Schon neigt sich die Messe dem Ende, der vorletzte Tag ist Geschichte. Und was für ein Tag das war! Für mich begann der Samstag mit einer Lesung aus „Von Hoffnung getragen“, dem zweiten Teil der Reihe „Tage des Sturms“ von Ella Zeiss. Da die Autorin keine Stimme mehr hatte, las ihr Mann und beantwortete Fragen zur Autorin und zum Buch, das im Anschluss auch fleißig von der Autorin signiert wurde. Meine Besprechung zum Vorgängerband, der den Kindle Storyteller Award gewann, findet ihr übrigens *hier*.
Nach einer kurzen Pause ging es direkt weiter mit Sara Nuru, die auf dem Blauen Sofa ihr Buch „Roots“ vorstellte, und über ihre Herkunft und die Geschichte ihrer Eltern sprach, sowie ein Social Business präsentierte, das die Gewinnerin von Germanys Next Topmodel zusammen mit ihrer Schwester gegründet hat.
Der Nachmittag begann mit einer meiner absoluten Lieblingsautorinnen. Für den Loewe Verlag las Ava Reed aus „Ashes and Souls – Schwingen aus Rauch und Gold“. Ich kann es kaum erwarten, das Buch selbst zu lesen und vollständig in die Geschichte von Mila und Asher vor der zauberhaften Kulisse von Prag einzutauchen.
Danach ging es Schlag auf Schlag weiter. Erst las Beatrix Gurian aus „Alabasterball: Der Fluch der letzten Küsse“, bevor es zum Meet & Greet mit Halo Summer ging, die auch dort nochmals bestätigte, eine Fortsetzung von „Aschenkindel“ zu schreiben. Den Abschluss des Nachmittagsprogrammes machten vier der fünf „Hearts of Fire“-Autoren. Emily Bold, Greta Milán, Frieda Lamberti und Friedrich Kalpenstein stellten die Buchreihe um die Feuerwehrmänner (und die Feuerwehrfrau) der Wache 21 vor und signierten im Anschluss ihre Bücher.
Nach dem offiziellen Messeschluss war es Zeit für ganz große Gefühle. Im Rahmen der Frankfurter Literaturgala gab sich die Elite der Autorenszene die Klinke in die Hand. Nacheinander stellten Elif Shafak, Colson Whitehead, Maja Lunde, Ken Follett und Margaret Atwood (auf dem Bild abgebildet) vor. Moderiert von Bärbel Schäfer und Thomas Böhm, mit Lesungen der deutschen Textpassagen von Nina Petri und Bela B. Felsenheimer – die guten zwei Stunden gingen viel zu schnell vorbei. Insbesondere die frisch gekürte Booker-Preisträgerin Atwood wurde mit frenetischem Jubel empfangen. Charmant, und unglaublich witzig – eine wahrhaft beeindruckende Autorin, die einem Demut lehrt.
Am heutigen Sonntag erfüllt sich ein Kindheitstraum. Jostein Gaarder, der Autor von Sofies Welt, besucht die Buchmesse – ich freue mich schon sehr auf die Veranstaltung!
Nichtsdestotrotz habe ich zumindest auch noch einige Veranstaltungen besucht. Den Anfang am Vormittag machte die Verlagspräsentation von Amazon Publishing. Dort wurden nicht nur die fünf Imprints, sondern auch die Möglichkeiten und Vorteile einer Zusammenarbeit mit Amazon Publishing vorgestellt und angepriesen.
Ebenfalls noch am Vormittag besuchte ich dann die Präsentation von Sascha Lobos neuestem Werk „Realitätsschock“ am Stand der Süddeutschen Zeitung. Mit mahnenden Worten wurde auf die Probleme hingewiesen, vor denen die Gesellschaft im 21. Jahrhundert steht, auch wenn Sascha Lobo selbst zugab, keine Lösungen anbieten zu können.
Als letzten Programmpunkt besuchte ich im Anschluss die Buchvorstellung von Jussi Adler-Olsen am Stand des SPIEGEL. Dort stellte der Autor seinen neuesten Roman „Opfer 2117“ vor, der zudem direkt in dieser Woche auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste eingestiegen ist.
In „Tage des Sturms“ begleitet man zwei deutschstämmige Familien auf ihrem Schicksalsweg durch die Gebiete der Sowjetunion. In den 30er Jahren wütet das Regime mit Enteignungen und Verhaftungen in den wohlhabenden Dörfern auf der Krim. Nachdem sich Wilhelm Scholz weigert, seinen letzten Grundbesitz an den Staat zu überschreiben, wird er mit seiner Frau und den Kindern mitten in der Nacht von Bewaffneten aus dem Haus gezerrt. Zu Baumfällarbeiten eingeteilt, kämpft die Familie inmitten von Krankheit, Kälte und Hunger ums Überleben. Samuel Pfeiffer entgeht einem ähnlichen Schicksal nur durch seine rechtzeitige Flucht. Doch als deutscher Lehrer wird er immer wieder verfolgt und denunziert. Und so beginnt für ihn und seine Familie eine Odyssee von der Krim bis nach Baku.
Rosalie von Rosalee lebt isoliert und streng behütet im Schloss ihrer Eltern, fern von allen spitzen Gegenständen, die die vefluchte Prinzessin noch vor ihrem 17. Geburtstag mit dem ganzen Schloss in einen hundertjährigen Schlaf versetzen sollen. Als eines Tages ein Frosch in ihr einsames Gefängnis einbricht, stürzt sich Rosalie in ein Abenteuer, das ihr Leben auf den Kopf stellt. Denn das kleine, grüne und harmlose Tier ist niemand geringeres, als Pendrazaphier, der Bruder der Fee, die Rosalie verflucht hat. Selbst mit einem Bann belegt, versucht der dunkle Prinz alles, um gegen seine Schwester zu bestehen. Doch als die Tage bis zu Rosalies Geburtstag immer schneller verstreichen, beginnt für beide ein verzweifelter Wettlauf gegen die Zeit.
Sendungsleitung, die darauf verwies, man hätte ja die Flyer des Standes als Programm lesen können, und der die Verantwortung für die Eintragungen in der Messe-App auf die Messe schob. Aus Frust besuchte ich daher um 10 Uhr einen Vortrag zur DSGVO mit einem Rechtsanwalt des Börsenvereines, der einen guten Überblick lieferte, aber wenig Neues brachte – und auch sehr vage blieb, damit er nicht als Rechtsberatung ausgelegt werden konnte.
Im Anschluss lief ich etwas durch die Hallen und traf auf Ava Reed und Nina MacKay, von denen ich mir direkt die mitgebrachten Bücher signieren ließ, um das Wochenendprogramm etwas zu entlasten. Dann stand auch schon die zweite Veranstaltung des Tages an – eine Buchvorstellung von Stephan Thomes „Gott der Barbaren“, ein historischer Roman, der in China spielt. Der Roman stand ebenfalls auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2018. Im Gespräch mit Literaturkritiker Denis Scheck punktete der Autor nicht nur mit Witz, sondern auch mit Episoden aus seinem eigenen Leben, das den Grundstein für sein Faible für den asiatischen Raum legte.
Nach dem Mittag begab ich mich zum obligatorischen Highlight des Messedonnerstags – der diesjährigen Verleihung des Kindle Storyteller Awards. Nach der Vorstellung der Jury (mit B. C. Schiller und Franziska van Almsick) und einer Art Poetry-Slam-Einlage ging es auch direkt in die vollen, und die Nominierten für den Storyteller Award und den Storyteller X Award wurden vorgestellt. Die Preise gingen an: Lemonbits (Corinna Rindlisbacher) mit „Die Monstertrickserin“ (Storyteller X) und Ella Zeiss: „Wie Gräser im Wind: Tage des Sturms“ (Storyteller). Besonders über die Preisträgerin des Storyteller Awards freute ich mich sehr, da einerseits
Ella Zeiss ein Pseudonym der Autorin Elvira Zeißler ist, die ich bereits im Rahmen der Loveletter Convention als sehr sympathische, nette und bodenständige Autorin kennengelernt habe, und andererseits, da mich das Genre des historischen Romans fasziniert. Beide Preisträger zusammen mit der Jury findet ihr auf dem Foto oben rechts, die Bücher der Shortlist inklusive der Gewinnertitel unten links. Nach der Verleihung fand standesgemäß ein kurzer Sektempfang statt, bevor die Nominierten und Preisträger dann Leseexemplare der Shortlisttitel für Leser und für die Presse signierten – vielen Dank an dieser Stelle auch an Kindle Direct Publishing für die Bereitstellung der Lese-/Signierexemplare.
Danach besuchte ich die offizielle Signierstunde von Lin Rina,
Hallen. Nachdem ich mich etwas umgesehen hatte, ging es auch direkt zur ersten Veranstaltung des Tages: „The Art of Dressmaking“. darkdirndl, ein preisgekröntes deutsches Kostümstudio, stellte eine Rekonstruktion der Diamond Jubilee Robe von Queen Victoria vor. Da ich zu dem frühen Zeitpunkt der einzige Besucher am Stand war, nahm sich die Inhaberin viel Zeit, um auf alle meine Fragen zu antworten, und mir eine Ausstellung des Studios mit dem Namen „Story Behind the Dress“ ans Herz zu legen. Hochinteressant – sowohl für Mode, als auch für Geschichtsliebhaber.
Im Anschluss nahm ich mir die Zeit, Freunde und Bekannte zu treffen, zum Beispiel die Autorin Anna Hinz, und besuchte auch den Kunstanstifter Verlag. Danach ging es zur obligatorischen Vorstellung des diesjährigen Trägers des deutschen Buchpreises auf dem blauen Sofa. Inger-Maria Mahlke erzählte von ihrem Roman „Archipel“ und las auch eine kurze Passage, die so kraftvoll, so prägnant, aber vor allem so melodisch war. Da saß jedes Wort, jede Silbe passte sich in den Lesefluss ein. In jedem Fall eine würdige Preisträgerin, und eine ganz, ganz starke literarische Stimme.
Nachdem ich etwas durch Halle 3.0 geschlendert war, und ganz viele Fotos gemacht habe, besuchte ich meinen letzten Termin am Vormittag. Die Autorin und Journalistin Evi Simeoni stellte bei der FAZ das Buch „Vier Beine tragen meine Seele“ vor, das sie zusammen mit der überragenden Dressurreiterin Isabell Werth geschrieben hat. Es ist gleichsam eine Chronik von Isabells Leben, als auch eine Betrachtung des Dressursports der letzten Jahrzehnte. Eine Geschichte, von einer so starken Verbindung von Mensch und Tier, die einzigartig ist, und daher unnachahmliche Erfolge hervorgebracht hat. Auf diese Veranstaltung hatte ich mich als Pferdefan schon lange gefreut – und wer weiß, vielleicht zieht das Buch demnächst auch irgendwann bei mir ein.
Im Anschluss machte ich eine längere Pause, unterhielt mich mit anderen Autoren und Bloggern, aß etwas und genoss das Gefühl, auf der Messe zu sein, die heute noch angenehm leer war. Am frühen Nachmittag besuchte ich ein Meet & Greet, das spontan in meinen Kalender gerutscht war, nachdem sich die Bestsellerautorin der Valerie-Lane-Reihe Manuela Inusa kurzfristig für einen Messebesuch entschieden hatte. Manuelas Bücher lese ich mittlerweile seit Jahren, und freute mich daher umso mehr, mit einigen anderen Bloggern zusammen mit ihr mal wieder ins Gespräch zu kommen. Aufgrund der tollen Atmosphäre wurden aus der geplanten halben Stunde schnell zwei Stunden, bevor wir alle zu weiteren Terminen aufbrachen. Im Anschluss stieß ich bei Amazon
Publishing auf Petra Durst-Benning an, die den Meilenstein von 1.000.000 Lesern im englischsprachigen Raum über Amazon Crossing erreicht hat, feierte bei Carlsen den gelungenen Messeauftakt, und ließ bei georgischem Weißwein und Livemusik (Jazzpiano) den Messetag geruhsam ausklingen, bevor ich mich auf den Rückweg machte (und bereits am ersten Tag Verspätung hatte).
Nach dem Tod seiner besten Freundin Jo gerät Milans Welt komplett aus den Fugen, und alle Farbe, alle Freude verschwindet aus seinem Leben. Bis zu dem Tag, als ein weißer Wellensittich ihn zum Zirkus Salto lockt. Dort lernt er die schöne und verrückte Trapezkünstlerin Julie kennen, die ihn überzeugt, mit dem Zirkus zu reisen. In der Welt hinter dem Zaun lernt Milan alles über Seelentiere, Vertreter und magische Menschen. Doch es erfordert Mut, sich den Herausforderungen des Lebens auf ein neues zu stellen. Oder Magie.
Keas Gedichte decken in ihrer Bandbreite das ganze Leben ab. Vom Großstadtflair bis hin zur Naturverliebtheit, von Liebe bis Melancholie, von Witz bis Wehmut – kaum eine Gefühlslage fehlt in dem kleinen aber feinen Lyrikband. Meine Lieblingsgedichte sind übrigens „In der Bibliothek“ und „Momentaufnahme“.
Ein neuer Monat steht vor der Haustür, Zeit eine neue Leseliste für Avas SuB-Abbau-Challenge anzulegen. Das Thema im Februar lautet: Hardcover oder Taschenbuch, und ich habe mich für die Taschenbücher entschieden :).
ähnlich wie der letzte Storyteller-Gewinner (Halo Summer: „Aschenkindel“) in regelrechte Begeisterungsstürme ausbrechen lässt.
Abschließend möchte ich ein Buch von einer meiner liebsten Fantasy-Autorinnen rereaden. „Die Novizin“ von Trudi Canavan ist der zweite Band der Reihe „Die Gilde der schwarzen Magier“ und eine tolle Vorbereitung auf „Sonea“, worauf ich mich schon sehr lang freue.