[Buchgedanken] Eva-Isabel Schmid: „Paracelsus – Die Fragen der Toten“ (Paracelsus 2)

Vor kurzem habe ich „Paracelsus – Die Fragen der Toten“, den zweiten Band der Paracelsus-Dilogie, von Eva-Isabel Schmid gelesen. Das Buch ist 2021 in der Piper Verlag GmbH erschienen und als historischer Roman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars über die vermittelnde Agentur Literaturtest. Meine Besprechung des Vorgängers kann *hier* abgerufen werden.

~~~ Achtung! Die Rezension kann milde Spoiler zum Vorgängerband enthalten. ~~~

Der junge Paracelsus ist endlich Arzt beider Arzneien. Eines aber lässt ihm keine Ruhe: Er will die menschliche Seele finden. Verfolgt vom uralten Zauberorden des roten Gürtels begibt er sich auf Wanderschaft – quer durch Europa. Immer mit dem Ziel, das Geheimnis doch noch zu lüften. Währenddessen wütet in Basel die Pest. Paracelsus’ Freund Caspar muss als Stadtarzt hilflos mitansehen, wie die Seuche Hunderte seiner Patienten dahinrafft. Als sich der nunmehr berühmte Paracelsus zurück in seine Heimat wagt, kommt es im allgemeinen Chaos plötzlich zu einer Reihe von mysteriösen Todesfällen. Verzweifelt sucht Caspar nach dem Mörder. Die ungleiche Freundschaft wird auf ihre größte Zerreißprobe gestellt.

„Paracelsus – Die Fragen der Toten“ setzt die Handlung des ersten Bandes nach einiger Zeit fort. Erneut begleitet man im Wesentlichen zwei Handlungsstränge, zum einen die Suche nach der menschlichen Seele, zum anderen die Geschichte Basels. Und so toll es auch ist, die altbekannten, liebgewordenen Charaktere wiederzutreffen und noch näher kennenzulernen, finde ich es doch schade, dass kaum neue, relevante Charaktere in diesem Teil angelegt worden sind. Hier ist ein Überraschungsmoment verspielt worden, die Chance, der Geschichte Frische einzuhauchen.

Nichtsdestotrotz gefällt mir „Die Fragen der Toten“ richtig gut, fast besser als der erste Teil. Dabei brilliert vor allem der Handlungsstrang um die Stadt Basel, der von den absoluten Sympathieträgern Jacob und Caspar dominiert wird, die gegen politische und religise Widerstände hinweg versuchen, Basels Überleben zu sichern, während der Handlungsstrang um Paracelsus gerade am Anfang etwas flach bleibt, einer Aneinanderreihung von sich ewig wiederholenden Flucht- und Beschwörungsversuchen gleicht.

Die Handlung ist im großen und ganzen spannend, abwechslungsreich und kulminiert nach der Zusammenführung der Handlungsstränge in einem großen, epischen und nervenaufreibenden Finale, das allerdings etwas zu esoterisch daherkommt. Dabei wird die Geschichte unterstützt von dem wundervollen, anschaulichen Setting des historischen Basels, mit dem es der Autorin erneut gelingt, den Leser in der Zeit zuückzuversetzen.

Dank der wechselnden, personalen Erzählperspektiven wird der Leser mit allen Charakteren gut warm – dankenswerterweise sind die Kapiel mit dem jeweiligen Erzähler überschrieben – eine gute Lösung. Dabei sind die einzelnen Protagonisten vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Neben den oben bereits erwähnten Caspar und Jacob brillieren hier vor allem kleine Nebencharaktere wie Professor Wölflin, Werner Gruber oder Esther, aber auch zum Luft als – mehr oder weniger – Antagonist vermag zu überzeugen.

Die Buchgestaltung ist ähnlich wie beim Vorgänger ganz solide, Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet. Weiterhin stört es mich jedoch, dass sich das Titelbild nicht über den kompletten Buchumschlag zieht, Buchrücken und Coverrückseite so sehr einfach und eintönig wirken. Auch hätte ich erneut eine etwas hochwertigere Ausstattung insgesamt erwartet.

Mein Fazit? „Paracelsus – Die Fragen der Toten“ schließt die Dilogie um den berühmten Arzt gut ab. Dabei brilliert der Roman vor allem aufgrund des tollen Settings, starker Charaktere und der spannenden Geschichte um die Stadt Basel, während gelegentlich die Handlung etwas zu sehr ins Esoterische abdriftet. Für Liebhaber des Genres – und vor allem Leser des ersten Bandes – bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Eva-Isabel Schmid: „Paracelsus – Auf der Suche nach der unsterblichen Seele“ (Paracelsus 1)

Vor kurzem habe ich „Paracelsus – Auf der Suche nach der unsterblichen Seele“, den ersten Band einer Dilogie über den berühmten Arzt, von Eva-Isabel Schmid gelesen. Das Buch ist 2020 in der Piper Verlag GmbH erschienen und als historischer Roman zu klassifizieren. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag und die vermittelnde Agentur Literaturtest für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Basel im Spätmittelalter auf dem Sprung zur Renaissance. Der junge Medizinstudent Paracelsus und sein Freund Caspar erhalten von der katholischen Kirche eine Sondergenehmigung zum Sezieren von Leichen. Zu nur einem Zweck: Sie sollen die Existenz der menschlichen Seele beweisen. Als der grausame neue Bischof die Macht erlangt, werden die beiden der Ketzerei beschuldigt. Ihre Forschung wird verboten. Während Caspar sein Leben nun der Medizin widmet, wendet sich der ehrgeizige Paracelsus dem Okkultismus zu. Die zwei Freunde finden sich gefangen in einem Netz aus Inquisition, politischen Intrigen und einem blutigen Bürgerkrieg.

„Paracelsus – Auf der Suche nach der unsterblichen Seele“ ist ein gelungenes Debüt, ein guter Auftakt in eine Dilogie mit vielen Stärken und nur einigen Schwächen. Dabei brilliert der Roman vor allem durch ein tolles und authentisches Setting der spätmittelalterlichen Stadt Basel, das das Kopfkino sofort anlaufen lässt.

Gewöhnungsbedürftig hingegen ist der Schreibstil der Autorin, der sich ohne weiteres gut lesen lässt, jedoch sehr von der Aneinanderreihung kurzer Sätze dominiert wird, was bei Kämpfen durchaus seinen Charme hat, bei Beschreibungen jedoch etwas fremd anmutet.

Die Handlung ist spannend und abwechslungsreich und setzt sich aus mehreren Handlungssträngen zusammen. Jedoch habe ich mich selbst ertappt, gedanklich viel mehr Fokus auf den Handlungsstrang von Jacob und der Stadt zu legen, viel mehr Interesse an der Zerrissenheit Basels als an Paracelsus‘ Suche nach der unsterblichen Seele zu zeigen.

Ein weiterer Lichtblick des Romanes sind die tollen Nebencharaktere, insbesondere Jacob und Laurencz sind echte Sympathieträger und treiben die Handlung voran, aber auch Simon ist faszinierend und bietet Potential für eine tolle Rolle im zweiten Band der Dilogie. Lediglich mit Paracelsus bin ich (noch) nicht so recht warmgeworden.

Die Buchgestaltung ist im Wesentlichen gelungen, Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet. Der Buchumschlag vermag allerdings nicht zu überzeugen. Während das Covermotiv noch ganz ansehnlich – wenn auch kein Eyecatcher – ist, sind Buchrücken und Coverrückseite einfarbig, wirken lieblos und ergeben keinen einheitlichen Buchumschlag, was ich bei einem Roman in dem Preissegment schon erwartet hätte – genau wie eine hochwertige Prägung auf dem Cover. Abschließend hätte man auch über eine Karte im Innenteil oder eine Auflistung der Dramatis Personae nachdenken können.

Mein Fazit? „Paracelsus – Auf der Suche nach der unsterblichen Seele“ ist ein gelungenes Debüt, das vor allem durch ein wunderbares Setting und tolle Charaktere glänzt. Trotz kleinerer Schwächen bedenkenlos für Liebhaber historischer Romane zu empfehlen – ab 16 Jahren.

Historische Buchpost

Bevor ich in den nächsten Tagen einige Buchbesprechungen hochlade, möchte ich Euch heute noch einmal zwei Bücher zeigen, die mich in den letzten Tagen über Lovelybooks und durch die Agentur Literaturtest erreicht haben. Dabei handelt es sich um zwei historische Romane aus dem Goldmann Verlag und aus dem Piper Verlag – ich freue mich schon darauf, in die Geschichten und Epochen einzutauchen :).

Lest bzw. liebt Ihr auch historische Bücher? Welches sind denn Eure Empfehlungen?