[Buchgedanken] Akram El-Bahay: „Fabula – Das Portal der dreizehn Reiche“ (Fabula 1)

Vor einiger Zeit habe ich „Fabula – Das Portal der dreizehn Reiche“ von Akram El-Bahay gelesen. Das Buch ist 2022 im Baumhaus Verlag, Bastei Lübbe AG veröffentlicht worden und als phantastisches Kinderbuch ab 10 Jahren einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars über die Bloggerjury.

Bei einem Schulausflug in den Central Park machen die Zwillinge Will und Charlotte eine unglaubliche Entdeckung: Um einen Baum mit silbernen Blättern schwirrt ein kleines Wesen mit fast durchsichtigen Flügeln – eine Elfe, wie sich bald herausstellt. Als dann auch noch eine Furie bei ihnen zu Hause auftaucht und sich der Baum als Portal entpuppt, folgen die Geschwister der Elfe in die fantastische Welt von Fabula. Doch die Heimat der Fabelwesen ist in Gefahr. Und Charlotte und Will sind die Einzigen, die sie retten können. Denn auch in ihnen schlummern ungeahnte magische Kräfte …

„Fabula – Das Portal der dreizehn Reiche“ ist ein phantastischer Roman an der Grenze vom Kinder- hin zum Jugendbuch. So wird das Lesealter vom Verlag mit 10+ angegeben; eine Alterseinschätzung, die ich sowohl im Bezug auf die Handlung als auch auf die Sprache teile. Das Buch mischt dabei Elemente der Low Fantasy mit solchen der High Fantasy, entführt der Autor den Leser doch nach Fabula, eine Welt voller Magie, die jedoch mit der realen Welt untrennbar verknüpft ist.

DIe Handlung ist abwechslungsreich und spannend, teils aber auch vorhersehbar. Dabei kulminiert die Geschichte in einem sehr offenen Ende, das Raum für Folgebände lässt, die bislang aber zumindest noch nicht absehbar sind. Dabei ist der Schreibstil des Autors altersgerecht und lässt sich leicht und flüssig lesen.

Das Setting ist gelungen und erlaubt es dem Leser durch die sehr bildhafte Sprache, sich nach Fabula zu träumen. Hier hätte ich mir jedoch einen noch stärkeren Fokus auf die Entstehung und Verflechtung von Fabula mit der realen Welt und eine stärkere Erläuterung des Herrschafts- und Magiekonzepts von Fabula gewünscht – hier bleibt doch einiges im Dunklen.

Die einzelnen Charaktere sind vielschichtig angelegt, in der Komplexität jedoch noch ausbaubar. Hierbei überzeugen vor allem Charlotte, Hoin, Thel und Side, während Will und auch Orion eher blass bleiben – auch das könnte in einem Folgeband noch aufgefangen werden.

Die Buchgestaltung ist gelungen, Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet. Der Buchumschlag ist auf Cover, Buchrückseite und Buchrücken hochwertig geprägt und wirklich schön anzusehen, das Titelmotiv ein absoluter Eyecatcher. Abgerundet wird der wunderschöne Gesamteindruck mit farbigen Coverinnenseiten.

Mein Fazit? „Fabula – Das Portal der dreizehn Reiche“ ist ein phantastisches Kinderbuch, das vor allem mit liebenswerten Charakteren und einer interessanten Handlung glänzt, aber auch ein sehr offenes Ende bietet, das eigentlich zwingend Folgebände verlangt. Für Leser ab 10 Jahren bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Anne Barns/Christin-Marie Below: „Mirella Manusch – Hilfe, mein Kater kann sprechen!“ (Mirella 1)

In der letzten Zeit habe ich „Mirella Manusch – Hilfe, mein Kater kann sprechen!“ von Anne Barns und Christin-Marie Below gelesen. Das Buch, der erste Teil der Mirella-Manusch-Reihe, ist 2020 bei Schneiderbuch in der HarperCollins Germany GmbH erschienen und dem Genre fantastisches Kinderbuch zuzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag und die Autorinnen für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

Mein Name ist Mirella, Mirella Manusch. Ich bin fast zehn Jahre alt und habe gerade erst einen neuen Eckzahn bekommen. Seitdem weiß ich: Ich bin ein Vampirmädchen. Ja, echt! Wenn die Sonne untergegangen ist, kann ich mich in eine Fledermaus verwandeln und fliegen. Außerdem habe ich einen eigenen Beschützer, meinen Kater Langstrumpf, der eigentlich Lancelot heißt. Und das Allercoolste: Ich kann die Sprache der Tiere verstehen, von Kleinkram wie Spinnen und Motten mal abgesehen. Abgefahren, oder? So kommt es auch, dass ich die Sorgen der Tiere in unserem Zoo kennenlerne. Ist doch klar, dass ich da helfen will, oder? Nur das mit der Geheimhaltung ist manchmal verflixt kompliziert …

„Mirella Manusch – Hilfe, mein Kater kann sprechen!“ ist ein Kinderbuch, das gute Laune versprüht. Mit kindgerechter Sprache gelingt es den beiden Autorinnen (übrigens Mutter und Tochter) Bilder in die Köpfe der Leser zu zaubern und ihnen Mirella, aus deren Sicht das Buch erzählt ist, näherzubringen. Dabei glänzt das Buch vor allem durch die tollen Charaktere, allen voran Langstrumpf/Sir Lancelot, und natürlich Mirella, die in dieser kurzen Zeit bereits eine beeindruckende Entwicklung durchmacht.

Die Handlung ist ebenfalls altersgerecht und spannend, bleibt aber insgesamt etwas zu seicht und kratzt nur an der Konfliktoberfläche. Dies liegt aber im Zweifel daran, dass durch die notwendige Charaktervorstellung schlicht im ersten Band etwas zu wenig Platz übrig blieb. Ich bin gespannt, ob die Folgebände hier etwas mehr in die Tiefe gehen und wichtige, aktuelle Fragen kindgerecht aufarbeiten.

Die Buchgestaltung hingegen ist absolut perfekt. Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, und der Buchsatz, mit teils schwarzen Seiten, ist ein wahrer Traum. Unterstützt wird der tolle Buchsatz durch wundervolle Illustrationen von Anastasia Braun. Das Cover ist wunderschön und ein wahrer Eyecatcher, hochwertig geprägt auf dem Titel und Buchrücken.

Mein Fazit? „Mirella Manusch – Hilfe, mein Kater kann sprechen!“ ist ein wundervolles und wunderschönes Kinderbuch, das mit sympathischen Figuren, kindgerechter Sprache und einer tollen Aufmachung punktet. Für Kinder – ab dem vom Verlag vorgeschlagenen Alter von acht Jahren – bedenkenlos zu empfehlen.