Vor kurzem habe ich auch „Schatten über dem Kloster“ von Manuela Schörghofer gelesen. Das Buch ist 2025 bei HarperCollins in der Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH erschienen und als historischer Kriminalroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Allgäu 1376: In den rußgeschwärzten Ruinen des Klosters Weißenfels wird die Leiche des Bürgermeisters entdeckt – doch schnell stellt sich heraus, dass er bereits vor dem verheerenden Brand ermordet wurde. Der zuständige Richter von Füssen erkrankt, und kurz vor seinem Tod setzt er seine Frau Isabella Falk als Erbin ein unter der Bedingung, den Mord an seinem Freund aufzuklären. Gemeinsam mit dem charismatischen Gerichtsschreiber Leonhard folgt Isabella einer Fährte aus Verrat und dunklen Machenschaften – und gerät dabei selbst in tödliche Gefahr.
„Schatten über dem Kloster“ ist mein fünftes Buch von Manuela Schörghofer – und der erste Band der neuen Reihe um Isabella Falk, die Witwe des Stadtrichters. Dabei wird das Buch auf dem Cover als historischer Roman bezeichnet, gleichzeitig aber als historischer Krimi beworben. Insbesondere im Hinblick darauf, dass das Buch hier eine Reihe um Isabella begründen soll, kann ich mir vorstellen, dass die nächsten Bände noch stärker in Richtung Krimi driften, vor allem, wenn aus Isabella, Leo und Magnus ein noch stärker zusammengeschweißtes Trio wird.
Die Handlung ist hierbei spannend und abwechslungsreich und wird aus vielen verschiedenen (fast zu vielen) Perspektiven erzählt. Etwas krimiuntypisch werden hier die Täter schon früh sowohl den Leser:innen als auch den Protagonist:innen präsentiert, aber auch die Suche nach Beweisen sorgt für ausreichend Spannung. Leider wird am Ende als Cliffhanger noch ein Ausblick auf den nächsten Band präsentiert, auf den man gut hätte verzichten können, um das Ende runder zu gestalten. So oder so bleiben aus dem Buch ohnehin noch genug Handlungsstränge für den Folgeband offen.
Vor allem das Setting kann naturgemäß wieder überzeugen. So entführt die Autorin ihre Leser:innen ins Füssen des 14. Jahrhunderts, ins ausgehende Mittelalter zwischen ersten städtischen Bestrebungen um mehr Unabhängigkeit und der weiterhin, gerade im Alltag dominanten, Kirche. Dabei mischt Manuela Schörghofer Themen wie die Rolle der Frau und sogar ein zartes, angedeutetes Love Triangle in die Krimihandlung mit ein zu einem interessanten Gesamtpaket, das auch wieder dank einer wirklich tollen Recherche punkten kann, auch wenn zugunsten der Lesbarkeit sicherlich auf das ein oder andere historische oder lokale Detail verzichtet wurde – wie zum Beispiel den sicherlich breiten Dialekt im Allgäu.
Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen insbesondere (wichtige) Nebencharaktere wie Bruder Gregorius, Odine, Dietbrand Högl und – aus dem Trio – am ehesten Magnus, während Isabella noch etwas wankelmütig ist und nicht immer nachvollziehbar handelt, im nächsten Band aber noch stärker geprägt werden kann. Manuela Schörghofers Schreibstil lässt sich zudem leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.
Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, die den Lesefluss nicht erheblich schmälern, der Buchsatz ist ordentlich. Der Geschichte wird eine Dramatis Personae und ein Glossar vorangestellt, bei der Karte hätte ich mir etwas mehr Detailtiefe und Bezug zur Handlung gewünscht. Das Covermotiv wird zum Buchrücken hin krass unterbrochen und lässt etwas den Bezug zur Handlung vermissen, ist dafür aber wirklich ansehnlich und ein schöner Eyecatcher – es bleibt abzuwarten, ob es mit den Folgebänden harmonisiert und sich ein einheitliches Reihenlayout mit Wiedererkennungswert einstellt.
Mein Fazit? „Schatten über dem Kloster“ ist ein sehr solider Einstieg in die Reihe, der vor allem mit seinem Setting und einer tollen Recherche punktet, aber auch noch Luft nach oben für den Folgeband lässt. Für Leser:innen des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von etwa 14 Jahren..








Rheinland im 13. Jahrhundert: Seit dem Mord an ihren Eltern ist Fenja bei ihrer Ziehmutter Runhild aufgewachsen und hat von ihr die Kunst erlernt, Toten ihre Sünden zu nehmen. Doch als auch Runhild ermordet wird, bleibt Fenja nichts – bis auf ein Tuch mit eingesticktem Wappen, das der Mörder verloren hat, und der brennende Wunsch nach Rache. Völlig auf sich gestellt, tritt Fenja die gefährliche Reise an und trifft unverhofft auf den Handwerker Gerald. Er behauptet, den Träger des Wappens zu kennen, und bietet ihr seine Hilfe an. Aber kann Fenja dem jungen Mann trauen?
Nichtsdestotrotz habe ich zumindest auch noch einige Veranstaltungen besucht. Den Anfang am Vormittag machte die Verlagspräsentation von Amazon Publishing. Dort wurden nicht nur die fünf Imprints, sondern auch die Möglichkeiten und Vorteile einer Zusammenarbeit mit Amazon Publishing vorgestellt und angepriesen.
Ebenfalls noch am Vormittag besuchte ich dann die Präsentation von Sascha Lobos neuestem Werk „Realitätsschock“ am Stand der Süddeutschen Zeitung. Mit mahnenden Worten wurde auf die Probleme hingewiesen, vor denen die Gesellschaft im 21. Jahrhundert steht, auch wenn Sascha Lobo selbst zugab, keine Lösungen anbieten zu können.
Als letzten Programmpunkt besuchte ich im Anschluss die Buchvorstellung von Jussi Adler-Olsen am Stand des SPIEGEL. Dort stellte der Autor seinen neuesten Roman „Opfer 2117“ vor, der zudem direkt in dieser Woche auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste eingestiegen ist.