[Buchgedanken] Manuela Schörghofer: „Das Spiel der Ketzerin“

Vor kurzem habe ich „Das Spiel der Ketzerin“ von Manuela Schörghofer gelesen, mein dritter Roman der Autorin nach „Die Klosterbraut“ und „Die Sündenbraut„. Das Buch ist 2021 bei HarperCollins in der Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH erschienen und als historischer Roman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag und die Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

Rheinland im 13. Jahrhundert: Als ihr Vater in Ungnade fällt, entgeht die Grafentochter Alida von Erkenwald nur knapp einem Mordanschlag und muss vor ihrem Widersacher fliehen. Sie versteckt sich bei Salomon ben Isaak, einem Juden aus Coellen, der sie zu ihrem Schutz als seine Tochter ausgibt und ihr verspricht, ihr bei der Rettung ihres Vaters zu helfen. Gemeinsam machen sie sich auf die Reise, doch ihre Verfolger sind ihr auf der Spur. Als Alida verbotene Gefühle für ihren Feind entwickelt, weiß sie nicht mehr, wem sie noch trauen kann …

„Das Spiel der Ketzerin“ entführt den Leser erneut ins deutsche Mittelalter, in eine Zeit voller Intrigen, Machtspiele und persönlicher Fehden, von denen der Roman einige enthält. Eingebettet in den historischen Konflikt zwischen Friedrich II. und Heinrich VII. erzählt die Autorin die Geschichte der fiktiven Adelsfamilie von Erkenwald und lässt den Leser mit den Figuren die politischen und religiösen Konflikte der Zeit entdecken.

Dabei brilliert der Roman vor allem durch sein gelungenes Setting – und eine sehr authentische Sprache, die von einer gewissenhaften Recherche zeugt. Auch wenn der Leser durch die vorangestellten Dramatis Personae, Orts- und Flussbezeichnungen, Glossar und Erklärung der historischen Begebenheiten fast etwas erschlagen wird (vielleicht hätte man die letzteren beiden ans Ende stellen können), ist es doch allemal besser, als ihn gänzlich allein zu lassen.

Die Handlung der Geschichte ist spannend und kurzweilig, wenn auch in Teilen etwas vorhersehbar, was dem Lesevergnügen aber keinen Abbruch tut, da es Manuela Schörghofer gelingt, immer mal wieder auch durch eine unerwartete Wendung die Erwartungen des Lesers zu durchbrechen. Zudem wird die Schwerpunktsetzung eingehalten, die Liebesgeschichte gut ausbalanciert, sodass hier gerade – nicht wie teils beworben – kein historischer Liebesroman vorliegt sondern ein historischer Roman.

Die einzelnen Charaktere sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Dabei überzeugen vor allem auch die Nebencharaktere wie Miriam und Dankwart, aber auch Konrad als Antagonist macht eine gute Figur, wenn auch seine Motivation lange unklar bleibt – ggf. hätte man die Ereignisse zwischen ihm und dem Grafen von Erkenwald als Prolog der Handlung voranstellen können.

Die Buchgestaltung überzeugt auf ganzer Linie, Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, wenn man von der Informationsflut am Anfang absieht. Das Covermotiv zieht sich über den gesamten Buchumschlag, ist wunderschön anzusehen (bislang das beste der Autorin), leicht geprägt auf dem Titelbild und Buchrücken und wartet mit farbigen, informativen Coverinnenseiten auf.

Mein Fazit? „Das Spiel der Ketzerin“ ist ein gelungener historischer Roman, der vor allem durch sein tolles Setting und eine authentische Sprache punktet – wahrscheinlich das bislang beste Buch der Autorin, in jedem Fall aber das schönste. Für Liebhaber des Genres bedingungslos zu empfehlen.

Wunderschöne Buchpost | Historische Buchbox mit ganz viel Liebe

Vor kurzem erreichte mich eine tolle, mit viel Liebe verpackte, Buchbox von Manuela Schörghofer, die mir ihren neuesten Roman „Das Spiel der Ketzerin“ mit vielen tollen Goodies – Wellness für die Seele und den Körper – als Rezensionsexemplar zusandte. Vielen Dank dafür schon einmal an die Autorin und den Verlag HarperCollins.

„Das Spiel der Ketzerin“ ist nach „Die Klosterbraut“ und „Die Sündenbraut“ mein dritter historischer Roman von Manuela – und hat das Cover, das mir von allen drei Titeln am besten gefällt. Sieht es nicht toll aus? =)

Jetzt bin ich schon ganz gespannt darauf, erneut ins Mittelalter einzutauchen – und kann es kaum erwarten, bald mit dem Lesen zu beginnen!

[Buchgedanken] Anne Barns: „Eisblumenwinter“

In der letzten Zeit habe ich „Eisblumenwinter“ von Anne Barns gelesen. Das Buch ist 2020 bei HarperCollins in der HarperCollins Germany GmbH erschienen und als Roman, der zwischen Familienroman, Inselroman, Gegenwartsliteratur und Liebesroman wandelt, zu klassifizieren. Es ist mein drittes Buch von der Autorin nach „Kirschkuchen am Meer“ und nach dem Kinderbuch „Mirella Manusch – Hilfe, mein Kater kann sprechen!“ Vielen Dank auch an dieser Stelle an die Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Mit ihrer Karamellwerkstatt auf Rügen lebt Pia erfolgreich ihren Traum. Und doch ist sie nicht glücklich. Denn Paul, der Mann, den sie liebt, lebt gut fünfhundert Kilometer entfernt auf der Insel Juist. Als ihre Großmutter sie bittet, sie auf eine Reise zu den Orten ihrer Kindheit zu begleiten, sagt Pia zu. Eine Auszeit mit ihrer Oma ist genau das, was sie jetzt braucht. Gemeinsam begeben sie sich auf Spurensuche in die Vergangenheit. Dabei entdecken sie eine Liebesgeschichte, die Zeit und Grenzen überdauert hat – und bis heute nachwirkt.

„Eisblumenwinter“ ist – wie es von Anne Barns zu erwarten war – romantisch, familiär und idyllisch; ein Roman, für die ganze Familie, geprägt von Gefühlen und Geheimnissen. Vor dem malerischen Setting der Ostsee erzählt die Autorin die Geschichte einer Familie, die sich verloren und gefunden hat – trotz der auch leicht angerissenen schweren Themen ein wahrer Feel-Good-Roman und idealer Urlaubsbegleiter.

Dabei trifft der Leser, der mit den anderen Inseromanen von Anne Barns vertraut ist, bekannte Charaktere wieder, lernt aber auch neue spannende Figuren kennen. Dabei werden die einzelnen Leben der Personen immer weiter verknüpft, bis am Ende ein familiäres Kokon entsteht – mit Happy-End-Garantie.

Die Handlung ist spannend und immer mal wieder aufgrund unerwarteter Wendungen überraschend, aber insgesamt doch sehr harmonisch. Etwas mehr Konflikt hätte hier noch für Würze sorgen können, gleichsam aber auch etwas die durchgängige Feel-Good-Stimmung vielleicht beeinträchtigt.

Die Buchgestaltung ist ebenfalls gelungen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet. Das Cover entspringt einer neuen Edition, die auch alle anderen Anne Barns Bücher erhalten. Und auch wenn die alten Cover einzeln isoliert schöner aussahen, sorgt das neue doch für einen einheitlichen Gesamteindruck, einen hohen Wiedererkennungswert und hebt sich von den doch sehr üblichen Covern ab. Abgerundet wird das schöne Buch natülich erneut mit einer Rezeptsammlung, die an die Geschichte angehängt ist.

Mein Fazit: „Eisblumenwinter“ von Anne Barns ist ein idealer Feel-Good-Roman für entspannte Urlaubstage am Meer, der vor allem durch Harmonie und ein wunderschönes Setting punktet. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Anne Barns/Christin-Marie Below: „Mirella Manusch – Hilfe, mein Kater kann sprechen!“ (Mirella 1)

In der letzten Zeit habe ich „Mirella Manusch – Hilfe, mein Kater kann sprechen!“ von Anne Barns und Christin-Marie Below gelesen. Das Buch, der erste Teil der Mirella-Manusch-Reihe, ist 2020 bei Schneiderbuch in der HarperCollins Germany GmbH erschienen und dem Genre fantastisches Kinderbuch zuzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag und die Autorinnen für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

Mein Name ist Mirella, Mirella Manusch. Ich bin fast zehn Jahre alt und habe gerade erst einen neuen Eckzahn bekommen. Seitdem weiß ich: Ich bin ein Vampirmädchen. Ja, echt! Wenn die Sonne untergegangen ist, kann ich mich in eine Fledermaus verwandeln und fliegen. Außerdem habe ich einen eigenen Beschützer, meinen Kater Langstrumpf, der eigentlich Lancelot heißt. Und das Allercoolste: Ich kann die Sprache der Tiere verstehen, von Kleinkram wie Spinnen und Motten mal abgesehen. Abgefahren, oder? So kommt es auch, dass ich die Sorgen der Tiere in unserem Zoo kennenlerne. Ist doch klar, dass ich da helfen will, oder? Nur das mit der Geheimhaltung ist manchmal verflixt kompliziert …

„Mirella Manusch – Hilfe, mein Kater kann sprechen!“ ist ein Kinderbuch, das gute Laune versprüht. Mit kindgerechter Sprache gelingt es den beiden Autorinnen (übrigens Mutter und Tochter) Bilder in die Köpfe der Leser zu zaubern und ihnen Mirella, aus deren Sicht das Buch erzählt ist, näherzubringen. Dabei glänzt das Buch vor allem durch die tollen Charaktere, allen voran Langstrumpf/Sir Lancelot, und natürlich Mirella, die in dieser kurzen Zeit bereits eine beeindruckende Entwicklung durchmacht.

Die Handlung ist ebenfalls altersgerecht und spannend, bleibt aber insgesamt etwas zu seicht und kratzt nur an der Konfliktoberfläche. Dies liegt aber im Zweifel daran, dass durch die notwendige Charaktervorstellung schlicht im ersten Band etwas zu wenig Platz übrig blieb. Ich bin gespannt, ob die Folgebände hier etwas mehr in die Tiefe gehen und wichtige, aktuelle Fragen kindgerecht aufarbeiten.

Die Buchgestaltung hingegen ist absolut perfekt. Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, und der Buchsatz, mit teils schwarzen Seiten, ist ein wahrer Traum. Unterstützt wird der tolle Buchsatz durch wundervolle Illustrationen von Anastasia Braun. Das Cover ist wunderschön und ein wahrer Eyecatcher, hochwertig geprägt auf dem Titel und Buchrücken.

Mein Fazit? „Mirella Manusch – Hilfe, mein Kater kann sprechen!“ ist ein wundervolles und wunderschönes Kinderbuch, das mit sympathischen Figuren, kindgerechter Sprache und einer tollen Aufmachung punktet. Für Kinder – ab dem vom Verlag vorgeschlagenen Alter von acht Jahren – bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Anne Barns: „Kirschkuchen am Meer“

In den letzten Tagen habe ich „Kirschkuchen am Meer“ von Anne Barns gelesen. Das Buch ist 2020 bei HarperCollins erschienen und als Roman zu klassifizieren. Vielen Dank an dieser Stelle an die Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde.

51LIqzUx1ML._SX334_BO1204203200_Völlig unerwartet taucht eine Fremde auf der Seebestattung von Maries Vater auf, zu dem sie selbst in den letzten Jahren kaum noch Kontakt hatte. Niemand scheint sie zu kennen. Es gibt nur einen Hinweis zu dieser Frau, und der führt nach Norderney. Mit zwiespältigen Gefühlen, aber festentschlossen das Geheimnis zu lüften, das Marie hinter dem Erscheinen dieser Frau vermutet, fährt sie von Hooksiel aus auf die beschauliche Nordseeinsel. Und wirklich: Zwischen Dünen und Meer lernt Marie ihren Vater hier noch einmal neu kennen. Es kehren Erinnerungen zurück an warmen Kirschkuchen und Sommertage voller Genuss, Sonne und Glück.

„Kirschkuchen am Meer“ von Anne Barns ist – trotz durchaus schwerer Themen – ein klassischer Feel-Good-Roman mit Happy-End-Garantie, ein Buch, um sich wegzuträumen, in die Ferne zu schweifen und – dank der tollen Rezepte – auch zu genießen. Ein Buch über das Leben in all seinen Facetten, über Glück und Trauer, Liebe, Sehnsucht und die Verwirklichung seiner Träume.

Dabei überzeugt das Buch, unter anderem, durch sein wunderschönes Setting. Juist, Norderney und Niedersachsen, tolle Läden, Cafés und Pensionen – ich hätte mir teils noch ausführlichere Beschreibungen gewünscht, um noch klarere, gewaltigere Bilder beim Lesen zu erzeugen.

Die Protagonisten – auch und gerade die Nebencharaktere – sind vielschichtig und dreidimensional angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Motive und Ziele. Gut gefallen mir hier insbesondere Theda und Merle. Mit Marie kann man sich – auch aufgrund der clever gewählten Erzählperspektive, einer Ich-Erzählung aus Sicht von Marie – sofort identifizieren, leidet und lacht mit ihr.

Der Schreibstil der Autorin lässt sich flüssig und leicht lesen. Dabei strotzt der Text vor Authentizität, insbesondere in kleinen nebensächlichen Details lässt sich die Liebe der Autorin zur Region und dessen Bewohnern erkennen. Da das Buch dabei durchaus auch auf reale Personen und Firmen zurückgreift, konnte ich nicht widerstehen und habe direkt mal bei einem der Unternehmen einige Kleinigkeiten gekauft.

Die Buchgestaltung ist im Wesentlichen gelungen, Lektorat und Korrektorat haben überwiegend sauber gearbeitet und nur kleinere Fehler durchrutschen lassen, die den Lesegenuss aber nicht schmälern. Auch der Buchsatz überzeugt größtenteils, allerdings ist mir die Einbindung der Chat-Nachrichten zu uninspiriert und wird nicht einheitlich durchgehalten. Zudem werden diese Nachrichten optisch vom „normalen“ Text abgesetzt, gleichsam aber mit dem Text vermischt. Auch finde ich das Buch etwas überladen. Zwar ist es toll, dass dem Haupttext die im Buch angesprochenen Rezepte anhängen um das Leseerlebnis noch stärker abzurunden, da den Rezepten jedoch noch eine weitere, relativ lange Leseprobe folgt, wird der schlanke, 287 Seiten lange Roman um mehr als 30 Seiten verdickt.

Mein Fazit? „Kirschkuchen am Meer“ ist ein wunderbares Buch für den Urlaub, ein Feel-Good-Roman, der vor allem dank seines wundervollen Settings und toller Protagonisten glänzen kann. Minimale Schwächen in der Bucherstellung schmälern dabei das Lesevergnügen nicht – für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen.

Sammelbeitrag Buchpost

Wer meinen Instagram-Account etwas verfolgt hat, hat schon gesehen, dass, insbesondere in den letzten Tagen, die ein oder andere Buchpost eingetrudelt ist. Damit das nicht den Rahmen sprengt, möchte ich sie Euch hier gesammelt vorstellen. Vielen Dank an Isabel Kritzer, Andrea Russo (Anne Barns), Viktoria Bolle, Kenzie H. Taft und den Verlag Galiani für die Rezensionsexemplare. Vielen Dank zudem an Anna Eichenbach von „Welt aus Tinte und Papier“ für die tollen Goodies zu ihrem Roman „Wellensang„.

Das war auch schon genung der Vorrede, kommen wir lieber zu den schönen Bildern :)..

„Dear Oxbridge: Liebesbrief an England“ habe ich gestern bereits hier vorgestellt, auch die anderen Bücher werden zeitnah besprochen. In dem Sinne: Bleibt gesund!