[Buchgedanken] Lea Korte: „Morgen werden wir glücklich sein“

Vor kurzem habe ich „Morgen werden wir glücklich sein“ von Lea Korte gelesen. Das Buch ist 2022 in der Piper Verlag GmbH veröffentlicht worden und dem Genre historischer Roman zuzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars über die vermittelnde Agentur Buchcontact.

Marie, Amiel und Geneviève sind seit Kindertagen miteinander befreundet. Als 1940 die Deutschen in Paris einmarschieren, wird ihre Freundschaft jedoch auf eine harte Probe gestellt. Lehrerin Marie geht zur Résistance, um ihre jüdischen Schüler vor den Nazis zu retten. Ärztin Amiel unterstützt sie, obwohl sie selbst Jüdin ist. Die Sängerin Geneviève wiederum lässt sich mit den Deutschen ein, um weiter auf der Bühne stehen zu können. Für Marie ist dies ein verheerender Verrat und sie wendet sich von der Freundin ab, die bisher ›alles‹ für sie war. Als Geneviève sie am meisten braucht, verweigert Marie ihr die Hilfe und löst damit eine Katastrophe aus …

„Morgen werden wir glücklich sein“ ist eine Mischung aus historischer Roman und Familiensage, spielt das Buch doch in zwei Zeitebenen, da als Rahmenhandlung in der heutigen Zeit (unter anderem) die Nachfahren der Protagonistinnen aufeinander treffen. Durch die dadurch entstehenden vielen Zeitsprünge wird die Handlung regelmäßig unterbrochen, wirkt etwas fahrig und lässt etwas an Stringenz vermissen – schade. Vielleicht hätte man hier wirklich nur zu Beginn und am Ende, zumindest aber selektiver, die zweite Zeitebene einbauen können.

Denn die Handlung an und für sich – zumindest die vergangene – ist spannend, abwechslungsreich und dramatisch. Lea Korte gelingt es, die Verzweiflung der Protagonistinnen, die Hoffnung, Trauer und ja, auch die Liebe in diesen schweren Zeiten, greifbar zu machen, den Leser mit den Protagonisten mitfühlen zu lassen.

Dies wird auch durch das tolle Setting unterstützt. Die Autorin beschreibt das Paris zur Besatzungszeit anschaulich, eindrücklich und nicht beschönigend, lässt das Grauen der Zeit wiederauferstehen, aber auch die Menschlichkeit, Hilfsbereitschaft, den Kraft und den Mut der Franzosen damals. Dabei lässt sich Lea Kortes Schreibstil leicht und flüssig lesen, ist authentisch und kraftvoll.

Die einzelnen Potagonisten sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Dabei überzeugt vor allem Amiel – aus meiner Sicht der stärkste Charakter im Roman und eine unglaubliche Frau, während auch Nebenrollen wie Maciej und Charlotte glänzen können.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, das Cover vermag hingegen nicht so recht zu überzeugen, lässt es zum einen doch etwas den Bezug zur Handlung vermissen und ist generell etwas unscheinbar sowie mit einem harten Bruch zum Buchrücken versehen.

Mein Fazit? „Morgen werden wir glücklich sein“ ist ein toller historischer Roman, der vor allem durch sein atmosphärisches Setting und eine spannende Handlung punktet, wenn auch die Rahmenhandlung vielleicht etwas weniger Platz hätte einnehmen können. Für Liebhaber des Genres bedenkenlos zu empfehlen.

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