(FBM15) – Tag 3 der Buchmesse – die letzte Verschnaufpause!

Auch am dritten Tag startete ich geruhsam in die Messe. Was allerdings auch daran lag, dass aufgrund einer Baustelle zwischen Langen und Neu-Isenburg mein Zug, der überpünktlich (wirklich! – um 07:25:07 Uhr) wenige Sekunden nach der geplanten Abfahrt den Bahnhof verließ, mit einer Verspätung von etwas mehr als 40 Minuten in Frankfurt eintraf.

Trotz des schlechten Startes wurde es jedoch ein fabelhafter Tag. Charlotte Roche stellte nicht nur ihr neuestes Buch vor, sie stand danach spontan und ungeplant noch für Autogramme und Fotos zur Verfügung (hätte ich das gewusst, hätte ich mir sogar ein Buch von ihr gekauft!) ;). Im Gespräch mit der FAZ-Redakteurin war sie spritzig und frech wie eh und je, gab Einblicke in ihren Schreiballtag, ihre Ängste und Gefühle bei der Veröffentlichung von Büchern. Ich möchte euch zwei Zitate aus diesem Gespräch nicht vorenthalten.

Auf die Frage, ob sie nicht mittels Plottwists, die einen Protagonisten plötzlich unsympatisch machten, versuchen würde, den Leser hereinzulegen, der sich fast mit der Protagonistin identifiziert hätte, antwortete sie: „Beim Schreiben denke ich nicht über den Leser nach und vor allem stelle ich ihm keine Fallen. Wie gemein wäre das denn!“

Nachdem sie sich zudem als Serienjunkie geoutet hatte (ihr aktueller Tipp: „Olive Kitteridge“) und die Serien bei ihnen normalerweise immer zusammen in der Familie geschaut werden, führte sie zum Thema „Spoiler“ noch aus: „Allein ’ne Serie weiterzuschauen ist schlimmer als fremdgehen“.

Nach der Veranstaltung mit Charlotte streifte ich erneut mit Freunden durch die Hallen, erkundete erstmals richtig auch Halle 5.

Zweites Veranstaltungshighlight des Tages war die Präsentation von „Wir können alles sein, Baby“, dem zweiten Gedichtband von Julia Engelmann, die auch zwei Gedichte vortrug. Von der Moderatorin als „Heldin der modernen Poesie“ vorgestellt, als „Stimme einer Generation“, trat Julia Engelmann angenehm bodenständig auf und begeisterte mich (wie zu erwarten war) restlos. Auch sie stand im Anschluss ungeplant für Autogramme zur Verfügung. Hier hatte ich meine blinde Hoffnung darauf gesetzt und ihr erstes Buch mitgebracht, was ich bereits hatte, und welches nun um eine Widmung von ihr reicher ist.

(*Die Fotos zu den Veranstaltungen werden in Kürze eingebaut, sie sind lediglich noch nicht alle auf den PC, von dem ich den Blogbeitrag tippe, übertragen*)

Mit Abschluss des dritten Tages endete auch die ruhige Zeit auf der Buchmesse. Ab Samstag darf auch das Publikum die Stände stürmen und die Besucherzahlen werden in die Höhe sprießen und die Gänge vollstopfen. Was steht bei mir an so einem Tag an? Vor allem Signierstunden und ein Treffen mit einer Verlegerin, bevor ich am frühen Nachmittag den vollgestopften Messehallen „entfliehe“ und nach Dreieich pendle, um dort den BuchmesseConvent – eine kleinere, rein phantastische Buchmesse zu besuchen.

Liebe Grüße
Erik

(FBM15) Buchmesse-Klappe die 2.

Nachdem ich den heutigen Tag ohne Kopfschmerzen überstanden habe, kommt der Bericht dieses Mal sogar noch pünktlich, wenn auch knapp, vor Tagesende :).

Auch am zweiten Tag habe ich es etwas ruhiger angehen lassen – was ich mir für dieses Jahr generell vorgenommen hatte, nach dem Mammutprogramm im letzten Jahr. Bis auf den Samstag werde ich wohl an keinem Tag wirklich rotieren und im Stress versinken.

Der Messetag begann mit einer etwas chaotischen Anreise. Zuerst hatte der Regio 15 Minuten Verspätung (die er aber dankenswerterweise erst auf der Fahrt gesammelt hatte), sodass sich die Zeit im Zugsitz, die ich zum Schreiben, Lesen und Dösen genutzt habe, nur etwas verlängert hat. In Frankfurt sind allerdings die S-Bahnen zur Messe ausgefallen. Glücklicherweise hatte ich vor kurzem mitbekommen, dass die Messe auch gut per Straßenbahn erreichbar ist, sodass ich kurzfristig umgesattelt bin – insgesamt hielt sich die Verspätung mit etwa 30 Min. also noch in Grenzen.

Den Rest des Vormittages habe ich dann am Stand des Monika Fuchs Verlages verbracht, viele Sachen, sei es über die Entwicklung der Rezensionsblogger in den letzten Jahren oder zu Fragen zum Thema Verlagsauslieferung gelernt, tolle Gespräche geführt und entspannt den Messebetrieb in Halle 3.1 beobachtet.

Im Anschluss hatte ich einen Termin mit der Verlegerin des tollen Oldigor Verlags, mit dem ich bereits zwei Mal zusammengearbeitet habe. Und wer weiß – vielleicht gibt es irgendwann auch ein drittes Mal – man sollte niemals nie sagen, vor allem dann, wenn man genremäßig gut zusammenpasst. Als kleines Überraschungsgeschenk gab es zudem ein Exemplar von „Crazy about you“, ein Romance-Kurzroman des Verlages. Alles in allem verlief das Treffen sehr positiv und angenehm, es ist immer wieder schön, wenn die Personen, mit denen man bisher nur per Mail und Facebook in Kontakt stand, sich in Echt als mindestens genauso nett entpuppen :).

Danach traf ich mich (ein Punkt, der fest in meinem Messeprograbuchmessehalle6mm für jedes Jahr fixiert ist ;)) mit guten Freunden, wir sind gemeinsam über die Messe geschlendert, haben unter anderem Halle 6 (das Foto zeigt einen Blick über Halle 6.0) und die Vorstellung des Ehrengastes besucht. Auch dafür ist die Messe gut. Leute, die man viel zu selten trifft, wiederzusehen – Bücher verbinden :).

Bevor ich es erneut vergesse, habe ich meine Ankündigung natürlich wahr gemacht, beim „Beauty and the Book“-Award für „Outlander: Feuer und Stein“ zu stimmen. Allerdings sieht es nicht gut aus, es liegt abgeschlagen im Mittelfeld. Eine kleine Resthoffnung verbleibt, dass am Samstagmorgen die große Outlander-Fangemeinde die Messe stürmt, aber ob sie überhaupt davon etwas mitbekommen haben, ist zweifelhaft.

Am Schluss noch ein kurzer Ausblick auf Morgen – den Tag der starken Frauen ;). Am späten Vormittag spricht Charlotte Roche über ihr neues Buch, am späten Nachmittag Julia Engelmann. Einen stärkeren Kontrast könnte es wohl nicht geben – poetisch-versierte, lebensbejahende, fast philosophische Slammerin vs. schonungslos direkte, tabubrechende Romanautorin und Fernsehstar. Ich mag beide sehr und freue mich daher schon auf den Tag. Wenn ich pünktlich in Frankfurt bin, werde ich am Vormittag nochmal den Fuchs Verlag besuchen gehen (quasi schon Routine) 😉 – und mich am Nachmittag erneut mit Freunden treffen – eventuell gehts zur Antiquariatsmesse.

Liebe Grüße
Erik