Leser:innen im 19. Jahrhundert so ziemlich überall hin. So nimmt die Autorin die Leser:innen mit auf eine Reise über Deutschland, England, Frankreich und diverse Länder Mittelamerikas hin zum nicht existenten Staat Poyais. Dabei sind insbesondere die Passagen zur Schifffahrt gelungen und zeugen von einer guten Recherche. Gleiches gilt für die Schilderungen zu den Befreiungskriegen, die eindrücklich und mahnend die Schrecken des Krieges verdeutlichen, sich aber irgendwie nicht so recht organisch in die Handlung einfügen – hier hätten auch andere Schwerpunkte gesetzt werden können.
Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen insbesondere wichtige Nebencharaktere wie Theo, Josefa und Jeffrey, während gerade Carl etwas blass verbleibt und oftmals nicht nachvollziehbar handelt. Uli Aechtners Schreibstil lässt sich leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen, balanciert die Waage aber sicherlich eher auf Seiten der Lesbarkeit als sprachlich-historischer Genauigkeit.
Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben ordentlich gearbeitet, der Umschlag ist auf dem Cover hochwertig geprägt und mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen. Die Geschichte wird mit einem Literaturverzeichnis und einem einordnenden Nachwort abgerundet, vorangestellt ist eine Karte, die allerdings sehr schlecht lesbar ist im Druck. Das Covermotiv wird zum Buchrücken hin krass abgegrenzt, Buchrücken und Coverrückseite sind eher eintönig, schlicht, aber grell – generell ist die Farbgestaltung ungewöhnlich. Das Covermotiv an sich ist ansehnlich, aber kein Eyecatcher.
Mein Fazit? „Poyais. Ein Land, das es nie gab“ ist ein spannender und abwechslungsreicher historischer Roman, der ein hochinteressantes Thema behandelt, teils aber andere Schwerpunkte hätte setzen können und kleinere Längen aufweist. Für Leser:innen des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von etwa 16 Jahren.
In der letzten Zeit habe ich auch „Der Gesang des Falken“ von Lea Gerstenberger gelesen. Das Buch ist 2026 im Knaur Verlag, einem Imprint der Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG erschienen und als historischer Roman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.
Paris, 1514. Der königliche Hof glänzt vor Pracht und Reichtum, doch hinter den Kulissen herrschen Missgunst und Intrigen. Marcelle, die Tochter des Großstallmeisters, verabscheut dieses Theater. Wirklich glücklich ist sie nur fernab des Hofes beim Zeichnen und mit ihrem einzigen Freund Jean, dem Sohn des Großfalkners. Als Marcelle von ihrem Vater gezwungen wird, sich als Hofdame der englischen Braut des Königs zu beweisen, wird ihr ein junges Mädchen zur Seite gestellt – Anne Boleyn. Sie scheint alle höfischen Tugenden zu verkörpern: elegant, gebildet, unnahbar. Deshalb darf sie auch in Frankreich bleiben, als ein neuer König den Thron besteigt. Doch Marcelle blickt bald hinter die Fassade der Engländerin und entdeckt in Anne eine Verbündete, deren Scharfsinn und verborgener Freiheitsdrang ihr imponieren. Kann ihre Freundschaft den beiden helfen, sich zwischen höfischen Intrigen und großen Träumen zu behaupten und ihren eigenen Weg zu finden?
„Der Gesang des Falken“ ist der Debütroman von Lea Gerstenberger, der sich klar als historischer Roman einordnen lässt, auch wenn er dafür – den Prolog rausgerechnet – eine eher unüblich kurze Zeitspanne von 3,5 Jahren (1514-1518) abdeckt. Was der Roman – entgegen der prominenten Bewerbung – jedoch nicht ist: ein Buch über Anne Boleyn, spielt diese doch nur eine Randfigur. Sobald man darüber hinwegsieht, entwickelt sich jedoch ein in weiten Teilen überzeugendes, durchaus gelungenes Debüt, das viel Spaß macht.
Denn die Handlung ist grundsätzlich spannend und abwechslungsreich, auch wenn der Prolog leider das Ende des Haupthandlungsstrangs bereits vorwegnimmt. Zudem kommt es nie zu einer wirklichen Verknüpfung dieses mit dem zweiten Haupthandlungsstrang um Francoise, der deswegen etwas im luftleeren Raum verbleibt – und auch das Ende hätte ich mir generell etwas anders gewünscht.
Dahingegen vermag das Setting vollends zu brillieren. So entführt die Autorin die Leser:innen ins frühe 16. Jahrhundert, in eine Zeit, geprägt von höfischem Eskapismus und der aufkommenden Reformation. Lea Gerstenberger gelingt es dabei, ein vielschichtiges und bildgewaltiges Porträt des französischen Hofes zu zeichnen, ohne hierbei den Fokus auf die intime Liebesgeschichte zwischen Jean und Marcelle zu verlieren, die sich zwischenzeitlich als historisches Love Triangle entpuppt.
Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen insbesondere wichtige Nebencharaktere wie Mary Tudor und Claude, aber auch Marcelle kann glänzen, während Jean teils wenig nachvollziehbar handelt. Lea Gerstenbergers Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen und zeugt von gelungener Recherche, auch wenn im Zweifel bei der Abwägung sicherlich die Lesbarkeit der historischen Authentizität vorgezogen wurde.
Die Buchgestaltung ist gelungen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben im Wesentlichen sauber gearbeitet, der Buchsatz ist mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen. Der Geschichte ist eine Dramatis Personae voran- und ein einordnendes Nachwort und eine Literaturliste hintangestellt – gern hätte ich mir hier noch eine Karte Frankreichs oder einen Stammbaum des Königshauses gewünscht. Das Covermotiv setzt sich nahtlos auf Buchrücken und Coverrückseite fort, ist genretypisch und ansehnlich, aber kein Eyecatcher.
Mein Fazit? „Der Gesang des Falken“ ist ein gelungener, historischer Debütroman, der zwar kleine Schwächen in der Handlung hat, diese durch sein brillantes Setting aber ausgleichen kann. Für Leser:innen des Genres bedenkenlos zu empfehlen, ab einem Lesealter von etwa 14 Jahren.
In der letzten Zeit habe ich auch „Secret Playlist 1“ von 2F gelesen. Das Buch ist 2026 bei Manhwa Cult, Cross Cult Entertainment GmbH in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH erschienen, die Originalausgabe wurde 2020 unter dem Titel „Play, PLII“ als Naver Webtoon veröffentlicht. Das Buch ist als Manhwa einzuordnen, für die Übersetzung aus dem Koreanischen zeichnet Denise Hedrich verantwortlich. Vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.
Die introvertierte Studentin Han-ju hat ein Geheimnis, von dem niemand erfahren darf: Als begnadete Hobby-Sängerin PLII verzaubert sie mit ihren gefühlvollen Cover-Songs regelmäßig die Online-Welt. Ihre Stimme zieht nicht nur eine wachsende Fangemeinde in ihren Bann, sondern weckt auch das Interesse des berühmten K-Pop-Idols Levi. In seiner wachsenden Faszination für die geheimnisvolle Sängerin setzt Levi alles daran, mit PLII in Kontakt zu treten und eine musikalische Zusammenarbeit zu erwirken. Doch Han-ju hat ihre ganz eigenen Gründe, sich von der glitzernden Welt der Musikindustrie fernzuhalten …
„Secret Playlist 1“ ist – offensichtlich – der Auftaktband in die Manhwa-Reihe von 2F – seitens des Verlages gelabelt als „Romance ab 15“, eine durchaus realistische Einschätzung, auch wenn naturgemäß im ersten Band der Romance-Anteil noch etwas kurz kommt. Leider kann man den Band eher nicht als Standalone lesen, da das Ende sehr offen ist und quasi keinen einzigen Handlungsstrang auch nur annähernd auflöst.
Abgesehen davon ist die Handlung abwechslungsreich und spannend, ein wahrer Pageturner, auch wenn sie immer mal wieder durch eine Reihe abstruser Zufälle befeuert und vorangetrieben wird. Insgesamt macht die Geschichte aber viel Spaß und ist nicht nur etwas für K-Pop-Liebhaber, bietet sie doch einen niederschwelligen Zugang zum Thema und einen Blick in die Mentalität und Kultur des Landes. Dabei ist die Handlung durchaus altersgerecht aufgearbeitet, gegebenenfalls kann man den Manhwa auch schon leicht früher mit 13, 14 Jahren lesen.
Das Buch brilliert darüber hinaus vor allem aber durch die unglaublich tollen Zeichnungen, die durchgängig farbig, teils ganzseitig die Handlung weitererzählen und illustrieren und einfach wahnsinnig toll anzusehen sind – ein absolutes Highlight. Insbesondere die anfänglichen musikalischen Szenen, die tolle Darstellung der Chatnachrichten und die intensiven Gespräche können hier punkten und sind ein visuelles Highlight.
Generell kann die Buchgestaltung glänzen. Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, der Buchsatz setzt Text und Bilder zu einem tollen Gesamtprodukt. Der Buchumschlag ist auf Cover, Coverrückseite und Buchrücken hochwertig geprägt, das Covermotiv zum Buchrücken allerdings etwas stark abgegrenzt. Insgesamt können aber Cover, Coverrückseite und Buchrücken punkten und sind absolute Eyecatcher, die einen direkt zum Buch ziehen und dort verbleiben lassen.
Mein Fazit? „Secret Playlist 1“ ist ein visuell brillanter Manhwa mit toller Handlung, die zwar etwas offen endet aber nichtsdestotrotz viel Spaß macht. Für Leser:innen ab 15 daher bedenkenlos zu empfehlen – ein Jahreshighlight, nicht nur für K-Pop-Fans.
In der letzten Zeit habe ich auch „Am helllichten Tag“ von Peter Probst gelesen. Das Buch ist 2026 im Wilhelm Heyne Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH erschienen und als Kriminalroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.
Die junge Journalistin Toni wollte die Vergangenheit eigentlich hinter sich lassen. Doch als ihr Vater ins Krankenhaus eingeliefert wird, macht sie sich sofort auf den Weg nach Pirmasens, ihrer Heimatstadt am Rand des Pfälzer Walds. Als sie dort eintrifft, ist es zu spät – ihr Vater ist tot. In seinem Nachlass findet sie einen kryptischen Brief, in dem er ihr eine jahrzehntealte Schuld gesteht. Zu ihrem Entsetzen stellt Toni fest, dass es etwas mit einer Verbrechensserie in den 60er Jahren zu tun haben muss. Drei Kinder sind spurlos verschwunden, die Fälle wurden nie aufgeklärt. Welche Rolle hat ihr Vater dabei gespielt? Und warum interessiert sich plötzlich die Polizei für ihre Familie? Ihr journalistischer Jagdeifer ist geweckt – bis sich die Vergangenheit auf einmal zu wiederholen droht.
„Am helllichten Tag“ ist mein erster Roman von Peter Probst und das erste Buch um die starke Protagonistin Antonia Papin – vielleicht könnte man damit ja den Grundstein für eine Reihe legen? Dabei lässt sich das Buch gar nicht so einfach einem Genre zuordnen. So wird es als Kriminalroman beworben – und auch auf dem Cover so tituliert. Gleichsam verschwimmen hier jedoch auch die Grenzen zum Thriller, spielt doch die polizeiliche Arbeit nur eine Nebenrolle und wird nicht einmal mit einer eigenen Erzählperspektive gewürdigt. Darüber hinaus enthält das Buch auch partiell True Crime Elemente, wird doch neben einem fiktiven aktuellen Fall ein alter Cold Case aufgearbeitet, der in den 1960er Jahren das Land prägte.
Die Handlung ist insgesamt spannend und abwechslungsreich, hat aber, gerade im Mittelteil, auch kleinere Längen. Dabei überzeugt insbesondere die Erzählperspektive von Vanessa, die atmosphärisch dicht, einfach unglaublich bedrückend und emotional ist. Zugleich spielt die Handlung auch auf zwei Zeitebenen, werden doch auch Ereignisse aus der Vergangenheit aus Sicht von Antonias Vater dargestellt und mit Zeitungsartikeln unterstützt – da hätte ich mir gern noch mehr gewünscht.
Das Setting überzeugt auf ganzer Linie. So entführt der Autor seine Leser:innen nach Pirmasens und Umgebung, in eine Stadt, die stark vom Strukturwandel getroffen ist und über die man im Roman noch so einiges lernen kann. Dabei mischt der Autor – wie dargestellt – einen Cold Case mit einem fiktiven Fall und baut zudem gesellschaftlich relevante Themen in den Roman mit ein wie Schuld, Peer Pressure, Social Media, digitale Hasskampagnen und religiöser Fanatismus, auch wenn man hier teils etwas an der Oberfläche verbleibt und die Themen etwas einseitig beleuchtet.
Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen neben Antonia insbesondere Vanessa und Marga, aber auch Pfarrer Hohnert, während Leo oftmals nicht ganz nachvollziehbar handelt. Peter Probsts Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.
Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat und Korrektorat haben größtenteils sauber gearbeitet, der Buchsatz ist ordentlich, auch wenn man die Zeitungsartikel vielleicht noch innovativer hätte setzen können. Der Umschlag ist mit Klappen versehen, das Cover und die Coverrückseite werden jedoch zum Buchrücken hin krass unterbrochen. Generell ist das Covermotiv aber durchaus ansehnlich und atmosphärisch.
Mein Fazit? „Am helllichten Tag“ ist ein Kriminalroman, der gekonnt einen Cold Case mit Fiktion vermischt und vor allem durch das atmosphärische Setting und tolle Charaktere punktet, teils aber noch andere Schwerpunkte hätte legen können. Für Leser:innen ab 16 Jahren dennoch bedenkenlos zu empfehlen.
In der letzten Zeit habe ich auch „Du weißt nen Scheiß über Sterne“ von Petr Hanel gelesen. Das Buch ist 2026 im Anthea Verlag erschienen, die Originalausgabe wurde 2024 unter dem Titel „O hvězdách víš hovno“ bei Host veröffentlicht. Der Roman ist dabei als Coming of Age einzuordnen, für die Übersetzung aus dem Tschechischen zeichnet Hana Hadas verantwortlich. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.
Marky ist 17 und komplett delulu wegen seines Crushs. Problem: Abgefeiert werden die Gym-Bros, nicht die Typen mit weirdem Musikgeschmack. Während zu Hause nur noch über Schulden geredet wird und Freundschaften langsam zerbrechen, scrollt Marky durch TikTok und bekommt erklärt, wie man ein Alpha wird. Keine Gefühle. Keine Schwäche. Nur Grind. Vom NPC zum Sigma – klingt erstmal nach Lösung. Zwischen Catfish, Gaslighting, erster Liebe und wachsender Wut verliert Marky immer mehr den Kontakt zu sich selbst. Er muss entscheiden, ob Härte ihn wirklich rettet.
„Du weißt nen Scheiß über Sterne“ ist der vielgefeierte und prämierte Debütroman von Petr Hanel. Dabei lässt sich das Buch klar als Jugendroman einordnen, ist Entwicklungsroman und – wie oben angegeben – Coming of Age zugleich. Empfohlen wird das Buch hierbei für Leser:innen ab zwölf Jahren, aufgrund der großen Diskrepanz zum Alter der Protagonist:innen und den doch teils sehr düsteren Passagen würde ich das Buch allerdings eher Leser:innen ab 14 Jahren ans Herz legen.
Denn die Handlung ist durchaus spannend und abwechslungsreich, hält konsequent auf Markys Leben in all seinen Facetten, erzählt aus seiner Ich-Perspektive. Anfangs ist sie dabei gelegentlich etwas wirr, zwischenzeitlich eingestreute, kurze Abschnitte aus anderen, personalen Erzählperspektiven erscheinen zumindest in Teilen unnötig. Hierbei lebt die Handlung allerdings auch durch die Verknüpfung mit Songtexten auf, zieht sich doch eine – sogar verlinkte – Playlist durchs Buch und stärkt die Atmosphäre, illustriert somit die Gefühlslage der Protagonist:innen.
Vor allem aber das Setting kann brillieren. So entführt der Autor die Leser:innen in die Welt tschechischer Oberstufenschüler – jugendtypische Probleme wie verzerrte Realitätsbilder durch Social Media, Peer Pressure, Drogenkonsum, zerrüttete Familien und unerwiderte Gefühle inklusive. Dabei gelingt es dem Autor, insbesondere die Gefahren der Anonymität des Internets deutlich zu machen und zeigt auf erschütternde Weise, vor welchen Herausforderungen junge Menschen heute stehen. Gern hätten hier im Anhang auch Hilfsangebote aufgeführt werden können.
Dabei sind die einzelnen Figuren im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Neben Val brillieren hier vor allem wichtige Nebencharaktere wie Evzen und Klara, während Markys Entwicklung manchmal nicht ganz nachvollziehbar verbleibt und man – trotz aller Sympathie – viele seiner Fehler eigentlich nicht verzeihen will. Petr Hanels Schreibstil lässt sich zudem leicht und flüssig lesen, ist altersgerecht, manchmal etwas zu gewollt jugendlich, und lässt das Kopfkino sofort anlaufen.
Die Buchgestaltung ist noch solide. Lektorat und Korrektorat sind doch einige Fehler durchgerutscht, die sich noch gerade so im Rahmen halten, der Buchsatz ist gelungen und setzt die Chats durchaus gut, auch wenn da sicherlich noch mehr gegangen wäre. Der Buchumschlag ist mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen, generell aber auch sehr eintönig und kein Eyecatcher, auch wenn das Covermotiv einen Bezug zum Buchtitel herstellt.
Mein Fazit? „Du weißt nen Scheiß über Sterne“ ist ein Jugendbuch, das unglaublich wichtige Themen anspricht und mit seinem Setting brilliert, gerade aber zu Anfang auch etwas wirr daherkommt und eher durch Nebencharaktere punktet als durch den Hauptprotagonisten. Für Leser:innen ab etwa 14 Jahren bedenkenlos zu empfehlen.
Vor kurzem habe ich auch „Sommerwind in der Toskana“ von Karin Seemayer gelesen. Das Buch ist 2026 bei Aufbau Taschenbuch in der Aufbau Verlage GmbH & Co. KG erschienen und als Liebesroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.
Nach dem Tod ihres Onkels erbt Laura dessen Haus in der Toskana, in dem sie jeden Sommer ihrer Kindheit verbracht hat. Mit dem festen Vorsatz, es so schnell wie möglich zu verkaufen, reist sie nach Castagneto Carducci. Ein wohlhabender Winzer bietet ihr viel Geld, und alles scheint entschieden. Doch dann begegnet sie ihrem Jugendfreund Luca wieder. Mit seiner Liebe zur Landschaft und seinem Traum von einem nachhaltigen Agriturismo weckt er längst vergessene Erinnerungen in Laura. Inmitten goldener Hügel und flirrenden Lichts entdeckt sie nicht nur die Schönheit der Toskana neu, sondern auch ihr Herz.
„Sommerwind in der Toskana“ ist mein erstes Buch aus der Feder von Karin Seemayer, das unabhängig von ihren anderen Toskana-Romanen gelesen werden kann. Dabei lässt sich der Roman relativ klar als (klassischer) Liebesroman einordnen, der sich zudem perfekt als Sommer-/Urlaubslektüre eignet und zum Dahinträumen einlädt.
Denn die Handlung ist durchaus abwechslungsreich und interessant, aber teils auch etwas ereignisarm und ohne größere Spannungsspitzen – selbst bei einem klassischen Feel-Good-Liebesroman hätte ich mir hier ein paar Komplikationen mehr gewünscht. Allerdings kann dahingegen das Ende glänzen, da es organisch zur Geschichte passt und der Handlung kein künstliches, klischeebehaftetes Happy-End übergestülpt wurde.
Das Setting brilliert auf ganzer Linie. So entführt die Autorin ihre Leser:innen in die Toskana abseits der großen Touristenströme, in landwirtschaftlich dominiert kleine Städte voller Dolce Vita, gutem Essen und Traditionen. Dabei mischt Karin Seemayer die Liebesgeschichte mit wichtigen Themen wie nachhaltigem Tourismus, der Verdrängung kleiner Unternehmen durch Großgrundbesitzer und toxische Familienstrukturen zu einem interessanten Gesamtpaket, das aber nie das Feel-Good-Urlaubsgefühl in Frage stellt und daher eher oberflächlich verbleibt.
Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Neben Laura überzeugen hier vor allem wichtige Nebenfiguren wie Julia und Nonna Maria, während Luca etwas eindimensional und zu perfekt verbleibt, ihm Ecken, Kanten und die ein oder andere Schwäche fehlen, um glaubhaft zu erscheinen. Karin Seemayers Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.
Die Buchgestaltung ist ordentlich. Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, die den Lesefluss nicht erheblich schmälern, der Buchstaz ist solide. Der Buchumschlag ist auf dem Cover, der Coverrückseite und dem Buchrücken leicht geprägt, auch das Covermotiv setzt sich nahtlos über Buchrücken und Coverrückseite fort, sodass ein einheitliches Gesamtbild entsteht, auch wenn die Spiegelung des Covermotivs auf der Coverrückseite jetzt nicht sehr einfallsreich ist. Insgesamt ist das Cover aber durchaus genretypisch und ansehnlich. Gewünscht hätte ich mir am Ende des Buches noch die Auflistung der lokalen Rezepte, die in der Handlung angesprochen worden sind – für das Toskana-Feeling zuhause.
Mein Fazit? „Sommerwind in der Toskana“ ist ein klassischer Feel-Good-Liebesroman, der vor allem mit seinem Setting brilliert, aber durchaus die ein oder andere Komplikation mehr hätte vertragen können. Für Leser:innen des Genres bedenkenlos zu empfehlen, ab einem Lesealter von etwa 12 Jahren.
In der letzten Zeit habe ich auch „Achtsam jammern“ von Heike Abidi und Daniela Nagel gelesen. Das Buch ist 2026 in der Goldegg Verlag GmbH erschienen und als humoristisches Sachbuch einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.
Raus aus der Jammerfalle – warum wir klagen und wie wir damit aufhören. Jammern gehört zum Leben: Es ist ein Ventil, um Frust, Ärger und Stress loszuwerden und manchmal macht es sogar kurzfristig den Kopf frei. Doch was passiert, wenn wir in der Jammerspirale gefangen bleiben? Wenn negative Gedanken unser Denken und Fühlen bestimmen und wir uns selbst und andere immer tiefer in die Alles-ist-schlimm-Haltung hineinziehen?
„Achtsam Jammern“ ist mein drittes humoristisches Sachbuch aus der Feder von Heike Abidi, die anderen beiden („Geschwister sind wie Gummibärchen“ und „Großeltern sind wie Eltern nur mit Zuckerguss„) wurden zusammen mit Ursi Breidenbach verfasst. Bei „Achtsam jammern“ nimmt nun Daniela Nagel, die auch unter dem Pseudonym Marie Adams veröffentlicht, an der Seite von Heike Abidi auf der Autorencouch – nicht dem Therapiesofa – Platz. Dabei lässt sich das Buch sehr klar kategorisieren. Teils auch als Selbsthilfebuch oder Ratgeber beschrieben, würde ich es dennoch – wie bei den anderen Werken und hier bereits mehrfach erwähnt – als humoristisches Sachbuch einordnen.
Denn Heike und Daniela schreiben leicht, locker und immer humorvoll übers Jammern, toxische Positivität, Whataboutism und die „self fulfilling prophecy“ – im Positiven wie im Negativen – um nur einige der Themen zu nennen. Und auch wenn hier teils etwas der rote Faden fehlt und man gelegentlich das Gefühl hat, sich etwas in einer Schleife zu drehen und die Themen immer und immer wieder durchzukauen, macht die Lektüre dennoch viel Spaß – und vielleicht ist es gerade die repetitive Vermittlung, die dafür sorgt, dass hier etwas in Erinnerung bleibt.
Unterfüttert werden die thematischen Darstellungen dabei mit Anekdoten von Interviewpartnern und aus eigenen Erlebnissen der Autorinnen, auch ein historischer Abriss des Jammerns sorgt für viel Spaß und hätte durchaus noch stärker ausgebaut werden können. Ein Quellenverzeichnis, das unter anderem auch Standardwerke der Kommunikation enthält, rundet das Leseerlebnis ab – gegebenenfalls hätte man im Nachwort auch noch einmal die zwischendurch eingestreuten Hilfsangebote gebündelt sammeln und darstellen können.
Die Buchgestaltung kann größtenteils brillieren. Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, die den Lesefluss nicht schmälern, der Buchsatz ist wirklich innovativ und sieht toll aus. Der Umschlag ist mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen, die mit einem Jammertyp-Test einen niederschwelligen Einstieg ins Buch bieten. Zudem ist er auf dem Cover und dem Buchrücken hochwertig geprägt, das Covermotiv wird zum Buchrücken hin allerdings krass abgegrenzt. Insgesamt ist es aber durchaus ansehnlich und illustriert den humoristischen Charakter des Buches.
Mein Fazit? „Achtsam jammern“ ist ein humoristisches Sachbuch, das – wie sollte es anders sein – durch seinen Humor punktet und wichtige Akzente setzt, manchmal aber einen roten Faden vermissen lässt. Für Leser:innen ab etwa 12 Jahren bedenkenlos zu empfehlen.