[Buchgedanken] Isabel Kritzer: „California’s Next Magician“ (Next Magician 1)

Vor kurzem habe ich „California’s Next Magician“ gelesen, den Auftaktband der zauberhaften Next-Magician-Dilogie von Isabel Kritzer. Das Buch ist 2019 im Drachenmond Verlag erschienen, der Nachfolgeband „America’s Next Magician“ erscheint im März 2020 und ist bereits beim Verlag vorbestellbar.

25 Magicians. 5 magische Aufgaben.
Wer überlebt? Ein silberner Brief, der fünfundzwanzig Schicksale besiegelt. Eine neue Weltordnung, errichtet durch die Magie von vier Gilden. Ein Mädchen aus den Glastürmen, dessen Mut alles verändert.

51AjXFRDZCL._SX350_BO1204203200_Magische Aufgaben und starke Konkurrenten erwarten Josephine im Schloss, als ein Brief sie zur Teilnahme an der Regentschaftswahl Californias verpflichtet. Modernste Technik soll die dauerhafte Übertragung des Geschehens im Land gewährleisten und ein Abgesandter des Kaisers die Fairness wahren. Doch der momentane Regent denkt gar nicht daran, abzudanken. Während Josephine großes magisches Potenzial entwickelt, wird schnell klar: Es gibt kein Entkommen! Weder vor den Kameras und den gefährlichen Aufgaben der Wahl, noch vor den Mordanschlägen auf sie. Und schon gar keine Zukunft für ihre geheime Liebe – oder?

„California’s Next Magician“ erfüllt die hohen Erwartungen, die ich im Vorfeld hatte, völlig, ist aber auch perfekt auf meinen Lesegeschmack zugeschnitten. Als Mischung aus „Selection“ und „Tribute von Panem“, gewürzt mit einem Schuss Magie und garniert mit einer, allerdings etwas im Hintergrund stehenden, Liebesgeschichte, ist das Buch ein wahrer Pageturner und sorgt dafür, dass man es am liebsten gar nicht aus der Hand legen möchte.

Diese Kombination zeigt aber auch ein kleines Problem des Buches: eine Genrezuordnung fällt mir nicht leicht, deshalb habe ich sie auch oben unterlassen. So sind sowohl dystopische Anklänge, als auch Elemente der Urban Fantasy vorhanden – von Young-Adult-Romantasy ganz zu schweigen. Vielleicht könnte man sich auf „fantastisches Jugendbuch“ einigen, aber zum Glück muss ich diese Entscheidung ja nicht treffen :).

Die Handlung ist hochspannend, der Autorin gelingt es, mit mehreren unerwarteten Wendungen den Leser immer wieder im Unklaren zu lassen. Der Weltenbau überzeugt ebenfalls im Großen und Ganzen, wenn auch hier durchaus noch Lücken sind, die hoffentlich durch den Nachfolgeband geschlossen werden. Durch die (perfekte) Wahl der Erzählperspektive, einer Ich-Erzählung aus Sicht der Protagonistin, lernt der Leser mit ihr zusammen die Welt kennen, kann sich gut mit ihr identifizieren, leidet, lacht und verzweifelt mit ihr – ich bin immer noch leicht schockverliebt!

Die einzelnen Charaktere sind insgesamt vielschichtig und dreidimensional angelegt, haben Schwächen, Stärken, jeweils eigene Ziele und Motive – und entwickeln sich auch im Laufe der Handlung weiter. Dabei hoffe ich, in Band zwei vielleicht auch von einigen meiner bevorzugten Nebencharaktere (Majlin und Rayn) noch mehr zu lesen.

Als dystopisch-angehauchter Roman wartet „California’s Next Magician“ zudem mit einigen gesellschaftskritischen Elementen auf. Egal, ob es sich um das Thema Umweltschutz, die Gleichberechtigung von Mann und Frau oder um Fragen von autokratischen Herrschaftssystemen handelt, Isabel Kritzer gelingt es, ohne belehrend zu wirken, in Form einer fantastischen Geschichte eigene Meinungen und Überzeugungen zu vermitteln – vor dem Hintergrund eines anschaulichen, und wirklich brillanten Settings. Dabei ist der Schreibstil der Autorin leicht und flüssig lesbar, humorvoll und hochemotional.

Die Buchgestaltung ist – wie im Verlag üblich – überzeugend. Lektorat und Korrektorat haben im Wesentlichen sauber gearbeitet, der Buchsatz ist schön und wartet zudem mit einer Illustration, einer Weltkarte und einer Playlist auf. Das Cover hingegen ist brillant – ein wahrer Eyecatcher, ein wirkliches Meisterwerk von Covergott Alexander Kopainski, auf das auch eine meiner Stimmen im Lovelybook Leserpreis 2019 entfiel.

Mein Fazit? „California’s Next Magician“ ist ein überzeugender Auftakt in eine magische Dilogie, der vor allem durch eine spannende Handlung, tolle Charaktere und ein wunderschönes Setting brilliert. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab dem vom Verlag empfohlenen Alter von 14.

Wenn es dem zweiten Band – den ich übrigens kaum noch erwarten kann – gelingt, letzte Lücken im Weltenbau zu schließen und die Handlung nahtlos und genauso spannend weiterzuführen, ist der Dilogie ein Platz in meinen Jahreshighlights 2020 bereits jetzt kaum zu nehmen.

 

„Lesen ist nichts für Feiglinge“

20191129_211013(0)Am Freitag fand bereits die letzte Veranstaltung meines Lesemarathons in Mannheim statt. Nach Bianca Iosivoni, Nicole Böhm und Alexander Kopainski hatte der Thalia zum Abschluss einen absoluten Kracher zu bieten. Ava Reed, Marah Woolf, Rose Snow und Katharina Herzog lasen unter dem Titel „Lesen ist nichts für Feiglinge“ aus ihren aktuellen Büchern und signierten diese fleißig. Erwartungsgemäß war die Lesung bestens besucht, der Thalia platzte aus allen Nähten und die Bücher waren schnell ausverkauft. Ein rundum gelungener Abend, der bereits etwas vorher auf dem Mannheimer Weihnachtsmarkt begann.

Damit ist mein Messe- und Veranstaltungsjahr endgültig beendet. Für das nächste Jahr sind die LBM und FBM bereits fest gebucht, die LBC und das Lit.Love-Lesefestival eingeplant. Bis dahin wünsche ich allen einen frohen ersten Advent und eine besinnliche Weihnachtszeit!

 

Lesungsmarathon – die zweite!

Nach der Auftaktlesung von Bianca Iosivoni fand gestern der zweite Teil meines dreiteiligen Lesungsmarathons in Mannheim statt. Nicole Böhm und Alexander Kopainski lasen aus ihren aktuellen Büchern aus dem Drachenmond Verlag. Zudem plauderten sie über das Schreiben – und, im Falle von Alex, dem Covergott, über das Coverdesign. Im Anschluss signierten sie Bücher und verteilten kleinere Goodies. Ein rundum gelungener, wenn auch nicht übermäßig gut besuchter Abend.

In rund vier Wochen geht es dann zur abschließenden Lesung mit Ava Reed, Marah Woolf, Rose Snow und Katharina Herzog. Das wird ein Fest!

Auftakt zum Lesungsmarathon in Mannheim

IMG-20190927-WA0008Bevor es in wenigen Tagen zur Buchmesse nach Frankfurt geht, möchte ich Euch noch von einer weiteren Lesung berichten, die ich Ende September in Mannheim besucht habe – und die den Auftakt zu einem dreiteiligen Lesungsmarathon bis Ende des Jahres bildet.

Und was für ein Auftakt das war! Bianca Iosivoni las aus ihren New-Adult-Phänomenen „Falling Fast“ und „Flying High„. Die Dilogie um Hailee & Chase, die in diesem Jahr die Spiegel-Bestsellerliste eroberte, begeisterte auch in Mannheim die Zuhörer restlos. Nach der Lesung aus beiden Romanen stellte sich die Autorin den Fragen der Anwesenden zu ihren Projekten und ihrem Schreiballtag und signierte im Anschluss ihre Bücher – ein rundum gelungener Abend.

Ende Oktober und Ende November setzt sich der Lesungsmarathon in den Mannheimer Thalia-Filialen für mich fort. Mit Alexander Kopainski, Nicole Böhm, Ava Reed, Marah Woolf, Katharina Herzog und Rose Snow stehen einige der bekanntesten Gesichter der deutschen Phantastik bereits in den Startlöchern – ich freue mich!

Sunshine Blogger Award – Auf ein Neues!

Dank der weitgestreuten Nominierung von der lieben Anna von „Welt aus Tinte und Papier“ nehme ich mir am heutigen Sonntag mal wieder etwas Zeit, ein paar buchige Fragen zu beantworten. Dies ist übrigens nicht der erste Beitrag zum Sunshine Blogger Award – meine Antworten von den letzten Malen findet Ihr *hier* und *hier*. Aufgrund der vielen Blogawards und Nominierungen (siehe auch die Beiträge zum „Liebster Award“ 1, 2 und 3 und zum „Mini Buchtraum Award„) verzichte ich dieses Mal sowohl auf eigene Fragen als auch auf neue Nominierungen.

Doch jetzt direkt zu Annas kreativen Fragen =).

51IniBPiJsL._SX351_BO1204203200_1. Auf welche Neuerscheinung im Bücherherbst 2019 freust du dich am meisten?
– Puh, gleich keine einfache Frage zum Einstieg, da es so viele Bücher gibt, auf die ich warte, auf die ich mich freue. Der Großteil davon kommt allerdings erst 2020. Spontan für 2019 fällt mir dabei Ava Reed mit „Ashes and Souls – Schwingen aus Rauch und Gold“ ein. Das Cover sieht brillant aus – und Ava ist eine meiner Lieblingsautorinnen der letzten Jahre. Viel Potential für ein absolutes Highlight!

2. Schwarze Augen, großer Kopf: In nahezu jedem Bücherregal finden sich momentan Funko Pops. Kannst du den kleinen Figuren oder Buch-Merch im allgemeinen etwas abgewinnen?
– Ich. Liebe. Funkos! Ich finde die kleinen Figuren total knuffig und drollig, und habe derzeit etwa 35 Stück davon angesammelt. Über Sportstars wie Tom Brady, Promis wie Lady Diana Spencer und Serienstars wie Buffy oder Dana Scully bis hin zu Filmfiguren wie Hermine Granger ist  alles dabei.

3. Eine Tasse Tee oder dein Lieblingsleseplatz: Gibt es etwas, das beim Lesen auf gar keinen Fall fehlen darf?
– Eigentlich nicht, da ich sehr oft in Bahnen, Bussen und Zügen lese. Zu einem Tee oder einer heißen Schokolade würde ich aber auch nicht nein sagen :).

51fxsw4jf3L._SX328_BO1,204,203,200_4. Dein Must-Read: Welches Buch würdest du jedem empfehlen? Warum?
– Sehr schwer, es gibt so viele Bücher, die ich aus den verschiedensten Gründen liebe. Spontan würde ich mich aber für Ulla Schelers „Und wenn die Welt verbrennt“ entscheiden. „[Das Buch ist] ein Werk für die Zukunft – ein Weckruf, dass Aufgeben keine Option ist“ (Zitat aus der Buchbesprechung). Es ist kraftvoll und berührend, authentisch, fragil und bezaubernd – mein Buch des Jahres 2018.

5. Hast du ein Lieblingsbuchzitat? Wenn ja: Wie lautet es?
– Nicht wirklich. Wenn ich mir Zitate heraussuchen würde, würden die Bücher von Ava Reed, Ulla Scheler, Mona Kasten, Stella Tack, Bianca Iosivoni etc. nur so vor Klebezetteln strotzen. Allerdings habe ich einen schönsten ersten Satz. Er stammt aus „Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen“ (ebenfalls Ulla Scheler) und lautet: „Zu meinem achtzehnten Geburtstag schenkte mir mein bester Freund Ben eine Sachbeschädigung.“

6. Wessen Buchempfehlungen sind für dich Gold wert?
– Ich habe nicht den einen Lieblingsblogger, den einen Lieblingsbuchhändler. Vielmehr vertraue ich auf den Geschmack der Masse – wenn mir ein Buch oft und häufig unterkommt, wenn es für einen positiven Aufschrei sorgt, gefällt es mir in aller Regel auch – auch wenn Ausnahmen natürlich vorkommen können.

7. Liest du eher EBooks oder Printbücher?
– Ausschließlich Printbücher. Ich habe in meinem Leben bislang einen Roman und eine Kurzgeschichte als e-Book gelesen, besitze gar keinen Reader und möchte auch keinen.

8. Und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage: Bevorzugst du Bücher mit einem Happy End oder kann es für dich gar nicht schlimm genug ausgehen?
– Das hängt etwas vom Genre ab, grundsätzlich präferiere ich aber Happy-Ends. Bei Romance sehe ich es sogar als Muss an  =).

9. Greifst du lieber zu Büchern aus Publikumsverlagen oder gibst du auch Kleinverlagsautoren/Selfpublishern eine Chance?
– Ich lese durchaus auch Bücher von Indie-Verlagen und Selfpublishern, allerdings in aller Regel nur, wenn ich persönlich bereits Kontakt zu Verlag oder Autor habe, da sie mir sonst schlichtweg nicht auffallen würden. Spontankäufe oder mir noch unbekannte Werke und Autoren finde ich beim Stöbern in Buchhandlungen oder auf Messen – und da sind die großen Verlage deutlich präsenter.

10. Welche Romanfigur ist die unsympathischste, der du je zwischen zwei Buchdeckeln begegnet bist?
– Das ist – ausnahmsweise – mal einfach, auch wenn durchaus eine unpopuläre Meinung. Aber seit Beginn bin ich mit Hardin aus „After Passion“ nicht warmgeworden, kann seine Handlungen, Motive und Ziele nicht nachvollziehen. Im Film war er noch ganz in Ordnung, aber im Buch ist er mir absolut unsympathisch.

51bU72hucOL._SX350_BO1204203200_11. Welches Buch hast du dir noch nicht gekauft, obwohl es schon seit einer ganzen Weile auf deiner Wunschliste steht?
– Puh, auch hier gibt es viele, dutzende, hunderte. Ganz akut zum Beispiel „Flying High“ von Bianca Iosivoni, aber wenn es um ältere Bücher geht, zum Beispiel auch „Das Uhrwerk der Unsterblichen“ von Alexander Kopainski – meinem Lieblings-Coverdesigner.

So – das war mal wieder ganz schön viel Input =). Ich hoffe, Ihr hattet beim Lesen genauso viel Spaß wie ich dabei, Antworten zu suchen =).

[Buchgedanken] Ava Reed: „Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen“

Schon vor einiger Zeit habe ich Ava Reeds „Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen“ gelesen, musste es aber erst mal einige Tage ruhen lassen, bevor ich es Euch heute pünktlich vor der LBM vorstellen möchte. Das Buch ist 2019 bei der Ueberreuter Verlag GmbH, Berlin, erschienen und dem Genre Jugendbuch zuzurechnen.

51IUh9ZXo9L._SX312_BO1204203200_-1In jeder Dunkelheit brennt ein Licht. Man muss es nur finden!

Der Abschluss. So viele Dinge, die zu tun sind.
Und danach? Ein Studium? Eine Ausbildung? Reisen?
Leni ist ein normales und glückliches Mädchen voller Träume. Bis ein Moment alles verändert und etwas in ihr aus dem Gleichgewicht gerät. Es beginnt mit zu vielen Gedanken und wächst zu Übelkeit, Panikattacken, Angst vor der Angst. All das ist plötzlich da und führt zu einer Diagnose, die Leni zu zerbrechen droht. Sie weiß, sie muss Hilfe annehmen, aber sie verliert Tag um Tag mehr Hoffnung. Nichts scheint zu funktionieren, keine Therapie, keine Medikation. Bis sie Matti trifft, der ein ganz anderes Päckchen zu tragen hat, und ihn auf eine Reise begleitet, die sie nie antreten wollte …

„Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen“ wird vom Verlag beworben, als das persönlichste Buch von Ava Reed. Auch wenn das unzweifelhaft stimmt – für mich ist es zudem ihr bestes bisher (was man im Kontext sehen muss, denn sowohl „Wir fliegen, wenn wir fallen“ als auch „Die Stille meiner Worte“ fand sich jeweils auf Platz 2 meiner jeweiligen Jahreshighlights 2017 und 2018).

Die Geschichte von Leni und Matti, von Philipp und Anna, von Emma, den Pflegern und Ärzten, Lenis Eltern und Mattis Familie – denn sie sind alle wichtiger Teil der Handlung – berührt den Leser auf sehr eindringliche, gefühlvolle Weise, nimmt ihn mit auf eine Achterbahnfahrt von guten und schlechten Tagen, informiert, ohne jemals belehrend zu werden. Ava Reed zieht den Leser in die Handlung, bindet ihn ein, sodass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte. Durch die gelungene Wahl der Erzählperspektiven, kann man sich sofort mit Leni – und auch mit Matti – identifizieren, leidet, lacht, weint und verzweifelt mit ihnen.

Die Handlung ist spannend und bietet unerwartete Wendungen, das Setting – Schule, Klinik, Ostsee, etc. – ist schön, real und glaubhaft gezeichnet. Und doch verliert das alles etwas an Wichtigkeit, da die gefühlvolle Sprache, die Emotionalität, die von jeder Seite des Buches tropft, alles überlagert und den Leser – im Positiven – erschlägt. „Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen“ ist ein Buch, das nicht nur gelesen, sondern gelebt, geliebt – und vor allem in der heutigen Gesellschaft gebraucht wird. In einer idealen Welt wird dies mit einer Nominierung zum deutschen Jugendliteraturpreis 2020 bedacht. Ich hoffe, Ueberreuter sieht dies ähnlich und reicht das Werk im Laufe des Jahres ein.

Noch immer fehlen mir etwas die Worte, meiner Begeisterung gerecht zu werden. Wenn es noch irgendwelche Zweifel gab, dass Ava Reed zur Elite der deutschen Jugendliteraturszene gehört, sind diese endgültig ausgeräumt – und ich räume ihr schonmal den Platz neben Ulla Scheler frei: auf dem Podest meiner deutschen Lieblingsautorinnen :D.

Genauso genial wie der Roman ist die Buchgestaltung gelungen. Ein überzeugendes Korrektorat und Lektorat (Emily Huggins), und ein fantastischer Buchsatz, der selbstgemalte und -geschriebene Tagebucheinträge der Autorin enthält, sorgen für ein tolles Gesamtbild. Beim Cover hat sich der begabte Designer und Covergott Alexander Kopainski erneut selbst übertroffen und einen wahren Eyecatcher gezaubert. Zudem ist das Cover hochwertig gedruckt, fühlt sich toll in der Hand an, und auch das Hardcover, das darunter versteckt ist, bietet noch einige, kleine Features.

Mein Fazit? „Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen“ ist Ava Reeds persönlichstes und bestes Buch, gefühlvoll, hochemotional und aktuell. Für jeden bedingungslos zu empfehlen – und aus meinen Jahreshighlights 2019 bereits jetzt nicht mehr wegzudenken.

Mini Buchtraum Award

Eine neue Runde, ein neuer Bloggeraward. Vor wenigen Tagen hat mich Anna von „Welt aus Tinte und Papier“ für den Mini Buchtraum Award nominiert, der von „Suses Buchtraum“ ins Leben gerufen wurde. Die Nominierung nehme ich natürlich gern an, verzichte allerdings darauf, selbst eine neue Runde an Bloggern zu nominieren :).

 

mini-buchtraum-award-logo

Daher komme ich nun direkt zu den einzelnen Fragen :).

  1.  Hast du schon mal von einem deiner gelesenen Bücher oder von einem Autor/einer Autorin geträumt? Beschreibe, wie der Traum war.
    -> Oha, eine heftige Eingangsfrage. Es kommt nicht allzu häufig vor, dass ich von Büchern träume, aber gelegentlich passiert es doch – in aller Regel, wenn es auch Verfilmungen gibt, die den Charakteren ein noch genaueres Bild geben, sie einem plastisch ins Gedächtnis einbrennen. Aber träume ich auch von einem Autor, einer Autorin? Nächste Frage 😀 😀 :D.
  2. Welches ist dein Traum-Buch-Cover?
    -> Wo soll ich anfangen? Als Coverlover, als Fan von tollen Hochglanzdesigns gibt es soviele Cover, die mich bezaubern und begeistern. Wenn ich mich auf eines festlegen muss, wähle ich in aller Regel „Selection – Der Erwählte“, aber da ich mittlerweile auf einen großen Fundus zurückgreifen kann, gibt es hier einfach mal drei wunderwunderschöne Bilder. Mein Lieblingsdesigner? Covergott Alexander Kopainski, der auch das hier ebenfalls vorgestellte Cover zu „Wir fliegen, wenn wir fallen“ gezaubert hat.

  3. Wenn du dein eigenes Traumbuch schreiben könntest, um was würde es in dem Buch gehen?
    -> Puh, schwierig – als Autor habe ich mehrere Traumbücher. Eines meiner Herzensprojekte ist aber sicherlich eine neuzeitliche Märchenadaption von Aschenputtel, die im heutigen London spielt. Zudem wollte ich schon immer ein Buch über die letzte Zeit der Tempelritter schreiben, und ein Liebesdrama im britischen Hochadel mit anschließender Flucht nach Amerika, um dort in die Wirren des Bürgerkrieges zu geraten, steht auch hoch im Kurs. Aber das alles befindet sich noch ganz am Anfang, erscheint frühestens in ferner Zukunft :).
  4. Welches Buch war dein schlimmster Albtraum?
    -> Schon wieder nicht einfach zu beantworten. Ich habe, wenn ich mich recht entsinne, nur ein einziges Buch abgebrochen. Was mich aber unsäglich gequält hat – und dabei mochte ich eigentlich die Schullektüre („Effi Briest“ gehört noch immer zu meinen Lieblingswerken) – war „Katz und Maus“ von Günter Grass.
  5. Top oder Flopp: Das Buch, das du gerade liest, ist bis jetzt Top oder Flopp?
    -> Endlich eine leichte Frage. Ich lese gerade Bianca Iosivonis „Soul Mates – Ruf der Dunkelheit“, den zweiten Teil der „Soul Mates“-Dilogie. Eigentlich wollte ich in der Zwischenzeit etwas anderes lesen, aber da der erste Teil mich so begeistert und gepackt hat, konnte ich gar nicht anders, als direkt weiter in die Welt um Rayne und Colt einzutauchen. Beide Rezensionen erscheinen in Kürze hier auf dem Blog – aber bereits jetzt kann ich sagen: absolutes Potential zu einem der Jahreshighlights! 🙂

So – das war es soweit erstmal wieder von mir :). Ich hoffe, ich habe alle Fragen zur Zufriedenheit beantwortet :D. Bis zum nächsten Award!

[FBM2018] Tag 4 – Ein Abend mit Otto

Kaum hatte man am Samstag die Messe betreten, merkte man schon den größten Unterschied zu den Vortagen. Es. War. Voll. So voll! Menschenmassen, wohin das Auge blickte, teils ging es nur im Schneckentempo, teils gar nicht durch die Gänge. Doch das hatte ich erwartet. Leider begann die Messe auch mit einer traurigen Nachricht. Emily Bold musste krankheitsbedingt ihre Teilnahme absagen, dabei hatte ich mich schon so auf ihr Meet & Greet gefreut – auch an dieser Stelle noch einmal gute Besserung von mir.

20181013_100906Mein Messetag begann mit einer Autorenveranstaltung. Laura Newman, die frischgekürte DSPP2018-Preisträgerin Monika Pfundmeier und die Literaturagentin Charlotte Larat diskutierten mit dem Moderator von Literaturcafe.de über den Aufbau einer Autorenmarke, sowie darüber, wie man als Autor die Qualität von Büchern sicherstellen kann. Danach ging es direkt für mich weiter zu einem Meet & Greet mit zwei weiteren bekannten Selfpublishern: J. Vellguth und Michael Meisheit (Vanessa Mansini), wo ich mir Jacquelines neuestes Werk „Der letzte Liebesbrief“ signieren ließ.

20181013_121055Im Anschluss ging der edukative Teil des Programms weiter – Halo Summer, Mira Valentin, Anika Ackermann und Laura Newman diskutierten, geleitet vom Pressesprecher von BoD, über das Schreiben von Geschichten im Fantasygenre. Leider war die Veranstaltung mit 30 Minuten bei der Anzahl von Gästen viel zu kurz, sodass leider nicht allzu viel Neues bei rumkam. Allerdings konnte ich mir nach der Veranstaltung Halos neuesten Märchenroman „Froschröschen“ signieren lassen, auf den ich mich schon sehr, sehr freue. Genauso freute ich mich darauf, danach endlich Anna Eichenbach wiederzutreffen, die auch unter „Welt aus Tinte und Papier“ bloggt, und mit der ich zusammen in mehreren Kurzgeschichtenbänden im Burgenwelt Verlag geschrieben habe. Folgt doch einfach auch ihrer Seite – vielleicht gib es dort bald große, tolle Neuigkeiten :D.

Nach der Mittagspause wollte ich eigentlich zur Signierstunde von Bianca Iosivoni gehen, doch die Schlange war so unglaublich lang, dass ich es gelassen habe, in der Hoffnung, Bianca bald mal wieder auf einer Loveletter Convention zu treffen :). Stattdessen ließ ich mir von Victoria Aveyard ihren neuesten Roman „Wütender Sturm“, sowie „Die rote Königin“ signieren. Falls Euch auf den späteren Messebildern bald auffällt, dass da zwei Ausgaben des Buches vorhanden sind, seid wachsam – das hat einen Sinn (vielleicht ist sie ja nicht für mich? :D).

20181013_161538(0)Danach ging es Schlag auf Schlag weiter. Zuerst besuchte ich ein Meet & Greet mit (u.a.) der frischgebackenen Skoutz-Award-Gewinnerin Caroline Brinkmann, von der ich mir endlich „Die Vereinten“ signieren ließ, lauschte für einige Zeit der Lesung von J. Vellguth aus „Der letzte Liebesbrief“, und ließ mir auch noch die neue Anthologie des Drachenmond Verlages vom Covergott Alexander Kopainski signieren. Seine Cover bezaubern mich einfach immer aufs Neue, und gehören – aus meiner Sicht – zu den besten.

20181013_172002Bevor ich mich dem Abendprogramm widmete, stand noch eine letzte Veranstaltung auf dem Programm. Der chinesische Science-Fiction Superstar Cixin Liu sprach im Pavillon mit Literaturkritiker Denis Scheck, zudem waren eine Dolmetscherin, die Literaturübersetzerin und ein Sprecher für die Lesung der deutschen Passagen zugegen. Cixin Liu lobte die Frankfurter Buchmesse als größte der Welt, es freue ihn, dass so viele Menschen zusammenkommen, weil sie Bücher lieben. Ein schöner, gelungener Abschluss für den regulären Messetag.

20181013_193746.jpgDann, dann endlich, war es soweit. Es war Zeit für Otto! Im Congress Center stellte er seine Biografie „Kleinhirn an alle“ vor und sang kleine Lieder. Standing Ovations, eine Anmoderation von Bärbel Schäfer, und eine gewisse Toleranz der Veranstalter dafür, dass er 15 Minuten überziehen durfte, rundeten den Auftritt ab. Ein rundum gelungener Abend, der mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Auch am letzten Messetag werde ich übrigens den Saal bevölkern, denn er ist auch der traditionelle Veranstaltungsort der Deutschen Cosplay Meisterschaft, auf die ich mich bereits sehr freue.

 

[Buchgedanken] Ava Reed: „Die Stille meiner Worte“

Das Buch musste ich erst einmal etwas sacken lassen …

Vor einiger Zeit habe ich Ava Reeds „Die Stille meiner Worte, erschienen 2018 in der Ueberreuter Verlag GmbH, gelesen. Es ist mein zweites Jugendbuch der Autorin. Das erste, „Wir fliegen, wenn wir fallen„, war eines meiner Lesehighlights 2017, und katapultierte Ava von null auf hundert in die Riege meiner Lieblingsautoren. Zudem sorgte es dafür, dass ich mir ungesehen alle anderen Bücher der Autorin zulegte – und so stapeln sich bereits drei Fantasy-Bücher von ihr auf meinem SuB. Umso gespannter war ich, ob es Ava gelingen würde, die hohen Erwartungen, die ich an „Die Stille meiner Worte“ setzte, zu erfüllen – nicht zuletzt auch dank zwei grandioser Lesungen aus dem Buch, die ich besucht habe.

51xph6g0iwl-_sx313_bo1204203200_Seit dem Tod ihrer Zwillingsschwester Izzy hat Hannah ihre Sprache verloren. Als ihre Eltern keinen Ausweg mehr wissen, melden sie Hannah bei St. Anna an, einem Internat für Jugendliche in schwierigen Lagen. Zusammen mit Izzys Kater Mo, den Hannah als letzte Verbindung zum alten Leben mit ins Vorbereitungscamp geschmuggelt hat, trifft sie dort auf Levi, der sofort von dem geheimnisvollen Mädchen fasziniert ist und sich nichts sehnlicher wünscht, als endlich ihre Stimme zu hören.

„Die Stille meiner Worte“ ist stark. Unglaublich stark. Stark, wie Hannah und Levi, die ihren Problemen trotzen, kraftvoll wie die Liebe der Eltern zu ihren Töchtern. Einfühlsam und gefühlvoll wie Direktor Ben nimmt einen der Roman an die Hand und führt den Leser ganz nah mit den Protagonisten durch das Camp und ihre Leben.

Erneut gelingt es Ava Reed, mich vollends und bedingungslos zu überzeugen. Sie erfüllt nicht nur die hohen Erwartungen, die ich habe, sondern zerschmettert diese. Mir wird daher nichts anderes übrig bleiben, als auch „Die Stille meiner Worte“ wieder in die diesjährigen Jahreshighlights aufzunehmen :). Damit zementiert sie ihren Platz in meinem deutschen Jugendroman-Olymp neben der fabelhaften Ulla Scheler.

Der Schreibstil der Autorin ist unglaublich berührend und gefühlvoll, eindringlich und mitreißend. Da toleriere ich sogar zwei Ich-Perspektiven :D. Man taucht sofort in die Geschichte ein, leidet und fühlt mit Hannah. Dabei sind nicht nur die Protagonisten Hannah und Levi, sondern auch die Nebencharaktere wie Sarah und Lina unglaublich gut ausgearbeitet, haben Stärken und Schwächen und entwickeln sich weiter. Fast am meisten hat mich daher die Entwicklung von Sarah beeindruckt und gefreut.

Dabei hält sich Ava jedoch nicht nur an den Problemen der Jugendlichen fest. Schnell hätte das Buch hier zum Schicksalsroman kippen können, doch es gelingt ihr problemlos, die Balance zu wahren, und ein unglaublich komplexes, vielschichtiges Werk vorzulegen.

Der Spannungsbogen wird die ganze Zeit gehalten und sorgt dafür, dass man nur so über die Seiten fliegen möchte. Und obwohl die Spannung hier nicht in einer actionreichen Geschichte, nicht in einem Kampf auf Leben und Tod liegt, ist sie unglaublich dramatisch, sorgt für Gänsehaut und Gefühlsausbrüche. Das Buch nimmt einen mit – und das ist auch gut so. „Die Stille meiner Worte“ ist nicht nur ein Roman, sondern sorgt auch dafür, dass man anderen aufgeschlossener gegenübertritt, eigene Probleme reflektiert und das Leben schätzt.

Die Buchgestaltung ist außergewöhnlich. Lektorat und Korrektorat sind gelungen, der wunderschöne Buchsatz wird nur durch das (erneut) atemberaubende Cover von Covergott Alexander Kopainski (Kopainski Artwork) übertroffen, das man nach der Lektüre des Buches aufgrund der vielen Details noch viel besser würdigen kann – ein absoluter Eyecatcher.

Mein Fazit? „Die Stille meiner Worte“ ist ein fabelhaftes Jugendbuch. Tolle Charaktere und eine einfühlsame Sprache sorgen dafür, dass es bereits jetzt zu meinen Jahreshighlights zählt. Für jeden – nicht nur für Jugendbuchfans – bedingungslos zu empfehlen.

[Jahresrückblick] Lesehighlights 2017

Heute möchte ich – nach dem Jahresrückblick als Blogger – das vergangene Jahr aus Lesersicht noch einmal Revue passieren lassen und Euch meine Jahreshighlights vorstellen. Dieses Jahr mit: Julia Adrian, Nina MacKay, Valentina Fast, Ava Reed, J. Vellguth, Dan Brown und Ulla Scheler. Da mich dieses Jahr lesetechnisch so begeistert hat, konnte ich gar nicht anders, als insgesamt 7 Bücher/Buch-Reihen auf das kuschelig-volle Siegertreppchen zu wählen. Insgesamt habe ich 2017 etwas mehr als 30 Bücher gelesen – und damit mein inoffizielles Ziel von 52 klar verfehlt. Für 2018 gelobe ich Besserung. Doch nun – ohne weitere Vorrede – zum Bronzerang.

51khaqt-sql-_sx326_bo1204203200_Den dritten Platz meiner Jahreshighlights teilen sich J. Vellguth mit „Das Päckchen“ und Nina MacKay mit „Rotkäppchen und der Hipster-Wolf“. Mit dem ersten Teil ihrer Märchenreihe (der Nachfolgeband „Aschenputtel und die Erbsen-Phobie“ liegt weit oben auf meinem SuB – ich freue mich schon riesig!) gelang Nina MacKay eine so humorvolle und witzige Märchenadaption, dass ich gar nicht anders konnte, als die einzelnen Figuren direkt in mein Herz zu schließen – dorthin, wo auch J. Vellguths herzerwärmende und süße Liebesgeschichte um eine Buchbloggerin und einen geheimnisvollen Fan einen festen Platz gefunden hat.

617m2b75rhbl-_sx312_bo1204203200_Auf dem Silberrang meiner Jahreshighlights befinden sich ebenfalls zwei Werke: „Wir fliegen, wenn wir fallen“ von Ava Reed und die „Royal“-Reihe von Valentina Fast (Sammelband 1). Mit ihrer zauberhaften Dystopie gelingt Valentina mehr als eine Kopie von Selection – Royal punktet als eigenständiges Werk mit wundervollen, mysteriösen Charakteren, einem exzellenten Weltenbau und vielen Überraschungen. Gleichsam überzeugend und ergreifend ist Avas Jugendbuch (wundervolles Cover: Alexander Kopainski!) – eine Ode an das Leben, das manchmal viel zu kurz sein kann. Den zweiten Royal-Sammelband lese ich derzeit (die Begeisterung hält an!) und Avas neuestes Jugendbuch bei Ueberreuter kann ich ebenfalls kaum erwarten.

51klbkb1ipl-_sx328_bo1204203200_Doch nun *trommelwirbel* – die drei Bücher, die mich im letzten Jahr am stärksten beeindruckt haben. Zum einen – erwartungsgemäß – Dan Brown mit „Origin“. Auch die fünfte Geschichte um Robert Langdon hat nichts an Brillianz und Spannung eingebüßt, steht den Vorläufern im Setting und im Schreibstil in nichts nach. Nachdem es im letzten Jahr mit Halo Summers „Aschenkindel“ eine Märchenadaption bis auf Platz 2 geschafft hat, geht es dieses Jahr für Julia Adrians Reihe um „Die Dreizehnte Fee“ (Band 1, 2, 3) noch ein Stückchen höher. Wort- und bildgewaltig, eindringlich und hochdramatisch erzäht Julia die Geschichte der Feen in Pandora – einfach magisch. Kurz vor Schluss hat sich jedoch noch ein drittes Buch ganz nach oben aufs Siegertreppchen geschoben: „Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen“ von Ulla Scheler. Ein meisterhaftes Jugendbuch, mit einem kompromisslosen, bestechenden Schreibstil. Die Geschichte um Ben und Hanna lässt niemanden kalt – und ist zauberhaft erzählt. Auch hier freue ich mich sehr auf „Und wenn die Welt verbrennt“, das zweite Jugendbuch der Autorin, das ich im Rahmen einer Challenge bereits im Januar lesen möchte.

Was waren Eure Lesehighlights des Jahres? Wer von Euch hat die genannten Bücher auch gelesen und wie fandet Ihr sie? Rein damit in die Kommentare :D.