[FBM2018] Tag 4 – Ein Abend mit Otto

Kaum hatte man am Samstag die Messe betreten, merkte man schon den größten Unterschied zu den Vortagen. Es. War. Voll. So voll! Menschenmassen, wohin das Auge blickte, teils ging es nur im Schneckentempo, teils gar nicht durch die Gänge. Doch das hatte ich erwartet. Leider begann die Messe auch mit einer traurigen Nachricht. Emily Bold musste krankheitsbedingt ihre Teilnahme absagen, dabei hatte ich mich schon so auf ihr Meet & Greet gefreut – auch an dieser Stelle noch einmal gute Besserung von mir.

20181013_100906Mein Messetag begann mit einer Autorenveranstaltung. Laura Newman, die frischgekürte DSPP2018-Preisträgerin Monika Pfundmeier und die Literaturagentin Charlotte Larat diskutierten mit dem Moderator von Literaturcafe.de über den Aufbau einer Autorenmarke, sowie darüber, wie man als Autor die Qualität von Büchern sicherstellen kann. Danach ging es direkt für mich weiter zu einem Meet & Greet mit zwei weiteren bekannten Selfpublishern: J. Vellguth und Michael Meisheit (Vanessa Mansini), wo ich mir Jacquelines neuestes Werk „Der letzte Liebesbrief“ signieren ließ.

20181013_121055Im Anschluss ging der edukative Teil des Programms weiter – Halo Summer, Mira Valentin, Anika Ackermann und Laura Newman diskutierten, geleitet vom Pressesprecher von BoD, über das Schreiben von Geschichten im Fantasygenre. Leider war die Veranstaltung mit 30 Minuten bei der Anzahl von Gästen viel zu kurz, sodass leider nicht allzu viel Neues bei rumkam. Allerdings konnte ich mir nach der Veranstaltung Halos neuesten Märchenroman „Froschröschen“ signieren lassen, auf den ich mich schon sehr, sehr freue. Genauso freute ich mich darauf, danach endlich Anna Eichenbach wiederzutreffen, die auch unter „Welt aus Tinte und Papier“ bloggt, und mit der ich zusammen in mehreren Kurzgeschichtenbänden im Burgenwelt Verlag geschrieben habe. Folgt doch einfach auch ihrer Seite – vielleicht gib es dort bald große, tolle Neuigkeiten :D.

Nach der Mittagspause wollte ich eigentlich zur Signierstunde von Bianca Iosivoni gehen, doch die Schlange war so unglaublich lang, dass ich es gelassen habe, in der Hoffnung, Bianca bald mal wieder auf einer Loveletter Convention zu treffen :). Stattdessen ließ ich mir von Victoria Aveyard ihren neuesten Roman „Wütender Sturm“, sowie „Die rote Königin“ signieren. Falls Euch auf den späteren Messebildern bald auffällt, dass da zwei Ausgaben des Buches vorhanden sind, seid wachsam – das hat einen Sinn (vielleicht ist sie ja nicht für mich? :D).

20181013_161538(0)Danach ging es Schlag auf Schlag weiter. Zuerst besuchte ich ein Meet & Greet mit (u.a.) der frischgebackenen Skoutz-Award-Gewinnerin Caroline Brinkmann, von der ich mir endlich „Die Vereinten“ signieren ließ, lauschte für einige Zeit der Lesung von J. Vellguth aus „Der letzte Liebesbrief“, und ließ mir auch noch die neue Anthologie des Drachenmond Verlages vom Covergott Alexander Kopainski signieren. Seine Cover bezaubern mich einfach immer aufs Neue, und gehören – aus meiner Sicht – zu den besten.

20181013_172002Bevor ich mich dem Abendprogramm widmete, stand noch eine letzte Veranstaltung auf dem Programm. Der chinesische Science-Fiction Superstar Cixin Liu sprach im Pavillon mit Literaturkritiker Denis Scheck, zudem waren eine Dolmetscherin, die Literaturübersetzerin und ein Sprecher für die Lesung der deutschen Passagen zugegen. Cixin Liu lobte die Frankfurter Buchmesse als größte der Welt, es freue ihn, dass so viele Menschen zusammenkommen, weil sie Bücher lieben. Ein schöner, gelungener Abschluss für den regulären Messetag.

20181013_193746.jpgDann, dann endlich, war es soweit. Es war Zeit für Otto! Im Congress Center stellte er seine Biografie „Kleinhirn an alle“ vor und sang kleine Lieder. Standing Ovations, eine Anmoderation von Bärbel Schäfer, und eine gewisse Toleranz der Veranstalter dafür, dass er 15 Minuten überziehen durfte, rundeten den Auftritt ab. Ein rundum gelungener Abend, der mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Auch am letzten Messetag werde ich übrigens den Saal bevölkern, denn er ist auch der traditionelle Veranstaltungsort der Deutschen Cosplay Meisterschaft, auf die ich mich bereits sehr freue.

 

[Buchgedanken] Ava Reed: „Die Stille meiner Worte“

Das Buch musste ich erst einmal etwas sacken lassen …

Vor einiger Zeit habe ich Ava Reeds „Die Stille meiner Worte, erschienen 2018 in der Ueberreuter Verlag GmbH, gelesen. Es ist mein zweites Jugendbuch der Autorin. Das erste, „Wir fliegen, wenn wir fallen„, war eines meiner Lesehighlights 2017, und katapultierte Ava von null auf hundert in die Riege meiner Lieblingsautoren. Zudem sorgte es dafür, dass ich mir ungesehen alle anderen Bücher der Autorin zulegte – und so stapeln sich bereits drei Fantasy-Bücher von ihr auf meinem SuB. Umso gespannter war ich, ob es Ava gelingen würde, die hohen Erwartungen, die ich an „Die Stille meiner Worte“ setzte, zu erfüllen – nicht zuletzt auch dank zwei grandioser Lesungen aus dem Buch, die ich besucht habe.

51xph6g0iwl-_sx313_bo1204203200_Seit dem Tod ihrer Zwillingsschwester Izzy hat Hannah ihre Sprache verloren. Als ihre Eltern keinen Ausweg mehr wissen, melden sie Hannah bei St. Anna an, einem Internat für Jugendliche in schwierigen Lagen. Zusammen mit Izzys Kater Mo, den Hannah als letzte Verbindung zum alten Leben mit ins Vorbereitungscamp geschmuggelt hat, trifft sie dort auf Levi, der sofort von dem geheimnisvollen Mädchen fasziniert ist und sich nichts sehnlicher wünscht, als endlich ihre Stimme zu hören.

„Die Stille meiner Worte“ ist stark. Unglaublich stark. Stark, wie Hannah und Levi, die ihren Problemen trotzen, kraftvoll wie die Liebe der Eltern zu ihren Töchtern. Einfühlsam und gefühlvoll wie Direktor Ben nimmt einen der Roman an die Hand und führt den Leser ganz nah mit den Protagonisten durch das Camp und ihre Leben.

Erneut gelingt es Ava Reed, mich vollends und bedingungslos zu überzeugen. Sie erfüllt nicht nur die hohen Erwartungen, die ich habe, sondern zerschmettert diese. Mir wird daher nichts anderes übrig bleiben, als auch „Die Stille meiner Worte“ wieder in die diesjährigen Jahreshighlights aufzunehmen :). Damit zementiert sie ihren Platz in meinem deutschen Jugendroman-Olymp neben der fabelhaften Ulla Scheler.

Der Schreibstil der Autorin ist unglaublich berührend und gefühlvoll, eindringlich und mitreißend. Da toleriere ich sogar zwei Ich-Perspektiven :D. Man taucht sofort in die Geschichte ein, leidet und fühlt mit Hannah. Dabei sind nicht nur die Protagonisten Hannah und Levi, sondern auch die Nebencharaktere wie Sarah und Lina unglaublich gut ausgearbeitet, haben Stärken und Schwächen und entwickeln sich weiter. Fast am meisten hat mich daher die Entwicklung von Sarah beeindruckt und gefreut.

Dabei hält sich Ava jedoch nicht nur an den Problemen der Jugendlichen fest. Schnell hätte das Buch hier zum Schicksalsroman kippen können, doch es gelingt ihr problemlos, die Balance zu wahren, und ein unglaublich komplexes, vielschichtiges Werk vorzulegen.

Der Spannungsbogen wird die ganze Zeit gehalten und sorgt dafür, dass man nur so über die Seiten fliegen möchte. Und obwohl die Spannung hier nicht in einer actionreichen Geschichte, nicht in einem Kampf auf Leben und Tod liegt, ist sie unglaublich dramatisch, sorgt für Gänsehaut und Gefühlsausbrüche. Das Buch nimmt einen mit – und das ist auch gut so. „Die Stille meiner Worte“ ist nicht nur ein Roman, sondern sorgt auch dafür, dass man anderen aufgeschlossener gegenübertritt, eigene Probleme reflektiert und das Leben schätzt.

Die Buchgestaltung ist außergewöhnlich. Lektorat und Korrektorat sind gelungen, der wunderschöne Buchsatz wird nur durch das (erneut) atemberaubende Cover von Covergott Alexander Kopainski (Kopainski Artwork) übertroffen, das man nach der Lektüre des Buches aufgrund der vielen Details noch viel besser würdigen kann – ein absoluter Eyecatcher.

Mein Fazit? „Die Stille meiner Worte“ ist ein fabelhaftes Jugendbuch. Tolle Charaktere und eine einfühlsame Sprache sorgen dafür, dass es bereits jetzt zu meinen Jahreshighlights zählt. Für jeden – nicht nur für Jugendbuchfans – bedingungslos zu empfehlen.

[Jahresrückblick] Lesehighlights 2017

Heute möchte ich – nach dem Jahresrückblick als Blogger – das vergangene Jahr aus Lesersicht noch einmal Revue passieren lassen und Euch meine Jahreshighlights vorstellen. Dieses Jahr mit: Julia Adrian, Nina MacKay, Valentina Fast, Ava Reed, J. Vellguth, Dan Brown und Ulla Scheler. Da mich dieses Jahr lesetechnisch so begeistert hat, konnte ich gar nicht anders, als insgesamt 7 Bücher/Buch-Reihen auf das kuschelig-volle Siegertreppchen zu wählen. Insgesamt habe ich 2017 etwas mehr als 30 Bücher gelesen – und damit mein inoffizielles Ziel von 52 klar verfehlt. Für 2018 gelobe ich Besserung. Doch nun – ohne weitere Vorrede – zum Bronzerang.

51khaqt-sql-_sx326_bo1204203200_Den dritten Platz meiner Jahreshighlights teilen sich J. Vellguth mit „Das Päckchen“ und Nina MacKay mit „Rotkäppchen und der Hipster-Wolf“. Mit dem ersten Teil ihrer Märchenreihe (der Nachfolgeband „Aschenputtel und die Erbsen-Phobie“ liegt weit oben auf meinem SuB – ich freue mich schon riesig!) gelang Nina MacKay eine so humorvolle und witzige Märchenadaption, dass ich gar nicht anders konnte, als die einzelnen Figuren direkt in mein Herz zu schließen – dorthin, wo auch J. Vellguths herzerwärmende und süße Liebesgeschichte um eine Buchbloggerin und einen geheimnisvollen Fan einen festen Platz gefunden hat.

617m2b75rhbl-_sx312_bo1204203200_Auf dem Silberrang meiner Jahreshighlights befinden sich ebenfalls zwei Werke: „Wir fliegen, wenn wir fallen“ von Ava Reed und die „Royal“-Reihe von Valentina Fast (Sammelband 1). Mit ihrer zauberhaften Dystopie gelingt Valentina mehr als eine Kopie von Selection – Royal punktet als eigenständiges Werk mit wundervollen, mysteriösen Charakteren, einem exzellenten Weltenbau und vielen Überraschungen. Gleichsam überzeugend und ergreifend ist Avas Jugendbuch (wundervolles Cover: Alexander Kopainski!) – eine Ode an das Leben, das manchmal viel zu kurz sein kann. Den zweiten Royal-Sammelband lese ich derzeit (die Begeisterung hält an!) und Avas neuestes Jugendbuch bei Ueberreuter kann ich ebenfalls kaum erwarten.

51klbkb1ipl-_sx328_bo1204203200_Doch nun *trommelwirbel* – die drei Bücher, die mich im letzten Jahr am stärksten beeindruckt haben. Zum einen – erwartungsgemäß – Dan Brown mit „Origin“. Auch die fünfte Geschichte um Robert Langdon hat nichts an Brillianz und Spannung eingebüßt, steht den Vorläufern im Setting und im Schreibstil in nichts nach. Nachdem es im letzten Jahr mit Halo Summers „Aschenkindel“ eine Märchenadaption bis auf Platz 2 geschafft hat, geht es dieses Jahr für Julia Adrians Reihe um „Die Dreizehnte Fee“ (Band 1, 2, 3) noch ein Stückchen höher. Wort- und bildgewaltig, eindringlich und hochdramatisch erzäht Julia die Geschichte der Feen in Pandora – einfach magisch. Kurz vor Schluss hat sich jedoch noch ein drittes Buch ganz nach oben aufs Siegertreppchen geschoben: „Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen“ von Ulla Scheler. Ein meisterhaftes Jugendbuch, mit einem kompromisslosen, bestechenden Schreibstil. Die Geschichte um Ben und Hanna lässt niemanden kalt – und ist zauberhaft erzählt. Auch hier freue ich mich sehr auf „Und wenn die Welt verbrennt“, das zweite Jugendbuch der Autorin, das ich im Rahmen einer Challenge bereits im Januar lesen möchte.

Was waren Eure Lesehighlights des Jahres? Wer von Euch hat die genannten Bücher auch gelesen und wie fandet Ihr sie? Rein damit in die Kommentare :D.

 

[FBM2017] Tag 3 – Zeit für (F)Eierlikör

Am dritten Messetag kam die Messe schlussendlich richtig ins Rollen. Zwar startete ich gemütlich in den Vormittag, den ich mir größtenteils für Treffen freigehalten habe. Ich habe mich sehr gefreut, zum einen Manuela Schörghofer wiederzutreffen, die ich aus gemeinsamen Projekten im Burgenwelt Verlag kenne, und zum anderen mit Stella Delaney eine ebenfalls supernette Kollegin kennenzulernen, die unter anderem für das Schreibmeer bloggt.

Im Verlauf des Vormittags besuchte ich ebenfalls noch meine – am dritten 20171013_113550Fachbesuchertag zum letzten Mal obligatorische – Weiterbildungsveranstaltung, die sehr interessant war. Sebastian Pirling, Fantasy Lektor bei Random House, referierte für Twentysix zum Thema „Konflikte bei Charakteren“. Quintessenz war: Jeder Charakter ist nur so stark, wie die antagonistischen Kräfte, die er überwinden muss, jede Geschichte nur so stark, wie die Konflikte, die in ihr vorkommen. Ein wirklich rundum gelungener Vortrag mit anschaulichen Beispielen, Lektüreempfehlungen und vielem mehr.

Heute fing ich auch zum ersten Mal an, mir als begeisterter Leser neugekaufte Bücher signieren zu lassen. Den Start machten Nina MacKay und Coverdesignerin Marie Graßhoff für „Aschenputtel und die Erbsen-Phobie“. Nach der Mittagspause ließ ich mir dann noch die neue Anthologie, ebenfalls aus dem Drachenmondverlag, „In Hexenwäldern und Feentürmen“ von neun beteiligten Autoren (unter anderem Christian Handel, Katharina Seck, Julia Adrian und Nina Blazon) und vom Covergott Alexander Kopainski höchstpersönlich signieren. Planmäßig folgen an den nächsten beiden Tagen auch nur noch sechs weitere Bücher (Kerstin Gier, Jennifer L. Armentrout, Caroline Brinkmann und Valentina Fast), es hält sich dieses Jahr daher in Grenzen.

20171013_145128Im Anschluss an die zweite Signierstunde ging es für mich zum Bloggertreffen, zu dem der Verlag „Kiepenheuer & Witsch“ geladen hatte. Dort wurde von der Übersetzerin Dagmar Ploetz die von ihr neubearbeitete Auflage von „Hundert Jahre Einsamkeit“, dem Jahrhundertroman von Gabriel Garcia Marquez, vorgestellt. In zwangloser Runde plauderte sie, moderiert von Ulrike Meier, über das Buch und ihre Arbeit – und zeigte sich auch an der Welt der Buchblogs ehrlich interessiert. Aufgrund des kleinen Kreises mal ein ganz anderes Event, aber nicht minder spannend.

Nach einer kurzen Pause kam dann der Abschluss – und, wenn man die Menschenmassen und den Geräuschpegel beachtet, wohl der Höhepunkt des Tages. Udo Lindenberg spielte auf der Open Stage. Nachdem er kurz das Fotobuch gezeigt hatte, das von seinen Auftritten der letzten vier Jahre entstanden ist, spielte er für eine gute halbe Stunde einige seiner größten Hits. Neben „Cello“, „Hinterm Horizont geht’s weiter“ und „Candy Jane“ durfte natürlich „Ich mach mein Ding“ auch nicht fehlen. Eierlikör trinkend – den Udo kurzerhand zum Feierlikör umtaufte – und Zigarre rauchend tänzelte er gewohnt gelenkig über die Bühne. Neben einigen Bandmitgliedern hatte er auch weitere Teile seines regulären Tourteams dabei. Ein Wahnsinn. Vom Gedränge wahrscheinlich ein guter Ausblick auf die nächsten beiden Tage.

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Apropos Ausblick. Morgen muss ich noch eine Stunde früher das Haus verlassen, da ich um neun nicht an der Messe sein muss, sondern in der Frankfurter Innenstadt. Dort findet nämlich das Leser-Blogger-Frühstück mit Jennifer L. Armentrout statt, zu dem ich eingeladen bin. Ich kann es kaum erwarten. Da Abends allerdings noch die Abendveranstaltung mit Dan Brown ist, wird es ein verdammt harter Tag. Ich bitte bereits jetzt um Nachsicht, dass ich den Tagesbericht dann nachreichen werde, da ich wohl kaum vor Mitternacht, nach etwa achtzehn Stunden, wieder zuhause bin :). In dem Sinne wünsche ich Euch ein schönes Wochenende 🙂

[FBM2017] Tag 1 – Ein entspannter Tag

Schon ist Tag eins der Buchmesse vorbei und – zumindest heute – möchte ich auch direkt noch hochmotiviert am selben Tag meine Messeeindrücke mit Bildern für Euch festhalten. Insgesamt habe ich vier Veranstaltungen besucht, und die restliche Zeit genutzt, einige der Hallen (vor allem 3.0 und 3.1) zu erkunden, mir das Pressezentrum anzusehen und nicht zu viel Kraft zu verschwenden :D.20171011_104011

Los ging es am Vormittag mit dem obligatorischen Gespräch auf dem Blauen Sofa mit dem diesjährigen Buchpreisträger. Auch wenn ich – rein nach den Buchpräsentationen und Shortlistvorstellungen – immer noch leicht enttäuscht bin, dass es nicht Marion Poschmann geworden ist, so hat sich die Veranstaltung mit Robert Menasse um sein Buch „Die Hauptstadt“ doch auch gelohnt. Ein Plädoyer für ein vereintes Europa, der erste EU-Roman aus Brüssel.

20171011_121452(1)An dieser Stelle ein großes Lob an den Beltz Verlag! An ihrem Stand haben sie in diesem Jahr eine Bloggerlounge eingerichtet, wo man sich ausruhen, sein Handy aufladen kann, und sogar von eifrigen Beltz-Mitarbeitern mit Getränken versorgt wird und mit diesen ins Gespräch kommt. Ein tolles und vorbildliches Konzept – bitte nachmachen! Dort habe ich mich dann ebenfalls etwas ausgeruht, bevor es weiter zur nächsten Veranstaltung ging.

Natürlich durfte heute auch ein Weiterbildungsworkshop nicht fehlen. Hannes Riffel, der Programmbereichsleiter Science Fiction / Fantasy von FISCHER Tor sprach für neobooks und epubli über Anschreiben an Verlage, das ideale Exposé und die 20171011_124546_001Zusammenarbeit mit Verlagslektoraten. Informativ, auch weil er selbstkritisch ebenfalls anmerkte, dass durchaus für einige Autoren und einige Werke das Selfpublishing mittlerweile wirklich der bessere Weg ist.

Nach der Mittagspause besuchte ich dann 20171011_154539(0)die Buchvorstellung von Marion Poschmann, die auch als Lyrikerin bekannt ist. In ihrem Buch „Die Kieferninseln“ mischen sich daher auch Lyrik und Prosa, europäische und asiatische Kultur, Realität und Einbildung. Das Buch klang wirklich spannend, ich werde es mit Sicherheit auch irgendwann einmal lesen.

Meine letzte Veranstaltung des Tages war ein Gespräch mit Ulrich Wickert für die ARD über sein neues Buch „Frankreich muss man lieben, um es zu verstehen“. Charmant, eloquent und mit köstlichen Anekdoten aus seinem Leben in Frankreich hatte der Autor das Publikum komplett im Griff.

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Damit endete auch bereits mein Messetag. Ich möchte die Gelegenheit aber nicht ungenutzt verstreichen lassen, Euch hier noch einige Impressionen der Messe anzuhängen. Wer genau hinschaut, erennt, dass auch Konrad und Luise mich zur Messe begleitet haben, und dort auf ihre großen Verwandten getroffen sind. Reinschauen lohnt sich! 😀

 

[Buchgedanken] Ava Reed: „Wir fliegen, wenn wir fallen“

Bevor es ab morgen zur Messe geht, fange ich doch mal an, den Rezistapel noch etwas abzuarbeiten. Beginnen möchte ich heute mit einem absoluten Highlight: „Wir fliegen, wenn wir fallen“ von Ava Reed ist ein Jugendbuch aus dem Ueberreuter Verlag und erschien 2017. Mein Exemplar ist bereits aus der zweiten Auflage und ein wundervolles Hardcover. Ich habe es mir nach einer fabelhaften Lesung von Ava auf der Leipziger Buchmesse direkt beim Verlag gekauft und signieren lassen (die Stunde in der Schlange war das locker wert!).

„Wir fliegen, wenn wir fallen“ ist die Geschichte von Yara und Noel, vom Lesemädchen617m2b75rhbl-_sx312_bo1204203200_ und dem Einzelgänger, der bei McDonalds Burger brät. Es ist aber auch etwas die Geschichte von Phil, dem alten Mann, der für beide eine Art Rettungsanker und Halt ist. Nach seinem Tod hinterlässt er ihnen eine Liste mit zehn unerfüllten Wünschen, die sie zusammen erledigen sollen. Eine Reise, zwei unterschiedliche Charaktere, mehrere Kontinente und Länder. Und alles für das Leben. Doch gelingt es beiden, die Schatten der Vergangenheit wirklich abzuwerfen?

„Wir fliegen, wenn wir fallen“ ist ein Jugendbuch, das nicht nur unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt. Es ist eine Ode an das Leben, die Liebe und die Vergänglichkeit. Es ist so intensiv und gefühlvoll, dass ich der Autorin selbst ausnahmsweise mal die zwei „Ich-Perspektiven“ verzeihe, womit ich sonst gewöhnlicherweise nicht klarkomme. Sonst … denn „Wir fliegen, wenn wir fallen“ ist kein gewöhnliches Buch, sondern bereits jetzt (ja, ich weiß, dieses Jahr wird es verdammt eng, so oft wie ich das auslobe) eines meiner Lesehighlights des Jahres.

Der Stil der Autorin ist wunderbar und lässt sich flüssig und leicht lesen, ist gleichzeitig aber intensiv und athmosphärisch. Man ist dicht bei den Figuren, liebt und leidet mit ihnen, lacht und weint. Auch wenn Noel mich anfangs etwas genervt hat, bin ich doch nach und nach mit ihm warmgeworden und konnte ihn besser verstehen. Zu Yara muss nicht mehr gesagt werden, als: Sie ist perfekt!

Zwar sind Teile der Handlung durchaus vorhersehbar – sonst würde die Prämisse auch gar keinen Sinn ergeben. Dennoch gelingt es Ava Reed den Spannungsbogen dauerhaft aufrechtzuerhalten, und immer mal wieder kleine Überraschungen für den Leser einzustreuen. Ganz besonders gefallen hat mir übrigens die zweite 10-Punkte-Liste am Ende des Buches. Gelungen ist auch, dass die Autorin – trotz der teilweise auch schweren Themen – die Balance die ganze Zeit hält und das Jugendbuch nicht zum Schicksalsroman abgleiten lässt.

Das Buch ist wunderbar gesetzt, Lektorat und Korrektorat haben ebenfalls sauber gearbeitet. Wer sich jedoch wieder selbst übertroffen hat, ist Covergott Alexander Kopainski, der für „Wir fliegen, wenn wir fallen“ eines meiner absoluten Lieblingscover von ihm gezaubert hat.

Mein Fazit: Mit „Wir fliegen, wenn wir fallen“ erschafft Ava Reed ein bezauberndes und überzeugendes Jugendbuch, das vor allem durch tolle Charaktere und einen intensiven, gefühlvollen Schreibstil punktet. Nicht nur für Leser von Jugendbüchern bedenkenlos zu empfehlen.

 

 

[Buchgedanken] Julia Adrian: „Die Dreizehnte Fee – Entschlafen“

Wenn ich mich nicht verzählt habe, ist dies genau das 50. Buch, dass ich in der Rubrik „Buchgedanken“ auf meinem Blog vorstelle. Es hätte kein besseres Werk gegeben, um dieses Jubiläum zu feiern. Auf die nächsten 50! 🙂

Vor kurzem habe ich „Die Dreizehnte Fee – Entschlafen“, den Abschluss von Julia Adrians fulminanter Märchentrilogie gelesen. Das Buch ist 2016 im Drachenmond Verlag erschienen und als Märchen/Märchenadaption anzusehen. Die Rezensionen zu den Vorgängerbänden finden sich hinter folgenden Links: Band 1 | Band 2.61mvylp-cel-_sx340_bo1204203200_

Nachdem bereits fünf Feen dem Hexenjäger zum Opfer fielen, hat sich auch das Orakel, die sechste Fee, das Leben genommen. Lilith, der es nach und nach gelingt, die Geheimnisse um ihre Existenz und die von Pandora aufzudecken, sieht sich neuen Feinden gegenüber, deren Macht grenzenlos scheint. Nur mit ihren Kräften kann es ihr gelingen, diesen Kampf zu überstehen. Doch wessen Seite soll sie wählen? Und kann sie ihre alte Macht wiedererlangen, ohne erneut zur grauenvollen Königin zu werden?

Mit „Die Dreizehnte Fee – Entschlafen“ schließt Julia Adrian ihre preisgekrönte Trilogie um die dreizehnte Fee, Lilith, mit einem Paukenschlag ab. Das Buch knüpft nahtlos an die Handlung des Vorgängerbandes an und setzt diese rasant fort. Mit vielen unerwarteten Wendungen und tollen Einfällen gelingt es der Autorin, die Leser bis zuletzt in die Geschichte zu ziehen und den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten. Kleiner (und in der ganzen Rezension einziger) Wermutstropfen: Ich hätte einen anderen Untertitel gewählt. So wird in gewisser Weise doch schon das Ende etwas vorweggenommen – auch wenn Julia durch die geniale Umsetzung den Leser immer wieder auf falsche Pfade führt.

Apropos Ende: Nachdem ich seit dem zweiten Band befürchtet hatte, dass mir das Ende nicht gefallen wird (inhaltlich!), bin ich doch etwas besänftigt worden. Die Geschichte von Lilith endet nicht so, wie ich es mir wünschen würde, aber sie endet wohl so, wie sie zu enden hat. Damit hat die Autorin das Ende geschrieben, das die Geschichte verdient hat, und nicht das, was ich – und vielleicht andere Leser – erhofft hätte. Es gelingt hierbei besonders gut, auch die nebenbei eingeflochtenen Handlungsstränge in das Ende mit einzubeziehen – ein großes Lob dafür, dass sogar an den verwunschenen Prinzen gedacht wurde!

Zur Charakterentwicklung muss mittlerweile nicht mehr viel gesagt werden. Die Protagonisten entwickeln sich erwartungsgemäß weiter und man lernt schlussendlich mehr über die Motive von ihnen. Auch auf die Nebencharaktere wurde wieder viel Beachtung gelegt. Auch letzte Fragen zum Weltenbau werden durch den dritten Band der Reihe beantwortet.

Auch wenn ich es bei jeder Rezension getan habe, möchte ich auch hier wieder den Schreibstil der Autorin loben. Mit ihrer Sprache, mit ihren Sätzen malt Julia Bilder aus Worten, lässt die Zeilen lebendig werden. Mehr als ein schriftstellerisches Vorbild: unerreichbar. Und dies führt zu einem persönlichen Wermutstropfen: Wie soll man selbst jemals einen Bruchteil dieser Perfektion erreichen? Nicht einmal in den kühnsten Vorstellungen, würde ich es wagen, davon zu träumen…

Erneut möchte ich die Buchgestaltung loben, die perfekte Umsetzung von Julias Geschichte. Das Cover, ein wahrer Eyecatcher, wurde vom wundervollen Alexander Kopainski entworfen (mein Lieblingscover der Reihe), die Coverinnenseiten sind erneut teilweise ausklappbar. Lektorat (prominent: Ava Reed) und Korrektorat (Michaela Retetzki) überzeugen ebenfalls auf ganzer Linie. Für den  perfekten Gesamteindruck sorgen Buchsatz (Marlena Anders), Illustration (So Lil’Art) und Layout (Astrid Behrendt). Auch dieses Mal befinden sich am Ende wieder Bilder aus einem Fanart-Zeichenwettbewerb, die aufzeigen, wie Leser die Geschichte der Fee interpretieren und visualisieren.

Mein Fazit: „Die Dreizehnte Fee – Entschlafen“ ist der krönende Abschluss einer der besten Buchreihen, die ich je gelesen hab. Mit tollen Charakteren und immer neuen Einfällen gelingt es der Autorin, die Leser bis zur letzten Seite zu fesseln. Für Fantasyliebhaber ein absolutes Muss – und bereits jetzt sicher eines meiner Jahreshighlights 2017.

Um einer drohenden Leseflaute zu entgehen (was soll nach der Fee schon kommen?), bin ich fürs Folgebuch zu einem Bestseller-Feelgood-Liebesroman gewechselt. Wie mir „Das Päckchen“ von J. Vellguth gefallen hat, könnt ihr dann in meiner 51. Buchbesprechung in Kürze nachlesen ;). Damit ist die Fantasy-Pause aber bereits auch schon wieder hinfällig, da ich im Anschluss den Spontankauf „Das Lied der Elfen“ von Terry Brooks hier zu liegen habe :).

[Buchgedanken] Julia Adrian: „Die Dreizehnte Fee – Entzaubert“

(Achtung: Die hier enthaltene Kurzzusammenfassung enthält leichte Spoiler bezüglich der Handlung des Vorgängerbandes)

Vor einiger Zeit habe ich „Die Dreizehnte Fee – Entzaubert“, den zweiten Teil von Julia Adrians zauberhaften Märchenreihe gelesen. Ob dieser mich ebenso begeistern konnte, wie der Erste (bereits jetzt ein absolutes Jahreshighlight für mich), möchte ich Euch jetzt mitteilen :). Das Buch ist 2015 im Drachenmond Verlag erschienen und am ehesten als Märchenadaption einzugruppieren.515l1uy1nxl-_sx310_bo1204203200_

Bereits fünf Feen sind unter dem Schwert des Hexenjägers gefallen, bevor er sich Lilith, der dreizehnten Fee, zuwendet. Diese wartet im Schloss ihrer Schwester, der Eishexe, auf das Urteil der verbliebenen Feen. Weshalb ist sie damals verraten worden? Und warum gerade jetzt erwacht? Noch immer hat Lilith keine Antworten auf die drängendsten Fragen gefunden. Einzig das Orakel, ihre Schwester Kassandra, könnte Licht ins Dunkel bringen, doch deren Macht schwindet mit jeder Sekunde. Wird es Lilith gelingen, die Rätsel noch rechtzeitig zu lösen, bevor ihre große Liebe, der Hexenjäger, alle Feen vernichtet?

Insgesamt kommt „Die Dreizehnte Fee – Entzaubert“ nicht ganz an die Brillanz des ersten Teils heran, ist (da ich mit dem dritten Band nahezu fertig bin) wohl der schwächste Teil der Reihe. Um dies ganze aber mal in die richtige Perspektive zu rücken, bevor jemand das falsch versteht: „Entzaubert“ ist eines der besten Bücher, das ich in den letzten Jahren gelesen habe und würde auf einer Skala von 1 bis 10 lockere 11 Punkte erreichen. Nur hat Julia Adrian mit dem ersten Band ein „Überbuch“ vorgelegt, das mich so begeistert, so zerstört hat, wie kein anderes seit langem.

„Die Dreizehnte Fee – Entzaubert“ schließt nahtlos an den Vorgängerband an und erzählt die Geschichte von Lilith weiter. Bemerkenswert ist, dass mit Fortschreiten der Serie die Charaktere auch konsequent weiterentwickelt werden, was vor allem bei Lilith zu immer stärker ausgeprägten, fast schizophrenen Charakterzügen führt. Dabei tauchen auch liebgewonnene Nebencharaktere aus dem ersten Band (Uhrmacher) wieder auf und nehmen eine größere Rolle in der Geschichte ein. Gleichzeitig lernt man in dem Roman die anderen Feen besser kennen, ihre Geschichten und Schicksale, ihre verschiedenen Charaktereigenschaften und magischen Fähigkeiten.

Womit ich auch schon beim einzigen, hauchzarten Kritikpunkt wäre, der auch mehr dem persönlichen Geschmack entspringen kann. Durch die ganzen Rückblenden, in denen die Vergangenheit Pandoras und die Geschichten der Feenkinder erzählt werden, ist mir die Handlung etwas zu entschleunigt. Zwar tragen die Rückblenden durchaus zum Verständnis bei, und sind – wie alles in dem Buch – exzellent geschrieben, aus meiner Sicht ist jedoch die Balance – minimal – verschoben, der Fokus einen Hauch zu stark auf die Rückblenden gelegt, im Verhältnis zum restlichen Text. Nichtsdestotrotz gelingt es Julia Adrian, den Spannungsbogen immer aufrecht zu erhalten und den Leser durch unerwartete Wendungen immer wieder in eine neue Richtung zu lenken.

Wie schon angemerkt, habe ich sonst nichts auszusetzen. Der Schreibstil ist erneut grandios, der Weltenbau gelungen. Mit ihrer bildgewaltigen Sprache schafft die Autorin ein Kopfkino, das die jetzigen und vergangenen Ereignisse in Pandora vor dem geistigen Auge des Lesers zum Leben erweckt. Auch die Wahl der Ich-Perspektive von Lilith erweist sich erneut als Glücksgriff, so kann der Leser ihre Gedanken und Gefühle, ihre ambivalente Entwicklung nachvollziehen und miterleben.

Das Cover ist – wie könnte es anders sein – vom talentierten Alexander Kopainski entworfen worden und, erneut, ein Meisterwerk. Lektorat und Korrektorat (Michael Lohmann), Buchsatz (Astrid Behrendt), und Illustration (Svenja Jarisch) sorgen dafür, dass dieses Buch erneut liebevoll gestaltet und zusammengestellt wurde. Hier trifft der Verlagsslogan „Bücher mit Herzblut“ voll und ganz zu – es sind alles kleine Schätze. Die Coverinnenseiten sind teils ausklappbar und als kleines Gimmick wurden am Ende des Buches noch einige Bilder von einem Malwettbewerb zur Romanreihe abgedruckt.

Mein Fazit: „Die Dreizehnte Fee – Entzaubert“ schließt nahtlos an den Vorgängerband an und ist ein gelungenes, phantastisches Buch. Der Roman punktet vor allem durch bildgewaltige Sprache, ein tolles Setting und eine konsequente Weiterentwicklung der Protagonisten. Muss man als Liebhaber von phantastischen Geschichten gelesen haben – und auch, wenn einem das Genre fremd ist, sollte man der Autorin eine Chance geben und sich verzaubern lassen.

Julia Adrians Reihe setzt bereits jetzt Maßstäbe und gehört zum Besten, was die deutsche Phantastik hervorgebracht hat. Daher blicke ich, mit einem weinenden und einem lachenden Auge, zum dritten Teil, den ich gerade lese. Ich kann das Ende kaum erwarten, und möchte doch nicht, dass es ein Ende nimmt. Gibt es ein größeres Kompliment, das man einem Autor machen kann?

Deutscher Phantastik Preis 2017 – Shortlist!

Es ist geschafft! Die Anthologie „Heimchen am Schwert“, in der ich mit meiner Geschichte „Der Kreis der Sieben“ vertreten bin, ist auf der Shortlist zum „Deutschen Phantastik Preis“ 2017 gelandet. An dieser Stelle vielen, vielen Dank für alle, die dem femtastischen Werk Ihre Stimme gegeben haben :).

Seit dem 01.05.2017 läuft nun die finale Abstimmung. Bis zum 15.06.2017 kann unter den verschiedenen Kandidaten der Shortlist gewählt werden. Abstimmen könnt ihr unter : https://eveeno.com/123240092

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(c) www.ohneohren.com

Ich würde mich freuen, wenn Ihr auch in der letzten Abstimmungsrunde das Heimchen noch einmal kräftig unterstützen würdet, auch wenn es Don Quijotes Kampf gegen Windmühlen gleichkommt, den Drachenmond Verlag mit „Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln“ herauszufordern :).

In den anderen Kategorien war es mir unter anderem eine besondere Freude, meine Stimme dem Covergott Alexander Kopainski, der bezaubernden Nicole Gozdek, meinem Idol Bernhard Hennen und der wunderbaren Katharina Seck geben zu können, die ich Euch auch wärmstens ans Herz legen möchte.

Ich wünsche allen Teilnehmern viel Erfolg und einen sonnigen Sonntag!

[Buchgedanken] Olivia Mikula: „Snow Heart“

Als letztes Buch in meinem fantastischen Lesefrühling habe ich „Snow Heart“ von Olivia Mikula (Pseudonym eines österreichischen Autors) gelesen. Das Buch ist 2017 im Drachenmond Verlag erschienen und am ehesten dem Genre New-Adult Contemporary/Urban Fantasy zuzuordnen.

Die begeisterte Buchbloggerin Caspara steht kurz vor ihrem Studienabschluss. 61amy58ssil-_sx349_bo1204203200_Zusammen mit ihrer Oma Grace lebt die Studentin in Dublin. Seit Geburt besitzt sie als wiedergeborene Schneefrau magische Kräfte, doch der Einsatz dieser führt unweigerlich zu ihrem Tod. Als der Austauschstudent Wyatt in Casparas Leben tritt, ändert sich dieses schlagartig. In einem Kampf auf Leben und Tod, der nicht nur sie sondern auch ganz Dublin einschließt, muss sich Caspara ihren Feinden – und ihren Kräften stellen. Doch welche Rolle spielt Wyatt in diesem Kampf. Und vor allem, auf wessen Seite steht er?

„Snow Heart“ ist ein kompromissloser Roman. Sowohl was die Sprache, als auch was die Handlung angeht – vielleicht einmal vom Ende abgesehen. Ohne Rücksicht auf Verluste zieht der Autor eine Schneise der Verwüstung durch das malerische Dublin – eine überraschende und willkommene Abwechslung, hätte ich nach Cover und Klappentext doch eher erneut einen klassischen Young-Adult-Fantasyroman erwartet (liegt vielleicht aber auch an der Vielzahl dieser Titel, die ich in letzter Zeit gelesen habe).

Die Handlung des Romans überzeugt mit vielen, unerwarteten Wendungen und hält den Spannungsbogen die ganze Zeit aufrecht. Auch wenn die Desillusionaten mit ihren weißen Krawatten sehr an die Cleaner von Charmed erinnern (vielleicht ja eine Hommage?), punktet der Roman mit seinem Setting insgesamt. Ich hätte mir zwar etwas mehr Entschleunigung, etwas mehr Erklärungen gewünscht, aber alles in allem kann ich auch gut damit leben, dass diese dem stetig eskalierenden Schlagabtausch geopfert wurden. Aus meiner Sicht passt das Ende jedoch nicht ganz zur Grundstimmung des Romans und wirkt daher leicht deplatziert.

Die Charaktere des Romans werden auch in den – zugegebenermaßen wenigen – Nebenfiguren plastisch gestaltet. Egal ob Grace oder Amy, der Leser kann sich sofort ein Bild von ihnen machen. Die Protagonisten entwickeln sich während der Handlung stetig weiter. Gerade aufgrund ihrer fehlenden Perfektion kann sich der Leser gut mit ihnen identifizieren. Die Bindung zu Caspara wird auch dadurch gefördert, dass der Roman aus der Ich-Perspektive geschrieben worden ist. Auf die zusätzliche, im zweiten Teil des Romans eingestreute, weitere Ich-Perspektive hätte ich jedoch gut verzichten können.

Der Schreibstil des Autors ist teils drastisch, aber dem Genre angepasst und lässt sich gut lesen. Auch die Balance zwischen der Haupthandlung und der Liebesgeschichte ist gut eingehalten, und die gelegentlich eingestreuten erotischen Szenen niveauvoll dargestellt worden.

Das Cover ist gelungen und wurde von Covergott Alexander Kopainski erstellt, das Lektorat ist von Isabell Schmitt-Egner durchgeführt worden. Leichte Defizite gibt es im Korrektorat (Michaela Retetzki), da hier doch einige Fehler durchgerutscht sind. Der Buchsatz und das Seitendesign sind erneut wunderschön geworden – daher hier auch mal das Lob an Marlena Anders (Satz) und So Lil’art (Rahmenillustration).

Mein Fazit? „Snow Heart“ ist ein gelungener Roman, der vor allem mit dem irischen Setting und einer spannenden Handlung punkten kann. Man kann sich gut mit den Charakteren identifizieren. Für New-Adult und Fantasyliebhaber bedenkenlos zu empfehlen. Leseempfehlung ab 16 Jahren.