[Buchgedanken] A. J. Marini: „stromLos: cumulonimbus“ (stromLos 1)

In den letzten Tagen habe ich „stromLos: cumulonimbus“ gelesen, den Auftakt der „stromLos“-Dilogie aus der Feder von A. J. Marini. Das Buch ist 2014 in der Pagina Verlag GmbH erschienen und dem Genre Dystopie zuzurechnen, wobei sich auch gute Argumente für die Klassifizierung als Science-Fiction-Thriller finden lassen. Das mir vorliegende Exemplar entstammt bereits der zweiten Auflage (Glückwunsch!). Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag und die vermittelnde Agentur Literaturtest für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

61w6KSCKC8L._SX348_BO1204203200_2039. Der Planet stöhnt unter unbarmherziger Hitze. Rätselhafte Krankheiten haben sich ausgebreitet, nie dagewesene Mortalitätsraten dezimieren die Erdbevölkerung. Zwei Menschen, gegensätzlich wie Feuer und Wasser, treffen aufeinander und stranden in einer globalen Katastrophe. Emi Boulder, Biologin, 30, die bezaubernd hübsche Tochter des Physik-Nobelpreisträgers Tim Boulder, ist getrieben von einem Wunsch: Die Menschheit zu retten. Sie steht kurz vor ihrem größten Erfolg, der Entdeckung einer neuen Wunderheilpflanze im südamerikanischen Regenwald. Ben Bates, der trink- und spielsüchtige Senkrechtstarter bei der Finanzheuschrecke WhiteWater, 33, schert sich einen Dreck um die Menschheit. Genau dort, wo Emi forscht, will sein Investmentkonzern das unglaublichste Bauvorhaben starten, das je in Angriff genommen wurde. Ein intrigenreicher Kampf um das wertvolle Stück Urwald entbrennt, bis die Ereignisse eskalieren …

„stromLos: cumulonimbus“ ist – trotz seines Alters – ein hochaktuelles Buch. Überbevölkerung, Pandemien, Klimaschutz – der Autor verwebt viele Themen und Herausforderungen der modernen Zeit zu einem spannenden und brisanten Buch, das Verschwörungstheoretiker und Umweltschützer gleichermaßen anspricht. Daher ist auch noch einmal festzuhalten, dass es sich hierbei trotz des realistisch gehaltenen Szenarios und den Anspielungen auf reale Personen/Firmen um reine Fiktion handelt.

Der Einstieg in das Buch fällt recht mühsam aus – und wäre aus meiner Sicht so auch nicht zwingend notwendig gewesen, genau wie die Fülle an wissenschaftlich anmutenden Details und Erklärungen zwischendurch oder die exzessiven Szenen, die in Darkraven spielen. Wenn man sich jedoch durchkämpft und am Ball bleibt, wird man als Leser, gerade in der zweiten Hälfte, mit einer spannenden und sich immer besser entwickelnden Handlung belohnt.

Dabei balanciert das Setting an der Grenze zwischen futuristisch und realistisch, hält sich teils im Rahmen des Vorstellbaren. Insgesamt ist es anschaulich beschrieben und lässt beim Leser Bilder im Kopf entstehen. Der Schreibstil des Autors ist sehr informationslastig – etwas mehr „Show, don’t tell“ hätte hier den Leser noch stärker ins Boot geholt, ihn noch mehr am Geschehen teilhaben lassen. Diese Informationsflut wird auch durch die Wahl der Erzählperspektive, sowohl eine Ich-Erzählung aus der Sicht von Ben, als auch eine auktoriale Erzählperspektive begünstigt.

Durch die sich immer steigernde Handlung wird der Spannungsbogen größtenteils gehalten und man fiebert dem Folgeband entgegen, der aber auch zwingend gelesen werden muss, da Band 1 als Standalone mangels Ende nicht funktioniert. Zum Glück liegt „stromLos: odyssee“ bereits neben mir, sodass ich heute damit beginnen kann.

Kleinere Schwächen finden sich in der Buchgestaltung. Lektorat und Korrektorat (so durchgeführt) und Buchsatz sind kleinere Fehler durchgerutscht, die sich gerade noch so im Rahmen halten. Das Titelbild ist ansprechend und das Cover verfügt über Klappen, die Coverrückseite ist allerdings einfallslos. Über farbige Coverinnenseiten oder einen Gesamtentwurf für einen Buchumschlag hätte hier noch ein deutlich ansprechenderer Gesamteindruck geschaffen werden können.

Mein Fazit? „stromLos: cumulonimbus“ ist ein solider dystopischer Roman, dessen Setting brandaktuell ist und der vor allem durch eine spannende, hochdramatische Handlung punktet. Kleinere Schwächen, gerade zu Beginn, und in der Buchgestaltung schmälern das Lesevergnügen nur gering. Für Genreliebhaber bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Suzanne Collins: „Die Tribute von Panem X: Das Lied von Vogel und Schlange“

Vor wenigen Tagen habe ich „Die Tribute von Panem X: Das Lied von Vogel und Schlange“ von Suzanne Collins beendet, eine Vorgeschichte zur Weltbestsellertrilogie „Die Tribute von Panem“. Der Roman wurde 2020 in der Verlag Friedrich Oetinger GmbH veröffentlicht, die Originalausgabe erschien ebenfalls 2020 bei Scholastic Press unter dem Titel „The Ballad of Songbirds and Snakes“. Das Buch ist dem Genre Dystopie zuzuordnen.

41O3M07O7sL._SX346_BO1204203200_Ehrgeiz treibt ihn an. Rivalität beflügelt ihn. Aber Macht hat ihren Preis. Es ist der Morgen der Ernte der zehnten Hungerspiele. Im Kapitol macht sich der 18-jährige Coriolanus Snow bereit, als Mentor bei den Hungerspielen zu Ruhm und Ehre zu gelangen. Die einst mächtige Familie Snow durchlebt schwere Zeiten und ihr Schicksal hängt davon ab, ob es Coriolanus gelingt, seine Konkurrenten zu übertrumpfen und auszustechen und Mentor des siegreichen Tributs zu werden. Die Chancen stehen jedoch schlecht. Er hat die demütigende Aufgabe bekommen, ausgerechnet dem weiblichen Tribut aus dem heruntergekommenen Distrikt 12 als Mentor zur Seite zu stehen – tiefer kann man nicht fallen. Von da an ist ihr Schicksal untrennbar miteinander verbunden. Jede Entscheidung, die Coriolanus trifft, könnte über Erfolg oder Misserfolg, über Triumph oder Niederlage bestimmen. Innerhalb der Arena ist es ein Kampf um Leben und Tod, außerhalb der Arena kämpft Coriolanus gegen die aufkeimenden Gefühle für sein dem Untergang geweihtes Tribut. Er muss sich entscheiden: Folgt er den Regeln oder dem Wunsch zu überleben – um jeden Preis.

Die Erwartungen, die die Welt an „Das Lied von Vogel und Schlange hatte“, waren immens, schließlich gehört „Die Tribute von Panem“ zu den Werken, die eine ganze Generation geprägt, und ein immens erfolgreiches Filmfranchise gestartet haben. Mit mehr als 100 Millionen verkauften Büchern gehört die Reihe zu einem sehr illustren Club und verfügt über eine treue und gigantische Fangemeinde. Ein neuer Teil war daher ein großes Risiko, er musste an die alten Erfolge anknüpfen und durfte – viel wichtiger – die Fans nicht enttäuschen, sodass sie sich nicht von der Reihe abwenden. Um das Ergebnis mal vorwegzunehmen – dies ist Suzanne Collins meiner Meinung nach gelungen.

Von der ersten Seite an fühlt man sich in die Welt von „Panem“ zurückversetzt, saugt die Atmosphäre gierig auf und – ja, lernt noch einiges über die Vergangenheit des Kapitols und der Distrikte hinzu. Auch wenn die Handlung teils etwas langatmig ist und einige Sachen naturgemäß vorweggenommen sind durch die spätere Trilogie, kommt jedoch nie Langeweile auf. Der Autorin gelingt es, den Spannungsbogen die ganze Zeit zu halten, und den Leser auch durch unerwartete Wendungen auf falsche Fährten zu locken.

Am beeindruckendsten ist jedoch, dass es Suzanne Collins gelingt, zwischen dem Leser und dem späteren, grausamen Antagonisten der Originaltrilogie eine Bindung zu schaffen. Gleichsam fasziniert und erschrocken folgt man seinem Werdegang und seinen Gedanken, die immer logisch sind und auf der Grenze zwischen richtig und falsch balancieren. Man ertappt sich dabei, mit Snow mitzufiebern und ihm Glück zu wünschen, obgleich in vielen Handlungen und Aussagen bereits der kompromisslose Geist angelegt ist – ein Meisterstück der Charakterentwicklung.

Das Setting überzeugt ebenfalls auf ganzer Linie. Düster und archaisch, gezeichnet von den Kriegsfolgen verschwimmen die später manifestierten Gegensätze zwischen Kapitol und Distrikten etwas, und werden doch auf jeder Seite deutlich. Altbekannte Schauplätze und neue Orte sowie kleine, eingestreute Details und Verbindungen sorgen dafür, dass man sich beim Lesen sofort wohlfühlt – trotz der düsteren Atmosphäre.

Die Buchgestaltung ist ebenfalls gelungen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, das Cover ist klassisch gehalten, aber eindrucksvoll und ein absoluter Eyecatcher. Zusammen mit der Neuauflage der alten Trilogie bildet es einen einheitlichen Gesamteindruck mit hohem Wiedererkennungswert. Zudem wird der Buchschnitt von einem ausklappbaren Schutz bedeckt.

Mein Fazit? „Die Tribute von Panem X: Das Lied von Vogel und Schlange“ ist ein in allen Punkten überzeugender, dystopischer Roman, der vor allem durch ein brillantes Setting und einen wahnsinnig überzeugenden Protagonisten punkten kann. Ein definitives Jahreshighlight, wenn es auch nicht ganz an die schiere Perfektion der Originaltrilogie heranreicht. Für Leser aller Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab dem vom Verlag empfohlenen Alter von 14.

[Buchgedanken] Isabel Kritzer: „America’s Next Magician“ (Next Magician 2)

Vor wenigen Tagen habe ich „America’s Next Magician“  beendet, den Abschlussband der „Next Magician“-Dilogie von Isabel Kritzer. Das Buch ist 2020 im Drachenmond Verlag erschienen und – wie der Vorgänger – eine bunte Mischung aus Dystopie, Young Adult Romantasy und fantastischem Jugendbuch. Vielen Dank an dieser Stelle an die Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares. Die Besprechung zu Band 1 kann *hier* abgerufen werden.

~~~ Achtung: Die Besprechung kann milde Spoiler zum Vorgängerband enthalten! ~~~

51xlJGTXLJL._SX350_BO1204203200_25 Länder. 5 mächtige Magicians. Wer herrscht?
Ein verheißungsvoller Kuss, der über die Zukunft entscheidet.
Eine neue Macht, die für das Reich kämpft.
Ein Junge aus dem goldenen Palast, der den Kaiser stürzen will.

Die Regentschaftswahl ist entschieden, die Rebellion entfacht! Eine Serie von Attentaten auf Magicians und ein teuflischer Racheplan drohen California ins Chaos zu stürzen. Gleichzeitig versucht Josephine zu begreifen, was passierte, was Wahrheit und was Lüge ist. Statt Antworten eröffnet ihr ein Besuch bei Tekre Industries, dem bedeutendsten Nachrichtendienst, beunruhigende Geheimnisse. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, als der Kaiser sie in seinen goldenen Palast einlädt. Hightechwaffen beziehen am Himmel Stellung, Totgeglaubte leben und Magie liegt in der Luft.

„America’s Next Magician“ ist ein würdiger Abschluss der Dilogie und knüpft nahtlos und unmittelbar an die Handlung des Vorgängerbandes an. Dadurch hat man die Chance, weiterhin mit den altbekannten Charakteren mitzufiebern, lernt gleichzeitig aber auch neue Figuren kennen.

Auch wenn die Handlung nur langsam in Fahrt kommt, wird der Spannungsbogen grundsätzlich die ganze Zeit gehalten und steigert sich unaufhörlich bis hin zum großen Finale, das – auch wenn ich mir teils einen anderen Ausgang gewünscht hätte – die Erwartungen doch erfüllt. Dabei gelingt es der Autorin, den Leser immer wieder mit unerwarteten Wendungen und neuen Enthüllungen zu fesseln und zu schockieren.

Das – dystopische – Setting ist erneut sehr gut vorstellbar, der Weltenbau wird weiter ausgebaut und angereichert. Auf einige technische Informationen, insbesondere zu den Waffensystemen, hätte ich allerdings verzichten können. Zwar ist Authentizität und Plausibilität auch in fantastischen Welten wichtig, aber es handelt sich schlussendlich nicht um einen Science-Fiction Roman.

Die einzelnen Charaktere – auch in den Nebenrollen – sind vielschichtig und dreidimensional angelegt, haben Stärken, Schwächen und Ziele. In diesem Band hat mir insbesondere Yasemine sehr gut gefallen. Die Protagonisten entwickeln sich auch im Verlauf der Handlung weiter, lediglich Josis letzte Entscheidung empfinde ich persönlich als Rückschritt.

Die Buchgestaltung ist, wie zu erwarten war, brillant gelöst. Lektorat und Korrektorat haben solide gearbeitet, der Buchsatz ist mit wenigen Ausnahmen wunderschön. Als Kritik auf hohem Niveau könnte man vielleicht anmerken, dass die Initiale zu Kapitelbeginn teils den normalen Text etwas verdecken und man auf die Zusammenfassung von Band 1 hätte verzichten können. Abgesehen davon wird der Buchsatz durch eine Playlist, eine Karte und wundervolle Illustrationen ergänzt. Das Cover von Alexander Kopainski ist erneut ein wahrer Eyecatcher und bildet mit dem Vorgänger ein tolles Reihenbild, das für einen hohen Wiedererkennungseffekt sorgt.

Mein Fazit? „America’s Next Magician“ ist der gelungene Abschluss der „Next Magician“-Dilogie und kann vor allem durch eine spannende Handlung, tolle Charaktere und ein brillantes Setting punkten. Für Leser des Genres bedingungslos zu empfehlen – und bereits jetzt ein potentielles Jahreshighlight.

[Veröffentlichung] „Fast Menschlich“

Heute ist es endlich soweit und die Anthologie „Fast Menschlich“ erscheint im Eridanus Verlag! In der Sammlung ist auch meine Kurzgeschichte „Das Sicherheits-Update“ enthalten, mit der ich mich erneut in die Gefilde der dystopischen Science-Fiction gewagt habe. Leider ist die Release-Party ja zusammen mit der Messe abgesagt werden, aber das soll uns nicht davon abhalten, die Neuerscheinung zu feiern. Für alle Interessierten findet auf Facebook auch eine Watchparty mit einigen Lesungen aus den Geschichten statt – und wer den Verlag unterstützen möchte, kann das Buch unter anderem *hier* erwerben.

Hier noch einmal das wunderschöne Cover und der Klappentext!

Lässt sich Menschlichkeit programmieren?51p6WXwRkqL._SX310_BO1204203200_

Sie werden uns immer ähnlicher! Von einigen herbeigewünscht, von anderen gefürchtet, schreitet die Entwicklung im Bereich von Künstlicher Intelligenz unaufhaltsam voran. Doch wohin führt uns dieser Fortschritt? Vielleicht sind Androiden bald nicht wegzudenken, sind für uns Helfer, Lebensgefährten, Geliebte. Oder sie werden zur echten Gefahr, sobald sie zu dem Schluss kommen, dass nicht wir, sondern sie selbst die besseren „Menschen“ sind.

Lässt sich Menschlichkeit programmieren? Kann aus künstlichem Dasein durch entsprechende Metamorphose eine eigene Lebensform entstehen? Können Androiden genau wie wir mehr als die Summe ihrer Teile sein? Oder ist am Ende gar die Symbiose von Mensch und Maschine die nächste logische Stufe der Evolution? Alles scheint möglich!

25 Autorinnen und Autoren erzählen in „Fast menschlich“ Geschichten, in denen die Grenze zwischen KI und Menschen auf unterhaltsame, aber oft auch erschreckend realistische Weise überschritten wird.
Mit 25 Illustrationen.

Viel Spaß beim Lesen!

[Buchgedanken] Terry Brooks: „Die Reise der Jerle Shannara 1 – Die Elfenhexe“ (Die Shannara Chroniken 8)

In der letzten Zeit habe ich „Die Elfenhexe“, den ersten Band der Reihe „Die Reise der Jerle Shannara“ von Terry Brooks gelesen, insgesamt den achten Band der neuaufgelegten Shannara-Chroniken. Das Buch ist in der jetzigen Fassung 2018 beim Blanvalet Verlag in der Verlagsgruppe Random House GmbH erschienen, erstmals wurde das Buch 2003 unter dem Titel „Die Hexe von Shannara“ in Deutschland veröffentlicht. Die Originalausgabe erschien 2000 unter dem Titel „The Voyage of the Jerle Shannara Trilogy 1 – The Ilse Witch“ bei Del Rey, New York. „Die Elfenhexe“ ist dem Genre High-Fantasy zuzurechnen, wenn auch dystopische Anklänge vorhanden sind.

51e0mdbOf3L._SX332_BO1204203200_Seit die Föderation mithilfe der Talismane von Shannara besiegt werden konnte, ist es Walker Bohs Bestreben, dem Rat der Druiden neues Leben einzuhauchen. Er ahnt nicht, dass er bald andere Probleme lösen muss: An Bord des Luftschiffs Jerle Shannara bricht er auf, um einen geheimnisvollen Schatz zu suchen, der über das Schicksal der Menschen entscheiden wird. Der Beginn einer Reise ins Unbekannte, die von großen Abenteuern und Gefahren begleitet wird – denn die mächtige Ilse-Hexe will den Druiden unter allen Umständen vernichten!

„Die Reise der Jerle Shannara 1 – Die Elfenhexe“ spielt einige Generationen nach „Die Erben von Shannara“ und schreibt die Geschichte der Vier Lande nahtlos fort. Aufgrund des zeitlichen Versatzes sind – mit ganz wenigen Ausnahmen – keine bekannten Charaktere mehr vorhanden, und der Leser erlebt die Geschichte mit einer neuen Generation an Helden, die – wie sollte es allerdings anders sein – von einem Druiden auf einen Quest geschickt werden. Zudem stammen sie aus altbekannten Familien, mehr möchte ich hier allerdings nicht verraten.

„Die Elfenhexe“ punktet vor allem durch einen brillanten Weltenbau und zementiert die Vorbildfunktion, die Terry Brooks in diesem Aspekt für die nachfolgenden Generationen an Autoren hat. Trotz des mittlerweile achten Bandes, erkundet der Leser mit den Protagonisten immer neue Ecken der Vier Lande, deren Geschichte und Entwicklung nachvollziehbar dargestellt werden. Durch die sehr ausführlichen, bildhaften Beschreibungen, die allerdings nie zu viel Raum einnehmen, gelingt es Terry Brooks so, die Welt bildhaft für den Leser entstehen zu lassen, ihm ein bildgewaltiges Setting zu liefern, das das Kopfkino sofort anspringen lässt.

Auch die Handlung überzeugt im Wesentlichen. So wird der Spannungsbogen die ganze Zeit gehalten, wenn auch einige Ereignisse etwas antiklimaktisch ablaufen. Zudem sind Teile der Handlung im Grunde vorhersehbar. Dennoch schafft der Autor es, die einzelnen Handlungsstränge bis zum fulminanten Finale gut zusammenzuführen. Letzteres lässt den Leser allerdings auch mit einem – für die Reihe sehr ungewöhnlich – harten Cliffhanger zurück, den man durchaus hätte abmildern können.

Aufgrund der Vielzahl von Charakteren und Handlungssträngen ist es schwierig, allen gerecht zu werden. Dies sorgt dafür, dass einige bislang noch blass bleiben, wenig Ecken und Kanten haben, was sich aber durchaus im Verlauf der Reihe noch geben kann und – erfahrungsgemäß – auch wird. Dennoch fiebert der Leser bereits jetzt mit den einzelnen Charakteren mit, leidet, lacht und weint mit ihnen.

Auch die Buchgestaltung überzeugt, erwartungsgemäß, auf ganzer Linie. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, auch wenn ich mir durchaus eine Karte gewünscht hätte. Das Cover ist klar strukturiert, hochwertig geprägt und passt sich perfekt in die Reihe ein, was für einen hohen Wiedererkennungswert sorgt.

Mein Fazit? „Die Reise der Jerle Shannara 1 – Die Elfenhexe“ liefert genau das, was man erwartet: Den Beginn einer neuen, spannenden Heldenreise in der brillant kreierten Welt von Shannara – für Leser des Genres bedingungslos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Isabel Kritzer: „California’s Next Magician“ (Next Magician 1)

Vor kurzem habe ich „California’s Next Magician“ gelesen, den Auftaktband der zauberhaften Next-Magician-Dilogie von Isabel Kritzer. Das Buch ist 2019 im Drachenmond Verlag erschienen, der Nachfolgeband „America’s Next Magician“ erscheint im März 2020 und ist bereits beim Verlag vorbestellbar.

25 Magicians. 5 magische Aufgaben.
Wer überlebt? Ein silberner Brief, der fünfundzwanzig Schicksale besiegelt. Eine neue Weltordnung, errichtet durch die Magie von vier Gilden. Ein Mädchen aus den Glastürmen, dessen Mut alles verändert.

51AjXFRDZCL._SX350_BO1204203200_Magische Aufgaben und starke Konkurrenten erwarten Josephine im Schloss, als ein Brief sie zur Teilnahme an der Regentschaftswahl Californias verpflichtet. Modernste Technik soll die dauerhafte Übertragung des Geschehens im Land gewährleisten und ein Abgesandter des Kaisers die Fairness wahren. Doch der momentane Regent denkt gar nicht daran, abzudanken. Während Josephine großes magisches Potenzial entwickelt, wird schnell klar: Es gibt kein Entkommen! Weder vor den Kameras und den gefährlichen Aufgaben der Wahl, noch vor den Mordanschlägen auf sie. Und schon gar keine Zukunft für ihre geheime Liebe – oder?

„California’s Next Magician“ erfüllt die hohen Erwartungen, die ich im Vorfeld hatte, völlig, ist aber auch perfekt auf meinen Lesegeschmack zugeschnitten. Als Mischung aus „Selection“ und „Tribute von Panem“, gewürzt mit einem Schuss Magie und garniert mit einer, allerdings etwas im Hintergrund stehenden, Liebesgeschichte, ist das Buch ein wahrer Pageturner und sorgt dafür, dass man es am liebsten gar nicht aus der Hand legen möchte.

Diese Kombination zeigt aber auch ein kleines Problem des Buches: eine Genrezuordnung fällt mir nicht leicht, deshalb habe ich sie auch oben unterlassen. So sind sowohl dystopische Anklänge, als auch Elemente der Urban Fantasy vorhanden – von Young-Adult-Romantasy ganz zu schweigen. Vielleicht könnte man sich auf „fantastisches Jugendbuch“ einigen, aber zum Glück muss ich diese Entscheidung ja nicht treffen :).

Die Handlung ist hochspannend, der Autorin gelingt es, mit mehreren unerwarteten Wendungen den Leser immer wieder im Unklaren zu lassen. Der Weltenbau überzeugt ebenfalls im Großen und Ganzen, wenn auch hier durchaus noch Lücken sind, die hoffentlich durch den Nachfolgeband geschlossen werden. Durch die (perfekte) Wahl der Erzählperspektive, einer Ich-Erzählung aus Sicht der Protagonistin, lernt der Leser mit ihr zusammen die Welt kennen, kann sich gut mit ihr identifizieren, leidet, lacht und verzweifelt mit ihr – ich bin immer noch leicht schockverliebt!

Die einzelnen Charaktere sind insgesamt vielschichtig und dreidimensional angelegt, haben Schwächen, Stärken, jeweils eigene Ziele und Motive – und entwickeln sich auch im Laufe der Handlung weiter. Dabei hoffe ich, in Band zwei vielleicht auch von einigen meiner bevorzugten Nebencharaktere (Majlin und Rayn) noch mehr zu lesen.

Als dystopisch-angehauchter Roman wartet „California’s Next Magician“ zudem mit einigen gesellschaftskritischen Elementen auf. Egal, ob es sich um das Thema Umweltschutz, die Gleichberechtigung von Mann und Frau oder um Fragen von autokratischen Herrschaftssystemen handelt, Isabel Kritzer gelingt es, ohne belehrend zu wirken, in Form einer fantastischen Geschichte eigene Meinungen und Überzeugungen zu vermitteln – vor dem Hintergrund eines anschaulichen, und wirklich brillanten Settings. Dabei ist der Schreibstil der Autorin leicht und flüssig lesbar, humorvoll und hochemotional.

Die Buchgestaltung ist – wie im Verlag üblich – überzeugend. Lektorat und Korrektorat haben im Wesentlichen sauber gearbeitet, der Buchsatz ist schön und wartet zudem mit einer Illustration, einer Weltkarte und einer Playlist auf. Das Cover hingegen ist brillant – ein wahrer Eyecatcher, ein wirkliches Meisterwerk von Covergott Alexander Kopainski, auf das auch eine meiner Stimmen im Lovelybook Leserpreis 2019 entfiel.

Mein Fazit? „California’s Next Magician“ ist ein überzeugender Auftakt in eine magische Dilogie, der vor allem durch eine spannende Handlung, tolle Charaktere und ein wunderschönes Setting brilliert. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab dem vom Verlag empfohlenen Alter von 14.

Wenn es dem zweiten Band – den ich übrigens kaum noch erwarten kann – gelingt, letzte Lücken im Weltenbau zu schließen und die Handlung nahtlos und genauso spannend weiterzuführen, ist der Dilogie ein Platz in meinen Jahreshighlights 2020 bereits jetzt kaum zu nehmen.

 

[Buchgedanken] Terry Brooks: „Die Erben von Shannara 4 – Schattenreiter“ (Die Shannara Chroniken)

Vor einiger Zeit habe ich „Schattenreiter“ gelesen, den vierten Band der „Erben von Shannara“-Reihe und insgesamt den siebten Band der Neuauflage aus dem Shannara-Universum von Terry Brooks. Die mir vorliegende Ausgabe ist 2018 bei Blanvalet veröffentlicht worden, die Originalausgabe erschien 1993 unter dem Titel „The Talismans of Shannara“ bei Ballantine, New York. Die deutsche Erstveröffentlichung erschien zweigeteilt 1993/1994 bei Blanvalet unter den Titeln „Die Reiter von Shannara“ und „Die Talismane von Shannara“. Das Buch ist am ehesten dem Genre High-Fantasy zuzuordnen, auch wenn dystopische Elemente vorhanden sind. Meine Rezensionen zu den Vorgängerbänden können hier abgerufen werden (Das Schwert der Elfen, Elfensteine, Das Lied der Elfen, Heldensuche (Erben 1), Druidengeist (Erben 2), Elfenkönigin (Erben 3))

~~~  Achtung! Die nachfolgende Besprechung könnte milde Spoiler zu den Vorgängerbänden beinhalten ~~~

51pQWWOWjZLDie drei Nachfahren von Shannara haben die Aufgaben gemeistert, die ihnen der Geist des Druiden Allanon auferlegt hatte. Wren hat das verschollene Volk der Elfen in die Welt zurückgeführt. Par hat das magische Schwert von Shannara gefunden. Und Walker Boh hat Paranor, die Festung der Druiden, aufgespürt und wurde so selbst zum Druiden. Doch Rimmer Dall, der Anführer der dunklen Föderation, entfesselt nun ihre gesamte Macht gegen die Erben Shannaras. Während er die vier Schattenreiter nach Paranor entsendet, um Walker Boh zu vernichten, setzt er gleichzeitig die Armee der Föderation in Marsch, um die zurückgekehrten Elfen zu unterwerfen. Nicht jeder wird den Kampf überleben …

„Schattenreiter“ ist ein sehr ambitioniertes Buch, das die vielen Handlungsstränge aus den Vorgängerbänden zusammenführen, vereinen und vernünftig beenden muss. Und – überraschenderweise – es gelingt ihm noch besser als erwartet. „Schattenreiter“ ist ein gelungener Abschluss, der nicht nur altbekannte Protagonisten in den Fokus rückt, sondern auch starke, neue Charaktere wie Matty Roh einführt – und damit den Roman zum besten Teil der „Erben“-Reihe macht.

Größter Pluspunkt der gesamten Reihe bleibt der unnachahmliche Weltenbau, der konsequent und überzeugend die Geschichte der Welt fortschreibt – ich bin jetzt bereits gespannt darauf, wie es mit den Vier Landen in den nächsten Büchern aus dem Shannara-Universum weitergeht.

Die Handlung ist spannend, ausgewogen und schnelllebig. Terry Brooks gelingt es, allen Handlungssträngen genug Spielraum zur Entfaltung einzuräumen – und diese gekonnt miteinander zu verflechten, auch wenn das Ende fast zu schnell, fast zu einfach daherkommt. Nichtsdestotrotz klebt man als Leser am Buch, möchte es kaum aus der Hand legen.

Die Buchgestaltung ist – wie üblich – gelungen, Lektorat, Korrektorat und Buchsatz überzeugen auf der ganzen Linie. Das Cover ist hochwertig geprägt, passt sich gut in die Reihe ein, sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert und ist, was Titelbild und Farbgebung betrifft, mein Lieblingscover der „Erben“-Reihe.

Mein Fazit? „Die Erben von Shannara 4 – Schattenreiter“ ist ein in allen Punkten überzeugender High-Fantasy Roman und führt die Reihe zu einem mehr als gelungenen Abschluss. Tolle Charaktere und ein beeindruckender Weltenbau sorgen für ein rasantes Lesevergnügen. Für Liebhaber des Genres bedenkenlos zu empfehlen.

Ein neuer Verlagsvertrag!

20190910_061512Es gibt tolle Neuigkeiten! Gestern war es endlich wieder soweit, und ein weiterer Verlagsvertrag lag unterschriftsreif auf meinem Tisch. Ich freue mich sehr, dass meine Kurzgeschichte „Das Sicherheitsupdate“ den Herausgeber Christoph Grimm überzeugen konnte und sie nun im Eridanus Verlag, voraussichtlich im März 2020 zur Leipziger Buchmesse, erscheinen wird.

Mindestens genauso toll ist es, dass ich mit so vielen bekannten und geschätzten Kollegen, sogar Freunden im Buch vertreten bin. Herzlichen Glückwunsch daher auch an Anna Eichenbach von „Welt aus Tinte und Papier„, Jacqueline Mayerhofer, Renée Engel und Thomas Heidemann. Das wird fast wie ein Familientreffen auf der nächsten LBM. „Das Sicherheitsupdate“ ist meine zweite Veröffentlichung bei Eridanus, und nach vier Veröffentlichungen im Burgenwelt Verlag meine sechste bei Verlegerin Jana Hoffhenke (die Arme muss mich schon jahrelang ertragen :)).

Das sind übrigens nicht die einzigen guten Nachrichten von meiner Seite. Mehr in Kürze – also bleibt gespannt =).

[Buchgedanken] Caroline Brinkmann: „Die Vereinten“

Passend zum Weltfrauentag möchte ich Euch heute eine starke, schöne und wundervolle Protagonistin vorstellen. Ich muss gestehen, es hat viel zu lang gedauert … Aber nachdem ich im letzten Jahr „Die Perfekten“ gelesen habe, bin ich nun endlich zu dem mehr als würdigen Nachfolger gekommen. „Die Vereinten“ von Caroline Brinkmann erschien als Hardcover 2018 im One Verlag, Bastei Lübbe AG, und ist als dystopischer Jugendroman einzuordnen.

41eDQteOmjL._SX338_BO1204203200_Sie ist Rain. Der Regen. Der Neuanfang. Er ist Lark. Der Verräter. Das Ende.
Gemeinsam werden sie dem Land Hope Frieden bringen – oder seinen Untergang besiegeln.

Rain und Lark haben während der Rebellion schwere Verluste erlitten, doch der Kampf um die Vorherrschaft in Hope ist noch nicht vorbei. Ein Kampf, bei dem sie auf unterschiedlichen Seiten stehen. Und ausgerechnet Lark, der sie damals an die Spines verraten hat, ist der Einzige, dem Rain jetzt trauen kann. Aber wird er wirklich hinter ihr stehen, wenn es darauf ankommt?

„Die Vereinten“ ist ein gelungener und würdiger Nachfolger und Abschluss der Dilogie um Rain und Lark. Die Handlung schließt direkt an das Ende des Vorgängerbandes an und setzt diese nahtlos fort. Auch wenn neue Charaktere hinzutreten (die übrigens überwiegend toll und interessant sind – ich liebe Wren und Cassian), hält sich dies sehr in Grenzen, sodass vor allem die bereits bekannten und liebgewonnenen Charaktere weiter ausgebaut und entwickelt werden, was die Bindung zu ihnen noch verstärkt. Ich vermisse RoseSuperBot jetzt schon – was war das bitte für ein Ende?

Auch der Weltenbau wird konsequent weiterentwickelt. So erfährt man in diesem Teil noch mehr über die einzelnen Zirkel und besucht diese. Vor allem aber lernt man mehr über die Geschichte von Hope, über die Entstehung und über den großen Krieg. Dadurch werden auch die beiden großen Haupthandlungen miteinander verknüpft. Und auch wenn das Buch erneut ambitioniert ist, an der Grenze zur Überfrachtung entlanggleitet, gelingt es der Autorin in diesem Band besser, den Leser nicht zu erschlagen.

„Die Vereinten“ ist spannend, bietet viele überraschende Wendungen und neue Entwicklungen. Der Leser wird durch den flüssig und leicht zu lesenden Schreibstil der Autorin an die Seiten gefesselt, er lacht und leidet (okay – in aller Regel letzteres) mit den Protagonisten. Auch das sehr bildhaft gehaltene Setting vermag ebenfalls zu begeistern – und würde sicherlich bei einer Verfilmung grandiose, epische Szenerien ergeben.

Die Buchgestaltung überzeugt erneut größtenteils. Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, der Buchsatz ist ebenfalls in Ordnung, wenn auch wenig innovativ. Das Cover ist ein wahrer Eyecatcher und gefällt mir durch die außergewöhnliche Farbintensität noch besser als beim ersten Teil – und sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert der Reihe. Erneut ist mir die Gesamtgestaltung des Hardcovers allerdings etwas lieblos.

Mein Fazit? „Die Vereinten“ ist ein gelungener und würdiger Abschluss der Dilogie um Rain und Lark, der vor allem durch ein tolles Setting und eine konsequente Weiterentwicklung der Charaktere und der Welt begeistert. Für Genreliebhaber bedenkenlos zu empfehlen – und sicherlich nicht mein letztes Buch der Autorin.

[Buchgedanken] Terry Brooks: „Die Erben von Shannara 3 – Elfenkönigin“ (Die Shannara Chroniken)

Schon vor einiger Zeit habe ich „Die Erben von Shannara 3 – Elfenkönigin“ gelesen. Das Buch ist in der mir vorliegenden Ausgabe 2018 bei Blanvalet erschienen, die deutsche Erstveröffentlichung erfolgte 1997 in zwei Bänden unter den Titeln „Die Elfenkönigin von Shannara“ und „Die Verfolgten von Shannara“. Die Originalausgabe wurde 1992 unter dem Titel „The Elf Queen of Shannara“ bei Ballantine, New York veröffentlicht. Der Roman ist mittlerweile der sechste neuaufgelegte Band aus dem Shannara-Universum und – wie auch die anderen Bücher – dem Genre der (dystopischen) High-Fantasy zuzuordnen. Die Rezensionen zu den Vorgängerbänden können hier abgerufen werden: Band 1, Band 2, Band 3, Band 4, Band 5.

51-vtVVr5aL._SX332_BO1204203200_Die Aufgaben, die der Geist des Druiden Allanon den Nachfahren der Ohmsfords übertragen hat, erweisen sich als nahezu unerfüllbar. Walker Boh verliert auf der Suche nach dem schwarzen Elfenstein fast sein Leben, und Par und Coll Ohmsford wurden auf der Suche nach dem geheimnisumwobenen Schwert von Shannara voneinander getrennt. Währenddessen hat Wren Ohmsford endlich die verschollenen Elfen auf einer einsamen Insel entdeckt. Doch belagert von Dämonen ist auch die neue Heimat der Elfen dem Untergang geweiht. Lediglich die Prophezeiung einer Seherin vermag die Hoffnungen des einst so mächtigen Volkes noch am Leben zu erhalten.

„Elfenkönigin“ ist der dritte Band der „Erben von Shannara“-Reihe, und eingebettet in das große Epos um die Geschichte der Vier Lande und ihrer Völker. Das Buch setzt nahtlos an die Handlung des Vorgängerbandes an und liefert dem Leser genau das, was er erwartet. Terry Brooks hat mit dem Shannara-Universum großartige High-Fantasy geschaffen, die im Gesamten überzeugt. Stück für Stück, Buch für Buch erfährt man mehr über die Geschichte der Völker, über die Geschichte der Welt und der einzelnen Personen.

Da stört es kaum, dass aus meiner Sicht erneut die Schwerpunktsetzung etwas misslungen ist – was allerdings auch aufgrund der Fehler in den Vorgängerbänden nicht anders ging. Ich hätte mir etwas mehr Durchmischung, etwas mehr Par und Coll und Walker, etwas weniger Fixierung auf Wren Ohmsford und ihre Reise gewünscht. Nichtsdestotrotz ist „Elfenkönigin“ aus meiner Sicht besser als der Vorgänger, vielleicht der stärkste Band der „Erben“-Reihe. Er vervollständigt das Magiekonzept, erzählt die Geschichte des einst so mächtigen Volkes der Elfen und fügt den schillernden Gestalten auch Schwächen und negative Eigenschaften bei.

Gleichsam hat mich auch die Hauptprotagonistin Wren vollends überzeugt – als eine der besten Figuren der ganzen Romanreihe. Sie hat nicht nur Stärken und Schwächen und entwickelt sich weiter, Terry Brooks gelingt es auch, ihre Gefühle und Gedanken, ihre Zweifel, ihre Wut und Verlassenheit für den Leser greifbar und fühlbar zu machen.

Der Spannungsbogen wird die ganze Zeit gehalten, überraschende Wendungen und Spannungsspitzen sorgen für eine Achterbahnfahrt für den Leser. Neben dem Weltenbau überzeugen auch die Beschreibungen und das Setting , das mal wieder einen neuen, anderen Ort aus dem Shannara-Universum präsentiert.

Die Buchgestaltung ist erwartungsgemäß gut, das Cover hochwertig geprägt. Es fügt sich perfekt in die Reihe ein und sorgt für einen hohen Wiedererkennungseffekt, ist zudem eines der besten Cover der bisherigen sechs Romane. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben ebenfalls sehr gut gearbeitet.

Mein Fazit? „Die Erben von Shannara 3 – Elfenkönigin“ ist, wie erwartet, gelungene High-Fantasy, ist Teil eines der wohl besten Buchuniversen, das je geschaffen wurde und das sich auch vor den Werken von Tolkien oder anderen Fantasy-Größen nicht verstecken muss. Tolle Charaktere, ein überzeugendes Setting und ein brillanter Weltenbau sorgen für Spannung beim Leser. Für Fantasyliebhaber bedenkenlos zu empfehlen – auf meinem SuB befinden sich daher bereits die nächsten drei Bände der Reihe.

In der nächsten Woche folgen dann voraussichtlich die Besprechungen zweier Rezensionsexemplare, die unterschiedlicher nicht sein könnten – seid gespannt! 🙂