[Buchgedanken] Alisa Kwitney: „ROGUE: UNBERÜHRT“ (Marvel | Heldinnen)

In der letzten Zeit habe ich „ROGUE: UNBERÜHRT“ von Alisa Kwitney gelesen, einen Roman der „Marvel | Heldinnen“ Reihe. Das Buch ist 2021 bei Cross Cult veröffentlicht worden, die Originalausgabe erschien 2020 unter dem Titel „ROGUE: UNTOUCHED“ bei Aconyte Books, einem Imprint von Asmodee Entertainment Ltd. Für die Übersetzung zeichnet Stephanie Pannen verantwortlich, das Copyright liegt bei Marvel Publishing. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Das Leben der jungen Rogue ist alles andere als schön: sie lebt allein, hat einen furchtbaren Job in einem Diner und versteckt sich vor allen. Die Kräfte, die sie zu entwickeln begonnen hat, machen ihr Angst. Wenn der erste Kuss fast tötet, ist es schwer, irgendjemandem zu trauen – sogar dir selbst. Doch da tauchen zwei Personen auf, die ihr Leben für immer verändern könnten, und schließlich wird sie vor eine Wahl gestellt: Folgt sie einer geheimnisvollen Milliardärin, die angeblich auf der Suche nach begabten Praktikanten ist, oder dem attraktiven Falschspieler mit den unheimlichen roten Augen? Aber die beiden sind nicht die einzigen, die sie beobachten … Rogue muss die Mächte annehmen, die sie zu unterdrücken versucht, um ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen – bevor es jemand anders tut.

„ROGUE: UNBERÜHRT“ ist mein erstes Buch der „Marvel | Heldinnen“ Reihe und beleuchtet einen mir eher unbekannten Teil des Marvel-Universums, nämlich Charaktere aus X-Men – ich bin stärker in der Avengers/Shields Story verankert. Bereits die Genrezuordnung des Romans fällt mir dabei nicht ganz leicht, sofern man nicht das inflationär bei Filmen benannte Genre „Superhero“ akzeptiert. Ganz klassisch gesehen wäre „ROGUE: UNBERÜHRT“ sonst Urban Fantasy oder – im Gesamtzusammenhang mit anderen Marvel-Werken – eine Mischung aus Fantasy und Science-Fiction.

Die grundsätzlich spannende Handlung bleibt dabei etwas flach, hat gerade zum Ende des ersten Abschnitts hin auch einige Längen. Leider gelingt es der Autorin nie, den Leser kontinuierlich zu fesseln, sondern immer nur phasenweise, was auch daran liegt, dass Teile der Handlung durchaus vorhersehbar sind und kleinere Logiklücken ebenfalls vorhanden sind. Genau wie generell Lücken in der Handlung, was durch die (grundsätzlich perfekt gewählte) Erzählperspektive aus der Sicht von Anna Marie bedingt ist – hier hätte man vielleicht mit weiteren Perspektiven arbeiten können. Zudem spielt der Roman den größten Vorteil der Ich-Perspektive nur eingeschränkt aus, die den Leser ja nah an die Gedanken und Gefühle der Protagonistin bringen und eine Identifizierung mit ihr erleichtern soll. Und auch wenn Letzteres zwar geschieht, bleibt die Gefühlswelt der Protagonistin doch etwas eindimensional, ein Zögern, Hadern, Zweifeln im Umgang mit den Kräften, eine tiefe Reflektion lässt sie eher vermissen.

Abgesehen davon gefällt mir Anna Marie als Charakter wirklich gut, ist humorvoll und empathisch, hat Stärken und Schwächen. Auch Nebencharaktere wie Lucretia (die sich später als hier aus Spoilergründen nicht näher benannter Major Character der X-Men-Reihe zu erkennen gibt) und Rita überzeugen, während Remy etwas blass bleibt.

Das Setting des Buches hingegen brilliert auf ganzer Linie. Amerikanisches Kleinstadtflair, ein Diner, verlassene Herrenhäuser und eine umgebaute Ranch – Alisa Kwitney nimmt den Leser mit auf eine Reise in ländliche Regionen der USA fernab der Metropolen und erlaubt es dem Leser, sich in die Geschichte zu träumen – unterstützt davon, dass man ja auch grundsätzliche Vorstellungen vom Marvel-Kosmos an und für sich hat. Eine Einordnung in diesen ist jedoch nicht ganz einfach, zwar tauchen bekannte Charaktere auf (und andere, wie Black Widow werden benannt), eine abschließende Einordnung in die Zeitlinie – und ob sich das Buch überhaupt nahtlos einfügt – lässt sich jedoch nicht treffen.

Die Buchgestaltung ist im Großen und Ganzen gelungen. Lektorat und Korrektorat haben nur Kleinigkeiten durchrutschen lassen, der Buchsatz ist sauber – wenn man davon absieht, dass es anscheinend weder Satz, noch Lektorat oder Endkorrektur aufgefallen ist, dass das Kapitel 34 als Kapitel 32 betitelt wird (sollte nicht vorkommen …). Das Cover ist farblich sehr auffällig und genretypisch, insgesamt der Buchumschlag mit Klappen und Coverrückseite sehr schön und teils hochwertig geprägt. Allerdings hätte ich mir zur Abrundung des Gesamtbildes farbige Coverinnenseiten noch gewünscht.

Mein Fazit? „ROGUE: UNBERÜHRT“ ist ein grundsätzlich spannender Roman über eine Heldin aus dem Marvel-Universum, der mit einem tollen Setting glänzt, aber auch Schwächen in der Handlung aufweist. Für Comic-Liebhaber und Marvel-Fans bedenkenlos zu empfehlen, für Fantasyliebhaber außerhalb der Comicwelt nur bedingt – ab einem Lesealter von etwa 14 Jahren.

Frauen an die Macht | Doppelte Buchpost

In der letzten Zeit erreichten mich wieder einige tolle Bücher, von denen ich Euch heute die ersten beiden zeigen möchte. Sowohl in Aly Mennutis „Aber der Sex war gut“ als auch in „Rogue: Unberührt“ von Alisa Kwitney stehen starke Frauen im Mittelpunkt – ich bin schon ganz gespannt auf die unterschiedlichen Geschichten. Vielen Dank an dieser Stelle daher auch an die Verlage Bastei Lübbe und Cross Cult für die Bereitstellung der Rezensionsexemplare.

Apropos starke Frauen: Wer ist Eure Lieblingsprotagonistin? =) Von mir gibt es hier eine Stimme für America Singer und für Claire Elizabeth Beauchamp Randall Fraser :D.

[LBM2020] Mein „Messe“bericht

Normalerweise hätte ich in dieser Woche täglich von der Leipziger Buchmesse 2020 berichtet, hätte ein bis zwei dutzend Veranstaltungen besucht und neue Bücher präsentiert – in diesem Jahr ist aber alles anders. So kann ich trotz der Abreise Morgen Vormittag bereits jetzt einen abschließenden Bericht schreiben, da aufgrund des Corona-Virus das öffentliche Leben nahezu völlig zusammengebrochen ist.

IMG-20200314-WA0013Insgesamt habe ich daher auch nur an ganz wenigen Terminen teilgenommen. So habe ich am Donnerstag Autorenkollegen der Nächtlichen Schreibwerkstatt in einer Autoren-WG besucht und mich mit ihnen ausgetauscht und mit ihnen geschrieben, am Freitag habe ich eine Veranstaltung mit Marie Graßhoff (unten links) und Ava Reed (rechts, und mit Marie unten links) besucht. Eigentlich als Lesung angedacht, konnte diese aufgrund der strengen Sicherheitsvorkehrungen nur noch als Signierstunde durchgeführt werden. Zudem traf ich am Vormittag mit Freunden die Autorin Janna Ruth (unten rechts) in ihrer Autoren-WG. Abschließend am Samstag besuchte ich eine Signierstunde von Nina MacKay. Nina war so nett, mir auch noch einige tolle Sachen für Euch zur Verfügung zu stellen – bleibt also wachsam, hier gibt es bald ein großes Gewinnspiel!

Die restliche Zeit verbrachte ich größtenteils im Hotel, ruhte mich aus und erholte mich, las, schrieb und bloggte. Kleinere Ausflüge trieben mich – fernab von Stoßzeiten – in die Stadt, um aus Frust Kleinigkeiten zu shoppen, sodass alles in allem ein sehr beschaulicher, besinnlicher und erholsamer Urlaub in einem Hotel übrigblieb, was ich jederzeit wieder buchen würde.

Wie mein restliches Messejahr aussieht? Das steht in den Sternen. Nachdem 2020 aus Veranstaltersicht ohnehin keine LoveLetter-Convention stattfinden sollte, bleiben nur noch die Litblog-Convention, das Lit.Love-Lesefestival und die Frankfurter Buchmesse. Jedoch bleibt abzuwarten, was davon wirklich stattfinden kann.

 

[Unboxing] Funko Mystery Box – die zweite ;)

Ende Juli hatte ich mir – vor Ablauf des Sonderangebotes – noch eine zweite Funko Mystery Box von Toymania bestellt :). Ich hatte erneut Glück – wieder kein Funko dabei, den ich schon besitze (die Chance war aber auch nicht allzu hoch).

Mit der Ausbeute bin ich dieses Mal sogar noch etwas zufriedener. Drei der fünf Funkos treffen vollends meinen Geschmack, und die anderen beiden sind auch nicht schlecht, wobei ich TWD leider noch nicht gesehen habe :).

Im Einzelnen waren in der Mystery-Box (€39,99) enthalten:

  • Dr. Strange (Marvel), Exclusive
  • Dug (aus dem Film „Oben“, Disney)
  • Maui (aus dem Film „Vaiana“, Disney)
  • Cartman (Southpark)
  • Jesus (The Walking Dead)

Dieses Mal war es also eine reine Film- und Fernsehbox :). Natürlich möchte ich euch die Bilder vom Unboxing auch nicht vorenthalten :).

Mit Ablauf des Sonderangebotes bin ich nun allerdings an dem Punkt, dass ich mir wohl keine Funko-Mystery-Box bei Toymania mehr kaufen werde. Für 49,99€ ist das Risiko einfach zu groß. Aber es gibt ja noch viele andere Funko-Boxen ;P. Mal sehen, wann ich das nächste Mal eine bestelle :D.