[LBM2017] Tag 1 – Von Preisträgern und Gewinnern

Und schon ist der erste Messetag vorbei und der Rückblick steht an :). Nachdem ich bereits Mittwoch angereist bin, konnte ich pünktlich kurz vor 10 die Messehallen stürmen. Nach obligatorischen Besuchen an den Ständen von Amrun, Carlsen und der LLC hatte ich mich mit dem Phantastischen Reiseführer, einem Blogplan und einer Goodiebag eingedeckt. So konnte das Programm starten. Auf dem Plan standen für heute einige Preisverleihungen 20170323_113305und Lesungen.

Den Anfang machte der Brendow Verlag, der jährlich den C. S. Lewis Preis für ein Romanprojekt verleiht, das auf innovative und unterhaltsame Weise sich mit christlichen Wertvorstellungen beschäftigt. Preisträger in diesem Jahr: Sebastian Pirling, seines Zeichens Science-Fiction-Lektor aus dem Heyne Verlag. Sein Romanprojekt (AT: „Der Kongress der Exegeten“, vsl. Erscheinungstermin Herbst 2018) spielt in einer dystopischen Zukunft, in der die Religion in der ganzen Galaxis verboten ist. Der vorgetragene Anfang und die Geschichte an sich machen definitiv Lust auf mehr.

20170323_124513Zur Mittagszeit ging es dann zur Lesung von Carolin Emrich, die auf der Messe ihren Debütroman „Elfenwächter 1 – Weg des Ordens“ vorstellt, erschienen im Sternensand Verlag. Trotz leichter Nervosität meisterte sie die Lesung ziemlich gut, besser, als ich es jedenfalls mir fürs erste Mal erträumen würde. Im Anschluss habe ich mir direkt ihr Buch signieren lassen, sowie „Rotkäppchen und der Hipster-Wolf“ von Autorin Nina MacKay und Coverdesignerin Marie Graßhoff.

Nach einer ausgedehnten Mittagspause nahm ich an der Buchpräsentation von „Das 20170323_151019Europa der Könige: Macht und Spiel an den Höfen des 17. und 18. Jahrhunderts“ von Leonhard Horowski teil. Für mich als Geschichtsnarr ein absoluter Pflichttermin – und sicherlich eine tolle Lektüre. „Das Europa der Könige“ war zudem nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch, der jedoch an ein anderes, historisches, Werk ging: „Maria Theresia. Eine Biographie“ von Barbara Stollberg-Rilinger.

Als Kontrastprogramm besuchte ich am Nachmittag die Lesung der Poetry-Slammerin Sandra Da Vina aus ihrem Buch „Hundert Meter Luftpolsterfolie“. Amüsante und lustige 20170323_211346Geschichten, exzellent vorgetragen. Als Highlight gab es von ihr neben der Signatur die Zeichnung eines kleinen Partynilpferds ins Buch.

Zum Abschluss besuchte ich die Seraph-Preisverleihung. Von einer 17-köpfigen Fachjury wurde Katharina Secks „Die silberne Königin“ als bestes Buch und Julia Langes (im Bild unten abgebildet) „Irrlichtfeuer“ als bestes Debüt ausgezeichnet. Ich freue mich besonders, dass es mit „Die silberne Königin“ ein Märchen getroffen hat – das Genre ist, nicht zuletzt auch dank Halo Summer und Julia Adrian, endgültig wieder im Bewusstsein aller angekommen.

20170323_173037Zwischen den Veranstaltungen traf ich viele Bekannte wieder – und sah sogar einige Blogger, die türkisfarbene Bänder im Rahmen der Aktion: #Buchbloggerbande trugen. Ich hoffe, in den nächsten Tagen noch mehr tolle Leute zu treffen! Und auch ich zählte am Tagesende zu den Gewinnern. Im zweiten Versuch gewann ich bei der Verlosung am LLC-Stand ein Ticket für die Convention im Mai. Da ich mir bisher noch keines gekauft hatte, kommt mir das sehr gelegen. Berlin – ich komme! Aber vorerst bleibe ich in Leipzig und sehe drei weiteren, spannenden Messetagen entgegen. Morgen unter anderem mit Anne Freytag, die gerade für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert wurde.

[FBM2016] Von Buchpreisträgern und lebenden Legenden (Tag 1)

So plötzlich die Messe über mich hereingebrochen ist (man sollte es nicht glauben, die Termine stehen ja schon lange fest^^), so schnell war der erste Tag auch bereits vorbei.

Der Messemittwoch stand dabei für mich ganz unter dem Zeichen der Hochkultur :). Pünktlich um 9 betrat ich das Gelände und machte mich auf den (leider weiten) Weg zum Pressecorner, um mich mit einer Kartenhülle und den neuesten Presseinformationen einzudecken. Dann ging es weiter zu einem Treffen mit einigen befreundeten Autoren aus dem Autoren_Netzwerk, bevor ich mir dann mein erstes Buch kaufte. Bereits seit langem stand die Anthologie der „Zauber zwischen Zeilen“-Autoren auf meiner Wunschliste, und auf der Messe nutzte ich direkt die Gelegenheit, sie nicht nur zu kaufen, sondern mir auch von den bekannten Autorinnen Farina de Waard, Marie Graßhoff, Jasmin Romana Welsch, Maya Shepherd und C.M. Spoerri signieren zu lassen.

Um 11 startete dann mein Kulturprogramm mit einem Interview und e20161019_112801iner kurzen Spontanlesung vom Gewinner des Aspekte Literaturpreises 2016: Philipp Winkler (für den besten Debütroman: „Hool“, der auch auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2016 stand). Im Interview für Deutschlandradio-Kultur gewährte er interessante Einblicke in seinen Schaffensprozess und seinen Werdegang. Spannend fand ich vor allem, dass es ihm gar nicht darauf ankam, irgendwas selbst in den Text zu legen, sondern dass er ihn geschrieben hat, damit jeder Leser für sich individuell die Schlüsse daraus ziehen kann.

Direkt im Anschluss ging20161019_120041 es für mich dann zu Bodo Kirchhoff, der für seine Novelle „Widerfahrnis“, erschienen in der Franfurter Verlagsanstalt, den Deutschen Buchpreis 2016 verliehen bekommen hat. Im Gespräch für den Spiegel sprach er vor allem über die Themen und Hintergründe der Novelle, eigene Erlebnisse – sowie auch über die Enttäuschung bei der Buchpreisverleihung 2012, als er die Shortlist verfehlte.

Doch wer sich gedacht hat, das wäre alles, hat weit, weit gefehlt :). Be20161019_150312ide Veranstaltungen waren gut besucht, aber dennoch hat man gemerkt, dass erst Mittwoch ist. Man konnte sitzen, gut sehen, und hatte nicht das Gefühl zu ersticken. Doch ab 14.30 bekam ich dann einen Vorgeschmack, wie sich das Wochenende anfühlen wird. Für einen Bilderband lotste der Taschen Verlag einen der renommiertesten Künstler der heutigen Zeit nach Frankfurt: den Maler David Hockney, dessen Bilder zu siebenstelligen Summen auf dem Kunstmarkt gehandelt werden, und der Mitglied der Royal Academy of Arts ist. Vor dem – zugegebenermaßen auch nicht ideal gestalteten Veranstaltungsort – drängelten sich bereits dutzende Menschen, sodass man anfangs fast nichts sehen und auch fast nichts hören konnte. Doch nach und nach verließen einige Menschen die Präsentation, sodass ich weiter vorrücken konnte und schlussendlich in der zweiten Hälfte gut hören und sehen konnte, wie der Maler seine Bilder erklärte. David Hockney war eloquent, humorvoll – und wurde unter tosenden Beifallsstürmen verabschiedet, nachdem er eine ganze Stunde stehend an einem Pult hunderte Bilder gezeigt hat. Wer mit 79 Jahren noch körperlich und geistig so fit ist, verdient allein dafür auch schon nochmal Respekt. Da ich allein von dieser Veranstaltung etwa 200 Fotos geschossen hatte (sonst bin ich nicht so, von Bodo Kirchhoff waren es vielleicht 10!), gab mein Handy dann seinen Geist auf.

Dankenswerterweise befindet sich an vielen der Wifi-Ecken mittlerweile auch eine Ladestation, sodass ich mit meinem (vorsichtshalter mitgeführten) Kabel mein Handy neu laden konnte. Da sich die Ladestation zudem in der SP-Ecke befand, nahm ich da direkt noch Vorträge zur Gründung des „Netzwerkes Autorenrechte“ und zu alternativen Vertriebswegen wie „Fortschrift.net“ mit.

Damit neigte sich der Messetag auch bereits dem Ende entgegen. Bevor ich die Messe verließ,schlenderte ich noch einmal ausführlich durch Halle 3.1,wo bereits viele Verlage die Sektkorken knallen ließen und dutzende Empfänge stattfanden. Am Stand des Landes Thüringen, aß ich dann noch ein kleines Stück landestypische Pastete? (oder war es ein Fleischkuchen?), bevor ich mich dann etwa 45 Minuten vor dem offiziellen Messeende auf den Weg zur S-Bahn machte. Man muss es ja nicht gleich am ersten Tag übertreiben – knappe 9 Stunden auf der Messe müssen auch einmal reichen :).

Morgen steht dann eher ein ruhigerer Tag an, ich werde spontan vielleicht die ein oder andere Veranstaltung mitnehmen und erneut nochmal bei „Zauber zwischen Zeilen“ und den „Herzblutautoren“ vorbeischauen.

Liebe Grüße!
Erik (erschöpft!)

Ps: Anbei noch zwei Werke von David Hockney, die auch in dem Band „David Hockney Sumo“ vertreten sind.

[LBM2016] – Der erste Tag

Gestern war der erste Tag der diesjährigen LBM. Ich startete entspannt in die Messe und besuchte zuerst den Wake-up-Slam von Arte, bei dem Bas Böttcher und Robin Isenberg auftraten. Er war ganz solide, auch wenn ich es besser erwartet habasböttcher.jpgtte – wahrscheinlich bin ich einfach für immer von Julia Engelmann für Poetry Slams verdorben, da ihre Texte so voller Wahrheit, Weisheit und Esprit strotzen, dabei gleichsam aber sprachlich leicht und elegant erscheinen. Ein weiteres Problem beim Wake-up-Slam war, dass er in der Glashalle stattfand, und um 10.30 die Sonne gnadenlos und mit voller Wucht auf die Halle knallte, sodass ich mir, trotz kurzärmeligem Poloshirt, wie im Hochsommer vorkam.

Im Anschluss besucsarahricchizzihte ich die Vorstellung der Anthologie „Flucht in ein sicheres Leben“ des Wölfchen Verlages, der mit phantastischen Geschichten über Flüchtlinge in der Fantasy auf die aktuelle Flüchtlingstheatik hinweisen möchte. Zudem spendet der Verlag pro verkauftem Exemplar 1 € an ein lokales Flüchtlingsprojewunderwaldkt. Aus ihren Geschichten lasen bei der Vorstellung Fabian Dombrowski und Sarah Ricchizzi (liest im Bild).

Dann war es auch schon an der Zeit, den Wunderwaldverlag zu besuchen. Der liebevoll dekorierte Stand zeigte in diesem Jahr noch stärker als sonst das Hauptthema des Verlages: Ballett. Daher möchte ich Euch ein Bild des Standes natürlich auch nicht vorenthalten. Ich werde auch heute, morgen und Sonntag wieder sporadisch vor Ort sein – mit dem Bild könnt Ihr mich nun noch einfacher finden :).

Mein Nachmittagsprogamm begann dann mit der Buchvorstellung und Lesung von Jacqueline Mayerhofer, einer Kollegin aus dem Ohneohren Verlag, die ihren neuesten Roman „Mondschatten“ bei literadio präsentierte. Im Anschluss dann mein erster, wirklicher, Content-Termin des Tages: Marie Graßhoff referiert für Neobooks über Social Media für Autoren – im Publikum viele Blogger und Nachwuchsautoren. jacquelilneUnter anderem waren auch Tinka und Ben fürs Schreibmeer vor Ort, doch bevor ich sie begrüßen konnte, hatte Marie schon angefangen :). Warum sie qualifiziert für das Referat ist? Sie hat mehrere Jahre als Social-Media-Managerin gearbeitet, und ihre Kernstaub-Trilogie, die nach dem ersten Erscheinen bei Neobooks nun im prestigeträchtigen Drachenmondverlag (Julia Adrian, Laura Newman, Anne Bishop) erscheint, hat bereits eine enorme Fanbase.

Der Tag endete mit der Verleihung des Seraph 2016 -einem der wichtigsten Preise für phantastische Literatur, für den auch die ohneohrige Kollegin Bianca M. Riescher in der Kategorie „Bestes Debüt“ nominiert war. Gewonnen haben, unter anderem, Nina Blazon mit „Der Winter der schwarzen Rose“ (Bestes Buch) und Daniel Illger mit „starwarsSkargat“ (Bestes Debüt). Leider musste Nina auf eine Laudatio verzichten – der Laudator Kai Meyer ist zu Preisverleihung nicht (oder zumindest nicht pünktlich) erschienen.

Das war auch schon mein erster Messetag :). Ich möchte den Bericht jedoch nicht beenden, bevor ich Euch noch folgende, wichtige Botschaft mit auf den Weg gegeben habe (und wer möchte diese anzweifeln, wenn sie von den Star-Wars-Helden kommt :)).

Liebe Grüße,
Erik