Bücherreigen zur Adventszeit 2 | Doppelte Buchpost

Und auch heute möchte ich Euch wieder zwei tolle Bücher zeigen, die mich kurz vor Weihnachten erreichten. Dabei handelt es sich um zwei Rezensionsexemplare: „Sterbewohl“ von Olivia Monti und „Krone der Welt“ von Sabine Weiß. Vielen Dank an die Autorinnen, an Bastei Lübbe und an die Bloggerjury für die Bereitstellung der Rezensionsexemplare. Ich bin schon sehr gespannt darauf, ins 16. Jahrhundert und in eine dystopische Zukunftsvision einzutauchen.

Kennt jemand die Bücher bereits? In welche Zeit würdet Ihr gern einmal reisen?

[Buchgedanken] Luca Di Fulvio: „Es war einmal in Italien“

In den letzten Tagen habe ich „Es war einmal in Italien“ von Luca Di Fulvio gelesen. Das Buch ist 2020 bei Lübbe in der Bastei Lübbe AG erschienen und dem Genre historischer Roman zuzurechnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars über die Bloggerjury.

Ein Waisenjunge, der mit seiner Kamera den Blick auf die Welt verändern will. Ein Zirkusmädchen, das für die Politik brennt. Eine Gräfin, die anderen die Freiheit schenkt. Drei Menschen, die das Schicksal im Jahr 1870 nach Rom führt, das pulsierende Herzstück Italiens auf dem Weg zum Nationalstaat. Inmitten dieser Stadt der Verheißungen kreuzen sich ihre Wege, und ihre Träume scheinen wie durch ein magisches Band miteinander verwoben. Doch das schillernde Rom stellt die drei vor ungeahnte Herausforderungen. Als eines Tages ein dramatisches Ereignis die Ewige Stadt erschüttert, drohen sie alles zu verlieren, was ihnen kostbar ist …

„Es war einmal in Italien“ ist ein sehr detailverliebtes Porträt einer jungen Nation. Dabei illustriert Luca Di Fulvio gekonnt die Gegensätze zwischen arm und reich, Macht und Ohnmacht, Liebe und Hass, und entführt den Leser in das malerische Setting der heiligen Stadt Rom im Jahr der Eroberung 1870.

Hierbei überzeugt der Roman vor allem durch brillante Charaktere. Diese sind – auch in den Nebenrollen – dreidimensional und plastisch angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Besonders überzeugt haben mich hier Nella, Albanese und Mamma Lucia, aber auch Melo und Ludovico glänzen auf ganzer Linie.

Die Handlung, die eine in Deutschland eher unterrepräsentierte Epoche beleuchtet, ist spannend, abwechslungsreich und wartet immer mal wieder mit unerwarteten Wendungen auf. Dabei gelingt es dem Autor, die Balance zwischen der historischen Entwicklung und den Einzelschicksalen zu wahren und den Leser an die Seiten zu fesseln.

Luca Di Fulvios Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen, anschaulich, unterhaltsam, und wirft sofort das Kopfkino an. Da man sich zudem gut mit den Protagonisten identifizieren kann, möchte man das Buch am besten gar nicht mehr aus der Hand legen und immer tiefer in der Geschichte versinken.

Die Buchgestaltung ist in allen Aspekten gelungen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, das Cover ist wunderschön und ein wahrer Eyecatcher. Der Buchumschlag ist auf dem Cover und Buchrücken hochwertig geprägt und wartet mit farbigen, ausklappbaren Coverinnenseiten auf.

Mein Fazit? „Es war einmal in Italien“ ist ein rundum überzeugender historischer Roman, der vor allem mit seinem tollen Setting und wunderbaren Charakteren punkten kann. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – und ein potentielles Jahreshighlight.

[Buchgedanken] Lilly Bernstein: „Trümmermädchen – Annas Traum vom Glück“

In den letzten Tagen habe ich „Trümmermädchen – Annas Traum vom Glück“ von Lilly Bernstein, einem offenen Pseudonym der Autorin Lioba Werrelmann gelesen. Der Roman ist 2020 als Ullstein Taschenbuch der Ullstein Buchverlage GmbH erschienen und als historischer Roman / historische Familiensaga einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag und die vermittelnde Agentur Literaturtest für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

Köln, 1941. Anna wächst bei ihrer Tante Marie und ihrem Onkel Matthias auf, einem Bäckerehepaar. Das Mädchen liebt die Backstube über alles, besonders den großen Ofen aus Vulkanstein. Doch mit dem Krieg kommt das Unglück: Matthias wird eingezogen und die Bäckerei bei Luftangriffen zerstört. Während Köln in Trümmern liegt und vom kältesten Winter des Jahrhunderts heimgesucht wird, schließt Anna sich in ihrer Not einer Schwarzmarktbande an und steigt zur gewieftesten Kohlediebin der Stadt auf. Als sie am wenigsten damit rechnet, verliebt sie sich – eine verbotene Liebe mit gefährlichen Folgen. Von Kälte, Hunger und Neidern bedroht, halten Anna und ihre Tante verzweifelt an dem Traum fest, die Bäckerei wiederaufzubauen. Und an der Hoffnung, dass die Männer, die sie lieben, irgendwann zu ihnen zurückkehren.

Mit „Trümmermädchen“ legt Lilly Bernstein einen sehr atmosphärischen Roman vor, der in einem beklemmenden, aber sehr guten Setting das Köln zur Kriegs- und Nachkriegszeit porträtiert. Dabei gelingt es der Autorin, die Entbehrungen, die Verzweiflung und Ohnmacht der Bevölkerung greifbar, glaubhaft zu machen.

Die Handlung ist dabei über weite Strecken spannend, teils aber auch vorhersehbar und wirkt zuweilen konstruiert, was dem Mitfiebern mit den Protagonisten allerdings keinen Abbruch tut. Dabei gelingt es der Autorin, sich geschickt durch die Genres zu navigieren und einen historischen Roman vorzulegen, der aufgrund der kurzen erzählten Zeit nicht ganz Familiensaga, nicht ganz Schicksalsroman ist.

Die Protagonisten überzeugen im Wesentlichen, sind dreidimensional angelegt, haben Stärken, Schwächen, eigene Ziele und Motive. Insbesondere die Nebenrollen wie Hilde und Agnes glänzen hier, aber auch Anna gelingt es, den Roman auf eigenen Schultern zu tragen, während Marie etwas blass bleibt.

Lilly Bernsteins Schreibstil ist unaufgeregt und lässt sich leicht und flüssig lesen. Sie beschreibt nüchtern und präzise und ermöglicht es dem Leser, direkt ein Bild vor Augen zu haben, das das Kopfkino anlaufen lässt – auch wenn die auktoriale Erzählperspektive etwas Distanz zu den Charakteren schafft. Hier hätte man durchaus vielleicht noch etwas nachsteuern können.

Die Buchgestaltung ist sehr gut gelungen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, das Cover ist wunderschön und zieht sich als Gesamtbild über den kompletten Buchumschlag, der zudem auf dem Titelbild, dem Buchrücken und der Coverrückseite hochwertig geprägt ist. Lediglich die Coverinnenseiten hätte man, wenn man sie schon farbig gestaltet, besser nutzen können.

Mein Fazit? „Trümmermädchen – Annas Traum vom Glück“ ist ein sehr starker historischer Roman, der vor allem durch ein tolles Setting und eine atmosphärische Geschichte punktet. Leichte Schwächen in der Handlung schmälern dabei das Lesevergnügen in keinster Weise. Für Liebhaber des Genres bedenkenlos zu empfehlen!

[Buchgedanken] Ellin Carsta: „Das Unrecht der Väter“ (Die Falkenbach-Saga 1)

Dieses Wochenende habe ich im Rahmen einer Leserunde „Das Unrecht der Väter“, den ersten Band der Falkenbach-Saga von Ellin Carsta gelesen. Das Buch ist 2020 bei Tinte & Feder, Amazon Media EU S.à r.l. erschienen und als historische Familiensaga einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag und lovelybooks.de für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Bernried am Starnberger See, 1936: Paul-Friedrich von Falkenbach und die Brüder Lehmann stehen für Erfolg. Während die Söhne der Lehmanns bereits in deren Firmen eingestiegen sind, kann sich Gustav von Falkenbach nur schwer vorstellen, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten, schließlich steht er kurz davor, sein Medizinstudium abzuschließen. Auch seine Schwester Wilhelmine ist dabei, ihren eigenen Weg zu finden und sich eine politische Meinung zu bilden, während die Nazis im Land und im Umfeld der Familien immer mehr an Einfluss gewinnen. Als die Tochter eines Kriegskameraden auf Gut Falkenbach auftaucht, um Fragen zum rätselhaften Tod ihres Vaters zu stellen, versuchen die drei Männer alles, um ein altes Geheimnis verborgen zu halten.

„Das Unrecht der Väter“ ist ein historischer Roman, der vor allem durch ein tolles und authentisches Setting zu überzeugen vermag. So porträtiert er die Geschicke einiger Familien vor dem Hintergrund des aufziehenden Nationalsozialismus und illustriert die Bedeutung der Familie und die Rolle der Frau zu dieser Zeit.

Die Handlung ist, wenn auch teils vorhersehbar, größtenteils spannend und fesselt den Leser an die Seiten. Dabei ist allerdings zu beachten, dass quasi keiner der relevanten Handlungsstränge im Verlauf der Geschichte aufgelöst wird, „Das Unrecht der Väter“ daher leider nicht als Standalone lesbar ist. Zudem wartet der Epilog noch mit einem, etwas unnötigen, zusätzlichen Cliffhanger auf — man hätte ihn gut als Prolog für den Folgeband verwenden können, der mehr Sinn gemacht hätte, als der etwas unsinnige Prolog dieses Bandes.

Dagegen vermögen die Charaktere durchweg zu überzeugen. Auch wenn durch die Vorstellung so vieler Charaktere diese natürlich noch nicht in allen Facetten ausgearbeitet sind, zeigen sie doch Stärken und Schwächen, haben eigene Ziele und Motive. Insbesondere Erna und Irma überzeugen, aber auch Wilhelmine bringt sich zu guter letzt noch in Stellung für eine hoffentlich wichtige Rolle im Folgeband.

Ellin Carstas Schreibstil ist unaufgeregt, sachlich und lässt sich gut und flüssig lesen. Dass man am Anfang etwas schwer ins Buch kommt, ist nicht dem Schreibstil geschuldet, sondern der Fülle an Personen, die anfangs volle Aufmerksamkeit fordert.

Die Buchgestaltung überzeugt im Wesentlichen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, wenn sich mir auch der Sinn der Zitate über den einzelnen Kapiteln nicht erschließt. Der Buchumschlag ist wunderschön und ergibt über Buchrücken und Coverrückseite ein tolles Gesamtbild.

Mein Fazit: „Das Unrecht der Väter“ ist ein im Wesentlichen gelungener Roman, der durch tolle Charaktere und ein zauberhaftes, authentisches Setting brilliert, leider aber keinerlei Handlungsstränge auflöst und daher nicht als Standalone gelesen werden kann. Für Liebhaber des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Sophie Martaler: „Die Erben von Seydell – Das Gestüt“ (Gestüt 1)

In der letzten Zeit habe ich „Die Erben von Seydell – Das Gestüt“ gelesen, den Auftaktband der „Gestüt“-Trilogie von Sophie Martaler. Das Buch ist 2020 im Wilhelm Goldmann Verlag in der Verlagsgruppe Random House GmbH erschienen und dem Genre historischer Roman bzw. Familiensaga zuzurechnen. Vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares über Lovelybooks.de.

1947: Als Elisabeth Clarkwell erfährt, dass sie ein Gestüt geerbt hat, fällt die junge Witwe aus allen Wolken. Ein Onkel hat ihr das Anwesen in der Lüneburger Heide vermacht – für Elisabeth, die nach dem Tod ihres Mannes hochverschuldet ist, ein Geschenk des Himmels. Doch um den Besitz verkaufen zu können, muss sie sich mit dem zweiten Erben einigen, Javier Castillo y Olivarez. Elisabeth reist nach Navarra, um ihn zu treffen. Doch Javier weigert sich, sie zu empfangen. Elisabeth ist überzeugt, dass Javiers Haltung mit dem Geheimnis ihrer Herkunft zusammenhängt – einer Geschichte, die 1889 mit zwei ungleichen Brüdern begann, die dieselbe Frau liebten …

„Die Erben von Seydell – Das Gestüt“ ist ein klassischer Auftaktband einer Reihe. So werden über mehrere Zeitebenen hinweg Schauplätze und Charaktere vorgestellt, Handlungsstränge angelegt und viele Geheimnisse und offene Fragen aufgeworfen. Leider werden davon zum Ende hin nur sehr wenige aufgelöst, sodass der Einzelband keinen vernünftigen Abschluss hat und man „Das Gestüt“ daher eher nicht als Standalone lesen kann oder sollte.

Demgegenüber punktet das Buch mit einem wundervollen Setting, tollen Beschreibungen der Gestüte, Landschaften und Pferde. Man spürt auf jeder Seite des Buches direkt die Liebe der einzelnen Charaktere – und ich vermute auch der Autorin – zu den wunderschönen Tieren.

Die Handlung ist spannend und abwechslungsreich, und bietet – wie mittlerweile Standard – Handlungsstränge „upstairs“ und „downstairs“ an, also sowohl der Gutsherren als auch der Diener. Dabei wird auch auf die Probleme der damaligen Zeit Bezug genommen, die durchaus kritisch gewürdigt werden (Rolle der Frau, Tierquälerei etc.). Allerdings reißen zwei große Zeitsprünge im letzten Teil des Buches die Handlung sehr auseinander und sorgen für Verwirrung. Zudem ist auch die Schwerpunktsetzung der einzelnen Handlungsstränge nicht immer geglückt.

Die Charaktere werden gut entwickelt, haben alle Stärken und Schwächen, eigene Motive und Ziele. Wenn einige Handlungen nicht immer nachvollziehbar sind, muss auch berücksichtigt werden, dass aufgrund der Vielzahl an Personen diese noch nicht bis ins letzte Detail ausgearbeitet sein können. Daher hoffe ich darauf, dass die Entwicklung in den nächsten Bänden konsequent vorangetrieben wird.

Die Buchgestaltung ist im Wesentlichen gelungen. Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, wenn auch bei einigen Worten und Dialogen die historische Authentizität für mich zumindest fraglich ist. Der Buchsatz hingegen ist wunderschön, genau wie das Cover, das hochwertig geprägt ist und mit farblich tollen und ausklappbaren Coverinnenseiten aufwartet.

Mein Fazit? „Die Erben von Seydell – Das Gestüt“ ist ein im Wesentlichen gelungener Auftakt in eine Buchreihe, der mit einem tollen Setting und einer spannenden Handlung punktet, wenn auch einige Zeitsprünge für Verwirrung sorgen. Für Liebhaber des Genres bedenkenlos zu empfehlen – allerdings nicht als Standalone, da kaum Handungsstränge beendet werden.

[Buchgedanken] Claudia Casanova: „Albas Sommer“

In der letzten Zeit habe ich „Albas Sommer“ von Claudia Casanova gelesen. Das Buch ist 2020 beim Eichborn Verlag in der Bastei Lübbe AG erschienen, die Originalausgabe wurde 2019 unter dem Titel „Historia de una flor“ bei Penguin Random House Grupo Editorial veröffentlicht . Vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars über die Bloggerjury.

Spanien 1875. Alba liebt die langen Sommer im Valle de Valcabriel am Fuße der Pyrenäen. Hier kann sie ausgiebig durch die Natur streifen und sich ganz ihrer Leidenschaft widmen: dem Studium von Pflanzen. Als sie den bekannten deutschen Botaniker Heinrich Willkomm kennenlernt, der eine von Alba entdeckte Pflanze nach ihr benennt und auf der Pariser Weltausstellung präsentieren will, kann sie ihr Glück kaum fassen. Doch dann muss sie eine harte Entscheidung treffen, die ihr Leben verändern wird.

„Albas Sommer“ ist historischer Roman, Familiensaga und Entwicklungsroman in einem – und ja, irgendwie trotz des historischen Settings auch Gegenwartsliteratur, sind doch die angesprochenen Themen auch in der heutigen Zeit duchaus noch aktuell. So ist das Buch – neben allem anderen – auch eine Hommage an die mutigen Frauen der Geschichte, an Entdeckerinnen, Forscherinnen und Wissenschaftlerinnen, deren vielfältigste Leistungen oft nicht den ihnen eigentich zustehenden Ruhm erhielten.

Der Roman erzählt auf eine leichte, leise und einfühlsame Weise das Leben von Alba in kurzen Episoden. Dabei erschafft die Autorin filigrane, zerbrechliche Bilder, die trotzdem kraftvoll strahlen und den Balanceakt Albas zwischen gesellschaftlichen Konventionen und eigenem Entdeckerdrang perfekt porträtieren.

Eingebettet in ein wundervolles Setting klingt in jedem Kapitel die Liebe zur Natur durch, die Alba – und auch Heinrich – antreibt. Eine gemeinsame Leidenschaft aus der eine zarte, aber nie übertriebene oder zu präsente Liebesgeschichte erwächst, deren Ende aber leider durch das erste Kapitel schon vorweggenommen worden ist – wie auch ein weiteres, elementares Ereignis, was die Spannung etwas mindert, der Unterhaltung schlussendlich jedoch keinen Abbruch tut.

Die Buchgestaltung bezaubert hingegen auf ganzer Linie. Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, der Buchsatz ist wunderschön und hält sich als eines der wenigen Bücher noch an alte Traditionen, jedes Kapitel auf einer ungeraden Seite zu beginnen. Auch das Cover vermag in der einfachen Natürlichkeit mit den wundervollen Abbildungen zu überzeugen.

Mein Fazit? „Albas Sommer“ ist ein leichtes, fragiles Buch über die Natur und die Liebe, eine Hommage an all die vergessenen Frauen der Wissenschaft – und kann vor allem dank eines tollen Settings und wunderschön erzeugten Bildern punkten. Bedenkenlos zu empfehlen.

Historische Buchpost

Bevor ich in den nächsten Tagen einige Buchbesprechungen hochlade, möchte ich Euch heute noch einmal zwei Bücher zeigen, die mich in den letzten Tagen über Lovelybooks und durch die Agentur Literaturtest erreicht haben. Dabei handelt es sich um zwei historische Romane aus dem Goldmann Verlag und aus dem Piper Verlag – ich freue mich schon darauf, in die Geschichten und Epochen einzutauchen :).

Lest bzw. liebt Ihr auch historische Bücher? Welches sind denn Eure Empfehlungen?

[Buchgedanken] Manuela Schörghofer: „Die Sündenbraut“

Vor einiger Zeit habe ich „Die Sündenbraut“ von Manuela Schörghofer gelesen. Der Roman ist 2020 bei HarperCollins in der HarperCollins Germany GmbH erschienen und dem Genre historischer Roman zuzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle an die Autorin für die Bereitstellung eines Leseexemplars. Es ist mein zweiter Roman der Autorin nach „Die Klosterbraut„.

51TZFdC0xJL._SX334_BO1204203200_Rheinland im 13. Jahrhundert: Seit dem Mord an ihren Eltern ist Fenja bei ihrer Ziehmutter Runhild aufgewachsen und hat von ihr die Kunst erlernt, Toten ihre Sünden zu nehmen. Doch als auch Runhild ermordet wird, bleibt Fenja nichts – bis auf ein Tuch mit eingesticktem Wappen, das der Mörder verloren hat, und der brennende Wunsch nach Rache. Völlig auf sich gestellt, tritt Fenja die gefährliche Reise an und trifft unverhofft auf den Handwerker Gerald. Er behauptet, den Träger des Wappens zu kennen, und bietet ihr seine Hilfe an. Aber kann Fenja dem jungen Mann trauen?

„Die Sündenbraut“ ist – um gleich das Ergebnis vorwegzunehmen – ein durchweg überzeugender, historischer Roman, der mir noch eine Spur besser gefallen hat als das Debüt der Autorin. In „Die Sündenbraut“ entwickelt Manuela Schörghofer ihren leicht und flüssig zu lesenden Schreibstil konsequent fort, der weiterhin durch eine hohe Authentizität geprägt ist und auf eine zielgerichtete und gute Recherche schließen lässt, dabei aber nie belehrend wird.

Insgesamt punktet der Roman vor allem durch ein tolles Setting und eine spannende, wenn auch teils vorhersehbare, Handlung. Der Autorin gelingt es dennoch, durch unvorhergesehene Wendungen den Leser immer mal wieder auf eine falsche Fährte zu locken. Dabei kann man sich als Leser gut mit den Protagonisten identifizieren, leidet und lacht mit ihnen.

Diese entwickeln sich auch im Verlauf der Handlung weiter, sind dreidimensional und plastisch angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Zwar werden die stereotypen Rollenbilder des Mittelalters nur selten durchbrochen, dafür werden über den einzelnen Charakter hinaus gesamtgesellschaftliche Fragen zu Glauben und Moral thematisiert. Lediglich der plötzliche Sinneswandel des Antagonisten erscheint – auch unter Berücksichtigung der finalen Enthüllungen – etwas unglaubhaft.

Die Buchgestaltung überzeugt im Wesentlichen. Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, auch der Buchsatz ist größtenteils gelungen und wird durch Karten in den Coverinnenseiten, sowie den Geschichten vorangestellte Personen- und Ortsbeschreibungen sowie ein Glossar unterstützt. Kleines Manko ist allerdings, dass vor und nach der Geschichte die gleiche Karte eingefügt ist – hier hätte etwas mehr Varianz für ein noch schöneres Ergebnis gesorgt. Das Cover ist auf dem Titelbild und dem Buchrücken hochwertig geprägt und bietet ein durchgängiges Bild über den kompletten, sehr ansehnlichen Buchumschlag. Allerdings fehlt mir etwas der Bezug des (wunderschönen) Titelbildes zur Geschichte.

Mein Fazit? „Die Sündenbraut“ ist ein gelungener historischer Roman, der vor allem durch ein tolles Setting und eine spannende Handlung punktet – sicherlich nicht mein letztes Buch von Manuela Schörghofer. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Sophie Oliver: „Grandhotel Schwarzenberg – Der Weg des Schicksals“ (Schwarzenberg 1)

In der letzten Zeit habe ich den ersten Teil von „Grandhotel Schwarzenberg“ von Sophie Oliver gelesen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an Verlag, Autorin und die vermittelnde Agentur Literaturtest für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars. „Grandhotel Schwarzenberg – Der Weg des Schicksals“ ist 2020 in der Bastei Lübbe AG erschienen, zuerst als e-Book bei beHEARTBEAT, in der mir vorliegenden Ausgabe als Taschenbuch bei Lübbe. Der Roman ist als historische Familiensaga einzuordnen. Es ist mein zweites Buch der Autorin nach „Die Gentlemen vom Sebastian Club“.

51YykWXQZxL._SX334_BO1204203200_Bad Reichenhall, 1905. In dem exklusiven Kurort in den bayerischen Alpen verliebt sich die junge Anna Gmeiner in den Salzsieder Michael. Beide wünschen sich ein besseres Leben. Michael beschließt, sein Glück in der Ferne zu suchen und Anna nachzuholen. Doch dann geschieht ein schreckliches Verbrechen und Anna ist gezwungen, einen anderen Mann zu heiraten. Zwischen Salzbaronen, Hoteliers und reichen Kurgästen aus aller Welt muss sie sich ihren Platz im mondänen Bad Reichenhall erkämpfen.

„Grandhotel Schwarzenberg – Der Weg des Schicksals“ schildert die Geschichte von Anna im Bad Reichenhall kurz nach der Jahrhundertwende. Dabei bezaubert das Buch mit einem malerischen Setting. Caféhäuser und Hotels, Burgen, ärmliche Bauten und Wirtschaftsgebäude – der Autorin gelingt es, den Flair der Jahre für den Leser anschaulich zu machen und ihn in die Zeit zu versetzen. Dies wird auch durch eine hervorragende Recherche und eine sehr authentische Sprache unterstützt.

Die Handlung vermag ebenfalls im Wesentlichen zu überzeugend, ist spannend, wenn auch aufgrund des Buchtitels teils vorhersehbar. Dennoch werden auf dem Weg zum Ende immer mal wieder unvorhergesehene Wendungen eingestreut. Apropos Ende – im Gegensatz zu vielen anderen Reihenauftakten bietet „Der Weg des Schicksals“ ein durchaus abgeschlossenes Ende mit einem nur milden Cliffhanger, sodass das Buch sogar als Standalone gelesen werden kann. Die mehreren Handlungsstränge greifen gut ineinander und werden im Verlauf der Handlung zusammengeführt, lassen aber für die Folgebände genug Fragen offen.

Die einzelnen Charaktere werden plastisch und dreidimensional dargestellt, haben eigene Stärken und Schwächen, Ziele und Motive und entwickeln sich auch im Lauf der Handlung weiter. Insbesondere Katharina, aber auch Anna und Leo überzeugen hierbei und erlauben es den Lesern, sich mit ihnen zu identifizieren, mit ihnen zu leiden und zu lachen. Dabei ist Sophie Olivers Schreibstil (neben der oben bereits erwähnten authentischen Sprache) leicht und flüssig lesbar.

Die Buchgestaltung ist ebenfalls auf ganzer Linie gelungen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben größtenteils sauber gearbeitet, der Text wird mit einer Figurenübersicht und einem Glossar umschlossen. Das Cover ist farblich ein wahrer Eyecatcher und hochwertig auf dem Titel und dem Buchrücken geprägt. Auch die Coverrückseite sieht toll aus und sorgt für einen insgesamt wunderschönen Buchumschlag.

Mein Fazit: „Grandhotel Schwarzenberg – Der Weg des Schicksals“ ist ein in nahezu allen Punkten überzeugender Auftakt in eine Familiensaga, der vor allem dank seines tollen Settings und der historischen Authentizität punkten kann und Lust auf mehr macht. Für Liebhaber des Genres bedenkenlos zu empfehlen.

Eine bunte Vielfalt – Buchpost im Dreierpack

Auch in den letzten Tagen erreichten mich wieder einige Bücher – und die Vielfalt könnte kaum größer sein. So reichen die Genres von Science-Fiction über Romantasy bis hin zum historischen Roman. Vielen Dank an dieser Stelle auch an Manuela Schörghofer und Nika S. Daveron für die Bereitstellung der Rezensionsexemplare zu „Fine Line – Create your Character“ und „Die Sündenbraut“, dem zweiten Roman der Autorin nach „Die Klosterbraut„. Und muss ich zu Emily Bold noch etwas sagen? Ihre Romane begleiten mich seit Jahren, „Stolen: Verwoben in Liebe“ ist mein elftes Buch von ihr. Ist der Buchschnitt nicht wunderschön?