[Buchgedanken] Sabrina Qunaj: „Hearts & Horses – Reiten, Rockstar und das große Glück“ (Hearts & Horses 1)

Vor kurzem habe ich auch „Hearts & Horses – Reiten, Rockstar und das große Glück“ von Sabrina Qunaj gelesen. Das Buch ist 2025 im cbj Kinder- und Jugendbuchverlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH erschienen und als Jugendbuch einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Mia liebt Pferde über alles, besonders den Lusitano ihrer Mutter. Als er verkauft wird, schwört Mia, ihn eines Tages zurückzuholen. Aber als sie den Wallach tatsächlich wiedertrifft, ist er völlig verändert und lässt niemanden mehr an sich heran – mit Ausnahme eines Jungen namens Arvid. Auch Mia fühlt sich zunehmend zu Arvid hingezogen und kann die Schmetterlinge in ihrem Bauch bald nicht mehr verleugnen. Doch dann erfährt sie, dass Arvid kein gewöhnlicher Junge ist! Diese Erkenntnis verändert alles, und die märchenhafte Zeit auf dem Pferdehof droht jäh zu enden …

„Hearts & Horses – Reiten, Rockstar und das große Glück“ ist der erste Band der gleichnamigen Buchreihe, die – entgegen der etwas einseitigen Bewerbung durch den Verlag – hoffentlich nicht nur Mädchenherzen höher schlagen lässt. Empfohlen wird das Buch dabei ab 10, tendentiell würde ich die Altersgrenze minimal höher legen und das Buch Leser:innen ab zwölf Jahren ans Herz legen, ein Alter, das auch näher an den Protagonist:innen ist. Der Roman ist übrigens mein drittes Buch von Sabrina nach „Der Ritter der Könige“ und „Ein Gefühl wie warmer Sommerregen“ (letzteres als Ella Simon). Das Buch könnte man zudem verschiedenen Genres zuordnen – als Pferderoman, als Teen-Romance, als Rockstar-Romance etc. Der Einfachheit halber habe ich mich aufgrund des bunten Themenmixes aber für die Einordnung als Jugendbuch entschieden.

Die Handlung ist abwechslungsreich, spannend und altersgerecht. Die Geschichte wird aus zwei verschiedenen, personalen Erzählperspektiven erzählt, man begleitet Mia (13) und Arvid (14), die Love Interests (das kurzzeitig aufgebaute Love Triangle mit Mark kann man hier vernachlässigen). Das Buch mischt dabei jugendtypische Themen wie erste Liebe und familiäre Konflikte mit einer klassischen Rockstar-Romance und ganz viel Pferden – Ostwind-Vibes inklusive.

Dabei kann vor allem das Setting brillieren. So entführt Sabrina Qunaj die Leser:innen nach Norddeutschland, in eine Gegend zwischen Strand, verwaisten Leuchttürmen und Pferdehöfen. Vor allem der fiktive Showpferdehof Hansen berührt hier mit der tollen Einstellung zur Arbeit und zum Umgang mit den Pferden – wirklich schön. Und auch Arvids Rockstar-Leben wird anschaulich beschrieben, gern hätte ich mir hier noch mehr Einblicke in den Songwriting-Prozess und insbesondere abgedruckte Songtexte gewünscht.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive – sollten in potentiellen Folgebänden die gleichen Charaktere wieder auftreten, könnten diese hier aber noch schärfer herausgearbeitet werden. Denn bislang überzeugen vor allem wichtige Nebencharaktere wie Hanna und Karo, während Mia nicht immer nachvollziehbar handelt. Sabrina Qunajs Schreibstil ist altersgerecht, lässt sich zudem leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung ist gelungen. Lektorat und Korrektorat haben größtenteils sauber gearbeitet, der Buchsatz ist ordentlich. Der Buchumschlag ist auf dem Cover, dem Buchrücken und der Coverrückseite leicht geprägt und mit farbigen Coverinnenseiten versehen. Das Covermotiv setzt sich nahtlos auf dem Buchrücken und der Coverrückseite fort, sodass ein einheitliches Gesamtbild entsteht. Insgesamt ist das Covermotiv farblich eher unauffällig und genretypisch, ich hätte mir hier noch etwas mehr Anklang an die Handlung gewünscht. Alles in allem ist es aber durchaus ansehnlich, wenn auch kein Eyecatcher.

Mein Fazit? „Hearts & Horses – Reiten, Rockstar und das große Glück“ ist ein toller Start in die Reihe, der vor allem durch den Themenmix und mit seiner tollen Einstellung zur Pferdearbeit punktet. Für Leser:innen – nicht nur für Mädchen – ab etwa zwölf Jahren bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Theresa Czerny: „Die wilden Pferde von Rydal Hill – Leuchtende Hügel“ (Valerie 1)

Vor kurzem habe ich „Die wilden Pferde von Rydal Hill – Leuchtende Hügel“ von Theresa Czerny gelesen. Das Buch ist 2023 im Magellan Verlag, Magellan GmbH & Co.KG erschienen und als Jugendbuch einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Als Valerie ihren Bruder im englischen Lake District besucht, will sie nur eines: eine Pause von Pferden. Wie hätte sie auch ahnen können, dass ihr hier in den Hügeln auf Schritt und Tritt wild lebende Ponys begegnen? Gegen ihren Willen ist Valerie fasziniert – von den Tieren und von Ben, dem Eigenbrötler, für den nichts zählt außer die Sicherheit seiner Pferde. Valerie hält seine Vorsicht für übertrieben, bis unerklärliche Ereignisse sie ins Grübeln bringen. Was – oder wer – steckt hinter den Unfällen von Bens Ponys? Wieso ranken sich um die wilden Herde so viele unheimliche Geschichten? Während der Sommer vergeht, erkennt Valerie: Wenn sie Ben helfen will, das Geheimnis der wilden Herde zu lüften, muss sie die Schatten der Vergangenheit abschütteln und neu anfangen.

„Die wilden Pferde von Rydal Hill – Leuchtende Hügel“ ist der Auftakt in eine vierbändige Buchreihe. Dabei lässt sich das Buch gleich mehreren Genres zuordnen. So ist es zwar unzweifelhaft ein Jugendbuch, hat aber auch phantastisch-mystische Aspekte, eine Young-Adult-Lovestory und ist – nicht zuletzt – ein Pferderoman. Der Einfachheit halber habe ich es aber bei der Kategorisierung als Jugendbuch belassen, da „Young-Adult Romantasy“ hier sicherlich falsche Vorstellungen und Erwartungen bei den Lesern wecken würde.

Die Handlung ist abwechslungsreich und durchaus mit unerwarteten Wendungen versehen, bleibt aber teils etwas komplikationslos und spannungsarm – etwas mehr Drama und Konflikte hätte man hier der Zielgruppe schon zumuten können. Die doch vorhandenen Probleme sind dafür altersgerecht. Leider werden zum Ende – das immerhin nicht in einem richtigen Cliffhanger besteht – nicht allzu viele Handlungsstränge zufriedenstellend aufgelöst, sodass das Buch nicht als Standalone gelesen werden kann oder zumindest sollte.

Das Setting ist hingegen brillant – aber das war hier auch zu erwarten. So entführt Theresa Czerny den Leser in den englischen Lake District, eine malerische Landschaft geprägt von Hügeln, Wäldern, kleinen Dörfern, Gehöften und – natürlich – einer Art von Wildpferden. Dabei ist die Liebe zur Natur, der Wert der Entschleunigung in der hektischen Gesellschaft auf jeder Seite zu spüren, wenn auch unter Berücksichtigung des Alters der Protagonisten die Lebensweise – abgesehen von dem ein oder anderen Videotelefonat – ungewöhnlich analog ist.

Die einzelnen Figuren sind im wesentlichen vielschichtig angelegt, teils aber noch etwas schematisch, was aber nicht tragisch ist, bleiben der Autorin doch noch drei weitere Bände, diese konsequent weiterzuentwickeln. Daher überzeugen derzeit vor allem Nebenfiguren wie Emmy, Sarah, Roger und Georgie. Theresa Czernys Schreibstil ist dabei leicht und flüssig zu lesen, altersgerecht und lässt das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung glänzt auf ganzer Linie. Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, der Buchsatz ist ordentlich. Der Buchdeckel ist auf dem Cover und Buchrücken hochwertig geprägt und mit farbigen Coverinnenseiten versehen, das wunderschöne Covermotiv zieht sich ebenfalls über Buchrücken und Coverrückseite und sorgt so für ein tolles Gesamtbild, lediglich der Klappentext auf der Coverrückseite wirkt etwas gedrängt. Es bleibt zudem abzuwarten, ob die weiteren Bände der Reihe dazu passend für einen hohen Wiedererkennungswert und einen einheitlichen Gesamteindruck sorgen.

Mein Fazit? „Die wilden Pferde von Rydal Hill – Leuchtende Hügel“ ist ein gelungener Start in die Buchreihe mit tollem Setting und einer abwechslungsreichen, wenn auch etwas konfliktarmen Handlung. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab dem vom Verlag angegebenen Lesealter von 13 Jahren.

Vom Wunsch nach Freiheit | Doppelte Buchpost

Vor kurzem erreichten mich auch diese beiden Bücher als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür! „Der Sonne so nah“ von Axel S. Meyer aus dem Kindler Verlag (Rowohlt Verlag GmbH) ist ein historischer Roman, während „Die wilden Pferde von Rydal Hill – Leuchtende Hügel“ von Theresa Czerny der Auftakt in eine Pferde-Jugendbuchreihe im Magellan Verlag ist. Beide Bücher feiern dabei die Freiheit, drehen sie sich doch um Wildpferde sowie um die beiden Luftfahrtpioniere Lilienthal und Zeppelin, die den Himmel eroberten. Ich bin schon ganz auf die so unterschiedlichen Romane gespannt!

Kennt Ihr einen der Autoren bereits?

Von Pferden und fernen Gestaden | Doppelte Buchpost

Bevor es in den nächsten Tagen erneut mit Rezensionen weitergeht, möchte ich Euch heute noch einmal zwei Bücher zeigen, die vor kurzem bei mir eingezogen sind. Während „Ein kleines Stück von Afrika – Aufbruch“ von Christina Rey (Lübbe) mich als Rezensionsexemplar über die Bloggerjury erreichte (vielen Dank dafür), kam „Gut Aubenhausen – Emilia und das Glück der Pferde“ von Jessica von Bredow-Werndl und Antje Szillat (dtv Verlag) als Buchkauf von der Buchhandlung Graff zu mir – Autogrammkarte der weltbekannten Dressurreiterin inklusive. Ich bin schon ganz auf die Ausflüge auf das Reitergut und nach Kenia gespannt.

Mögt Ihr Pferde?

[Buchgedanken] Ellie Mattes: „Milan – Das Geheimnis der Wildpferde“ (Milan 1)

Vor kurzem habe ich „Milan – Das Geheimnis der Wildpferde“ von Ellie Mattes gelesen. Das Buch ist 2022 bei Schneiderbuch in der Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH erschienen und dem Genre Jugendbuch zuzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Eine alte Legende der Huzulen erzählt vom Pferd mit den drei Herzen: Freundlich, schlau und mächtig leitet es seine Herde auch durch die wildesten Berglandschaften. Das klingt nach grenzenloser Freiheit und Abenteuer. Doch als die 12-jährige Mia genau so ein Wildpferd als Pflegepferd bekommt, entpuppt es sich als alles andere als das Traumpferd, das sie sich erhofft hat. Während ihre Freundinnen im Reitunterricht glänzen, muss Mia sich mit dem widerspenstigen Milan herumärgern, der so gar nichts von Dressur hält. Bei Ausritten allerdings ist Milan wie ausgewechselt, im Wald werden die beiden zum echten Team. Und langsam beginnt Mia zu verstehen, was Freiheit und Abenteuer für Milan wirklich bedeuten …

„Milan – Das Geheimnis der Wildpferde“ ist ein Jugendbuch für Leser ab 10 Jahren – und könnte eine Reihe an Pferderomanen begründen, auch wenn weitere Bände zumindest meines Wissens noch nicht angekündigt sind. Dabei wird das Buch sowohl aus Milans (Ich-Erzähler) als auch aus Mias Sicht (personaler Erzähler) erzählt. Auch die Erzählzeiten wechseln, während Mias Perspektive im Präteritum erzählt wird, wird Milans Sicht im Präsens dargestellt.

Damit sind wir auch schon beim größten Problem des Buches aus meiner Sicht: Milans Perspektive trägt wenig zur Handlung bei, ist zudem unlogisch und vermenschlicht. Glücklicherweise halten sich die Kapitel aus seiner Sicht in Grenzen, man hätte hier aber gut darauf verzichten können und stattdessen Mia eine Ich-Perspektive gönnen können, die es dem Leser ermöglicht hätte, sich noch stärker mit der Protagonistin zu identifizieren.

Denn die Handlung ist vom Grundsatz her interessant und altersgerecht, letzteres trifft auch auf den flüssig zu lesenden Schreibstil von Ellie Mattes zu. Lediglich den der Handlung vorangestellten Infodump hätte man sich sparen können (und müssen), werden die relevanten Informationen zu den Huzulen doch auch noch einmal im Verlauf der Handlung erklärt.

Neben dem dominanten Thema – es handelt sich ja schließlich um ein Pferdebuch – behandelt der Roman dabei auch weitere Themen in kindgerechter Weise, wie zum Beispiel Freundschaft, Neid, Krankheit und Abschied, ohne diese jedoch zu dominant werden zu lassen. Dadurch verbleibt das Buch zwar eher auf der seichten Seite, ist aber eine gelungene Feel-Good-Lektüre für Kinder und Pferdefreunde zwischendurch.

Die Buchgestaltung ist im Wesentlichen gelungen, dem Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, die den Lesefluss nicht gravierend hemmen. Der Buchsatz ist wunderschön, das Covermotiv einnehmend. Zudem zieht sich das Titelmotiv über den gesamten Buchumschlag und sorgt so für ein tolles Gesamtbild, lediglich die Verzierungen am Schriftzug „Milan“ auf dem Titel hätte man sich für etwas mehr Klarheit und Struktur sparen können.

Mein Fazit: „Milan – Das Geheimnis der Wildpferde“ ist ein gelungener Pferderoman, der die Zielgruppe zufriedenstellen wird und mit einer tollen Handlung punktet, bei der Perspektivenauswahl aber auch erhebliche Schwächen besitzt. Für Liebhaber des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen – ab dem vom Verlag empfohlenen Lesealter von 10 Jahren.